DE2619260C2 - Verfahren zum Herstellen von Wickelkörpern selbstheilender Kondensatoren - Google Patents
Verfahren zum Herstellen von Wickelkörpern selbstheilender KondensatorenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von Wechsielkörpern selbstheilender Kondensatoren,
insbesondere Wechselspannungskondensatoren, die: aufgewickeilte Lagen von mit Metallschichten versehenen
Dielektrikumsfolien, bei denen an den Längssei'en der metallbeschichteten Flächen metallfreie Randstreifen
vorgesehen sind, aufweisen, bei dem zunächst die metallfrei zu bleibenden Randstreifen der zu metallisierenden
Oberflächen mit Öl abgedeckt werden, bei dem dann die Metallschichten auf diese Oberflächen
aufgetragen werden, und bei dem schließlich die metallbeschichteten Dielektrikumsfolien zu Kondensatorwickelkörpern
aufgewickelt werden.
Die bekannten selbstheilenden Kondensatoren mit nach dem vorgenannten Verfahren hergestellten Wikkelkörpern
weisen im allgemeinen mit wachsender Betriebsdauer abnehmende Kapazitätswerte auf. Dies
ist darauf zurückzuführen, daß durch die erhöhte Kantenfeldstärke die Metallschichten im Nachbarbereich
der metallfreien Randstreifen zerstört werden. Die Kantenfeldstärke g κ ist dabei folgendermaßen definiert:
£ κ-
wobei d\ die Dicke des Dielektrikums und di die Dicke
der Metallschicht am Rand sind; CPw ist die Feldstärke
des homogenen Feldes im Inneren des Kondensators. Die Kantenfeldstärke erreicht 10- bis lOOmal höhere
Werte als die homogene Feldstärke im Inneren des Kondensators.
Ein Verfahren der eingangs angegebenen Art ist aus der DE-AS 12 63 449 bekannt. Die mit nach diesem
Verfahren hergestellten Kondensatorwickeln versehenen Kondensatoren weisen abnehmende Kapazitäts-
-, werte mit wachsender Betriebsdauer auf.
Aus der DE-OS 15 64 792 ist ein imprägnierter elektrischer Kondensator mit Kunststoffolie als Dielektrikum
bekannt Auch derartige, im ganzen imprägnierte Kondensatoren, können mit wachsender Betriebsdauer
ίο abnehmende Kapazitätswerte aufweisen.
Auch weitere, aus dem Stand der Technik bekannte
Kondensatoren weisen den genannten Kapazitätsabbau insbesondere bei Wechselspannungsanwendungen auf
(DE-PS 9 74 887, AT-PS 2 94 267 und »Bauelemente der s Elektrotechnik« 1974, Band 9, Heft 6, Seiten 60 bis 62).
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zum Herstellen von Wickelkörpern selbstheilender Kondensatoren
insbesondere für Wechselspannungsanwendungen anzugeben, durch die Kondensatoren erhalten
werden, welche sich durch hohe Konstanz der Kapazitätswerte auch bei längeren Betriebsdauern
auszeichnen.
Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art erfindungsgemäß dadurch
gelöst, daß als Dielektrikumsfolien Polypropylenfolien
verwendet werden, daß zum Abdecken der Randstreifen ein öl verwendet wird, das bi'i entsprechender
Temperung ein Anquellen der Polypropylenfoiien bewirkt, und daß mittels einer Temperung die
jo Polypropylenfoiien durch verbliebene Spuren des zur Abdeckung verwandten Öles im Bereich der metallfreien
Randstreifen aufgequollen werden.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die Polypropylenfoiien so angequollen,
daß in den an die metallfreien Randstreifen angrenzenden Bereichen der Metallschichten Risse gebildet
werden.
Die Temperung wird bevorzugt über einen Zeitraum von einem Tag bei einer Temperung von 85° C
durchgeführt. Die Vorteile des Verfahrens der Erfindfung werden anhand eines Ausführungsbeispieles eines
erhaltenen Kondensators aufgezeigf. In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 den prinzipiellen Aufbau des Wickelkörpers
eines Kondensators vor der Temperung,
F i g. 2 den Ausschnitt II aus Fi g. 1 mit angequollener
Polypropylenfolie im Bereich des Randes,
Fig.3 Dauerversuche an mit nach dem Verfahren
gemäß der Erfindung hergestellten Wickelkörpern versehenen Kondensatoren im Vergleich mit nach
herkömmlichen Verfahren hergestellten Wickelkörpern versehenen Kondensatoren.
F i g. 1 zeigt den Aufbau eines Wickelkörpers, der aus aufgewickelten Lagen zweier Polypropylenfoiien 1 und
2 bestehi. Die Polypropylenfolien 1, 2 weisen Metallschichten 3,4 und metallfreie Randstreifen 5, 6 auf. Die
Polypropylenfoiien I1 2 sind so verwickelt worden, daß
die metallfreien Randstreifen 5,6 an entgegengesetzten Stirnseiten des Kondensators liegen. Die Kontaktierung
des fertig aufgewickelten Kondensatorkörpers geschieht durch Beschoopung der Stirnseiten 7,8.
Die Polypropylenfoiien 1, 2 haben eine Stärke von 10 μίτι und die Metallschichten 3, 4 bestehen aus
Aluminium und weisen einen Flächenwiderstand von 3 Ohm auf. Die metallfreien Randstreifen 5,6 haben eine
Breite von 2. 5 mm. Die fertigen Kondensatoren haben die Nenndaten 3 μΡ/320 V.
Die Metallschichten 3, 4 und die metallfreien
Randstreifen 5, 6 weraen jeweils auf einer der beiden
Oberflächen der Folien dadurch erhalten, daß jeweils eine Oberfläche einer Polypropylenfolie, deren Breite
ein Vielfaches der Folien 1, 2 entspricht, mit einer Metallschicht versehen wird, wobei mehrere metallfreie
Zonen in Längsrichtung der Folie erzeugt werden. In der Mitte dieser metallfreien Zonen wird die Folie nach
der Metallisierung auseinander geschnitten, und man erhält so die Polypropyler.folien mit metallfreien
Randstreifen z;:r Herstellung von Wickel körpern iu
selbstheilender Kondensatoren. Die metallfreien Zonen werden üblicher Weise bei den eingangs genannten
bekannten Verfahren durch eine Bandabdeckung erzeugt Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren erfolgt
die Erzeugung der metaFlfreien Zonen jeweils durch eine ölabdeckung. Der Unterschied zwischen Band- und
ölabdeckung besteht darin, daß Metalhchichten jeweils
am an einen metallfreien Randstreifen angrenzenden Rand bei der Bandabdeckung eine scharfe Kante
aufweisen, während hier bei der ölabdeckung, wie es der F i g. 1 zu entnehmen ist, die Metallschicht
keilförmig beginnt
Fig.2 zeigt einen Ausschnitt gemäß II ata Fig. 1, wobei die Polypropylenfolie 1 im Bereich des metallfreien
Randstreifens 5 durch einen Tempervorgang angequollen ist. Die gestrichelten Linien 9 und 10 geben
dabei den Zustand der Polypropylenfolie 1 sowie der Metallschicht 3 im Nachbarbereich des metallfreien
Randstreifens 5 vor der Temperung an. Die Aufquellung der Polypropylenfolie 1 auf den in der Fig.2 jo
dargestellten Zustand erfolgt durch Ölspuren, die bei dem Herstellen des metallfreien Randstreifens 5 mit
einer Ölabdeckung auf der Polypropylenfolie 1 verbleiben. Die verbesserten Eigenschaften eines mit einem
nach dem Verfahren gemäß der Erfindung hergestellten η Wickelkörper ausgerüsteten Kondensators werden
dadurch erklärt, daß durch die Aufquellung der Polypropylenfolie 1 im Bereich des metallfreien
Randstreifens 5 der Zutritt von Luft zur Metallschicht 3 im fertigen Wickel verhindert wird und so eine
Oxidation de., Aluminiumbelages durch die Kantenfeldstärke
G κ vermieden wird. Gleichzeitig verhindern an
der Oberfläche verbleibende Ölreste den Fetichtigkeitszutritt zur Metallschicht 3.
Die verbesserten Eigenschaften, d. h. der verringerte Kapazitätsabbau eines mit Hilfe des Verfahrens gemäß
der Erfindung erhaltenen Kondensors ist um so überraschender, als bereits früher versucht worden ist,
den gesamten Wickel nach Fertigstellung mit öl zu imprägnieren. Derartig imprägnierte Kondensatoren
wiesen aber noch stärkeren Kapazitätsabbau als die nicht imprägnierten Kondensatoren auf, was darauf
zurückzuführen ist, daß hier jeweils durch das Aufquellen der gesamten Folie die aufgebrachte
Metallschicht teilweise von den Folien abgelöst wird.
Weiterhin ist der Fig.2 zu entnehmen, daß die Metallschicht 3 im Nachbarbereich des metallfreien
Randstreifens 5 durch das Anquellen der Polypropylenfolie 1 angehoben wird und daß in dem keilförmig
ausgebildeten Teil Risse 11 aufweist. Diese Risse 11 <
>o führen zu einem Abbau der hohen Kantenfeldstärken und bewirken somit eine weitere Verbesserung des
unter Anwendung des Verfahrens gemäß der Erfindung hergestellten Kondensators,
Für die ölabdeckung können sämtliche bekannten Öle verwendet werden, die eine Anquellung der
Polypropylenfolie 1 bewirken. Beispielsweise seien hier mineralische öle sowie halogenierte Kohlenwasserstoffe
genannt.
Es ist überraschend, daß ein einen nach dem Verfahren gemäß der Erfindung hergestellten Wickelkörper
aufweisender Kondensator, dessen metallfreie Randstreifen durch eine Ölabdeckung erzeugt worden
sind, so hervorragende Eigenschaften aufweist. Nach der weiter oben angeführten Formel sind die Kantenfeldstärken
bei einem derartigen Kondensator nämlich höher als bei den bekannten Kondensatoren, da die
Dicke di der Metallschicht am Rand durch den keilförmigen Anstieg bedeutend geringer ist als bei den
Metallschichten, welche mit Bandabdeckung hergestellt worden sind.
Weiterhin ist hervorzuheben, daß durch die Erzeugung der metallfreien Randstreifen mk'.els ölabdeckung
ein definierter Ölauftrag am Randstreifen erfolgt und so die Polypropylenfolien nur in den dafür vorgesehenen
Bereichen angequollen wird. Ein Anquellen der gesamten Polypropylenfolie würde nämlich, wie bereits
ausgeführt, zu einem verstärkten Kapazitätsabbau führen. Da im Nachbarbereich des metallfreien Randstreifens
noch ein bißchen öl auf der Folie vorhanden ist (das ist der Grund für den keilförmigen Anstieg der
Metallschicht 3), erfolgt an diesen Steilen ein leichtes Anquellen und damit die gewünschte Rißbildung der
Metallschicht 3 im Nachbarbereich des Randstreifens 5.
Die Temperung des Wickelkörpers zur Vollendung des Quellvorganges erfolgt zweckmäßigerweise einen
Tag bei 85° C.
In F i g. 3 sind Dauerversuche an nach dem Verfahren gemäß der Erfindung hergestellte Wickelkörper aufweisenden
Kondensatoren der obengenannten Nenndaten, sowie an Vergleichskondensatoren ohne angequollene,
metallfreie Randstreifen angegeben. Die Kondensatoren wurden bei einer Umgebungstemperatur von 70° C
an eine Wechselspannung von 560 V angelegt. In der Fig.3 ist die Kapazitätsänderung aC/C'm Prozent in
Abhängigkeit von der Versuchsdauer t in Stunden angegeben. Die Kurve 12 wurde an gemäß der
Erfindung hergestellte Wickelkörper aufweisenden Kondensatoren aufgenommen. Wie der Figur leicht zu
entnehmen ist, weisen die herkömmlichen Kondensatoren (Kurve 13) mit laufender Versuchsdauer eine
deutliche Kapazitätsabnahme auf, wogegen die anderen Kondensatoren dies.; Kapazitätsabnahme nicht aufweisen.
Die Erfindung ist nicht auf das in den Figuren dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt, sondern
kann auch bei der Herstellung von Wickelkörpern angewendet werden, deren Polypropyleniolien auf
beiden Seiten eine Metallschicht und einen metallfreien Randstreifens aulweisen, wobei die aneinanderliegenden
Metallschichten des Wickels auf gleichem Potential sind.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
- Patentansprüche:U Verfahren zum Herstellen von Wickelkörpern selbslheilender Kondensatoren, insbesondere Wechselspannungskondensatoren, die aufgewickelte Lagen von mit Metallschichten versehenen Dielektrikumsfolien, bei denen an den Längsseiten der metallbeschichteten Rächen metallfreie Randstreifen vorgesehen sind, aufweisen, bei dem zunächst die metallfrei zu bleibenden Randstreifen der zu metallisierenden Oberflächen mit Öl abgedeckt werden, bei dem dann die Metallschichten auf diese Oberflächen aufgetragen werden, und bei dem schließlich die metallbeschichteten Dielektrikumsfolien zui Kondensatorwickelkörpern aufgewickelt werden, dadurch gekennzeichnet, daß als Dielektrikumsfolien Poiypropylfolien verwendet werden, daß zum Abdecken der Randstreifen ein Öl verwendet wird, das bei entsprechender Temperung ein Anquellen der Polypropylenfolien bewirkt, und daß mittels einer Tcmpcrung die Poiypropylenfoiien durch verbliebene Spuren des zur Abdeckung verwandten Öles im Bereich der metallfreien Randstreifen aufgequollen werden.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Polypropy.'enfolien so angequollen werden, daß in den an die metallfreien Randstreifen angrenzenden Bereichen der Metallschichten Risse gebildet, werden.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, tiiG die Temperung über einen Zeitraum von einem Tag bei einer Temperatur von 85° C durchgeführt wird.
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