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Mono-Schi
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Die Erfindung bezieht sich auf einen Mono-Schi für Schneefahrt.
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Bekannte Mono-Schier (DT-OS 2 o13 764 und 2 221 386) sind verbreiterte
Nachbildungen eines Paarschis. Sie sind im Querschnitt flach ausgeführt. Jeder Seitenrand
ist mit einer Führungskante ausgestattet. Die Unterseite ist im wesentlichen eben
und besitzt egf. flache Längsrillen, die zum Einftihren von Luft in die Gleitflächen
dienen und keinerlei FUhrungsfunktion haben.
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Die einfache Nachbildung eines normalen Paarschis führt jedoch nicht
zu denselben Fahreigenschaften. Dies leuchtet ohne weiteres ein, wenn man sich die
Bedeutung der kontrolliert wechselnden Schibelastung beim Fahren mit Paarschiern
vergegenwärtigt und wenn man bedenkt, daß zwei gekantete Paarschier wesentlich bessere
FUhrungseigenschaften beim Auftreten von Seitenkräften haben als ein gekanteter
Mono-Schi, wobei hinzukommt, daß es wegen der größeren Breite des Mono-Schis nicht
möglich ist, diesen mit demselben Kraftaufwand auch nur annäherend so stark zu kanten,
wie man dies von Paarschiern gewöhnt ist.
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Bei der Entwicklung eines Mono-Schis sollte man aber darauf achten,
daß der Sportler die ihm vom Laufen mit Paarschiern gewohnten Bewegungen und Steuervorgänge
möglichst ähnlich beibehalten kann, damit er nicht umlernen muß und die Unfallgefahr
verringert wird.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Mono-Schi zu schaffen,
der leicht lenkbar ist, und zwar weitgehend mit denjenigen Techniken, die man von
der Benutzung der Paarschi her kennt. Sie geht dabei von der Erkenntnis aus, daß
eine einfache Nachbildung des Paarschis zu diesem Ergebnis nicht führen kann.
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Die erfindungsgemäße Lösung besteht darin, daß die Unterfläche des
Mono-Schis im Querschnitt konvex gekrümmt ist und daß unter ihren ansteigenden Seitenabschnitten
eine Profilierung zur Bildung von Führungskanten vorgesehen ist.
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Diese Merkmale haben zur Folge, daß sich bei einer seitlichen Gewichtsverlagerung
die Auflage- und Führungsverhältnisse des Mono-Schis ändern. Belastet man nämlich
eine Seite des Mono-Schis, so werden die Reibungsverhältnisse unsymmetrisch, wodurch
Drehmomente erzeugt werden, die zu einer Richtungsänderung Anlaß geben. Ferner wird
der Griff der an der unbelasteten Seite befindlichen Führungskanten gelöst oder
verringert, während die Führungskanten der belasteten Seite stärker eingreifen,
und zwar unsymmetrisch. Diese Verhältnisse gleichen auffallend uenen, die man beispielsweise
beim Schwingen mit Paarschiern erzeugt, wobei auch durch einen Wechsel der Belastung
von dem üblicherweise belasteten Talschi auf den Bergschi sowie durch eine unsymmetrische
Beeinflußung der Führungseigenschaften der Schier durch Kanten derselben ein Zustand
erzeugt wird, in welchem das Hinzukommen des Körperschwungs zur Änderung der Bewegungsrichtung
führt. Auch beim erfindungsgemäßen Mono-Schi kann durch eine solche Gewichtsverlagerung
ein Zustand erzielt werden, in dem leicht durch hinzukommende EinflUsse die Richtungsänderung
bewirkt wird, nämlich beispielsweise durch einen Körperschwung oder durch einen
steuernden Seitenzug an der Spitze des Mono-Schi mittels des Lenkseils.
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Führungskanten greifen mit stärkerem Reibungskontakt in den Schnee
ein als ebene Flächen. Zur Verringerung des Reibungswiderstands bei Geradeausfahrt
kann es daher zweckmäßig sein, den Mono-Schi mit einer im wesentlichen flachen Mittelfläche
zwischen den beiden ansteigenden Seitenabschnitten zu versehen. Sehr zweckmEß- g
ist in den meisten
Fällen eine ebene Ausbildung der Mittelfläche.
Jedoch soll die Bezeichnung "flach" im Zusammenhang mit der Mitteifläche nur die
Abwesenheit von tief in den Schnee eingreifenden Führungskanten bezeichnen. Als
flache Mittelfläche im Sinne der Erfindung ist daher auch eine solche anzusehen,
die im Querschnitt mehr oder weniger gekrümmt, gewellt oder facettiert ist. Sie
kann auch mit den bei Paarschiern Ublichen Rille zur Einführung von Luft in die
Lauffläche versehen sein.
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Die Profilierung zur Bildung der Führungskanten in den Seitenabschnitten
ist nach einem weiteren Merkmal der Erfindung im Querschnitt sägezahnförmig. Dadurch
läßt sich nämlich erreichen, daß die Führungseigenschaften der durch die Profilierung
gebildeten Kanten in der einen Seitenrichtung anders sind als in der entgegengesetzten,
was insbesondere bei Richtungsänderungen bedeutsam ist. Vorzugsweise sind die steilen
Flanken der Sägezähne nach innen gerichtet, während sie nach außen hin sanft abfallen.
Dadurch erreicht man bei Gleitbewegungen mit seitlicher Komponente, wie sie beispielsweise
bei Richtungsänderungen auftreten, eine geringere Empfindlichkeit gegenüber BodenunebenheitenO
Will man beispielsweise bei einer derartigen Profilanordnung eine unerwünschte Seitenbewegung
abwehren, so wird man sich unwillkürlich in die der unerwünschten Richtung entgegengesetzte
Richtung neigen. Damit ist eine stSrkere Belastung des der unerwünschten Richtung
abgewendeten Schiseite verbunden,
die dann mit den steilen Flanken
ihrer Sägezahnprofile entgegen der unerwünschten Richtung voll wirksam wird. Wünscht
man jedoch eine sanfte Richtungsänderung, so belastet man die Außenseite des Monoschi
, wodurch eine sanftere FUhrungsqualität erzielt wird, die dem Monoschi die Möglichkeit
der Drehung läßt.
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Dadurch wird jedoch die umgekehrte S§gezahn-Profilierung nicht ausgeschlossen,
da es möglich erscheint, sich beim Manövrieren des Schis eine Seitenbelastung anzugewöhnen,
die der beschriebenen entgegengesetzt ist.
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Der Anstiegswinkel der Seitenabschnitte (im Querschnitt gesehen) liegt
zweckmäßigerweise zwischen etwaS und 250.
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Ein bevorzugter Bereich liegt zwischen lo und 200. Es hat sich bewährt,
wenn die Breite der Seitenabschnitte zwischen 10 und 20 cm liegt, während die Breite
des Mittelabschnitts zwischen 10 und 25 cm liegen soll. Nicht in allen Fällen wird
man deutlich die Grenze zwischen den Seitenabschnitten und einem Mittelabschnitt
feststellen können, wenn die Seitenabschnitte sanft ineinander übergehen oder wenn
die der Mitte benachbart gelegenen Teile der Seitenabschnitte derart flach ausgeführt
sind, daß sie hinsichtlich ihrer Führungs- und Gleiteigenschaften funktionsmäßig
dem Mittelteil zugerechnet werden können.
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In manchen Fällen würde es genügen, wenn jeder Seitenabschnitt nur
eine Führungskante am Übergang zum Mittelteil aufweist. Wenn diese Führungskante
nach innen gerichtet ist gleicht ihre Funktion bei Belastung des entsprechenden
Seitenabschnitts etwa der eines belasteten Außen-Paarschis.
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Ferner kann es vorteilhaft sein, wenn jeder Seitenabschnitt außer
der Randkante und einer Führungskante am Übergang zum Mittelteil noch wenigstens
eine weitere Führungskante aufweist, die bei Mittelbelastetem Mono-Schi weniger
zum Eingriff gelangt als bei entsprechender seitlicher Belastung.
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Es ist sogar denkbar, die am Übergang zum Mittelteil gelegene Führungskante
eines Seitenabschnitts zugunsten einer weiter außen befindlichen Führungskante ganz
weg zu lassen oder wenigstens kleiner auszuführen als die weiter außen gelegene
Pührungskante, Dadurch erreicht man gemäßigte Führungs- und Reibeigenschaften bei
Geradeausfahrt und verstärkte Führungseigenschaften bei seitlicher Belastung.
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Die steilen Flanken der SägezNhne haben erfindungsgemäß eine Höhe
zwischen etwa 8 und 2omm.
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Die Erfindung wird im folgenden näher unter Bezugnahme auf die in
der Zeichnung. dargestellten Ausführungsbeispiele beschrieben. Es zeigen: Fig. 1
eine perspektivische Gesamtdarstellung des Mono-Schi und Fig. 2 bis 4 unterschiedliche
Querschnittsformen.
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Der Mono-Schi ist, wie bekannte ein vorne und hinten hochgtogenes
Brett, das mehr oder weniger elastisch sein kann.
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Es besteht beispielsweise aus Holz oder Kunststoff. Am vorderen Ende
kann ein Lenkseil angeordnet sein, das einerseits
zur Stützung
des Fahrers und andererseits zum Ausüben einer seitlichen Lenkkraft auf das vordere
Schiende dient. Ein Fuß kann im Bereich 1 durch eine übliche Bindung festgelegt
sein> während der andere Fuß meist beweglich angeordnet ist, wie es durch unterschiedliche
Fußstellungen 2 gestrichelt angedeutet ist. Jedoch kann selbstverständlich auch
für den anderen Fuß eine feste Bindung vorgesehen sein, wenn dies im Einzelfall
a;we,kmäßig erscheint.
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Die Querschnittsform des Bretts ist symmetrisch um die Mittellinie
3. Der Einfachheit halber ist nur ein Teil dargestellt.
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Der Querschnitt setzt sich aus einem Mittelteil 4 und zwei Seitenabschnitten
5 zusammen. Der Mittelteil 4 hat eine flache, im wesentlichen ebene Unterfläche
6, nur unterbrochen durch flache Nuten 7, die die Gleiteigenschaften verbessern.
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Die Seitenabschnitte steigen gegenüber der durch den Mittelteil festgelegten
Horizontalrichtung schwach nach oben an, und zwar um einen Winkel 8, der im Beispiel
der Fig.2 bei 100 liegt, wenn man den mittleren Verlauf des Seitenabschnitts durch
die in der Darstellung angedeutete strichpunktierte Linie bezeichnet.
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In allen AusfAhrungsbeispielen ist der äußerste Rand als Führungskante
9 ausgebildet.
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Im Beispiel der Fig.2 ist eine weitere Führungskante io am Übergang
des Mittelteils zum Seitenabschnitt vorgesehen. Schließlich ist noch eine Führungskante
11 jeweils in der Mitte des Seitenabschnitts ausgebildet.
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Diese zuletzt genannten Führungskanten sind durch eine sägezahnförmige
Profilring des Seitenabschnitts gebildet, wobei die steilen Flanken 12 nach innen
weisen, während die sanfter abfallenden Flanken 13 nach außen gerichtet sind. Die
die Kante bildende Metallschiene ragt ein wenig Uber die Oberfläche der sanft abfallenden
Flanke 13 hinaus, so daß sie auch eine kleinere nach außen gewendete Führungskante
bildet, deren Höhe allerdings wesentlich geringer ist als die der nach innen gewendeten
steilen Flanke 12.
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Ihre Höhe liegt nämlich nur im Bereich von 1 bis mm, während die steile
Flanke eine Höhe besitzt, die im Normalfall 8 mm übersteigt.
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Während im Beispiel der Fig. 2 die nach innen gewendeten Flanken 12
der Kanten lo und 11 etwa gleiche, beträchtliche Höhe haben, ist im Beispiel der
Fig.3 nur die im mittleren Querschnittsbereich des Seitenabschnitts gelegene Kante
11 von vergleichbarer, nach innen gewendeter Höhe, während die am Übergang vom Seitenabschnitt
zum Mittelteil befindliche Kante 14 niedriger ist und ihre größere Führungsfläche
15 nach außen wendet. Diese Führungsfläche 15 hat eine Höhe von vorzugsweise 3 bis
1o mm, während die zum Mittelteil
gewendete Fläche der Führungsschiene
eine Höhe von nur wenigen Millimetern hat.
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Die AusfUhrungen gemäß Fig.2 und 3 haben bei einer Belastung der Seitenabschnitte
ähnliches FGhrungs- und Kurvenverhalten. Da der Mittelteil im Beispiel der Fig.
3 jedoch ein wenig tiefer liegt im Verhältnis zu den Seitenabschnitten, trägt er
bei Geradeaus fahrt stärker. Dabei dringen die Führungsflächen weniger tief in den
Schnee ein, so daß sie geringere Reibungen verursachen. Es stärkere Gewichtsverlagerung
zu den Seiten erforderlich, um die Führungseigenschaften der Seitenabschnitte zur
Geltung zu bringen.
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Während die Fig. 2 und 3 Querschnittsformen mit nach innen gewendeten
Führungsflächen der Seitenabschnitte zeigen, stellt Fig. 4 ein Beispiel mit nach
außen gewendeten FUhrungsflächen dar. Außer dem am Übergang vom Seitenabs chnitt
zum Mittelteil vorgesehenen Kante 16, die ähnlich wie im Fall der Fig.3 ausgebildet
sen kann, sind zwei stufig nach außen gewendete FUhrungskanten 17 und 18 im mittleren
Bereich des Seitenabschnitts vorhanden.
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Zweckmäßigerweise hat der Mono-Schi über die gesamte Länge gleiche
Profilierung. Auch die Profiltiefe wird man in den meisten Fällen konstant zählen
Jedoch kann es in manchen Fällen vorteilhaft sein, wenn die Profilierung im stärker
belasteten, hinteren Teil ausgeprägter ist als im vorderen.
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Das Lenkseil kann bekanntern.aP,en von einer im vorderen Schiteil
befestigten Schlaufe gebildet sein, deren beide vorderen Enden 20 und 21 am vorderen
Schiteil befestigt sind. Erfindungsgemäß werden diese beiden Seilenden an festen
Punkten 22,23 des Schis mit beträchtlichem Querabstand voneinander befestigt. Dadurch
erreicht man, daß das von den Seilenden 20,21 und der Verbindungslinie der Punkte
22 und 23 gebildete Dreieck sich starr verhält, solange beide Seilhälften gespannt
sind. Man erreicht auf diese Weise eine leichte Lenkbarkeit des Mono-Schi.
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Wenn die Spitze des Mono-Schi gelegentlich sehr stark herumgerissen
werden muEv, indem die Seile stark zur Seite gezogen werden in einem Winkel, in
der die Spannung des in der Kurve innen liegenden Seilstücks nicht gewährleistet,
ergibt sich der Vorteil, daß die Auslenkung des anderen, gespannten Seilteils geringer
sein muß, als wenn dieses in der Schintitte befestigt wäre.
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Man kann das Lenkseil mit der Hand oder den Händen halten und die
Länge so bemessen, daß sie dafür ausreichend ist.
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ErfindungsgeraB besteht aber auch die Möglichkeit, die Länge des Seils
so grof. zu machen, daß der Fahrer sich in der von de Seil gebildeten Schlaufe mit
dem Rücken, der Taille oder dem Gesäß abstützen kann. Er lehnt sich sozusagen in
das Lenkseil hinein. Dadurch gewinnt er nicht nur eine zusätzliche, abstützende
Sicherheit sondern kann auch den Körperschwung über das Lenkseil direkt auf die
Schispitze übertragen. Dabei kann man die beiden Seilhälften noch zusätzlich mit
der Hand halten, erforderlich ist dies aber nicht.
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Um beide Fahrweisen zu ermögli chen, kann man die Länge des Lenkseils
verstellbar, beispielsweise in Form eines Riehmens mit Schnalle, gestalten.