DE2515175A1 - Verfahren zur klaerung waessriger abfallfluessigkeiten - Google Patents
Verfahren zur klaerung waessriger abfallfluessigkeitenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Klärung von wäßrigen Abfallflüssigkeiten, die darin gelöste Farbstoffe,
insbesondere saure Farbstoffe, enthalten, mit niedrigen Kosten und nach einem einfachen Arbeitsgang.
Insbesondere betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Klärung von wäßrigen Abfallflüssigkeiten, die darin gelöste
saure Farbstoffe enthalten, indem die Abfallflüssigkeit in Kontakt mit einem Dicyandiamid-Formaldehyd-Harz
gebracht wird, wobei Dicyandiamid-Formaldehyd in optimaler
Menge, entsprechend dem nachfolgend angegebenen Verfahren, und mindestens etwa 300 ppm Aluminiumsulfat getrennt aufeinanderfolgend
zu der wäßrigen Abfallflüssigkeit zugesetzt werden, wobei diese Mengen der Zusätze auf 100 ppm
der Farbstoffe bezogen sind.
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Wäßrige, aus Industrieausrüstungen ausgetragene Abfallflüssigkeiten,
bei denen die Herstellung und der Gebrauch von Farbstoffen umfaßt wird, enthalten Farbverbindungen
im gelösten Zustand und sind zu einem erheblichen Ausmaß gefärbt. Die Abgabe dieser Abfallflüssigkeiten direkt in
Flüsse, Seen und Meere wird aufgrund der Regelungen zur Steuerung der Umgebungsverschmutzung verhindert und die
Klärung dieser Abfallflüssigkeiten stellt ein wichtiges Problem dar.
Zur Lösung dieses Problemes wurden verschiedene Versuche zur Klärung farbstoffhaltiger Abfallflüssigkeiten unternommen
und die gegenwärtig in Praxis befindlichen beruhen hauptsächlich auf der Anwendung organischer polymerer Ausflockungsmittel.
Jedoch sind in Abhängigkeit von der Art der in den Abfallflüssigkeiten enthaltenen Farbstoffe
die erzielbaren Ergebnisse unzufriedenstellend. Insbesondere kann der Zusatz eines organischen polymeren Ausflokkungsmittels,
beispielsweise der am üblichsten eingesetzten Polyacrylamidausflockungsmittel, zu Abfallflüssigkeiten,
die saure Farbstoffe enthalten, keine zufriedenstellende Klärwirkung hervorbringen.
Es ist andererseits bekannt, daß Dicyandiamid-Formaldehyd-Harze
zur Behandlung von Industrieabwässern, welche wasserunlösliche suspendierte Materialien oder hydrophile kolloidale
Substanzen enthalten, verwendet werden können (Japanische Patentveröffentlichung 23231/1961). In dieser japanischen
Patentveröffentlichung ist angegeben, daß diese Harze zur Entfernung von wasserunlöslichen, festen, suspendierten
Materialien wie Papierbreiabfall oder den beispielsweise in verbrauchten Flüssigkeiten von Papiermühlen
enthaltenen kolloidalen Substanzen geeignet sind. Es ergibt sich jedoch aus dieser Literaturstelle keinerlei
spezifischer Hinweise, wie derartige Harze zur Behandlung wäßriger Abfallflüssigkeiten, die saure Farbstoffe enthalten,
die darin unter Bildung einer echten Lösung gelöst
sind, verwendet werden können.
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Etwa 10 Jahre seit dem vorstehenden Vorschlag wurde in der französischen Patentveröffentlichung 2 189 327, welche
der japanischen Offenlegungsschrift 57662/74 entspricht, ein Verfahren zur Klärung eines Abfallwassers
vorgeschlagen, welches wasserlösliche anionische Farbstoffe oder optische Bleichmittel enthält, in/dem eine große
Vielzahl wasserlöslicher Formaldehydkondensationsprodukte
zugesetzt wird, welche auch die in der japanischen Patentveröffentlichung 23231/61 angegebenen Dicyandiamid-Formaldehyd-Harze
umfassen. Bei diesem Vorschlag wird festgestellt, daß Dicyandiamid oder zwischen Dicyandiamid
und Formaldehyd gebildete Kondensationsprodukte oder modifizierte Produkte hiervon verwendet werden können
und daß Harnstoff und alkylenpolyaminmodifizierte Kondensationsprodukte geeignet sind. Es ist weiterhin
festgestellt, daß in einigen Fällen der gemeinsame Gebrauch von Eisensalzen und derartiger Kondensate vorteilhaft
ist. Jedoch fehlt jeglicher Hinweise auf irgendwelche Aluminiumsalze, die Aluminiumsulfat umfassen. V/eiterhin
zeigt keines der in dieser Patentschrift angegebenen Beispiele gemeinsame Verwendung von Eisensalzen und
Dicyandiamid-Formaldehyd-Harzen.
Es wurden Untersuchungen hinsichtlich Verfahren zur Klärung von Abfallfltissigkeiten, die darin gelöste saure
Farbstoffe enthalten, durch Kontaktierung der wäßrigen Abfallflüssigkeiten mit dem Dicyandiamid-Formaldehyd-Harz
zur Ausfällung und Ausflockung der sauren Farbstoffe unternommen. Die Versuche führten zu der Feststellung,
daß es mit diesen Harzen betriebsmäßig äußerst schwierig ist, einen optimalen Kläreffekt zu erhalten und daß die
Anwendung derartiger Harze für technische Betriebe ungeeignet ist.
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Die Untersuchungen wurden erweitert, um die Ursache dieser Fehler festzustellen und dabei gefunden, daß die Dicyandiamid-Formaldehyd-Harze
bei der vorstehenden Klärungsbehandlung gute Ergebnisse erbringen, wenn sie in optimaler
Menge innerhalb eines ziemlich kritischen Mengenbereiches verwendet werden und daß, falls die Menge zu groß oder zu
klein außerhalb dieses Bereiches ist, der Effekt der Ausfällung und Ausflockung der in wäßrigen Abfallflüssigkeiten
gelösten sauren Farbstoffen markant verringert wird. Es wurde auch festgestellt, daß diese optimale Menge in
Abhängigkeit sogar von relativ geringen Änderungen der Konzentration des Farbstoffes in der Abfallösung variiert
und daß es äußerst schwierig bei tatsächlichen Betrieben ist, diese Änderung zu verfolgen und die Konzentration
des Farbstoffes zu steuern, die sich häufig während der Behandlung ändert. Außer dieser Schwierigkeit ■ ist diese
Behandlung nicht einfach und deren Kosten sind hoch. Dieses neue technische Problem wurde bis jetzt nicht in der
V/eise gelöst, daß dieses Verfahren im Industriemaßstab möglich wurde.
Bei weiteren Untersuchungen zur Lösung dieses neuen Problemes zeigte sich in unerwarteter Weise,' daß, falls Aluminiumsulfat,
welches keinerlei merkliche Ausfällungsund Ausflockungseffekte ergibt, wenn es allein zu einer
wäßrigen, saure Farbstoffe enthaltenden Lösung zugesetzt wird, zusammen mit dem vorstehend aufgeführten Dicyandiamid
-Formaldehyd -Harz verwendet wird und diese Materialien
zu der wäßrigen Abfallflüssigkeit aufeinanderfolgend ohne gleichzeitigen Zusatz zugesetzt werden, der Bereich der
optimalen Menge des Dicyandiamid-Formaldehyd-Harzes stark ausgeweitet werden kann, ohne daß irgendeine wesentliche
Verringerung von dessen Ausfällungs- und Ausflockungseffekt bei höheren Konzentrationen des Farbstoffes auf-
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tritt. Somit können nunmehr wäßrige Abfallflüssigkeiten, die· darin gelöste saure Farbstoffe enthalten, wirksam
nach einem sehr einfachen Arbeitsgang und mit niedrigen Kosten geklärt werden. Es wurde weiterhin festgestellt,
daß dieses unerwartete Ergebnis nicht erhalten werden kann, wenn Eisensalze wie Eisen-(lII)-chlorid, verwendet
v/erden.
Eine Aufgabe der Erfindung besteht deshalb in einem zufriedenstellenden
Verfahren zur Klärung wäßriger Abfallflüssigkeiten, die darin gelöste saure Farbstoffe enthalten.
Weitere Aufgaben und Vorteile der Erfindung ergeben sich
aus der folgenden Beschreibung.
Das erfindungsgemäß eingesetzte Dicyandiamid-Formaldehyd-Harz
ist ein wasserlösliches Harz und kann beispielsweise durch Auflösung von etwa 1 mol Dicyandiamid in 1 mol
Salzsäure, allmählicher Umsetzung desselben, Zusatz von etwa 2 mol Formaldehyd und unter Beibehaltung der Reaktionstemperatur
bei etwa 90 - 1000C, Ausführung der Umsetzung unter Rühren während eines geeigneten Zeitraumes,
beispielsweise etwa 5 Stunden, hergestellt werden. Üblicherweise haben die Harze eine Viskosität (Harzkonzentration
50 Gew.^, Raumtemperatur) von etwa 30 bis etwa 500 Centipoisen, vorzugsweise etwa 30 bis etwa 300 Centipoisen,
die bevorzugt verwendet werden.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die optimale Menge des Dicyandiamin-Formaldehyd-Harzes und mindestens etwa
300 ppm, vorzugsweise mindestens 350 ppm an Aluminiumsulfat, jeweils bezogen auf 100 ppm des Farbstoff es in der
AbfallflüssEkeit, aufeinanderfolgend zugesetzt. Es besteht keine Begrenzung hinsichtlich der Reihenfolge der Zugabe
derselben, sondern es kann jedes Material hiervon zuerst zugegeben werden. Beispielsweise wird das vorstehende
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Harz zu der Abfallflüssigkeit, deren pH-Wert auf einen
gewünschten Wert, vorzugsweise einem sauren Bereich von nicht mehr als 7, eingestellt wurde, im Verlauf der Führung
der Abfallflüssigkeit zu der Sedimentaticnsapparatur
oder Filtrationsapparatur zugesetzt werden und das Gemisch wird so gerührt, daß keine nicht einheitliche Konzentration
erhalten wird. Dadurch ergibt sich die Ausbildung von ausgeflocktem Material. Dann wird das Aluminiumsulfat
zugesetzt und das Gemisch wird etwas langsamer gerührt. Der ausgeflockte Farbstoff kann durch Filtration
sedimentiert oder gesammelt werden. Umgekehrt kann auch das Aluminiumsulfat zunächst zugegeben werden und dann
wird das vorstehende Harz zugesetzt.
Die Menge des beim erfindungsgemäß im Verfahren eingesetzten
Dicyandiamid-Formaldehyd-Harzes stellt die optimale Menge
dar, welche vorhergehend nach dem folgenden Verfahren für verschiedene wasserlösliche,saure Farbstoffe bestimmt werden
kann.
Eine wäßrige Farbstoffprobenlösung mit einer Farfcstoffkonzentration
von 100 ppm wurde hergestellt. ?00 ml dieser wäßrigen Farbstoffprobenlösung wurden jeweils in sieben
500 ml-Bechergläser gegeben. Der pH-Wert der wäßrigen Probenfarbstoff
lösungen wurde auf 8, 7, 6, 5, 4, 3, bzw. 2 unter Anwendung von Salzsäure oder Natriumhydroxid eingestellt.
Eine wäßrige Lösung des Dicyandiamid-Formaldehyd-Harzes wurde zu der wäßrigen Probenfarbstofflösung so zugesetzt,
daß die Konzentration des Harzes in der wäßrigen Lösung 100 ppm betrug. Unter Anwendung eines Turbinentestgerätes
(Produkt der Miyeraoto Seisakusho, Japan) wurde die
wäßrige Probelösung während 5 Minuten mit einer Geschwindigkeit von 150 Umdrehungen/min gerührt' und weitere 5 Minuten
bei 50 Umdrehungen/min gerührt. Dann wurde sie 30 Minuten
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stehengelassen und unter Anwendung des Filterpapieres 5c (JIS P 3801; Produkt der Toyo Filter Paper Co., Ltd.)
filtriert. Der Prozentsatz an Durchlässigkeit des Filtrates
wurde "bestimmt. Die Bestimmung der prozentuellen Durchlässigkeit
wurde unter Anwendung von Licht der maximalen Absorptionswellenlänge in der Absorptionskurve des eingesetzten
sauren Farbstoffes ausgeführt. Der maximale pH-Wert der Probe, die die maximale prozentuelle Durchlässigkeit
zeigt, erfolgte beim optimalen pH-Wert.
Dann wurden wäßrige Farbstofflösungen mit einer Farbstoffkonzentration
von 100 ppm in der gleichen Weise wie vorstehend hergestellt, wobei jedoch der pH-Wert stets auf den
vorstehenden optimalen pH-Wert eingestellt wurde. Dann wurde eine wäßrige Lösung des Dicyandiamid-Formaldehyd-Harzes
in unterschiedlichen Konzentrationen zu diesen wäßrigen Probelösungen zugesetzt. Die prozentuelle Durchlässigkeit
jedes der Filtrate wurde in der gleichen Weise wie vorstehend unter Anwendung des gleichen Dtisentestgerätes ermittelt.
Die Menge (A, angegeben als ppm) des Harzes der Probe, welches die maximale prozentuelle Durchlässigkeit zeigte,
wurde bestimmt und die optimale Menge (ppm) aus der folgenden Gleichung berechnet:
(A) + [ (A) χ 0.1] .
Beispielsweise wurden 3 oder 4 Proben mit Harzkonzentrationen, die voneinander um 2 bis 200 ppm sich unterschieden, getestet
und 5 bis 10 Proben mit jeweils voneinander um sehr enge Bereiche unterhalb und oberhalb der Harzkonzentrationen
der Probe, die die maximale prozentuelle Durchlässigkeit zeigte, liegenden Bereichen wurden erneut getestet. In dieser
Weise kann die optimale Menge A leicht ermittelt werden.
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Bei der Bestimmung der optimalen Menge für die verschiedenen sauren Farbstoffe kann die Menge des zu der wäßrigen
Abfallflüssigkeit, die die darin gelösten sauren Farbstoffe enthält, zuzusetzenden Menge an Dicyandiamid-Formaldehyd
-Harz leicht bestimmt werden. Falls die wäßrige Abfallflüssigkeit 2 oder mehr saure Farbstoffe enthält,
kann die Ausflockungs- und Ausfällungsbehandlung mehr als 2mal unter Anwendung der optimalen Menge für jeden der
Farbstoffe ausgeführt werden. Üblicherweise ist es jedoch ausreichend, das Harz auf der Basis des Farbstoffes, welcher·
die maximalen Α-Werte den darin enthaltenen Farbstoffen zeigt, zuzugeben« Die Ursache liegt darin, daß, wie
sich aus den beiliegenden Zeichnungen ergibt, der Zusatz von Aluminiumsulfat eine Verbreiterung des optimalen Bereiches
der Menge des Harzes, welcher üblicherweise enger ist, auf die Seite der höheren Konzentration desselben ergibt.
Üblicherweise beträgt die Menge des Dicyandiamid-Formaldehyds allgemein etwa 2 bis etwa 500 ppm, vorzugsweise etwa 2 bis
etwa 200 ppm, stärker bevorzugt etwa 10 bis 150, insbesondere etwa 20 bis 150 ppm, auf 100 ppm des Farbstoffes.
Die Menge des Aluminiumsulfates muß mindestens etwa 300 ppm, vorzugsweise mindestens etwa 350 ppm, auf 100 ppm des Farbstoffes
in der Abfallflüssigkeit betragen. Es besteht keine spezielle Beschränkung hinsichtlich der oberen Grenze der
Menge, jedoch sind im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit Mengen von weniger als 1000 ppm ausreichend. Falls die Menge
weniger als etwa 300 ppm ist, wird der Effekt der Verbreiterung des optimalen Bereiches des Dicyandiamid-Formaldehyds
verringert.
Die Erweiterung des optimalen Bereichs der Menge des Harzes durch die gemeinsame Anwendung von Harz und Aluminiumsulfat
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wird nachfolgend anhand der beiliegenden Zeichnungen erläutert,
wobei Suminol Milling Brilliant Red B (saurer Farbstoff, C.I. Acid Red 249, Produkt der Sumitomo Chemical
Co., Ltd., Japan) als Beispiel genommen wird.
Figur 1 zeigt eine graphische Darstellung, die die Beziehung zwischen der optimalen Menge an Dicyandiamid-Formaldehyd
und der prozentuellen Durchlässigkeit einer wäßrigen Färbstofflösung, die den sauren Farbstoff in
einer Konzentration von 100 ppm enthält, was nach dem vorstehend aufgeführten Verfahren (punktierte Linie a)
bestimmt wurde, und die Beziehung zwischen denselben, welche bei Zusatz von Aluminiumsulfat variiert.(ausgezogene
Linie b und c), anzeigen. Die Figur 2 stellt eine graphische Darstellung dar, welche die Variierung der
prozentuellen Durchlässigkeit angibt, falls lediglich Aluminiumsulfat
in variierenden Mengen zu der vorstehenden wäßrigen Farbstofflösung zugegeben wird.
Wie aus Figur 2 ersichtlich,tritt keine merkliche Änderung
ein, selbst wenn Aluminiumsulfat zu der vorstehenden wäßrigen Farbstofflösung in einer Konzentration von etwa 700
ppm zugefügt wird. Das bedeutet, daß das Aluminiumsulfat keinen Ausfällungs- und Ausflockungseffekt auf die sauren,
in einer wäßrigen Farbstofflösung gelösten Farbstoffe zeigt. Andererseits ergibt es sich aus Figiir 1, daß, falls das
Dicyandiamid-Formaldehyd-Harz allein in variierenden Konzentrationen
zu der wäßrigen Farbstoff lösung zugesetzt wird, hier ein Gipfel des Ausfällungs- und Ausflockungseffektes
(Α-Wert) des sauren Farbstoffes bei etwa 500 ppm, wie durch die Linie a gezeigt, auftritt, daß jedoch, falls die Konzentration
niedriger oder höher als dieser Viert ist, die prozentuelle Durchlässigkeit bemerkenswert abnimmt, und der
Effekt der Ausfällung und Ausflockung des sauren Farbstoffes sehr schlecht wird. Falls hingegen 200 ppm Aluminiumsulfat
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zugesetzt werden, wird der Ausfällungs- und Ausflockungseffekt nicht so sehr verringert, wie bei der Linie a,
selbst wenn das Dicyandiamid - Formaldehyd - Harz in einer Konzentration höher als die Konzentration zugesetzt wird,
die durch den Α-Wert angegeben ist. Falls weiterhin Aluminiumsulfat
in einer Konzentration von 350 ppm zugesetzt wird, welches die bevorzugte untere Grenze der Harzmenge
gemäß der Erfindung darstellt, wird der kritische Bereich der wirksamen Menge des Dicyandiamid-Formaldehyd-Harzes
zu der Seite der höheren Konzentration ausgeweitet. Dies ist ein völlig unerwartetes Ergebnis im Hinblick auf die
bei Zusatz von Aluminiumsulfat allein erhaltenen Ergebnisse
wie aus Figur 2 ersichtlich.
Die nach dera erfindungsgemäßen Verfahren zu behandelnden
Abfallflüssigkeiten sind wäßrige Abfallflüssigkeiten, worin saure Farbstoffe ia gelösten Zustand vorliegen. Diese
Abfallflüssigkeiten können gegebenenfalls bis zur Entfernung anderer Substanzen als den sauren Farbstoffen vor der Behandlung
gemäß der Erfindung vorbehandelt worden sein. Einige Beispiele für saure Farbstoffe und deren Α-Werte sind in
der nachfolgenden Tabelle angegeben.
R Ω S 8 A 1 / Ω 9 1 fi
Amaranth
Kayacyl Blue HRL
Kayacyl Yellow GG
Kayacyl Rubinol 3GS
Kayacyl Violet 3R
Suminol Milling Red 3B Suminol Milling Orange GII Suminol Milling Orange R Suminol Milling Yellow 3G
Kayacyl Blue HRL
Kayacyl Yellow GG
Kayacyl Rubinol 3GS
Kayacyl Violet 3R
Suminol Milling Red 3B Suminol Milling Orange GII Suminol Milling Orange R Suminol Milling Yellow 3G
Suminol Milling Brilliant Red B
Suminol Milling Brilliant Blue G
Cibalan Blue BL
Cihalan Brilliant Blue GL Citalan Brilliant Red BL
Crbalan Brilliant Yellow 3GL
Cibalan Brown BL
Cibalan Orange RL
Polycor Black CL
Polycor Blue B
Polycor Dark Blue B
Polycor Yellow G
Keolan Yellow
Suminol Leverling Red 3B
Cibalan Orange RL
Polycor Black CL
Polycor Blue B
Polycor Dark Blue B
Polycor Yellow G
Keolan Yellow
Suminol Leverling Red 3B
| Red 27 | 17 | 2515175 | |
| Angenäherter | |||
| 42 | Α-Wert (ppm) | ||
| 100 | |||
| Color Index | 95 | 80 | |
| Acid | Blue 182 | 45 | 130 |
| Acid | Yellow | 72 | 100 |
| Acid | Red 37 | - | |
| Acid | Violet | - | |
| Acid | Red 89 | 80 | |
| Acid | Orange | - | |
| Acid | Orange | 50 | |
| Acid | Yellow | 50 | |
| Acid | Red 249 | ||
| Acid |
Acid Blue 127
Acid Blue 168
Acid Blue 183
Acid Red 252
Acid Yellow 127
Acid Blue 183
Acid Red 252
Acid Yellow 127
Acid Acid Acid Acid Acid Acid Acid Acid Brown 19
Orange 88
Black 126
Blue 120
Black 24
Yellow 67
Yellow
Red 257
Orange 88
Black 126
Blue 120
Black 24
Yellow 67
Yellow
Red 257
80 80 60
30 30
40 50
100 30
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Gemäß der Erfindung kann, selbst wenn ein Überschuß an Dicyandiamid-Formaldehyd-Harz zu der Farbstofflösung zugefügt
wird, die Abfallflüssigkeit ohne eine Verringerung des Klärungseffektes geklärt werden. Das bedeutet, daß
der Klärungseffekt selbst dann sichergestellt wird, wenn die Konzentration der abzugebenden sauren Farbstofflösung
im Vergleich zu einer bestimmten Menge der Dicyandiamid-Formaldehyd-Harzbeschickung
verringert ist.
Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung im einzelnen.
Ein Topftest wurde unter Anwendung einer Lösung eines
Farbstoffes (Suminol Milling Brilliant Red B, C.I. Acid Red 249) in einer Konzentration von 100 ppm ausgeführt.
Die Ergbnisse sind in Tabelle -I aufgeführt.
Die Menge des zusammen mit dem Dicyandiamid-Formaldehyd-Harz einzusetzenden Aluminiumsulfates wurden zu 350 ppm
und 700 ppm geändert, jedoch fand in keinem Fall eine Verringerung des Ausflockungseffektes statt, selbst wenn
die optimale Menge des Dic^andiamid-Formaldehyd-Harzes
im Bereich von etwa 50 ppm bis etwa I50 ppm lag.
Das Verfahren nach Beispiel 1 wurde wiederholt, wobei jedoch die Menge des zusammen mit· iem Dicyandiamid-Formaldehyd-Harz
einzusetzenden Aluminiumsulfates niedriger als 300 ppm lag. Die Ergebnisse sind aus der Tabelle I ersichtlich.
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Es ergibt sich klar aus diesen Werten, daß kein Ausflockungseffekt
erhalten werden kann, wenn die Menge des Dicyandiamid-Formaldehyd-Harzes oberhalb der optimalen
Menge liegt.
Das Verfahren nach Beispiel 1 wurde wiederholt, wobei Jedoch lediglich Aluminiumsulfat allein ohne Anwendung
des Dicyandiamid-Formaldehyd-Harzes eingesetzt wurde.
Die Ergebnisse sind aus Tabelle I ersichtlich, woraus sich zwar ergibt, daß kaum irgendein Ausflockungseffekt
auftrat.
Ein Topftest wurde unter Anwendung einer Lösung eines
Farbstoffes (Kayacyl Blue HRL) in einer Konzentration von 100 ppm ausgeführt. Die Ergebnisse sind in Tabelle I
aufgeführt.
Diese Ergebnisse zeigen klar, daß, selbst wenn die Konzentration des Farbstoffes auf etwa die Hälfte der Konzentration
des Dicyandiamid-Formaldehyd-Harzes gesenkt wird, der Ausflockungseffekt nicht verringert wird.
Das Verfahren nach Beispiel 2 wurde wiederholt, wobei
jedoch lediglich das Dicyandiamid-Formaldehyd-Harz verwendet
wurde. Es wurde festgestellt, daß der Ausflockungseffekt markant verringert wurde, wenn die Menge des Harzes
oberhalb der Farbstoffkonzentration lag.
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Tabelle I
Koaguliereffekt (prozentuelle Durchlässigkeit)
Koaguliereffekt (prozentuelle Durchlässigkeit)
| Harz | Beispiel | 1 | 700 | Vergleichsbeispiel 1 | 100 | 0 | Vergleichebeispiel 2 | %tuelle Durch- lässig- Iro-f -f- |
Harz | Beispiel 2 | Yergleichs- | 100 ppm, pH 4,0 | |
| (ppm) | Menge des Alumi niumsulfats (ppm) |
5,6 | Menge des Aluminium sulfate (ppm) |
5,0 | 5,C | Alumini umsulfat (ppm) |
JKrJ. 0 | (ppm) | Menge des Aluminium sulfats (400 ppm) |
beispiel 3 | Bestimmungswellenlänge | ||
| 350 | 41,1 | 200 | 39,8 | 8,1 | weniger als 5 |
Kein Alumi niumsulfat |
λ=59Ο nm | ||||||
| 10,0 | 5,4 | 79,2 | 5,4 | 78,1 | 81,6 | 10 | tr | 1 | 6,0 | 6,0 | |||
| 29,6 | 40,3 | 99,5 | 26,0 | 93,7 | 94,3 | 50 | 5 | 6,2 | 6,5 | ||||
| 39,2 | 75,6 | 99,1 | 74,6 | 82,4 | 62,4 | 100 | tt | 50 | 35,2 | 32,0 | |||
| cn | 48,8 | .99,3 | 98,4 | 94,4 | 64,2 | 5,1 | 150 | M | 80 | 92,5 | 90,1 | ||
| ο co |
3 53,3 | 97,7 | 99,0 | 81,7 | 13,0 | 5,C | 200 | ti | 90 | 92,0 | 82,0 | ||
| S 67,6 | 96,9 | 98.7 | 64,2 | 5,9 | 4,6 | 300 | tt | 100 | 91,3 | 58,0 | |||
| 00J 95,2 | 96,8 | 98,1 | 61,1 | 5,1 | - | 400 | tt | 150 | 92,1 | 22,5 | |||
| 96,0 | 40, S | 500 | tt | 200 | 91,0 | 12,0 | |||||||
| 96,0 | 32,C | 700 | B, 100 ppm | 300 | 91,8 | 11,0 | |||||||
| Saurei | • Farbstoff: Suminol Milling Brilliant Red | , pH 5 | |||||||||||
| Bestimmungswellenlänge: \=52C | |||||||||||||
| 139,2 | |||||||||||||
| 152,3 | |||||||||||||
| ) nm | |||||||||||||
| Saurer Farbstoff: Kayacyl | |||||||||||||
| Blue HRL, | |||||||||||||
Claims (2)
- Patentansprüche(T) Verfahren zur Klärung einer wäßrigen Abfallflüssigkeit, die darin gelöste saure Farbstoffe enthält, indem diese Abfallflüssigkeit in Kontakt mit einem Dicyandiamid-Formaldehyd-Harz gebracht wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Dicyandiamid-Formaldehyd-Harz in der vorstehend angegebenen optimalen Menge und mindestens etwa 300 ppm Aluminiumsulfat aufeinanderfolgend zu der wäßrigen Abfallflüssigkeit zugesetzt werden, wobei die Menge der Zusätze auf 100 ppm der Farbstoffe bezogen ist.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß das Dicyandiamid-Formaldehyd-Harz, bestimmt bei Raumtemperatur hinsichtlich einer wäßrigen Lösung mit 50 Gew.$, etwa 30 bis etwa 500 Zentipoisen beträgt.509841 /0918Leerseite
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
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|---|---|
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