DE2523061A1 - Bremskraftverteiler fuer kraftfahrzeuge - Google Patents
Bremskraftverteiler fuer kraftfahrzeugeInfo
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Description
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3180 Wolfsburg
Unsere Zeichen: K 1947
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Bremskraftverteiler für Kraftfahrzeuge
Die Erfindung bezieht sich auf einen Bremskraftverteiler für Kraftfahrzeuge, bei dem die Bremsbetätigungskraft über eine
waagebalkenähnliche Vorrichtung in der Weise in einem veränderlichen Verhältnis auf je ein zu den Vorderradbremsen und
ein zu den Hinterradbremsen führendes Übertragungssystem aufgeteilt wird, daß sie mit wachsender Bremsbetätigungskraft
zu einem größer werdenden Teil auf das zu den Vorderradbremsen führende tjbertragungssystem verlegt wird.
Bekanntlich ist es vielfach erforderlich und üblich, zur Verringerung
der vom Fahrzeugführer beim Betätigen des Bremspedals aufzubringenden Muskelkraft besondere Bremskraftverstärker,
insbesondere Unterdruckverstärker, vorzusehen. Im Hinblick darauf, daß beim Bremsen eines Kraftfahrzeuges eine
Achslastverlagerung stattfindet, bei welcher die Vorderachse zusätzlich be- und die Hinterachse entsprechend entlastet
wird, ist es außerdem in vielen Fällen notwendig, in die zu den Hinterradbremsen führende Bremsleitung einen Bremsdruckminderer oder einen Bremsdruckbegrenzer einzuschalten. Dadurch
wird der Bremsdruck für diese Bremsen so gedrosselt, daß die
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Gefahr, daß die Hinterräder wegen der beim Bremsen stattfin-^
denden Achsentlastung vorzeitig blockieren, verringert oder sogar beseitigt. Wie man leicht erkennt, widersprechen sich
die Wirkungen beider Geräte teilweise, denn einerseits wird durch den Bremskraftverstärker zunächst ein höherer Bremsdruck
erzeugt und andererseits wird anschließend in einem Teil der Bremsanlage dieser erhöhte Bremsdruck wieder gedrosselt.
Ein Teil der vom Fahrzeugführer aufgebrachten Bremsbetätigungskraft geht somit praktisch verloren.
Es ist nun zwar bereits ein Bremskraftverteiler für Kraftfahrzeuge
bekannt (z.B. DT-PS 1 177 021), bei dem die vom
Fahrzeugführer durch Muskelkraft aufgebrachte Bremsbetätigungskraft in Abhängigkeit von ihrer Größe in einem veränderlichen
Verhältnis auf das zu den Yorderradbremsen und das zu den Hinterradbremsen führende Übertragungssystem aufgeteilt
wird, wobei diese Kraft bei wachsender Bremsbetätigungskraft zu einem größeren Teil auf das zu den Vorderradbremsen führende
übertragungssystem verlegt wird. Im Gegensatz zu Bremsanlagen
mit Bremsdruckminderern oder Bremsdruckbegrenzern geht dabei die Minderung der an den Hinterradbremsen zur Wirkung
gebrachten Betätigungskraft mit einer entsprechenden Steigerung, d.h. also Verstärkung, der an den Vorderradbremsen zur
Wirkung gebrachten Betätigungskraft einher, was zur Herabsetzung der vom Fahrzeugführer aufzubringenden Betätigungskraft führt.
Beim bekannten Bremskraftverteiler wird die vom Fahrzeugführer aufgebrachte Betätigungskraft über ein verhältnismäßig
aufwendiges, mehrteiliges Hebelwerk auf eine waagebalkenähnliche Vorrichtung übertragen, welche mit den beiden Kolbenstangen
eines als Zwillings zylinder ausgebildeten Hauptbremszylinders in Verbindung steht. Mit zunehmender Pedalkraft wird das
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Hebelwerk dabei entgegen der Wirkung einer Federvorrichtung so geschwenkt, daß die in die waagebalkenähnliche Vorrichtung
eingeleitete Kraft so gerichtet ist, daß ein ständig zunehmender Kraftanteil auf die den Vorderradbremsen zugeordnete Kolbenstange
und ein ständig abnehmender Kraftanteil auf die den Hinterradbremsen zugeordnete Kolbenstange einwirkt.
Ein anderer bekannter Bremskraftverteiler (DT-PS 1 119 136)
besitzt ebenfalls ein verhältnismäßig aufwendiges Hebelwerk, mit dem die Länge des auf die Bremsen der einen Achse wirkenden
Kraftarms des Waagebalkens entgegen der Wirkung einer oder mehrerer vorgespannter Federn geändert wird. Im Gegensatz zum
ersten bekannten Bremskraftverteiler findet hier aber keine kontinuierliche, sondern eine stufenweise Änderung des Verhältnisses
zwischen den beiden wirksamen Kraftarmen statt.
Ausgehend von einem Bremskraftverteiler der eingangs genannten Art liegt der Erfindung insbesondere die Aufgabe zugrunde, diesen
ohne Verwendung eines komplizierten Hebelwerkes herzustellen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß ein während
der Bremsenbetätigung auf Druck beanspruchtes, formsteifes Kraftumlenkglied mit drei im Dreieck zueinander liegenden Kraftangriffspunkten
vorgesehen ist, von denen ein erster gelenkig mit dem die Bremsbetätigungskraft einleitenden Betätigungsglied,
insbesondere Bremspedal, und ein zweiter und dritter jeweils gelenkig mit den beiden Übertragungssystemen in Verbindung stehen,
und daß die geometrische Ausbildung und/oder die räumliche Lage des Kraftumlenkgliedes bo gewählt ist, daß der Teil der Bremsbetätigungskraft,
welcher auf das zu den Vorderradbremsen führende Übertragungssystem einwirkt, bereits zu Beginn des Bremsvorganges,
zumindest aber nach Überfahren der in den Übertragungssystemen und Bremsen vorhandenen Leerwege größer ist als
der Teil, welcher auf das zu den Hinterradbremsen führende Übertragungssystem einwirkt. Der Erfin-
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dung liegt insbesondere die Erkenntnis zugrunde, daß in jeder Bremsanlage, egal ob es sich um eine hydraulische oder um eine
Seilzuganlage handelt, Elastizitäten vorhanden sind, so daß bei Verwendung eines instabil angeordneten waagebalkenähnlichen
Kraftumlenkgliedes eine einmal eingeleitete ungleiche Aufteilung der Bremsbetätigungskraft auf die beiden Übertragungssysteme
bei Erhöhung der Pedalkraft eine sich vergrößernde Ungleichheit der Kraftaufteilung zur Folge hat, weil sich die räumliche
Lage des Kraftumlenkgliedes infolge der Elastizitäten und der verschieden großen Kräfte in den beiden Übertragungssystemen
im die Ungleichheit vergrößernden Sinne verschiebt.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der Leerweg
des die Vorderradbremsen enthaltenden Bremskreises größer bemessen als der des die Hinterradbremsen enthaltenden Bremskreises.
Bei Verwendung einer hydraulischen Bremsanlage geschieht dies vorzugsweise dadurch, daß der Radbremszylinderdurchmesser
der Vorderradbremsen größer bemessen ist als der der Hinterradbremsen und/oder daß der Durchmesser des den Vorderradbremsen
zugeordneten Zylinders des als Zwillingszylinder ausgebildeten Hauptbremszylinders kleiner bemessen ist als der
des den Hinterradbremsen zugeordneten Zylinders. Durch diese Maßnahmen ist in einfacher Weise sichergestellt, daß das Kraftumlenkglied
nach Überfahren der verschieden großen Leerwege selbst dann eine den vorderen Bremskreis bevorzugende Lage einnimmt,
wenn es selbst symmetrisch ausgebildet ist und sich im Ruhezustand in einer symmetrischen Lage befindet.
In einer anderen vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die geometrische Ausbildung und/oder die räumliche Lage des
Kraftumlenkgliedes derart gewählt, daß das Verhältnis zwischen dem am zweiten Kraftangriffspunkt wirksamen Kraftarm und dem
am dritten Kraftangriffspunkt wirksamen Kraftarm zu Beginn des
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Bremsvorganges zumindest annähernd dem Verhältnis zwischen dem Abstand des Fahrzeugschwerpunktes von der Torderachse zum Abstand
des Fahrzeugschwerpunktes von der Hinterachse entspricht. Durch diese Maßnahme wird berücksichtigt, daß die Hinterräder
umso eher zum Blockieren neigen, je näher der Schwerpunkt des Kraft fahr zeuge s an der Yorderach.se liegt.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die räumliche Lage des Kraftumlenkgliedes in der Weise lastabhängig
veränderbar, daß das Verhältnis zwischen den wirksamen Kraftarmen entsprechend der bei Belastung auftretenden Änderung
des Verhältnisses zwischen dem Abstand des Fahrzeugschwerpunktes von der Vorderachse zum Abstand des Fahrzeugschwerpunktes
von der Hinterachse geändert wird, wobei dies vorzugsweise durch Änderung der Leerwege in den Übertragungssystemen und/oder
Bremsen geschieht.
Anhand mehrerer in der Zeichnung dargestellter Ausführungsbeispiele
werden die Erfindung und weitere erfindungswesentliche Merkmale erläutert.
In der Zeichnung zeigen in schematischer Darstellung
Fig. 1 den erfindungsgemäßen Bremskraftverteiler in einer hydraulischen Bremsanlage mit symmetrisch ausgebildetem
Kraftumlenkglied,
Fig. 2 den erfindungsgemäßen Bremskraftverteiler in einer Seilzug-Bremsanlage,
Fig. 3 einen Bremskraftverteiler mit unsymmetrisch ausgebildetem
Kraftumlenkglied und
Fig. 4 einen Bremskraftverteiler mit einem die Bewegungsbahn des Kraftumlenkgliedes zwangsweise bestimmenden
Führungshebel.
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In den Figuren sind nur die für das Verständnis der Erfindung notwendigen Bauteile der Bremsanlage eines Kraftfahrzeuges dargestellt.
Ein Bremspedal 5 ist in einer Lagerstelle 7 schwenkbar
am nicht näher dargestellten Fahrzeugaufbau 6 angelenkt. In den Figuren 1, 3 und 4 ist jeweils eine hydraulische Bremsanlage
mit einem die Yorderradbremsen umfassenden Bremskreis I und einem die Hinterradbremsen umfassenden Bremskreis II dargestellt.
Die Bremsen selbst und die zu ihnen hinführenden Bremsleitungen sind nicht gezeigt. Als Hauptbremszylinder ist
ein Zwillingszylinder mit einem ersten Zylinder 8 und einem zweiten Zylinder 9 verwendet. Erfindungsgemäß wird die Schwenkbewegung
des um den Lagerpunkt 7 schwenkenden Bremspedals 5
über ein formsteifes Kraftumlenkglied 1 auf das zu den Vorderradbremsen und das zu den Hinterradbremsen führende Übertragungssystem
aufgeteilt. Das formsteife Kraftumlenkglied 1 besitzt drei im Dreieck zueinander liegende Kraftangriffspunkte
2, 3 iind 4· Der erste Kraftangriffspunkt 2 ist gelenkig mit
dem die Bremsbetätigungskraft F einleitenden Bremspedal 5, der zweite Kraftangriffspunkt 3 gelenkig mit der Kolbenstange 10
des zum ersten Bremskreis I gehörigen Zylinders 8 und der dritte Kraftangriffspunkt 4 gelenkig mit der Kolbenstange 11 des
zum zweiten Bremskreis II gehörigen Zylinders 9 verbunden. Im Ausführungsbeispiel gemäß den Figuren 1, 2 und 4 sind die drei
Kraftangriffspunkte symmetrisch zueinander und zu den Übertragungssystemen
angeordnet. Sie bilden die drei Ecken eines gleichseitigen Dreiecks. Die gleichen Verhältnisse lägen vor,
wenn sie die drei Ecken eines gleichschenkligen Dreiecks mit einer den zweiten und den dritten Kraftangriffspunkt 3 und 4
verbindenden Basis bilden wurden. Man erkennt, daß die wirksamen Kraftarme a und b im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 in
der Ruhestellung des Bremspedals 5 gleich groß sind. Das gleiche gilt auch für die Ausführungsbeispiele gemäß den Figuren 2
und 4· In Figur 1 - und in Figur 2 - ist vorausgesetzt, daß der
Leerweg des die Vorderradbremsen enthaltenden ersten Bremskreises I
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ORiGJNAL INSPECTED
größer bemessen ist als der des die Hinterradbremsen enthaltenden zweiten Bremskreises II. Diese unterschiedlichen Leerwege
können beispielsweise durch unterschiedliche Lüftspiele in den Yorderrad- bzw. Hinterradbremsen begründet sein. Es ist auch
möglich, sie dadurch zu erzielen, daß der Eadbremszylinderdurchmesser der Vorderradbremsen größer bemessen wird als der der
Hinterradbremsen. !Dies ist bei Verwendung von Scheibenbremsen in den Vorderrädern und Trommelbremsen an den Hinterrädern in
der Regel der Fall. Es wäre auch möglich, die unterschiedlichen Leerwege dadurch zu erzielen, daß der Durchmesser des den Vorderradbremsen zugeordneten ersten Zylinders 8 des Hauptbremszylinders
kleiner bemessen wird als der des den Hinterradbremsen zugeordneten zweiten Zylinders 9 des Hauptbremszylinders.
Wird nun vom Fahrzeugführer eine Kraft F* auf das Bremspedal 5
ausgeübt, dann wird das Kraftumlenkglied 1 mit einer im Kraftangriffspunkt 2 angreifenden Kraft F nach rechts geschoben, wobei
zunächst lediglich die in den Übertragungssystemen und Bremsen
vorhandenen Leerwege überfahren werden. Im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 sind der - stark übertrieben dargestellte Leerweg
des zu den Hinterradbremaen gehörenden Bremskreises II
mit d und der Leerweg des zu den Vorderradbremsen gehörenden Bremskreises I mit c beziffert. Man erkennt, daß das Kraftumlenkglied
1 nach Durchfahren der unterschiedlich großen Leerwege eine gestrichelt dargestellte räumliche Lage einnimmt. Dadurch
wird der am zweiten Kraftangriffspunkt 3 wirksame Kraftarm von a zu a1 verkleinert und der am dritten Kraftangriffspunkt
4 angreifende wirksame Kraftarm von b auf b1 vergrößert.
Während die im Kraftangriffspunkt 2 eingeleitete Kraft F sich bei der ausgezogen dargestellten Ausgangslage des Kraftumlenkgliedes
1 im dargestellten Ausführungsbeispiel gleichmäßig, d.h. je zur Hälfte, auf die Druckstangen 10 und 11 verteilte, findet
nunmehr infolge der geänderten räumlichen Lage des Kraftumlenkgliedes eine Änderung in dieser Kraftaufteilung statt, und zwar
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wird der in die Kolbenstange 10 eingeleitete Kraftanteil größer und der in die Kolbenstange 11 eingeleitete Kraftanteil entsprechend
der Kraftarmänderungen kleiner. Die im zweiten Kraftangriffspunkt, der für die verschobene räumliche Lage mit 31
beziffert ist, in die zugehörige Kolbenstange eingeleitete Kraft
b1
beträgt also F, = — . F, während die im dritten Kraftan-5
a' +b' '
griffspunkt 4' in. &ie zugehörige Kolbenstange eingeleitete Kraft
a1
die Größe F. = . F besitzt. Die innere Übersetzung des
Kraftumlenkgliedes 1 hat sich praktisch geändert. Bei verstärkter
Belastung des Bremspedals 5 beginnen sowohl die Yorderradbremsen als auch die Hinterradbremsen mit der Abbremsung des
Kraftfahrzeuges. Bekanntlich besitzt jede Bremsanlage nicht vermeidbare Elastizitäten. Diese können bei hydraulischen Bremsanlagen
beispielsweise durch die Bremsschläuche, Bremsmanschetten
oder durch Lufteinschlüsse in der Bremsflüssigkeit und bei Seilzug-Bremsanlagen durch die normale Nachgiebigkeit der Seilzüge
selbst und der sonstigen Elemente in der Bremsanlage hervorgerufen sein. Da die in die Kolbenstange 10 eingeleitete Kraft
größer ist als die 'in die Kolbenstange 11 eingeleitete Kraft wird der Kolben des ersten Zylinders 8 bei weiterer Betätigung
des Bremspedals 5 wegen der zuvor geschilderten Elastizitäten tiefer in den Zylinder 8 eindringen als die Kolbenstange 11 in
den zweiten Zylinder 9· Dementsprechend dreht sich das Kraftumlenkglied 1 weiter, beispielsweise in die strichpunktierte Lage,
wodurch die innere Übersetzung zu Gunsten eines noch größeren Kraftanteiles für den oberen Bremskreis I verändert wird.
Bei entsprechender Bemessung der Elastizitäten und der wirksamen Hebel kann der erfindungsgemäße Bremskraftverteiler somit
auch so ausgelegt werden, daß die in die Kolbenstange 11 eingeleitete Kraft von einer bestimmten Größe der auf das Bremspedal
5 ausgeübten Kraft F* ab aufhört anzusteigen und konstant bleibt. Es kann daher mit dem erfindungsgemäßen Bremskraftverteiler eine
der Idealverteilung der Bremskräfte nahekommende Verteilung er-
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-S-
zielt werden, so daß optimale Bremswege erreicht werden können.
Dabei ergibt sich praktisch gleichzeitig eine Bremskraftverstärkung,
weil die auf das Bremspedal ausgeübte Betätigungskraft in voller Höhe an die beiden Bremskreise 1 und 2 weitergeleitet wird,
und nicht etwa in einem besonderen Bremsdruckminderer oder Bremsdruckbegrenzer teilweise verlorengeht. TJm zu verhindern, daß bei
Ausfall eines der beiden Bremskreise die gesamte Bremsanlage ausfällt, sind besondere Führungs- oder Anschlagvorrichtungen 12 und
13 vorgesehen, die die Auslenkung des Kraftumlenkgliedes 1 quer zur Wirkungsrichtung der Bremsbetätigungskraft F begrenzen.
Wie in den Figuren 1, 3 und 4 wird das Kraftumlenkglied 1 auch
bei einer schematisch in Figur 2 gezeigten Seilzug-Bremsanlage auf Druck beansprucht. Auch dort besitzt das Kraftumlenkglied an
sich
sich eine labile Lage, so daß es/entsprechend den unterschiedlichen
Leerwegen verdrehen kann. Die Funktionsweise des erfindungsgemäßen Bremskraftverteilers ist bei einer Seilzug-Bremsanlage
die gleiche wie bei einer hydraulischen Bremsanlage. Man erkennt, daß lediglich das Bremspedal 5 etwas anders ausgebildet bzw. angelenkt
sein muß, weil die im ersten Kraftangriffspunkt 2 eingeleitete Bremsbetätigungskraft F nicht wie in den Ausführungsbeispielen
gemäß den Figuren 1, 3 und 4 über Druckstangen, sondern über an den zweiten und dritten Kraftangriffspunkten 3 bzw. 4 befestigte
Seilzüge 16 und 17 an die Vorderrad- bzw. Hinterradbremsen
weitergeleitet wird. Da in einer Seilzug-Bremsanlage keine hydraulischen Glieder vorhanden sind, versteht es sich, daß die
bei symmetrischer Ausbildung und Anordnung des Kraftumlenkgliedes 1 erforderlichen unterschiedlich großen Leerwege des vorderen und
des hinteren Bremskreises auf andere als in der zuvor geschilderten Weise verwirklicht werden müssen.
Die unter Berücksichtigung der vorhandenen Elastizitäten gewählte Ausbildung des durch die drei Kraftangriffspunkte 2, 3 und 4 gebildeten
Dreiecks sowie die räumliche Anordnung des Kraftumlenk-
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Gliedes 1 hängt unter anderem auch vom jeweiligen Typ des Kraftfahrzeuges
ah, denn je nach dem, oh der Schwerpunkt des Fahrzeuges weiter vorne oder weiter hinten liegt, tritt eine stärkere
oder eine schwächere Entlastung der Hinterachse auf. Entsprechend muß auch die Aufteilung der über das Bremspedal 5 eingeleiteten
Bremsbetätigungskraft sein. Torzugsweise sollte also die geometrische
Ausbildung und/oder die räumliche Lage des Kraftumlenkgliedes 1 derart gewählt werden, daß das Verhältnis zwischen dem
zum vorderen Übertragungssystem gehörigen wirksamen Kraftarm und dem zum hinteren Übertragungssystem gehörigen wirksamen Kraftarm
zu Beginn des Bremsvorganges zumindest annähernd dem Verhältnis zwischen dem Abstand des Fahrzeugschwerpunktes von der Vorderachse
zum Abstand des Fahrzeugschwerpunktes von der Hinterachse entspricht. Im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 3 ist von einem Fahrzeug
ausgegangen worden, dessen Schwerpunkt im vorderen Drittel des Fahrzeugs liegt. Das Kraftumlenkglied 1 ist daher in seiner
geometrischen Gestalt so ausgebildet worden, daß das Verhältnis zwischen dem am zweiten Kraftangriffspunkt 3 wirksamen Kraftarm a^
und dem am dritten Kraftangriffspunkt 4 wirksamen Kraftarm b^ bereits
in der Ruhelage des Bremspedals zumindest annähernd dem Verhältnis
zwischen dem Abstand des Fahrzeugschwerpunktes von der Vorderachse zum Abstand des Fahrzeugschwerpunktes von der Hinterachse
entspricht. Die drei Kraftangriffspunkte bilden hier also nicht mehr die drei Ecken eines gleichseitigen oder gleichschenkligen
Dreiecks. Der gleiche Effekt läßt sich auch dadurch erzielen, daß man ein entsprechend Figur 1 ausgebildetes gleichseitiges oder
gleichschenkliges Kraftumlenkglied bereits in seiner Grundstellung geneigt anordnet. Bekanntlich bleibt der Schwerpunkt eines
Kraftfahrzeuges von der Belastung des Kraftfahrzeuges nicht unbeeinflußt. Bei konventionellen Fahrzeugen wandert er mit zunehmender
Belastung weiter nach hinten. Es kann daher vorteilhaft sein, den erfindungsgemäßen Bremskraftverteiler so auszugestalten, daß
sich die räumliche Lage des Kraftumlenkgliedes 1 lastabhängig verändert, und zwar in der Weise, daß das Verhältnis zwischen den
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wirksamen Kraftarmen entsprechend der bei der Belastung auftretenden
Änderung des Verhältnisses zwischen dem Abstand des Fahrzeugschwerpunktes
von der Vorderachse zum Abstand des Fahrzeugschwerpunktes von der Hinterachse geändert wird. In einfacher Weise
kann das Verhältnis zwischen den wirksamen Kraftarmen beispielsweise durch Änderung der Leerwege in den ftbertragungssystemen
und/oder Bremsen geändert werden, indem beispielsweise lastabhängig das Lüftspiel des einen Zylinders des Hauptbremszylinders
entsprechend einem älteren Vorschlag verringert wird.
In Figur 4 ist eine weitere Ausgestaltungsmöglichkeit des erfindungsgemäßen
Bremskraftverteilers dargestellt. Der hier gezeigte Bremskraftverteiler unterscheidet sich von dem gemäß Figur 1 lediglich
dadurch, daß an dem einen, nämlich am zweiten Kraftangriffspunkt 3 ein mit seinem anderen Ende um einen ortsfesten
Anlenkpunkt 14 schwenkbarer Führungshebel 15 gelenkig angelenkt
ist. Dadurch wird die Bewegungsbahn des zweiten Kraftangriffspunktes 3 und. somit mittelbar auch die Bewegungsbahn des dritten
Kraftangriffspunktes 4 zwangsweise festgelegt. Beim Betätigen des Bremspedals 5 wird somit der zweite Kraftangriffspunkt 3 auf einem
Kreisbogen um den Anlenkpunkt 14 von 3 nach beispielsweise 3' verschoben,
während sich der dritte Kraftangriffspunkt/ von 4 nach 4' bewegt. Aus Figur 4 ist leicht erkennbar, daß auch in diesem Falle
eine Kraftaufteilung in dem gewünschten Sinne stattfindet. Nachteilig ist allerdings, daß ein besonderer Führungslenker benötigt
wird. Denkbar wäre es auch, die Bewegungsbahn der beiden Kraftangriffspunkte 3 "und 4 durch einen in einer ortsfesten Platte
o.a. befindlichen Führungsschlitz vorzubestimmen, in den der
zweite oder der dritte Kraftangriffspunkt 3 bzw. 4 mittels eines
Zapfens o.a. eingreift.
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Claims (10)
1.y Bremskraftverteiler für Kraftfahrzeuge, bei dem die Bremsbetätigungskraft
über eine waagebalkenähnliche Torrichtung in der Weise in einem veränderlichen Verhältnis auf je ein zu
den Yorderradbremsen und ein zu den Hinterradbremsen führendes
Übertragungssystem aufgeteilt wird, daß sie mit wachsender Bremsbetätigungskraft zu einem größer werdenden Teil auf
das zu den Vorderradbremsen führende Übertragungssystem verlegt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß ein während der Bremsenbetätigung auf Druck beanspruchtes,formsteifes Kraftumlenkglied (1) mit
drei im Dreieck zueinander liegenden Kraftangriffspunkten (2, 3,4) vorgesehen ist, von denen ein erster gelenkig mit dem
die Bremsbetätigungskraft (F) einleitenden Betätigungsglied, insbesondere Bremspedal (5)» und. ein zweiter und dritter jeweils
gelenkig mit den beiden Übertragungssystemen in Verbindung stehen, und daß die geometrische Ausbildung und/oder die
räumliche Lage des Kraftumlenkgliedes (1) so gewählt ist, daß der Teil der Bremsbetätigungskraft (i1), welcher auf das zu
den Vorderradbremsen führende Übertragungssystem einwirkt, bereits zu Beginn des Bremsvorganges, zumindest aber nach Überfahren
der in den Übertragungssystemen und Bremsen vorhandenen
Leerwege größer ist als der Teil, welcher auf das zu den Hinterradbremsen führende Übertragungssystem einwirkt.
2. Bremskraftverteiler nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Leerweg des die Vorderradbremsen enthaltenden Bremskreises größer bemessen ist als der des
die Hinterradbremsen enthaltenden Bremskreises.
3. Bremskraftverteiler nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß bei Verwendung einer hydraulischen
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Bremsanlage der Radbremszylinderdurchmesser der Vorderradbremsen größer bemessen ist als der der Hinterradbremsen und/oder
daß der Durchmesser des den Yorderradbremsen zugeordneten Zylinders (8) des als Zwillingszylinder ausgebildeten Hauptbremszylinders
kleiner bemessen ist als der des den Hinterradbremsen zugeordneten Zylinders (9).
4· Bremskraftverteiler nach den Ansprüchen 1 bis 3, gekennzeichnet durch eine die Auslenkung des Kraftumlenkgliedes
(1) quer zur Wirkungsrichtung der Bremsbetätigungskraft
(i1) insbesondere bei Ausfall eines Bremskreises begrenzende
Führungs- oder Anschlagvorrichtung (12,13).
5. Bremskraftverteiler nach einem der Ansprüche 1 bis 4» dadurch gekennzeichnet, daß die geometrische Ausbildung und/
oder die räumliche Lage des Kraftumlenkgliedes (1) derart gewählt ist, daß das Verhältnis zwischen dem am zweiten Kraftangriffspunkt
(3) wirksamen Kraftarm (a) und dem am dritten Kraftangriffspunkt (4) wirksamen Kraftarm (b) zu Beginn des
Bremsvorganges zumindest annähernd dem Verhältnis zwischen dem Abstand des Pahrzeugschwerpunktes von der Vorderachse zum Abstand
des Fahrzeugschwerpunktes von der Hinterachse entspricht.
6. Bremskraftverteiler nach Anspruch 5»
dadurch gekennzeichnet, daß die räumliche Lage des Kraftumlenkgliedes
(1) in der Weise lastabhängig veränderbar ist, daß das Verhältnis zwischen den wirksamen Kraftarmen (a,b) entsprechend
der bei Belastung auftretenden Änderung des Verhältnisses zwischen dem Abstand des Pahrzeugschwerpunktes von dar Vorderachse
zum Abstand des Pahrzeugschwerpunktes von der Hinterachse gehindert
wird.
7. Bremskraftverteiler nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis zwischen den wirksa-
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men Kraftarmen (a,b) durch Änderung der Leerwege in den Übertragungssystemen
(6,7) und/oder Bremsen gehindert wird.
8. Bremskraftverteiler nach den Ansprüchen 1 bis 7» gekennzeichnet durch eine die Bewegungsbahn des zweiten oder
dritten Kraftangriffspunktes (3 oder 4) zwangsweise festlegenden Führungsvorrichtung.
9. Bremskraftverteiler nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß ein um einen ortsfesten Anlenkpunkt (14) schwenkbarer Führungshebel (15) gelenkig mit dem zweiten
oder dritten Kraftangriffspunkt (3 oder 4) verbunden ist.
10. Bremskraftverteiler nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Bewegungsbahn durch einen in einer
ortsfesten Platte o.a. befindlichen Führungsschlitz, in den
der zweite oder dritte Kraftangriffspunkt mittels eines Zapfens o.a. eingreift, bestimmt ist.
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Leerseite
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Publications (1)
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