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Vorrichtung zum Reinigen von Öl oder dergleichen Kohlenwasserstoffe
mitführendem Wasser Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Reinigen von Öl
oder dergleichen Kohlenwasserstoffe mitführemdem Wasser, mit mehreren nacheinander
fortlaufend zwangsdurchflossenen Strämungsverzögerungs-Becken, einem Öl-Sammelraum
mit zugeordnetem Ölauffang-Becken mit Ablaußleitungen und mit einem einen Wasserblauf
aufweisenden Reinwasser-Becken.
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Eine Vorrichtung der vorbezeichneten Gattung soll hauptsächlich dort
eingesetzt werden, wo fabrikneue Kraftfahrzeuge in an sich bekannter eine von einem
die Korrosion wahrend einer Lagerungszeit verhütenden Wachsüberzug befreit werden
sollen.
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Die Entfernung derartiger wachsüberzüge erfolgt mit Wasser, welches
auch temperiert, also heiß sein kann, wobei oem .uasser das Paraffin auflösende
Kohlenwasserstoffe zugesetzt weraen. bies können z.B. Heizöl oz. Dieselöl, aber
auch an sich bekannte Kaltreinigungsmittel sein.
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Die mit den Kohlenwasserstoffen und dem gelösten Paraffin versetzten
Schmutzwasser dürfen gemäß gesetzlicher Bestimmungen nicht ohne weiteres in die
Kanalisation abgeführt werden. Es ist deshalb erforderlich, das Schmutzwasser vor
der einleitung in die Kanalisation vom anhaftenden Öl und raraffin wieder zu trennen.
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Gemäß dem Stand der Technik sind bereits Olabscheider in verschiedenen
Ausführungen bekannt. So kennt man z.B Ölabscheider in den zum Grundstück einer
Tankstelle gehörenden wasserableitern, durch die verhindert wird, daß mit Ol durchsetztes
Waschwasser für die Kraftfahrzeuge in die öffentliche Kanalisation gelangt.
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Derartige Anlagen haben jedoch nur geringfügige Mengen Öl aus verhältnismäßig
großen, anfallenden Wassermengen abzuscheiden, so das die damit erzielbare geringfügige
Leistungsfähigkeit für die Schutzfunktion an einer Tankstelle vollkönnen ausreicht.
Für die stark mit öl und Paraffin durchsetzten Schmutzwasser bei der Entwachsung
von Kraftfahrzeugen reicht die Leistungsfähigkeit nicht aus Eine Entwachsung von
ca. 40u Kraftfahrzeugen innerhalb von 24 mtd. entspricht einer durchschnittlichen
leistung und es liegt auf der Hand, daß zur Reinigung des anfallenden Schmutzwassers
Vorrichtungen entsprechender Kapazität vorhanden sein müssen. ns sind bereits Anlagen
bekannt, die nach dem Prinzip der aus der 2o.vasserreinigung bekannten Kläranlagen
arbeiten.
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Während sich bei Kläranlagen die Schwebstoffe des Schmutzwassers in
nacheinander durcheinander durchflossenen Becken absetzen, geht man bei ölverschmutztem
Wasser so vor, daß aie weizen inres geringeren spezifischen Gewichtes im Wasser
aufsteigenden und an der Oberfläche schwimmenden Oltröpfchen gesammelt werden. Dieser
Vorgang muß dann entsprechend der zu erzielenden Reinheit des Wassers menrfach wiederholt
werden. Das anfallende Schmutzwasser wird dabei in ein Becken eingeleitet und die
zwangsläufig durch Einpumpen oder natürliches Gefälle auftrenden Strömungschwindigkeiten
und Wirbel müssen in der nun weiterströmmenden wassermenge so vermindert und beruhigt
werden, daß die Mitgefuhrten Konlenwasserstoffe in Form von Tröpfchen aufsteigen
können.
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Da man in einem einzigen Becken eine derartige Berunigung des eingegebenen
Schmutzwassers nicht erzielen kann, ist es bekannt wie auch bei üblichen Kläranlagen
mehrere Becken hintereinanderzuchalten und das jedem Becken die aufsteigenden und
an der Oberfläche sch@immenden Oltröpfchen abzuziehen.
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Um die bei der Entwachsung von Kraftfahrzeugen anfallenden Schmutzwas@ermengen
ausreichen reinigen zu können muß die Anlage wie gesagt eine genügende Leistungsfähigkeit
aufweisen. Hierzu ist es dann erforderlich eine bestimmte Anzahl von Becken hintereinander
anzuordnen, was bei Anlagen üblicher Art einen erhoblicher Investitionsaufwand erfordert.
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Die @ecken werden gewöhnlich in das Erdreich eingelassen und in Beton
ausgeführt. Die gesamte Ausführung entspricht
damit den aufbau üblicher
Kläranlagen zur Abwasserbeseitigung und Reinigung.
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bie durch den Bau einer solchen Anlage entstehenden Kosten vrürden
sich selbstverständlich nur dann als rentabel erweisen, wenn eine fortlaufende,
gleichmäßige Ausnutzung der Anlage gewährleistet ist. Dies ist jedoch gerade bei
der Entwachsung von Kraftfahrzeugen nicht der Fall. Hier kann es durchaus vorkommen,
daß innerhalb kürzester Ze-it eine bestimmte anzahl von Kraftfahrzeugen entwachst
werden muß, während im nachfolgenden Zeitintervall überhaupt keine Entwachsung erfolgt.
Der Aufbau einer Vorrichtung zum reinigen des anf;'llenden Schmutzwassers ist daher
an und für sich von der kostenseitigen planung her nicht zu übersehen, so daß nan
in kaufmännischer Hinsicht bestrebt sein wird die dafür aufzuwendenden Kosten so
niedrig wie möglich zu halten. Da der Gesetzgeber eine Einleitung ungereinigter
Schmutzwasser in die öffentliche Kanalisation nicht zuläßt, wird man jedoch nicht
ohne eine Vorrichtung zur Reinigung der xchmutzwasser auskommen.
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einer Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der vorbezeichneten
Gattung zu schaffen, die bei hoher Leistungsfähigkeit kostengünstig ist0 Diese Aufgabe
ist gemäß der Erfindung dadurch gelöst woraen, aaß der Innenraum eines lotrechtstehenden
zylinderförmigen Behälters mittels mehrerer radial eingesetzter Trennwände in
die
Verzögerungs-Becken, das Olauffang-Becken und das Reinwasser-Becken unterteilt ist,
das im Schnittpunkt der Trennwände der den Becken gemeinsame abflußseitig den Olauffang-Becken
zugeordnete Ölsammelraum angeordnet ists und daß die inlaufmündung des Wasserablaufes
von unten unter den Flüssigkeitsspiegel im Reinwasserbecken geführt ist und einen
als Schwimmer ausgebildeten Verschluß aufweist.
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Durch diese ausbildung kann eine Vielzahl von hintereinander durchflossenen
Becken auf kleinstem Raum angeordnet werden, so daß die gesamte anlage nur wenig
Platz und dadurch gerin e Grundstückskosten beansprucht. Ein weiterer Vorteil, der
ganz erheblich zur kostengünstigen Herstellung beiträgt, ist die Möglichkeit den
zylinderförmien Behälter mit seinen Trennwänden als ein vorgefertigtes Bauteil auf
die Baustelle zu liefern. Der Behälter könnte dort in den Erdboden eingelassen werden
und nach Herstellung der entsprechenden Anschlüsse der Rohrleitungen ist die Anlage
funktionsbereit. Die Vielzahl der hintereinander durchilossenen Kammern hat auch-noch
den Vorteil, daß bei Verwendung von heißem Wasser bei der Entwachsung in den vielen
hintereinander durchflossenen fitrömungsverzögerungs-becken eine abkühlung des Schmutzwassers
erfolgt, so daß später eine bessere Trennung und Ausfällung von öl und vor allen
Dingen Paraffin ermöglicht wird. Ol und raraffin werden sich in jedem durchflossenem
Becken an der Oberfläche des Wasserspiegels
ablagern und absetzen
und können durch den im Mittelpunkt des zylinderförmigen Behälters angeordneten
Öl-Sammelraum über entsprechende Einrichtungen weiter zum Olauffang-Becken geleitet
werden. Hier werden Ol und Paraffin gesammelt und in konzentrierter orm können diese
in entsprechende Behälter abgeleitet werden. Im Reinwasserbecken ist ein wasserablauf
angeordnet der von unten gegen die Wasseroberfläche geführt ist, jedoch untergetaucht
bleibt.
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Die untergetauchte Einlaufmündung ist mit einem Schwimmer versehen,
der so ausgebildet ist, daß bei. einer Ansammlung von größeren Olmengen auf der
Wasseroberfläche im Reinwasserbecken der Schwimmer durch die vom Ol geänderten Auftriebsverhältnisse
absackt und die untergetauchte Einlaufmündung des wasserablaufes verschließt. Erst
wenn das im Reinwasserbecken noch vorhandene öl durch den Öl-Sammelraum auch in
das Ölauffang-Becken abgeleitet ist, normalisieren sich die Auftriebsverhältnisse
des Schwimmers wieder, so daß die Einlaufmüngung des Wasserablaufes im Reinwasserbecken
freigegeben wird. Das von Ol und Paraffin befreite Wasser kann ungehindert in die
Kanalisation abgeführt werden. jedoch ist es auch möglich, daß gereinigte Wasser
sowie auch wie öle und Entwachsungsmittel wieder neu bei der Entwachsung von Kraftfahrzeugen
zu verwenden.
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Nach einer Weiterbildung kann der zylinderförmige Behälter doppelwandig
ausgebildet sein, wobei dann der zwischen den Wandungen entstehende Raum mit einer
an sich bekannten blwarneinrichtung
gekoppelt ist. Dies ist besonders
dann vorteilhaft, wenn der zylinderförmige Behälter mit seinen Trennwänden als Schweißkonstruktion
aus Stahlblech ausgeführt ist.
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Bei einer einwandigen Ausführung des Behälters aus Stahlblech kann
dieser nach r;inlassen in das Erdreich in an sich bekannter weise auch mit Beton
umgossen werden und ist dann als ortsfeste Anlage installiert.
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Zur Beeruhigung und Verzögerung der Fließgeschwindigkeit des zu reinigenden
wassers sind in die Trennw-nde gegeneinander versetzt mündende Steigrohre eingesetzt.
Die Steigrohre können jedoch auch durch entsprechende Durchbrüche in den Trennwanden
erseztz werden.
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Nach einer anderen Weiterbildung weist der Schwimmer an seiner einetauchten
Seite ein nach unten abgestehendes, den wasserablauf umhüllendes Mantelrohr auf.
Obwohl die Einlaufmündung des wasserablaufes im Reinwasserbecken unmittelbar unter
der Wasseroberfläche angeordnet ist, wird durch das umhüllende Mantelrohr die Eintrittsöffnung
des abzuführenden Wassers wieuer tief nach unten in das Reinwasserbecken verlegt,
, und zur in einen bereich, in den im asser keine Konzentration von öl und Paraffin
mehr vorhanden ist. Das abzufünrende wasser steigt dann in dem zwischen Mantelrohr
und Wasserablauf verbleibenden ringförmigen Spalt nach oben.
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Nach einer anderen weiterbildung ist das Olauffang-Becken zusätzlich
zum Olablaß noch mit einen Paraffinablaß versehen.
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Dieser Paraffinablaß kann noch mit einem Pegelfühler im Olauffang-Becken
gekoppelt werden, ter mit mechanischen Abzugseinrichtungen wie Pumpen oder dergleichen
für den Ol- und den Paraffinablaß zusammenwirkt. Steigt der Paraffinspiegel im unteren
Bereich des Olauffang-Beckens soweit an, daß eine entleerung angezeigt ist, kann
durch entsprechendes z.B. elektrisches Signalgeben des Pegelfühlers eine entsprechende
Pumpeinrichtung zum Abführen des Paraffins und auch des Öls zum Ansprechen gebracht
werden.
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Ein Ausführungsbeispiel, aus dem sich weitere erfinderische Merkmale
ergeben, ist in der Zeichnung dargestellt.
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Es zeigen: Fig. 1 Eine schematische braufsicht auf die erfindungsgemäße
Vorrichtung, Fig. 2 einen Schnitt durch die Vorrichtung gemäß £Ig. 1 entlang der
linie II-II in Fig. 1 und Fig, 3 einen schematischen Halbschnitt durch die Vorrichtung
gem. xig. 1 entlang der Linie III-III in Fig. 1 Wie in sig. 1 dargestellt, besteht
die Vorrichtung aus einem zylinderförmigen Behälter 1, dessen Außenwandung 2 aus
Stahlblech gefertigt ist und nach dem Einlassen in den Erdboden auf der Baustelle
mit einer Betonschicht 3 umgossen ist. Der Innenraum des zylinderförmigen Behälters
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ist wie dargestellt durch lotrechte Trennwände 4, die radial eingesetzt sind, in
Strömungsverzögerungs-Becken 5-13 unterteilt. Älit 14 ist ein Reinwasser-Becken
und mit 15 ein Ölauffang-Becken bezeichnet. Der Schmutzwasserzulauf erfolgt in das
erste Strömungsverzögerungs-Becken 5 über den Schmutzwassereinlauf 16 . Mit 17 ist
ein im ochnittpunkt der radial eingesetzten trennwände 4 angeordneter Ol-Sammelraum
bezeichnet. tiährend die Becken 5-10 durch einfache gegeneinander versetzt angeordnete
Durchbrüche 18 in den Trennwänden miteinander verbunden sind, weisen die Becken
11, 12, 13 und 14 eine strömungsseitige Verbindung untereinander mittels Steigrohren
19 auf. Mit 20 ist der Wasserablauf des Reinwasser-Beckens bezeichnet. Das Ölsammel-Becken
ist wie dargestellt mit einem Paraffinablauf 21 und einem Ölablauf 22 versehen.
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Mit 23 ist noch eine den Becken 11, 12, 13 und 14 gemeinsame Olsammelkammer
bezeichnet.
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Fig. 2 zeigt einen schematischen schnitt entlang der xinie II-II in
Fig. 1 0 Es ist dargestellt, daß der zylinderförmige Behälter 1 mit Boden- und Seitenwänden
mittels einer deckelartigen abdeckung 25 verschlossen werden kann.
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gleiche Bauteile sind mit entsprechenden Bezugszahlen der Fig. 1 versehen,
In Fig. 3 ist ein schematischer Halbschnitt entlang der Linie liI-III in Fig. 1
gezeigt, wobei insbesondere das Reinwasser-Becken 14 mit dem Wasserablauf 20 verdeutlicht
dargestellt
ist. fler Wasserablauf ist wie aus der Zeichnung ersichtlich von unten zurück zur
jasseroberfläche im Reinwasser-Becken hochgezogen, so daß die Einmündung 26 des
Wasserablaufes 20 unter der Wasseroberfläche im Reinwasser-becken abgetaucht verbleibt.
Mit 27 ist ein als Schwimmer ausgebildeter Verschluß für die Einlaufmündung des
Wasserablaufes bezeichnet. dieser JJcnwimmer ist derart ausgebildet, daß bei Ansammlung
einer dickeren Ölschicht auf der Wasseroberfläche im Reinwasser-Becken seine Auftriebsverhältnisse
verandert werden und dadurch die-Sinlaufmündung des Wasserablaufes verschlossen
wird. Der Wasserablauf bleibt so lange verschlossen, bis das sich angesammelte Ol
über die Olsammelkammer 23 abgelaufen ist, und sich cde Auftriebsverhältnisse des
schwimmers so verbessert haben daß er nunmehr wieder im Wasser schwimmt und die
Einlaufmündung freigibt. Zur Sicherheit ist der Schwimmer noch an seiner bnterseite
mit einem das nach oben gezogene wasserablaufrohr umhüllendenMantelrohr 28 versehen.
Dadurch ist gewährleistet, daß aus dem Reinwasser-Becken zu entnehmendes Wasser
stets in Pfeilrichtung in den Zwischenraum zwischen Mantelrohr und Wasserablaufrohr
eintritt und bis zur Einlaufmündung des Wasserablaufes hochgezogen wird.
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Die Vorrichtung arbeitet wie folgt: Das Ölschmutzwasser fließt über
einen nicht darges-tellten sandfang in den Schmutzwassereinlauf 16 und in das erste
Strömungsverzögerungs-Becken 5 . Vom Becken 5 fließ@ das Wasser durch die versetzten
Offnungen 18 in den Trennwänden
von einer Kammer in die ancere,
bis die Kammer 11 erreicht ist, auf den Wasseroberflächen in den einzelnen Kammern
sich ansammelndes Öl wird über den Ölsammelraum 17 und die Ölsammelkammer 23 aus
dem Becken 11 abgeführt. Vom Becken 11 wird das Wasser nunmehr über Steigrohre 19-
in; die nachfolgenden Becken weitergeleitet. Auch von hier wird anfallendes Öl und
Paraffin über die Olsammelkammer 23 in das Olauffang-Becken geleitet. Die Becken
5-10 sind Grobreinigungsbecken und vor allen Dingen Abkühlkammern, wenn bei der
Entwachsung von Kraftfahrzeugen temperiertes Wasser verwendet wird. Durch die versetzten
Öffnungen in den Trennwänden der Kammern muß das Ölschmutzwasser einen langen Weg
zurücklegen, wodurch eine gute Abkühlung erfolgt. Das Wasser strömt schließlich
in das Reinwasser-Becken 44 und das abgesammelte öl und Paraffin in das Olauffang-Becken
15 . Das Wasser ist Jetzt im Reinwasser-Becken so gereinigt, daß es ohne bedenken
in die Kanalisation eingeleitet werden kann0 Den gesetzlichen Bestimmungen über
Olgehalte von Abwassern kann mit der Vorrichtung genügt werden.