DE251736C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 42/. GRUPPE
ET MATERIELD1USINEs A GAZ in PARIS.
Alkoholmesser. Patentiert im Deutschen Reiche vom 15. Juli 1911 ab.
Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Alkoholmesser, d. h. ein Apparat, der auf
seinem Zifferblatt die verschiedenen Mengen reinen Alkohols, welche ein den Apparat ständig
.durchfließendes Destillat enthält, anzeigt bzw. in einem Zählwerk addiert. Der Messer enthält
drei wesentliche Organe: Ein rotierendes Volumenmeßrad, eine vom Druck der Flüssigkeit
beeinflußte Fläche zur Bestimmung des Alkoholgehaltes und ein Thermometer, das die nötigen
Temperaturkorrektionen automatisch veranlaßt. Ferner zeigt eine Skala den Alkoholgehalt
in Volumenprozenten für eine Normaltemperatur von 15 ° C. an. Bei anderen Temperaturen findet
entsprechend der Änderung der Dichte und des Gesamtvolumens eine Korrektur statt.
Das Neue besteht im wesentlichen darin, daß an der Achse, um die die Fläche schwingt,
außerhalb der Flüssigkeit ein Gegengewicht befestigt ist, um die Skalenteilung gleichmäßig
zu machen.
Das um seine Achse bewegliche Alkoholometer wird im. Prinzip von einer Ebene gebildet, die
durch die Achse geht und die dem Druck einer darüber lastenden Flüssigkeitssäule ausgesetzt
wird. Der Flüssigkeitsspiegel liegt ständig in Achsenhöhe.
Um die Unterseite der Meßfläche dem Flüssigkeitsdruck zu entziehen, braucht man sie
nur entweder als Abschlußfläche eines halbringförmigen Schwimmers, der um eine durch die
Mitte des Ringes gehende Achse schwingt, auszubilden, bei dem die Drucke auf sämtliche
anderen Flächen sich gegenseitig ausgleichen, oder sie zum Boden eines schwingenden Meßgefäßes
zu machen, bei dem sich ebenfalls die Drucke auf gegenüberliegende Wände ausgleichen
bzw. die Schwingungsachse schneiden. In Fig. 3 und 4 ist ein derartiger Schwimmer
bzw. ein solches Meßgefäß dargestellt. Das Meßgefäß der Fig. 4 ist auch punktiert in Fig. 3
eingetragen. Es erhellt, daß in beiden Fällen ein Element s der Meßfläche m, n, die in Fig. 3
gleichzeitig als Abschlußfläche des Schwimmers bzw. als ein Teil der Bodenfläche des Meßgefäßes
erscheint und die Drehachse O schneidet, den gleichen Druck erfährt, der dem Gewicht
der darüber lastenden' Flüssigkeitssäule s, s1
entspricht. Der Schwimmer ist bei der im folgenden zu beschreibenden ersten Ausführungs-
form verwendet und das Gefäß bei der ebenfalls zu beschreibenden zweiten.
Die Fig. ι und 2 stellen einen mit einem Schwimmer ausgerüsteten Apparat im Aufriß
und Grundriß dar. Die bereits besprochene Fig. 3 ist eine schematische Skizze, die das
Prinzip des Alkoholometers erläutert. Fig. 4 und 5 geben die zweite Ausführungsform mit
einem Meßgefäß wieder.
In Fig. ι und 2 ist V ein Meßrad für die zugeführte
Flüssigkeitsmenge. Es kann nach einem der zahlreichen bekannten Systeme ausgeführt
werden. Zweckmäßig rotiert es dauernd und mit regelmäßiger Geschwindigkeit, so daß
in jedem Moment sich das Meßrad um Beträge gedreht hat, welche dem das Meßrad durchlaufenden
Flüssigkeitsvolumen proportional sind. Die Flüssigkeit tritt bei E in das Rad ein
und fließt aus diesem in ein Überlaufgefäß D mit konstantem Flüssigkeitsspiegel, das mit
einer Überlaufrinne P ausgerüstet ist. Von dieser wird die Flüssigkeit durch das Rohr F dem
Gefäß W des Alkoholometers zugeführt. Das Meßrad trägt einen Arm B1 der mit einer Rolle G
ausgerüstet ist. Die Rolle trifft bei jeder Umdrehung auf den Schwanz Q des Zeigerhebels I,
der unabhängig für sich um eine Achse schwingen kann, die in ihrer Richtung mit der Achsenrichtung
des runden Schwimmers T des Alkoholometers zusammenfällt. Der Zeigerhebel legt sich
zwischen zwei Schwingungen, die ihm der Arm B erteilt, bei R auf den Zeiger / des Alkoholometers
auf. Bei jeder Schwingung wird der Hebel J bis zum Nullpunkt der Alkoholometerskala
zurückgeführt. Der Zeigerhebel / trägt eine Schaltklinke K zur Betätigung des
Schaltrades U, das das Zählwerk H antreibt. Der ringförmige Schwimmer T kann verschiedenartigen
Querschnitt haben. Er taucht in das Gefäß W ein, das seiner Form angepaßt ist,
und ist um die Achse X drehbar.
In Fig. ι ist der Schwimmer mit ebener Abschlußfläche
dargestellt.
Das Gefäß W erhält das Destillat durch das Rohr F und läßt es an der Bodenseite des
Schwimmers bei N ausfließen. Eine Erweiterung des Gefäßes W bildet einen Überlauf mit
konstantem Flüssigkeitsspiegel, der so eingestellt wird, daß seine Ebene durch die Drehachse
X geht.
Die Theorie zeigt, daß es bei einem derartigen Apparat, um die Gleichgewichtslagen des
Schwimmers bei verschiedenem Alkohol so zu erreichen, daß die Einteilung der Volumenprozentskala
gleiche Teile aufweist, genügt, den Schwimmer durch ein Gegengewicht Z auszugleichen,
das an einem mit der Achse X verbundenen Hebel befestigt ist. Die Stelle des
Gegengewichtes kann berechnet werden. Um die Präzision des Apparates bei niedrigem Alkoholgehalt
zu erhöhen, verlängert man den Schwimmer durch ein säbelförmiges Blech M,
dessen Ende wie auf der Zeichnung ausgestaltet ist. Auf diese Weise mißt das Alkoholometer
von einem Ende der Skala bis zum anderen mit der. gleichen Zuverlässigkeit. Der Zeiger / des
Schwimmers T spielt vor einer Skala C.
Die Einrichtung zur Temperaturkorrektion kann ein beliebiges Thermometer enthalten,
beispielsweise eine Spirale aus zwei verschiedenen Metallen oder ein geschlossenes Manometerrohr,
das mit Flüssigkeit gefüllt ist, oder eine ebenso gefüllte Kapsel usw. Bei A ist ein Manometerrohr
dargestellt, das in einer Ausbuchtung des Gefäßes W untergebracht ist. Es wirkt
entweder auf den Schwingungswinkel des Zeigerhebels J oder wie im Ausführungsbeispiel
auf den Schaltwinkel der Klinke K. Das Thermometer betätigt ein Auslöseblech L, das um
eine Achse Y sclrwingbar gelagert ist, die in der Verlängerung der Achse X liegt und mittels
einer Kurbel und Kuppelstange mit dem Thermometer verbunden ist. Das Auslöseblech
hebt die Klinke K vor oder hinter ihrem Durchgang durch den Nullpunkt der Prozentskala aus,
je nachdem die Temperatur über oder unter 15 ° C. liegt.
Stellt man die Skala C des Alkoholometers fest auf, so zeigt es nur bei der Normaltemperatur
von 15 ° richtig. Man kann jedoch auch die Skala mit dem Auslöseblech L verbinden. Die
Achse Y trägt dann auch die Skala C, welche sich entsprechend der Temperatur verstellt.
Die Flüssigkeit, welche bei N aus dem Gefäß W austritt, wird von einer Abflußleitung 5
aufgenommen, die mit Sicherheitsvorrichtungen versehen ist, um zu verhindern, daß in betrügerischer
Absicht in den Zähler Gegenstände eingeführt werden, die sein sachgemäßes Arbeiten
beeinträchtigen. Der ganze Meßapparat ruht auf einer ebenen Grundplatte, die mit zwei
Wasserwagen und mit Stellschrauben ausgerüstet ist. Ein Schutzdeckel ist über den ganzen
Apparat gestülpt und mit Fenstern versehen zur Beobachtung der Zahlenangaben und der
Wasser wagen.
Es ist natürlich gleichgültig, ob die Flüssigkeit zuerst das Meßrad oder das Alkoholometer
durchfließt.
Bei Apparaten für große Durchflußmengen würde der Durchfluß der ganzen Flüssigkeitsmenge, die vom Meßrad kommt, durch das
Gefäß W zu recht beträchtlichen Abmessungen des Gefäßes und seines Überlaufes führen. Man
kann sich dadurch helfen, daß man die Überlaufkante, um ihr eine genügende Länge zu
geben, zickzackförmig ausbildet. Man kann aber diese Komplikation auch vermeiden,, indem
man alle Flüssigkeit, die über ein gewisses Quantum hinausgeht, hinter dem Meßrad direkt
Claims (7)
1. Alkoholmesser, der die Summe des Alkoholgehalts der beständig durchfließenden
Flüssigkeit selbsttätig dadurch angibt, daß er nach jedesmaligem Durchfluß der gleichen
Flüssigkeitsmenge sich um einen dem Alkoholgehalt derselben entsprechenden Betrag
fortschaltet und dessen Meßorgan von einer ausbalancierten, um eine in ihrer Ebene liegende Achse schwingbaren Fläche
gebildet wird, die nur auf ihrer oberen Seite dem Druck der auf gleicher Höhe gehaltenen
Flüssigkeit ausgesetzt wird, dadurch gekennzeichnet, daß an der Achse, um die die
Fläche schwingt, außerhalb der Flüssigkeit ein Gegengewicht befestigt ist, um die Skalenteilung
gleichmäßig zu machen.
2. Alkoholmesser nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Flüssigkeilsbehälter
(W) des Alkoholometers ein Thermometer (A) angebracht ist, das die Skala
(C) des Alkoholometers, die um dieselbe Achse (X) wie die Meßfläche gedreht werden
kann, um dem Temperaturunterschied entsprechende Beträge verstellt.
: 3. Alkoholmesser nach Anspruch ι und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Zeigerhebel (I), der frei um die Achse des Alkoholometers
schwingen kann, auf dem Zeiger (J) des letzteren aufliegt, von dem er bei jeder
Umdrehung des Volumenmeß rades (V) durch eine mit diesem verbundene Kurbel
(B) abgehoben und bis zum Nullpunkt der Alkoholometerskala (C) zurückgeführt wird,
so daß der Zeigerhebel eine Winkeldrehung von der Stellung des Zeigers (J) bis zum
Nullpunkt der Alkoholometerskala zurücklegt und während dieser ein Zählwerk betätigt.
4. Alkoholmesser nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß das Volumenmeßrad (V) in einem sektorförmigen, um die Mitte des Sektorkreises, d. h. um eine
Gefäßkante schwingenden Meßgefäß (B) liegt, dessen genannte, die Drehachse bildende
Kante gleichzeitig als Überlauf dient.
5. Alkoholmesser nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Thermometer,
das im Gefäß (W) des Alkoholometers angeordnet ist, den Zeiger (J) des
letzteren der Temperatur entsprechend verstellt.
6. Alkohölmesser nach Anspruch 1, 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß für 12g
große Flüssigkeitsinengen . der Rand des Überlaufgefäßes (W) zickzackförmig ausgebildet
ist oder an ihm ein zweiter direkter Ablauf vorgesehen ist, der über dem zum Alkoholonieter führenden Rohr abzweigt.
7. Alkoholmesser nach Anspruch i, dadurch
gekennzeichnet, daß eine Zusatzfläche (M bzw. N), die mit der Haupt fläche
verbunden ist, bei einer Flüssigkeit von geringem Alkoholgehalt dem Druck der Flüssigkeit ausgesetzt und so die Wirkung
der wirksamen Fläche vermehrt wird, um Fehler bei der Messung von Flüssigkeiten mit geringem Alkoholgehalt auszugleichen.·
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
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