DE2648113B2 - Vorrichtung zum Verhindern des Aufräumens eines Triebdrehgestells unter Zugkrafteinwirkung und zum Dämpfen der Nickbewegungen eines Schienenfahrzeugs - Google Patents
Vorrichtung zum Verhindern des Aufräumens eines Triebdrehgestells unter Zugkrafteinwirkung und zum Dämpfen der Nickbewegungen eines SchienenfahrzeugsInfo
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- B61—RAILWAYS
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Verhindern des Aufbäumens eines Triebdrehgestells;
unter Zugkrafteinwirkung und zum Dämpfen der Nickbewegungen eines Schienenfahrzeugs mit zwischen
Drehgestell- und Fahrzeugrahmen angeordneten Tragfedern und in Abhängigkeit von der Belastung des
Fahrzeugs gesteuerten, am Drehgestellrahmen einerseits und am Fahrzeugrahmen andererseits abgestützten Luftfedern, die über ein Leitungssystem mit einer
Druckquelle verbunden und wechselweise beaufschlagbar sind, wobei für die Einstellung der Druckkraft:
Ventile vorgesehen sind.
Für die Übertragung maximaler Zugkräfte bei schweren Anfahrten und für einen stabilen, ruhigen und
schwingungsfreien Fahrzeuglauf bei höheren Geschwindigkeiten sind zwischen Drehgestellrahmen und
sich federnd darauf abstützenden Fahrzeugrahmen Mittel vorzusehen, die die störenden Bewegungen
verhindern, die durch die Anfahr- und Beschleunigungskraft entstehen. Durch das Aufbäummoment das
proportional der Zugkraft und der Höhe der Drehgesteilanlenkung über der Schienenoberkante ist erfolgt
eine Ent- bzw. Belastung der Radsätze, die sich auf die übertragbare Zugkraft zwischen Rad und Schiene
auswirkt Eine optimale Zugkraftübertragung zwischen Rad und Schiene ist aber nur durch Achsausgleich, also
bei gleichen Radsatzlasten in einem Drehgesteil, entsprechend der sich ergebenden Achslasten möglich.
Deshalb ist bei Triebdrehgestellen für Lokomotiven oder Triebwagen eine optimale Zugkraftübertragung
zwischen Rad und Schiene nur dann gegeben, wenn keine ihrer Treibachsen so entlastet ist, daß sie
durchdrehen kann.
Es ist bei Schienenfahrzeugen bereits bekannt zwischen Wagenkasten und Drehgestellrahmen Luftfedern
anzuordnen und diese in Abhängigkeit von der Belastung des Fahrzeugs zu steuern. Eine derartige
Federanordnung läßt sich beispielsweise der DE-AS 21 07 073 entnehmen. Bei dieser älteren Ausführung
befinden sich die Gasfederbälge beidseitig des zwischen Wagenkasten und Drehgestellrahmen mittig angeordneten,
die Antriebs- und Bremskräfte übertragenden Drehgelenks und stützen sich auf die Längsträger des
Drehgestellrahmens, im Bereich der Mittelquerstrebe, ab. Obwohl die Federbälge je nach Belastung des
Wagenkastens mit mehr oder weniger Gas gefüllt werden, kann sich diese bekannte Federung durch die in
der Quermittelebene des Drehgestells befindlichen Federbälge nur auf sekundäre Bewegungen um die
Fahrzeuglängsachse, aber nicht um die Fahrzeugquerachse und somit auch nicht auf das Aufbäumen des
Triebdrehgestells und Dämpfen der Nickbewegungen auswirken. Außerdem werden bei dieser bekannten
Federung durch die auf der Oberseite des Drehgestellrahmens befindlichen beiden Gasfederbälge nur gleichgerichtete
Kräfte auf den Wagenkasten übertragen.
Aus der DE-OS 20 64 550 ist eine Drehgestellführung an Schienenfahrzeugen bekannt, bei der sich der
Wagenkasten über auf beiden Längsseiten des Drehgestellrahmens angeordnete, aus Luftfederbälgen bestehende
Tragfedern abstützt und das Drehgestell bei Auslenkungen aus der Fahrtrichtung durch mit Luftdruck
betriebene Rückstellfedern führend in die Ausgangslage zurückbewegt wird. Als Rückstellfedern
dienen am vorderen oder hinteren Ende des Drehgestellrahmens beidseitig eines vertikalen Steges angeordnete
Rollbälge mit Kolben, die über Querlenker mit dem Wagenkasten verbunden sind.
Hierbei steht der Druckraum in jedem Rollbalg mit dem Druckraum in der ihm zugeordneten Tragfeder
über eine Rohrleitung mit regelbarer Drosselstelle in Verbindung. Die waagerechten Kräfte werden von
einem Drehzapfen aufgenommen, der in der vertikalen Mittelachse des Drehgestells angeordnet ist.
Bei dieser, in Abhängigkeit von den seitlichen Auslenkungen (Rüttelbewegungen) des Wagenkastens
gegenüber dem Drehgestell steuernden Ausführung tritt an den Berührungsstellen der sich bewegenden
Rollbälge mit den Kolben ein erhöhter Verschleiß auf.
Der wesentliche Nachteil der Ausführungsformen mit nur Luftfedern liegt in der direkten Verbindung der
Luftfedern mit den als Widerlager dienenden Stützflächen am Drehgestellrahmen und Wagenkasten bzw.
Fahrzeugrahmen, weil dadurch eine beschränkte Auslenkung und Verschiebung des Drehgestellrahmens
gegenüber dem Wagenkasten bzw. Fahrzeugrahmen möglich ist und zudem noch eine starke Belastung an
den starren Verbindungsstellen der Federbälge mit den Stützflächen auftritt Weiter ist es bei Schienenfahrzeugen
mit Triebdrehgestellen bekannt, zwischen dem Fahrzeugkasten und Drehgestellrahmen an beiden
Stirnseiten je einen Seilzug anzuordnen, um eine größere Schleuderneigung zu vermeiden (Zeitschrift
»Elektrische Bahnen«, 1975, Heft 11, S. 255 ff). Hierbei
bleibt allerdings offen, wie der Seilzug mit dem Fahrzeugkasten und Drehgestellrahmen verbunden ist,
damit die Schwingungen absorbiert und die Schleuderbewegung verhindert werden. Bei bekannten Vorrichtungen
dieser Art wird der Seilzug über Winkeihebel und Druckluftzylinder im Bedarfsfall vorgespannt
Nachteilig sind hierbei sowohl der durch die ständige Bewegung des Kolbens im Zylinder bedingte und an den
Gelenkstellen der Winkelhebel auftretende starke Verschleiß als auch der große Materialaufwand.
Aufgabe der im Anspruch 1 angegebenen Erfindung ist es daher, die Vorrichtung so zu verbessern, daß sie
möglichst einfach ist, praktisch verschleißfrei arbeitet und die anderen Bewegungen zwischen Drehgestell-
und Fahrzeugrahmen durch den Drehgestellrahmen abgekehrte Abstützungen der Luftfedern möglichst
gering beeinflußt
Dies wird durch die Kombination der im Anspruch 1 angegebenen Gestaltungsmerkmale erreicht, wobei in
den Unteransprüchen 2 und 3 für die Aufgabenlösung noch vorteilhafte und förderliche Weiterbildung beansprucht
sind.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß gegenüber den bisherigen
Ausführungen mit Druckluftzylindern und Gestänge eine verschleißarme Bauart geschaffen worden ist, bei
der die Luftfedern verschleißfrei arbeiten und die immer unter Vorspannung stehenden Stahlseile keinem Verschleiß
unterworfen sind.
Ein die Erfindung erläuterndes Ausführungsbeispiel ist in der Zeichnung schematisch dargestellt und wird im
folgenden näher beschrieben. Es zeigt
F i g. 1 eine Seitenansicht eines Drehgestells
F i g. 2 den Schnitt nach der Linie A-Sin F i g. 3 und
F i g. 3 in der Draufsicht die zur Erläuterung wesentlichen Gegenstände.
Beim Ausführungsbeispiel ist ein Endquerträger 1 eines Drehgestellrahmens 2 im mittleren Bereich auf
seiner Ober- und Unterseite mit je einer Luftfeder 3 und 4 versehen, die jede unter Zwischenschaltung einer
zylindrischen Halterung fest mit dem Endquerträger verbunden und an ein Leitungssystem einer Druckluftquelle
(nicht dargestellt) angeschlossen ist
Hierbei ist jede Luftfeder 3 bzw. 4 auf der dem ■ Drehgestellrahmen abgewandten Seite mit ihrem Fuß
mittels Klemmring gasdicht an einen Deckel 5 bzw. 5' befestigt der auf seiner der Luftfeder gegenüberliegenden
Seite eine Traverse 6 bzw. 6' aufweist Die Traverse 5 der oberen Luftfeder 3 ist gegenüber der Traverse 6'
ni der unteren Luftfeder 4 um 90° versetzt angeordnet; die
beiden Traversen weisen an ihren Enden für die Aufnahme von Stahlseilen je einen Befestigungszapfen
auf. Befestigungszapfen für die Stahlseile befinden sich sowohl am Querträger 7 des Fahrzeugrahmens 8 als
ι > auch an einer Konsole oder einer zur Drehgestellmitte führenden Verbindungsstange 9 des Fahrzeugrahmens
8, die unterhalb der horizontalen Ebene des Drehgestellrahmens 2 angeordnet sind. An der Traverse 6 der
oberen Luftfeder 3 befestigte Stahlseile 10 und 10' sind
:ί> nach unten zu der Konsole oder Verbindungsstange 9
des Fahrzeugrahmens 8 geführt und dort ebenfalls befestigt. Von der Traverse 6' der unteren Luftfeder 4
ausgehende Stahlseile 11 und 11' sind nach oben zum
Querträger 7 des Fahrzeugrahmens 8 geführt und mit
1λ den Befestigungszapfen verbunden.
Im Leitungssystem ist eine von der Druckluftquelle ausgehende Leitung 12 in zwei Leitungsstränge
aufgeteilt, die zu den beiden Luftfedern 3 und 4 führen und in die je ein Regelventil 13 bzw. 14 angeordnet ist.
in Die beiden Leitungsstränge sind durch eine Stichleitung,
in der sich ein Drosselventil 15 befindet, miteinander verbunden. Die Luftzuführung zu den Luftfedern 3 und 4
erfolgt über die Leitungsstränge mit den Regelventilen 13 und 14. Je nach Fahrtrichtung wird durch Einstellen
)> eines Differenzdrucks zwischen den beiden Luftfederdrücken
das Ende des Drehgestellrahmens hochgezogen oder heruntergedrückt, so daß die Radsatzentlastung
kompensiert ist. Sind die Zugkräfte, die von den Treibradsätzen auf die Schiene übertragen werden
•411 müssen, so klein, daß keine Radsatzentlastung kompensiert
werden braucht, so erhalten beide Luftfedern 3 und 4 einen gleichmäßigen Überdruck. Die Luftfedern
werden über das Drosselventil 15 kurzgeschlossen. Das geöffnete Drosselventil 15 bewirkt jedoch eine derarti-
■(■■> ge Drosselung der durchströmenden Luft, daß eine
Dämpfung der Nickschwingungen des Drehgestells auftritt.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Vorrichtung zum Verhindern des Aufbäumens eines Triebdrehgestells unter Zugkrafteinwirkunjj
und zum Dämpfen der Nickbewegungen eines Schienenfahrzeuges mit zwischen Drehgestell- und
Fahrzeugrahmen angeordneten Tragfedern und in Abhängigkeit von der Belastung des Fahrzeugs
gesteuerten, am Drehgestellrahmen einerseits und am Fahrzeugrahmen andererseits abgestützten
Luftfedern, die über ein Leitungssystem mit einer Druckquelle verbunden und wechselweise beaufschlagbar
sind, wobei für die Einstellung der Druckkraft Ventile vorgesehen sind, gekennzeichnet durch die Kombination der teilweise
für sich bekannten Merkmale, daß auf der Ober- und Unterseite in Längsmitte eines Endquerträgers (1)
va?n Drehgestellrahmen (2) je eine Luftfeder (3 bzw.
4) befestigt ist, die mit einer Seilzugvorrichtung (Traverse 6 bzw. 6' und Stahlseil 10 bzw. 10' und 11
bzw. 11') zu einer baulichen Einheit zusammengefaßt und über diese mit dem Fahrzeugrahmen (8)
verbunden ist, wobei die Stahlseilzüge (10, 10' und U, 11') einander übergreifend angeordnet sind, und
daß im Leitungssystem der beiden Luftfedern (3 und 4) eines Drehgestellrahmens (2) ein Drosselventil
(15) zum Dämpfen der Nickbewegungen eingebaut ist
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jede Seilzugvorrichtung aus einer dem
Drehgestellrahmen (2) abgekehrten, als Widerlager der Luftfeder (3 bzw. 4) dienenden Traverse (6 bzw.
6') mit zwei daran angelenkten Stahlseilen (10, 10' bzw. 11, 11') besteht und die Traversen (6 und 6')
beider übereinander angeordneten Luftfedern (3 und 4) in der Vertikalprojektion um 90° versetzt
zueinander angeordnet sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Stahlseile (10 und 10') der
oberen Luftfeder (3) nach unten zis einer den Drehgestellrahmen (2) untergreifenden Konsole:
oder einer Verbindungsstange (9) des Fahrzeugrahmens (8) und die Stahlseile (U und 11') der unteren
Luftfeder (4) nach oben zum Querträger (7) des
Fahrzeugrahmens (8) geführt sind.
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Legal Events
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| OAP | Request for examination filed | ||
| OD | Request for examination | ||
| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) | ||
| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |