DE2556001C3 - Spritzfertige injizierbare Lösungen mit einem Gehalt an Alkalicanrenoat - Google Patents
Spritzfertige injizierbare Lösungen mit einem Gehalt an AlkalicanrenoatInfo
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Description
Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind spritzfertige, stabile, physiologisch gut verträgliche Injekiic.«lösungen,
die als Wirkstoff ein Alkalisalz der Canrenoinsäure oder ein Gemisch aus Alkali-Canrenoat
und einem Diureticum enthalten, die in den Ansprüchen im einzelnen gekennzeichnet sind.
Die Canrenoinsäure ist die bekannte 3-(3-Oxo-170-hydroxy-4,6-androstadien-17ac-yl)-propiensäure,
deren wasserlösliches Kaliumsalz als hervorragendes Diureticum in der Medizin Anwendung gefunden hat. Vorteilhafterweise
läßt es sich auch in Kombination mit anderen Diuretica verwenden, beispielsweise mit dem
aus der DE-OS 18 15 922 bekannten 5-(4-ChIor-5-sulfamoyl-2-thenyI-aminophenyl)-tetrazol
oder der aus dem DBP 1122 541 bekannten 4-ChIor-N-(2-furylmethyl)-5-sulfamoyl-anthranilsäure
(Furosemid).
Es ist bekannt, das Kaliumsalz der Canrenoinsäure allein in einer injizierbaren Lösung zu verwenden,
welche jedoch nicht länger stabil ist und deshalb unmittelbar vor der Anwendung aus einem Lyophilisat hergestellt
werden muß.
Es ist weiterhin bekannt, in zwei getrennten Injektionen
Kaliumcanrcnoat (Aldactone) und Furosemid zu appli/ieren und die synergistische Wirkung dieser
Mittel zu nutzen. Eine stabile Lösung einer Kombination ist jedoch noch nicht bekannt.
Als injizierbares Kombinationspräparat ist aus der DE-OS 24 2J 550 eine injizierbare Lösung eines
Kaliumcanrenoat/5-(4-Chlor-5-sulfamoyl-2-thcnylamino-phcnylJ-tetraz.ol-Gemisches
bekannt, die aus einem Lyophilisat des obigen Gemisches kurz vor der Injektion durch Auflösen der Trockensubstanz mit
einem wäßrigen Lösungsmittel hergestellt wird. Diese Bereitung einer Injektionslösung weist jedoch Nachteile
auf. So erfordert die Herstellung eines Lyophilisats einen hohen technischen Aufwand. Die Lyophilisate
müssen durch umständliche Sterilfiltration sterilisiert werden, wobei sich eine Quote an unsterilen, pyrogenhaltigen
Chargen nicht vermeiden läßt. Ferner ist ein zusätzlicher Zeitaufwand zur Lösung des Lyophilisats
vorder Applikation nötig. Solche Lösungen haben nach
der Reconstitution einen pH-Wert von 9,8—10,2.
Zu diesem aufwendigen Verfahren war man gekommen, nachdem man festgestellt hatte, daß normale
wäßrige Kaliumcanrenoat-Lösungen für Injektionen
nicht verwendet werden können, da sie nicht ausreichend stabil sind. Bekanntlich ist Canrenoinsäure
selbst sehr schwer wasserlöslich, so daß man statt dessen das ausreichend wasserlösliche Kaliumsalz der
Canrenoinsäure zur Herstellung wäßriger Injektionslösungen einsetzen muß. Der Äquivalenzpunkt des
Kaliumcanrenoats Hegt bei pH 10,2. Nach der üblichen
Hitzesterilisation bei 1200C treten jedoch unerklärlicherweise
Trübungen auf, wodurch diese Lösungen zur intravenösen Injektion ungeeignet sind.
Aus den Arbeiten von G a r r e 11 et aL, J. Pharm. Sei.
Bd60, S. 1801-1809 (1971) und Bd61, S.717-722
(1972) ist bekannt daß sich auch stark alkalische Lösungen von Kaliumcanrenoat mit pH-Werten zwischen
10 und 11 bei der Lagerung zersetzen und Canrenoinsäure
bzw. dessen Spironolacton ak Trübung ausfallen.
Zur Beseitigung dieser Störungen wurde von diesen Autoren vorgeschlagen, entweder durch Zusätze, die
die Hydrolysegeschwindigkeit des Lactons zu erhöhen, ohne die Lactonisierungsrate des Canrenoats zu verändern
oder durch Zusatz von organischen Lösungs-
jo mitteln das Lacton in Lösung zu halten. Beide Wege
führten jedoch nicht zu brauchbaren Injektionslösungen.
Es stellte sich deshalb die Aufgabe, Canrenoat-Präparationen zu finden, die als Lösung stabil sind, bei der In-
ti jektion physiologisch verträglich sind und bei 120° C
sterilisiert werden können.
Diese Aufgabe wurde durch die in den Ansprüchen gekennzeichneten Merkmale gelöst.
Die erfindungsgemäßen Lösungen sind ohne weiteres durch Erhitzen auf 120°C während 20 Minuten steriiisierbar.
Sie können in völlig unerwarteter Weise nach den bisherigen Erfahrungen mindestens 3 Jahre aufbewahrt
werden, ohne daß Trübungen auftreten oder die Wirkstoffe sich chemisch verändern. Diese Lösungen
4"> sind jedoch gut venenverträglich, d. h. sie können unverdünnt
intravenös appliziert werden.
Aufgrund der geringen Pufferkapazität führen sie nicht zu signifikanten pH-Wert-Veränderungen an der
Injektionsstelle, so daß eine unverdünnte Applikation
in möglich ist. Bevorzugt werden dabei Pufferkapazitäten,
die niedriger als 0,1 VaI pro Liter Injektionslösung sind, d. n. der normale Ampullengehalt von 10 ml Injektionslösung sollte durch Zugabe von höchstens 10 ml
0,1 η-Salzsäure auf den pH-Wert des Blutes von 7,4 geil bracht werden können.
Als erfindungsgemäß eingesetzte Puffer kommen Natrium- oder Kalium-phosphate, Glycinat-Puffcr
sowie ähnliche auf Aminosüurebasis aufgebaute Puffergemische in Frage, die eine optimale Stabilisierung der
M) Lösung bei der Hitzcsicrilisation gewährleisten.
Als Wirkstoffe für die erfirHlungsgemiißen Injektionslösungcn
können sowohl Alkali-Canrcnoatc als auch ihre Gemische mit anderen Diurelica verwendet werden.
Bevorzugt ist jedoch eine Kaliumcanrcnoat-Lö-
h-, sung sowie eine Injektionslösung mit einem Kaliumcanrenoat/5
(4-C'hlor-5-sulfiimiiyl-2-ihenylamino-phenyl)-letrazol-
bzw. einem Kiiliumcanrenoül/Fiiroscmid-Gc-
Pro Ampulle werden vorzugsweise ca, 200—250 mg Wirkstoff verwendet.
Kaliumeanrenoat und 5-(4-Cblor-5-sulfamoyl-2-thenylaminophenyl)-tetrezol
bzw, Furosemid werden im Verhältnis 50; 1 bis 4:1, vorzugsweise 40:1 bis
10:1 eingesetzt.
Die erfindungsgemäßen Injektionslösungen können auch mit einer 5%igen Glucose-Infusionslösung oder
einer isotonischen Kochsalzlösung gemischt werden und danach infundiert werden.
Die nachfolgenden Beispiele sollen das oben geschilderte näher erläutern.
Spritzfertige 10-ml-Injektionslösung von
Kaliumeanrenoat
Kaliumeanrenoat
Zur Herstellung der Injektionslösung werden in etwa 80 Liter Wasser für Injektionszwecke 100 g Tri-Kaliumphosphat
gelöst und danach darin 1,806 kg Canrenoinsäure portionsweise suspendiert. Mit 5%iger Kaliumhydroxid-Lösung
wird nun auf einen pH-Wert von 11,0 eingestellt und die Lösung mit Wasser für Injektionszwecke auf 100 Liter aufgefüllt
Die so erhaltene Lösung wird über 20 Schichten EKS II 20 χ 20 cm filtriert Die ersten 15 Liter des FiI-trats
sind Vorlauf und werden deiTr Ansatz zurückgeführt Die Membran-Filtration erfolgt direkt an der Abfüllmaschine
über Millipore GS- oder Sartorius SM 11307-Filter. Anschließend erfolgt die Abfüllung in
10-ml-Ampullen, die dann während 20 Minuten bei
1200C sterilisiert werden.
Man erhält so eine klare, spritzr--rtige Injektionslösung,
die mindestens 3 lahre chne Zersetzung und Trübung haltbar ist Der pH-Wert diese Injektionslösung
beträgt 103· Die Pufferkapazität entspricht 5,7 ml
0,1 η-Salzsäure, die pro Ampulle zum Absenken des pH-Wertes von 103 auf 7,4 benötigt werden.
Spritzfertige 20-ml-Injektionslösung von
Kaliumeanrenoat
Kaliumeanrenoat
In etwa 100 Liter Wasser für Injektionszwecke werden 100 gTri-Kaliumphosphat gelöst und darin 1,806 kg
Canrenoinsäure portionsweise suspendiert. Mit 5°/oiger Kaliumhydroxid-Lösung wird auf pH 11,0 eingestellt
und füllt die Lösung mit Wasser für Injektionszwecke auf 200 Liter auf. Alle weiteren Schritte erfolgen analog
zu Beispiel I, jedoch wird in 20 ml Ampulllen abgefüllt.
Man erhält so eine klare, spritzfertige Injektionslösung, die mindestens 3 |ahre ohne Zersetzung und
Trübung haltbar ist. Der pH-Wert dieser Injektionslösung beträgt 10,8. Die Pufferkapazität cnispricht
53 ml 0,1 η-Salzsäure, die pro Ampulle zum Absenken
des pH-Wertes von 10,8 auf 7,4 benötigt werden.
Spritzfertige 10-ml-Injektionslösung von
Kaliumeanrenoat
Kaliumeanrenoat
In etwa 80 Liier Wasser für Injektionszwecke werden 200 g Glycin gelöst und danach darin 1,806 kg Canrenoinsäure
portionsweise suspendiert. Mit 5%iger Kaliumhydroxid-Lösung wird auf einen pH-Wert von
11,0 eingestellt und füllt mit Wasser für Injektionszwecke auf 100 Liter auf. Alle weiteren Schritte erfolgen
analog zu Beispiel I.
Man erhält so eine klare, spriufertige Injektionslösung, die mindestens 3 Jahre ohne Zersetzung und
Trübung haltbar ist Der pH-Wert dieser Injektionslösung beträgt 10,6, Die Pufferkapazität entspricht
7,0 ml 0,1 η-Salzsäure, die pro Ampulle zum Absenken des pH-Wertes von 10,6 auf 7,4 benötigt werden.
Spritzfertige 20-ml-Injektionslösitng von
Kaliumeanrenoat
Kaliumeanrenoat
In etwa 100 Liter Wasser für Injektionszwecke werden
200 g Glycin gelöst und darin 1,806 kg Canrenoin-
H säure portionsweise suspendiert Mit 5%iger Kaliumhydroxid-Lösung
wird die Lösung auf pH H1O eingestellt Man füllt mit Wasser für Injektionszwecke auf
200 Liter auf. Alle weiteren Schritte erfolgen analog zu Beispiel 1, jedoch wird in 20-mI-Ampullen abgefüllt
Man erhält so eine klare, spritzfertige Injektionslösung, die mindestens 3 Jahre ohne Zersetzung und
Trübung haltbar ist Der pH-Wert dieser Injektionsiösung beträgt 10,6. Die Pufferkapazität entspricht 7,25 ml
0,1 η-Salzsäure, die pro Ampulle zum Absenken des pH-Wertes von 10,6 auf 7,4 benötigt werden.
E eis ρ i e I 5
Spritzfertige 10-ml-Injektionsiösung von
Kaliumcanrenoat/5-(4-Chlor-5-sulfamoyl-2-thenylamiao-phenyl)-tetrazol
Kaliumcanrenoat/5-(4-Chlor-5-sulfamoyl-2-thenylamiao-phenyl)-tetrazol
In etwa 80 Liter Wasser für Injektionszwecke werden 100 g Tri-Kaliumphosphat gelöst. Danach werden
j-, 1,806 kg Canrenoinsäure und 50 g 5-(4-ChIor-5-suIfonyl-2-thenylamino-phenyl)-tetrazol-Gemisch
portionsweise suspendiert. Mit 5%iger Kaliumhydroxid-Lösung wird auf einen pH-Wert von 11,0 eingestellt. Man füllt mit
Wasser für Injektionszwecke auf !00 Liter auf. Alle wei-
.,n teren Schritte erfolgen analog zu Beispiel 1.
Man erhält so eine klare, spritzfertige Injektionslösung, die mindestens 3 Jahre ohne Zersetzung und
Trübung haltbar ist. Der pH-Wert dieser Injektionslösung beträgt 10,9. Die Pufferkapazilät entspricht
5,8 ml 0,1 η-Salzsäure, die pro Ampulle zum Absenken des pH-Wertes von 10,9 auf 7,4 benötigt werden.
-)0 Spritzfertige 20-ml-Injektionslösung von
Kaliumcanrenoat/5-(4-Chlor-5-sulfamoyi-2-ihenylamino-phenyl)-tetrazol
In etwa 100 Liter Wasser für Injektionszwecke wer- -,-, den 100 gTri-Kaliumphosphat gelöst und darin 1,806 kg
Canrenoinsäure sowie 100 g 5-(4-Chlor-5-sulfamoyl-2-thenylamino-phenyl)-tetrazol-Gemisch
suspendiert. Mit 5°/oiger Kaliumhydroxid-Lösung wird auf einen pH-Wert von 11,0 eingestellt. Man fi'iilt mit Wasser für In-M)
jektionszwecke auf 200 Liter auf. Alle weiteren Schritte erfolgen analog zu Beispiel I, jedoch wird in 20*ml*Anv
pullen abgefüllt.
Man erhall so eine klare, sprit/.fertige Itijeklionslösung,
die mindestens 3 Jahre ohne Zersetzung und h-, Trübung hallbar ist. Der pH-Wert dieser Injektionslösung beträgt 10,8. Die Pufferkapazität entspricht
5,7 ml 0,1 η-Salzsäure, die pro Ampulle /.um Absenken
des pH-Wertes von 10,8 auf 7,4 benötigt werden.
Spritzfertige lO-ml-Injcktionslösung von
Kaliumcanrenoat/Furosemid
Kaliumcanrenoat/Furosemid
In etwa 80 Liter Wasser für Injektionszwecke werden 100 g Tri-Kaliumphosphat gelöst. Danach werden
1,806 kg Canrenoinsäure und 20 g Furosemid-Gemisch portionsweise suspendiert. Mit 5%'iger Kaliumhydroxid-Uösung
wird auf einen pH-Wert von 11,0 ein-
gestellt. Man füllt mit Wasser for Injektionszwecke auT
100 Liter auf. Alle weiteren Schritte erfolgen analog zu
Beispiel 1.
Man erhält so eine klare, spritzfertige Injektionslösung, die mindestens 3 Jahre ohne Zersetzung und
Trübung haltbar ist. Der pH-Wert dieser Injektionslösung beträgt 10,9, Die Pufferkapazität entspricht
5,8 ml 0,1 η-Salzsäure, die pro Ampulle zum Absenken des pH-Wertes von 10,9 auf 7,4 benötigt werden.
Claims (3)
1. Spritzfertige alkalische Lösungen, bestehend
aus Alkali-Canrenoat oder einem Alkali-Canrenoat/ Diureticum-Gemiseb, Wasser und einem physiologisch
verträglichen alkalischen Puffer, dadurch
gekennzeichnet, daß sie einen pH-Bereich von 10,2—11,2 aufweisen und die Kapazität des
Puffers nicht mehr als 0,1 VaI pro Liter Injektionslösung in diesem pH-Bereich beträgt.
2. Lösungen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß als Puffer Trikaliumphospbat oder Kalium-Glycinat eingesetzt sind.
3. Verfahren zur Herstellung von spritzfertigen
injizierbaren Lösungen von Alkali-Canrenoat oder einem Alkali-Canrenoat/Diureticum-Gemisch nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man Canrenoinsäure
oder deren Gemisch mit einem anderen Diureticum in einer wäßrigen Lösung eines physiologisch
verträglichen Puffers, der in der eingesetzten Menge eine Pufferkapazität von nicht mehr als
0,1 VaI pro Liter Injektionslösung besitzt und im pH-Bereich von 10,2—11,2 puffert, suspendiert und
die Suspension mit wäßrigem Alkali auf einem pH-Wert von 10,6—11,0 einstellt
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