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Tafel zur Darstellung von Blindenschrift Die Erfindung bezieht sich
auf eine Tafel zur Darstellung von Blindenschrift, die im wesentlichen aus einer
Platte besteht, in die in mehreren Reihen und Spalten eine Vielzahl von Bildpunkt-Stäbchen
senkrecht verschiebbar einige setzt sind. Die Köpfe dieser Stäbchen können entsprechend
den darzustellenden Zeichen oder Symbolen mechanisch hervorgehoben und wieder versenkt
werden. Mit einer solchen Tafel lassen sich außer der bekannten Braille-Schrift
auch Bilder, Zeichnungen, Landkarten oder graphische Darstellungen anderer Art in
abtastbarer Form wiedergeben
Es ist bekannt, mit Braille Schrift-Druckvorrichtungen
oder Prägemaschinen in Papptafeln beliebige Schriften ein malig und unveränderlich
einzuprägenO Für veränderlichen Text sind auch schon Geräte bekannt, mit denen gewohnliche
Schriftzeichen in Braille-Schrift umgesetzt und sofort auf einer kurzen Braille-Schriftzeile
dargestellt werden können Ein Zurückblicken des Blinden auf gerade eben ngelesenen
Text ist dabei unter Zurückführung des Apparates auf diese Stelle möglich0 Kurze
Schriftzeilen, wie zoBo Ergebnisanzeigen von Rechenmaschinen, lassen sich ebenso
in einer Zeile in mechanisch oder elektromechanisch erzeugter Braille-Schrift wiedergeben
Bei den bekannten Verfahren und Vorrichtungen zur Darstellung von Braille-Schrift-Zeichen
im Wechsel auf einer Platte mit Hilfe von mechanisch bewegten Bildpunkt-Ståbchen
ist es von Nachteil, daß ein recht aufwendiger, komplizierter und daher storungsanfälliger
Hebe- und Senkmechanismus benötigt wird. Außerdem stört der erhebliche Platzbedarf
des Antriebs, der ein dichtes Aneinanderreihen der beschriebenen mechanischen Zeilen
verhindert, wodurch z,B, die Darstellung durchgehender Linien bildhafter Vorlagen
erschwert wird.
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Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine Tafel
der eingangs genannten Art zu entwickeln, die sich mit vergleichsweise geringem
Aufwand herstellen läßt und die auch in Form von ausgedehnten Anzeigeplatten hoher
Zeichendichte ausgebildet'werden kann, Es hat sich nun gezeigt, daß sich diese Aufgabe
mit einer Tafel der eingangs genannten Art losen läßt, die erfindungsgemäß dadurch
gekennzeichnet ist, daß in der Neutralstellung, d.hc bei "unbeschriebener" Tafel,
jedes Bildpunkt-Stäbchen in seiner Versenkung gegen den Druck einer Feder durch
zwei voneinander unabhängige, senkrecht zueinander in der Plattenebene verschiebbare
Sperriegel gehalten wird, die in seitliche Ausnehmungen der einzelnen Stäbchen eingreifen
und bei Betätigung aus diesen Ausnehmungen herausziehbar sind, und daß die Sperriegel
jeder Zeile und jeder Spalte zu je einem durchgehenden Zeilen- bzw Spaltenriegel
vereinigt sind. Bei einem derartigen Aufbau läßt sich jeder Bildpunkt durch gleichzeitige
Betätigung des zugehörigen Zeilen- und Spaltenriegels auslösen0 Eine Rückführung
in die Neutralstellung ist durch mechanische oder elektromagnetische Vorrichtungen,
die gleichzeitig auf alle Bildpunkt
--Ståbchen unter Betätigung
aller Sperriegel einwirken, ohne Schwierigkeiten realisierbar Eine vorteilhafte
Ausführungsart der erfindungsgemäßen Tafel besteht darin, daß die Zeilen und Spaltenriegel
jeweils in Form eines Schiebers ausgebildet sind9 der für jedes Stäbchen eine dem
Querschnitt des Stäbchens derart angepaßte Öffnung aufweist, daß bei Betätigung
des Schiebers durch diese Öffnungen hindurch alle Stäbchen der zugehörigen Zeile
bzwo der jeweiligen Spalte vertikal verschoben bzwo mit ihrem Kopf aus der Tafel
ebene hervorgehoben werden können0 In der Neutralstellung des Schiebers greifen
dagegen die von den einzelnen Öffnungen gebildeten Innenkanten in die seitlichen
Ausnehmungen aller Stäbchen der entsprechenden Zeile bzwo Spalte arretierend ein,
Wichtig ist bei diesem Ausführungsbeispiel der Erfindung, daß in den ein zelnen
Bildpunkt Stäbehen je eine weitere seitliche Ausnehmung für die Innenkanten der
beiden Sperriegel vorgesehen sind, damit nach Auslösen und Hervorheben eines Bildpunkt-Stäbchens
die Zeilen- und Sperriegel wieder in ihre Ausgangslage zurückgeführt werden können,
in der sie die übrigen Stäbchen in der versenkten Lage festhalten.
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Mit der erfindungsgemäßen Tafel läßt sich bei einem mechanisch vergleichsweise
sehr einfachen Aufbau eine außerordentlich hohe Zeitdichte selbst damn verwirklichen,
wenn eine Vielzahl von Zeilen und Spalten, zoBo eine Tafel mit 100 Zeilen und 100
Spalten, erwünscht sind0 Durch die erfindungsgemäß vorgesehene Zusammenfassung aller
Riegel einer Zeile bzwo eines Spaltes reduziert sich bei einer Tafel mit m Zeilen
und n Spalten, also mit m x n Bildpunkten, die erforderliche Anzahl an Betätigungselementen
auf m-n, d,h, auf je ein Betätigungselement pro Zeile und pro Spalte, Außerdem werden
die Antriebselemente für den Betätigungsmechanismus an den Tafelrand gerückt, wo
sogar für größere Antriebe, das ist im allgemeinen ein Zugmagnet oder ein Hydraulikzylinder9
ausreichend Platz zur Verfügung steht Weitere Merkmale, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten
der Erfindung gehen aus der folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels der
Erfindung sowie aus den beigefügten Darstellungen hervor0 Es zeigen in schematischer
Vereinfachung
Figur 1 in Teildarstellung und im Vertikalschnitt
durch die Tafel ein die Ausgestaltung eines Bildpunktes mit eingesetztem Bildpunkt-Stäbchen
gemäß einer Ausführungsart der Erfindung, Figur 2 in Seitenansicht das Bildpunkt-Stäbchen
der Aus führungsart nach Figur 1, und Figur 3 in Teildarstellung einen erfindungsgemäßen
Zeilen-oder Spaltenriegel für das Ausführungsbeispiel der Erfindung nach Figur 1
Wie Figur 1 zeigt, befindet sich am Ort jedes Bildpunktes in der Platte i ein vertikal
verschiebbares Bildpunkte Stäbchen0 In der Ausgangs oder Neutralstellung des Stäbchens
schließt der Kopf 2 des Bildpunkt-Stäbchens mit der Oberfläche 3 der Platte 1 ab
oder ist sogar ein wenig versenkt Nach Losen der Riegel in der nachstehend beschriebenen
Weise ragt der Kopf 2 aus der Oberfläche 3 der Platte 1 hervor, was von dem Blinden
beim Abtasten der Schrift oder des Bildes ermittelt wird0 Die Figur 2 läßt erkennen,
daß jedes einzelne Bildpunkt-Stäbchen einen sehr einfachen Aufbau besitzt Es besteht
im
wesentlichen aus einem runden Stift mit seinem nach Entriegelung aus der Platte
1 hervorstehenden Kopf 2 9 aus einem im Querschnitt erweiterten Mittelteil in den
die verschiedenen Ausnehmungen zum Eingriff der Sperriegel untergebracht sind, und
einem unteren Führungsteil 5 Die Erweiterung 4 im mittleren Bereich des Bildpunkt-Stäbchens
dient zunächst im Zusammenwirken mit dem oberen Anschlag 6 und dem unteren Anschlag
7 (siehe Figur 1) zur Begrenzung des vertikalen Weges dieses Stäbchens0 Außerdem
sind in diesem erweiterten Bereich des Stäbchens die verschiedenen seitlichen Ausnehmungen
oder Nuten 8,8',9,9' eingefugt, in die die Zeilen und Spaltenriegel 10 bzwo 11 eingreifen,
um das Stäbchen in der Neutralstellung (Ausnehmungen 8 und 9) und auch in der Anzeigestellung
(Ausnehmungen 8i und 9ç) zu arretieren, die Ausnehmungen 8' und 91 - hier Ringnuten
- sind außerdem erforderlich, um ein Zurückgleiten der Sperriegel nach der Betätigung
in die in Figur 1 gezeigte Lage auch dann zu ermöglichen, wenn eines oder einige
der Bildpunkt-Stäbchen in der gleichen Zeile oder Spalte ausgelöst sind bzw aus
der Oberfläche 3 hervorragen0 Wie Figur 1 erkennen läßt, liegen die Zeilen- und
Spaltenriegel
10 bzw ii im Inneren der Bildplatte -l in verschiedenen
Ebenen übereinander Der Zeilenriegel 10 ist senkrecht zu dem Spaltenriegel 11 angeordnet.
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Erfindungsgemäß sind nun die Sperriegel jeder Zeile und jeder Spalte
zu je einem durchgehenden Zeilen bzw. Spaltenriegel 10 bzw0 11 vereinigt0 Dies läßt
sich bei Verwendung des in Figur 2 dargestellten Bildpunkt-Stäbchens sehr einfach
dadurch erreichen, daß in jeder Zeile und in jede Spalte ein gemeinsamer Zeilen-
bzw. Spaltenriegel in Form des in Figur 3 dargestellten Schiebers 10 (oder 11) ein
gefügt ist, der an Jedem Bildpunkt mit einer Bohrung 13 versehen ist, die in ihrem
Durchmesser Di gerade dem Außendurchmesser Da im erweiterten Mittelteil 4 des Stäbchens
entspricht bzw ein wenig übertrifft In der verriegelten Neutralstellung greift dieser
Schieber 10 (11) mit einer Innenkante 100, 9, 11', die durch die Bohrung 13 gebildet
wird, in die seitliche Ausnehmung 8 bzw 9 des zugehörigen Bildpunkt-Stäbchens ein,
während zur Auslosung der Schieber 10 (11) soweit verschoben werden muß, daß das
Stäbchen unter Einwirkung des Druckes der Feder 12 durch die Bohrung 13 hindurchgleiten
kann.
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Solange die Tafel noch "unbeschrieben" ist, d.h. in der Neutral- oder
Ausgangsstellung sind alle Stäbchen gegen den Druck der Feder 12 in der Bildplatte
8 versenkt und somit nicht tastbar. Ein Emporspringen verhindern in dieser Stellung
die Zeilen- und Sperriegel 10 bzw 11 Die Auslösung eines beliebigen Bildpunkt-Stäbchens
erfolgt nun, indem gleichzeitig die sich bei ihm kreuzenden Zeilen- und Spaltenriegel
10 und 11 betätigen, d.h. soweit verschoben werden, daß ihre Bohrungen 13 (siehe
Figur 3) konzentrisch zu den Plattenbohrungen angeordnet werden0 Das Stäbchen springt
hoch und der Kopf 2 ragt heraus Da stets beide das Stäbchen haltenden Sperriegel
10 und 11 gleichzeitig betätigt werden müssen, verbleiben alle anderen in der gleichen
Zeile sitzenden Bildpunkt-Stäbchen, gehalten durch die übrigen Spaltenriegel 11,
und alle in der gleichen Spalte sitzenden Stäbchen, gehalten durch die übrigen Zeilenriegel
10, in der Figur 1 gezeigten unteren Position, Die nach Ende der Betätigung z,B.
durch Federkraft wieder in die in Figur 1 gezeigte Lage zurückgleitenden Sperriegel
10,11 rasten dann in jeweils die untere Ausnehmung 8',90 ein und verriegeln dadurch
das ausgeloste Bildpunkt-Stäbchen in der ertastbaren Position und die übrigen Stäbchen
in ihrer
Ausgangsstellung Mit Hilfe der erfindungsgemäßen Tafel
wird die Blindenschrift oder ein entsprechendes tastbares Bild beispielsweise nach
folgendem Schema aufgebaut Durch gleichzeitige Betätigung des ersten Zeilenriegels
und aller gewünschten Spaltenriegel werden alle. Bildpunkt-Stäbchen der ersten Zeile
gesetzt Sodann folgt nach Neutralisation der ersten Bewegung, d,h. Loslassen oder
Zurückführen der Zeilen-und Spaltenriegel, die Betätigung des zweiten Zeilenriegels
und aller in der zweiten Zeile gewünschten Spaltenriegel, uswe Auf diese Weise wird
die tastbare Darstellung Zeile für Zeile aufgebaut, Die Ansteuerung der Zeilen-
und Spaltenriegel erfolgt über eine geeignete codierte Elektronik mit beliebiger
EingabemoglichkeitO Zur Löschung der Schrift oder der Darstellung genügt eine gleichzeitige
Betätigung aller Riegel,verbunden mit einem gleichzeitigen Hinunterdrücken oder
Hinunterziehen der einzelnen Bildpunkt-Stäbchen gegen die Kraft der Federn 12.
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Hierzu läßt sich beispielsweise, wie dies in Figur 1 angedeutet ist,
eine Zugplatte 14 verwenden, mit der gleichzeitig
alle Stäbchen
nach unten in die Neutralstellung bezogen werden können, Schließlich müssen nur
noch die einzelnen Zeilen- und Spaltenriegel wieder freigegeben und damit die Stäbchen
in der Neutrallage arretiert werden Das Setzen eines neuen Textes in Blindenschrift
kann beginnen