DE2659845B2 - Hydrodynamische Bremse für ein elektrisch angetriebenes Höchstgeschwindigkeits-Fahrzeug - Google Patents
Hydrodynamische Bremse für ein elektrisch angetriebenes Höchstgeschwindigkeits-FahrzeugInfo
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- B61—RAILWAYS
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Description
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Die Erfindung betrifft eine hydrodynamische Bremse nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine bekannte hydrodynamische Bremse (DE-OS 24 08 676)
derart zu gestalten, daß sie in einem Höchstgeschv/indigkeits-Fahrzeug
in jedem Falle, insbesondere jedoch in Notfällen als einzige dynamische Bremse einsetzbar
ist. Das bedeutet, die hydrodynamische Bremse soll dem bei Höchstgeschwindigkeits-Fahrzeugen notwendigen
Sicherheitsbedürfnis Rechnung tragen, so daß neben der hydrodynamischen Bremse keine weitere dynamische
Bremse erforderlich ist. Es soll also im Falle eines elektrischen Schienentriebfahrzeugs auf das generatorische
Bremsen mit Hilfe des elektrischen Antriebsmotors verzichtet werden können.
Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch I angegebene hydrodynamische Bremse gelöst.
Die erfindungsgemäße hydrodynamische Bremse kann in rein elektrischen Schienenfahrzeugen angewendet
werden, also in solchen mit einer rein mechanischen bo
Kraftübertragung zwischen Elektromotor und Treibachse. Besonders vorteilhaft ist jedoch die Anwendung
der erfindungsgemäßen hydrodynamischen Bremse in elektrischen Schienentriebfahrzeugen mit hydrodynamisch-mechanischer
Kraftübertragung.
Gegen die Verwendung der erfindungsgemäOen
hydrodynamischen Bremse in elektrischen Schienentriebfahrzeugen könnte zwar eingewendet werden, rlas
bekannte generatorische Bremsen biete immer noch eine höhere Sicherheit als das Bremsen mit einer
hydrodynamischen Bremse. Es könnte nämlich entgegengehalten werden, daß in einer rein elektrischen
Lokomotive aufgrund der bekannten Anordnung der Elektromotoren im Drehgestell (ETR, 1975, Seite 251) in
unmittelbarer Nähe der Treibachsen die Kraftübertragung einfacher sei, weil dort lediglich ein einfaches
Stirnradgetriebe zwischen Elektromotor und Treibachse erforderlich sei, wogegen bei Verwendung einer
hydrodynamischen Bremse in der Regel zusätzlich noch Gelenkwellen erforderlich seien. Ein solcher Einwand
ist aber zumindest dann nicht gerechtfertigt, wenn es sich um ein Höchstgeschwindigkeits-Fahrzeug handelt,
für das die erfindungsg-imäße hydrodynamische Bremse vorzugsweise bestimmt ist Bei einem solchen Fahrzeug
muß nicht nur eine geringe nominelle Achslast, sondern auch — aus fahrdynamischen Gründen — eine
möglichst kleine Drehgestell-Masse angestrebt werden. Deshalb müßte — auch bei rein mechanischer
Kraftübertragung — die Anordnung in jedem Falle so getroffen werden, daß die Elektromotoren im Fahrzeugkasten
ruhen und über Gelenkwellen mit den Triebachsen verbunden sind. Mit einer solchen Anordnung
würde dann aber beim generatorischen Bremsen keine höhere Sicherheit erzielt werden als mit einer
erfindungsgemäßen hydrodynamischen Bremse; dies selbst dann, weca die hydrodynamische Bremse im
Fahrzeugkasten und nicht im Drehgestell angeordnet wird. Es muß nämlich berücksichtigt werden, daß die
mechanischen Bauteile der hydrodynamischen Bremse mit der gleicher/ Sicherheit gegen Bruch dimensioniert
werden können wie die Räder, Achsen und Achsgetriebe der Lokomotiven.
Aus der Zeitschrift »Eisenbahntechnische Praxis, 1963, Heft 5, Seiten 4—10« ist eine mechanische
Bremsanlage mit Druckluftsteuerung bekannt, worin neben einem Führerbremsventil ein Notbremsventil
vorgesehen ist. Mit Hilfe des letzteren kann — im Falle des Versagens des Führerbremsventils — eine Zwangsbremsung
ausgelöst werden, indem dort einfach die Hauptluftleitung vollständig enllüftet wird, d. h., es
werden mit Hilfe von zwei unterschiedlichen Auslöseeinrichtungen die gleichen Steuerventile betätigt.
Soll nun bei einer hydrodynamischen Bremse in ähnlicher Weise zur Erhöhung ihrer Funktionssicherheit
eine Möglichkeil für Zwangsbremsungen vorgesehen werden, so steht dem entgegen, daß die Bremswirkung
einer hydrodynamischen Bremse in starkem Maße von ihrer Rohrdrehzshl, also der Fahrgeschwindigkeit, und
von ihrem Füllungsgrad abhängt. Würde eine hydrodynamische Bremse bei hoher Fahrgeschwindigkeit
einfach voll beaufschlagt, so würde ein viel zu hohes Bremsmoment erzeugt werden, und es bestünde die
Gefahr des Versagens mechanischer Bauteile. Es schien daher zunächst erforderlich, die Stcuerungseinrichtungen.
insbesondere das Füllungssteuerventil, in mehrfacher Anzahl vorzusehen. Es wurde jedoch erkannt, daß
ein solch hoher Aufwand nicht erforderlich ist. Bei einer Zwangsbremsung kann nämlich das von der hydrodynamischen
Bremse erzeugte Bremsmoment durch ein ohnehin vorhandenes und als Sichcrheilsvenlil dienendes
Überströmventil begrenzt werden.
Bei der erfindungsgemäßen Lösung nach Anspruch 1 sind lediglich zusätzliche Stelleinrichtungen vorgesehen,
die im Falle einer Störung, /.. B. bei einem Klemmen des Füllungssteuervcntils oder des Einschaltventils, auf ein
Notsignal das betreffende Ventil, gewissermaßen
gewaltsam, in die Stellung für den maximalen Füllungsgrad verstellen. Das Überströmventil sorgt dann dafür,
daß der tatsächliche Füllungsgrad der hydrodynamischen Bremse auf das jeweils zulässige MaQ begrenzt
wird.
Bei der erfindungsgemäßen Lösung nach Anspruch 2 ist lediglich ein einziges zusätzliches Einschaltventil
vorgesehen, das sowohl bei einem Ausfall des Einschaltventils als auch bei einem Ausfall des
Füllungssteuerventils eine diese Ventile umgehende Fülleitung öffnet, um hierdurch wiederum die hydrodynamische
Bremse zu füllen. Auch in diesem Falle wird der tatsächliche Füllungsgrad der hydrodynamischen
Bremse durch das Überströmventil begrenzt.
Die Erfindung ist iinhand von in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 das Schema einer Steuerung für die hydrodynamische Bremse
F i g. 2 ein gegenüber F i g. 1 abgewandeltes Schema einer Bremssteuerung.
Eine über eine Welle 27 angeschlossene hydrodynamische Bremse 28 kann Teil eines in der Zeichnung .licht
dargestellten hydrodynamischen Getriebes sein, das in der Stammanmeldung (DE-OS 26 18 073) beschrieben
ist.
Die in Fig. 1 dargestellte Steuereinrichtung für die
hydrodynamische Bremse 28 ist ähnlich wie diejenige gemäß DE-OS 24 08 876 ausgebildet. Ein Kühlkreislauf
für die Arbeitsflüssigkeit der Bremse umfallt eine jo Auslaßleitung 50, ein Einschaltventil 51, eine Leitung 52,
einen Kühler 53, eine Leitung 54 und eine Einlaßleitung 55.
Das Einschallventil 51 hat zwei Stellungen, nämlich eine durch Federkraft bewirkte »Aus«-S'«ellung, die in
der Zeichnung dargestellt ist, und eine »Ein«-Stellung. Das Umsteuern des Ventils 51 in die »Ein«-Stellung
erfolgt auf einen Bremsbefehl, /.. B. durch Druckluft (Steuerleitung 61). In der »Aus«-Slellung ist die
Auslaßleitung 50 mit einem Flüssigkeitsbehälter (Sumpf 49) verbunden; hierbei ist die Verbindung zwischen den
Leitungen 54 und 55 unterbrochen. Ferner ist hierbei die gemeinsame Druckleitung 56 einer von der Eingangswelle
des Getriebes angetriebenen Füllpumpe 57 und einer von der Ausgangswelle des Getriebes angetrieLenen
weiteren Füllpumpe 57a mit der zum Kühler führenden Leitung 52 verbunden. Somit kann die
Füllpumpe 57 bei ausgeschalteter Bremse über eine an die Leitung 54 angeschlossene Abzweigleitung 58 den
Wandler oder die Kupplung des hydrodynamischen Getriebes mit gekühlter Arbeitsflüssigkeit versorgen. In
der »Ein«-Stellung ist der Kühlkreislauf 50 bis 55 geschlossen, d. h. die Arb^itflüssigkcit kreist ständig von
der Bremse 28 zum Kühler 53 und wieder zurück. Ferner ist die Druckleitung 56 der Füllpumpcn 57 und 57,·; mit v>
einer Fülleitung S2a, 62£> verbunden. Die letztere ist an die Einlaßleitung 55 angeschlossen oder direkt in den
Arbeitsraum der Bremse 28 hineingeführt. An die Auslaßleitung 50 ist eine Entleerleitung 63a, 63Λ
angeschlossen, die ebenfalls in den Sumpf 49 einmündet.
Die Fülleitung 62a,62bund die Entleerleitung 62a, 63b
sind beide durch ein Regelventil 69 hindurchgeführt, mit dem der Füllungsgrad im Arbeitsraum der Bremse 28
und damit das von der Bremse erzeugte Bremsmoment geregelt werden kann. Der in der Zeichnung symbolisch
dargestellte Regelkolben 64 des Regelventils 60 wird im Ruhezustand durch eine Feder 65 in die dargestellte
Endlage gedrückt. Hierbei ist der zur Fülleitung 622,626
gehörende Ventilquerschnitt voll geöffnet und der zur Entleerleitung 63a, 63Z>
gehörende Ventilquerschniti geschlossen. Die von der Feder 65 beaufschlagte
Stirnfläche des Regelkolbens 64 ist auch über eine Steuerleitung 66 durch einen willkürlich veränderbaren
Steuerluftdruck (Sollwert) beaufschlagbar. Ferner ist die gegenüberliegende Stirnfläche des Regelkolbens 64
über eine Meßleitung 67 durch einen Regeldruck (Meßwert) beaufschlagbar. Zur Bildung des vorgenannten
Regeldruckes ist an den Arbeit* aum der Bremse 28 eine Überströmleitung 70 mit zwei Drussein 73 und 74
angeschlossen, zwischen denen der Regeldruck abgegriffen wird.
Um das von der Bremse 28 erzeugte Moment auf einen bestimmten Höchstwert zu begrenzen, ist an die
Auslaßleitung 50 ein Überströmventil 71 angeschlossen.
Für den Fall, daß das Einschaltventil 51 oder das Regelventil 60 aus irgendeinem Grunde nicht mehr in
der ordnungsgemäßen Weise die für das Einschalten der Bremse erforderlichen Stellungen einnehmen, sind die
folgenden besonderen Maßnahmen vorgesehen:
Jedes der beiden Ventile 51 und 60 weist einen Druckmittel-Stellzylinder 75 bzw. 76 auf, der auf ein
Notsignal (Druck in einer Leitung 72) das Einschaltventil 51 in die »Ein«-Stellung bzw. das Regelventil 60 in die
Stellung für den maximalen Füllungsgrad der Bremse verstellt. Auf das Notsignal wird also stets das
höchstmögliche, durch das Überströmventil 71 begrenzte Bremsmoment eingestellt.
Eine andere Methode zum Einschalten der Bremse im Notfall, z. B. beim Klemmen eines der Ventile 51 oder
60, ist in Fig.2 dargestellt. Hier sind zusätzliche, das Einschaltventil 51 umgehende Kühlkreisir'jfleitungen
80, 81 und 82, 83 vorgesehen sowie ein^ zusätz'iche, das
Regelventil 60 umgellende Fülleitung 84, 85. Zusätzlich ist ferner ein weiteres Einschalt ventil 86 angeordnet, das
auf ein Notsignal (Druck in der Leitung 72) die Füllpumpen 57 und 57a über die Leitungen 84 und 85
direkt mit dem Arbeitsraum der Bremse 28 verbindet, so daß sich die Bremse rnsch füllt. Außerdem werden die
Verbindungen hergestellt zwischen den Leitungen 80 und 81 sowie 82 ur.d 83. so daß ein zusätzlicher
Kühlkreislauf gebildet ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Hydrodynamische Bremse für ein elektrisch angetriebenes Höchstgeschwindigkeits-Schienenfahrzeug,
mit einem in einem äußeren Kühlkreislauf für die Arbeitsflüssigkeit angeordneten Einschaltventil
und mit einem in einer Fülleitung angeordneten und zum Einstellen des Füllungsgrades der
Bremse dienenden Füllungssteuerventil sowie mit einem den Flüssigkeitsdruck im Bremsenarbeits- ">
raum begrenzenden Oberströmventil, dadurch
gekennzeichnet, daß das Einschaltventil (51) und/oder das Füllungssteuerventil (60) eine zusätzliche
Stelleinrichtung (Druckmittel-Stellzylinder 75 bzw. 76, Elektromagnet od. dgl.) aufweist bzw. '5 fü
aufweisen, die auf ein Notsignal das Einschaltventil
(51) in diejenige Stellung bringt, bei der die Bremse
(28) eingeschaltet ist bzw. das Füllungssteuerventil (60) in die Stellung für maximalen Füllungsgrad
verstellt.
2. Hydrodynamische Bremse für ein elektrisch angetriebenes Höchstgeschwindigkeits-Schienenfahrzeug,
mit einem in einem äußeren Kühlkreislauf für die Arbeitsflüssigkeit angeordneten Einschaltventil
und mit einem in einer Fülleitung angeordneten und zum Einstellen des Füllungsgrades der
Bremse dienenden Füllungssteuerventil sowie mit einem den Flüssigkeitsdruck im Bremsenarbeitsraum
begrenzenden Überströmventil, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzliche, das Einschaltventil >°
(51) umgehende Kühlkreislaufleitungen (80 bis 83) eine zusätzliche, das Füllungssteuerventil (60)
umgehende Fülleitung (84, 85) und ein weiteres Einschaltventil (86) vorge; ',hen sind, das auf ein
Notsignal die zusätz'ichen Kühlkreislaufleitungen J5
und die zusätzliche Fülle'rlung'" eigibt.
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Applications Claiming Priority (1)
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| DE19762659845 DE2659845C3 (de) | 1976-04-24 | 1976-04-24 | Hydrodynamische Bremse für ein elektrisch angetriebenes Höchstgeschwindigkeits-Fahrzeug |
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| DE2659845C3 DE2659845C3 (de) | 1980-01-31 |
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Families Citing this family (3)
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| DE102014210444A1 (de) * | 2014-06-03 | 2015-12-03 | Siemens Aktiengesellschaft | Elektrofahrzeug und Verfahren zum Bremsen eines Elektrofahrzeugs |
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Also Published As
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