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DE2609123A1 - Abbindeanreger - Google Patents

Abbindeanreger

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Publication number
DE2609123A1
DE2609123A1 DE19762609123 DE2609123A DE2609123A1 DE 2609123 A1 DE2609123 A1 DE 2609123A1 DE 19762609123 DE19762609123 DE 19762609123 DE 2609123 A DE2609123 A DE 2609123A DE 2609123 A1 DE2609123 A1 DE 2609123A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
anhydrite
percent
mass
synthetic
water
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DE19762609123
Other languages
English (en)
Inventor
Hans Dr Kyri
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Bayer AG
Original Assignee
Bayer AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Bayer AG filed Critical Bayer AG
Priority to DE19762609123 priority Critical patent/DE2609123A1/de
Publication of DE2609123A1 publication Critical patent/DE2609123A1/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B28/00Compositions of mortars, concrete or artificial stone, containing inorganic binders or the reaction product of an inorganic and an organic binder, e.g. polycarboxylate cements
    • C04B28/14Compositions of mortars, concrete or artificial stone, containing inorganic binders or the reaction product of an inorganic and an organic binder, e.g. polycarboxylate cements containing calcium sulfate cements
    • C04B28/16Compositions of mortars, concrete or artificial stone, containing inorganic binders or the reaction product of an inorganic and an organic binder, e.g. polycarboxylate cements containing calcium sulfate cements containing anhydrite, e.g. Keene's cement

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Ceramic Engineering (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Structural Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Curing Cements, Concrete, And Artificial Stone (AREA)

Description

  • Abbindeanreger
  • Die vorliegende Erfindung betrifft eine Mischung und ein Verfahren zur Herstellung fester Körper auf der Basis von Anhydrit und Zusätzen, durch Anregung des Abbindevorganges mittels Trialkaliphosphat und Calciumoxid, In einer bevorzugten Ausführungsform betrifft sie die Anregung des Abbindevorganges zwischen Anhydrit und Wasser mittels Trialkaliphosphat und Calciumoxid in Gegenwart eines Verflüssigers und eines Netzmittels.
  • Die Herstellung von Festkörpern aus Anhydrit und Wasser unter Mitwirkung von Anregern für den Abbindevorgang ist bekannt. Handelsüblicher Anhydrit enthält durchweg freies Calciumoxid als Anreger, als zusätzliche Anreger werden Sulfate, insbesondere Alkalisulfate verwendet.
  • Die Bevorzugung von Kaliumsulfat als zusätzlicher Anreger beruht auf der Tatsache, daß dieses im Gegensatz zum Natriumsulfat an den entstehenden Festkörpern keine Ausblühungen hervorruft, vgl. DT-OS 2 530 728 Ohne diese Zusätze bindet reiner Anhydrit nicht ab, auch solcher, der bereits Calciumoxid enthält, ist technisch nicht anwendbar.
  • Ebenso ist bekannt, daß man den Wasserbedarf einer Mischung aus Anhydrit und Wasser durch den Zusatz von Verflüssigern deutlich verringern kann. Diese Maßnahme ist insofern wichtig, weil Mischungen aus Anhydrit und Wasser, infolge der langsamen Versteifung, zur Entmischung durch Sedimentation neigen.
  • Es ist außerdem wünschenswert, den Wassergehalt solcher Mischungen niedrig zu halten, da die Festigkeit der entstehenden Körper durch diese Maßnahme erhöht wird.
  • Solche Maischen, bestehend aus Anhydrit und Wasser unter Zusatz von Anregern und ggfls. Verflüssigern, zeigen in der Anwendung zwei wichtige Merkmale des Abbindevorganges, nämlich den Versteifungsbeginn und den Hydratationsgrad.
  • Nach dem allgemein bekannten Prüfungsverfahren bezeichnet der Versteifungsbeginn den Zeitraum, bis ein Einschnitt mit einem Messer in die flach ausgebreitete Masse nicht mehr selbständig durch Zusammenfließen der Masse verschwindet.
  • Bis zum Versteifungsbeginn ebnet sich daher die Oberfläche der in eine Form oder auf eine Fläche bzw. einen Boden vergossenen Maische ohne äußere Einwirkung ein. Der Versteifungsbeginn kennzeichnet auch das Ende der Zeitspanne, in der die Maische durch Pumpen gefördert werden kann. Dies ist besonders dann wichtig, wenn die Herstellung der Maische an einem von der Anwendung entfernten Ort stattfindet, wie dies z.B. beim Vergießen von Hohlräumen im Bergbau üblicherweise der Fall ist.
  • Der Hydratationsgrad gibt an, welcher Anteil des Anhydrits sich beim Abbindevorgang in das Dihydrat des Calciumsulfates umgewandelt hat. Da die Bildung von Dihydrat der wesentliche Vorgang für die Entstehung eines Festkörpers aus Anhydrit und Wasser ist, strebt man einen möglichst hohen Hydratationsgrad an.
  • Die klassische Anregung mit Kaliumsulfat und Calciumoxid erreicht Hydratationsgrade bis über 70%, wenn es gelingt, die Masse lange genug vor dem Austrocknen zu schützen. Diese Werte sind hinsichtlich der erreichbaren Festigkeit durchaus befriedigend. Unbefriedigend für manche Anwendungsgebiete ist dagegen der Verlauf der Versteifung. Das Alkalisulfat setzt sich beim Anmaischen mit Wasser mit dem im Anhydrit enthaltenen Ca (OH)2 teilweise zu Gips, CIS04 . 2H20, um, wobei gleichzeitig Alkalihydroxid entsteht. Dieser Gips bildet bei dem Hydratationsvorgang außerordentlich wirksame Kristallkeime fir den bei der Hydratation des Anhydrits aus diesem entstehenden Gips. Diese Keimbildung verkürzt die Zeit bis zwm Versteifungsbeginn um so drastischer, je höher der Zusatz an Anregern gewählt wird. Dadurch tritt in der Maische eine frühzeitige Zunahme der Viskosität ein, so daß diese nicht mehr frei verfließen kann.
  • Eine solche Viskositätssteigerung ist bei verschiedenen Anwendungen sehr störend. So ist es beispielsweise außerordentlich hindernd, wenn man die Maische über eine längere Strecke durch Pumpen fördern muß, wenn in der Schlauchleitung schon eine Versteifung eintritt. In gleicher Weise stört diese Versteifung beim Vergießen der Maische zu größeren ebenen Flächen, bei denen man erwartet, daß die Maische selbstandig zu einer glatten ebenen Fläche verläuft, wie dies beim Herstellen von z.B. Fließestrichen der Fall ist.
  • Eine zu frühzeitige Versteifung stellt für einige wichtige Anwendungsbereiche eine entscheidende Behinderung dar.
  • AuBerdem treten bei der Verarbeitung von Anhydrit noch Schwankungen in der Versteifung auf, deren Ursachen noch weitgehend ungeklärt sind.
  • Die aus der Technologie des Gipshalbhydrates bekannte Verwendung von Verzögerern für den Abbindevorgang ( vgl.Ullmann, 3. Auflage, Band 8, Seite 120-123 ) scheidet bei der Verarbeitung von Anhydrit aus, da diese beim Anhydrit auch die Ausbildung der Hydration und damit die Festigkeit der entstehenden Körper in unerwünschter Weise verzögern.
  • Zusätze, die in den Verarbeitungsvorgang eingreifen, wie beispielsweise Verzögerer, Verflüssiger und Anreger, zeigen beim Anhydrit und beim Gipshalbhydrat weitgehend übereinstimmende Wirkungen.
  • Da Gipshalbhydrat relativ rasch abbindet, haben die Verzögerer eine größere anwendungstechnische Bedeutung als Anreger, bei Anhydrit ist dies umgekehrt.
  • Aus einer Untersuchung über die Wirkung verschiedener Zusätze auf das Abbindeverhalten von Gipshalbhydrat ( W.C.Riddel,Rock Products 57 (1954) Oktoberheft, Seite 109, ref. Zement-Kalk-Gips, 1955, Seite 409 ff ) geht hervor, daß Trinatriumphosphat und Triammoniumphosphat eine drastische Verzögerung bewirken.
  • Die Abbindezeiten steigen bei einem Zusatz von 1 Masseprozent dieser Substanzen beim Gips von 30 Minuten auf 600 bzw. auf 42C Minuten. Gleichzeitig wird eine deutliche Verringerung der Zugfestigkeit beobachtet.
  • In der DRP 198 100 wird sogar ausdrücklich die Verwendung von 0,1 bis 1,0 % Alkaliphosphat als Verzögerer für Gips beansprucht überraschenderweise wurde nun gefunden, daß Trialkaliphosphat eine starke Anregerwirkung auf synthetischen und natürlichen Ar£hydrit in Gegenwart von Calciumoxid besitzt.
  • Ebenso überraschend ist die Tatsache, daß diese starke Anregung mit einer deutlichen Verzögerung des Versteifungsbeginns verbunden ist. Es konnte außerdem gefunden werden, daß durch dies neue Art der Anregung jene Qualitätsschwankragen tin Anhydrit, die zu Unterschieden im Abbindebeginn fahren, weitgehend ausgeschaltet werden.
  • Bei der bekannten Analogie in der Wirkung der Anreger und Verzögerer auf Anhydrit und auf Gipshalbhydrat ist daher die Anregung von Anhydrit durch Trialkaliphosphat völlig unerwartet.
  • Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher eine Mischung aus Anhydrit mit einem Gehalt von 0,3 bis 3,0 Masseprozenten an freiem Calciumoxid oder der äquivalenten Menge an Calciumhydroxid, Anregern und gegebenenfalls Wasser, die dadurch gekennzeichnt ist, daß diese Mischung 0,1 bis 3,0 Masseprozente an Trialkaliphosphat als Anreger und gegebenenfalls bis 1,5 Masseprozente eines handelsüblichen Verflüssigers und bis 0,1 Masseprozente einer oberflächenaktiven Substanz enthält, sowie ein Verfahren zur Herstellung von Formkörpern und/oder Beschichtungen aus synthetischem und/oder natürlichem Anhydrit als Bindemittel, dadurch gekennzeichnet, daß der Anhydrit 0,3 bis 3,0 Masseprozente an freiem Calciumoxid oder der äquivalenten Menge an Calciumhydroxid enthält und als Anreger 0,3 bis 3,0 Masseprozente Trialkaliphosphat verwendet werden, sowie die Verwendung der Mischungen mit synthetischem und/oder natürlichem Anhydrit zur Herstellung von selbstnivellierenden Estrichen und/oder Vergießen und Ausfüllen von Hohlräumen und/oder als Beschichtungen.
  • Anhydrit,mit z.B. 1 % freiem Calciumoxid und 0,6 Masseprozent Trikaliumphosphat angeregt, erreicht nach einer Lagerung von 7 Tagen in feuchter Atmosphäre einen Hydratationsgrad von 80 bis 85 %. Derselbe Anhydrit zeigt unter gleichen Bedingungen bei der Anregung mit 2 % Kaliumsulfat einen Hydratationsgrad von nur 70 bis 75 %. Der Versteifungsbeginn des mit Kaliumsulfat angeregten Anhydrits wurde bei diesem Vergleich bei 7 Minuten beobachtet. Bei der Anregung mit 0,6 % Trikaliumphosphat trat der Versteifungsbeginn erst nach 45 Minuten ein. Die Versteifung verläuft also bei Verwendung von Kaliumsulfat als Anreger etwa linear steigend mit der Zeit, während vorteilhafterweise bei Anregung mit Phosphaten die Maische länger fließfähig und damit verarbeitungsfahig bleibt. Die Versteifung erfolgt dann außerdem innerhalb einer kürzeren Zeitspanne.
  • Einen Vergleich mit anderen Phosphaten zeigt die folgende Tabelle, die wiedergegebenen Resultate wurden nach folgendem Verfahren erzielt: 100 g synthetischer Anhydrit, mit einem Gehalt von 1,3 Masseprozenten freiem Calciumoxid,wurden mit 400 ml Wasser in einer Schüssel mittels eines Rührers zu einem dünnflüssigen Brei verrührt. In dem Wasser wurden die in der ersten Spalte angegebenen Salze, in der in der zweiten Spalte bezeichneten Menge vorher aufgelöst. Nach 24 Stunden wurde die Hydratation ( Masseprozente Calciumsulfatdihydrat ) nachdem aus der gepulverten Substanz das noch nicht gebundene Wasser mittels Aceton herausgewaschen und die Substanz bei 6000 bis zur Gewichtskonstanz getrocknet wurde, analytisch bestimmt. Gleichzeitig wurde durch Eindrücken eines Holzstabes von 1 cm2 Querschnitt die Festigkeit der noch feuchten Masse beurteilt.
  • Tabelle Anreger Versteifungs- Hydratations- Festigkeit beginn in grad nach nach Art Menge Minuten 24 Stunden 24 Stunden K2S04 0,5 % 14 28 % hart KH2P°4 0,5 ffi 70 13 % weich 2HP04 0,5 % 56 29 % weich KDP04 0,5 % 56 34 % sehr hart Na4P207 0,5 % 30 4 % sehr weich NaH2P04 0,5 % 52 8 % sehr weich K2S04 2,0 % 6 50 % sehr hart K3P04 2,0 % 15 50 s sehr hart Der Vorteil der erfindungsgemäßen Anregung mit Trialkaliphosphat zeigt sich Jedoch nicht nur in der größeren Variationsbreite des Versteifungsbeginns, sondern auch in der Festigkeit der durch das Abbinden des Anhydrits entstehenden Körper. Die durch saure Phosphate oder Diphosphat angeregten Massen zeigen trotz beachtlicher Hydrationsgrade keine praktisch verwertbare Erhärtung.
  • Für den mit Wasser zu einem festen Körper abbindenden Anhydrit gibt es viele Anwendungsgebiete, zwei besonders wichtige sind das Vergießen und Ausfüllen von Hohlräumen, beispielsweise im Bergbau, und das Vergießen von selbstnivellierenden Estrichen. In beiden Fällen muß die Maische möglichst lange in einem freifließenden Zustand gehalten werden, aber auch anschließend zu einem Körper hoher Festigkeit erstarren. Im Bergbau wird die Maische oft über eine relativ weite Strecke vom Herstellungsort bis zur Anwendungsstelle gepumpt. Eine vorzeitige Versteifung wurde die Förderschlauche verstopfen und somit eine Betriebsstörung verursachen. Die Herstellung eines selbstnivellierenden Estriches erfordert eine Maische, die so lange frei fließend bleibt, bis die gesamte Fläche auf- bzw. ausgefüllt ist.
  • Im allgemeinen genügt für diese Anwendungen eine Maische, deren Versteifungsbeginn nicht unter 30 Minuten liegt.
  • Mittels der Anregung mit Trialkaliphosphat gelingt es, diesen Wert zu halten oder sogar zu überschreiten, ohne daß dadurch die Festigkeit der erhärteten Masse verringert wird.
  • Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es möglich, alle Alkalien in Form der Trialkaliphosphate einzusetzen. Ihre Wirkung ist gleich, die Verwendung von Rubidium- und Cäsiumsalzen dürfte jedoch auf Grund ihres Preises stark eingeschränkt sein. Trinatriumphosphat kann an der Oberflache der entstehenden Festkörper zu Ausblühungen führen, überall dort, wo diese nicht stören, ist es das erfindungsgemäß bevorzugt eingesetzte Phosphat. Sollen diese evtl.
  • Ausblühungen vermieden werden, wird Trikaliumphosphat verwendet.
  • Im erfindungsgemäßen Verfahren werden die zur Anregung de Anhydrits benötigten Trialkaliphosphate als solche eingesetzt oder erst im Gebrauchsfall aus Phosphorsäure oder sauren Phosphaten und Alkaliverbindungen synthetisiert.
  • Die zur Anregung benötigte Menge an Trialkaliphosphat liegt m allgemeinen bei 0,3 bis 3,0 Masseprozenten wasserfreier Substanz vorzugsweise bei 0,5 bis 2,0 Masseprozenten, ganz bevorzugt bei 0,5 bis 1,5 Masseprozenten, bezogen auf die Menge des synthetischen und/oder natürlichen Anhydrits. Sie richtet sich weitgehend nach der in der Maische erwarteten Versteifungszeit und kann durch einen einfachen Vorversuch bestirnit werden.
  • Nach oben hin ist der Zusatz an Trialkaliphosphat durch den Gehalt des Anhydrits an freiem Calciumoxid begrenzt. Das l,i«lkaliphosphat soll jene Mengen nicht überschreiten, die zu einer vollstandigen Umsetzung mit dem im Anhydrit enthaltenden Calciumoxid benötigt wird, wenn als Umsetzungsprodukt ein Ilydroxylapatit der Zusammensetzung 3 Ca3(P04)2 . Ca (OH)2 ar,geno,.men wird, entsprechend einem Molverhältnis von z.B.
  • K3 P04 zu Calciumoxid wie 6 zu 10. Für die erfindungsgemäße Anregung genügt jedoch auch ein wesentlich geringerer Anteil an Trialkaliphosphat in dem Anregersystem.
  • Ein weiterer Vorteil der Anregung mit Tri alkali phosphat ergibt sich bein Vergießen der abbindefähigen Suspensionen aus Anhydrit und Wasser, unter Zusatz von sogenannten Verflüssigern.
  • Die Anregung solcher Verflüssiger gestattet es, den Wassergehalt dieser Suspensionen, ohne Erhöhung der Viskosität, deutlich zu vermindern. Ein sehr guter Verflüssiger ist das Kondensationsprodukt aus Formaldehyd und der Sulfonsäure des Di-Toluyläthers, andere verwendbare Verflüssiger sind allgemein bekannt, sie werden z.B. beschrieben in OE-PS 263 607 sowie DT-OS 1 238 831 und DT-OS 2 341 923, z.B. Kondensationsprodukte aus Formaldehyd mit sulfonierten aroaatischen Äthern, Iminen, Sulfonen, Cycloalkanen, Aceto- und/oder Benzoguanaminsulfonsäuren oder Naphthalinsnlfonsäurederivaten oder Melaminharze.
  • Das Verhältnis Anhydrit zu Wasser liegt im allgemeinen bei etwa 0,2 bis o,6 Ges.%, bevorzugt bei etwa 0,25 bis 0,45 Ges.%.
  • Bei optimaler Dosierung des Verflüssigers verringert sich der Wasserbedarf einer pumpfähigen Suspension um 33 %, d.h. von ca. 45 Teilen Wasser auf 100 Teile Anhydrit zu 30 Teilen Wasser auf 100 Teile Anhydrit.
  • Beim Anmaischen von Anhydrit, Verflüssiger, Wasser und Kaliumsulfat als Anreger, in einem in der Bauindustrie üblichen Gercrt, bildet sich in der Maische ein sehr feinblasiger Schaum.
  • Dieser sammelt sich beim Vergießen der Maische auf der Oberfläche und bildet dort nach dem Erhärten eine poröse Schicht.
  • Versuche, diese Schaumbildung durch Entschäumer zu verhindern, sind bisher erfolglos geblieben. Die nachträgliche mechanische Entfernung der porösen Schicht auf dem erharteten Anhydrit stellt, beispielsweise bei der Herstellung von Estrichen, eine zusätzliche Arbeitsbelastung dar.
  • Bei der erfindungsgemäßen Anregung mit Trialkaliphosphat wurde festgestellt, daß die sich bildenden Blasen wesentlich gröEer sind als jene, die sich z.B. bei der Anregung mit Kaliumsulfat bilden. Sie lassen sich an der Oberfläche durch einfaches Verstreichen mit z.B. einem Gummiwischer oder einer Richtlatte zerstören, solange diese Maische noch keine beginnende Versteifung zeigt. Die verzögerte Versteifung durch die Anregung mit Trialkaliphosphat erleichtert offensichtlich das Zerstören der Blasenstruktur an der Oberfläche.
  • Weiterhin wurde gefunden, daß sich diese Oberflächenblasen spontan zersetzen, wenn man der Maische eine kleine Menge einer oberflächenaktiven Substanz zusetzt. Als besonders wirksam erwiesen sich Alkalisalze der Sulfitablaugen, beispielsweise Ammoniumligninsulfonat, außerdem Alkylsulfonate, Alkylaryl-sulfonate, Olefin-sulfonate und Alkyl-schwefelsäureester.
  • Die Wirkung dieser oberflächenaktiven Substanzen wird schon durch Zusätze von 0,01 Masseprozenten, bezogen auf das Gewicht des Anhydrits, in vollem Umfang gesichert. Zusätze über 0,05 Masseprozente sind im allgemeinen nicht notwendig. Verständlicherweise verläuft dieser spontane Zerfall der Blasen am besten in der noch dünnflüssigen Maische. Dieser Effekt ist um so überraschender, als diese Substanzen als typische Hilfsmittel zur Herstellung von Schäumen bekannt sind.
  • Den erfindungsgemäßen Mischungen können außer den oben erwähnten Stoffen noch andere innerte Hilfsstoffe zugesetzt werden, wie beispielsweise poröse Füllstoffe und/oder Fasern, ferner farbgebende Stoffe, Sand, schall- und wärmeisolierende Stoffe, Kunstharze, festigkeitssteigernde Stoffe, Korrosionsinhibitoren, Frostschutzmittel etc.
  • Als innerte Füllstoffe können z.B. Quarzmehl, Quarzsand und/oder Ziegel splitt verwendet werden. Durch die Zugabe speziell poröser Füllstoffe wird das Raumgewicht der vergossenen Massen erniedrigt. Diese Maßnahme ist wegen der dadurch erzielten Gewichtseinsparung besonders zur Auffüllung von Räumen im Bauwesen wichtig. Verwendet werden können hierfür sowohl anorganische Leichtfüllstoffe, wie z.B. Blähton, geblahter Perlit, expandierter Vermicullit und ähnlicne Stoffe, als auch organische Leichtfüllstoffe, wie z.B. Kork, Styropor oder andere Schaumstoffe. Unter den Fasern werden die anorganischen, wie Glasfasern, Glaswolle, Steinwolle, Basaltwolle, bevorzugt, jedoch ist die Verwendung auch anderer Fasern genau so gut möglich.
  • Die erfindungsgemäße Mischung und das Verfahren sollen anhand der folgenden Beispiele noch weiter erläutert werden Soweit in den folgenden Beispielen ein Verflüssiger eingesetzt wurde, handelt es sich um das Kondensationsprodukt aus Formaldehyd und der Sulfonsäure des Di-Toluyläthers.
  • Vergleichsbeispiel A In einem Anmaischgerät für die kontinuierliche Herstellung der Anhydritsuspension, mit einer Leistung von 1400 kg/Stunde Feststoff,wurde ein Feststoffgemisch nach folgender Rezeptur eingesetzt 1400 kg synth. Anhydrit mit 1,0 % freiem CaO 28 kg Kaliumsulfat 10 kg Verflüssiger.
  • Dieses wurde unter Einhaltung eines Wasser-Bindemittel-Verhältnisses von 0,3 angemaischt. Die entstehende Maische wurde in eine vorbereitete flache Form mit einer Schichthöhe von 3 cm eingegossen. Nach kurzer Zeit schied sich auf der Oberfläche der Masse Ein feinblasiger Schaum ab, der sich auch durch intensives Verstreichen nichtzerstören ließ. Nach etwa 25 Minuten Dauer des Vergießens mußte die Masse wegen der beginnenden Versteifung mit Hilfe einer Richtlatte nivelliert werden, insbesondere dort, wo frisch vergossene Masse mit solcher zusammenkam, die schon vor 25 Minuten vergossen worden war. Innerhalb von 24 Stunden erhärtete die Masse zu einen festen Körper, dessen Oberfläche teilweise mit feinen Blasen bedeckt war. Die Blasen konnten zwar abgerieben werden, es blieb aber eine porige Oberflächenstruktur erhalten. Die Blasen hatten im einzelnen einen Durchmesser von weniger als 0,5 mm.
  • Beispiel 1: Nach dem im Beispiel 1 beschriebenen Verfahren wird folgendes Feststoffgemisch angemaischt und vergossen: 1400 kg Anhydrit mit 1 % freiem CaO 10 kg Trikaliumphosphat, K3P04 10 kg Verflüssiger Der Wasser-Bindemittel-Faktor wurde auf den Wert von 0,35 eingestellt, dies entsprach 350 kg Wasser auf 1000 kg Feststoffgemisch. Nach dem Vergießen zu einer flachen Form mit etwa 3 cm Höhe zeigten sich auf der Oberfläche Luftblasen mit einem Durchmesser von 1,5 bis 2,5 mm. Diese ließen sich, soweit sie nicht schon spontan zerfielen, durch Abstreifen mit einem Gummiwischer oder einer Richtlatte zerstören. Die vergossene Masse blieb bis 60 Minuten lang so dünnflüssig, daß sich die Oberfläche ohne besondere Maßnahme selbsttätig einebnete. Nach 24 Stunden war die so behandelte Masse mit glatter Oberfläche zu einem Festkörper erstarrt.
  • Beispiel 2: Nach dem im Beispiel 1 beschriebenen Verfahren wurde folgende Feststoffmischung angemaischt und vergossen: 1400 kg Anhydrit mit 1,0 z freiem CaO 10 kg Trikaliumphosphat, K3PO4 10 kg Verflüssiger 0,07 kg Netzmittel, Na-Alkylsulfonat mit einer Kettenlänge des Alkylrestes von 10 bis 16 C-Atomen.
  • Der Wasser-Bindemittel-Faktor wurde auf den Wert von 0,35 eingestellt. Nach dem Vergießen bildete sich auf der Oberfläche der flüssigen Masse kurzzeitig Blasen mit einem Durchmesser von 1,5 bis 2,5 mm, die nach einigen Minuten spontan zerfielen. Da der Zerfall noch vor dem Eintreten der Versteigung erfolgte, glättete sich die Oberfläche wieder von selbst.
  • Nach 24 Stunden war die gesamte Masse mit glatter einheitlicher Oberfläche erstarrt.
  • Die Versteifung zeigte die gleiche Verzögerung wie in Beispiel 2.
  • Beispiel 3: Nach dem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren wurde folgende Feststoffmischung angemaischt und vergossen.
  • 1400 kg Anhydrit mit 1,0 % freiem CaO 10 kg Trikaliumphosphat, K3P04 6 kg Verflüssiger 0,05 kg Ammoniumligninsulfonat.
  • Der Wasser-Bindemittel-Faktor wurde auf den Wert von 0,35 eingestellt. Nach dem Vergießen bildeten sich auf der Oberfläche der flüssigen Masse kurzzeitig Blasen mit einem Durchmesser von 1,5 bis 2,5 mm, die nach einigen Minuten spontan zerfielen. Da der Zerfall noch vor dem Eintreten der Versteifung erfolgte, glättete sich die Oberfläche wieder von selbst. Nach 24 Stunden war die gesamte Masse mit glatter einheitlicher Oberfläche erstarrt.

Claims (8)

  1. Patentansprüche: 1. Mischung aus synthetischem und/oder natürlichem Anhydrit mit einem Gehalt von 0,3 bis 3,0 Masseprozenten an freiem Calciumoxid oder der äquivalenten Menge an Calciumhydroxid,Anreqern und gegebenenfalls Wasser, dadurch gekennzeichnet, daß diese Mischung 0,1 bis 3,0 Masseprozente an Trialkaliphosphat und gegebenenfalls bis 1,5 Masseprozente eines Verflüssigers und bis 0,1 Masseprozente einer oberflächenaktiven Substanz enthält.
  2. 2. Mischung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß diese 0,5 bis 2,0 Masseprozente an Trialkaliphosphat als Anreger enthält.
  3. 3. Mischung aus synthetischem und/oder natürlichem Anhydrit und Zusätzen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Trialkaliphosphat-Unterschuß gegenüber dem freien Calciumoxid in der Mischung enthalten ist.
  4. 4. Mischungen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Verflüssiger eine Sulfonsäure des mit Formaldehyd kondensierten Ditoluyläthers und/oder Kondensationsprodukte aus Formaldehyd mit sulfonierten aromatischen sichern, Iminen, Sulfonen, Cycloalkanen, Aceto- und/oder Benzoguanaminsulfonsäuren oder Naphthalinsulfonsäurederivaten oder Melaminharze eingesetzt werden.
  5. 5. Mischungen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß als oberflächenaktive Substanz Ligninsulfonsäure oder eines ihrer wasserlöslichen Salze und/oder ein Natriumalkylsuifonat mit einer Kettenlänge des Alkylrestes von 10 bis 16 C-Atomen eingesetzt wird.
  6. 6. Mischungen nach einem odr mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß als Hilfsstoffe inerte und/oder poröse Füllstoffe und/oder Fasern, farbgebende Stoffe, Sand, schall- und wärmeisolierende Stoffe, Kunstharze, festifJkeitssteigernde Stoffe, Frostschutzmittel und/oder Forrostonsinhibitoren eingesetzt werden.
  7. 7. Verfahren zur Herstellung von Formkörpern und/oder Beschichtungen aus synthetischem und/oder natürlichem Anhydrit als Bindemittel, dadurch gekennzeichnet, daß der Anhydrit 0,3 bis 3,0 Masseprozente an freiem Calciumoxid oder der äquivalenten Menge an Calciumhydroxid enthält und als Anreger 0,3 bis 3,0 Masseprozente Trialkaliphosphat verwendet werden.
  8. 8. Verwendung der nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6 hergestellten Mischungen mit synthetischem und/oder natürlichem Anhydrit zur Herstellung von selbstniveilierenden Estrichen und/oder Vergießen und Ausfüllen von Hohlräumen und/oder als Beschichtungen.
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Cited By (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0001591A1 (de) * 1977-10-26 1979-05-02 Hoechst Aktiengesellschaft Verfahren zur Herstellung von wässrigen Calcium-sulfat-Halbhydrat-Suspensionen und deren Verwendung
EP0007610A1 (de) * 1978-07-29 1980-02-06 Saarbergwerke Aktiengesellschaft Verfahren zur Verwertung des in Rauchgasentschwefelungsanlagen, die auf Kalkbasis betrieben werden, anfallenden Gipses
AT385030B (de) * 1983-02-17 1988-02-10 Leuna Werke Veb Fussbodenausgleichsmasse
US4931099A (en) * 1987-09-08 1990-06-05 Bayer Aktiengesellschaft Self-levelling mortar mixture

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