DE2559589A1 - Schalldaemmende isolierglaseinheit mit zwei zwischenraeumen - Google Patents
Schalldaemmende isolierglaseinheit mit zwei zwischenraeumenInfo
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Description
Patentanmeldung
BFG Glassgroup
43, rue Caumartin
F - 75oo9 Paris
43, rue Caumartin
F - 75oo9 Paris
Schalldämmende Isolierglaseinheit mit zwei Zwischenräumen
(Ausscheidung aus P 25 4o 997.6-45)
Die Erfindung bezieht sich gattungsgemäß auf eine Isolierglaseinheit
mit Innenscheibe, einer Zwischenscheibe, zwei Zwischenräumen,
Außenscheibe und Abstandhaltern, wobei die Zwischenräume unter Normaldruck stehende Gasfüllung aufweisen. - Der
Ausdruck Gasfüllung umfaßt auch Gasmischungen.
Bei den bekannten gattungsgemäßen Isolierglaseinheiten (DT-OS
22 63 354) stehen die Gasfüllungen der Zwischenräume mitein-
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-grander über'Bohrungen od. dgl. in gasleitender Verbindung. Es
wird also mit einer einheitlichen Gasfüllung gearbeitet. Im übrigen ist die Gasfüllung in den Zwischenräumen nach wärmedämmt
echnisehen Gesichtspunkten so ausgewählt, daß ihre Wärmeleitfähigkeit
geringer ist als die von Luft. So hat man auch schon Gase eingesetzt, die schwerer sind als Luft. Auch solche,
die leichter sind als Luft, mag man eingesetzt haben. Zwar haben wärmedämmende Isolierglaseinheiten stets auch eine Schalldämmung,
diese hat man jedoch so in Kauf genommen, wie sie sich ergab. Sie ist nicht ohne weiteres befriedigend und nicht ohne
weiteres besser als die einer Luftfüllung in den Zwischenräumen. Wie bei einer gattungsgemäßen Isolierglaseinheit
die Schalldämmung verbessert werden kann, läßt sich aus den bekannten Maßnahmen "und den allgemeinen Kenntnissen um die
Mechanismen.der Wärmedämmung nicht ableiten.
Bei (aus der Praxis) bekannten schalldämmenden Isolierglas—
einheiten anderer Gatiring mit Innenscheibe, nur einem geschlossenen
Zwischenraum, Außenscheibe und Abstandshaltern sowie Luftfüllung Im Zwischenraum erreicht man ein sogenanntes
bewertetes Schalldämmaß R^ nach DIN 52 2Io von etwa 37 dB
durch hinreichend großes Flächengewicht der Scheiben und hinreichend großen Zwischenraum. So gilt als günstig für die
Schalldämmung z. B. eine Zwexscheibenisolierglaseinheit, deren Außenscheibe eine Dicke von 12 mm, deren Innenscheibe eine
Dicke von 4 ram und deren Zwischenraum eine Dicke von wiederum
12 ms. aufweist. Der Vergrößerung des Flächengewichtes und
der des Zwischenraumes sind jedoch Grenzen gesetzt» Die erste Maßnahme kann nur so lange sinnvoll angewandt werden, wie die
gleichzeitige Zunahme der Biegesteifigkeit» über die sogenannte Spuranpassungsresonanz f nicht den Gewinn wieder aufzehrt« Die
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zweite Maßnahme führt bei Isolierglaseinheiten zu einer Verminderung
der Alterungsbeständigkeit und zu einer Vergrößerung der optischen Fehler. Ähnlich liegen die Dinge bei einer Isolierglaseinheit
mit einer Zwischenscheibe und zwei Zwischenräumen. Man kommt bei Luftfüllung regelmäßig nicht über ein
bewertetes Schalldämmaß von dB 39.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine allgemein gültige Lehre zum technischen Handeln anzugeben, die es erlaubt,
eine gattungsgemäße Isolierglaseinheit so einzurichten, daß sie Schalldämmwerte von über RTa, = 39 dB aufweist.
In der Theorie der Schalldämmung kennt man die Ansätze von CREMER (Lothar Cremer "Die wissenschaftlichen Grundlagen der
Raumakustik", Band III, Hirzel-Verlag Leipzig 1950, Wellentheoretische Raumakustik, Seite 204). Bei diesen ist vereinfachend
angenommen, daß eine ebene Schallwelle der Kreisfrequenz w senkreicht auf eine unendlich ausgedehnte Wand trifft, die auf
zwei biegeweichenSchalen mit den Flächengewichten m- und n^
im Abstand d, der klein gegen die Schallwellenlänge ist, mit einem gasförmigen Zwischenmedium von dem Kompressionsmodul K
besteht und das umgebende Medium den Schallwellenwiderstand ζ hat. Bei Zahlenrechnungen wird hier K = PQ χ c / cv gesetzt
(c = spezifische Wärme bei konstantem Druck, c = spezifische Wärme bei konstantem Volumen, PQ = Normaldruck). Daraus ergibt
sich für das Verhältnis der Schalldrücke Pe vor der Wand und
P^ hinter der Wand die Gleichung
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Andrejewski, Honke, Gesthuysen & Masch, Patentanwälte in Essen
fe 1 Γ _2
Pd 2Kz M- 12J L ■ 1
2 Ί Γ
2 Kz - w zd (JTi1 + m2) + iw K(In1 + m2)
2 2
- d (w In1ItI2 - ζ ')
und daraus das Schalldämmaß R nach DIN 52210:
R = 20 log
oeändert
: 2O log ^ U J2z-w2z|im1+m2) Ί + v^2
Das gilt ohne weiteres für Isolierglaseinheiten. Die durch die Gleichung dargestellte Kurve zeigt für praktische Werte den Resonanzeinbruch,
der auf der Scheibenresonanz des "Zweimassensystems
"beruht. Der Ansatz von CREMER kann auf Wände erweitert
werden, die aus η Schalen mit den Flächengewichten ra bis m bestehen und deren Zwischenräume mit den Dicken d^ bis dn-i mit
Gasen mit den Ko3spressions3^3dulen K, bis K _, gefüllt s±xiü*
Angewandt auf eine gattungsgemäße Isolierglaseinheit mit Zwischen scheibe und zwei Zwischenräumen ergibt sich folglich
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— κ —
1 (ϊ
? dld
(2) R = 2ο log £1 \^
[mi-
2 I 2
+w m +nu+nu+z (^r1 w"f · z mo+ ^m1 (nu+rn-,)
£. o
iv.. J\2 ^JX1IS0 / ^1 X Δ ό
2) 1/2
. „ mi mo m-i I
1 2
Die Gleichung (2) führt auf die Gleichung (1) der Zweischeiben-Isolierglaseinheit,
wenn m_ und d verschwinden.
Mit Hilfe der obigen Gleichungen kann das nach CREMER zu erwartende
Schalldämmaß in Abhängigkeit von der Frequenz aufgezeichnet werden. Diese Kurve wird im folgenden kurz CREMER-Kurve
genannt.
Die durch die angegebenen Gleichungen bestimmte CREMER-Kurve für die Schalldämmung erleichtert dem Theoretiker zwar das Verständnis
der physikalischen Zusammenhänge, gibt dem Praktiker
jedoch bisher keine brauchbare Hilfe für die Lösung der Aufgabe, bei einer gattungsgemäßen Isolierglaseinheit die Schalldämmung
zu verbessern. Tatsächlich weichen nämlich die an einer vorgegebenen Isolierglaseinheit durchgeführten Messungen der
Schalldämmung von der theoretischen CREMER-Kurve beachtlich ab, und zwar auch von Gasfüllung zu Gasfüllung und oft unverständlich.
- Demgegenüber verwendet die Erfindung die CREMER-Kurve als ein Kriterium in der angestrebten allgemeinen Lehre
zum technischen Handeln.
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Mit dieser Definition der CREMER-Kurve besteht die Lösung der
gestellten Aufgabe darin, daß die verschiedenen Zwischenräume gegeneinander abgeschlossen sind sowie eine unterschiedliche
Gasfüllung aufweisen und daß die Gasfüllungen, ohne Rücksicht auf einen im Frequenzbereich von 100 bis 3.150 Herz sich einstellenden
Resonanzeinbruch, aus Gasen bestehen, bei denen die gemessene negative Abweichung von einer unter der Annahme senkrechten
Einfalls und unendlicher Erstreckung ermittelten CREMER-Kurve für die Isolierglaseinheit mit Luftfüllung im Fre-
4 —1 quenzbereich von 100 Herz bis w = (10 / d) · s zumindest
um einen Faktor 0,95 kleiner ist als die Abweichung bei der luftgefüllten Isolierglaseinheit von dieser CREMER-Kurve (w =
Frequenz, d = Dicke, des Zwischenraumes in cm, s = Sekunde), und daß ein sich einstellender Resonanzeinbruch bzw. sich einstellende
Resonanzeinbrüche durch zusätzliche Bedämpfung zumindest teilweise kompensiert sind. Nach bevorzugter Ausführungsform der Erfindung sind die Massen von Innenscheibe und Außenscheibe
stark unterschiedlich. Im Rahmen der Erfindung liegt es, ausgehend von einer erfindungsgemäßen Isolierglaseinheit als
Basis zusätzliche Glasscheiben anzuordnen und auch dabei wie beschrieben vorzugehen.
Besteht die Gasfüllung aus leichten Gasen, so tritt ein störender Resonanzeinbruch regelmäßig nicht auf. Besteht die Gasfüllung
aus schweren Gasen, so empfiehlt sich zusätzliche Bedämpfung. Schwer und leicht meinen dabei schwerer "und leichter als
Luft. Die zusätzliche Bedampfung kann in einer Beimischung eines
stark dämpfenden Gases zur Gasfüllung, insbesondere in einer Beimischung von Luft zur Gasfüllung, bestehen. Nach bevorzugter
Ausführungsform wird soviel des stark dämpfenden Gases zur
Gasfüllung beigemischt, daß der Resonanzeinbruch bzw. daß die Resonanzeinbrüche τοπ etwa 1OG % angehoben sind. Die zusätzliche
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Bedämpfung kann aber auch in der Ausbildung des Abstandshalters
als Dämpfungsglied und/oder in der Ausbildung der Innenscheibe und/oder Außenscheibe als Verbundglasscheibe bestehen. Darüber
hinaus können die beschriebenen Bedämpfungsmaßnahmen kombiniert werden. Abstandshalter sind für andere Zwecke, nämlich zur Vermeidung
von Körperschallbrücken, an sich bekannt (DT-Gbm 74 27 504, DT-AS 10 79 291). - An sich ist es im übrigen bekannt, bei
Isolierglaseinheiten mit Gasfüllungen zu arbeiten, die aus Luft und aus einer Beimischung bestehen (GB-PS 518 381). Das geschieht
aus thermodynamischen Gründen und dient der Reduzieung
des Taupunktes. Im allgemeinen arbeitet man im Rahmen der bekannten Maßnahmen mit getrockneter Luft, dem ein getrocknetes
Gas beigemischt wird. Diese thermodynamischen Maßnahmen haben die Probleme um die Verbesserung der Schalldämmung bei gattungsgemäßen
Isolierglaseinheiten bisher nicht beeinflußt.
Erfindungsgemäß wird die CREMER-Kurve eingesetzt, um zwischen
Gasen für die Gasfüllung, die im Sinne einer Verbesserung der Schalldämmung brauchbar sind, und solchen, die im Sinne
einer Verbesserung der Schalldämmung nicht brauchbar sind, zu differenzieren, wobei die Luftfüllung gleichsam als Maßstab
erscheint. Die Differenzierungsregel sortiert die brauchbaren Gase. Die Differenzierungsregel führt zwar bei schweren
Gasen zu Gasfüllungen, die man wegen starker Resonanzeinbrüche durch Scheibenresonanz im hauptsächlich interessierenden Frequenzbereich
ohne weiteres ablehnen würde. Wie die Erfindung erkannt hat, läßt sich ein solcher Resonanzeinbruch oder lassen
sich solche Resonanzeinbrüche jedoch durch zusätzliche Bedämpfungsmaßnahmen ausreichend und weitgehend kompensieren. Verwirklicht
man die Lehre der Erfindung einerseits mit SFg in
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AO
einem Zwischenraum, andererseits mit Helium im anderen Zwischenraum,
so erreicht man z. B. bei einer erfindungsgemäßen Isolierglaseinheit mit einer Dicke der Außenscheibe von 10 mm, Zwischenscheibe
4 mm, Innenscheibe 4 mm, Zwischenräume beide 9 mm, ein bewertetes Schalldämmaß von 41 dB. Mischt man dem SFg zum
Zwecke der Bedämpfung ausreichend Luft bei, so kommt man auf
42 dB.
709820/0609
Claims (5)
- Andrejewski, Honke, Gesthuysen & Masch, Patentanwälte in Essen-•-Patentansprüche :. Isolierglaseinheit mit Innenscheibe, einer Zwischenscheibe,zwei Zwischenräumen, Außenscheibe und Abstandshaltern, wobei die Zwischenräume unter Normaldruck stehende Gasfüllung aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Zwischenräume gegeneinander abgeschlossen sind sowie eine unterschiedliche Gasfüllung aufweisen, und daß die Gasfüllungen, ohne Rücksicht auf einen im Frequenzbereich von bis 3.150 Herz sich einstellenden Resonanzeinbruch, aus Gasen bestehen, bei denen die gemessene negative Abweichung von einer unter der Annahme senkrechten Einfalls und unendlicher Erstreckung ermittelten CREMER-Kurve für die Isolierglaseinheit mit Luftfüllung im Frequenzbereich von 100 Herz - w = (10 /d) • s zumindest um einen Faktor 0,95 Kleiner ist als die Abweichung bei der luftgefüllten Isolierglaseinheit von dieser CREMER-Kurve (w = Frequenz, d = Dicke des Zwischenraumes in cm, s = Sekunde) und daß ein sich einstellender Resonanzeinbruch bzw. sich einstellende Resonanzeinbrüche durch zusätzliche Bedämpf ung zumindest teilweise kompensiert ist bzw. sind.
- 2. Isolierglaseinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Massen von Innenscheibe und Außenscheibe stark unterschiedlich sind.
- 3. Isolierglaseinheit nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die zusätzliche Bedämpfung in einer Beimischung eines stark dämpfenden Gases zur Gasfüllung bestehen .709820/0609 original inspectedAndrejewski, Honke, Gesthuysen & Masch, Patentanwälte in Essen
- 4. Isolierglaseinheit nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Beimischung aus Luft besteht.
- 5. Isolierglaseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die zusätzliche Bedämpfung in der Ausbildung des Abstandshalters als Dämpfungsglied und/oder in der Ausbildung der Innenscheibe und/oder Außenscheibe als Verbundglasscheibe bestehen.7O382Ö/O6Q9
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