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DE2531539A1 - Indikatorsubstanz zum nachweis von kuppelnden fluessigkeits-inhaltsstoffen, diese enthaltende diagnostische mittel und verfahren zu deren herstellung - Google Patents

Indikatorsubstanz zum nachweis von kuppelnden fluessigkeits-inhaltsstoffen, diese enthaltende diagnostische mittel und verfahren zu deren herstellung

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DE2531539A1
DE2531539A1 DE19752531539 DE2531539A DE2531539A1 DE 2531539 A1 DE2531539 A1 DE 2531539A1 DE 19752531539 DE19752531539 DE 19752531539 DE 2531539 A DE2531539 A DE 2531539A DE 2531539 A1 DE2531539 A1 DE 2531539A1
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DE
Germany
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solution
detection
carrier
diazonium
substituted
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Application number
DE19752531539
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English (en)
Inventor
Wolfgang Dipl Chem Dr Hirsch
Helmut Dipl Chem Dr Kohl
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Honeywell Riedel de Haen AG
Original Assignee
Riedel de Haen AG
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Publication date
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    • G01MEASURING; TESTING
    • G01NINVESTIGATING OR ANALYSING MATERIALS BY DETERMINING THEIR CHEMICAL OR PHYSICAL PROPERTIES
    • G01N33/00Investigating or analysing materials by specific methods not covered by groups G01N1/00 - G01N31/00
    • G01N33/48Biological material, e.g. blood, urine; Haemocytometers
    • G01N33/50Chemical analysis of biological material, e.g. blood, urine; Testing involving biospecific ligand binding methods; Immunological testing
    • G01N33/52Use of compounds or compositions for colorimetric, spectrophotometric or fluorometric investigation, e.g. use of reagent paper and including single- and multilayer analytical elements
    • G01N33/521Single-layer analytical elements
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Description

  • Indikatorsubstanz zum Nachweis von kuppelnden Flüssigkeits-Inhaltsstoffen, diese enthaltende dianostische Mittel und Verfahren zu deren Herstellung Die vorliegende Erfindung betrifft Indikatorsubstanzen zum achweis von Kuppelnden Flüsslgkeits-Inhaltsstoffen, diese enthaltende diagnostische Mittel und Verfahren zu deren Herstellung.
  • Unter Flüssigkeits-Inhaltsstoffen, die mit Diazoverbindungen kuppeln, werden insbesondere Urobilinogen, Bilirubin und Indoxylsulfat, aber auch Harnindikan und Sulfonamide verstanden. Als Flüssigkeiten Kommen vorzugsweise Körperflüssigkeiten, insbesondere Serum und Harn in Betracht.
  • Indikatorsubstanzen zum Nachweis kunplnder Inhaltsstoffe von Flüssigkeiten, insbesondere in Urin2 sind bereits bekannt.
  • So kann man beispielsweise Urobilinogén, Harnindikan und Sulfonamide mit einer Lösung von p-Dimethylaminobenzaldehyd in Salzsäure nachweisen. Dieser in der Literatur als Ehrlich-Reaktion bekannte Nachweis von Urobilinogen gilt mittlerweile als Standard-Methode zur Diagnose von aber und Gallenerkrankungen.
  • Auch der Nachweis von Bilirubin in Serum bzw. Urin wird seit langer Zeit zur Diagnostik der Leber- und Gallenerkrankurgen verwendet. In zaun der alten Form des Nachweises hut die ReaKtion der Diazobenzolsulfonsäure mit Bilirubin zu einem je nach pH-Wert roten bis blauen Azobilirubin ausgenutzt. In neueren Veröffentlichungen werden als Reagenzien aber auch verschieden substituerte Benzoldiazoniursalzc, z.B. diazotierte 2,4- oder 2,5-Dichloraniline verwendet (DT-PS 2 110 658), die entweder einen höheren molaren Extinktionskoeffizienten oder eine größere Farbstabilität als Diazobenzolsulfonsäure aufweisen.
  • Als diagnostische Mittel haben Schnelltests eine immer größere Bedeutung in der medizinischen Diagnostik gewonnen. Es ist ein Test beschrieben worden (DT-PS 1 102 444), bei dem eine Tablette, die die für die Reaktion nötigen Reagenzien enthält, auf einer Spezialunterlage mit der zu untersuchenden Flüssigkeit versetzt wird. Das Vorliegen von Bilirubin wird dann durch Erscheinen eines blauen Fleckes oder Ringes angezeigt.
  • Vor einiger Zeit sind auch Testpapiere beschrieben worden (DT-AS 2 007 013, DT-OS 2 240 471, DT-OS 2 364 844, DT-OS 2 240 357}, die es gestatten, durch Eintauchen des Papiers in die Untersuchungsflüssigkeit und anschließenden Vergleich des Farbumschlages mit einer Farbskala den Gehalt an Bilirubin in Serum oder Urin qualitativ abzulesen.
  • Auch zum Nachweis von Urobilinogen sind Testpapiere entwickelt worden, die entweder auf der recht unspezifischen Ehrlichprobe beruhen oder die, wie kErzlichbeschrieben (DT-PS 2 130 559, DT-OS 2 229 611), die im allgemeinen spezifische Reaktion des Urobilinogens mit bestimmten Diazoniumsalzen ausnutzen.
  • Diese Testpapiere stellen gegenüber danKüvettentests bei Serum-und Urinuntersuchungen eine erhebliche Vereinfachung dar, weil häufig die semiquantitativen Angaben, die man mit den Teststreifen erhält, für eine Diagnose bzw. eine Screening-Untersuchung genügen.
  • Erst mit Hilfe der Teststreifen ist die Untersuchung breiter Bevölkerungsschichten möglich geworden, da die Untersuchungen entweder mit Hilfe nicht ausgebildeter Kräfte oder auch von den Untersuchungspersonen selbst durchgeführt werden können.
  • Ful- di ze Art der Untersuchungen weisen aber die herkömmlichen Teststreifen Nachteile auf, die sich unter Umständen schwerwiegend auswirken. Die herkömmlichen Teststreifen sind mit der Indikatorsubstanz nur imprägniert, d.h. getränkt und getrocknet, so daß diese auf dem Teststreifen nicht fest haften. Sie "bluten aus insbesondere bei Anwendung von viel Probelösung oder bei längerer Einwirkung. So zeigen diese Teststreifen bei Anwendung im Urinstrahl unter Umständen zu niedrige Werte. Bei Anwesenheit nur geringer Mengen der nachzuweisenden Stoffe erhält man bei derartiger Anwendung eventuell sogar einen negativen Befund.
  • Nun ist es bereits bekannt (DT-PS 1 256 445), Indikatorfarbstoffe für die Bestirmung des pH-Wertes chemisch an die als Trägermaterial verwendete Cellulose zu binden und so ein Ausbluten zu verhindern.
  • Bisher ist es aber nicht bekannt, Diazoniurnsalze für die Bestimmung von kuppelnden Inhaltsstoffen in Flüssigkeiten an einen Träger zu binden. Dem stand die Erfahrung entgegen, daß Diazoniumverbindungen nicht sehr stabil sind. Deswegen stand zu vermuten, daß sie bei einer Bindungsreaktion zerstört würden.
  • Weiterhin war die Lehre der DT-PS 2 130 559 zu berücksichtigen, wonach die Wirkung der elektronenliefernden Substituenten in einem Diazoniumsalz durch elektronenanziehende Substituenten nur bis zum Hammetttschen Sigmawert von + 0,4 gemindert werden daS, damit die Indikatorsubstanz noch für den Nachweis von Urobilinogen brauchbar ist. Von daher war zu erwarten, daß Substituenten, mit denen eine Bindung an einem Träger bewirkt werden könnte, die Elektrophilie des Diazoniumsalzes derartig verändern, daß diese als Indikatorsubstanzen für kuppelnde FlüssigkeibrInhaltsstoffe nicht in Betracht kommen.
  • Der Erfindung lag mithin die Aufgabe zugrunde, Indikatorsubstanzen zur Verfügung zu stellen, mit denen diagnostische mittel zum Nachweis von kuppelnden Inhaltsstoffen hergestellt werden können, welche nicht ausbluten und für die Durchführung von Schnelltests hinreichend empSindlich, genau und reaktionsschnell sind.
  • Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß DiP.zoniunsalze der allgemeinen Formeln I bzw. II verwendet werden; also worin Xein stabilisierendes Anion bedeutet und R1 bis R5 Wasserstoff, Halogen, niedere Alkyl- bzw. niedere Alkoxygruppen, Carboxyl-oder Sulfoxylgruppen sein können, wobei R1 und R5 nicht gleichzeitig Alkyl sein dürfen und einer der Reste R1 bis R5 durch eine ß-Sulfatoäthylsulfonl-Gruppe substituiert ist; oder worin Xein stabilisierendes Anion bedeutet und das Naphthalinsystem einfach oder mehrfach substituiert sein kann, wobei die Orthostellungen 1 bzw. 2 zur Diazoniumgruppe nicht substituiert sein solltenund einer der Reste R1 bzw. R durch eine ß-Sulfato-1 2 Sthylsulfonyl-Gruppe substituiert ist.
  • Diese erfindungsgemäßen Diazoniumsalze können - in Verbindung mit einer festen Säure, mit Netzmitteln, Stabilisatoren und/oder einem optischen Aufheller - zum Nachweis kupplungsfähiger Flüssigkeits-Inhaltsstoffe, insbesondere zum gegebenenfalls gemeinsamen Nachweis von Urobilinogen, Bilirubin bzw. Indoxylsulfat auf einem saugfähigen Träger als diagnostisches Mittel verwendet werden.
  • Als saugfähige Träger kommen Filterpapiere,aber auch Vliese aus Cellulose bzw. aus Polyamid oder aus Mischungen von beiden in Betracht.
  • Wird der saugfähige Träger mit der erfindungsgemäßen Indikatorsubstanz lediglich imprägniert, d.h. getränkt und getrocknet, so erhält man ein diagnostisches T51teel, in dem die Diazoniwaverbinlung durch die ß-Sulfatoäthylsulfonylgruppe stabilisiert ist. Es blutet allerdings aus.
  • Wird dagegen die erfindungsgemäße Indikatorsubstanz mit dem saugfähigen Träger über die ß-Sulfatoäthylsulfonylgruppe chemisch verbunden, so erhält man diagnostische Mittel, die gegen das Ausbluten geschützt sind. Je nach Wahl der Substituenten des Diazoniumsalzes ergeben sich dabei diagnostische Mittel zum Nachweis von Urobilinogen bzw. Bilirubin bzw. Indoxylsulfat, einzeln oder nebeneinander. Sie reagieren mit diesen Flüssigkeits-Inhaltsstoffen unter Bildung von roten bis blauen Farbstoffen, wobei die Reaktionszeiten zwischen wenigen Sekunden und einigen Minuten betragen können.
  • Besonders gut gegen das Ausbluten geschützte Testpapie erhalt man, wenn man Verbindungen der allgemeinen Formeln I bzw. II, in denen die Diazoniumgruppe durch eine Aminogruppe ersetzt ist, nach in der Textilchemie bekannten Verfahren an das Trägermaterial bindet, anschließend nach in der Diazochemie bekannten Verfahren diazotiert und den so behandelten Trager mit einer Lösung tränkt, die feste Säure, gegebenenfalls einen oder mehrere Stabilisatoren, Netzmittel und/od-r optische Aufheller enthält, und anschließend trocknet.
  • Im folgenden werden die einzelnen Zusätze näher beschrieben.
  • 1. Die Diazoniumverbindung der Formeln I bzw. II, die in Mengen von 0,02 bis 2 g, vorzugsweise 0,1 bis 0,5 g/ 100 ml der Tränklösung zugesetzt wird, kann nach den üblichen Verfahren der Diazochemie hergestellt werden, oder wird in der Tränklösung bzw. auf dem Träger aus dem entsprechenden aromatischen Amin nach in der Diazochemie bekannten Verfahren erzeugt.
  • 2. Als feste Spuren, die in Mengen von 1 bis 30 g, vorzugsweise 5 bis 15 g / 100 ml der Tränklösung zugesetzt werden, kommen organische aromatische oder aliphatische Carbon- bzw. Sulfonsäuren allein oder in Mischung miteinander in Betracht.
  • 3. Stabilisatoren, wie Naph .aAir. '1,5)disulfonsäure-Dinatriumsalz bzw. Natriumlaurylsulfat können in Mengen von 1 bis 10 g, vorzugsweise 1 bis 7 g/ 100 ml Tränklösung zugesetzt werden.
  • 4. Netzmittel, wie Dodecylbenzolsulfonsäure oder Natriumlaurylsulfat, können in Mengen von 0,1 bis 5 g, vorzugsweise 0,5 bis 1 g / 100 ml in der Tränklösung verwendet werden.
  • 5. Optische Aufheller, wie z.B. Stilben-Derivate, die eine Verbesserung der Ablesbarkeit ergeben, können in Mengen von 0,01 bis 5 g, vorzugsweise 0,1 bis 2 g/ 100 ml der Tränklösung zugegeben werden.
  • 6. Als Lösungsmittel kommt Wasser in Verbindung mit einem wassermischbaren organischen Lösungsmittel, vorzugsweise einem niederen Alkohol, z.B: Methanol, in Betracht, wobei das Verhältnis Wasser zu Lösungsmittel nicht kritisch ist, sondern lediglich von der Löslichkeit der Komponenten bestimmt wird.
  • 7. Als saugfähige Träger können Filterpapiere, aber auch Vliese aus Polyamid bzw. Polyester oder anderen säurebeständigen Kunststoffen in,Frage kommen. Das Material des saugfähigen Trägers ist aber nicht kritisch. Auch andere Materialien, die in der Lage sind,die Tränklösung aufzunehmen und mit der Indikatorsubstanz eine chemische Bindung einzugehen,können verwendet werden.
  • Die einzelen Bestandteile der Rezeptur können selbstverständlich auch nacheinander auf den Träger aufgebracht werden, wenn die Löslichkeit oder besondere Umstände es erfordern sollten.
  • Grundsätzlich können die erfindungsgemäßen Indikatorsubstanzen auch für einen Nachweis in Lösung eingesetzt werden. Man stellt sich dann eine Reaktionslösung aus den beschriebenen Zusatzstoffen her (wobei hierfür der optische Aufheller entfallen kann) und tropft diese in die Untersuchungslösung ein. Es ist aber auch möglich, die Untersuchungslösung in die Reaktionslösung einzutropfen. Die Ablesung wird entweder im Vergleich mit einer Farbtafel oder mit einem Spektralphotometer durchgeführt. Falls erforderlich, kann der Farbstoff für die photometrische Auswertung mit einem Gemisch von Methanol und Chloroform ausgeschüttelt werden.
  • Es ist auch möglich, die erfindungsgemäßen Indikatorsubstanzen zum Imprägnieren eines saugfähigen Trägers zu verwenden. Man stellt sich dann eine Tränklösung aus den beschriebenen Zusatzstoffen her, tränkt damit den saugfähigen Träger und trocknet diesen anschliessend in bewegter Luft bei Temperaturen zwischen 0 und 800C In der bevorzugten Ausführungsform werden die erfindungsgemäßen Indikatorsubstanzen chemisch an das Trägermaterial gebunden zur Herstellung von Teststreifen verwendet. Zu diesem Zweck werden die erfindungsgenäßen Verbindungen, bei denen die Diazoniumgruppe durch eine Aminogruppe ersetzt ist, an das Trägermaterial gebunden, anschließend diazotiert und der so vorbereitete Trägmit einer festen Säure und gegebenenfalls mit Zusatzstoffen, wie Stabilisatoren, Netzmittel und Aufheller, imprägniert.
  • Zur Herstellung wird ein saugfähiger Träger, vorzugsweise Papier mit einer wäßrigen Lösung des erfindungsgemäßen Amins getränkt, in bewegter Luft getrocknet und das Amin nach bekannten Verfahren (siehe elliand Textilberichte 1959, Seite 539 und 1965, Seite 286) an den Träger gebunden. Zur chemischen Fixierung wird der getrocknete Träger in wäßrige-alkalischer Lösung gehalten. Anschließend wird er gründlich ges!>ssert, um die Rest ungebundenen Indikators zu entfernen, und dann nach den in der Diazochemie üblichen Methoden diazotiert. Der so behandelte Träger wird gründlich mit Wasser gewaschen und in einer Lösung der bei der Beschreibung der einzelnen Zusätze genannten Reagenzien 2 bis 5 in einem Gemisch aus einem organischen mit Wasser mischbaren Lösungsmittel und Wasser imprägniert und anschließend getrocknet.
  • Ein Verfahren zur Bindung der Indikatoren an Polyamid ist in Beispiel 9 beschrieben.
  • Selbstverständlich können bereits die Papierfasern vor der Herstellung des eigentlichen Papiers mit Aminen, die den erfindangsgemaßen Indikatorsubstanzen entsprchen, behandelt werden.
  • Diese Amine werden in einer Menge von 0,1 bis 15 g/ 100 ml Lösung in Wasser gelöst und mit Natriumhydrogencarbonat (NaHC0 ) neutral-3 gestellt angewandt. Für di? Fixierung an Papier wird eine Lösung aus 10 bis 30 g, vorzugsweise 15 bis 25 g Natriumchlorid (NaCl)/ 100 ml, 1 bis 5 g, vorzugsweise 1,5 bis 3,5 g Natriumcarbonat (Na2C03)/100 ml und 0,01 bis 0,1 g, vorzugsweise 0>05 bis 0,07 g Natriumhydroxid (Na0H)/ 100 ml in Wasser verwendet.
  • Die Fixierung wird dann bei 50 bis 950cm vorzugsweise 800C, während 1 bis 10 Minuten, vorzugsweise 5 Minuten, durchgeführt.
  • Man kann die Fixierung auch in einer Lösung von 2 bis 10 g, vorzugsweise 4 g, NaOH in 100 ml Wasser während 2 bis 18 Stunden, vorzugsweise 4 bis 8 Stunden, bei Raumtemperatur durchführen.
  • Der das Amin enthaltende Trager kann in einer Lösung, die 1 bis 20 g, vorzugsweise 2 bis 5 g, Isoamylnitrit und 1 bis 10 g, vorzugsweise 2 bis 5 g, einer Säure, insbesondere Tetrafluoroborsäure, in 100 ml organischen Lösungsmittels, vorzugsweise Diätyhäther, enthält, während 5 bis 60 Minuten, vorzugsweise 10 bis 20 Minuten, bei Temperaturen um 0 0C diazotiert werden. Die Reaktionstemperatur ist aber nicht kritisch, sondern hängt von der Stabilität des Diazoniumsalzes ab.
  • Für die Tränkung des das Diazoniumsalz enthaltenden Trägers kommen die bei der Beschreibung der einzelnen Zusätze unter 2 bis 6 genannten Reagenzien in den dort angegebenen Mengen in Frage, die gemeinsam oder, wenn besondere Umstände es erfordern sollten, auch nacheinander auf den Träger aufgebracht werden können.
  • Zur Verwendung der erfindungsgemäßen Indikatiorsubstanzen werden die nach der oben beschriebenen Methode hergestellten diagnostischen Mittel kurz in die zu untersuchende Flüssigkeit eingetaucht. Nach wenigen Sekunden kann man den Farbumschlag gegebenenfalls durch Vergleich mit einer.Farbskala ablesen.
  • Die Verwendung der erfindungsgemäßen Indikatorsubstanzen wird in den folgenden Beispielen näher erläutert: Beispiel 1 Filterpapier (Schleicher und Schüll 2316) wird mit einer Lösung A getränkt und nach Trocknung in einer Lösung E 5 Minuten bei 800C gehalten. Danach wird das so behandelte Papier in einer Lösung C 15 Minuten bei OOC diazotiert und anschließend 10 Minuten bei Raumtemperatur mit einer Lösung D behandelt und bei 400C getrocknet.
  • Die Lösungen haben folgende Zusammensetzung: Lösung A 2,6-Dichlor-4-(R-sulfatoäthyl)-sulfonylanilin 10 g dest. Wasser ad 100 ml Diese Lösung wird mit NaHC03 neutral gestellt.
  • Lösung B Natriumchlorid 20 g Natriumcarbonat 2,5 g Natriumhydroxid 0,07 g dest. Wasser ad 100 ml Lösung C o Isoamylnitrit 10 g Tetrafluoroborsäure 50 % 5g Diäthyläther ad 300 ml Lösung D Sulfosalicylsäure 40 g Dodecylnatriumsulfat 1g dest. Wasser ad 100 ml Ein nach dieser Methode hergestelltes Papier zeigt nach Eintauchen in bilirubinhaltigen Urin eine rote Färbung, die durch die Untersuchungslösung auch nach längerem Schwenken nicht ausgewaschen wird.
  • Beispiel 2 Filterpapier S und S 2316 wird wie im Beispiel 1 beschrieben mit den Lösungen A, B, C behandelt und anschließend mit folgender Lösung D imprägniert und getrocknet: Metaphosphorsäure 10 g Zitronensäure 3g Dodecylbenzolsulfonsäure 0,5 g Blankophor PSL +) 0,5 g +) Blankophor PSL ist ein optischer Aufheller der Firma Bayer AG und stellt ein Derivat der 4,4'-Diaminostilben-2,2'-disulfosäure dar.
  • Ein so hergestelltes Papier zeigt bereits eine Konzentration von 0,5 mg Bilirubin / 100 ml Wasser an und blutet nicht aus.
  • Beispiel 3 Filterpapier S und S 2316 wird mit einer Lösung folgender Zusammensetzung imprägniert und anschließend in bewegter Luft bei 40°C getroc-cnet: 2,6-Dichlor-4-(ß-sulfatoäthyl)-sulfonylbenzoldiazoniumtetrafluoroborat 0,1 g Metaphosphorsäure 10 g Zitronensäure 3 g Dodecylbenzolsulfonsäure 0,5 g optischer Aufheller 0,1 g Methanol 10 ml Naphthalin-(1>5)-disulfonsäure-Dinatriumsalz' 2 g dest. Wasser ad 100 ml Ein so hergestelltes Testpapier reagiert mit biliburinhaltigen Lösungen wie die nach Beispielen 1 und 2 hergestellten Testpapiere, blutet aber aus.
  • jBeispiel 11 Beispiel 4 Filterpapier S und S 2316 wird wie in Beispiel 1 beschrieben nacheinander mit folgenden 4 Lösungen behandelt: Lösung A 2,4-Dimethoxy-5-(ß-sulfatoäthyl)-sulfonylanilin 10 g dest. Wasser ad 100 ml Diese Lösung wird mit NaHC03 neutral gestellt.
  • Lösungen B, C, D wie Beispiel 1.
  • Ein so hergestelltes Testpapier nimmt beim Eintauchen in normalen Urin eine leicht rötliche Färbung an.
  • Stark urobilinogenhaltiger Urin wird durch eine starke Rot färbung angezeigt.
  • Beispiel 5 Papier S und S 2316 wird wie im Beispiel 1 beschrieben mit folgenden Lösunge behandelt: Lösung A aus Beispiel 4 Lösung B aus Beispiel 1 Lösung C aus Beispiel 1 Lösung D aus Beispiel 2 Ein so hergestelltes Papier liefert ähnliche Ergebnisse wie ein nach Beispiel 4 hergestelltes Papier.
  • Beispiel 6 Papier S und S 2316 wird mit folgender Lösung A behandelt: 2-MethOxy-5-methyl-4-(ß-sulfatoRthyl)-sulfonylanilin 5 ml dest. Wasser ad 100 ml Die Lösung wird mit NaHC03 neutral gestellt.
  • Das so behandelte Papier wird anschließend wie im Beispiel 1 beschrieben mit den dort angegebenen Lösungen B, C, D behandelt und getrocknet.
  • Dieses Testpapier gibt mit Indoxylsulfat eine Rotfärbung. Auch Urobilinogen in größeren Mengen wird durch Rotfärbung angezeigt.
  • Das Testpapier blutet auch bei längerem Verbleib in der Probelösung nicht aus.
  • Beispiel 7 a - h Filterpapier S und S 2316 wird jeweils mit einer Lösung A folgender Zusammensetzung getränkt: Aromatisches Amin a - h (Tabelle I) 5'g dest. Wasser ad 100 ml Die Lösungen werden jeweils mit NaHC03 neutral gestellt.
  • Die so behandelten Papiere werden wie im Beispiel 1 beschrieben mit den dort angegebenen Lösungen B, C, D behandelt. Diese Testpapiere geben mit bilirubin- bzw. urobilinogenhaltigen Lösungen - die in Tabelle I angegebenen Färbungen, wobei die Nachweisempfindlichkeit zwischen 0,5 und 3 mg / 100 ml Probelösung schwankt.
  • Die verschiedenen Papier bluten nicht aus.
  • Tabelle 1 Amin Reaktionsfarbe mit Bilirubin Urobilinogen a. 3-(ß-Sulfatoäthyl)-sulfonylanilin blau -b. 4-(ß-Sulfatoäthyl)-sulfonylanilin blau -c. 2-Methoxy-5-(ß-sulfatoäthyl)-sulfonylanilin blau rot d. 4-Methoxy--(ß-sulfatoäthyl) sulfonylanilin - rötlich e. 6-Methoxy-2-methyl-3-(ß-sulfatäthyl)-sulfonylanilin - rötlich f. 2,4-Dichlor-6-(ß-sulfatoäthyl)- blausulfonylanilin violett -g. 2-Amino-6-(ß-sulfatoäthyl)-sulfonylnaphthalin - rot h. 2-Amino-7-(ß-sulfatoäthyl)-sulfonylnaphthalin - rot Beispiel 8 Folgende Lösung kann zum Nachweis von Bilirubin verwendet werden: 2,6-Dichlor-I4-(ß-sulfatoäthyl)-sulfonyl- 2 g benzoldiazoniumtetrafluoroborat Sulfosalicylsäure 10 g Methanol 15 ml Wasser ad 100 ml Dodecylbenzolsulfonsäure 1 g Tropft man diese Lösung zu einer bilirubinhaltigen Untersuchungslösung, so erhält man rote Lösung die mit einer Farbtafel verglichen werden können. Man kann auch den Farbstoff mit Chloroform ausschütteln und photometrieren.
  • Beispiel 9 Folgende Lösung A wird 10 Min. bei 4OOC gehalten, anschließend mit Essigsäure auf pH 5 angesäuert und gegebenenfalls filtriert: 2,6-Dichlor-4-(ß-sulfatoäthyl)-sulfonylanilin 15 g Trinatriumphosphat 7,5 g Wasser ad 100 ml In dieser Lösung wird ein Polyamidvlies der Firma Freudenberg T 978W 1 Stunde bei 1000 gehalten.
  • Anschließend wird das Vlies gut ausgewaschen und nacheinander mit den Lösungen B, C, D aus Beispiel 2 behandelt. Das resultierende Reagenzpapier reagiert mit Bilirubin wie das im Beispiel 2 erhaltene Testpapier.

Claims (5)

  1. Patent ansprüche
    M%.Verwendung von Diazoniumsalzen der allgemeinen Formel I worin X ein stabilisierendes Anion bedeutet und R1 bis R Wasser stoff, Halogen, niedere Alkyl- bzw. niedere Alkoxygruppen, Carboxyl- oder Sulfoxylgruppen sein können, wobei R1 oder R5 nicht gleichzeitig Alkyl sein dürfen und einer der Reste R1 bis R5 durch eine ß-Sulfatoathylsulfonyl-Gruppe substituiert ist, oder der Formel II worin X ein stabiliserendes Anion bedeutet und das Naphthalinsystem einfach oder mehrfach substituiert sein kann, wobei die Orthostellungen 1 bzw. 2 zur Diazoniumgruppe nicht substituiert sein sollten und einer der Reste R1 bzw. R2 durch eine ß-Sulfatoäthylsulfonyl-Gruppe substituiert isto für den Nachweis von kuppelnden Flüssigkeits-Inhaltsstoffen.
  2. 2. Verwendung von Indikatorsubstanzen gemäß Anspruch 1} dadurch gesennzeichnèt, daß die Indikatorsubstanz über eine ß-Sulfatoäthylsulfonyl-Gruppe an einen Träger, insbesondere an Zellulose oder Polyamid oder Mischungen von Zellulose und Polyamid gebunden ist.
  3. -3. Verfahren zur Herstellung eines diagnostischen Mittels zum Nachweis von kuppelnden Flüssigkeits-Inhaltsstoffen unter Verwendung von Indikatorsubstanzen gemäß Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, daß ein entsprechendes Amin zunächst mit dem Träger verbunden und anschließend in situ diazotiert wird.
  4. 4. Diagnostisches Mittel zum Nachweis von kuppelnden Flüssigkeits-Inhaltsstoffen enthaltend Indikatorsubstanzen gemäß Ansprucn 1.
  5. 5. Diagnostisches Mittel zum Nachweis von kuppelnden Flüssigkeits-Inhaltsstoffen bestehend aus einem Träger an den die Indikatorsubstanz chemisch gebunden ist.
DE19752531539 1975-07-15 1975-07-15 Indikatorsubstanz zum nachweis von kuppelnden fluessigkeits-inhaltsstoffen, diese enthaltende diagnostische mittel und verfahren zu deren herstellung Pending DE2531539A1 (de)

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Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
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EP0039880A1 (de) * 1980-05-09 1981-11-18 Roche Diagnostics GmbH Mittel zum Nachweis esterolytischer und/oder proteolytischer Enzyme und dafür als Substrate geeignete Phenoxy-Aminosäure- und Phenoxy-Peptidester, Verfahren zu deren Herstellung sowie deren Verwendung zur Herstellung der erfindungsgemässen Mittel
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