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Einrichtung zum Anlegen einer Bahn an eine Wickelhülse Die vorgeschlagene
Einricntung bezieht sich auf das Anlegen des Anfangs einer Bahn aus Papier, Folie
od.dgl. an eine Wickelhülse, Wickelwelle od.dgl. in Einrichtungen zum Längsschneiden
und Aufwickeln von Bahnen aus Papier, Folie od.
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dgl. zu Rollen.
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Nachdem in Rollenschneid-, Wickelmaschinen oder anderen Uspierverarbeitenden
Maschinen eine oder mehrere Rollen zu einem gewänschten Durchmesser aufgewickelt
wurden, wird es erforderlich, diese gewickelten Rollen aus der Wickelnaschine zu
entfernen. Für den nachfolgenden Wickelvorgang wlrd es danach erforderlich, eine
neue Wickelwelle, Wickelhülse od.dgl. für jede der in eine nachfolgenden Wickelvorgang
auRzuwickelnden Rollen zuführen. Damit auf diese Wickelwelle, Wickelhülse oder dergleichen
eine Bahn, ein Streifen etc. aus Papier, Folie oder dgl. zu einer Rolle aufgewickelt
werden kann, ist es weiterhin notwendig, den Anfang der afzuwickelnden Bahn oder
des jeweiligen aus einer Bahn durch entsprechendes tJängsschneiden entstandenen
Streifens mit der jeweiligen Wickelhülse oder der Wickeiwelle zu verbinden. Dieser
neue Anfang der aufzuwikkelnden Bahn oder des aufzuwickelnden Streifens entsteht
z.B.
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dann, wenn derjenige Streifen oder diejenige Bahn, welche zu einer
Rolle gewünschten Durchmessers aufgewickelt wurde, in Bezug auf die Laufrichtung
durch eine entsprechende Schneideinrichtung quer durchschnitten wurde.
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Einrichtungen zum Anlegen eines Anfanges einer Bahn an eine Wickelhülse
oder Wickelwelle sind beispielsweise aufgrund der DT-AS 14 49 665 bekannt. Diese
Einrichtung ist jedoch sehr kompliziert in ihrem Aufbau und wird dadurch störanfällig.
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Außerdem wird ein Gasstrahl zu Hilfe. genommen, um den neuen Anfang
der quergeschnittenen Bahn an die Wickelhülse anzulegen.
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Dadurch kann es jedoch zum Einschluß von Gas zwischen die innersten
Windungen der neu entstehenden Rolle kommen, wodurch die Rolle nicht genügend stabil
werden kann. Darilber hinaus kann der Anfang der neuen Bahn auch umschlagen, so
daß die innerste Windung der neuen Rolle nicht gleichmäßig dick ist. Die Folge davon
ist, daß die neu aufzuwickelnde Rolle von Anfang an exzentrisch zu der Wickelhülse
oder Wickelwelle aufgewickelt wird, und dadurch in der Maschine Schwingungen erzeugt.
Dadurch wiederum erhält die aufzuwickelnde Rolle eine schlechte Qualitt.
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Diese Nacilteile der bekannten Einrichtungen filhren auch heute noch
dazu, daß der Anfang einer neuen Bahn, insbesondere dann, wenn breite oder schwelle
Rollen aufgewickelt werden, sehr oft von Hand an der neuen Wickelhülse oder Wickeiwelle
befestigt wird.
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Es besteht daher die Aufgabe, das Anlegen des Anrangs der neuen Bahn
zu vereinfachen, zu beschleunigen und insbesondere eine gegen Störungen wenig auffällige
Konstruktion zu entwickeln.
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Diese Aufgabe wird gelöst durch eine in dem zwischen Querschneiden
der Bahn und erneutem Wickelbeginn liegenden Zeitraum wirksam werdenden Einrichtung
zum vorübergehenden gegenläufigen Antreiben mindestens einer der an der Filhrung
der Bahn zu der Wickelstelle beteiligten Walzen.
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Beispielsweise kann dies dadurch geschehen, daß die Achse einer Tragwalze
eines Tragwalzenrollers mit einem Freilauf versehen ist. Dabei kann der Freilauf
mit einem den Freilauf blockierenden und die Tra¢alze im Vergleich zum Aufwickelvorgang
gegenläufig drehenden Druckmittelzylinder verbunden sein.
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Es ist jedoch auch möglich, daß zwischen der Längsschneideinrichtung
und der Wickelhülse eine von der Bahn umschlungene bei abgestelltem Wickelantrieb
bewegbare Walze angeordnet ist.
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Durch die vorgeschlagene Einrichtung wird die vorderste Ernte des
Anfangs einer Bahn oder eines aus einer Bahn geschnittenen Streifens so an die Hülse
angelegt, daß am Anfang ds Streifens oder der Bahn keine Falten, Kniffe eder dergleichen
entstehen.
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Dadurch ergibt sich eine verbesserte Qualität der aufzuwickelnden
Rollen. Ferner ist die vorgeschlagene Einrichtung in ihrem Aufbau sehr einfach und
darüber hinaus aufgrund ihres robusten Aufbaus für den rauhen Betrieb, wie er bei
Wickelmaschinen ueblich ist, geeignet. Ferner ist es nicht uedin erforderlich, daß
der Anfang des Streifens oder der Bahn an die WickelhÜlse oder die Wickelwelle angeklebt
wird. Sofern die entsprechende Wickelwelle oder Wickelhülse mit entsprechenden Einrichtungen
ausgestattet ist, kann der Anfang der neuen Bahn oder des neuen Streifens auch durch
eine gegebenenfalls vorübergehend wirksame Saugeinrichtung an der Wickelwelle oder
der Wickelhülse in genügender Weise befestigt werden.
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Fin Ausführungsbeispiel wird nachstehend anhand der beigefügten schematischen
Figur erläutert. In dieser Figur sind die im vorliegenden Zusammenhang nicht wesentlichen
Maschinenteile wegen einer übersichtlicheren Darstellungsweise nicht gezeichnet
Eine Bahn 1 aus Papier, Folie oder dergleichen läuft in Pfeil richtung von einer
bekannten und daher nicht gezeichneten Abrollung über eine Leitwalze 2 einer Längsschneideinrichtung,
bestehend aus dem Unterrresser 3 und dem Obermesser 4 zu.
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Die Leitwalze 2 , sowie Unter- und Obermesser 3 und 4 , sind in bekannter
Weise drehbar in einem nicht gezeichneten Masehinengestell gelagert. Das Obermesser
4 kann in bekannter Weise von dem Untermesser 3 abgeschwenkt werden. Dies kann beispielsweise
durch Verschwenken des Haltearme 5 des Ohermessers 4 um den Drehpunkt 6, welcher
an dem Gestell der Rollensehneid- und Wickelmaschine angebracht sein kann, erfolgen.
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Nach Verlassen der Längsschneideinrichtung läuft jeder aus der Bahn
1 ausgeschnittene Streifen einer entsprechenden Wickelhülse 7, Wickeiwelle od. dgl.
zu. Beispielsweise laufen alle durch die Längsschmeideinrichtung 3/4 aus der Bahn
1 geschnittenen Streifen 8, 8a, 81) usw. einer einzigen Wickelhülse 7 zu.
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Es ist jedoch auch möglich, daß die Wickelhülse 7 aus verschiedenen
Teilen besteht, welche nebeneinander und koaxial ro in der Wickelmaschine angeo-dnet
sind, daß jedem der nebeneinander liegenden Streifen 8, 8a, 8t usw. , welche in
Blickrijchtung der Figur hintereinander angeordnet sind, jeweils eine Wickelhülse
oder wickelwelle zugeordnet ist. Die Breite der jeweiligen Wickelhülse entspricht
dabei der Breite des jeweils zugeordneten Streifens.
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Es ist jedoch ebenfalls möglich, daß die zunächst nebeneinander liegenden
Streifen voneinander getrennt und danach an verschiedenen Stellen innerhalb der
Rollenschneid- und Wickelmaschine aufgewickelt werden. Dabei ist es möglich, daß
jeweils mehrere Streifen en einer gemeinsamen sogenannten Wikkelstelle zu Rollen
aufgewickelt werden.
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In dem gezeigten Ausführungsbeispiel werden alle Streifen 8, 8a 8b
usw. auf mehreren koaxialen in Blickrichtung) der Figur hintereinander angeordneten
Wickelhülsen 7, 7a, 7b usw. zu Rollen 9, 9a, 9b usw. aufgewickelt. Die Wickelhülsen
oder die sich um diese Wickelhülsen herum aufwickelnden Rollen 9) 9a, 9b usw. stützen
sich während des Wickelvorganges auf den Tragwalzen 10 und 11 ab. Diese Tragwalzen
sind ebenso in dem maschinengestell drehbar gelagert, wie die Belastungswalze 12,
mit deren Hilfe auf jede aufzulsiclcelJlde Rolle eine bestimmte Anpreßkraft ausgeübt
werden kann.
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Während des Wickelvorgangs laufen die Tragwalzen 10 und 11 entsprechend
der Richtung der Pfeile 13 und lit un. Die Drehachse der Tragwalze 10 ist mit einem
Freilauf 15 derart verbunden, daß die Tragwalze während des eigentlichen Wickelvorgangs,
ungehindert umlaufen kann.
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Der Freilauf 15 ist darüber hinaus mit einem Exzenter 16 verbunden.
Dieser Exzenter ist Über Gelenlc 17 mit dem Kolben 18 eines Druckmittelzylinders
19, welcher durch das Gelenk 20 an dem Gestell der Maschine befestigt ist, verbunden.
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Ferner ist in der Rollenschiieid- und Wickelmaschine ein Ablagetiscla
21 angebracht. Mit Hilfe dieses Ablagetisches können die fertig gewickelten Rollen
9, 9a, 9b usw. wenn sie einen gewfinsciten Durchmesser erreicht haben, von der durch
die Tragwalzen 10 und 11 gebildeten Wickelstelle entfernt und einer Ablage 22 zugeführt
werden.Belspielsweise wird jede fertig gewickelte Rolle in die Ablage gerollt, noch
ehe der, der jeweiligen Rolle zugeordnete Streifen quer durchschnitten wurde. Während
des Rollvorganges kann mindestens die äußerste Windung jeder gewickelten Rolle wieder
abgewickelt werden, ohne daß die in jedem Streifen befindliche Spannung nachteilig
beeinflußt wird.
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Zwischer der aus den Tragwalzen 10 und 11 gebildeten Wickelstelle
und der Ablage 22 ist eine Einrichtung 23 angebracht, durch die die Bahn 1 oder
die aus ihr geschnittenen Streifen 8, 8a, 8b usw. quer zu der Laufrichtung durchtrennt
werden können.
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Durch die Wirkung der über die Breite der Bahn 1 verschiebbaren Querschneideinrichtung
23 , entstehen zwei neue Teile der Bahn 1 oder jedes Streifens 8, 8a, 8b usw. beispielsweise
das Ende 24, welches dem zu der Rolle 9 aufgewickelten Streifen zugeordnet ist,
und der neue Anfang 25, welcher einer in einem nachfolgenden Wickelvorgang neu zu
wickelnden Rolle zugeordnet ist.
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Die Leitwalze 2, das Untermesser 3, die Walzen 27 und 28, sowie die
Tragwalzen 10 und 11 bilden dabei Walzen oder einem Zylinder ähnliche, drehbare
Teile, welche an der Führung der Bahn oder jedes Streifens zu der jeweiligen Wickelstelle
beteiligt sind.
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Wenn der neue Anfang 25 jedes neu aufzuwickeinden Streifens in der
gestrichelt dargestellten Position liegt, dann kann er mit Hilfe einer entsprechenden
Einrichtung, einer DUse oder dergleichen mit Leim versehen werden sodaß er an der
neuen ihm zugeordneten Wickelhülse oder Wicl{elwelle zu haften vermag. Anschließend
wird jeder Streifen quer durchtrennt.
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In dem kurzen, zwischen dem Querschneiden der Bahn 1 oder jedes Streifens
8, 8a, b usw. und dem Beginn des Drehens der neu zugeführten Wickelhülsen 7>
7a, 7b usw. liegenden Zeitraum, werden der Druckmittelzylinder 19 und der Kolben
18 wirksam. Beispielsweise verschiebt sich der Kolben 18 in der Figur nach unten,
so daß der Exzenter 16 entgegen der Richtung des Pfeiles 13 verschwenkt wird. Dadurch
wird der Freilauf 15 bloMMiert und die Tragfralze 10 ebenfalls entgegen der Richtung
des Pfeiles 13, d.h. vorübergehend gegenläufig zu ihrer eigentlichen Drehrichtung
gedreht. Auf diese Weise wird die Tragwalze 10 derart gedreht, daß der Anfang 25
jedes Streifens und damit die vorderste Kante jedes Streifens so weit in Richtung
auf die Wickelstelle zurückgezogen wird, daß er mit der jewei-11 gen Wickelhülse
7 in Berührung kommt. Dadurch klebt die vordere'Kante an der jeweiligen Wickelhülse
an, sofern sie,oder der unmittelbare Anfang des Streifens mit Klebstoff versehen
wurde.
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Es ist jedoch auch möglich, eine entsprechende Saugeinrichtung wirksam
werden zu lassen, wenn die vordere Kante jedes Streifens mit der jeweiligen Wickelhülse
in Berührung gekommen ist, wodurch beispielsweise innerhalb der Wickelhülse 7 ein
Vakuum entsteht. Hierzu ist es jedoch erforderlich, daß jede Wiekelhülse oder Wickelwelle
mit entsprechenden Bohrungen audgestattet ist, um die Saugluft gegenüber dem Anfang
des Streifens wirksam werden zu lassen. In diesem Falle entfällt das Aufbringen
eines Klebstoffes, Leimes od.dgl..
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Während des Zurückziehens jedes Streifens kann die Bahn oder jeder
aufzuwickelnde Streifen in jeweils eine Schlaufe 26 oder dergleichen gelegt werden.
Damit jedoch die Position jedes Streifens gegenüber der Längsschneideinrichtung
3/4 nicht verändert wird, kann in dem Gestell der Maschine eine Walze 27 drehbar
gelagert sein. Diese Walze wird dann, wenn der Kolben 18 und der Zylinder 19 wirksam
werden, an einer Drehung beispielsweise durch eine Bremse gehindert. Darüber hinaus
kann die Kraft mit der sie gegen die Tragwalze 10 anliegt, auf Grund einer geeigneten
Lagerung einstellbar sein, beispielsweise durch eine Druckfeder. Die Walze 27 drückt
jeden Streifen 8, 8a, 8b usw. oder die Pahnl gegen die Trag.alze 10.
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Auf diese Weise bildet sich die links oberhalb der Tragwalze 16 in
der Figur dargestellte Schlaufe 26; Es ist jedoch auch möglich, eine andere Walze
28 vorzusehen, welche in dem Gestell der Maschine beweglich, d.h. verschiebbar oder
verschwenkbar angeordnet ist. Dabei kann die Bewegung der Walze 28 in entsprechender
Weise gesteuert oder geregelt sein, heispielsweise kann es bereits genügen, die
Walze 28 durch eine Feder 29 zu belasten und am Maschinengestell verschiebbar zu
lagern. Bei diesem Lösungsvorschlag kann die Walze 27 entfallen, so daß sich eine
Schlaff während der Wirksamkeit des Druckmittelzylinders 19 ergibt, wie sie in der
Figur links unterhalb der Tragwalze 13 strichpunktiert dargestellt ist.
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Wenn der neue Anfang 25 der Bahn 1 oder jedes Streifens 8, 8a, 8b
usw. mit der entsprechenden Wickelhülse oder Wlckelwelle in Berührung gelcommen
ist, dann wird das in den Druckmittelzylinder 19 eingeflossene Druckmittel wieder
entfernt, so daß sich der Exzenter 16 in Richtung des Pfeils 13 dreht und damit
die Tragwalze 10 wieder freigibt. Danach wird die Wickelmaschine in gewohnter Weise
wieder eingeschaltet, so daß die Tragwalzen 10 und 11 während des Wickelvorganges
entsprechend der Richtung der Pfeile 13 und 14 für einen neuen Wiekeivorgang umlfen
können.
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Die vorgeschlagene Einrichtung ist nicht auf das dargestellte und
beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt. Sie kann vielmehr im Rabmen fachlichen
Könnens und unter Wabrung der erzielten Verteile abgewandelt werden. @@ispielsweise
können auch beide Tragwalsen verübergrbend gegenläufig angetrieben werden, um den
Anfang jedes ncuen Streifens mit der entsprechenden Wickelwelle oder Wickelhülse
in Verbindung zu bringen.
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An Stelle einer Ouerschneid@inrichtung kann auch irgendeine andere
belichige Trenneinrichtung vorgeschen werden, solange sie in der Lage ist, die jeweils
in der Maschine @efindliche Bahn oder die jeweils befindlichen Streifen zu durchtrennen,
beispielsweise zu schmelzen.
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Ferner kann auch irgendeine andere Einrichtung vorgesehen sein, welche
verhindert, daß sich die Behn oder die aus dieser Bahn ausgeschnittenen Streifen
dann gegenüber der Längsschneideinrichtung verschiebt oder verschieben, wenn der
durch den Querschnei@vergang entstandane neue Anfang jedes Streifons in Richtung
auf die neue Wickelwelle oder Wickelhülse zurü@kgezogen wird.