DE2500792C2 - Elektromagnetische Führungsvorrichtung für unbemannte Fahrzeuge - Google Patents
Elektromagnetische Führungsvorrichtung für unbemannte FahrzeugeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine elektromagnetische Führungsvorrichtung für unbemannte Fahrzeuge gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Eine derartige elektromagnetische Führungsvorrichtung ist bekannt (US-PS 30 38 970). Bei der bekannten
elektromagnetischen Führungsvorrichtung sind die elektrischen Leiter beiderseits der Fahrtstrecke so
vorgesehen, daß das Fahrzeug längs der Fahrtstrecke zwischen diesen Leitern fährt. Wenn nun bei dieser
Führungsvorrichtung das Fahrzeug von einer Hauptstrecke auf eine Nebenstrecke abbiegen soll, ist ein
Hilfsleiter erforderlich, damit beiderseits der Fahrtstrecke stets zwei Leiter vorhanden sind, wobei dem
Hilfsleiter über eine Spule und einen Schalter Strom zugeführt werden muß. Wenn das Fahrzeug weiter auf
der Hauptstrecke bleiben soll, ist der Hilfsleiter nicht erforderlich und muß daher durch Öffnen des Schalters
abgetrennt werden. Die Fahrzeugführung ist daher aufwendig, wobei insbesondere für jede Abzweigung ein
Schalter erforderlich ist. Weiter ist die bekannte Führungsvorrichtung nicht für Fahrzeuge beliebiger
Breite anwendbar.
Weiter ist eine Einrichtung zum Lenken eines frei beweglichen Fahrzeugs bekannt (DE-OS 19 02 039), bei
der zwei parallele Linienleiter mit Wechselströmen unterschiedlicher Frequenz versorgt oder mittels eines
Umschalters so geschaltet werden, daß lediglich einer davon mit Strom versorgt wird. Auf beim Übergang von
einer Hauptstrecke auf eine Nebenstrecke entstehende Probleme ist nicht eingegangen.
Weiter ist ein Schiffsleitsystem bekannt (DE-OS 21 18 161), bei dem zwei parallele Leiter vorgesehen
sind. Abgesehen davon, daß bei derartigen Einrichtungen lediglich eine einzige unverzweigte Fahrtstrecke
vorliegt, werden die verschiedenen Leiter mit unterschiedlichen Frequenzen versorgt.
Bei weiteren bekannten Fuhrungsvorrichtungen weist die Fahrtstrecke lediglich einen Leiter auf (US-PS
35 12 601 und US-PS 30 39 554), wobei ein Schaltglied an einer Abzweigstelle vorgesehen ist, um wahlweise
oder abwechselnd Strom von der Hauptstrecke in die Nebenstrecke zu führen. Die Arbeitsweise einer derart
ausgebildeten elektromagnetischen Führungsvorrichtung wird weiter unten anhand der Fig. 1 und 2 näher
erläutert werden.
Demgegenüber ist es Aufgabe der Erfindung, eine elektromagnetische Führungsvorrichtung der eingangs
genannten Art so auszubilden, daß unabhängig von der Kompliziertheit des Fahrtstreckennetzes ein Fahrzeug
beliebiger Breite entlang einer bestimmten Fahrtstrecke ohne Schalter führbar ist
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die beiden Leiter im Mittenteil der Fahrtstrecke eng
benachbart zueinander angeordnet sind.
Der Strom von der Stromversorgungseinrichtung induziert in den eine einzige geschlossene Schleife
bildenden in Reihe liegenden Leitern ein Magnetfeld, das von den Fühlereinrichtungen an dem jeweiligen
Fahrzeug erfaßt wird. Eine Wegänderung von einer Hauptstrecke zu einer rechten Nebenstrecke erfolgt
durch Verfolgen der rechten Hälfte des in den Leitern induzierten Magnetfeldes, während eine Fahrtrichtungsänderung
von der Hauptstrecke zu einer linken Nebenstrecke durch Folgen der linken Hälfte des
induzierten Magnetfeldes erfolgt. Die beiden Magnet-
JO feldhälften sind in einfacher Weise diskriminierbar. Dadurch müssen keine Schalter an den Abzweigungspunkten vorgesehen werden. Weiter ist die Verlegung
sehr einfach, da es lediglich ausreicht, ein einziges zweiadriges Kabel mit parallelen Leitern in dem
Fahrstreckennetz vorzusehen. Der Abstand zwischen den beiden Leitern eines derartigen Kabels liegt in der
Größenordnung von 5 mm und ist offensichtlich unabhängig von der Breite des Fahrzeugs.
Ein noch geringerer Platzbedarf ist dann erforderlich, wenn die parallelen Leiter für jede Fahrtstrecke vertikal
zu der Ebene angeordnet sind, in der ein Fahrzeug fährt, wobei auch die Verlegung längs insbesondere scharfen
Wegkrümmungen wesentlich erleichtert ist. Weiter ist die Führung eines Fahrzeugs an einer Abzweigung
aufgrund unterschiedlicher Magnetfeldverteilungen verbessert.
Weiter ist es zweckmäßig, wenn Fühler der Fühlereinrichtung die durch die Leiter rechts und links
von der Fahrtrichtung des Fahrzeugs erzeugten Magnetfelder erfassen, wodurch eine bessere Diskriminierung
möglich ist, wobei es außerdem möglich ist, auch bei einer Rückwärtsfahrt die Vorteile der
Führungsvorrichtung auszunutzen. Die Erfindung wird anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es
zeigt
Fig. 1+2 eine herkömmliche elektromagnetische Führungsvorrichtung, wobei Fig. 1 einem Querschnitt
eines Hauptteils der Anordnung und Fig.2 einem Verlauf der Leiter entspricht,
Fig. 3 einen Querschnitt eines Hauptteils einer elektromagnetischen Führungsvorrichtung nach einem
ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung, wobei zwei Leiter parallel und horizontal angeordnet sind,
F i g. 4 den grundsätzlichen Verlauf der Leiter bei der Erfindung,
F i g. 5 eine Weiterbildung des in F i g. 2 dargestellten Leiter-Verlaufes entsprechend dem in F i g. 4 gezeigten
Verlauf,
F i g. 6 eine verbesserte Ausführungsform des in F i g. 5 dargestellten Leiter-Verlaufes,
Fig.7A —7E Fahrtstrecken, die bei der Erfindung
verfügbar sind,
F i g. 8 ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung, bei dem zwei Leiter vertikal parallel angeordnet
sind,
Fig.9 den grundsätzlichen Verlauf der Leiter bei dem in F i g. 8 dargestellten Ausführungsbeispiel, ι ο
Fig. 1OA — IOC die in den Fühlerspulen induzierten
Spannungen,
F i g. 11 ein Blockschaltbild der Fühlerschaltung,
F i g. 12 Ausgangssignale der Fühlerschaltung,
Fig. 13A —13C Erfassungs- oder Fühlerkennlinien
der Fühlerschaltung,
F i g. 14 und 15 Fahrtstrecken und
Fig. 16 ein Blockschaltbild einer weiteren Fühlerschaltung.
Eine herkömmliche Anordnung zur Führung eines unbemannten Fahrzeugs ist in den Fig. i und 2
dargestellt. Insbesondere ist, wie in der F i g. 1 dargestellt, ein einzelner Draht W in die Oberfläche
einer Strecke oder Straße eingebettet, auf oder entlang der das Fahrzeug fährt. Ein Hochfrequenzstrom fließt
durch den Draht VV, und der durch den Hochfrequenzstrom erzeugte Magnetfluß M wird durch zwei
Fühlerspulen DL und DR einer Fühlereinheit D erfaßt, die am Fahrzeug CC angebracht ist. Das Fahrzeug wird
so geführt, daß der Unterschied der Ausgangssignale der Fühlerspulen auf Null verringert werden kf>nn,
wodurch das Fahrzeug automatisch entlang des verlegten Drahtes V/fährt. Die F i g. 2 zeigt ein Beispiel
der Verlegung eines derartigen Drahtes, wobei das Netz aus Fahrwegen A, Sund Cbesteht.
Wenn nun ein Fahrzeug entlang des Weges ßoder C
fahren soll, müssen ein Oszillator OSC, der Weg A und der Weg B oder C in Reihe geschaltet werden. Wenn
jedoch die Wege B und C jeweils mit dem Oszillator OSC verbunden sind, ist der Weg C durch den Weg B
kurzgeschlossen, so daß der Strom durch den Weg C klein wird. Wenn insbesondere der Weg Csehr lang ist,
d. h. wenn der Weg C eine große Impedanz (Scheinwiderstand) besitzt, kann kein zur Erfassung ausreichender
Magnetfluß erzeugt werden. Um in diesem Fall einen ausreichenden Magnetfluß im Weg Czu erzeugen,
muß das Ausgangssignal des Oszillators OSC verstärkt werden. Wenn jedoch das Ausgangssignal des Oszillators
zu groß ist, fließt ein zu großer Strom durch den Weg A, was zu einem unerwünschten Ergebnis führt.
Dieses Problem ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn zahlreiche Abzweigungen, d. h. Nebenstrecken,
vorliegen. Um ein derartiges Problem auszuschließen, wird ein Umschalter RB verwendet, der die Wege B und
C umschaltet. In Fig. 2 besteht ein geschlossener Stromkreis, beispielsweise, aus dem Oszillator OSC —
dem Weg A — dem Weg Cund dem Oszillator OSC. In
diesem Fall fährt das Fahrzeug CG entlang der Wege A und C. Wenn andererseits das Fahrzeug CC entlang des
Weges B fahren soll, ist es erforderlich, mittels des Umschalters RBdIe Wege A und Z? mit dem Oszillator
05Cm Reihe zu schalten und den Weg Cvom Oszillator
OSCzü trennen.
Fig.3 zeigt einen Querschnitt des Hauptteils einer
elektromagnetischen Führungsvorrichtung. In der Fig.3 sind zwei horizontale und parallel zueinander
angeordnete Leiter PWin die Oberfläche einer Strecke G eingebettet. Für derartige Leiter ist beispielsweise ein
zweiadriges Kabel geeignet, das eine Kunstharz-Umhüllung aufweist, das üblicherweise bei der Nachrichtenübertragung
verwendet wird. Mit Fist eine symmetrische Verteilung der Magnetfeldstärke bezeichnet, die
durch das zweiadrige Kabel erzeugt wird, und weiterhin sind Fühlerspulen DR, ZXT und DL auf der Unterseite
eines nicht dargestellten unbemannten Fahrzeuges vorgesehen. Wenn das Fahrzeug die rechte Magnetfeldverteilung
erfassen und dieser folgen soll, werden die Fühlerspulen DC und DR verwendet, während die
Fühlerspulen DC und DL in Betrieb sind, wenn das Fahrzeug die linke Feldverteilung erfassen und dieser
folgen soll. In F i g. 3 bezeichnen L und R die linke bzw. die rechte Abfallflanke des Magnetfeldes.
Im folgenden wird anhand der Fig.4 und 5 die Verlegung von zwei parallelen Leitern entlang der
durch ein Fahrzeug zu befahrenden Strecke erläutert, was ein Hauptmerkmal der Erfindung ist. F i g. 4 zeigt
die einfachste Grundstrecke, bei der alle Abzweigungswege gerade sind. Diese Strecke beinhaltet den
Grundgedanken der Erfindung. Insbesondere ist es lediglich erforderlich, einen einzigen Leiter kontinuierlich
entlang des Umrisses des »baumartigen« Netzes in Fig.4 vorzusehen. Auf diese Weise ist der Leiter in
Reihe mit dem Oszillator OSC geschaltet, d. h. der Leiter bildet eine geschlossene Schleife mit dem
Oszillator OSC. Dies kann mit einer herkömmlichen Vorrichtung nicht erreicht werden, bei der jeder
Abzweigungsweg sowie der Hauptweg aus einem einzigen Leiter bestehen. Insbesondere besteht jeder
Weg aus einem zweiadrigen Kabel oder einer Leitung mit zwei parallelen Leitern, wie diese beispielsweise als
Speise- oder Antennenzuleitung bei einer Fernsehanlage verwendet werden, und sind die beiden Adern oder
Leiter an jedem Ende jedes Zweiges miteinander verbunden, um insgesamt eine geschlossene Schleife zu
bilden. Mit einem derartigen zweiadrigen Kabel wird in
vorteilhafter V/eise erreicht, daß das erzeugte Magnetfeld entlang jedes Teils des Hauptweges (Hauptstrecke)
und jedes Abzweigungsweges (Nebenstrecke) symmetrisch ist.
Fig. 5 zeigt eine entsprechend der Erfindung verbesserte Form des in F i g. 2 dargestellten herkömmlichen
Netzes. Die Pfeile in den F i g. 4 und 5 zeigen die Richtung des Stromes vom Oszillator OSCwährend der
positiven Halbperiode der Wechselperiode an, wobei unabhängig vom Fahrweg eines Fahrzeugs und
unabhängig von der Fahrtrichtung eines Fahrzeugs Strom im rechten Leiter der parallelen Leiter fließt, bei
Betrachtung in Vorwärtsrichtung vom Fahrzeug aus. Dies ist der Fall, damit das Fahrzeug (die Fahrzeuge)
fahren, indem die Abfallflanken der oben erwähnten Magnetfeldstärkeverteilung ausgenützt werden, ohne
eine Unregelmäßigkeit der Magnetfeldsir.rkeverteilung
an jedem Abzweigungspunkt zu erzeugen.
Wenn das Fahrzeug sowohl rück- als auch vorwärtsfahren
soll, muß lediglich eine weitere Fühlereinheit im rückwärtigen Teil des Fahrzeugs vorgesehen sein. Zwar
kann das Fahrzeug ohne die rückwärtige Fühlereinheit fahren, aber in diesem Fall ist die Sicherheit der
Fahrzeugfahrt bis zu einem bestimmten Maß herabgesetzt.
Wenn in F i g. 5 das Fahrzeug CG2, das auf dem Weg
A vorgesehen ist, in den Weg B entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn fahren soll, muß das Fahrzeug CG2
lediglich der linken Abfallflanke der Magnetfeldstärkeverteilung, vom Fahrzeug aus in Vorwärtsrichtung
gesehen, folgen. Wenn das Fahrzeug CG2 andererseits
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entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn in den Weg C fahren soll, muß es lediglich der rechten Abfallflanke der
Magnetfeldstärkeverteilung, vom Fahrzeug aus in Vorwärtsrichtung gesehen, folgen.
In der in Fig.5 dargestellten Fahrtstrecke ist das Magnetfeld an den Punkten fund Q in gewissem Maße
gestört, aber aufgrund des Trägheitsverhaltens des Fahrzeugs treten keine Probleme auf.
Fig.6 zeigt eine gegenüber Fig.5 verbesserte
Fahrtstrecke. Die verbesserte Strecke ist vorteilhaft, da
das Fahrzeug vom Weg B zum Weg C kontinuierlich (ohne Rückwärtsfahrt), und umgekehrt, fahren kann. Bei
einer herkömmlichen Anordnung ist es sehr schwierig, die in F i g. 6 dargestellte Fahrtstrecke zu verwirklichen.
Die F i g. 7A bis 7E zeigen schematisch Beispiele von Fahrtstrecken, die mit der Erfindung verwirklicht
werden können. F i g. 7A zeigt das Grundnetz der Fahrtstrecke. Darüber hinaus ist es möglich, eine in
Fig. 7B dargestellte Umgehungsstrecke, eine in Fig.7C gezeigte U-Umkehrstrecke, eine in Fig. 7D
dargestellte Schleifen-Strecke sowie eine in Fig. 7E
gezeigte Y-förmige Strecke zu bilden. Weiterhin kann auch ein X-förmiges Netz entsprechend dem Y-förmigen
Netz gebildet werden. Eine genauere Beschreibung dieser Netze wird nicht gegeben, da diese Netze auch
aus den anhand der Fig.4, 5 und 6 erläuterten Netzen
zu erhalten sind.
Bei den vorstehenden Ausführungsbeispielen sind die Wege jeder Strecke mit zwei parallelen Leitern
ausgestattet, die horizontal verlegt oder eingebettet sind. Bei dieser parallelen Anordnung muß jedoch eine
beträchtlich breite Aussparung eingebracht werden, um die Fahrtstrecken-Leiter dort aufzunehmen, so daß der
Aufwand zur Verlegung der Leiter groß wird.
Ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung, bei dem diese Schwierigkeit umgangen wird, wird im
folgenden näher erläutert. Als Hauptmerkmal dieses Beispiels sind die beiden parallelen Leiter vertikal in der
Oberfläche der Strecke verlegt, wobei die parallel angeordneten Leiter am Ende jedes Weges miteinander
verbunden sind, und wird die gesamte Strecke durch eine Wechselstromqueüc erregt. Auf beiden Seiten des
(sogenannten) zweiadrigen Drahtes werden jeweils zwei Punkte erzeugt, in denen die Stärke des
induzierten Magnetfeldes ihr Maximum erreicht. Hinsichtlich der Punkte der maximalen Feldstärke ist je eine
Fühlerspule auf der linken und der rechten Seite des Fahrzeugs vorgesehen, und ist eine weitere Spule in der
Mitte des Fahrzeugs angeordnet. Auf diese Weise fährt das Fahrzeug, indem es einem der Punkte auf der linken
und rechten Seite folgt so daß das Fahrzeug leicht den zu folgenden Weg, iinks oder rechts, auswählen kann.
F i g. 8 zeigt das gerade beschriebene AusführungsbeispieL
bei dem ein zweiadriges Kabel verlegt ist und drei Fühlerspulen am Fahrzeug vorgesehen sind. Das
Fahrzeug CG ist mit einer Antriebseinrichtung und einer Steuereinrichtung versehen, um das Fahrzeug
entsprechend den Ausgangssignalen der Fühlerspulen
zu steuern. In Fig.8 ist ein Kabel PW mit zwei
parallelen Adem im Untergrund C verlegt. Das Kabel
PW besteht aus einem oberen Leiter WU und einem unteren Leiter WD. Wechselströme fließen durch den
oberen und unteren Leiter in entgegengesetzten Richtungen zueinander, so daß Wechselfeider, wie dies
durch FL und FR angedeutet ist, auf beiden Seiten des
Kabels PW induziert werden. Die Phase des Feldes bei
FL ist entgegengesetzt zur Phase bei FR. Die Magnetkraftlinien sind in Fig.8 mit HU und HD
bezeichnet. Zur Erfassung des Magnetfeldes und zur Fahrt des Fahrzeuges CC entlang der Fahrtstrecke ist
das Fahrzeug CC mit den drei Fühlerspulen DL, DCund DR ausgestattet. Die Spulen DL, DC und DR sind so
angeordnet, daß jede Windung jeder der Spulen waagerecht ist, um die senkrechte Komponente der
Magnetkraftlinien zu erfassen.
Fig. 1OA zeigt als Meßergebnis die Beziehung zwischen Entfernung X und Spannung E, wobei die
Entfernung X seillich von der Mitte des Kabels PW gemessen wird und die Spannung Feine in den Spulen
induzierte Spannung ist. Die Spannung E ist so dargestellt, daß sie links vom Kabel PWnegativ ist. Dies
bedeutet, daß die Phasen der Spannungen auf der rechten und linken Seite entgegengesetzt zueinander
sind.
Die Einzelheiten der Verlegung des oberen und unteren Leiters WU und WD wird nun anhand F i g. 9
näher erläutert. In F i g. 9 sind der Verlauf des zweiadrigen Kabels in einem einfachen Y-förmigen
Netz und die zugeordnete Verteilung des Magnetfeldes dargestellt. In F i g. 9 bezeichnen PWr und PWl einen
rechten Abzweigungsweg bzw. einen linken Abzweigungsweg, wobei die oberen und unteren Leiter durch
Voll- bzw. Strichlinien dargestellt sind. Die Verbindung zwischen den oberen und unteren Leitern geschieht in
der folgenden Weise: Wenn dem oberen oder unteren Leiter vom Hauptweg zum Abzweigungsweg gefolgt
wird, so fließt Strom in der gleichen Richtung entlang diesen Wegen. Was andererseits die Phase des
Magnetfeldes anbelangt, so löschen die Felder der Abzweigungswege PWi und PWn einander im Zwischenraum
zwischen den Wegen aus, und sind die Phasen der Felder auf der linken Seite des linken
Abzweigungsweges PWl und auf der rechten Seite des rechten Abzweigungsweges PWl gleich wie die Phasen
auf der linken und rechten Seite des Fahrweges PW, wie dies in F i g. 9 dargestellt ist, in der Stromrichtungen
durch Pfeile und die Phasen der Felder durch ( + )- und (- )-Zeichen dargestellt sind.
F i g. 1OA, 1OB und IOC zeigen jeweils Verläufe der in
den Fühlerspulen induzierten Spannung E, wobei auf der Abszisse X die Lage der Spulen dargestellt ist. Die
Ordinate ist entlang dem Hauptweg PW gewählt, und der Ursprung des Koordinatensystems liegt in einem
Abzweigungspunkt, wie dieser in Fig.9 gezeigt ist Fig. 1OA entspricht einem Fall, in dem Y<0 gilt, d.h.
die Fühlerspule liegt oberhalb des Hauptweges PW. Fig. 10B entspricht einem Fall, in dem die Spule der
Ordinate V in einer geringen Entfernung vorgeht, und
die Fig. IOC einem Fall, in dem die Spule in einer weiteren Entfernung der Ordinate Y vorgeht Die
relativen Lagen des verlegten zweiadrigen Kabels und der Fühlerspulen sind ebenfalls in diesen Figuren
gezeigt Aus der obigen Beschreibung geht hervor, daß, wenn der rechten Spitze des Spannungsverlaufes durch
ein Mittel gefolgt werden kann, am Abzweigungspunkt der rechte Abzweigungsweg gewählt werden kann, und
daß, wenn der linken Senke des Spannungsverlaufes in gleicher Weise gefolgt werden kann, der linke
Abzweigungsweg gewählt werden kann.
F i g. 11 ist ein Blockschaltbild einer Fühlerschaltung,
um einer derartigen Spitze oder Senke, wie oben erwähnt, zu folgen. Der Betrieb der Fühlerschaltung
wird für einen 'Fall erläutert, in dem die rechte Abzweigung gewählt wird. Ein Umschalter SW zur
. Auswahl des Zweiges ist in der gezeigten Stellung. In diesem Fall werden lediglich die in Fig.8 gezeigten
Fühlerspulen DC und DR verwendet, und wenn das Fahrzeug genau der rechten Spitze des Spannungsverlaufes
folgt, haben die Spulen aufeinanderfolgend die Stellungen der Fig. 10A, 10B und IOC. Die an
verschiedenen Punkten der in der Schaltung der F i g. 11
auftretenden Signale haben den in Fig. 12 dargestellten
Verlauf.
Bei der in Fig. 11 dargestellten Schaltung wird eine
Ausgangsspannung ER der Fühlerspule DR direkt durch einen Gleichrichter ND gleichgerichtet in eine deichspannung
ERdc- Andererseils wird das Ausgangssignal
ER so zu einem Vergleicher CP gespeist, daß ein Rechtecksignal ERcp synchron mit dem Ausgangssignal
ER erhalten wird. Die Ausgangsspannung EC der Fühlerspule DC wird synchron durch einen Synchron-Gleichrichter
SD gleichgerichtet, wobei das Rechtecksignal ER1 ρ als Synchronisiersignal verwendet wird, in
eine Gleichspannung ECnc- Die Polarität der Gleichspannung
ECix ist positiv oder negativ, je nachdem, ob
die Ausgangsspannungen EC und ER in Phase oder in Gegenphase sind, und die Amplitude der Spannung
ECix ist proportional zur Spannung EC. Schließlich
wird eine Gleichspannung ED durch Subtraktion von ERdc von ECix in einem Differenzverstärker DA
erhalten. Die Gleichspannung ED ist das Ausgangssignal der Fühlerschaltung gemäß Fig. 11 und wird auf
Null verringert, wenn das Fahrzeug in einer derartigen Lage ist, daß die Fühlerspulen DR und DC gleiche
Spannungen liefern, wie dies in Fig. 10 gezeigt ist. Wenn das Fahrzeug nach rechts fährt, ist EC>
ER, so daß ED>0 gilt. Wenn andererseits das Fahrzeug nach
links von dem Punkt fährt, dann ist ED< 0.
Die Fig. 13A, 13B und 13C zeigen jeweils die Beziehungen zwischen erfaßten Ausgangssignalen ED
und den Entfernungen XD in der X-Richtung des Fahrzeuges CG entsprechend den Fig. 1OA, 1OB und
IOC. wobei die Entfernung vom Hauptweg-Kabel PW
bzw. vom rechten Abzweigungsweg-Kabel PWr zur Fühlerspule DC gemessen ist (im folgenden werden
jeder Weg und sein zugeordnetes zweiadriges Kabel zur Vereinfachung mit dem gleichen Bezugszeichen versehen).
Wenn, wie aus der Fig. 13B hervorgeht, das Fahrzeug eine kleine Entfernung zum Abzweigungsweg
PWR vom Abzweigungspunkt gefahren ist, bleibt zwar
noch ein kleiner Einfluß des Kabels PWL vom linken
Abzweigungsweg übrig, jedoch kann auch in diesem Fall ein erfaßtes Ausgangssignal erhalten werden, das im
wesentlichen proportional zur Entfernung von dem zu verfolgenden Kabel oder Draht ist
Wenn die induzierte Spannung ED lediglich gleichgerichtet und nicht mit ER synchronisiert ist, ist das erfaßte
Ausgar^signal ECnr nicht negativ sondern positiv,
wenn das Fahrzeug nach links abweicht unter Verschieben der Fühlerspule DC nach links vom
Hauptweg-Kabel PW oder vom Kabel PWi des linken Abzweigungsweges, so daß kaum ein Bereich für ein
proportional erfaßtes Ausgangssignal erhalten werden kann.
Sobald derartige erfaßte Ausgangssignale erhalten werden, wie diese in den Fig. 1OA bis IOC dargestellt
sind, ist es mit herkömmlichen Steuerungen sehr einfach, das Fahrzeug entlang einer Strecke so zu führen, daß
ED=O gilt, indem der Steue^vinkel des Fahrzeugs
proportional zu ED gemacht wird.
Um andererseits das Fahrzeug entlang der linken Senke des Signalverlaufs zu leiten oder zu führen und
den linken Abzweigungsweg PWl zu wählen, ist es
lediglich erforderlich, den Auswahlschalter SW in der Schaltung der Fig. 11 umzuschalten, um die in der
Fühlerspule DL induzierte Spannung EL anstelle der Spannung ER zu verwenden. Der Betrieb ist in diesem
Fall der gleiche, wie dieser oben für das Wählen des rechten Abzweigungsweges beschrieben wurde, und
daher wird hier von einer näheren Beschreibung abgesehen.
Fig. 14 zeigt einen Fall, bei dem die Fahrtstrecke nicht einfach die Form eines »Y« aufweist, sondern
komplizierter aufgebaut ist. In Fig. 14 sind die Leiter des zweiadrigen Kabels entlang der Fahrtstrecke so
dargestellt, als ob sie horizontal parallel zueinander liegen, aber dies dient lediglich zur Vereinfachung der
Darstellung, und die Leiter sind tatsächlich vertikal parallel zueinander vorgesehen und so an jedem
Ab7weigungspunkt angeordnet, wie dies in Fig. 9 dargestellt ist.
Auch bestehen in diesem Fall Diskontinuitäten des Magnetfeldes an den Punkten P, Q und R. Da jedoch die
Spaltlänge ungefähr 30 mm beträgt, während die Trägheitsfahrstrecke des Fahrzeugs ein Mehrfaches
dieser Länge ist, wird beim praktischen Führen des Fahrzeugs keine Störung hervorgerufen.
F i g. 15 zeigt eine Fahrtstrecke, die zu der in Fig. 5
dargestellten Fahrtstrecke ähnlich ist; sie unterscheidet sich jedoch insofern, als die Leiter des zweiadrigen
Kabels hier vertikal parallel zueinander angeordnet sind. Die Vollinie und die Strichpunktlinie stellen den
oberen bzw. den unteren Leiter dar. Die Pfeile zeigen die Stromrichtung im oberen Leiter an. Die ( + )- und
( — )-Vorzeichen stellen, wie in Fig.9, die Phasenbeziehung
zwischen den durch die Leiter erzeugten Magnetfeldern dar.
Fig. 16 zeigt eine Abwandlung der in F i g. 11
dargestellten Fühlerschaltung, und gleiche Bezugszeichen sind für sich entsprechende Teile in beiden Figuren
vorgesehen. Die Wechselspannungen ER und EC werden direkt in einen Differenzverstärker DA
eingespeist, der ein Wechselstrom-Differenzsignal EDac erzeugt. Es ist offensichtlich, daß das Differenzsignal
EDa1 vom Unterschied in Amplitude und Phase zwischen den Spannungen ER und EC abhängt.
Andererseits wird die Spannung ER in den Vergleicher CPeingespeist, der das in Fig. 12 gezeigte Rechtecksignal
ER erzeugt. Ein synchronisierender Vergleicher SD. der das Signal ERcr als Synchronisiersignal
verwendet, richtet das Signal EDac synchron gleich und erzeugt eine Gleichspannung ED mit positiver oder
negativer Polarität, wie dies in F i g. 11 gezeigt ist. Wenn
daher zwei Leiter entlang einer Fahrtstrecke verlegt sind, wobei ein Leiter vertikal und parallel zum anderen
vorgesehen ist. und wenn eine Fühlerschaltung verwendet wird, wie diese in F i g. 11 dargestellt ist, kann ein
unbemanntes Fahrzeug leicht entlang eines linken oder rechten Abzweigungsweges fahren.
Wenn das Fahrzeug sowohl rück- als auch vorwärtsfahren soll, ist es mit zwei Feld-Fühlereinheiten an
seinem Vorder- und Hinterende ausgestattet, wie dies oben erläutert wurde. Es ist auch möglich, lediglich eine
Fühlereinheit zu verwenden, wobei jedoch die Verkehrssicherheit in einem gewissen Maß leidet.
Wenn in Fig. 15 das Fahrzeug CG entgegen dem Uhrzeigersinn vom Weg A zum Weg C fahren soll, muß
es lediglich das Magnetfeld vom Fahrzeug in Vorwärtsrichtung aus gesehen erfassen und diesem folgen. Wenn
andererseits das Fahrzeug in den Weg B fahren soll, muß es dem linken Magnetfeld folgen. Wenn darüber
hinaus das Fahrzeug, das in der in der Figur
25 OO 792
ίο
dargestellten Lage ist, im Uhrzeigersinn in den Weg B fahren soll, muß es das rechte Feld vor ihm erfassen und
diesem folgen.
Bei den oben erläuterten Ausführungsbeispielen ist ein zweiadriges Kabel in den Oberflächen der
Fahrtstrecke verlegt, aber dies ist nicht die einzige Möglichkeit, um das Kabel (Draht) entlang den Strecken
vorzusehen. Beispielsweise kann das Kabel auf der Oberfläche mittels eines Haft- oder Klebemittels
befestigt werden.
Die Erfindung hat folgende Vorteile:
(a) Für das bei der Erfindung vorgesehene zweiadrige Kabel kann eine Speiseleitung oder eine Antennenzuleitung
für Nachrichtenübertragungsanlagen vorzugsweise verwendet werden, wobei auch andere Leiter möglich sind.
(b) Der Oszillator kann durch jede Einrichtung ersetzt werden, die einen Strom durch das verlegte Kabel
sendet. In diesem Fall müssen die Fühlerspulen abhängig von der Frequenz des Stromes ausgewählt
werden, der durch diese Einrichtung erzeugt wird.
(c) Die Erfindung ist auf gewöhnliche Motorfahrzeuge und Verkehrseinrichtungen anwendbar.
(d) Die Erfindung kann auch auf einen Kurvenfolger angewendet werden, der in einem automatischen
Schweißgerät verwendet wird.
(e) Eine Vielfalt von Oberflächen kann als Fahrtstrekke bei der Erfindung dienen.
(f) Bei der Verlegung der Leiter kann entweder ein kontinuierliches Kabel entlang der Fahrtstrecke in
Art einer einfach gezogenen Linie oder eine Antennenzuleitung für Nachrichtenüber.ragungsanlagen
mit geschlossenen Enden verwendet werden. Die Antennenzuleitung ist in bezug auf die
Bearbeitung der Fahrwege vorzuziehen.
Wie oben erläutert wurde, kann erfindungsgemäß ein Strom, beispielsweise ein Hochfrequenzstrom, immer
durch die Leiter geführt werden, die entlang der Fahrtstrecke vorgesehen sind, unabhängig von deren
Form, so daß, wenn die Erfindung auf ein unbemanntes Fahrzeug angewendet wird, das Fahrzeug entlang
jedem Weg der Fahrtstrecke fahren kann. Zusätzlich ist erfindungsgemäß kein Umschalter erforderlich, der bei
herkömmlichen Vorrichtungen wesentlich ist, um die Fahrtstrecken-Kabel oder die Frequenzen umzuschalten,
so daß ein unbemanntes Fahrzeug elektromagnetisch leicht und genau fahren kann.
Hierzu 5 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
- 25 OO 792Patentansprüche:1. Elektromagnetische Führungsvorrichtung für unbemannte Fahrzeuge,bei der die Fahrzeuge entlang einer aus einer Hauptstrecke und mindestens einer Nebenstrecke mit jeweils zwei parallelen Leitern bestehenden Fahrtstrecke geführt sind,mit einer Stromversorgungseinrichtung, die mit den beiden in Reihe liegenden Leitern eine einzige geschlossene Schleife bildet, und mit Fühlereinrichtungen an den Fahrzeugen zum Erfassen der durch die Leiter erzeugten Magnetfelder,dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Leiter im Mittelteil der Fahrtstrecke eng benachbart zueinander angeordnet sind.1". Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Leiter vertikal übereinander angeordnet sind.3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, bei der die Fühlereinrichtung Fühler zum Erfassen der durch die Leiter erzeugten Magnetfelder hat und jeweils nur ein Fühler zur Fahrzeug-Führung betrieben ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Fühler die durch die Leiter rechts und links von der Fahrtrichtung des Fahrzeugs erzeugten Magnetfelder erfassen.
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