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Milchmengenmeßgerät für Melkanlagen
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Die Erfindung betrifft ein Milchmengenmeßgerät für Melkanlagen zum
Messen der von einer Kuh während eines Melkvorganges abgegebenen Milchmenge, bestehend
aus einem Gehäuse, in welchem ein Milchabscheider und Milchmengenzähler mit einer
Milchmengenanzeigs- und -übertragungseinrichtung, die durch ein Rohrsystsm miteinander
verbunden sind, angeordnet sind, wobei der Milchabscheider einen Anschluß für ein
separates Melkzeug Uber eins Schlauchleitung und der Milchmengenzähler einen Anschluß
fUr eine Milchsammelleitung aufweist.
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Zum unmittelbaren Messen der von einer Kuh während eines Melkvorganges
abgegebenen Milchmenge ist es bekannt, herkömmliche Heßbehälter einzusetzen. Des
Arbeiten mit 8olchen
Meßbehältern ist jedoch zeitraubend und sehr
umständlich sowohl beim Eimermelkverfahren als auch beim automatischen Abmelken
in z.B. Karussel- od. Fischgrätenmelkständen.
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Bei Milchannahmeanlagen in Molkereien sowie Milchsammel-und Tankwagen
ist es ferner bekannt, in den Förder- bzw.
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Transportweg der zu sammelnden Milch eine milchmengenzählende bzw.
-anzeigende Einrichtung in Art eines Ringkolbenzählers anzuordnen. Der Einsatz eines
derartigen Zählers setzt jedoch stets ortsfesten Einbau voraus und macht bei der
Milchmessung keinen Unterschied zwischen Luft, Schaum und Milch. Ein derartiges
MeBverfahren ist somit für eine exakte Messung der abgemolken-en Milchmenge nicht
geeignet.
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Zum unmittelbaren Messen der von einer Kuh im Zuge des Melkens abgegebenen
Milchmenge ist ein MilchmengenmeBgerät bekanntgeworden, des aus einem Milchabscheidsr
in Kombination mit einem handslsüblichen Ringkolbenzähler besteht. Der Milchabscheider
ist über einen Einlaufstutzen für abgemolkenes Milch/Luftgsmisch an das Mslkzeug
anschließbar und übsr eine Unterdruckleitung zum Absaugen der Luftanteile aus einem
Milch/Luftgemisch mit einem von dem Ringkolbenzähler kommenden Auslaufstutzen verbunden.
Hierbei ist der Ringkolbenzähler mit seiner Eintrittsöffnung zum Zähler der von
ihren Luftanteilen getrennten Milchmenge an den Milchsbscheider
und
mit seiner Austrittsöffnung an den zum Hindurchsaugen der Milch unter Druck stehenden
Auslaufstutzen angeschlossen und mit einem Zählwerk mit Digitalanzeige sowie einem
Ferngeber für einen Zentralzähler ausgerüstes. Der bei diesem Meßgerät eingesetzte
Ringkolbenzähler zur Milchmengenerfassung ist jedoch bausufwendig und im Hinblick
auf Sauberhaltung schwer zu handhaben.
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Bei der bekannten Milchmengenmeßeinrichtung werden vor der eigentlichen
Milchmessung die Luftanteile aus dem abgemolkenen Milch/Luftgemisch im Milchabscheider
durch eine von der Milchsammellsitung abzweigende Unterdruckleitung abgesaugt. Die
Unterdruckleitung steht hierzu mit einem entsprechenden Anschluß des Milchabscheidere
in Verhindung. Da die abzweigende Unterdruckleitung gleichfalls mit dem Auslaufstutzen
des Ringkolbenzählers verbundden ist, ist es erforderlich, den Unterdruck in dem
Auslaufstutzen stets höher als in der Unterdruckleitung zu halten.
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Dies macht ein zusätzliches Unterdruckreduzierventil erforderlich,
das im ÜbergangsbEreich von Unterdruckleitung und Auslaufstutzen angeordnet ist.
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Diese MaBnahme kann einen erhöhten Unsicherheitefektor des Milchmengenmeßgerätes
darstellen, der sich insbesondere bei Vakuumschwankungen negativ auf die Funktionstüchtigkeit
des Gerätes auswirken und das Meßergebnis ungünstig beeinflussen
kann.
Das den Milchabscheider und den Milchmengenzähler gleichermaßen miteinander verbindende
Vakuumrohrsystem wirkt sich ebenfalls nachteilig auf die Baugröße des Meßgerätes
aus.
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Ferner ist das bekannte Milchmengenmeßgerät nur zur selbsttätigen
Anzeige bzw. Fernanzeige der jeweils gemessenen Milchmengen geeignet. Darüber hinausgehende
Vorgänge sind mit diesem Gerät nicht zu steuern bzw. einzuleiten.
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Der Erfinder hat sich nun die Aufgabe gestellt, ein MilchmengenmeBgerät
zu schaffen, das mit derartigen Nachteilen nicht behaftet ist und dessen Möglichkeiten
nicht auf die reine Milchmessung allein beschränkt sind.
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Ausgehend von einem Milchmengenmeßgerät fUr Melkanlagen zum Messen
der von einer Kuh während eines Melkvorganges abgegebenen Milchmenge, bestehend
aus einem Gehäuse, in welchem ein Milchabscheider und ein Milchmengenzähler mit
einer Milchmengenanzeige- und -übertragungseinrichtung, die durch ein Rohrsyatem
miteinander verbunden sind, angeordnet sind, wobei der Milchabscheider einen AnschluB
für ein separates Melkzeug über eine Schlauchleitung und der Milchmengenzähler einen
Anschluß für eine Milchsammelleitung
aufweist, wird die gestellte
Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Milchabscheider eine separate Vakuumleitung,
wodurch derselbe ständig unter Vakuum steht, aufweist, und daß der Milchmengenzähler
in Form einer umlaufenden Schlauchpumpe, Schraubenpumpe bzw. hin-und hergehenden
Kolbenpumpe ausgebildet ist, derart, daß die zur Milchsammelleitung, welche mit
einem Sammeltank in Verbindung steht, abgeführte Milch unter Druck gEfördert wird,
und daß die Milchmengenanzeige- und -übertragungseinrichtung des Milchmengenzählere
gehäuse~außensei tig eine Anschlußbuchse zum Anschluß eines separaten Zentralrechnes,
-speichere und/od. -druckers über Kabel mit Stecker aufweist.
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Nach einem weiteren Msrkmal der Ereindung ist vorgeeshen, daß die
Milchmengenanzeige- und -übertragungssinrichtung zur Anzeige der gemessenen Milchmangen
und zu deren Über tragung in den Zentralrechner, -speicher uno/od. -drucker eine
Ziffern-enzeige sowie eine Tastatur zur Kuhnmmarnsinbags und Übergabs einer jewels
gemassenen Milchmangs an den Zentralrechner, -speicher und/od. -drucker eufeiet.
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Vorteilhafterweiss ist des Milchmengenanzeigerät in Form siner transportablen
Kompakeinheit od. in Form von einzelnen Baueinheit, welche stack- od. kuppelbar
miteinander verbunden sind, ausgebildet.
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Der mit dem Milchmengenmeßgerät in Verbindung stehande Zentralrechner
ist als programmgesteuerter, elektronischer Kleinrechnung und der Zentralspeicher,
vorzugsweise in Form eines separaten Kaseettengerätes mit bandod. plattenfdrmigem
Speichermedium, ausgebildet.
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Letztlich soll noch erwähnt werden, daß die mit dem Sammeltank fflr
die abgemolkene, gemessene Milch verbundene Druckleitung Anschlüsse für mehrere
Milchmengenmeßgeräts aufweist, wobei jede Milchmengenanzeige- und -übertragungseinrichtung
eines jeden Milchmengenmeßgerätes mit dem Zentralrechner, -speicher und/od. -drucker
separat verbunden iat.
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Die nachstehende Beschreibung dient der Erläuterung der Erfindung,
von der Ausführungabeispiele in den Zeichnungen dargestellt sind. Es zeigen: Fig.
1 ein Milchmengenmeßgerät nach der Erfindung in perspektivischer Darstellung; Fig.
2 einen Milchabscheider und einen Milchmanganzähler, wie sie in dem Milchmengenueßgerät
nach Fig. 1 vorgesehen sind, in schematischer Darstellung und Fig. 3 ein weiteres
Ausführungsbeispiel eines Milchmengenzählers in Kombination mit
dem
Milchabscheider in schematischer Darstellung.
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Das in Fig. 1 gezeigte Milchmengenmeßgerät 1 zum Messen der von einer
Kuh während eines Melkvorganges ahgegebenen Milchmenge ist in Form einer z.8. transportablen
Kompakteinhait, bestehend aus einem Gehäuse 2, in welchem ein Milchabscheider 3
und ein Milchmengenzähler 4 sowie eine Milchmengenanzeige- und -übertragungseinruchtung
5 angeordnet ist, ausgebildet.
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Dar Milchabscheider 3 dient zur Aufnahme und zum Trennen des abgesaugten
Milch/Luftgemischee und ist über einen Anschluß mit einer Schlauchleitung 6 an ein
separates Melkzeug 7 zum Abmelken einer Kuh anschließbar und weist eins separate
Vakuumleitung 8 auf. Mittels der Vskuumlsitung 8 werden die Luftanteile aus dem
Milch/Luftgemisch in Milchabscheider 3 herausgesogen. Die Vakuumlsitung O hält den
Milchabscheider 3 stets unter Vakuum und ist in nicht dargestellter Weise mit einer
Vakuumpumpe verbunden.
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Ferner ist am Milchabechsider 3 unterseitig ein weiterer Anechlußstutzen
9, der mit dem Einlaßstutzen einer innerhalb des Gehäuses befindlichen geeichten
Schlauchpumps 10 verbunden ist, angebracht. Die Schlauchpumpe 10 in Verbindung mit
einer ebenfalls im Gehäuse 2 untergebrachten, nicht
gezeigten Zählelektronik
fungiert als Milchmengenzähler 4.
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Die Messung der jeweils von einer Kuh abgemolkenen Milchmenge beruht
auf der fortlaufenden Zählung der Umdrehungen der umlaufenden Schlauchpumpe 10,
die z.B. durch elektronische Abtastung erfaßt werden.
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Die gesichts Schlauchpumpe 10 selbst besteht aus einem Ständer, in
dem ein Segmentartiger Drehkolben 101 rotiert, der mit jeder Umdrehung eine gleichbleibende
Menge Milch durch ein flexibles Schlauchteil 102 in eine Milchsammelleitung 11 drückt,
die zu einem Sammeltank 12 geführt ist (Fig. 2). Das Gehäuse 2 des Milchmengenmaßgerätes
1 weist außenseitig faner sins innerhalb den Gerätes mit der Milchmengenanzeige-
und- -übertragungsginrichtung 5 verbundene Anschlußbuchss 13 zum Anschluß einen
separaten Zentralrechnera, -Zentralepeichere 15 und/od. Zentraldruckers 16 über
Kabel 17 mit Stecker auf.
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Die schon genannte Milchmengenanzeige- und übertragungseinrichtung
5 ist pultähnlich gestaltet und auf dem Gehäuse 2 des Milchmengenmeßgerätes 1 montiert.
Zur Anzeigs der jeweils während eines Melkvorganges von einer Kuh abgenommenen und
gemessenen reinen Milchmenge ohne Luftantuile ist
eine digitale
Ziffernanzeige 51 vorgesehen. Unterhalb dieser Ziffernanzeige 51 befindet sich eine
Tastatur nach Art einer Zehnertastatur, die zur Eingabe der Nummer der jeweils gemolkenen
Kuh dient. Die Kuhnummer wird jeweils am Ende eines Milchmeß- bzw. Milchzählvorgenges
eingetastet und erscheint zusammen mit der abgemolkenen Milchmenge auf der Ziffernanzeige
51 der Milchmengenanzeige- und -übertragungseinrichtung 5. Gleichzeitig mit der
Eintastung der Kuhnummer in die Tastatur 52, gegebenenfalls unter Betätigung einer
weiteren Auslöse- od.
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Starttaste,wird die angezeigte, abgemolkene Milchmenge kuhnummerngerecht
zum Zentralrechner 14, -speicher 15 und/od. -drucker 16 übertragen. Der Zentralrechner
14, -speicher 15 und/od. -drucker 16 kann z.B. in der Milch kammer, also getrennt
vom eigentlichen Meßplatz - der in der Regel in unmittelbarer Melkortnähe liegt
- angeordnet sein.
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Als Zentralrechner 14 dient ein prograRIRlgesteuerter, elektronischer
Kleinrechner handelsüblicher Art und als Zentralspeicher 15 ein Speicher vorzugsweise
in Form eines eeparaten Kassa@ttengerätes mit band- od. plattenförmigem Speichermedium.
Zusätzlich kann ebenfalls noch eine Zentralanzeige 18 vorgesehen sein.
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Der Rechner ist so ausgebildet, daß eine Vielzahl der erfindungagemäßen
Milchmengenmeßgeräts 1 an ihn angeschaltet werden können. Hierdurch lassen sich
Sirtschaftlichkeiteberechnungen durch Auswertung der Milchergebnisse aller Kühe
ohne Schwierigkeiten durchführen. Die von den Milchmengenmeßgeräten 1 gemessenen
Milchmengen der verschiedenen Kühe werden von den zugeharigen Schlauchpumpen 10
in die gemeinsame Milchsammelleitung 11 gedrückt, welche in den gemeinsamen Semmeltank
12 mündet und Anschlüsse (nicht dargestellt) für mehrere Milchmengenmeßgeräte 1
aufweist.
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Die Fig. 3 zeigt als weiteres Ausführungsbeispiel eines Milchfördermittels
eine Kolbenpumpe 19, die ebenfalls bei dem erfindungsgemäßen Milchmengenmeßgerät
1 nach Fig. 1 Verwendung finden kann. Auch diese Pumpe ist mit dem Anschlußstutzen
9 des Milchebscheiders 3 und über sinen-nicht näher gezeigten Anschluß mit der zum
Sammelbehälter 12 führenden Milchsammslleitung 11 verbunden.
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Die Messung der abgemolkenen Milchmenge beruht hier auf der fortlaufenden
Zählung der Hübe der Kolbenpumpe 19. Innerhalb der Kolbenpumpe 19 wird periodisch
ein Kolben 191 hin- und herbewegt, der die sich bei seinem Rückbswegen in dem Leerraum
der Kolbenpumpe 19 sich sammelnden Milch bei VorwSrtsbewegung In die Milchsammelleitung
11 eindrückt. Zur Gewährleistung
eines richtigen Milchflusses
innerhalb der Kolbenpumpe 19 ist jeweils im EinlaBstutzen ein Rückschlagventil 192
vorgesehen. Die Förderung der abgemolkenen Milch ohne Luftanteil erfolgt somit unter
Druck.
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Anstelle einer Kolbenpumpe 19 als milchförderndes Mitteil kann auch
eine Schraubenpumpe oder eine Pumpe mit exzentrisch gelagertem Gummirotor (Impellerpumpe)
verwendet werden.
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Es versteht sich, daß die Erfindung nicht auf die hier dargestellten
Ausführungsbeispiele beschränkt ist. Das als Kompakteinheit ausgebildete Milchmangenmeßgerät
1 (Fig. 1) könnte selbstverständlich auch so ausgebildet sein, daß die einzelnen
Baueinheiten, wie Milchabscheider 3, Milchmengenzähler 4, Milchmengenanzeige- und
-übertragungseinrichtung 5 usw., steck- od. kuppelbar miteinander verbindbar sind.
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Die mit der Erfindung erzielten Vorteile sind insbesondere darin zu
sehen, daß unmittelhar nach dem Abmelken einer Kuh die von dieser Kuh abgegebene
reine Milchmenge mit der dazugehörigen Kuhnummer, wenn diese zuvor in die Tastatur
singegeben worden ist, angezeigt und nach dem Eintasten der Kuhnummer auch ausgedruckt,
gespeichert und über den Zentralrechner mit den von anderen Kühen abgemolkenen Milchmengen
verglichen werden kann. Diese Mdglichkeit bietet die im MilchmengenmeBgerät untergehrachte
Milchmengenanzeige- und -übertragungseinrichtung. Das
Milchmengenmeßgerät
gemäß der Erfindung kann somit sowohl als selbstständige Einheit als auch in Kombination
mit dem nachgestalteten Zentralrechner, -speicher und/od. -drucker verwendet werden.
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Mit dem Ausdruck einer Milchmenge wird zugleich die dazugehorige Kuhnummer
ausgedruckt. Hierdurch ist eine tägliche Kontrolle der einzelnen Kühe in unregelmäßiger
Reihenfolge möglich. Ebenfalls ist es möglich, mittels des Zentraldruckers, -speichers
und/od. -rechners die Gesamtmilchmenge aller Kühe pro Melkzeit und -tag optisch
auszuweisen bzw. abzuspeichern od. auszudrucken. Es lassen sich Wirtschaftlichkeitsberechnungen
durch Auswertung der Milchergebnisse aller Kühe ohne Schwierigkeiten durchführen.
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Weitere Möglichkeiten mit den sich daraus ergebenen Vorteilen in technischer
sowie in wirtschaftlicher Hinsicht sind aus dem Vorerwähnten ohne weiteres ableitbar.
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L e e r s e i t e