DE2615921B2 - Luft/Zink-Element - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Luft/Zink-Element mit einer zwischen zwei positiven Luftelektroden angeordneten
plattenförmigen negativen Zinkelektrode, die in einem Kunststoffgehäuse angeordnet sind.
Für viele Zwecke, beispielsweise für die im Eisenbahnwesen eingesetzten netzunabhängigen Beleuchtungseinrichtungen
werden mit Vorteil möglichst robuste elektrochemische Systeme als Energiespender
verwendet. Zu diesen zählen auch Luft/Metall-Elemente mit z. B. Eisen oder Zink als negativer Elektrode und
einem Depolarisator für den Luftsauerstoff als positiver Elektrode. Ein solches System bietet sich insbesondere
dort an, wo die Kosten und der Wartungsaufwand in engen Grenzen gehalten werden sollen, der Beleuchtungskörper
an exponierter Stelle extremen Temperaturen ausgesetzt ist und eine lange Betriebsdauer der
Einrichtung gewünscht wird.
Bei den hierzu geeigneten und seit langem bekannten Luftsauerstoff-Zink-Elementen steht einer negativen
Zinkelektrode ein poröser Kohlekörper als positive Sauerstoffelektrode gegenüber. Sein Hauptbestandteil
ist Aktivkohle, an welcher der Luftsauerstoff katalytisch reduziert wird. Zusätze von Graphit und Ruß zum
Kohlekörper haben die Aufgabe, die Elektronenleitfähigkeit der Elektrode zu erhöhen. Der hydrophobe Ruß
erschwert außerdem das Eindringen von Elektrolyt in den Preßkörper und erleichtert dadurch die Diffusion
aes Sauerstoffs in die Elektrode.
Als Elektrolyt kann das von den Braunsteinelementen her bekannte Ammoniumchlorid mit einem Zusatz von
ίο Zinkchlorid dienen. Mit Vorteil wird aber auch neutrales
Mangan(II)-chlorid eingesetzt, das konzentrierte Lösungen mit einem Dampfdruck von ca. 60% bildet, der etwa
der natürlichen Feuchte entspricht, und dadurch einen Mangel von Luftsauerstoff-Elementen mit Ammoniumchlorid-Elektrolyten
aufhebt, die dazu neigen. Wasser an die Atmosphäre abzugeben und einzutrocknen.
Nach der Konstruktion werden Rundzellen und Plattenzellen unterschieden. Die ersteren entsprechen
ganz dem Aufbau der Braunsteinzellen, mit einem 2(i Behälter aus Zink als negativer Elektrode und einem
zentrierenden Kohlestift als positiver Elektrode, um den herum die Aktivkohle mit Zusätzen und schließlich der
Elektrolyt henjmgepreßt sind.
Unter dem Gesichtspunkt einer guten Sauerstoffdiffusion und einer guten lonenleitfähigkeit innerhalb der
positiven Elektrode bietet das Konstruktionsprinzip der Plattenzelle allein wegen des größeren Elektrodenquerschnitts
und der kurzen Diffusionswege größere Vorteile. Dafür ist die Fertigung von Plattenzellen mit
«ι größeren Schwierigkeiten als bei Rundzellen verbunden.
Durch DE-PS 11 87 696 ist eine positive Elektrode für
plattenförmige Luftsauerstoffelemente bekanntgeworden, die mit ihrer gasdurchlässigen Ableitschicht einen
j> lufterfüllten Hohlraum hufeisenförmig umschließt und wobei auf den der Lufttasche abgewandten Seiten der
Ableitschicht die Depolarisatormasse für die Sauerstoffreduktion aufgepreßt ist. Durch Hineinstellen in einen
taschenförmigen Zinkbehälter wird die Elektrode zu einem Element ergänzt.
Ein hierzu inverses Anordnungsprinzip, bei dem die negative Elektrode schubladenartig in die als Tasche
ausgebildete Luftkathode eingesetzt werden kann, wird in der DE-OS 15 96 168 beschrieben.
Beiden Konstruktionen haftet der Mangel an, daß positive und negative Elektrode jeweils ein eigenständiges
Bauteil darstellen und daß erst durch Zusammenfügen beider Teile ein komplettes Element entsteht. Die
weitere Verschaltung solcher Elemente zu einer Batterie ist mit Nachteilen verbunden, da sie Elektrode
für Elektrode mit Hilfe paßgerechter Halterungen und eines diese verklammernden Gerüstes vorgenommen
werden muß oder weil der fertig verschaltete Zellenblock zu viel Totvolumen durch überflüssige Gehäusewände
und anderes, zum elektrochemischen Umsatz nicht beitragendes Material aufweist.
Luft/Zink-Elemente, bei denen eine Metallanode beidseitig von zwei positiven Luftelektroden flankiert
ist, sind aus den DE-OS 22 23 573 und 21 57 745bekanm.
Die Zelle gemäß der DE-OS 22 23 573 besitzt den Vorteil, daß die fertige Zellenkammer durch einfaches
Herumfalten einer einzigen porösen katalysatorbeschichteten Polytetrafluoräthylen-Folie um die Anodenplatte
und Versiegeln ihrer offenen Ränder hergestellt μ werden kann, wobei zusätzlich ein Elektrolyibehälter
von der Kammer eingeschlossen ist. Aus der Folienumhüllung herausragende Stromzuführungen verleihen
diesem Flachelement jedoch eine sperrige Form. Bei der
Zelle gemäß der DE-OS 21 57 745 liegt durch die periphere Rundum-Verbindung der porösen Katalysator-Trägerfolie,
welche die Metallanode einfaßt, eine ähnliche Konstruktion vor. Diese steht aber im
Zusammenhang mit einer besonderer. Falttechnik, durch die es möglich ist, ganze Batterien dieser
Flachzellen in einem zusammenhängenden Stück zu fertigen.
Aus der DE-OS 22 20 263 ist es auch schon bekannt, in einem luftdepo'arisierenden galvanischen Element das
zwischen den Luftelektroden angeordnete Anodenblech durch ein Zink-Gel mit einem darin eingebetteten
Stromkollektor zu ersetzen. Diese Konstruktion ist aufwendig, wobei zusätzlich aus dem Gehäuse hervorstehende
Polkappen einer raumsparenden, rationellen Stapelung derartiger Zellen im Wege sind.
Die Möglichkeit, einen Zellenverband durch lückenloses
Aneinanderfügen hierzu geeigneter Luft/Zink-Elemente zu schaffen, ist auch bei der Zellenkoi.struktion
gemäß DE-OS 19 27 093 nicht gegeben, weil hier die Luftzufuhr zu den innenliegenden Zellen unterbunden
wäre.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, in Anlehnung an das Prinzip der Plattenzelle eine
Konstruktion zu schaffen, die positive und negative Elektrode zu einer kompakten Zelle vereinigt und die
zugleich einen handlichen Grundbaustein für Lufts.-uerstoff-Batterien
mit einer unkomplizierten Verschaltbarkeit liefert. Außerdem sollte die Neukonstruktion den
fertigungstechnischen Möglichkeiten besser entgegenkommen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Luft/Zink-Element aus zwei Halbschalen mit
gegenüber den Schalenrändern leicht eingesenkten, perforierten Außenwänden besteht, in welchen jeweils
eine Leitfolie und ein Ableiter sowie der positive Elektrodenpreßkörper angeordnet sind und daß diese
Halbschalen unter Zwischenlegung von Separatoren und der negativen plattenförmigen Zinkblechelektrode,
welche an ihrem Rand mit einem Kunststoffrahmen versehen ist, miteinander verbunden sind, wobei die
Halbschalen mit Elektrolytzuführungen und Ableiterdurchführungen versehen sind.
Ein weiteres vorteilhaftes Merkmal der Erfindung liegt darin, daß der obere Rand der Halbschalen mit
einer wannenartigen Vertiefung versehen ist, die öffnungen für den Elektrolytdurchtritt enthält und die
sich unter Freilassung von Raum für die Ableiterdurchführung über einen Teil der Länge der Halbschalen
erstreckt.
Im folgenden ist der Gegenstand der Erfindung anhand der Figur näher erläutert.
Die Figur läßt die Schichtenstruktur der Zelle durch eine Aufgliederung der Einzelbestandteile senkrecht zur
Elektrodenebene erkennen. Wegen des symmetrischen Aufbaus beschränkt sich die Darstellung auf eine Hälfte
der Zelle.
Die Innenfläche der Halbschale 1 wird zunächst mit dem positiven Ableiter 2, einer dünnen Bleifolie,
beschichtet und auf diesen die Leitfolie 3 aufgeklebt, bo
Dabei sind die deckungsgleichen Perforationen 11 des Ableiters und 12 der Leitfolie um die etwas kleineren
Luftlöcher 10 der Halbschale 1 fixiert, derart, daß das korrosionsgefährdete Blei des Ableiters nirgendwo
freiliegt. b5
Von den beiden Fahnen 16 der Leitfolie und 15 des positiven Ableiters mündet die letztere, welche langer
ist. in den Hohlraum 20 für die Ableiterdurchführune der
positiven Elektrode ein, wo sie mit dem — nicht abgebildeten — Gegenstück vereinigt wird.
Auf die Leitfolie wird nunmehr der Kohlekörper 4 der positiven Elektrode aufgepreßt und unter Zwischenlegung
des Separators 5 der Kunststoffrahmen 8 mit der negativen Elektrode 7 in die Halbschale 1 eingepaßt,
wobei das Profil des Kunststoffrahmens über den Kohlekörper 4 hinweggreift. Eine zusätzliche Verankerung
der Kohlemasse in der Halbschale 1 bis in die Tiefe hinein wird durch Stifte 24 ermöglicht.
Der Hohlraum 21 für die Ableiterdurchführung der negativen Elektrode ist dann durch die Fahne 17 des
Zinkblechs besetzt.
Eine Ausklinkung 19 an der Zinkelektrode ist durch das abfallfreie Ausstanzen der Zinkbleche einschließlich
Fahne bedingt
Indem die Außenfläche 23 der Halbschale 1 gegenüber ihrem Rand 22 etwas eingesenkt ist, entsteht
beim Aufkleben der Abdeckplatte 9 auf die Halbschale zwischen dieser und der Abdeckplatte ein Luftspalt, der
sich über die gesamte Einsenkung, d. h. praktisch über den Elektrodenquerschnitt, erstreckt. Durch Auslassungen
am unteren Rande läßt sich der Luftspalt auch durchgehend in der Vertikalen öffnen, was eine
eventuell gewünschte Kaminwirkung hervorruft.
Der Elektrolyt wird über die wannenartige Vertiefung
13 an der Halbschale 1 durch die Elektrolytzuführungsöffnungen 14, die sich als Bohrungen 18 im
Kunststoffrahmen 8 fortsetzen, zugegeben. Er füllt im
wesentlichen den Raum 6 in der dargestellten Zellenhälfte aus und steht durch die Ausklinkung 19 mit
dem Elektrolyten auf der anderen Seite der negativen Elektrode unmittelbar in Verbindung.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile sind unter anderem dadurch gegeben, daß solche Luft/Zink-Elemente
ähnlich Bausteinen, dicht an dicht und unter Einspannung unnötiger Gehäusewände zu Zellenblökken
beliebigen Umfangs gepackt und mittels beliebiger Kontaktausführungen miteinander verschaltet werden
können. Auch bei engster Berührung im Zellenverband hat der Luftsauerstoff zum Kohlekörper der positiven
Elektrode ungehindert Zutritt, weil wegen der versenkten Außenwände der Halbschalen zwischen zwei
benachbarten Zellen stets Luftspalte in ihrer vollen Ausdehung über den Elektrodenquerschnitt erhalten
bleiben. Die erwähnte Kaminwirkung, die man bei durchgehender öffnung des Luftspaltes nach unten
erzielt, um die Sauerstoffdiffusion zu fördern, unterstreicht den Vorteil dieser Anordnung.
Dadurch, daß die Elektrodenableiter beider Polarität mit beliebigen Verbindern kontaktiert und die Kontaktstellen
in eine Vergußmasse oder Bitumen schützend eingebettet werden können, kann die Verschaltung den
praktischen Gegenstand stets optimal angepaßt werden.
Speziell für die Zinkelektrode ergibt sich der Vorteil, daß ihre Kontaktierung außerhalb des Elektrolytraumes
unter Vermeidung von Korrosionsgefahr erfolgt.
Die vorteilhafte Anwendung der Vergußtechnik zum Schutz der Ableiterkontakte wird durch wannenartige
Vertiefungen am oberen Rand der Gehäuse-Halbschalen ermöglicht, welche zur Aufnahme der Ableiterfahnen
zusätzlich je einen kleinen Hohlraum aussparen, der mit Vergußmasse gefüllt werden kann.
Über die wannenartige Vertiefung, die durch zwei Elektrolytzuführungskanäle mit dem Elektrolytraum in
Verbindung steht, kann die Zelle nachträglich betankt werden.
Andererseits kann Wasser, das im Zuge der Entladung gebildet wird oder von außen in das
Zelleninnere gelangt, in die wannenartige Vertiefung hinein expandieren und durch seine Füllhöhe einen
ungefähren Anhalt über den herrschenden Ladezusland abgeben.
Weitere Vorteile der Erfindung liegen in der Anordnung des Zinkblechs zwischen den beiden
positiven Elektroden, wodurch es beidseitig, d. h. mit stärkerem Entladestrom, belastet und elektrochemisch
besser ausgenutzt werden kann. Andererseits schützt ein die Zinkelektrode rings umgebender Profilrahmen
aus Kunststoff den Elektrodenrand weitgehend vor einer anodischen Auflösung und sorgt dafür, daß er als
metallischer Elektronenableiter bis zum Entladeschluß intakt bleibt.
Das Zinkblech selbst kann mit Fahne aus einen endlosen Band ohne Materialverlust gestanzt werder
wenn dafür eine der Fahne flächengleiche Ausklinkunj
r> des Bleches in Kauf genommen wird. Die Ausklinkunj
wird aber in der erfindungsgemäßen Zelle vorteilhaf genutzt, indem sie, wie auch aus F i g. 1 ersehen werdet
kann, die Elektrolyträume beiderseits der Zinkelektrodi verbindet.
ίο Die Kohlekörper der positiven Elektrode sind durcl
ihre Fixierung in den Halbschalen bei deren Weiterver arbeitung zur Zelle besonders geschützt. Sie könner
zusätzlich durch Stifte bis in die Tiefe der Preßmassc hinein in den Halbschalen verankert werden.
Claims (6)
- Patentansprüche:J. Luft/Zink-Element mit einer zwischen zwei positiven Luftelektroden angeordneten plattenförmigen negativen Zinkelektrode, die in einem Kunststoffgehäuse angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß es aus zwei Halbschalen (1) mit gegenüber den Schalenrändern (22) leicht eingesenkten, perforierten Außenwänden (23) besteht in welchen jeweils eine Leitfolie (3) und ein Ableiter (15) sowie der positive Elektrodenpreßkörper (4) angeordnet sind und daß diese Halbschalen (1) unter Zwischenlegung von Separatoren (5) und der negativen plattenförmigen Zinkblechelektrode (7), welche an ihrem Rand mit einem Kunststoffrahmen (8) versehen ist, miteinander verbunden sind, wobei die Halbschalen (1) mit Elektrolyizuführungen ^14) und Ableiterdurchführungen (20, 21) versehen sind.
- 2. Luft/Zink-Elemem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der obere Rand der Halbschalen (1) mit einer wannenartigen Vertiefung (13) versehen ist, die Öffnungen (14) für den Elektrolytdurchtritt enthält und die sich unter Freilassung von Raum für die Ableiterdurchführung über einen Teil der Länge der Halbschalen (1) erstrecken.
- 3. Luft/Zink-Element nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Innenwand der Halbschale (1) und der Leitfolie (3) eine perforierte Bleifolie (2) angeordnet ist.
- 4. Luft/Zink-Element nach den Ansprüchen I bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Kunststoffrahmen (8) der negativen Elektrode (7) über den Rand des Kohlekörpers (4) der positiven Elektrode übergreift.
- 5. Luft/Zink-Element nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektrodenableiter (15, 17) mit ihren Kontakten in eine Vergußmasse eingebettet sind.
- 6. Luft/Zink-Element nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Masse des Kohlekörpers (4) der positiven Elektrode durch Stifte (24) in der Halbschale (1) zusätzlich verankert ist.
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