DE251968C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 251968 -' KLASSE 4Qa. GRUPPE
A. H. BRAUSS & CO. in HAMBURG.
Verfahren zum Schmelzen sulfidischer Erze im Schachtofen.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 19. April 1910 ab.
Die bisherigen Verfahren, ungeröstete Schwefelerze auf einen reichen Stein oder auf Rohmetalle
zu verschmelzen, wenden das bekannte Kupfer-Bessemerprinzip mehr oder weniger unverändert
an, indem sie den Tiegel des Schachtofens zum Konverter ausbilden, oder indem sie konverterähnliche Gefäße als Öfen für die
Aufgabe roher Schwefelerze anwenden.
Diesen gegenüber besteht das vorliegende
ίο Schmelzverfahren darin, Schachtöfen gewöhnlicher
Konstruktion von 3 bis 6 m Höhe und sonst in geeigneten Abmessungen mit
Windpressungen von einer oder mehreren Atmosphären Überdruck zu betreiben, welche
eine entsprechend hohe Windgeschwindigkeit in den Düsen verursachen.
Das Verfahren stellt in dieser Form eine Umkehrung des Kupfer-Bessemerprinzips dar;
denn während beim Bessemerverfahren Ströme -hochgepreßter Luft durch ein flüssiges Sulfidbad
geleitet werden, läßt man nach dem neuen Verfahren die in der Schmelzzone des Ofens
verflüssigten Sulfidströme durch ein Luftbad tropfen.
Beim Bessemerverfahren wird die gewollte Oxydationsgrenze der Sulfide durch die Zeitdauer
der Lufteinwirkung geregelt und begrenzt, während die Oxydation beim neuen Verfahren
nur durch die Intensität des Luftbades reguliert wird, weil bei letzterem Verfahren die
Zeitdauer der Einwirkung unveränderlich durch die Fallhöhe der verflüssigten Sulfide gegeben
ist.
Diese Umkehrung des Bessemerprinzips hat den Vorteil, den Schachtofen gleichzeitig wie
einen ununterbrochen arbeitenden Konverter anwenden und darin Sulfide aller Art, deren
Oxyde durch Kohle reduzierbar sind, verschmelzen zu können, ohne also die Anwendung auf Kupfer zu beschränken. Der fernere
Vorteil des neuen Verfahrens besteht darin, daß die Oxydationswärme verschlackbarer
Metalle, z. B. des Eisens, als Schmelzwärme derartig herangezogen werden kann, daß einer
Produktion von über 50 prozentigem Stein und selbst Rohmetallen, in einer einzigen Operation,
nichts im Wege steht, und daß ferner bei gleichzeitiger Aufgäbe von roher oder verkokter
Kohle die Oxydation und Verschlackung nutzbarer Metalle, z. B. auch von Eisen, beliebig
begrenzt wird.
Als Nebenerfolg sei erwähnt, daß die hohe Pressung es gestattet, bis 90 Prozent Feuchtigkeit
aus der Gebläseluft zu entfernen, wenn man Gebläse für isotherme Kompression anwendet; der Vorteil trockener Gebläseluft
hinsichtlich Wärmeersparnis und dadurch bedingte höhere Ofenleistung ist bekannt.
Für die Anwendung des Verfahrens können Schachtöfen von 3 bis 6 m Höhe und Geblase
bekannter Bauart in geeigneten Abmessungen benutzt werden; selbstverständlich müssen die Gebläse jedoch derartig konstruiert
sein, daß sie imstande sind, den Gebläsewind unter der jeweilig erforderlichen
hohen Pressung zum Ofen zu leiten, in welchen er mit hoher, durch die Pressung in den
Düsen bedingter Geschwindigkeit tritt und in dem er gleichmäßig im Bereiche der Schmelzzone
verteilt werden muß, denn durch Energieaustausch mit dem Gebläsewind werden die Sulfide oder auch Sulfate des Erzes innerhalb
der Schmelzzone zerlegt, und ihre Bestandteile oxydieren sich am Gebläsewind in der Reihenfolge
ihrer exothermen Wärmeäußerung und im Maße des vorhandenen freien Sauerstoffes. Wurde durch die Oxydation der zerlegten
Sulfide zu viel Wärme entbunden oder unverbrannter Schwefel den Schmelzbetrieb stören,
so kann man, vor dem Verschmelzen, einen Teil des Schwefels in Sinterofen soweit als
ίο nötig ausbrennen lassen.
Zu wenig Wärme im Ofen wird durch Zugabe roher oder verkokter Kohle ergänzt. Die
Führung des Schmelzganges, also auch die Schlackenbildung, erfolgt nach bekannten
Grundsätzen.
Der wesentliche Unterschied zwischen dem neuen Prozesse und allen früheren Verfahren
besieht darin, daß, während die letzteren nur eine Variation des Kupferkonverterprozesses
sind, das neue Verfahren eine vollständige Umkehrung des Prinzips des früheren ist und,
weil im Schachtofen angewendet, ununterbrochenen Betrieb ermöglicht.
Die nötige Luftmenge, dem Bedarf entsprechend hoch gepreßt, wird durch die Wahl
des Düsendurchmessers geregelt.
Claims (1)
- Patent-Anspruch :Verfahren zum Schmelzen sulfidischer Erze im Schachtofen, dadurch gekennzeichnet, daß die Erze im Schachtofen der Einwirkung eines auf ein oder mehrere Atmosphären gepreßten Windstromes ausgesetzt werden.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE251968C true DE251968C (de) |
Family
ID=510363
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT251968D Active DE251968C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE251968C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3009934A1 (de) * | 1980-03-14 | 1981-09-24 | Gnii Cvetnych Metallov Gincvet | Verfahren zur verarbeitung von sulfidischen roffstoffen |
-
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