DE2650965C3 - Biegevorrichtung für Rohre - Google Patents
Biegevorrichtung für RohreInfo
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Description
Die Erfindung geht aus von einer Biegevorrichtung für Rohre mit einer zylinderartigen Biegeform, an der
das zu biegende Rohr festspannbar ist, und mit einem längs einer Kreisevolvente in bezug auf die Biegeform
bewegbaren Andrückorgan, das eine parallel zu dem zu biegenden Rohr verlaufende und an einem Zapfen
geführte Kulisse aufweist.
Bei einfacher ausgeführten Biegevorrichtungen (Fig. 1), die noch häufig anzutreffen sind, ist auf einer
Platte B ein Zylinder A austauschbar befestigt, welcher an seinem Umfang eine Rille C aufweist. Der
Durchmesser der Querschnittsfläche der Rille C entspricht dem Durchmesser des zu biegenden Rohres.
Ein Haltegriff ist am Zylinder A befestigt, um die Biegevorrichtung zu halten, oder sie beispielsweise an
einem Schraubstock einzuspannen. Ein zweiter Haltegriff, welcher gegenüber dem ersten Haltegriff um die
Achse D frei bewegbar ist, ist mit einer Rolle E ausgerüstet, die ebenfalls eine Rille aufweist, deren
Querschnittsfläche einen Durchmesser hat, der ebenfalls dem Durchmesser des zu biegenden Rohres entspricht.
Zum Biegen klemmt man zunächst das Rohr zwischen der Rolle fund dem Zylinder A ein und schwenkt dann
den Handgriff der Rolle E in Richtung des in Fig. 1
eingezeichneten Pfeiles, wobei man die Rolle Eauf dem zu biegenden Rohr um den Zylinder A abrollen läßt. Auf
diese Weise wird das Rohr allmählich entsprechend den eingezeichneten Biegestellungen 1, II und III gebogen.
Bei diesen Arbeitsvorgängen besteht während der von der Rolle auf das zu biegende Rohr ausgeübten
Drückbewegung die Gefahr des »Auswalzens« des Rohres. Demzufolge kann der Biegevorgang nur
abschnittweise vorgenommen werden, um die Strekkung des zu biegenden Rohres zu berücksichtigen. Das
ergibt für das einzelne Rohr eine verhältnismäßige lange Bearbeitungsdauer.
Bei einer bekannten Biegevorrichtung (US-PS 16 06 096) der eingangs genannten Art, wird die Gefahr
des Streckens des zu biegenden Rohres dadurch vermieden, daß das Andrückorgan, das mit einer
langgestreckten geraden Anlagefläche an dem zu biegenden Rohr anliegt, längs einer Kreisevolvente in
bezug auf die Biegeform bewegt wird. Dadurch wird das Rohr ohne eine Relativbewegung in seiner Längsrichtung
zwischen ihm und dem Andrückorgan an die Biegeform herangebogen. Diese Biegevorrichtung weist
neben der am Andrückorgan vorhandenen und para'lel zu dem zu biegenden Rohr ausgerichteten ersten
Kulisse noch eine kreisbogenfcrmig gekrümmt zweite Kulisse auf, in welche ebenfalls der in der ersten Kulisse
geführte Zapfen eingreift Außerdem weist diese Biegevorrichtung eine aufwendige Zahnstangen-Zahnrad-Paarung
auf. Diese Teile sind teils mit der feststehenden Biegeform und teils mit einem seinerseits
schwenkbaren Drehtisch verbunden, an denen noch
ίο einige weitere Teile teils fest, teils einstellbar vorhanden
sind. Diese Biegevorrichtung ist sehr aufwendig aufgebaut und erfordert einen sehr hohen Einstell- und
Bedienungsaufwand.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Biegevorrichtung der eingangs bezeichneten Gattung
den Aufwand für das Bewegen des Andrückorgans längs der Kreisevolvente zu verringern.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Zapfen der Achse der Biegeform entspricht und
daß für das Bewegen des Andrückorganes längs der Kreisevolvente eine mit der Biegeform verbundene
evolventenförmige Führungsbahn und ein dieser Führungsbahn
folgendes und mit dem Andrückorgan verbundenes Führungsteil vorhanden sind.
?r> Die gerade Kulisse am Andrückorgan und die mit der
Biegeform verbundene evolventenförmige Führungsbahn lassen sich an einfachen plattenförmigen Werkstücken
verhältnismäßig einfach und ausreichend genau hersiellen. Die betreffenden Teile lassen sich auch an
der Biegevorrichtung einfach und leicht anbringen und, soweit erforderlich, einstellen. Bei der Bedienung der
Biegevorrichtung arbeiten sie genau und zuverlässig und erfordern keine besondere Geschicklichkeit von der
Bedienungsperson. Infolge ihres einfachen und übersichtlichen Aufbaues läßt sich eine solche Biegevorrichtung
auf verhältnismäßig einfache Weise zusammen mit anderen zu einer Mehrfachbiegevorrichtung vereinigen,
mit der an einem Rohr mehrere Biegungen unterschiedlicher Größe und Richtungen gleichzeitig ausgeführt
weiden können.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einiger in den Zeichnungen dargestellter Ausführungsbeispiele
näher erläutert. Es zeigt
F i g. 1 eine schematische Draufsicht auf eine bekannte Biegevorrichtung einfacher Bauart;
F i g. 2 eine ausschnittweise dargestellte schematische Draufsicht der vorgeschlagenen Biegevorrichtung mit
schematischer Darstellung des Bewegungsablaufes bei einem Biegevorgang;
F i g. 3 eine perspektivische Ansicht dieser Biegevorrichtung;
Fig.4 bis 7 perspektivische Ansichten aus unterschiedlichen
Blickrichtungen einer kombinierten Vorrichtung mit mehreren der vorgeschlagenen Biegevorrichtung
in verschiedenen Arbeitsstellungen.
Die aus Fig.2 ersichtliche Biegevorrichtung weist eine zylinderartige Biegeform 1 auf, deren Durchmesser
in Abhängigkeit von der gewünschten Krümmung ausgewählt ist. Diese zylinderartige Biegeform 1 ist
oberhalb eines Andrückorgans 3 angeordnet. Das Andrückorgan 3 ist gegenüber der Biegeform 1
bewegbar und weist eine Kulisse 4 auf. Das Andrückorgan 3 kann auf einer Bewegungsbahn bewegt werden,
die einer Kreisevolvente bzw. Führungsbahn 41 folgt und die durch die Kulisse 4 und durch ein Führungsteil
bestimmt wird, welches mit der Führungsbahn 41 zusammenwirkt, die mit der Biegeform 1 fest verbunden
ist. Von einem zu biegenden Rohr 5 ist die
Anfangsslellung ausgezogen dargestellt. Beim Biegevorgang
nimmt das Rohr 5 nacheinander die mit 50 und 51 bezeichneten gestrichelt dargestellten Stellungen ein.
In Fig.2 ist das Rohr 5 an der Stele 6 eingespannt
dargestellt, an der es in seiner Anfangsstellung die Biegeform 1 berührt. Demzufolge ist bei jeder
Verformung, der das zu biegende Rohr unterzogen wird, die Entfernung von der Mittelachse 2 der Biegeform 1
zum Berührungspunkt bzw. zur Stelle 6 des Rohres 5 in seiner A.nfangsstellung und vom Umfang der Biegeform
1 stets gleich »h« d. h. gleich dem Halbmesser der Biegeform 1.
Die aus F i g. 3 ersichtliche Biegevorrichtung weist, wie die aus Fig.2 schematisch ersichtliche Biegevorrichtung,
eine zylinderartige Biegeform 1 mit der Achse
2 und ein A.ndrückorgan 3 auf, welches gegenüber der
Biegeform 1 bewegbar ist und. mit einer Kulisse 4 versehen ist. Das Andrückorgan 3 kann auf einer
Bewegungsbahn bewegt werden, die einer Kreisevolvente folgt. Diese Bewegungsbahn wird durch die
Kulisse 4 und durch ein Führungsteil bestimmt, welches mit der evolventenförmigen Führungsbahn 41 zusammenwirkt,
die mit der Biegeform 1 fest verbunden ist.
Das zu biegende Rohr 5 weist bereits vor dem Biegen einen Teil 10 auf. Wie aus Fig. 3 ersichtlich ist, weist
daher die Biegeform 1 eine Aussparung auf, um Platz für das Teil 10 zu schaffen.
Im folgenden wird anhand der F i g. 4 bis 7 eine kombinierte Vorrichtung bzw. Mehrfachbiegevorrichtung
beschrieben, die mit mehreren einzelnen Biegevor- jo
richtungen der zuvor erwähnten Art ausgerüstet ist. Die als Ganzes bezeichnete Vorrichtung oder Biegemaschine
70 ist mit 5 Biegevorrichtungen 11, 12, 13, 14 und 15 ausgerüstet. Die Biegevorrichtungen 11, 12, 13 und 14
weisen ein Andrückorgan mit einer Kulisse auf, wohingegen die Biegevorrichtung 15 ein Andrückorgan
mit einer Zahnstangen-Zahnrad-Paarung aufweist. Die Biegevorrichtungen 11, 12, 13 und 14 weisen außerdem
je einen hydraulischen Kraftantrieb auf, der zwischen der zylinderartigen Biegeform 110, 120, 130 bzw. 140
und dem zugehörigen Andrückorgan 112, 122, 132 bzw. 142 eingefügt ist, um die Relativbewegung zwischen der
Biegeform und dem Andrückorgan hervorzubringen. Bei der Biegevorrichtung 15 mit der Zahnstangen-Zahnrad-Paarung
ist in dem hinter der Biegeform 150 gelegenen Teil eine Hilfsrolle 150' vorhanden, die mit
einer Verzahnung 150" versehen ist. Diese Verzahnung Ϊ50" arbeitet mit einem Ansatzstück 159 zusammen,
welches mit einer Verzahnung versehen ist, die auf die Verzahnung 150" der Hilfsrolle 150' abgestimmt ist, mit to
der sie ständig in Eingriff steht.
Die Biegeformen UO, 120, 130 und 140 einer jeden Biegevorrichtung 11,12,13 und 14 sind bewegbare Teile
in je einem zylindrischen Mantel 111,121, 131 bzw. 141
und können in diesem zylindrischen Mantel zwischen einer eingefahrenen Stellung und einer ausgefahrenen
Stellung hin- und herbewegt werden. In der eingefahrenen Stellung stehen sie mit dem Rand des zylindrischen
Mantels auf gleicher Höhe. In der ausgefahrenen Stellung bilden sie n.it dem Rand des zugehörigen
zylindrischen Mantels 111, 121, 131 bzw 141 ein Biegewiderlager.
Das Biegen eines Rohres 5 wird nachfolgend im einzelnen beschrieben, wobei davon ausgegangen wird,
daß die verschiedenen Phasen des Biegevorganges nacheinander ablaufen. Gleichwohl können diese
einzelnen Biegevorgänge gleichzeitig ausgeführt werden.
Einlegen des Rohres
Wie aus F i g. 4 ersichtlich ist, ist das zu biegende Rohr 5 ganz zu Anfang in die verschiedenen Biegevorrichtun-
£en 11, 12, 13, 14 und 15 eingelegt worden, wobei das
Rohr an den nichteinziehbaren Andrückorganen und sein Ende an einem Anschlag 35 anliegt.
Die Biegeformen 120, 130, 140 und 150 der Biegevorrichtungen 12, 13, 14 bzw. 15 befinden sich in
ihrer Ruhestellung, d. h. sie befinden sich in ihrer eingefahrenen Stellung, in der sie mit dem Rand des
zugehörigen zylindrischen Mantels 121, 131, 141 bzw. 151 bündig sind. Das Ein- und Ausfahren der
Biegeformen 110, 120, 130, 140 und 150 wird durch doppeltwirkende Kolbenantriebe bewirkt, deren Arbeitsmittel
über Anschlußleitungen 80 zu- und abgeführt wird.
Zu Beginn des Biegevorganges wird die Biegeform HO aus ihrem zylindrischen Mantel 111 ausgefahren.
Danach beginnt das Andrückorgan 112 sich entlang seiner zugehörigen Führungsbahn 116 zu bewegen, um
das Rohr 5 an seinem einen Ende zu biegen. Die Bewegung der Andrückorgane 112, 122, 132 und 142
entlang ihrer Führungsbahnen 116, 126, 136 bzw. 146 oder die Bewegung des Ansatzstückes 159 wird
ebenfalls durch doppeltwirkende Kolbenantriebe bewirkt.
Die Versorgungsleitungen der Kolbenantriebe sind in den F i g. 4 bis 7 nicht dargestellt. In F i g. 4 ist der rechte
Teil des Rchres 5 bereits gebogen dargestellt, um eine gedrängte Darstellung zu ermöglichen und um eine
unnötige Anhäufung von Figuren zu vermeiden.
Zweite Bewegungsphase
Wie aus Fig.5 ersichtlich ist, sind nunmehr die Biegevorrichtungen 12,13 und 14 in Tätigkeit getreten.
Ihre Biegeformen 120,130 und 140 befinden sich in ihrer
Arbeitsstellung, d. h. sie sind aus dem zugehörigen zylindrischen Mantel 121,131 bzw. 141 ausgefahren und
bilden mit dem Rand ihres Mantels je ein Biegewiderlager, an welchem das zu biegende Rohr 5 anliegt.
Gegenüber dem in Fig. 4 dargestellten Zustand hat die Biegevorrichtung 12 begonnen, das Rohr 5 leicht zu
biegen, während die Biegevorrichtung {3 das Rohr bereits um etwa 90° gebogen hat und demzufolge das
Andrückorgan 132 bereits einen großen Abschnitt seiner Evolventenbahn zurückgelegt hat.
Dritte Bewegungsphase
In Fig. 6 hat die Biegevorrichtung 14 ihre Biegebewegung
begonnen. Das Rohr 5 ist im Bereich der Biegevorrichtung 14 um 90° gebogen dargestellt. Das
Andrückorgan 142 der Biegevorrichtung 14 hat sich bereits entlang seiner Evolventenbahn bewegt, die
durch die Führungsbahn 146 bestimmt wird. Daneben steht das Biegewerkzeug 15 kurz vor seinem Einsatz.
Vierte Bewegungsphase
In Fig. 7 hat sich das nicht mehr sichtbare Ansatzstück 159 an der Hilfsrolle 150' mit der
Verzahnung 150" entlang bewegt und dadurch die Biegevorrichtung 15 ihre Iivolventenbahn zurückgelegt.
In F i g. 7 ist der linke Endabschnitt des Rohres 5 stark gekrümmt worden.
Fünfte Bewegungsphase (nicht dargestellt)
Sobald das Rohr 5 vollständig gebogen ist, werden die
zylinderartigen Biegeformen wieder eingefahren.
Hierzu 7 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
- Patentanspruch:Biegevorrichtung für Rohre, mit einer zyiinderar iigen Biegeform, an der das zu biegende Rohr festspannbar ist, und mit einem längs einer Kreisevolvente in bezug auf die Biegeform bewegbaren Andrückorgan, das eine parallel zu dem zu biegenden Rohr verlaufende und an einem Zapfen geführte Kulisse aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß der Zapfen der Achse (2) der Biegeform (1) entspricht und daß für das Bewegen des Andrückorganes (3) längs der Kreisevolvente eine mit der Biegeform (1) verbundene evolventenförmige Führungsbahn (41) und ein dieser Führungsbahn (41) folgendes und mit dem Andrückorgan (3) verbundenes Führungsteil vorhanden sind.
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