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Segmentmatrizen Diese Erfindung behandelt Segmentmatrizen mit Widerstandseigenschaften
gegen Belastungen, die in ähnlichen Matrizen früherer Bauart zu rascher Zerstörung
führten (mit Ausbröckeln, Rißkegelbildung, Zerfall und ähnlichen Erscheinungen als
Folge), und Herstellungsverfahren für solche Matrizen und Anwendungsmethoden für
solche Matrizen.
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In den bisherigen Verfahren matrizenkontrollierter Metallarbeiten
wie Ziehen (in seinen verschiedenen Formen als Vorwärtsziehen, Rückwärtsziehen,
Stoßziehen, Reduktionsziehen, usw.), Stauchen, Abgeraten, Stanzen, Schneiden und
anderer Metall formungs arbeiten war eine ganze Vielfalt von Matrizen in Verwendung.
Diese früheren Matrizen und die Verfahren, in denen sie Verwendung fanden, waren
aber weitgehend unzufriedenstellend nicht nur infolge der fehlerhaften Produkte,
sondern auch infolge der kurzen Lebensdauer der Matrizen selbst und der damit verbundenen
Kosten. Die transversalen Seitenwände der Segmente dieser herkömmlichen Segmentmatrizen,
die in ihrem Zusammenspiel die VerJüngerung der Matrize
bilden,
sind ebene Flächen und im Verhältnis zueinander so angeordnet, daß der Winkel zwischen
der Ebene durch die Mittelachse der Matrizenöffnung und der Kurve, die die ebenen
Segmentflächen entlang der Innenseite der Matrizenöffnung beschreiben, die Fähigkeit
der Segmente herabsetzt, wenn nicht gar ausschließt, aneinander zu harten und die
Lebensdauer der Matrize auf diese Weise zu verlängern. Ungeachtet ihrer Größe oder
äußeren Form bilden die Berührungsflächen zwischen den ebenen Segmentflächen die
Quelle der Probleme, die der langen Lebensdauer und Nützlichkeit der Segmente als
Bestandteile genau justierter Matrizen entgegenwirken. Als Resultat folgt eine relativ
rasche Qualitätsverminderung und die Unrahigkeit, Ausbröckeln, Brüche, Rißkegelbildung
und Zerfall zu verhindern.
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Diese Erfindung faßt als Ziel und Vorteil Matrizen zusammen, deren
neue Konstruktions- und Bauweise Widerstandseigenschaften mit sic bringt, die die
Bearbeitung und Formung von Materialien erlaubt, die äußerste Belastungen der Segmente
unter extremen Bedingungen verlangen. Die weiteren Ziele der Erfindung befassen
sich mit deq Produkten, die unter kontrollierten Bedingungen hergestellt, neue Eigenschaften
aufweisen, und den dazugehörigen Herstellungsverfah ren.
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Das Patent versteht als seine Zielsetzungen auch solche, die von Fachleuten
durch Veränderungen des hier dargestellten Zustandes erreicht werden können, ohne
dabei vom Sinn und der Absicht diese Veröffentlichung abzuweichen.
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Im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung stellt Zeichnung 1A
im Aufriß die Segmentmatrize der gegenwärtigen Erfindung dar, wobei der Schrumpfring
oder ein entsprechend passendes anderes Gehäuse weggelassen ist und die Segmente
der Matrix in ihrer normalen Arbeitsstellung aufscheinen, in welcher sie die vollständige
Matrizenöffnung mit freisrundem bffnungsquerschnitt bilden, stellt Zeichnung 1B
dreidimensional ein Einzelsegment der Matrize dar, deren Aufriß in Zeichnung 1A
zu sehen ist, entspricht Zeichnung 2A der Zeichnung 1A bis auf den Umstand, daß
in Zeichnung 2A der Öffnungsquerschnitt polygonal ist, entspricht Zeichnung 2B der
Zeichnung 2A bis auf den Umstand, daß die innere Arbeitsfläche des Segments in dieser
Zeichnung eben ist, stellt Zeichnung 2C einen Teilaufriß einer Segmentmatrize dar,
deren Begrenzungsfläche durch heterogene Kurven beschrieben sind, stellt Zeichnung
3 einen Teilaufriß einer Segmentmatrize dar, deren Segmentkurven Cc Kurven gleichen
Drucks darstellen, repräsentieren Fign. 4 und 5 Spezialfälle der Querschnittskurven
dargestellt in Zeichnung 3,
stellt Zeichnung 6 zum gleichzeitigen
Vergleich einen Teilaufriß einer Segmentmatrize dar, die Segmente mit Kurven der
Klassen I, II und III - alle mit demselben Anfangswinkel Alpha - zusammenfaßt, stellt
Zeichnung 7 einen Teilaufriß einer Segmentmatrize mit kreisrunder bRfnung und geraden
Segmentbegrenzungskurven dar, entspricht Zeichnung 8 der Zeichnung 7 bis auf den
Umstand, daß der Öffnungsquerschnitt hexagonal ist, entspricht Zeichnung 9 der Zeichnung
8 bis auf den Umstand, daß der Öffnungsquerschnitt in der Zeichnung dekagonal ist,
stellt Zeichnung 10 einen Teilaufriß einer Segmentmatrize dar, deren b££nungsquerschnitt
quadratisch ist und in der verschiedene Typen von Segmenten mit geraden Begrenzungsflächen
zum Vergleich dargestellt sind, entspricht Zeichnung 11 der Zeichnung 10 bis auf
den Umstand, daß der Öffnungsquerschnitt in dieser Zeichnung dreieckig ist, stellt
Zeichnung 12 einen Teilaufriß einer Segmentmatrize mit einer Segmentbegrenzungskurve
der Klasse II dar, stellt Zeichnung 13 einen Teilaufriß einer Segmentmatrize mit
hexagonalem ffnungsquerschnitt dar, dessen ursprüngliche Scheite
angekrümmt
sind, und deren Segmentbegrenzungskurven der Klasse II angehören, stellt Zeichnung
14 einen Aufriß einer Segmentmatrize mit kreisrunder Öffnung und reflektiert gekrümmten
Segmentbegrenzungskurven dar, entspricht die Zeichnung 14A der Zeichnung 14 bis
auf den Umstand, daß in dieser Zeichnung der Öffnungsquerschnitt quadratisch ist,
illustriert Zeichnung 14B die mathematische Ableitung der Reflektion einer Segmentbegrenzungskurve
aus Zeichnung 6 an einer Geraden D-Dt, stellen die Kurven der Klasse III auf den
Zeichnungen 15 - 19 Begrenzungslinien für die Zwischensegmentberührungsflächenquerschnitte
dar, anhand deren die Konstruktion der Segmente für diese Erfindung vorgenommen
werden kann, Fign. 20 - 27 zeigen bei der Segmentformermittlung verwendete Kurven,
finden sich in den Zeichnungen 28 - 31 noch weitere Aufrisse von Segmentmatrizen,
die die erfindungsgemäßen Merkmale aufweisen, läßt sich auf Zeichnung 32 ein Grundriß
einer kompletten Matrizenstruktur erkennen einschließlich des Schrumpfringes und
der Matrizenhalterung,
stellt Zeichnung 32A den entsprechenden Aufriß
der Struktur von Zeichnung 32 dar, bilden die Zeichnungen 33, 34 und 35 Maßstabzeichnungen
von Segmentmatrizen dar, wie sie in den Beispielen 2, 3 und 4 detailliert ausgeführt
sind, sind in den Tabellen 36 und 36A Zahlenpaare für n und K in Abhängigkeit von
jeweils gegebenen Werten für Qmax und Alpha angegeben.
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Dementsprechend ist die gegenwärtige Erfindung auf Segmentmatrizen
ausgerichtet, die in der Lage sind, maximale Arbeitsbelastungen unter extremen Bedingungen
zu ertragen wie sie in Materialformung und -bearbeitung auftreten können. Allgemein
gesprochen ist die hier verwendete Matrize eine Segmentmatrize mit einer mathematisch
abgeleiteten Struktur, im Speziellen eine Matrize mit einer Gruppe mathematisch
abgeleiteter segmentförmiger Teile, die, sinnvoll miteinander in Verbindung gebracht,
eine gewünschte Matrizenöffnung bilden und,geeignet zusammengehalten, die Form der
gewünschten Matrize beibehalten. Es kann jede geeignete Struktur und Methode angewandt
werden, die einzelnen Segmente in ihrer Arbeitslage zusammenzuhalten. Die Erfindung
erstreckt sich nicht auf diese Strukturen und Methoden außer insofern, als sie im
Zusammenwirken mit den Matrizensegmenten letztere in der endgültigen Matrizenstruktur
zusammenhalten.
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Der Grundgedanke der Erfindung liegt im mathematisch abgeleiteten
segmentförmigen Teil oder Matrizenöffnungssegment, von dem eine X
Vielzah;
sachgemäß zusammengesetzt, die Matrizenöffnung bilden.
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In vorbestimmter Reihenfolge gleitet jedes Segment auf dem nächstliegenden
Segment entlang einer mathematisch bestimmten gekrümmten Fläche. Der Hauptvorteil
der hier erläuterten Erfindung ist der mathematisch bestimmte geometrische Kontakt
zwischen den Segmenten' der die Arbeitslast aufnimmt durch kontrollierte Verteilung
der Kohäsionsdrucke auf die Segmentberührungsflächen. Jene Flächen der segmentförmigen
Teile, die zur Bearbeitung der Werkstücke geplant sind, bilden die Matrizenöffnung
von gewUnschter Form, Die gekrümmten Transversalflächen werden in einer Anzahl von
Formen dargestellt werden, die Je nach der Art des Kohgsivdrucks, den die Segmente
unter gegebenen Arbeitsbedingungen aufeinander ausüben, in drei spezielle Gruppen
eingeteilt werden können. Die Wirkungsweise der Kohäsivdrucke kann durch diese Vielfalt
von Matrizensegmentformen und ihrer Anordnung zueinander willkürlich festgelegt
werden. Wie dies zustande kommt, soll im Weiteren detailliert zeigt werden.
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Die Darstellungen 1-A, 1B, 2A und 2B sind repräsentativ für eine theoretisch
unbegrenzte Gruppe von Matrizen, die sich voneinander unterscheiden a) durch den
Winkel Alpha der Steigung der Kurven C im Anfangspunk (wobei Alpha zwischen mehr
als Oo und weniger als 900 schwanken kann), b) durch die Breite t der Matrizenwand,
die, wie gezeigt werden wird, in bestimmten Fällen speziellen Beschränkungen unterwore
sein kann,
c) durch die Form der Kurve C, d) durch die Anzahl der
Segmente m, die die Matrize bilden, und e) durch die Form des Öffnungsquerschnittes
der Matrize, die beliebig gekrümmt oder polygonal begrenzt sein kann.
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Im Sinne dieser Erfindung sind die Segmentbegrenzungskurven so entworfen,
daß die Verteilung der Kohäsivdrucke, die die Segmente aufeinander ausüben, folgendermaßen
willkürlich kontrolliert werden können: I. Die Kohsivdrucke können im Wesentlichen
über die gesamte Länge der Berührungsflächen der Segmente gleich verteilt .t werden,
wenn die Arbeitsdrucke gleichförmig und radial vom Mittelpunkt des Matrizenquerschnitts
aus wirken.
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II. Die Kohäsivdrucke können unter denselben Arbeitsdrucken kontinuierlich,
beginnend von der Matrizenöffnung nach außen hin, abnehmend sein; oder sie können
mehr oder weniger gleichförmig über die gesamte Länge der Berührungsflächen der
Segmente verteilt werden, wenn die Arbeitsdrucke zwar radial, aber nicht homogen
über den ganzen Umkreis wirken, etwa mit weniger Kraft gegen die Innenwände der
Segmente als gegen Punkte weiter außen auf den Berührungsflächen der Segmente.
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III. Die Kohäsivdrucke können über eine bestimmte Anfangslänge auf
den Berühruugsflächen der Segmente monoton wachsend gemacht werden,
wenn
die Arbeitsdrucke im Wesentlichen radial und gleichförmig vom Mittelpunkt des Matrizenquerschnittes
aus wirken; oder sie können mehr oder weniger gleichförmig auf den Berührungsflächen
der Segmente verteilt werden, wenn die Arbeitsdrucke radial mit größerer Kraft gegen
die Innenwände der Segmente als gegen Punkte weiter außen auf den Berührungsflächen
der Segmente wirken.
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Darüber hinaus lassen sich heterogene Segmentbegrenzungskurven herstellen,
indem man etwa über eine gewisse Anfangslänge mit einer Kurvenkrümmung einer oben
erwähnten Klasse beginnt und in weiterer Folge mit Krümmungen gemäß der Kurven anderer
Klassen fortsetzt.
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Auf diese Weise lassen sich die Veränderungen der Kohäsivkräfte über
eine gewisse Länge zwischen zwei Punkten der Segmentberührungsflächen zwischen bestimmten,
vorgewählten Grenzwerten und in beliebiger Richtung festlegen. (Siehe Darstellung
2C).
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In Abschnitt IV werden einige wichtige Hinweise über die Bedeutung
des Winkels Alpha für die Entwicklung der Segmentmatrizen folgen.
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In Abschnitt V werden sich einige wichtige Hinweise auf die Wahl der
Segmentanzahl m für die Entwicklung von Segmentmatrizen finden.
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In Abschnitt VI werden einige Beispiele für die Arbeitsweise und die
Entwicklung von Segmentmatrizen nach den in dieser Veröffentlichung erläuterten
Kriterien gegeben.
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Die Darstellung 1A repräsentiert einen Aufriß einer Segmentmatrize
der gegenwärtigen Erfindung ohne Schrumpfring oder ein anderweitiges,
passendes
Gehäuse, wobei die Segmente der Matrize in ihrer normalen Arbeitsposition die Matrizenöffnung
formen, die in diesem Fall bloß der einfacheren Darstellung wegen kreisrund gezeichnet
ist.
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In dieser Form setzt sich die Matrize 1 aus einer gegebenen Anzahl
von Segmenten 2 (hier vier Einzelsegmente) zusammen, die in geeigneter Form arrangiert
die Matrize 1 bilden.
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Zu diesem Zweck hat Jedes Segment 2 vier Seitenwände, im Querschnitt
allgemein mit C bezeichnet, von denen zwei gekrümmt sind, in beton deren Fällen
auch eben, eine Seitenwand 3 konvex oder eben ist und die Wand 4 konkav oder eben
ist (siehe Zeichnung 1B). Die Krümmung der Wände 3 und 4 sind zueinander passend
hergestellt, so daß sie erlauben, die Segmente ineinanderzufügen, so daß sie eine
komplette Matrize bilden. Wie im Weiteren erläutert, lassen sich die Krümmungen
der Seitenwände 3 und 4 Je nach Wunsch mathematisch herleiten (siehe die Beispiele
1 bis 4 in Abschnitt VI als auch die entsprechenden Stellen im Text).
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Jedes Segment hat außerdem eine Innenwand 5, deren Krümmung in die
sem Fall im Querschnitt als Viertelkreis dargestellt ist, so daß vier solche Innenwände,
wie in der Zeichnung ersichtlich, eine Matrizenöffnung 6 bilden, deren Querschnitt
kreisrund ist. Diese Öffnung dient der Materialformüng während des Arbeitsvorganges
und kann die gewohnten Vorhalte- und Endwinkel haben.
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Die vierte Seitenwand eines Jeden Segments kann eine vorbestimmte
Größe und Form annehmen, die nur durch Rücksichtnahme und Beschrän kungen, die im
Weiteren besprochen werden sollen, und auf die
des Schrumpfrings
oder eines anderen passenden Gehäuses eingeschränkt ist. Diese Wand bildet zusammen
mit den Wänden der restlichen Segmente die Außenseite der Matrize die vom Schrumpfring
oder einem anderen Gehäuse umfaßt wird, wobei für eine sinnvolle Arbeitsweise die
Größe und Form des Rings oder des entsprechenden Gehäuses komplementär sein muß.
Der Schrumpfring oder das Gehäuse können dabei von herkömmlicher Konstruktion oder
nach einem speziellen Verfahren hergestellt sein.
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Die Ober- und Unterseite der Segmente sollen nach Möglichkeit glatt
sein, obwohl auch ein anderer Oberflächenzustand zuträglich ist.
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Zusätzlich kann eine rückwärtige Deckplatte oder eine andere Vorrichtung
in das Gehäuse der Matrize eingebaut werden.
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Die Darstellungen 2A und 2B ähneln den Darstellungen 1A und 1B bis
auf die Form der Innenwand 5 eines Jeden Segments, die in den Zei nungen 2A und
2B einen polygonalen, im Speziellen einen hexagonaleW, 1uerschnitt der Matrizenöffnung
6 ergeben. Auf die Größen und die Anordnung der Matrizensegmente dieser Darstellungen
erstreckt sichi ebenfalls die in diesem Patent behandelte mathematische Ableitung
methode.
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Wenn der Entwurf der Matrizensegmente nach den in diesem Patent entwickelten
Kriterien mathematischçerfolgt ist, können die Segmente auf verschiedene Weise hergestellt
werden. Jedes geeignete, nach dem Stand der Technik verfügbare Verfahren kann angewendet
werden, wie etwa Werkzeugmaschinen- oder pulvermetallurgische Verfahren, 1-
Kaltwalzverfahren
oder elektrolytische Verfahren. Die Segmente können aus Materialien hergestellt
werden, wie sie auch nach dem bisherigen Stand der Technik üblich waren, einschließlich
Pulvermetalle, Kunststoffe, Metall-Kunststoffverbindungen oder Spritzgußmetalle.
Die Neuerungen im Entwurf der Matrizensegmente könnten sogar die Verwendung von
Materialien für ihre Herstellung ermöglichen, die bisher in derartiger Verwendung
unbekannt waren.
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Die gefertigten Segmente können auf jede, zufriedenstellende Weise
zur Matrize zusammengefaßt werden. Ein zu diesem Zweck entwickelter und gefertigter
Schrumpfring kann soweit erhitzt werden, daß der durch die Wärme gedehnte Ring mit
hinreichendem Spiel um die zusammengesetzte Segmentmatrize gepaßt werden kann und
beim Abkühlen nach Vorschrift um die Matrize schrumpft. Jedes andere, geeignete
Gehäuse kann aber ebenfalls der zusammengesetzten Segmentmatrize angepaßt werden.
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I. Die Absicht, die Kohäsionsdrucke zwischen angrenzenden-Segmenten
der Matrize auf die gesamte BerUhrungsfläche der Segmente möglichst gleichmäßig
zu verteilen, wenn die Arbeitsdrucke im Wesentlichen gleichförmig und radial von
der Mittelachse der Matrizenöffnung aus wirken, führt zu den Segmentbegrenzungskurven
der Klasse I. Diese Art Kurven kann "Kurven gleichen Drucks" genannt und im Aufriß
mit Cc bzeichnet werden, wie aus den Zeichnungen 3, 4, 5, 6 und 32 ersichtlich.
Es wird gezeigt werden daß Cc Glied -einer Familie von Kreisen sein muß, wobei für
Jede vorgegebene Wahl von Alpha (der Winkel mit dem die Kurven Cc von der Innenfläche
der
Matrizenöffnung aus beginnen) jeweils ein und nur ein solcher Kreis existiert.
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Die mathematische Gleichung, die die Kurve Cc beschreibt, beruht auf
folgenden Annahmen: a) Die Querschnittskomponenten der Arbeitsdrucke wirken gleichförmig
in alle Richtungen gegen die Innenfläche der Matrizenöffnung (in der Praxis werden
manche Materialien nicht gleichförmige Gegenstände sein, ihre Arbeitsdrucke werden
aber gleichförmig genug wirken, zumindest unter günstigen Bedingungen,daß daß diese
Annahme gerechtfertigt erscheint), im Falle kreisrunder Matrizenöffnungen gilt diese
Annahme für alle Arbeitsgänge von Kaltwalzen, Stanzen, Abgeraten, Schneiden und
ähnlichem; für polygonale öffnungen bildet Kaltwalzen eine Ausnahme.
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b) Der Druck auf eine Einheitsbogenlänge ist direkt proportional dem
Sinus von Beta (wobei Beta der Winkel ist, den die radiale Kraftkomponente mit der
Tangente an die Begrenzungskurve in einem bestimmten Kurvenpunkt r einschließt,
wie ersichtlich aus Zeichnung 3) und indirekt proportional der Entfernung desselben
Kurven, puntSes vom Mittelpunkt der Matrizenöffnung: /r sin Beta. Der Druck ist
indirekt proportional zur Entfernung r, weil die Gesamtkraft mit wachsenden r über
größere Flächenbereiche verteilt wird und direkt proportional zum Sinus von Beta,
da der Sinus bewerkstelligt, daß bloß die Normalkomponenten der Kraft zur Kurve
in die Betrachtung eingeht.
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Gleichung (4).
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Substituiert man Gleichung (4) in Gleichung (2), dann folgt Gleichung
(5):
Damit der Druck unabhängig von der jeweiligen Position an der Kurve Cc bleibt, muß
P unabhängig von @ O sein. sein. Daraus ergibt sich sofort die Differentialgleichung
In Polarkoordinaten läßt sich die Kurve Cc in Darstellung 3 durch die Gattungsgleichung
r = f (@) Gleichung (1) darstellen. Aus dem eben Gesagten über den Druck
ergeben sich die folgenden Beziehungen: sin Beta sin Beta P = H ------- oder P =
H ----- , Gleichung (2) r £ (e) wobei H einen experimentell bestimmbaren Proportionalitätsfaktor
darstellt. Wie im Weiteren gezeigt werden wird, läßt sich die Formel für die Segmentkurven
r = f(@) ableiten,~ohne daß ein Wert für H definiert wurde. Unter Zuhilfenahme
der Standardgleichung ft cot Beta = ------- Gleichung (3) f(e) ergibt sich für
(ft(g))2
+ ))2 = c2 Gleichung (6), wobei c eine positive Konstante sein soll.
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Die mathematische Lösung dieser Differentialgleichung ist £(e) = c
sin (e + Alpha) = r Gleichung (7), wobei Alpha der Anfangswinkel der Kurve ist (siehe
Zeichnungen 3 und 4) und die Konstante c der Bedingung unterliegt: f(e) = 1 Gleichung
(8) oder gemäß Gleichung (7): c sin Alpha = 1 Gleichung (8a) damit die Kurve Cc
in einem Punkt mit r = 1 vom Zentrum beginnt (siehe Zeichnungen 3 und 4).
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In rechtwinkeligen Xoordinaten ergibt sich für Gleichung (7) mit der
Randbedingung (8) und (8a):
Gleichung (9) wobei für c in diesem Fall gilt: c = sin Alpha v oder c = csc Alpha
Gleichung (9a).
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Gleichungen (9) oder (9a) repräsentieren eine Familie von Kreisen
mit dem Mittelpunkt in cot Alpha) und einem Radius csc Alpha 2 Daraus geht hervor,
daß die Mittelpunkte dieser Kreise auf einer Geraden x = 2 liegen, die genau durch
die Mitte zwischen dem Zentrum und dem Rand der Matrizenöffnung verläuft. (Siehe
Zeichnungen 3 und 4).
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Für die geometrische Darstellung der Kurve Cc beginnt man am besten
mit der Matrizenöffnung (in Zeichnung 4 kreisrund dargestellt) und wählt willkürlich
als Einheitslänge die Entfernung vom Mittelpunkt zur Peripherie der Matrizenöffnung.
Der Radius ist also eine Längeneinheit. Durch den Punkt am Kreisumfang unter 60°,
der mit 1?Q1, bzeichnet ist, soll die Vertikale (x = ) verlaufen.
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Auf dieser Linie muß der Mittelpunkt R der Kreiskurve Cc liegen (eine
detailliertere Beschreibung des Charakters dieser Kurve folgt weiter unten). Die
Entfernung von R zum Punkt (1,0) soll der Radius der Kurve sein (Radius L>.
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eotAjPha, Der Winkel Alpha und die Ordinate von R, cot Alpha, sind
dann wechselseitig abhängig.
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Je nach den Erfordernissen der Kohäsivdrucke und der Größe der Matrize
die Gleichung (9) der Winkel Alpha Werte zwischen
mehr als 0° und
weniger als 900 annehmen. Je kleiner der Winkel Alpha ist, umso mehr nähern sich
die Kreiskurven Cc Geraden und umso mehr nehmen die Kohesivdrucke ab (mit dem sinus
von Alpha).
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In diesem Fall werden die Segmente unter Arbeitsbelastung zur Des
integration tendieren.
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Die inneren Kanten neigen jedoch weniger zur Bruchbildung, und die
Breite t der Wand verglichen zur Matrizenöffnung kann relativ groß sein. Die Maximalbreite
Tmax der Wand, die zu dieser Klasse von Kurven gehört, läßt sich herleiten, indem
man in der Gleichung (7), r = c sin (e + Alpha), maximiert und vom Einheitsradius
der Matrizenöffnung abzieht: T max =rmax -1 (a) dr = c (cos Alpha) (cos O) - c (sin
Alpha) (sin Q); (b) Um zum Maximum von r zu gelangen, setzt man c (cos Alpha) (cos
°max) - c (sin Alpha) (sin Gmax) = ° (c) Daraus folgt, daß -ot gmax = tg Alpha,
oder °max + Alpha = 900.
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(d) Substituiert man nun in Gleichung (7): rmax - c sin (90 - Alpha
+ Alpha) - c sin 90 = c (e) aus Gleichung (8):
(c sin Alpha) =
1 oder c = csc Alpha dann folgt: Tmax = c - 1 = csc Alpha - 1 Gleichung (10).
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Wenn daher Alpha gegen 0 geht, nähert sich Tmax Unendlich.
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Wenn hingegen Alpha groß ist, sind auch die Kohäsivdrucke zwischen
den Matrizensegmenten groß. Für maximales Alpha nimmt der Kohäsivdruck einen Wert
an wie er auftreten würde, wenn die Matrize aus konzentrischen Lamellen hergestellt
wäre. In diesem Fall haften die Segmente sehr stark zusammen, und der Kohäsivdruck
nimmt gleichmäßig zu mit Zunahme der Arbeitskräfte. Da zwischen den Segmenten auch
keinerlei Öffnung auftritt, bleibt Materialaustritt in diese Öffnungen vollkommen
ausgeschlossen. Die Innenkanten der Segmente werden in diesem Fall jedoch stärkere
Spitzen haben und daher eher zum Ausbröckeln neigen als wenn Alpha klein ist. Die
Wandbreite t kann niemals größer sein als der Radius des Kreises Cc weniger die
Länge vom Mittelpunkt von Cc zur Innenfläche der Matrize, wenn der Mittelpunkt R
der Kurve Cc noch innerhalb der Matrizeninnenfläche liegt (siehe Zeichnung 5), dann
läßt sich die maximale Wandbreite t errechnen, indem man die Entfernung von der
Innenfläche mit negativem Vorzeichen vom Radius von Cc abzieht, wodurch sich diese
Länge dann addiert anstatt subtrahiert.
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Geometrisch läßt sich die maximale Wanddicke Tmax leichter auf folgende
Weise darstellen: man zieht eine Gerade vom Matrizenmittelpunkt durch den Mittelpunkt
R der Kurve Cc bis sie an die Kurve Cc mit dem Radius(csc Alpha/2 stUßt. t
Zeichnung
4 zeigt den Fall, daß R innerhalb der Innenfläche der Matrize liegt. Zeichnung 5
zeigt die maximale Matrizenwandbreite TmaXs wenn der Mittelpunkt R außerhalb der
Matrizeninnenfläche liegt. Die maximale Wandbreite Tmax geht gegen 0, wenn Alpha
gegen 900 geht.
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Nimmt man dieselben Zeichnungen 4 und 5 um die Maximalbreite der Matrizenwand
in Polarkoordinaten auszudrUcken, dann gelten folgende Beziehungen: rl = f (@1)
Gleichung (11) und gemäß den Gleichungen (7) und (8)
wobei 91 + Alpha = 900.
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Dann ist die maximale Breite Tmax = f(1) - 1 = r1 - 1: oder Tmax =
sin Alpha - 1 = csc Alpha - 1.
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Die 1 bezeichnet den Einheitsradius der Matrizenöffnung. Die letzte
Gleichung ist bloß eine andere Schreibweise für Gleichung (10); sie verdeutlicht
allerdings besser, daß #¹ der Polarwinkel der Linie durch den Mittelpunkt der Kuve
Cc ist.
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Die Maximalbreite Tmax kann aus Gleichung (10) leicht errechnet werden;
ein paar allgemeine Beispiele sollen hier kurz angegeben werden: für. Alpha = 600,
Tmax = 8% des Öffnungsdurchmessers; für Alpha = 450, Tmax - 20% des Öffnungsdurchmessers;
für Alpha = 300, Tmax - 50% des Öffnungsdurchmessers; für Alpha = 150, Tmax =143%
des Öffnungsdurchmessers.
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Gleichung (9), aus der besonders deutlich hervorgeht, daß der Mittelpunkt
von Cc auf der Vertikalen x = 1 liegt (wie aus Zeich-2 nungen 4 und 5 ersichtlich),
zeigt klar, daß, wenn der Mittelpunkt etwa im Punkt Q läge (auf einer Geraden durch
den Ursprung, die mit der Horizontalen einen Winkel von 600 einschließt, der Winkel
Alpha den Wert von 300 annehmen würde; für größere Alpha würde der Mittelpunkt unterhalb,
für kleinere Alpha oberhalb von Q liegen, Bei der zeichnerischen Konstruktion eines
Segments gehe man folgendermaßen vor: zunächst bestimmt man die Kurve Cc aus der
Polarkoordinatengleichung (7) gemäß all der anderen Anweisungen, die schon weiter
oben gegeben wurden; man lege die Zahl der Segmente m fest in Ubereinstimmung mit
den Anweisungen aus Abschnitt V.
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Nachdem die erste Kurve vom Punkt (1,0) aus gezogen ist, drehe man
die Konstruktion, wie aus Zeichnung 3 ersichtlich, im Uhrzeigersinn um360/m Grad
und wiederhole dieselbe Kurve Cc vom nichtrotierten Punkt (1,0).
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II. Die zweite Klasse behandelt Segmentmatrizen, die unter gleichförmig
radial wirkenden Arbeitsdrucken die Kohäsivdrucke zwischen den Segmenten mehr in
Richtung der Innenwände verteilen und unter Arbeitsdrucken, die mehr auf die Innenwände
als auf Punkte weiter außen entlang der Berührungsflächen der Segmente wirken, die
Kohäsivdrucke gleichförmig verteilen (siehe die Zeichnungen 6, 7, 8, 9, 10, 11,
33 und 35).
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In Arbeitsgängen wie Kaltwalzen, Ziehen und ähnlichem sind die radialen
Drucke gegen die Innenwände einer polygonalen Matrize nicht gleichförmig in alle
Richtungen, sondern gegen die Seitenmitten größer als gegen die Ecken. Dies sieht
man am besten, wenn Werkstücke aus einer ursprünglichen Form im Arbeitsprozeß gezogen
oder verformt werden in eine neue winkelige Form wie z.B. ein Rohling, der zum Zündkerzengrundkörper
verformt wird. In diesem Fall werden die radialen Kräfte in Richtung der Seitenhalbierenden
des Polygons größer sein als in Richtung der Ecken Aus Zeichnung 2A, die den sechseckigen
Querschnitt zeigt, geht auch hervor, daß der äußere Teil der Kurve C der entsprechenden
Sechseckseite wesentlich mehr parallel liegt als der innere Teil. Die Familie der
Kreiskurven wird daher nicht mehr eine Familie von Kurven gleichen Drucks bilden,
sondern als Charakteristik mit zunehmender Entfernung vom Mittelpunkt die Kohäsivdrucke
verstärken (abhängig vom Winkel Alpha kann in bestimmten Fällen diese Zunahme auf
eine bestimmte Anfangszone beschränkt bleiben).
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In gleicher Weise sind auch in gekrümmten Matrizenöffnungen (kreis-£Urmigsenv
elliptischen usw.) die Arbeitsdrucke nicht gleichmäßig
radial verteilt,
wenn Werkstücke mit anderer geometrischer Form durch die Matrizenöffnung gezogen,
kaltgearbeitet oder abgegratet werden.
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Durch die Modifikation der kreisförmigen Matrizensegmentbegrenzungskurven
Cc der Klasse I kann jedoch eine neue Familie von Kurven der Klasse II gebildet
werden, deren Mitglieder Cs (siehe Zeichnung 6) die Eigenschaft haben, daß, wenn
die Arbeitsdrucke gleichmäßig radial von der Mittelachse der Matrizenöffnung aus
wirken, die Kohäsivdrucke zwischen den Matrizensegmenten beginnend von der Innenseite
der Matrizenöffnung aus entlang der Berührungsflächen nach außen hin abnehmen. Unter
den eben beschriebenen Bedingungen unterbinden die neuen Kurven C5die Tendenz der
Matrizensegmente, an den Innenkanten auseinanderzuklaffen, und fordern auf diese
Weise eine Gleichverteilung der Kohäsivdrucke zwischen den Segmenten, wenn die Arbeitsdrucke
zwar radial, aber mit weniger Kraft gegen die Innenwände als gegen Punkte weiter
draußen auf den Berüurungsflächen der Segmente wirken. Andernfalls würde das Auseinanderklaffen
der Segmente kleinen Teilen erlauben, sich in den Hohlräumen anzulagern, und mit
Jedem neuen Arbeitsgang würde dieses Anlagern dasAuseinanderklarren der Segmente
noch verschlechtern.
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Für denselben Anfangswinkel Alpha unterscheidet sich Jede Kurve der
Klasse II von der entsprechenden Kurve der Klasse I darin, daß sie sich langsamer
krümmt. Für einen gegebenen Anfangswinkel Alpha existieren viele Kurven der Klasse
II, die mit diesem Winkel begignPnF de Kurve~~er Klasse II hingegen erfüllt die
Bedingung (aut Gleichung (5)):
ist eine zunehmende (oder nicht abnehmende) Funktion von @, wenn r = f(@)
die Kurvengleichung darstellt wie bisher. Die erste Ableitung muß also positiv sein:
2f' (O) (f''(@) + f(@))> O Gleichung (12a).
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Da fl(@) in den meisten Fällen, die hier von Interesse sind,
grösser als O ist folgt, daß sie + r(e) > o Gleichung (12b).
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Die Anzahl von Formeln für Kurven, die diese Bedingung erfüllen, unterliegt
keinerlei Beschränkungen. Einige sollen hier zur Illustration angeführt werden:
1. Eine Menge Kurven haben die Eigenschaft, daß der Kohäsivdruck mit 1/r abfällt,
wobei r die Entfernung zur Mittelachse der Matrix zenöffnung ist. Diese Kurven bilden
die Gruppe der logarithmischin Spiralen mit der Polargleichung: r = eO cot Alpha
wobei Alpha dieselbe Bedeutung hat wie bisher. Diese logarithmischen Spiralen haben
weiter die Eigenschaft, daß der Winkel Alpha zwischen dem Radialvektor und der Tangente
an die Spirale
konstant ist (siehe Zeichnung 12). Die Wahl dieses
Winkels Alpha legt nicht nur die Größe des Kohäsivdrucks zwischen den Segmenten
der Matrize fest (je größer der Winkel Alpha umso größer der Kohesivdruck in Richtung
der Innenwand), sondern auch wo die Segmentbegrenzungskurven den Umkreis der Matrize
schneiden. Wenn man den Polarwinkel der Kurve mit S bezeichnet und annimmt, daß
die Wandstärke der Matrizen ein Vielfaches des Öffnungsradius T ist, dann gilt T
= e5 (cot Alpha) - 1 Gleichung (14a).
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Wenn SO und Alpha+900 ist, dann folgt, daß T T0> O. Wenn man ganz
allgemein die Wanddicke der Matrize als ein Mindestvielfaches T1 des Matrizenöffnungsradius
machen will, dann läßt sich die Beziehung zwischen S und Alpha mittels T1 ausdrücken:
Gleichung (14b).
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Je größer deshalb Alpha ist, umso größer muß S für ein gegebenes
sein, und umso mehr tendiert die Matrize zur quasilamellaren Form.
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Für bestimmte Arbeitsgänge, für die die Arbeitsdrucke extrem groß
sind, würde dies einen bemerkenswerten Vorteil bilden, obwohl man aus Herstellungsgründen
für S eine Größe kleiner alsbevorzugen wird. Für T1 = 1 würde Alpha deshalb kleiner
oder gleich 770 34° sein müssen. Wenn andererseits Alpha = 500 ist und S = 7v/2,
dann würde T nach Gleichung (14a) 2,75 sein; würde Alpha kleiner oder S größer (aber
nicht größer als - sein, dann würde auch T entspreehend größer; wäre hingegen Alpha
größer (aber nicht grösser als 77° 34') und S kleiner (aber nicht kleiner als 0,83),
dann
würde T entsprechend kleiner (allerdings nicht kleiner als 1).
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NatUrlich kann man die Werte für die Variablen Je nach Erfordernis
gemäß Gleichung (14a) und (14b) beliebig wählen. Auf diese Weise erhält man nicht
bloß eine Kurve der Klasse II, die die Kohäsivdrucke zwischen den Segmenten in Richtung
der Matrizeninnenseite intensiviert, sondern erhält außerdem Kontrolle über den
Anfangswinkel Alpha, den Schnittpunkt der Segmentbegrenzungskurven und des Matrizenumkreises
und innerhalb erwünschter Grenzen über die Dicke der Matrizenwand.
-
2. Wenn Alpha = 450 ist, dann wird aus Gleichung (13a): r = e@,
weil cot 450 = 1 Gleichung (13b).
-
3. Gerade Segmentbegrenzungskurven erfüllen ebenfalls die Kriterien
ftlr Kurven der Klasse II (siehe Zeichnungen (7, 8 und 9)). Sie lassen sich in Polarkoordinaten
folgendermaßen ausdrücken: r = f tG ) = tg Alpha Gleichung (15).
-
cos ~O tg Alpha - sin O Für den Fall, daß der Matrizenquerschnitt
ein regelmäßiges m-Eck ist, sollte bedacht werden, daß der Winkel Alpha (den die
geraden Segmentbegrenzungskurven mit der Horizontalen einschließen) nach folgenden
Kriterien gewählt werden sollte: (a) Für m 48 (wie in den Zeichnungen 8, 10 und
11) für bessere i Haftung zwischen den Matrizensegmenten und gegen Auswärtsdrehen
der
Segmente infolge von Torsionskräften sollte Alpha folgenden Beschränkungen unterliegen:
Gleichung (16a) Je nach der Breite der Matrize kann durch geeignete Wahl von Alpha
ein gemeinsamer Polarwinkel für den Endpunkt der ersten geraden Segmentbegrenzungskurve
und den Anfangspunkt der folgenden gerunden werden (siehe Zeichnung 8). Auf diese
Weise wird nicht bloß eine adäquate Haftung zwischen den Matrizensegmenten gewährleistet,
sondern insbesondere die Kanten der Innenwände werden nicht mehr Bruchkräften ausgesetzt.
-
(b) Um für ein m >8 (wie etwa in Zeichnung 9) die Brechbarkeit
der Segmentinnenwandecken herabzusetzen, sollte bei der Wahl von Alpha folgende
Beschränkung eingehalten werden:
Gleichung (16b).
-
Wie gerade erwähnt, läßt sich auch hier wiederum Je nach Eckenzahl
der Matrizenöffnung und Matrizenbreite ein Winkel Alpha finden, so daß für ein und
denselben Polarwinkel der Endpunkt einer geraden Segmentbegrenzungskurve mit dem
Anfangspunkt der folgenden übereinstimmt (siehe Zeichnung 9).
-
Das Kohäsivkraftverhältnis zwischen der Innenseite der Matrize unt
der Außenseite ist größer für gerade Segmentbegrenzungskurven als für logarithmische,
wenn für beide der Winkel Alpha derselbe ist,
da sich die Spiralen
schneller krümmen als die Geraden. Augenscheinlich wird Jedoch für denselben Anfangswinkel
Alpha der Polarwinkel S, den die Kurve zwischen Anfangspunkt und Endpunkt auf der
Peripherie der Matrize durchläuft, ftlr logarithmische Spiralen größer sein als
für Geraden. Dies ermöglicht den Spiralkurvenmatrizen, größere Arbeitsdrucke zu
widerstehen als für gerade Segmente zuträglich ist. Gleichzeitig brauchen die inneren
Ecken der Segmente nicht so ausgeprägt zu sein. Der Vorteil der geraden Segmente
ist natürlich ihre Einfachheit in der Konstruktion.
-
4. Um das Verhältnis der Kohäsivkräfte an der Innenseite und an der
Peripherie der Matrize zu maximieren, müssen Begrenzungskurven herangezogen werden,
die sich im Uhrzeigersinn anstatt im Gegenuhrzeigersinn winden (wie in den Zeichnungen
1X, 14a und.l4b).
-
Jene, deren Tangente im Punkt r = 1, @ 0 = O (oder x = 1, y
= O) normal zum Radiusvektor im selben Punkt steht, ergeben das beste Verhältnis,
da in diesem Fall der Winkel Beta aus Gleichung (23 900 ist und dementsprechend
sin Beta = 1. Eine Schar solcher Kurven kann durch folgende Gleichungen entwickelt
werden: y2 + a(x -(1+w))2 = d (x - (l+w)) + e Gleichung (17a)j wobei
für a90 ist.
-
(a) Für den Fall d = 0, a = 1> w2 = e erhält man eine Schar von
Kreisen, deren Mittelpunkt im Punkt x = 1 + w, y = O liegt, und deren Radius gleich
~ ist.
-
e (b) Im Fall d = O, w = - erhält man eine Schar Ellipsen, a deren
Zentrum im Punkt x = w + 1, y = 0 liegt und deren Halbachsenlängen w und # sind.
-
(c) Eine Schar Parabeln mit dem Brennpunkt (Focus) im Punkt d d x
= 1 + -, y = 0 und der Leitlinie x = 1 - - ergibt sich aus der 4 e 4 Bedingung a
= 0, = 0> e 0 und w = -d (d) Wenn d = 0, a und e <0 und
ist) dann erhält man eine Schar Hyperbeln, deren rechter Brennpunkt im Punkt x =
1 + w (1- Ir1-a), y = 0 liegt, deren Zentrum im Punkt x = 1 + w, y = 0 liegt, und
deren Scheitel im Punkt x = 1, y = O liegt.
-
Durch eine geringfügige Änderung der Gleichung (17a) lassen sich Kegelschnitte
entwickeln, deren Tangente im Punkt r = 1, @ 0 = O 0 (x = 1, y = O) mit dem
Radiusvektor im selben Punkt einen Winkel Delta> 900 einschließt, wobei die geänderte
Gleichung folgende Form annimmt: (y-z)2+ a(x-(1+w))2=b (y-z) (x-(l+w)) + c (y-z)
+ d (x-(l+w)) + e Gleichung (17b), wobei für a = 0,
wird, und für a# o,
wird.
-
Es ist leicht einzusehen, daß durch Spiegelung entlang einer Geraden
D-D' die Kurven im Gegenuhrzeigersinn der Klassen 1 und II und auch die im folgenden
behandelten Kurven der Klasse III spiegelbildliche Kurven im Uhrzeigersinn erhalten
(wie in Zeichnung 14b etwa). Verläuft die Spiegelungsgerade durch den Punkt r =
-1, O = O (oder x = 1, y = 0) und schließt mit der Horizontalen den Winkel Gamma
(49°° für Matrizenöffnungen mit 8 oder weniger Ecken und <450 für alle anderen
polygonalen oder gekrümmten Öffnungen) ein, dann schließen die Tangenten dieser
Kurven im selben Punkt mit der Horizontalen den Winkel 1800 + Alpha - 2Gamma ein
(wie aus Zeichnung 14b ersichtlich).
-
Aus der Anzahl möglicher mathematischer Transformationen soll zur
Illustration eine angerührt werden, die ebenfalls zum gewünschten Resultat führt:
x = r cos (2 Gamma - 8) + 2 sin2 Gamma y = r sin (2 Gamma - O) - sin (2 Gamma) Gleichung
(17c)
Gleichung (17d)
wobei r' und gut die Koordinaten der reflektierten Kurven darstellen.
-
Aus der Gleichung (17c) und (17d) geht sofort hervor, daß der Punkt,
in dem der Radius vektor
der Kurve mit der Tangente im selben Punkt übereinstimmt, jener Punkt ist, in dem
die Radialkräfte im geringsten Kohäsivdruck resultieren und daher das Verhältnis
der Kohäsivdrucke im Matrizeninneren und in Jenem Punkt am größten ist. Praktisch
bedeutet dies, daß durch die Verwendung von
Segmenten mit den eben
beschriebenen reflektierten Segmentbegrenzungskurven der Klassen I, II und III selbst
unter sehr hohen Arbeitsdrucken, die andernfalls die Segmente genügend weit auseinanderzudrücken
versuchen würden um Komplikationen herbeizuführen (Ansammlung kleiner Teilchen zwischen
den Segmenten, Bruchzerstörung der Segmentecken usw.), Kohäsivdrucke an der Innenseite
der Segmente hergestellt werden können, die wesentlich höher sind als sie durch
Verwendung von Begrenzungskurven im Uhrzeigersinn möglich wären.
-
Um die mathematische Ableitung der Spiegelung der Kurven an einer
Geraden D-D' (wie in Zeichnung 14b dargestellt) näher auszuführen, sind im Folgenden
Umrechnungstafeln (abgeleitet aus den Gleichungen (17c) und (17d)) angegeben für
eine Schar Kurven der Klasse II, die durch die Gleichung (13a) beschrieben sind
(r = exp (@ cot Alpha)), wobei Alpha und Gamma ein unabhängiges Veränderlichenpaar
bilden..
-
Gamma 15 Alpha 40 r x X y r 1.1041 1 Dvvh 0.01525 1.1002 1.8363'
1.2189 2 1.2102 0.07225 1.2124 3.4164' 1.3457 3 1.33.10 0.11906 1.3376 4.7580 1.4857
4' 1.4694 0.15131 1.477 5.8796 1.64()3 5' 1.6206 0.19324 1.6321 6.7998* 1.8110 6°
1.7884 0.23661 1.8040 7.5365 1.9995 7- 1.9745 0.28125 1.9944 8.1068§ 2.2075 8' 2.1807
0.32694 2.2051 8.5265-2.4372 9' 2.4093 0.37341 2.4380 8.8100 2.6908 10' 2.6625 0.42029
2.6954 8.9707* 2.9707 I 2.9429 0.46718 2.9797 ' 9.0202 . Gamma 30 Alpha 10 1.1040
1.0686 0.0803 1.0716 4.29X80 1.6404 5. 1.4409 0.4777 1.5179 18.3413' 2.4372 9° 2.0338
1.0280 2.2788 26.8155-3.6211 13* 2.9696 1.7823 3.4634 30.9711-5.9399 18° 4.9142
3.1085 5.8148 * 32.3136° Alpha 20° 1.0491 1' 1.0403 ().0332 1.0409 1.8304° 1.3333
6° 1.2837 0.2127 1.3012 9.4077' 1.6153 10. 1.5383 0.3714 1.5825 13.5725' 2.0529
15. 1.9517 0.5856 2.0376 16.7031' 2.8719 22° 2.7630 0.9020 2.9066 18.0805° * Gamma
30° Alpha 30° 1.0307 1 1.0308 0.0175 1.0310 0.09697-1.1989 6° 1.2047 0.1039 1.2092
4.928519 1.3945 II- 1.4187 0.1864 1.4271 7.50556 1.6220 16°+ 1.6668 0.2607 1.6871
8.89061 1.8867 21° 1.9662 0.3213 1.9923 9.28097°*
Der Radiusvektor
durch den Punkt gegeben durch r" # fällt mit der Tangente an die Kurve im selben
Punkt zusammen, weswegen die oben erläuterten-Bedingungen auftreten.
-
Alle oben erwähnten reflektierten Kurven können bis zu einem Winkel
#L gezogen werden, in denen sich die Bedingung der übereinstimmenden Radiusvektorefl
und Tangenten an die Kurven erfüllen (siehe Zeichnung 14b). Dies setzt auch die
maximale Matrizenwanddicke für die entsprechende Kurve fest. Man würde z.B. im Fall
von Kreisen mit dem Mittelpunkt im Punkt r = w+1, g = 0 und mit dem Radius w (siehe
Gleichungen (17a) - (17d)) firr aL und t die folgenden Werte erhalten
Es sollte betont werden, daß Kurven, die bis zu diesem Punkt ausgeführt sind, an
der Peripherie der Matrize keinerlei Kohäsivdruck zwischen den Segmenten bereithalten.
Dies sollte bedacht werden, wenn ihre Verwendung zur Debatte steht, z.B. beim Ziehen
sehr dün-'ner Drähte.
-
III. Die dritte Klasse umfaßt Segmentmatrizen, in denen unter r der
Bedingung gleichförmig, radial wirkender Arbeitsdrucke die Kohäsivdrucke zwischen
den Segmenten über eine gewisse Anfangslange der Segmentbegrenzungskurven Cf>
beginnend von der Matrizeninnenwand, gleichförmig wachsend zunehmen; wirken die
Arbeitsdrucke hingegen zwar radial, aber nicht gleichförmig, sondern mit mehr Kraft
in Richtung der Matrizeninnenwand als gegen Punkte weiter
außen
auf den Berührungsflächen der Segmente, dann erreichen diese Matrizen eine Gleichverteilung
der Kohäsivdrucke (s. dazu die Zeichnungen 6, 15> 16, 17, 18, 19, 34 und 35).
-
In Arbeitsgängen, in denen die Arbeitsdrucke ungleichmäßig oder stoßweise
wirken, und die daher ein gewisses Maß an elastischer Anpassungsfähigkeit der Matrizeninnenzone
erfordern, um frühzeitiges Versagen der Matrize zu verhindern, müssen die Matrizensegmente
so entworfen und gebaut sein, daß sie durch geeignetes Nachgeben an der Innenwand
die Stöße auffangen können, was am besten erreicht werden kann, wenn der Kohäsivdruck
zwischen den Segmenten über eine gewisse Anfangslänge, beginnend von der Matrizeninnenseite,
gleichmäßig zunimmt. Dies würde z.B. mit einem Werkstück mit heiß gewalzter unregelmäßig
gepökelter Oberfläche auftreten, die im Arbeitsprozeß unter gewissen Bedingungen
zu Prellungen an der Matrize und deren früher Versagen führen kann. Ein anderer
Fall würde die Herstellung von Teilen aus Pulvermetallen sein. Als weitere Beispiele
werden das Beispiel 3 und Kurve C von Beispiel 4 angegeben.
-
Eine andere Modifikation der Kreise, die die Kurven der Klasse I umfassen,
rührt zu einer neuen Schar von Kurven der Klasse III, von denen eine Jede die Eigenschaft
hat, daß die Kohäsivdrucke zwischen den Matrizensegmenten entlang einer bestimmten
Länge, beginnend von der Matrizeninnenwand, zunehmen, wenn die Arbeitsdrucke gleichmäßig
radial von der Mittelachse der Matrizenöffnung aus wirken. Diese Charakteristik
des Kohäsivdruckdifferentials bewirkt einen schockdämpfenden Aufrangeffekt. Jede
Kurve der
Klasse III unterscheidet sich von der ihr entsprechenden,
mit demselben Anfangswinkel Alpha beginnenden Kurve der Klasse I darin, daß sie
sich in der Anfangsphase wesentlich schneller krümmt.
-
Jede Kurve der Klasse III erfüllt die Bedingung (aus Gleichung (5)),
daß (f(@))2 + (f(g))2 innerhalb des Intervalls °< max eine abnehmende
Funktion von @ ist, wobei wie bisher r = f(9) die Kurvengleichung darstellt.
Diese Bedingung führt zur Differentialungleichung: f(@) + ft ) <O Gleichung
(18), die auch von allen Kurven der Untergruppe erfüllt wird, die - wie gezeigt
werden wird - durch die Gleichung (19) charakterisiert sind.
-
Die Zahl der Formeln, die für Kurven, die diese Bedingung erfüllen,
gegeben werden konnen, ist unbeschränkt. Sogar die folgende Gleichung (l9) beschreibt
eine zweifach unendliche Schar für verschiedene positive Werte von K und n (für
zu kleine Werte von K und Werte von n kleiner als 1,5 ergibt diese Formel allerdings
keine Kurven der Klasse III (siehe Gleichung (23)).
-
Einige allgemeine Überlegungen und ausgewählte Beispiele sollen als
Illustration folgen: Für eine Klasse von Spiralen, die die obige Bedingung erfüllen,
lautet die Polargleichung:
Gleichung (19), wobei K und n unabhängige, positive Konstanten sind. Im Weiteren
werden Hinweise gegeben, wie praktische Werte für K und n gefunden werden können
(s. Gleichung (24) und (25) und die Zeichnungen 36 und 36A).
-
Für jede Kurve dieser Schar von Spiralen (d.h. für ein gegebenes K
und n) existiert ein Wert Gmax , der den Punkt M auf der Kurve bestimmt (s. Zeichnungen
15, 16, 17, 18 und 19), in dem das Maximum des Kohäsivdruckes zweier aneinandergrenzender,
in Ubereinstimmung mit dieser Gleichung entwickelter Segmente auftritt.
-
Angefangen von der Innenwand der Matrize nimmt.der Kohäsivdruck zwischen
den Segmenten der Matrize bis zu diesem Punkt M zu.
-
Jenseits des Punktes M fällt der Kohäsivdruck langsam ab. Möchte man
jedoch die Abfallrate des Kohäsivdruckes ändern (sie entweder wachsend machen oder
konstant 0 halten), d.h. den Kohäsivdruck zwischen den Segmenten jenseints des Punktes
M konstant halten), dann kann man Kurven der Klassen I und II vom Punkt M an anstelle
der ursprünglichen Kurve setzen (s. Zeichnung 2C).
-
Von Gleichung (5) aus Abschnitt I. für den Kohäsivdruck P zwischen
den Segmenten ausgehend kann man 0max bestimmen:
Augenscheinlich muß (ft(g))2 + (f((O)) eine abnehmende Funktion von 9 sein, damit
P eine wachsende Funktion von 9 wird. Die erste
Ableitung 2ft(@)
(f''(@) + f(9)) muß also negativ sein. Für die durch Gleichung (19) beschriebene
Kurve ist
und 2ft(@) ist im gegebenen Fall immer positiv. Daraus folgt, daß f''() +
f(g), oder
negativ sein müssen innerhalb des Intervalls 0#0# Aus der Definition von Grad folgt
natürlich, daß für emax f' '(8) f + f(0) verschwindet. In anderen Worten:
(im Bogenmaß) Gleichung (20).
-
Löst man Gleichung (19) für ein dem #max entsprechendes r, dann erhält
man:
Gleichung (21).
-
Aus Gleichung (3) von oben f(@) cot Beta = f'(#) folgt,
daß im Falle Beta = Alpha (hier hat Alpha dieselbe Bedeutung wie im Rest des Textes)
für die durch die Gleichung (19) beschriebenen Kurven gilt:
(aus Gleichung (19)) gilt, folgt:
Gleichung (22).
Aus Gleichung (20) und (22) sieht man, daß für
ein gegebenes K und n die Werte für Gmax und Alpha zwangsläufig folgen; auf der
- anderen Seite ist für ein gegebenes K und n sowohl max als auch Alpha eindeutig
bestimmt wie aus den folgenden Gleichungen (24) und (25-) bewiesen wird, Um praktische
Werte für K und n zu finden, lohnt es sich, zuerst Extremwerte für beide auszuschließen:
Erstens geht für große K Alpha gegen 0 (aus lim cot Alpha =oo),
was unerwünscht ist, da der Kohäsivdruck nahe der Innenwand sehr klein wird. Zweitens
geht für große n aus demselben Grund ( lim cot Alpha =oa) Alpha gegen 0. Praktische
Werte für K und n
werden deshalb nicht sehr groß sein. Auf der anderen Seite erfüllen Kurven mit K
und n um 1 herum nicht die Bedingungen für Kurven der Klasse III. Sogar K = 1,5
und n = 1,5 reichen noch nicht aus.
-
Die Abhängigkeit von K von n und umgekehrt kann für Kurven der Gleichung
(19) aus Gleichung (20) abgeleitet werden, wenn man berücksichtigt, daß °max positiv
sein muß. Es ist daher
Gleichung (23).
-
Daraus ist sofort ersichtlich, daß für ein n nur geringfügig grösser
als 1 K große Werte annehmen muß und umgekehrt.
-
Löst man die Gleichungen (20) und (22) für n in Abhängigkeit von Alpha
und emax, dann erhält man:
Gleichung (24).
-
Hier ist Alpha in Grad und #max in rad angegeben.
-
Sobald n durch Gleichung (24) bestimmt ist, läßt sich auch K durch
Gleichung (22) als Funktion von Alpha und °max ausdrücken: K = (n cot Alpha) ñ Gleichung
(25).
-
Mit n aus Gleichung (24); Damit n aus Gleichung (24) eine reelle Größe
ist, muß der Ausdruck unter der Wurzel positiv sein. Setzt man diesen Ausdruck unter
der Wurzel Null und entwickelt für #maxs dann erhält man unabhängig von der Wahl
für n und K den größtmöglichen Wert für °max O' = 1 - sin Alpha1 Gleichung (26).
-
max 2 cos Alpha Für Alpha = 0° nimmt °max den Wert 1 rad an, oder
28°36'. Geht p max 2 rad a, oer e Alpha1 hingegen gegen 90°, dann muß O'max gegen
gehen.
-
max Bevor für eine spezielle Anwendung einer Matrize die Werte für
Alpha und Omax für eine Segmentbegrenzungskurve der Klasse III nach Gleichung (19)
ausgewählt werden, sollten folgende allgemeine Kriterien bedacht werden: 1) Endzustand
des Werkstückes.
-
a)Wenn der Endzustand der Oberfläche außerordentlich bedeutend ist,
sollte °max möglichst nahe an der Innenwand gewählt werden;
b)Ist
hingegen die Widerstandsfähigkeit der Matrize gegen momentanen Schock vom Werkstück
her der dominierende Entscheidungsfaktor, wie etwa bei der Vermeidung von Matrizenzerfall,
wird man ein °max weiter weg von der Matrizeninnenwand wählen. Diese Versetzung
des Punktes maximalen Kohäsivdruckes nach außen erlaubt ein Nachgeben der Matrizensegmente
von der Innenwand bis zum Punkt M (entsprechend Gmax und rmax) und wirkt daher als
dämpfender Schockauffänger. Alle anderen, im Text beschriebenen Bedingungen sind
davon unabhängig zu beobachten (s. Abschnitte IV und V, Gleichungen (5), (19), (20),
(21), (24) und (25) und den begleitenden Text).
-
2) Frühes Versagen der Matrize als Folge von Splittern kann verhindert
werden durch eine praktisch vertretbare kleinste Wahl von Alpha. Alle übrigen Bedingungen
des Textes (wie im vorgehenden Abschnitt l)b) erläutert) müssen berücksichtigt werden.
-
3) Falls nicht Splittern der dominierende Faktor beim Versagen der
Matrize darstellt, wie etwa bei der Herstellung von Teilen aus Pulvermetallen oder
geschmeidigen Metallen, bei geringfügigem Verjüngem oder ähnlichem, dann kann der
Winkel Alpha größere Werte annehmen, die mit den übrigen Bedingungen des Textes
und jenen eben unter l)b) erwähnten nicht in Widerspruch stehen.
-
4) Von einem praktischen Gesichtspunkt aus sollte der Winkel Alpha
für vieleckige Matrizenöffnungen Werte zwischen 100 und 700 anj
nehmen
und für runde Matrizenöffnungen solche zwischen 10° und 500.
-
5) Wie schon bei Gleichung 26 ausgeführt, muß Gmax zwischen Oo und
28036T liegen.
-
6) Die Dicke der Matrizenwand im Punkt maximalen Kohäsivdruckes zwischen
den Segmenten ist festgelegt durch den Wert von max (also f(Omax)), der natürlich
von Gmax selbst abhängt, weniger dem Einheitsradius der Matrizenöffnung. Es soll
jedoch bemerkt werden, daß die Lösungskurve für Gleichung (19) über den Winkel max
hinaus ausgedehnt werden kann, ohne den Zustand zu ändern, daß sie eine Kurve der
Klasse III ist mit wachsendem Kohäsivdruck zwischen den Segmenten im Intervall O#
0# Für gewisse Matrizentypen bevorzugt die Industrie normalerweise Matrizenwandstärken,
die gleich dem Öffnungsradius der Matrize sind. Man kann dann Gleichung (19) für
ein gegebenes n und K und einem Wert r = 2 lösen, um jenen Winkel @ g
zu zu finden, bis zu dem man die Segmentbegrenzungskurve zu verlängern hat, um die
geeignete Wandstärke zu erhalten. In diesem Fall können Jedoch Alpha und max nicht
unabhängig voneinander gewählt wer den. Alpha bestimmt zunächst die obere Grenze
von Alpha durch
Gleichung (27), wobei S den Polarwinkel in Radians darstellt, den die Kurve überstreicht
bevor sie an der Peripherie der Matrize endet.
Wenn die Segmentbegrenzungskurve
zum Beispiel im Punkt r = 1, O = Oo anfängt und im Punkt r = 2, @ 0 =
900 aufhört, .dann ist S gleich ir/s oder 1,5708 und dementsprechend ist
Stellt man Gleichung (27) graphisch dar (wie in Kurvendarstellung 20) für S = T/2
oder für S = #/3 (wie in Kurvendarstellung 22) als besondere Beispiele, so findet
man Jedes Alpha, das einem bestimmten Alpha entspricht. Geht man mit dem gefundenen
Wert in Gleichung (25) und entwickelt nach K und setzt den gefundenen Wert für K
in Gleichung (20), dann erhält man die obere Grenze von #max für jeden vorher gegebenen
Wert von Alpha.
-
Diese Beziehung ist in Zeichnung 21 dargestellt, wobei als Randbedingung
für S = 7/2 eine Matrizenwandstärke angenommen ist, die gleich dem Matrizenöffnungsradius
ist; für die geänderte Randbedingung von S = W6/3 ist dieselbe Beziehung in Diagramm
23 dargestellt. In anderen Worten bedeutet dies, daß man für Jedes Alpha nur jene
Werte für #max wählen kann, die zwischen 0° und dem durch die Kurven bestimmten,
jenem Alpha entsprechenden Maximalwert von Gmax liegen. Wählt man nicht den exakt
entsprechenden Wert für Gmax dann erhält man eine entsprechend stärkere Matrizenwand
als bloß einer Wandstärke gleich dem Radius der Matrizenöffnung. Es sollte auch
darauf hingewiesen werden, daß die obere Grenze für Alpha selbst durch in der folgenden
Gleichung bestimmt ist:
Gleichung (28)
Mit Hilfe von Newtons Näherungsverfahren läßt sich
diese Gleichung verhältnismäßig einfach lesen. Man bestimmt zuerst die Funktion
Anschließend sucht man eine Lösung mit Hilfe des Versuchswertes nach Falls g(nα*-)ao
korrigiert man mit einem neuen Näherungswert n-α**
Falls der korrigierte Näherungswert immer noch nicht in einem g(n«+*) = 0 resultiert,
korrigiert man in sukzessiven Schritten solange, bis man für einen Wert n*ein g(nα**)
= 0 erhält.
-
Einige Beispiele: Für S = T/2, n#* = 2,06 und Alpha = 45040? folgt
@max °m Omax O° (nach Gleichung (27)). Für S = 1r/3 = 1,0472 (oder 600),
nα = 1,65 und Alpha = 380551 (maximales Alpha), folgt wiederum °max = 00.
-
Will man ganz allgemein eine Matrizenwandstärke von einem Vielfachen
T des Matrizenöffnungsradius erreichen, dann modifiziert man am besten Gleichung
(27) folgendermaßen:
Gleichung (29).
-
S hat dabei dieselbe Bedeutung wie bisher und stellt den Winkel e
in rad dar (für r = T+1; siehe Gleichung (19)). Dementsprechend muß auch Gleichung
(28) für das n&, das der oberen Grenze von Alpha entspricht, geringfügig geändert
werden:
Gleichung (30).
-
Um zu den Lösungen für ny in Gleichung (29) und n- in Gleichung (30)
zu gelangen, empfiehlt sich am besten wiederum das Newtonsche Näherungsverfahren,
wie es schon anläßlich Gleichung (28) erläutert wurde, in diesen Fällen allerdings
mit dem Term (T+1) anstelle des Faktors 2. Das Schaubild 24 stellt Gleichung (29)
für die Werte T = 0,5, S = t/4 (450) Grad dar, das Schaubild 26 für die Werte T
= 0,5, S = /3 (600). Entsprechend stellen die Schaubilder 25 und 27 die oberen Grenzwerte
von Gmax für rr ein gegebenes Alpha dar und zwar für T = 0,5, S = /4 bzw. T = 0,5,
S = /3.
-
Aus dem bisher Angeführten geht hervor, daß, sobald drei von den vier
Unabhängigen Großen T, S, Alpha und max festgelegt sind, die vierte auch durch sie
bestimmt ist. Wäre Jemand etwa an einem speziellen Wert von Alpha und dem ihm entsprechenden
Wert von Grad oder umgekehrt interessiert, dann brauchten nicht erst alle graphischen
Darstellungen, wie sie bisher erläutert wurden, ausgeführt zu werden (wie in den
Diagrammen 21, 23, 25 und 27), sondern man löst am besten a) Gleichung (29) nach
qA mit Hilfe von Newtons Näherungsverfahren (wie es unter Gleichung (28) erläutert
wurde) auf, falls T, S und ein Alpha kleiner als sein Maximalwert gegeben sind (s.
dazu Gleichungen (30) und (29)), und bestimmt anschließend K aus Gleichung (25)
und schließlich °max aus Gleichung (20);
b) die folgende Gleichung
nach n4 mit Hilfe von Newtons Nähemax rungsverfahren (wie es anläßlich Gleichung
(28) erläutert wurde), falls T, S und ein 0max (in rad) unterhalb seiner oberen
Grenze gegeben ist:
Gleichung (31).
-
Anschließend löst man Gleichung (29) nach Alpha auf.
-
Der Vorteil, für eine Kurve T und S vorschreiben zu können, wird deutlich,
wenn man an die Beziehung der Segmente zueinander denkt.
-
Man kann eine Kurve so anlegen, daß der Polarwinkel, mit dem sie aufhört,
größer, kleiner oder identisch zu Jenem Polarwinkel ist, mit dem die Begrenzungskurve
des nächstfolgenden Segments beginnt.
-
Der auf diese Weise wählbare Grad an überlappung zwischen den einzelnen
Segmenten bewirkt, daß, Je später die vorhergehende Kurve in Beziehung zum Polarwinkel,
mit dem die neue beginnt, aufhört, umso größer der Grad an überlappung und umso
größer die Verwandtschaft der Matrize mit der quasi-laminaren Form (wie in den Zeich
nungen 28 - 30 dargestellt), Für etliche Arbeitsprozesse, wie etwa das Reduktionsziehen
bei großen Durchmessern, würde die quasi laminare Form einen erheblichen Vorteil
darstellen, während man für das Reduktionsziehen kleinerer Durchmesser Segmentbegrenzungs4
kurven vorziehen wird, deren überlappung so beschaffen ist, daß der Polarwinkel
des einen Kurvenendes kleiner ist als der des Anfangs des nachfolgenden Segmentes.
-
7) Falls bei der Konstruktion der Matrize eine mehrfache Verwendung
ins Auge gefaßt ist durch Veränderung des Matrizeninnendurchmessers, dann sollte
das ursprüngliche rg (entsprechend max einem @max wie es durch Gleichungen
(20) und (21) festgelegt ist) groß genug gewählt werden, um für einen Punkt maximalen
Kohäsivdruckes zwischen den Segmenten vorzusorgen, der für alle erwarteten Bedingungen
geeignet ist. Sobald nach den oben erläuterten Kriterien Werte für Alpha und Smax
festgelegt sind, löst man Gleichung (24) nach n auf und in der Folge Gleichung (25)
nach K. Die gefundenen Werte für n und K werden anschliessend in Gleichung (19)
eingesetzt. Auf diese Weise bekommt man schließlich eine spezifische Gleichung für
die erwünschte Segmentbegrenzungskurve, die wie in den Darstellungen 15, 16, 17,
18, 19 und 34 in Polarkoordinaten dargestellt und als Fertigungszeichnung verwendet
werden kann.
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Von den vielen anderen Kurven außer den durch Gleichung (19) beschriebenen,
die die Kriterien für Kurven der Klasse III erfüllen, ist innerhalb des Bereichs
von 6, der sie als Kurven der Klasse III definiert, keine,die nicht bloß eine geringfügige
Änderung zu jenen darstellt, die durch geeignete Wahl von n unQ K in Gleichung (19)
erhalten werden können.
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In den Darstellungen 36 und 36A ist zum besseren Verständnis eine
Zahlentafel mit repräsentativen Werten für n und K Jeweils in Abhängigkeit von einem
speziellen 8 und Anfangswinkel Alpha angegeben. Für den Wertebereich T = 1, S =
Xr/3 ist die
Begrenzung --------- (4) vorgesehen; für T = 1, S
= AD/2 die Begrenzung - . - . - . (3); für T = 0,5, S = #/4 die Begrenzung ..........
(2); und für T = 0,5, S = T/3 die Begrenzung (1).
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IV. Einige Bemerkungen über die Bedeutung des Winkels Alpha für die
Entwicklung von Segmentmatrizen: 1) Grenzwerte für Alpha: Für Kurven der Klasse
I (Kreise Cc) \ oder Klasse III (Kurven Cf die sich rascher krümmen als Cc (s. Darstellung
6)) ist Alpha beschränkt auf Werte zwischen größer als 0° und kleiner als 90° Für
Kurven der Klasse Ii (die Kurven C5, die sich langsamer krümmen als die Kurven Cc
(s. Darstellung 6)), oder für Geraden kann der Winkel Alpha Werte annehmen, die
größer als 900 sind. Für Geraden liegt der theoretische Grenzwert bei einem Winkel
von weniger als 900 + 1800/m (s. Abschnitt II, 3 folgende). Für die sich langsamer
krümmenden Kurven C5 muß Alpha entsprechend kleiner als dieser Grenzwert sein je
nach dem Charakter der jeweils vorliegenden Kurve (wie z.B. für die durch die Gleichungen
(13a), (13b) und (14a) beschriebenen Kurven).
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2) Einige Hinweise für die Wahl von Alpha: Je größer Alpha gewählt
ist, umso größer ist der Kohäsivdruck zwischen den Segmenten gegen das Zentrum hin.
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Für ein und denselben Anfangswinkel Alpha ist die Wandstärke t der
Matrize für Kurven der Klasse II (die Kurven Cs, die sich weniger
rasch
krümmen als die Kurven Cc (s. Figur 6)), wie sie durch Gleichungen (13a), (13b)
und (14a) beschrieben werden, oder für Geraden weniger beschränkt als für Kurven
der Klasse I (Kreise Cc).
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Für gerade Segmentbegrenzungskurven gibt es im Grunde keine theoretische
Grenze für Alpha und die Stärke der Matrizenwand kann beliebig groß sein.
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Für Kurven der Klasse I (Kreise Cc) wird tmax umso kleiner Je grösser
Alpha wird in Übereinstimmung mit Gleichung (10) (s. die dazugehörigen Beispiele).
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Für ein und denselben Anfangswinkel Alpha ist r für Kurven max der
Klasse III (die Kurven C die sich rascher krümmen als die Kreise Cc (s. Figur 6))
kleiner als für die entsprechenden Kreise Cc (s. Gleichung (21) und Erläuterungen
dazu). Die Stärke der Matrizenwand t kann Jedoch den Erfordernissen beliebig angepaßt
werden (s. oben).
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3) Verhältsnis des Kohäsivdruckes für verschiedene Kurven mit identischem
Anfangswinkel Alpha: Spiegelkurven, wie sie durch die Gleichungen (17a) - (17d)
beschrieben sind, ergeben für jedes gegebene Alpha den größten Kohäsivdruck zwischen
den Segmenten in der Nähe der Matrizeninnenwand (s. Fig. 14 und 14A). Andere Kurven
der Klasse II einschließlich der Geraden mit
(s. dazu Fig. 6) haben ein kleineres Verhältnis von Kohäsivdruck
an der Innenwand zu jenem an der Peripherie der Matrize als die gespiegelte Spirale
mit demselben Anfangswinkel Alpha. Und Kurven der Klasse III haben im Intervall
0(8 < 8max (s. oben) das klein ste Verhältnis von allen. Im Grunde würden sie
eher einen grösseren Kohäsivdruck weiter weg von der Umgebung der Innenwand begünstigen.
Für gleichmäßig radial wirkende Arbeitsdrucke bleibt der Kohäsivdruck entlang des
Bogens einer kreisförmigen Kurve Cc konstant: dementsprechend ist das Verhältnis
des Kohäsivdruckes an der Innenwand zu Jenem an der Peripherie der Matrize gleichl.
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4) Wie schon erwähnt im Fall der Kreiskurven Cc> werden die spitzen
Ecken an der Innenseite der Matrize umso ausgeprägter, je grösser der Anfangswinkel
Alpha und umso leichter splittern sie (verglichen mit kleinen Winkeln Alpha). Dies
gilt für alle Typen von Kurven, die bisher behandelt wurden, einschließlich der
Geraden.
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Wie ebenfalls schon vorher erwähnt, wird der Kohäsivdruck in Richtung
der Matrizeninnenwand zunehmend größer je größer Alpha wird.
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Selbst wenn man die eben erwähnte Eigenschaft des Splitterns in Betracht
zieht, kann die Eigenschaft des zunehmenden Kohäsivdrucks bei der Bearbeitung bestimmter
Metalle von Vorteil sein und erlaubt außerdem, die Zahl der Segmente in der Matrize
gegenUber der Zahl der Seiten der Matrizenöffnung zu erhöhen; im Falle einer kreisförmigen
oder anderweitig gekrümmten Matrizenöffnung kann die Zahl der Segmente natürlich
beliebig groß gewählt werden. Als Brgebni erhält man gut zugängliche und gut zu
wartende Matrizeninnenwände 1
mit geringerer Neigung zur Rillenbildung
und Bruch als bei den nach. den bisherigen Methoden entwickelten Segmentmatrizen.
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V. Einige allgemeine Hinweise auf die Zahl der Segmente m für Segmentmatrizen:
Unter anderen Erfordernissen bedingen einige praktische ttberlegungen die Wahl der
Segmentzahl m sowohl für Kurven der Klasse I (Cc oder kreisförmig, diskutiert in
Abschnitt I) als auch für Kurven der Klasse II (Cs oder sich langsamer krümmend
als Kreise, beschrieben in Abschnitt II) und Klasse III (Cr oder sich schneller
krümmend als Kreise, behandelt in Abschnitt III): 1. Falls man die Segmentbegrenzungskurven
C nur an den Ecken einer vieleckigen Matrizenöffnung anfangen lassen will, dann
ist die Zahl der Segmente m durch die Zahl der Seiten des Vieleckes beschränkt.
In ausgewählten Fällen läßt sich die Zahl der Segmente noch weiter reduzieren: etwa
drei Segmente für eine sechseckige Matrizenöffnung, vier Segmente für eine achteckige
Matrizenöffnung und so weiter. Für eine drei- oder vierseitige Matrizenöffnung empfiehlt
es sich, die Zahl der Segmente mit der der Seiten über einstimmen zu lassen.
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In einigen Fällen vieleckiger Matrizen, wie etwa in dem in Fig. 1
dargestellten Beispiel einer sechseckigen Öffnung, sind die Kante nicht ausgeprägt,
sondern nehmen statt dessen die Form von Kurven oder Geraden an (der letztere Fall
ist in Fig. 13 gezeigt). Jedeq
Segment kann außerdem zu einer Anderung
der Geometrie des Vielecks der Matrizenöffnung beitragen, indem der Punkt, in dem
die Innenwand der Matrize beginnt, am Anfang der Scheitelkurve beginnt: das nächstfolgende
Segment beginnt dann am Anfang der nächstfolgenden Scheitelkurve (wie in Fig. 13
gezeigt). Eine solche Änderung in den Ecken der Matrizeninnenwand bleibt ohne Einfluß
auf die übrigen überlegungen wie Type der Kurve C, Anfangswinkel Alpha, Wand stärke
t und andere oben diskutierte Punkte.
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Theoretisch kann die Zahl der Segmente jene der Seiten des Vielecks
übertreffen. Die Länge der Kurve C wird jedoch für Anfangspunkte entlang der Vieleckseiten
länger sein als für Anfangspunkte in den Ecken. Die Maximalstärke der Matrizenwand
max wird deshalb durch die längste dieser Kurven bestimmt, die wiederum im Fall
der Kurven der Klasse I (Cc oder Kreise) durch die oben angeführten Umstände beschränkt
sind. Ist die Matrizenöffnung hingegen kreisförmig, elliptisch oder von einer anderweitig
gekrümmten Form, dann kann die Zahl der Segmente je nach den praktischen Bedürfnissen
beliebig gewählt werden. Sogar für irreguläre Matrizenöffnungen wie in Fig. 71 lassen
sich Segmente nach den hier erläuterten Kriterien entwickeln. In solchen Fällen
werden jedoch nicht alle Segmente dieselbe Gesamt form haben; obwohl die Segmentbegrenzungskurven
alle nach derselben Gleichung hergeleitet sind, werden je nach der Geometrie der
Öffnung die einen länger sein als die anderen. Dies ist auch in Fig. 31 verdeutlicht,
in der der gerade Teil der Öffnung aus Zweckmäßigkeitsüberlegungen von einem einzel-
-nen Segment getragen wird. In anderen Fällen jedoch können Segmentbegrenzungskurven
sogar
verschiedenen Klassen angehören, wenn die ungleiche Verteilung der Arbeitsdrucke
gegen die Matrizeninnenwand es erfordert. Dies ist in Fig. 35 und in Beispiel 4
in Abschnitt VI dargestellt. Der wichtigste Gesichtspunkt dieser Patentschrift ist
die Wahl der Klasse der Kurve je nach den Erfordernissen der beabsichtigten Verwendung.
Unter diesem Gesichtspunkt sind alle Überlegungen hinsichtlich der Segmentzahl,
des Anfangswinkels Alpha, der Matrizenwandstärke usw. dieselben wie sie in den jeweiligen
Abschnitten dieser Patentschrift behandelt wurden.
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2. Folgende Faustregel kann angewandt werden: falls der Metallbearbeitungsprozeß
zu hart für die Matrize ist und zu ihrem frühen Versagen führt, dann kann diesen
harten Arbeitsbedingungen eher mit einer größeren Zahl von Segmenten begegnet werden.
In Arbeitsgängen mit extrem kritischen Dimensionen wie bei Kaltarbeiten oder Stempelpressen
wird jedoch die Lebensdauer gegenüber den Endtoleranzen sekundär and Bedeutung bleiben
und die Zahl der Segmente, der Anfangswinkel Alpha und die Form der Begrenzungskurve
sind sehr kritisch miteinander verknüpft.
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Die gemäß der hier vorliegenden Erfindung hergestellten Segmente sind
mit einem oder mehreren Schrumpfringen zusammengefaßt, welche wiederum auf herkömmliche
Weise auf ihre genauen Dimensionen gebracht und in einem Matrizenblock und/oder
Behälter eingebaut sind.
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Der Matrizenblock oder Matrizenhalter oder -behälter bildet einen
wichtigen Punkt in der Nutzbarmachung der Vorzüge und Fähigkeiten
einer
nach den Ansprüchen dieses Patentes guten Matrize. In der Praxis wird man eine Matrizenblock-Wandstärke
verlangen, die gleich, oder wenn die Raumansprüche es erlauben, größer ist als der
Gesamtdurchmesser des Matrizenkörpers und des/der ihn umgebenden Schrumpfringe/s.
Dies gilt besonders in Fällen hoher Toleranzen innerhalb o,o25 bis o,o75 mm (o,oo32"tis
0,0012"), wie sie etwa bei spanlosem Arbeiten oder beim Stempelpressen erforderlich
sind, wenn der Arbeitsdruck gegen die Innenwand momentan oder nichtkontinuierlich
wirkt und, sobald das Material zu fließen beginnt, rasch abnimmt. Die allgemeinen
Zielsetzungen für eine gute Matrize und ein gutes Matrizengehäuse ist, die Toleranzen
für alle Dimensionen des Werkstückes kritisch halten zu können, und trotz eines
möglichst sauberen Produktionsverfahrens eine gute Lebensdauer der Matrize zu erreichen.
Durch Anwendung der Lehre dieser Erfindung lassen sich die eben erwähnten Zielsetzungen
besser verwirklichen als mit einer bekannten Matrize, Bei der Realisierung der vorliegenden
Erfindung kann jedes beliebige Material zur Herstellung der Matrize verwendet werden,
wie es gegenwärtig schon fürme Herstellung von Matrizen für beispielsweise Strang-
und Fliesspressen, Heiß- und Kaltziehen, Stauchen, Abgraten, Stanzen, Schneiden
und andere Metall- und Nichtmetallformungsarbeiten (z.B. für verschiedene Arten
von Kunststoff) in Ver-;': wendung stehen. Die Matrize kann deshalb aus geeigneten
Metallen und Legierungen wie Wolframkarbidstahl, Werkzeugstahl, Monel, Eises, Kobalt,
Nickel, Kupfer und anderen Übergangsmetallen, besonders
wenn sie
in Korngrößen kleiner als 3 p verfügbar sind, hergestellt werden.
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Von den vielen Materialien, die mit einer Matrize der gegenwärtigen
Erfindung als Werkstücke behandelt werden können, sollen als Beispiele bloß einige
genannt werden: Messing, rostfreier Stahl, Chromnickelstahl, Werkzeugstahl, Wolframkarbide
in Pulverlegierungen, Nylon, Polyolefine wie Poläthylene, Polyurethane, Phenolformaldehyde
usw.
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VI. Vier Beispiele für Matrizenanwendungen und die entsprechende Matrizenentwicklung
dafür nach den in diesem Patent erläuterten Gesichtspunkten Beispiel 1 Figur 32
zeigt eine Matrize für die Herstellung von Kugelgelenkstiften (wobei eine Vorrichtung
für die Herstellung des Stiftkopfes weggelassen ist). Um zur am besten geeigneten
Segmentbegrenzungskurve zu gelangen, berücksichtigt man zuerst die bekannten Faktoren
und Erfordernisse wie: Werkstückmaterial, beabsichtigte Reduktion des Werkstückes
(in diesem Beispiel 28,5 %) und spätere Kaltarbeit bei der Herstellung des Stiftkopfes.
Die Arbeitsdrucke wirken beinahe gleichmäßig radial auf die Matrizeninnenwand-und
man wird am besten eine Segmentbegrenzungskurve wählen, die den Kohäsivdruck gleichmäßig
weiterverteilt. Die Entscheidung fällt deshalb zugunsten einer Kurve der Klasse
I.
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Als nächsten Schritt bestimmt man die Matrizenwandstärke in Abhängigkeit
vom Anfangswinkel Alpha nach Gleichung (10). Im gegebenen Fall sollte die Matrizenwandstärke
wenigstens 50 % des Matrizenöffnungsdurchmessers betragen. Dies entspricht einem
Anfangswinkel Alpha von 30° (siehe oben) und garantiert gute Kohäsivdruckverteilung
entlang der Segmentbegrenzungskurven, ohne daß die Innenecken der Segmente zu ausgeprägt
sind (s. dazu Abschnitt IV).
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Nachdem Alpha bestimmt ist, besteht der nächste Schritt darin, Gleichung
(9) für die Kurve zu lösen. Man findet dann als ihren Mittelpunkt den Punkt x =
1 X = ctg 300/2 = o,866, und für 2 > Y = ctg = und ihren Radius 1 Einheit (der
Radius des Matrizenöffnungsquerschnittes ist als Einheit angenommen von 1/2 sind
300). Die Kurve ist in Fig. 32 dargestellt.
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Nun soll die Zahl der Segmente überlegt werden. Die allgemeinen Hinweise
sind in Abschnitt V dargelegt und es genügt, hier bloß als Ergebnis sechs Segmente
anzuführen. Man weiß außerdem von oben, daß der Polarwinkel der Kurve für ein Alpha
von 300 selbst einen Winkel von 60° überstreicht, bis sie den Punkt tmax erreicht.
Das bedeutet, daß für sechs Segmente jede Kurve mit einem Polarwinkel beginnt, mit
dem die vorhergehende Kurve endet. Dies ermöglicht der Matrize besser, den Arbeitsdrucken
widerstehen zu können, als es mit Segmenten möglich wäre, die früher aufhören.
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Das bisher übliche Vorgehen bei der Berechnung und Entwicklung des
Schrumpfringes und Matrizengehäuses scheint ausreichend und erfordert keine Modifikation.
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Beispiel 2 Figur 33 zeigt eine sechseckige Matrize. Wie schon oben
erläutert, wirken die Arbeitsdrucke in diesem Fall stärker gegen die Seitenmitten
als gegen die Ecken der Matrizeninnenwand. Um die Neigung
der Segmentmatrizen,
unter diesen gegebenen Druckbedingungen an den Ecken auseinanderzuklaffen, zu unterbinden,
sollten Kurven der Klasse II für diese Matrize gewählt werden. Unter den gegebenen
Arbeitsbedingungen werden diese Kurven für eine Gleichverteilung der Kohäsivdrucke
sorgen (siehe oben).
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Unter den Kurven der Klasse II wird man Geraden wählen und Segmente
wie in Fig. 8 entwickeln. Nimmt man jedoch an, daß extreme Arbeitsdrucke auf die
Matrize wirken werden, dann eignen sich Kurven der durch Gleichung (13a) beschriebenen
Familie besser: für ein gegebenes S und T (siehe Gleichung (14a)) führen sie zu
weniger ausgeprägten Innenkanten als sie für Geraden auftreten würden.
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Außerdem wird eine solche Kurve für ein und denselben Anfangswinkel
Alpha über ihre gesamte Länge einen grösseren Polarwinkel überstreichen als es eine
Gerade tun würde, weswegen die Matrize eher hohen Arbeitsdrucken widerstehen kann.
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Aus denselben Gründen wie in Beispiel I soll S den Wert 1,o472 rad
(oder 600) annehmen, und die Matrizenwandstärke soll wiederum eine Einheit sein.
Setzt man alle diese Werte in Gleichung (14a) ein, dann erhält man für Alpha = 560301.
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Anschließend setzt man den gefundenen Wert für Alpha in Eichung (13a)
ein und zeichnet die resultierenden Kurven wie in Fig. 33 in Polarkoordinaten. Alle
weiteren Schritte in der Entwicklung und Herstellung der Segmentmatrize sind dieselben
Ewie in Beispiel I.
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Beispiel 3 Figur 34 zeigt eine Matrize zur Herstellung von sechseckigen
Schalen im Stempelpreß-Tiefziehverfahren. Die ungleich verteilten Kräfte dieses
Arbeitsganges verursachen in konventionell entwickelten Matrizen nicht bloß frühes
Versagen der Matrize, sondern führen zu häufigen Defekten im Endprodukt.
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In diesem Beispiel soll nicht auf das beste Herstellungsverfahren
für Segmente für solche Arbeitsbedingungen eingegangen werden, sondern es soll der
Vorteil hervorgestrichen werden, den Segmentmatridie zen,ßach den in dieser Patentschrift
erläuterten Kriterien entwickelt wurden, gegenüber konventionellen Segmentmatrizen
aufweisen. Matrizenversagen als Folge von Materialdefekten soll deshalb hier ebenso
ausgeschlossen werden wie die eventuelle Unfähigkeit des Materizenmaterials die
angelegten Arbeitsdrucke geeignet weiterzutragen.
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Um Tiefungsrißbildeung im Endprodukt zu verhindern, ist ein gewisses
Maß von "Nachgeben" der Matrizensegmente unmittelbar an der Matrizeninnenwand notwendig.
Auf diese Weise kann die Matrize augenblicklich auf die Deformationsgeometrie des
Werkstückes reagieren. Für einen solchen Zweck kommen selbstverständlich Kurven
der Klasse III in Frage, die nach geeigneter Wahl von emax für jeden Einzelfaldiese
Eigenschaft aufweisen.
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In unserem Beispiel soll emax bei 50 oder o,o87267 rad liegen.
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Bei der Bestimmung der Matrizenwandstärke müssen mehrere Faktoren
überlegt werden:die mechanischen Eigenschaften des Werkstückmaterials, die Qualität
des Matrizenmaterials, empirische Erfahrungen usw.
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Im gegebenen Beispiel soll T = 1 sein.
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Als nächsten Schritt bestimmt man den Polarwinkel S, den die Kurve
entlang ihrer Gesamtlänge überstreicht. Im Fall hoher Belastung scheint es wünschenswert,
daß S einen Wert von wenigstens Zahl der Segmente annimmt, so daß die Kurven wenigstens
ein Mindestmaß an Oberlappung aufweisen. Unter extremen Arbeitsbedingungen sollte
S natürlich größer sein, obwohl S in Beziehung zu Alpha gesehen werden sollte, um
nicht durch zu kleine Wahl von Alpha ungenügenden Zusammenhalt der Segmente an der
Matrizenöffnung zu erzeugen. Wenn in unserem Beispiel S = t/3 = 1,o472 (oder 600)
ist, kann Alpha Werte bis zu 38055' annehmen (siehe Gleichung (28) und Begleittext).
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Sobald nun drei von den vier unabhängigen Variablen festgesetzt sind,
ist die vierte bestimmt. In unserem Beispiel ist T = 1, S 'ist /3 und emax = 50,
so daß nach Diagramm 23 oder Gleichung (31) und (29) Alpha 370 sein muß. Dies ist
ein durchaus tragbarer Wert, da er hinreichenden Zusammenhalt zwischen den Segmenten
erlaubt und dennoch nicht zu allzu ausgeprägten Innenecken der Segmente führt. Falls
jedoch die ersten drei Variablen zu einem nicht akzeptablen Wert für Alpha geführt
hätten, hätte eine oder mehrere
geändert werden müssen.
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Mit Hilfe der Figuren 36 und 36a findet man nun die entsprechenden
Werte für n und K:n = 1,835, K = 1,624.
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Diese Werte für n und K setzt man nun in Gleichung (19) ein und zeichnet
die resultierende Kurve in Polarkoordinaten, dreht die Kurve um 60° und zieht die
nächste Kurve usw., bis alle Segmente fertig sind (s. Fig. 34).
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Alle weiteren Schritte in der Herstellung der Matrize, der/des Schrumpfringe/s
und des Gehäuses folgen den bisherigen Standardverfahren.
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Beispiel 4 Figur 35 zeigt eine Matrize zur Herstellung eines etwa
D-förmigen Kopfes an einem gezogenen Bolzen, der nicht konzentrisch mit dem Kopf
ist. Eine nähere Untersuchung der Arbeitsdrucke gegen die Matrizeninnenwand ergibt,
daß die größten Kräfte in der in Fig. 35 gezeigten, ausgezogenen Pfeile wirken,
weniger große in Richtung der gestrichelten und die kleinsten Kräfte in Richtung
der gepunkteten Pfeile wirken. Da nun Segmentbegrenzungskurven, die in den vier
Ecken der Segmentmatrizenöffnung beginnen, ausgehend von einem Punkt geringerer
Radialkräfte einen Bereich zunehmender Radialkräfte überstreichen, sollten sie Kurven
der Klasse II sein.
Würden die Segmentbegrenzungskurven jedoch
an Punkten beginnen; die durch die ausgezogenen Pfeile angezeigt sind (siehe Fig.
35), dann würden sie von Punkten größten Radialdruckgs zu Punkten abnehmenden Radialdruckes
verlaufen, und. sollten deshalb Kurven der Klasse III sein, um in der Nähe der Matrizeninnenwand
ein geringfügiges "Nachgeben" der Segmente zu bewirken..
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Der einfacheren Darstellung wegen ist in diesem.Beispiel-ee Matrize
mit nur drei Segmenten dargestellt. Sollten.die Arbeifadrucke jedoch größer sein
als bisher hier angenommen, dann sollten sechs Segmente ins Auge gefaßt werden.
Die Entwicklungsregeln. bleiben natürlich die gleichen.
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Die Matrizenöffnung ist in unserem Beispiel in Polarkoordinaten ausgelegt.
Anstatt jedoch ihren Mittelpunkt in den Ursprung zu verlegen, wurde die Seitenmitte
des geraden Teils dorthin verlegt.
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Für die Kurven A und B wurde der kleinste Radius der Matrizenöffnung
als Einheitslänge genommen; für die Kurve C wurde der kleinste Öffnungsdurchmesser
als Einheitslänge gewählt. Es soll noch einmal betont werden, daß dies. bloß eine
willkürliche Konvention zur Vereinfachung des Zeichnens ist und keinerlei Einfluß
auf die tatsächliche Wirkungsweise der Matrize hat.
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Die Kurven A und B in Fig. 35 gehören zur Klasse II aus den oben erwähnten
Gründen. Sie sind beide aus der durch Gleichung (13a) i beschriebenen Familie gewählt.
Um jedoch einen möglichst großen
Bereich ausreichenden Kohäsivdrucks
mit den Ansprüchen hinsichtlich der Ausprägung der Innenkanten zu vereinbaren, muß.
jede Kurve einen anderen Polarwinkel S über ihre Gesamtlänge -überstreichen. Je
größer außerdem die Matrizenwands-tärke, umso g;rösser kann S gewählt werden (siehe
Gleichungen (14a), (14b) und Begleittext). In-unserem Beispiel nehmen wir an, die
Matrizenwandstärke sei gleich dem kleinsten Durchmesser der Matrizenöffnung (angedeutet
durch die ausgezogenen Pfeile in Fig. 35). Für die Kurve A soll S = 1,74533 rad
oder lob0 sein; fti'r die Kurve B, S = -.o,69&13 oder 400.
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Da in unserem Beispiel anstatt des Mittelpunktes der Matrizenöffnung
die Seitenmitte der geraden Kante'der Öffnung im Ursprung des Koordinatensystems
liegt, repräsentiert hier T in Gleichung (14a) r5 - 1, wobei
für Kurve A und rS = 4 für Kurve B ist.
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Man entwickelt nun Gleichung (14a) nach Alpha. Für Kurve A ist Alpha
= 67054'; für Kurve-B ist Alpha = 260421. Alpha repräsentiert immer noch den Winkel
zwischen dem Radiusvektor und der Tangente an die Kurve im Punkt e = 0°; aber aus
denselben Gründen wie im vorangegangenen Abschnitt repräsentiert Alpha nicht mehr
den Winkel zwischen der Tangente an dieKurve und dem Kraftvektor vom Matrizenmittelpunkt.
Dies hat aber keinerlei Einfluß auf die Form der Kurven.
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Im vorliegenden Fall müßte dieser Wert um 459 korrigiert werden.
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Man erhielte für die Kurve A 22054' und für die Kurve B 710421.
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Dies beeinflußt die Darstellung der Kurven in keiner Weise. Dadurch
soll nur überprüft werden, daß die Kohäsion zwischen den Segmenten bei der Innenwand
der Matrize ausreicht, da gemäß Gleichung (2) P = H sin Beta n ist, wobei Beta den
soeben angegebenen, korrigierten Winkeln entspricht.
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Anschließend substituiert man die Werte für Alpha für die Kurven A
und B in Gleichung (13a) und zeichnet die resultierende Kurve in Polarkoordinaten
wie in Fig. 35 gezeigt.
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Wie schon weiter oben festgelegt, gehört die Kurve C der Klasse III
an und beginnt im Halbierungspunkt der längsten, gekrümmten Seite (siehe Fig. 35).
Der einfacheren Darstellung wegen ist wiederum der kleinste Durchmesser der Matrizenöffnung
als Einheitslänge genomhieraus folgt men,/T = 1. Um die Herstellung der Segmente
zu erleichtern, läßt man am besten die Kurve an der nächstfolgenden Außenkante der
Matrize enden. S wird daher S = 1,25664 rad (oder 720).
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Um den Arbeitsdruck im Anfangspunkt der Kurve an der Matrizeninnenwand
herabzusetzen, wählt man ein emax 'O. Für größere Arbeitsdrucke sollte emax entsprechend
größer gewählt werden.
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Aus Gleichung (31) bestimmt man nun ne entsprechend den Werten max
T = 1, S = 1,25664 und emax = o,o87267 rad (oder 50).Für ng erhält max man dann
2,oil. Setzt man diesen Wert in Gleichung (29) ein, dann erhält man für Alpha einen
Wert von 40so4'. Aus Gleichung (25) folgt für K = 1,543.
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Wie zuvor, setzt man nun die gefundenen Werte für n und K in Gleichung
(19) ein, um zu der Kurve zu gelangen, die man nun graphisch in Polarkoordinaten
darstellt, wie in Fig. 35 gezeigt.
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Wie schon in den vorhergehenden Beispielen,erfolgen alle weiteren
Schritte in der Herstellung der Matrize, des Schrumpfrings und Gehäuses nach den
üblichen Standardverfahren.
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- Patentansprüche -