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Thyristor mit hohem dv/dt-Wert der Anderungsfestigkeit
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Die Erfindung betrifft einen Thyristor mit hohem dv/dt-Wert der Anderungsfestigkeit
und insbesondere einen als Bestandteil von integrierten Halbleiterschaltungen geeigneten
Thyristor.
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Ein Thyristor weist vier benachbarte Halbleiterschichten auf, deren
Leitfähigkeitstyp abwechselt. An beiden endseitigen Iialbleiterschichten ist eine
Anoden- und eine Kathodenelektrode vorgesehen. Die Halbleiterschicht, die der mit
der Kathodenelektrode versehenen Halbleiterschicht benachbart liegt, weist eine
Steuerelektrode auf. Die vier Halbleiterschichten bilden drei pn-Übergänge.
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Liegt zwischen der Anodenelektrode und der Kathodenelektrode eine
Impulsspannung mit gewissem Gradienten an (nachfolgend als Rampenspannung oder Rampenfunktion
bezeichnet), so erscheint an der Steuerelektrode selbst dann eine Spannung, wenn
der Steuerelektrode kein Zündsignal zugeführt wird.
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Dieses Phänomen wird üblicherweise als (Spannungs-) Änderungseffekt
bezeichnet. Werden die drei pn-Übergänge des Thyristors der Reihe nach von der Anode
zur Kathode als erster, zweiter und dritter Übergang bezeichnet, so wird auf die
Rampenspannung hin der zweite Übergang in Sperrichtung vorgespannt, wobei sich in
diesem Teil eine Sperrschicht ausbildet.
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Diese Sperrschicht kann als Kondensator angesehen werden, dessen Verschiebungsstrom
zu einer an der Steuerelektrode anliegenden Spannung führt.
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Die an der Steuerelektrode auftretende Spannung nimmt proportional
zur Amplitude des Verschiebungsstroms zu. Sobald die Spannung die Aktivierungsspannung
des dritten Übergangs überschreitet, wird der Thyristor gezündet. Da hierbei kein
Steuersignal angelegen hat, erfolgt die Zündung unbeabsichtigt.
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Der Wert dv/dt der Spannungsänderung pro Zeiteinheit der Spannung
zwischen der Anodenelektrode und der Kathodenelektrode zum Zeitpunkt des ungewollten
d.h. fälschlichen Zündensdes Thyristors aufgrund allmählichen Anwachsens des Gradienten
der Rampenfunktion bzw. der Zunahme des Verschiebungsstroms, wird als Kriterium
des Änderungseffekts herangezogen.
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Der dv/dt-Wert bei der ungewollten Zündung des Thyristors wird als
dv/dt-Wert der Änderungsfestigkeit oder auch als kritische Spannung der Anstiegsgeschwindigkeit
bezeichnet.
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Das Fehlzünden kann vermieden und der dv/dt-Wert der Anderungsfestigkeit
kann dadurch verbessert werden, daß die Ladung, die der Verschiebungsstrom in der
mit der Steuerelektrode versehenen Halbleiterschicht gespeichert hat, so abgeführt
wird, daß die an der Steuerelektrode auftretende Spannung nicht ansteigen kann.
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Hierzu wurden die Steuerelektrode und die Kathodenelektrode über
einen Widerstand miteinander verbunden und der dritte
Übergang kurzgeschlossen.
Diese Hilfslösung wird allgemein als Emitterkurzschluß (Short-Emitter) bezeichnet.
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Solange der Thyristor nicht fehlgezündet, d.h. sich in seinem nicht-leitenden
Zustand befindet, kann der erste Übergang als Spannungsquelle angesehen werden,
deren Spannung die Schwellwertspannung des Übergangs ist. Weiterhin können der zweite
und der dritte Übergang als Kondensatoren angesehen werden. Werden die elektrostatischen
Kapazitäten der Kondensatoren mit C2 und C3 bezeichnet und bezeichnet RGK den Widerstandswert
des Widerstands für den Emitterkurzschluß, so läßt sich die an der Steuerelektrode
aufgrund des Änderungseffekts auftretende Spannung Vs durch folgende Gleichung angeben:
hierbei bezeichnet K den Gradienten der Spannung zwischen der Anodenelektrode und
der Kathodenelektrode unter der Voraussetzung, daß die Spannung der Spannungsquelle
des ersten Übergangs ausreichend kleiner als die Spannung zwischen der Anodenelektrode
und der Kathodenelektrode ist.
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Der stetige Wert VGS der Spannung VG wird für t in Gleichung 1 erhalten.
Dieser Wert ist durch folgende Gleichung gegeben: (2) VGS = R C2 RGK Wenn die Spannung
VGS die Aktivierungsspannung VB (etwa 0,7 V) des dritten Übergangs überschreitet,
so wird der Thyristor wie obenstehend erläutert fehlgezündet. Wird in Gleichung
2 VB für VGS eingesetzt, so wird für diesen Zeitpunkt K
zum dv/dt-Wert
der Anderungsfestigkeit. Es ergibt sich folgende Gleichung:
Gleichung 3 zeigt, daß zur Erhöhung des dv/dt-Werts der Anderungsfestigkeit die
Kapazität C2 des zweiten Übergangs oder der Wert RGK des Emitter-Kurzschlußwiderstands
klein gemacht werden muß.
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Da jedoch die Kapazität C2 des zweiten Übergangs durch die Größe
des Thyristors bestimmt ist und insbesondere in einer integrierten Ilalbleiterschaltung
nicht sehr klein gemacht werden kann, wird üblicherweise der dv/dt-Wert der Änderungsfestigkeit
durch kleine Werte RGK des Emitter-Kurzschlußwiderstands verbessert.
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Wird jedoch das Steuersignal in die Betrachtungen mit einbezogen,
so muß ein durch den Emitter-Kurzschlußwiderstand im Nebenschluß fließender Strom
ebenfalls von einer Steuersignalquelle aufgebracht werden. Bezeichnet IGO den zum
Zünden des Thyristors erforderlichen Strom, so muß der durch die folgende Gleichung
festgelegte Steuerzündstrom 1G1 von der Steuersignalquelle zum Zünden des Thyristors
aufgebracht werden:
Aus den Gleichungen 3 und 4 ergibt sich die Beziehung zwischen dem dv/dt-Wert der
Xnderungsfestigkeit und dem Steuerzündstrom zu:
Unter der Annahme, daß 1G1 sehr viel größer IGo in Gleichung 5
ist, sind der dv/dt-Wert der Änderungsfestigkeit und der Steuerzündstrom 1G1 proportional.
Wird zur Stabilitätsverbesserung des Thyristoisder dv/dt-Wert der Anderungsfestigkeit
durch Erniedrigen des Werts RGK des Emitterkurzschlußwiderstands verbessert, so
nimmt dementsprechend auch der Steuerzündstrom 1G1 zu. Die Zunahme des Steuerzündstroms
1G1 zieht aber eine Kapazitätserhöhung der Steuersignalquelle und eine deutliche
Verminderung der Zuverlässigkeit der ganzen Vorrichtung nach sich.
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Aufgabe der Erfindung ist es, einen Thyristor mit einem hohen dv/dt-Wert
der Änderungsfestigkeit anzugeben, der sich für integrierte Halbleiterschaltungen
eignet und die vorstehenden Nachteile vermeidet Insbesondere soll der Thyristor
nur eine geringe Steuerleistung erfordern und er soll einfach und mit geringem Platzbedarf
in der integrierten Halbleiterschaltung aufgebaut werden können. Neben dem hohen
dv/dt-Wert der Änderungsfestigkeit soll er lediglich kleine Halteströme benötigen.
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Diese Aufgabe wird bei einem Thyristor, dessen Thyristorelement vier
Halbleiterschichten mit abwechselndem Leitfähigkeitstyp aufweist, wobei die Halbleiterschichten
aneinander angrenzende pn-LJ#bergänge bilden und die erste Halbleiterschicht mit
einer Anodenelektrode, die dritte halbleiterschicht mit einer Steuerelektrode und
die vierte llalbleiter-Schicht mit einer Kathodenelektrode beschaltet ist, dadurch
gelöst, daß zwischen die Halbleiterschichten, die einen der beiden endseitigen pn-Übergänge
des Thyristor-Elements bilden, ein Schalterelement geschaltet ist, daß ein Steuerelement
vorgesehen ist, das rasch ansteigende Spannungen zwischen der Anodenelektrode und
der Kathodenelektrode des Thyristorelements erfaßt und mittels des Schalterelements
den genannten
endseitigen pn-Überuang des Thyristorelements kurzschließt,
daß das Steuerelement ein durch Sperrschichten beim Vorspannen von pn-Übergängen
in Sperrichtung gebildetes Kondensatorelement aufweist und daß die das ondenstoreleent
bildenden Sperrschichten aus einer Halbleitersciiicht des einen Leitfähigkeitstyps
und einer Vielzahl an diese Halbleiterschicht angrenzender getrennter albleitcrchichtcn
des entgegengesetzten Leitfähigkeitstyps bestehen.
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Im folgenden soll die Erfindung anhand von Zeichnungen näher erläutert
werden, und zwar zeigt: Fig. 1 eine teilweise Draufsicht auf eine integrierte Halbleiterschaltung
mit einem erfindungsgemäßen Thyristor; Fig. 2 einen vertikalen Schnitt durch die
integrierte Halbleiterschaltung entlang der Linie II-II in Fig. 1; Fig. 3 einen
vertikalen Schnitt durch die integrierte Halbleiterschaltung entlang der Linie III-III
aus Fig. 1; Fig. 4 einen vertikalen Schnitt durch die integrierte Tfalbleiterschaltung
entlang der Linie IV-IV aus Fig. 1; Fig. 5 ein Schaltbild einer Ersatzschaltung
des in den Fig. 1 bis 4 gezeigten Thyristors; Fig. 6 ein Diagramm mit Kurven der
Betriebseigenschaften im eingeschwungenen Zustand eines Transistorelements; Fig.
7 und 8 einen vertikalen Schnitt und eine Draufsicht auf ein Modell, das die Bildung
einer Sperrschicht beim Vorspannen eines pn-Übergangs in Sperrichtung zeigt;
Fig.
9 und 10 einen Vertikalschnitt und eine Draufsicht auf ein Modell, das die Bildung
einer Sperrschicht zeigt, wenn als Kondensatoren wirkende pn-Übergänge des Thyristors
nach Fig. 1 in Sperrichtung vorgespannt sind; Fig. 11 eine teilweise Draufsicht
auf eine integrierte Halbleiterschaltung mit einer anderen Ausführungsform eines
erfindungsgemäßen Thyristors; Fig. 12 einen vertikalen Schnitt durch die integrierte
Halbleiterschaltung entlang der Linie XII-XII in Fig. 11; Fig. 13 eine teilweise
Draufsicht auf eine integrierte Halbleiterschaltung mit wiederum einer anderen Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Thyristors; Fig. 14 einen vertikalen Schnitt durch die integrierte
Halbleiterschaltung entlang der Linie XIV-XIV in Fig. 13; Fig. 15 einen vertikalen
Schnitt durch die integrierte Halbleiterschaltung entlang der Linie XV-XV in Fig.
13; Fig. 16 ein Schaltbild einer Ersatzschaltung des in den Fig. 13 bis 15 dargestellten
Thyristors; und Fig. 17 eine teilweise Draufsicht auf eine integrierte Ualbleiterschaltung
mit einem abgeänderten Ausführungsbeispiel des in Fig. 1 dargestellten Thyristors.
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In den Fig. 1 bis 4 bezeichnet die Bezugszahl lo allgemein eine integrierte
Halbleiterschaltung mit einem erfindungsgemäßen Thyristor. In einem aus polykristallinem
Silizium bestehenden Trägerbereich 12 eines isolierenden dielektrischen
Substrats
11 sind über Siliziumoxidfilme 13 bis 15 Inselbereiche 16 bis 18 aus einkristallinem
Silizium eingesenkt. Die Siliziumoxidfilme 13 bis 15 haben isolierende Eigenschaften.
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Die Inselbereiche 16 bis 18 aus einkristallinem Silizium sind dementsprechend
voneinander und vom Trägerbereich 12 aus polykristallinem Silizium isoliert.
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In den Inselbereich 16 aus einkristallinem Silizium ist ein Thyristorelement
und ein als Steuerelement dienendes Kondensatorelement integriert. Der Inselbereich
16 aus einkristallinem Silizium ist n-leitend und ist damit vom zweiten Leitfähigkeitstyp
dieses Ausführungsbeispiels. Die Zeichnung zeigt eine rechteckförmige llalbleiterschicht
20 und eine weitere Halbleiterschicht 19, die, im wesentlichen U-förmig, die Halbleiterschicht
20 umgibt. Die Halbleiterschichten 19 und 20 haben voneinander einen festen Abstand
und werden nach bekannten Verfahren durch selektives Eindiffundieren von p-leitenden
Verunreinigungen in den einkristallinen Silizium-Inselbereich 16 hergestellt.
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Im Gegensatz zur n-Leitfähigkeit als zweitem Leitfähigkeitstyp soll
die p-Leitfähigkeit als erster Leitfähigkeitstyp bezeichnet werden.
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Weiterhin wird in der p-leitenden Halbleiterschicht 20 durch selektives
Eindiffundieren einer n-leitenden Verunreinigung eine U-förmige n-leitende Halbleiterschicht
21 gebildet.
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Andererseits werden mit den p-leitenden Halbleiterschichten 19 und
20 drei voneinander isolierte p-leitende Halbleiterschichten 22 bis 24 im einkristallinen
Siliziuminselbereich 16 mit festgelegtem Abstand voneinander geschaffen. Beim Bilden
der n-leitenden Halbleiterschicht 21 wird zwischen der p-leitenden Halbleiterschicht
19 und den
p-leitenden Halbleiterschichten 22 bis 24 eine n-leitende
Halbleiterschicht 25 hoher Konzentration gebildet.
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16a bezeichnet den verbliebenen Teil des einkristallinen Siliziuminselbereichs
16, in den weder p-leitende noch n-leitende Verunreinigungen eindiffundiert wurden.
Das Thyristorelement Thy. besteht somit aus einer ersten p leitenden Halbleiterschicht
19, der n-leitenden, zweiten Halbleiterschicht 16a, der p-leitenden dritten Halbleiterschicht
20 und der n-leitenden vierten Halbleiterschicht 21.Weiterhin ist ein paralleles
Kondensatorelement C entstanden, das aus der n-leitenden Halbleiterschicht 16a und
den p-leitenden Halbleiterschichten 22 bis 24 besteht.
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Die Funktion der n-leitenden Halbleiterschicht 25 wird untenstehend
noch erläutert.
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In dem einkristallinen Silizium-Inselbereich 17 ist ein als Schalterelement
dienendes Transistorelement vorgesehen.
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Da der einkristalline Silizium-Inselbereich 17 n-leitend ist, werden
zunächst rechteckförmig p-leitende Verunreinigungen eindiffundiert, die eine zweite
p-leitende Halbleiterschicht 27 bilden. In die Halbleiterschicht 27 werden n-leitende
Verunreinigungen selektiv eindiffundiert. Auf diese Weise entstehen parallele n-leitende
erste und dritte Halbleiterschichten 26 bzw. 28 mit festem Abstand voneinander.
Der gebildete npn-Transistor Trs. besteht also aus der n-leitenden ersten Halbleiterschicht
26, der p-leitenden zweiten Halbleiterschicht 27 und der n-leitenden dritten Halbleiterschicht
28.
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Im einkristallinen Silizium-Inselbereich 18 wird durch selektives
Eindiffundieren von p-leitenden Verunreinigungen eine zick.zackförmige p-leitende
Halbleiterschicht 29 gebildet.
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Die Halbleiterschicht 29 wird als Widerstand R benutzt.
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Die gesamte Fläche des isolierenden dielektrischen Substrats 1i ist
mit einem Siliziumoxidfilm 30 (in Fig. 1 weggelassen) überzogen, der die frei liegenden
Endflächen der durch die verschiedenen p-leitenden und n-leitenden IIalbleiterschichten
gebildeten pn-Ubergänge stabilisiert.
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Der Siliziumoxidfiim 30 weist auf der p-leitenden ersten Halbleiterschicht
19 eine öffnung auf, durch die hindurch eine Aluminiumbeschaltung 31 in ohm'schem
Kontakt mit der p-leitenden ersten Halbleiterschicht 19 gehalten ist. Die Beschaltung
31 dient als Anodenelektrode. In den über der p-leitenden dritten Halbleiterschicht
20, der n-leitenden ersten halbleiterschicht 26 und einem Ende der p-leitenden Halbleiterschicht
23 gelegenen Teil des Siliziumoxidfilms 30 sind weite#öffnungen vorgesehen. Eine
auf dem Siliziumoxidfilm 30 aufgebrachte Aluminiumbeschaltung 32 steht durch diese
öffnungen hindurch in ohm'schem Kontakt mit den Ilalbleiterschichten 20, 26 und
29 und dient als Gate- oder Steuerelektrode. In den über den nleitenden vierten
Halbleiterschicht 21, der n-leitenden#tten Halbleiterschicht 28 und dem anderen
tnde der p-leitenden iialbleiterschicht 29 gelegenen Teil des Siliziumoxidfilms
30 sind schließlich öffnungen vorgesehen, durch die eine Aluminiumbeschaltung 33
in ohm'schem Kontakt mit den Halbleiterschichten 21, 28 und 29 tritt. Die Aluminiumbeschaltung
33 ist auf dem Siliziumo#idfilm 30 aufgebracht und dient als Rathodenelcktrode.
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Weitere öffnungen sind in den über den p-leitenden Halbleiterschichten
22 bis 24 und der p-leitenden zweiten TTalbleiterschicht 27 gelegenen Teilen des
Siliziumoxidfilms 30 vorgesehen. Eine Aluminiumbeschaltung 34 erstreckt sich einstückig
auf dem Siliziumoxidfilm 30 und steht durch die öffnungen hindurch in ohm'schem
Kontakt mit den Halbleiterschichten 22 bis 24 und 27.
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Die Bezeichnungen der Aluminiumbeschaltungen wurden mit Hinblick
auf das Thyristorelement Thy gewählt. Liegt die Betonung auf dem Transistorelement
Trs, so bildet die Aluminiumbeschaltung 32 eine Kollektorelektrode, die Aluminiumbeschaltung
34 eine Basiselektrode und die Aluminiumbeschaltung 33 eine Emitterelektrode.
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In Fig. 1 sind die in ohm'schem Kontakt mit den verschiedenen Halbleiterschichten
stehenden Teile der Aluminiumbeschaltungen schraffiert dargestellt.
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Fig. 5 zeigt ein Ersatzschaltbild des in den Fig. 1 bis 4 dargestellten
Thyristors. Im folgenden soll seine Betriebsweise erläutert werden. Liegt im Rampenbetrieb
die Anodenelektrode 31 auf höherem Potential als die Kathodenelektrode 33, so fließt
ein Ladestrom 1c der drei parallelen, durch die n-leitende zweite Halbleiterschicht
16a des Thyristorelements Thy und die p-leitenden Halbleiterschichten 22 bis 24
gebildeten Kondensatoren C zur p-leitenden zweiten Halbleiterschicht 27 des Transistorelements
Trs und bringt das Transistorelement Trs in den Sättigungszustand. Der Wert des
äquivalenten Sättigungswiderstands des Thyristorelements Thy, gesehen von der Steuerelektrode
32 bzw. der Kathodenelektrode 33 ist damit klein, womit gemäß der vorstehenden Gleichung
3 der Wert der Anderungsfestigkeit dv/dt verbessert wird.
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Selbst wenn der Anodenelektrode 31 des Thyristors Thy ein plötzlich
ansteigender Spannungsimpuls zugeführt wird, bringt der im Moment des Ansteigens
sofort erzeugte ausreichende Ladestrom 1 das Transistorelement Trs in einen Zustand
mit c niedrigem Widerstandswert, womit die Gatter- und Kathodenelektroden 32 bzw.
33 bzw. der dritte Übergang des Thyristors Thy kurzgeschlossen wird. Eine aufgrund
des Änderungseffekts erzeugte Spannung zwischen der Steuerelektrode 32 und der Kathodenelektrode
33 bleibt deshalb klein, womit auch irrtümliches
Arbeiten des
Thyristorelements Thy. vermieden wird.
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Das durch die p-leitende Halbleiterschicht 29 gebildete Widerstandselement
R ist hochohmig. Solange die Rampenspannung nicht auftritt, bleibt der Kreis zwischen
der Steuerelektrode 32 und der Kathodenelektrode 33 hochohmig. Ein der Steuerelektrode
32 zugeführtes Zündsignal wird nur geringfügig im Nebenschluß über das Widerstandselement
R und das Transistorelement Trs. geleitet und kann das Thyristorelement Thy. zufriedenstellend
zünden. Die Steuersignalleistung kann somit klein gehalten werden.
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Im folgenden soll erläutert werden, wie der dv/dt-Wert der Änderungsfestigkeit
für einen derartigen Thyristor erhöht werden kann.
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Mit k soll im folgenden der Gradient der Rampenfunktion bzw. Rampenspannung
bezeichnet werden. C4 bezeichnet die resultierende elektrostatische rvapazität der
durch die n-leitende zweite Halbleiterschicht 16a des Thyristorelements und die
p-leitenden Halbleiterschichten 22 bis 24 gebildeten Kondensatoren. Der Verschiebungsstrom
im zweiten Übergang des Thyristorelements und der Ladestrom 1c der parallelen Kondensatoren
kann dann durch folgende Gleichungen ausgedrückt werden: (6) I2 = k C2 (7) 1c =
k c4 Die sich im stetigen Zustand bei Vorliegen einer Rampenspannung ergebende Betriebskennlinie
des Transistorelements Trs. ist in Fig. 6 mit Ii bezeichnet.
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Der Verschiebungsstrom I2 des Thyristorelements Thy.
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fließt hauptsächlich in die n-leitende erste Ijalbleiterschicht 26
des Transistorelements Trs., da der Widerstandswert des Widerstandselements R vergleichsweise
hoch ist und die ollektor-Emitter-Sättigungsspannung VCE (n-leitende erste und dritte
Halbleiterschichten 26 und 28) des Transistorelements Trs.
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höchstens o,5 V beträgt.
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ko bezeichnet den Gradienten der Rampenspannung und 10 bezeichnet
den Wert des Verschiebestroms 12 zu dem Zeitpunkt, zu dem im stetigen Zustand der
Arbeitspunkt S erreicht wird. Die Spannung VCE zwischen dem Kollektor 26 und dem
Emitter 28 beträgt zu diesem Zeitpunkt V0. Die Spannung V0 ist hierbei niedriger
als die Aktivierungsspannung VB (etwa o,7 V) des dritten Übergangs des Thyristorelements
Thy., so daß das Thyristorelement Thy. nicht gezündet wird.
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Wenn der Gradient k der Rampenspannung allmählich zunimmt, so verschiebt
sich der Arbeitspunkt entlang der Kurve vom Punkt S zum Punkt p, obwohl sich der
Verschiebungsstrom 12 abhängig vom Gradienten k der Rampenspannung ändert.
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Wenn der Arbeitspunkt den Punkt p erreicht, wird die Kollektor-26-Emitter-28-Spannung
VCE gleicher Aktivierungs-Spannung VB des Thyristorelements Thy. Uberschreitet der
Arbeitspunkt den Punkt p, so wird das Thyristorelement Thy. gezündet. Der Gradient
k der Rampenspannung entspricht zu diesem Zeitpunkt dem dv/dt-Wert der Anderungsfestigkeit.
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Sofern der in die p-leitende zweite Halbleiterscfficht 27 des Transistors
Trs. fließende Strom, d.h. der Ladestrom Ic, auf irgendeine Weise auf 1c1 erhöht
werden kann, so verschiebt sich die Kennlinie von l nach 12. Der Arbeitspunkt auf
der Kurve 12 liegt für den Kollektorstrom 1. beim Punkt q.
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Da Ii größer ist als Io, nimmt der dv/d#-Wert der Anczeruncisfestigkeit
um
das 11/I0-fache zu, weil die Amplitude des Kollektorstroms oder des Verschiebungsstroms
proportional zum Gradienten k der Rampenspannung ist.
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Die parallelen Kondensatorelerente C gemäß dieser Erfindung sollen
den Ladestrom Ic erhöhen und damit auch entsprechend den obenstehenden überlegungen
den dv/dt-Wert der Anderungsfestigkeit weiter verbessern.
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Im folgenden sollen Gründe erläutert werden, die zur Erhöhung des
Ladestroms 1 führen. Die Fig. 7 und 8 zeigen c die Ausbildung einer Raumladungszone
oder Sperrschicht 43 für den Fall daß in einer n-leitenden Halbleiterschicht 41
durch selektrives Eindiffundieren einer p-leitenden Verunreinigung eine rechteckförniige
p-leitende Halbleiterschicht 42 ausgebildet ist und die beiden Halbleiterschichten
41 und 42 in Sperrrichtung vorgespannt sind. In beiden Figuren bezeichnet eine gestrichelte
Linie einen zwischen den fIalbleiterschichten 41 und 42 gebildeten pn-Übergang 44.
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Wird der pn-Übergang 44 in Sperrichtung vorgespannt, so breitet sich
die Sperrschicht 43 entsprechend der Form des pn-Übergangs 44 aus, wobei ihre Breite
t mit wachsender Amplitude der anliegenden Spannung größer wird. Sofern man die
gekrvirmten Teile der vier Ecken außer Acht läßt und annimmt, daß die Seiten- und
Bodenflächen parallel seien, so läßt sich die elektrostatische Sapazitat Cc der
Sperrschicht 43 durch folgende Gleichung beschreiben: (8) Cc = t (a b + 2 a h +
2 b h hierbei bedeuten a, b und h die Abmessungen nach den Ficr. 7 und 8 und g die
Dielektrizitätskonstant#.
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Es ergibt sich folgendes Problem. Die Dicke t nimmt mit der anliegenden
Spannung zu und die Tiefe ho des pn-Übergangs kann mit Rücksicht auf die Bildung
anderer Schaltungselemente beim Diffusionsprozeß nicht willkürlich groß gemacht
werden.
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Gleichermaßen kann die Breite a und die Länge b mit Rücksicht auf
die anderen Schaltungselemente beim Entwurf des Schaltungs musters nicht willkürlich
vergrößert werden. Die für die Seerrschicht 43 zur Verfügung stehende Fläche ist
somit nicht sehr groß. Daraus folgt aber, daß sich die elektrostatische Kapazität
Cc nicht auf Werte vergrößeren läßt, die den dv/dt-Wert der Anderungsfestigkeit
verbessern würden.
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Wie die Fig. 1, 2 und 5 zeigen, wird die p-leitende Halbleiterschicht
erfindungsgemäß aufgeteilt und bildet parallele Kondensatorelemente. Entsprechend
den Fig. 9 und lo breiten sich Sperrschichten 35 bis 37 jeweils entlang geteilter
pn-Übergänge 38 bis 40 aus, die durch die n-leitende zweite Halbleiterschicht 16a
und die p-leitenden Halbleiterschichten 22 bis 24 gebildet werden. Die sich ergebende
elektrostatische Kapazität CCM ist hierbei im wesentlichen gegeben durch: (9) CCM
= # { k1 a b + 2 k2 (a h + b h) + 4 a h} hierbei sind k1 und k2 Korrekturkoeffizienten
für die Unterteilung der p-leitenden Halbleiterschicht deren Werte geringfügig größer
als Eins sind. Die Größen # , a, b, h und t sind die gleichen wie in Gleichung 8.
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Angenähert vergrößert sich die Fläche um 4 a h gegenüber dem durch
Gleichung 8 beschriebenen Kondensatorelement mit einer einzigen p-leitenden Halbleiterschicht.
Damit kann aber auch der dv/dt-Wert der Änderungsfestigkeit durch Vergrößeren der
elektrostatischen Kapazität verbessert werden.
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Wenn, wie es in den Fig. 1 und 9 dargestellt ist, die unterteilten
p-leitenden Halbleiterschichten 22 bis 24 gemeinsam durch die auf dem Siliziumoxidfilm
30 sich erstreckende Aluminiumbeschaltung 34 miteinander verbunden sind, so bilden
diese gemeinsame Beschaltung und die n-leitende zweite I-Ialbleiterschicht 15a einen
Streukondensator, dessen Dielektrikum der Siliziumoxidfilm 30 ist. Da der Streukondensator
parallel zu den parallelen Kondensatorelementen C erscheint, wird die effektive
elektrostatische Kapazität, wie Experimente zeigen, um etwa So % vergrößert, womit
auch der dv/dt-Wert der Anderungsfestigkeit weiter erhöht wird.
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In diesem Ausführungsbeispiel wird die n-leitende zweite Halbleiterschicht
16a des Thyristorelements Thy. also zur Bildung eines parallelen kondensatorelements
C mit ausgenutzt.
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Es sind also auch keine speziellen einkristallinen Siliziuminselbereiche
zur Bildung der parallelen Kondensatorelemente erforderlich, womit sich auch eine
Aluminiumbeschaltung hierfür erübrigt. Die integrierte Halbleiterschaltung kann
somit vorteilhaft weiter vereinfacfitund miniaturisiert werden.
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Die n-leitende Halbleiterschicht 25 hoher Konzentration hat folgende
Bedeutung. Bei Auftreten einer Rampenfunktion bzw. Spannung, können die n-leitende
zweite Halbleiterschicht 16a und die p-leitenden alhleiterschichten 22 bis 24 als
unterteilte pn-Übergänge angesehen werden, die parallele Kondensatorelemente bilden.
Befindet sich andererseits das Thyristorelement Thy. in seinem leitenden Zustand,
können die obenstehenden Halbleiterschichten und die p-leitende erste Halbleiterschicht
19 als parasitärer pnp-Transistor aufgefaßt werden. Der Hauptstrom des Thyristorelements
Thy. wirkt als Basisstrom des parasitären pnp-Transistors. Damit fließt ein Strom
vom parasitären pnp-Transistor zur zweiten Palbleiterschicht 27 des Transistorelements
Trs. Wenn das Transistorelement
Trs. durchschaltet, fließt ein
Teil des Hauptstroms des Thyristors Thy. nunmehr durch den Transistor Trs. und erhöht
den Haltestrom.
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Im vorliegenden Fall verringert die n-leitende Halbleiterschicht
25 hoher Konzentration die Stromverstärkung des durch die p-leitende erste Halbleiterschicht
19, die n-leitende zweite Halbleiterschicht 16a und die p-leitenden Halbleiterschichten
22 bis 24 gebildeten, parasitären pnp-Transistors und hält das Transistorelement
Trs. selbst dann im ungesättigten hochohmigen Zustand, wenn das Thyristorelement
Thy leitet.
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Dieser Effekt kann auch durch Vergrößern des Abstands zwischen der
p-leitenden ersten Halbleiterschicht 19 und den p-leitenden Halbleiterschichten
22 bis 24 erreicht werden.
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Aus Gleichung 9 folgt unmittelbar, daß die Anzahl der voneinander
getrennt angeordneten p-leitenden r#albleiterschichten 22 bis 24 nicht auf drei
beschränkt ist. Die elektrostatische Kapazität kann durch Erhöhen der Anzahl vergrößert
werden.
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Die unterteilten p-leitenden Halbleiterschichten können unter Beachtung
der Beschaltungs- und Anordnungs-Gesichtspunkte in einem einkristallinen Siliziuminselbereich
frei verteilt angeordnet sein.
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Beispielsweise können die unterteilten p-leitenden Halbleiterschichten
außerhalb der p-leitenden ersten Halbleiterschicht 19 durch die n-leitende Halbleiterschicht
hoher Konzentration, die die Stromverstärkung verringert, geführt sein und durch
eine kontinuierliche Aluminiumbeschaltung miteinander verbunden sein.
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Die Fig. 11 und 12 zeigen ein anderes erfindungscJer.aßes Ausführungsbeispiel
einer integrierten Halbleiterschaltung So.
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Diese weist ein isolierendes dielektrisches Substrat 51 auf in das
in einem Trägerbereich 52 aus polykristallinem Silizium über einen Siliziumoxidfilm
53 ein einkristalliner Siliziuminselbereich 54 eingesenkt ist.
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Wie im Ausfüiirungsbeispiel nach den Fig. 1 und 2 ist auch hier in
den einkristallinen Siliziuminselbereich 54 ein Thyristorelement und ein Kondensatorelement
integriert. unter schiedlich ist jedoch das Anordnungsmuster des Thyristorlements
und des Kondensatorelements.
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Durch selektives Eindiffundieren einer p-leitenden Verunreinigung
ist im einkristallienen Siliziuminselbereich 5t, der vom n-Leitfähigkeitstyp ist,
nach bekannten Verfahren eine rechteckförmige rialbleiterschicht 55 und eine U-förmige
Ilalbleiterschicht 56, die von der Iialbleiterschicht 55 gleichbleibenden Abstand
hat, eindiffundiert.
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Auch bei dieser Ausführungsform soll die p-Leitfähigkeit als erster
Leitfähigkeitstyp und die n-Leitfähigkeit als zweiter Leitfähigkeitstyp bezeichnet
werden.
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In die U-förmige Halbleiterschicht 56 sind entlang dieser Form selektiv
n-leitende Verunreinigungen ebenfalls in U-Forra eindiffundiert; diese bilden eine
n-leitende Halbleiterschicht 57. Zusammen mit den p-leitenden Halbleiterschichten
55 und 56 werden neun voneinander isolierte p-leitende Halbleiterschichten 58 bis
66 gebildet, die von der p-leitenden Halbleiterschicht 56 einen festen Abstand haben.
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54a bezeichnet den verbleibenden Teil des einkristallinen Siliziuminselbereichs
54 in den weder p-leitende noch n-leitende
Verunreinigungen eindiffundiert
wurden. Das Thyristorelement besteht aus vier Schichten: der p-leitenden ersten
Halbleiterschicht 55, der n-leitenden zweiten Halbleiterschicht 54a, der p-leitenden
dritten Halbleiterschicht 56 und der n-leitenden vierten Halbleiterschicht 57. Die
parallelen Kondensatorelemente umfassen die n-leitende zweite Halbleiterschicht
54a und die p-leitenden Halbleiterschichten 58 bis 66.
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über die gesamte Oberfläche des dielektrischen isolierenden Substrats
51 ist, wie in Fig. 12 dargestellt, ein Siliziumoxidfilm 67 aufgebracht, der die
freiliegenden Endflächen der durch die verschiedenen p-leitenden und n-leitenden
Halbleiterschichten gebildeten pn-Übergänge stabilisiert.
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In den über der p-leitenden ersten Halbleiterschicht 55, der p-leitenden
dritten Halbleiterschicht 56, der n-leitenden vierten Halbleiterschicht 57 und den
p-leitenden Halbleiterschichten.58 bis 66 gelegenen Bereichen des Siliziumoxidfilms
67 sind Löcher vorgesehen, durch die, wie in den Zeichnungen dargestellt, aufgedampfte
Aluminiumbeschaltungen 68 bis 71 treten. Die Aluminiumbeschaltung 68 dient als Anodenelektrode,
die Aluminiumbeschaltung 69 als Steuerelektrode und die Aluminiumbeschaltung 70
als Kathodenelektrode. Zur Erläuterung dieser Beschaltungen wird auf die Beschreibung
der Fig. 1 bis 5 Bezug genommen.
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Bereiche der Aluminiumbeschaltungen 68 bis 71, die mit den vorstehend
erwähnten Halbleiterschichten des einkristallinen Siliziuminselbereichs 54 in ohm'schen
Kontakt treten, sind in Fig. 11 schraffiert dargestellt.
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In einem derartigen Thyristor fließt der Hauptstrom im leitenden
Zustand des Thyristors im wesentlichen von der Anodenelektrode 68 zur Kathodenelektrode
70, während die Leckströme zu den p-leitenden Halbleiterschichten 58 bis 66 sehr
gering sind. Die Strukturen des Thyristorelements und der parallelen
Kondensatorelemente
können somit unabhängig voneinander gestaltet werden. Darüberhinaus ist keine n-leitende
Halbleiterschicht hoher Konzentration, die die Stromverstärkung reduzieren soll,
erforderlich, so daß die für den einkristallinen Siliziuminselbereich 54 benötigte
Fläche verringert werden kann.
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Die Fig. 13 bis 15 zeigen wiederum ein anderes erfindungsgemäßes
Ausführungsbeispiel einer integrierten Halbleiterschaltung loo.
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Ein dielektrisches isolierendes Substrat lol ist so gestaltet, daß
in einem Trägerbereich 102 aus polykristallinem Silizium über Siliziumoxidfilme
103 bis 105 einkristalline Siliziuminselbereiche 706 bis 108 eingesenkt sind.
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In den n-leitenden einkristallinen Siliziuminselbereich 106 ist ein
Thyristorelement und ein Rondensatorelement integriert. Durch bekannte selektive
Diffusionsverfahren werden in dem einkristallinen Siliziuminselbereich 106 eine
p-leitende erste Halbleiterschicht 109 und eine p-leitende dritte Halbleiterschicht
11o gebildet. In der p-leitenden dritten Halbleiterschicht 110 wird eine n-leitende
vierte Halbleiterschicht 111 und vier isolierte n-leitende Halbleiterschichten 112
bis 115 gebildet. Der verbleibende Teil des einkristallinen Siliziuminselbereichs
106, in den keine p-leitenden Verunreinigungen eindiffundiert wurden, ist mit 106a
bezeichnet und bildet eine n-leitende zweite Halbleiterschicht. Das Thyristorelement
besteht aus den Halbleiterschichten 109, 1o6a, 110 und 111, während die parallelen
Kondensatorelemente durch die Halbleiterschichten 110 und 112 bis 115 gebildet werden.
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Durch bekannte selektive Diffusionsverfahren werden in dem n-leitenden
einkristallinen Siliziuminselbereich 107 eine p-leitende erste Halbleiterschicht
116 und eine p-leitende
dritte Halbleiterschicht 117 gebildet.
Der Teil des Inselbereichs, in dem keine Verunreinigungen eindiffundiert wurden,
ist mit lo7a bezeichnet. Die Halbleiterschichten 116, 107a und 117 bilden auf diese
Weise ein integriertes pnp-Transistorelement.
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Im n-leitenden einkristallinen Siliziuminselbereich 1o8 wird durch
bekannte selektive Diffusionsverfahren eine p-leitende Halbleiterschicht 118 gebildet,
die als Widerstandselement benutzt wird.
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Über der gesamten Oberfläche des dielektrischen isoliexenden Substrats
lol ist ein die Oberfläche stabilisierender, in Fig. 13 nicht dargestellter Siliziumoxidfilm
124 aufgebracht.
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An vorbestimmten Stellen der Halbleiterschichten sind in dem Siliziumoxidfilm
124 Löcher vorgesehen, durch die aufgedampfte Aluminiumbeschaltungen treten. Die
Aluminimbeschaltungen stehen mit den Halbleiterschichten in ohm'schem Kontakt und
verbinden zugeordnete Halbleiterschichten. Die Aluminiumbeschaltungen bilden eine
Anodenelektrode 119, eine Steuerelektrode 120 und eine Kathodenelektrode 121. Die
Aluminiumbeschaltung 12Z verbindet die n-leitenden Halbleiterschichten 112 bis 115
des Transistorelements und die n-leitende zweite Halbleiterschicht 1o7a. Die Aluminiumbeschaltung
123 verbindet die n-leitende zweite Halbleiterschicht 106a des Thyristorelements
und die p-leitende zweite Halbleiterschicht 117 des Transistorelements.
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Fig. 16 zeigt ein Ersatzschaltbild des in den Fig. 13 bis 15 dargestellten
Thyristors.
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Wird der Kathodenelektrode 121 ein Spannungsimpuls mit steilem Spannungsabfall
zugeführt, so wird der erste Übergang des Thyristorelements, bzw. der durch die
p-leitende erste Ilalbleiterschicht 109 und die n-leitende zweite Halbleiterschicht
lo6a gebildete pn-Übergang mit Hilfe des pnp-Transistorelements und der parallelen
ronclensatorelemente kurzgeschlossen. Ein Fehlbetrieb des Thyristorelements aufgrund
des Änderungseffekts wird auf diese Weise unterbunden.
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Die p-leitende Ilalbleiterschicht ist erfindungsgemäß in vier lIalbleiterschicllten
112 bis 115 unterteilt. Es wird ein ausreichend großer Ladestrom Ic erhalten, der
der n-leitenden zweiten Ilalbleiterschicht 107a des Transistorelements zugeführt
wird. Das Transistorelement schaltet daraufhin vom hochohmigen, ungesättiguen Zustand
in den niederohmigen gesättigten Zustand und schließt den ersten Übergang des Thyristorelements
kurz.
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Fig. 17 zeigt als Abänderung des Ausführungsbeispiels nach Fig. 1
einen Teil einer integrierten Halbleiterschaltung 150. In diesem Ausführungsbeispiel
sind ein Thyristorelement und ein Parallelkondensatorelement in isolierte einkristalline
Siliziuminselbereiche integriert.
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Die einkristallinen Siliziuminselbereiche 154 und 155 sind über SiliziumoxidfiLrne
152 und 153 in einen Trägerbereich 151 aus polykristallinem Silizium eingesenkt.
Der n-leitende einkristalline Siliziuminselbereich 154 enthält das Thyristorelement,
welches aus einer p-leitenden ersten f1albleiterschicht 156, einer n-leitenden zweiten
Halbleiterschicht 154a, einer p-leitenden dritten Iialbleiterschicht 157 und einer
nleitenden vierten llalbleiterschicht 158 besteht. Das Thyristorelement ist entsprechend
den Thyristorelementen der Fig. 1 und 2 konstruiert. Der n-leitende einkristalline
Siliziuminselbereich
155 enthält drei isolierte p-leitende Halbleiterschichten
159 bis 161.
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Auf der Oberfläche des dielektrischen isolierenden Substrats 151
ist ein nicht dargestellter, stabilisierender Siliziumoxidfilm aufgebracht. An vorbestimmten
Stellen der Halbleiterschichten sind im Siliziumoxidfilm Löcher vorgesehen, durch
die hindurch aufgedampfte Aluminiumbeschaltungen 162 bis 166 in ohmschem Kontakt
mit den flalbleiterschichten stehen. Die Bereiche des ohm'schein Kontakts sind schraffiert
eingezeichnet.
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Die Aluminiumbeschaltungen bilden eine Anodenelektrode 162, eine
STeuerelektrode 163 und eine Kathodenelektrode 164.
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Die Aluminiumbeschaltung 165 verbindet die n-leitende zweite Halbleiterschicht
154a, die ein dem Anodenpotential des Thyristorelements entsprechender Bereich ist,
mit einer n-leitenden Halbleiterschicht 155a des einkristallinen Siliziuminselbereichs
155, der das Parallelkondensatorelement bildet.
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Die Aluminiumbeschaltung 166 verbindet das Parallerkondensatorelement
mit dem Transistorelement.
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Wird der Anodenelektrode 162 ein Spannungsimpuls mit steilem Anstieg,
d.h. mit Rampenverhalten zugeführt, so wird über die Aluminiumbeschaltung 165 auf
die durch die n-leitende Halbleiterschicht 155a und die Halbleiterschichten 159
bis 161 gebildeten pn-Übergänge ein Potential übertragen, das sie in Sperrichtung
vorspannt. Über die in Sperrichtung vorgêspannten pn-Übergänge bzw. Parallelkondensatoren
fließt ein großer Ladestrom, der das nicht dargestellte Transistorelement in den
Sättigungszustand treibt und die Steuer- und Kathodenelektroden des Thyristorelements
kurzschließt, ein Fehl zünden des Thyristors also verhindert.
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In jedem der obenstehend erläuterten Ausführungsbeispiele wurde zur
Isolierung ein dielektrisches isolierendes
Substrat benutzt. Gleichermaßen
können jedoch andere Isoliersysteme verwendet werden, beispielsweise die Isolierung
durch pn-Übergänge,durch Luftisolierung und ombinationen dieser Systeme.
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Als Schalterelemente wurden lediglich pnp- oder npn-Transistoren
erwähnt; es können aber auch Feldeffekttransistoren oder Unijunction-Transistoren
benutzt werden.