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Gewehrgranate
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Die Erfindung bezieht sich auf eine Gewohrgranate mit einer insbesondere
als axial nach vorn wirkende Hohlladung ausgebildeten Sprengladung und einem dieser
nachgeordneten Schaft zum Aufstecken auf den Lauf eines Gewellres.
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Es ist eine Cewehrgranate bekannt (DT-PS 975 806), deren als axial
nach vorn wirkende llohlladung ausgebildete Sprengladung im bereich des hinteren
Ladungsendes eine zentrische Aussparung aufweist. Ausgefüllt ist diese Aussparung
mit einer Übertragungsladung. Letztere besitzt auf der Seite der stachelbildenden
Hohlladungsauskleidung eine zur Sprengladungslängsachse konzentrische Ausnehmung
für die Aufnahme einer Zündkapsel. Von der Zündkapsel führt ein axialer Ladungsdurchlaß
zum Scheitel der stachelbildenden Hohlladungsauskleidung.
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Er dient der Aufnahme eines Führungsrohres, eines geschlitzten
Klemmrohres
und eines lialteringes zur Fiihrung einer Zündnadel, die mit ihrem der Ziiiidkapsel
abgewandten Ende an einem als Abstandshalter für die llohlladung ausgebildeten Kopfteil
der Granate befestigt ist. Verschossen wird vorbeschriebene Granatenausführung mittels
einer speziellen Treibladung, die formmäßig mit der hülse einer normalen Patrone
übereinstimmt, aber im Unterschied zu letzterer kein eigenes Geschoß aufweist.
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Bei einer anderen-bekannten Gewehrgranate (DT-OS 1 578 149), deren
auf den Lauf eines Gewehres aufsteckbarer Schaft sprengladungsseitig in eine Sackbohrung
eines druckfesten Granatbodens eingeschraubt ist, sind Vorkehrungen zum Verschießen
derselben mit einer scharfen Patrone getroffen worden. Zu diesen Vorkehrungen zählen
ein vom aufprallenden Geschoß einer scharfen Patrone in Richtung der Geschoßbeschleunigung
vorschiebbares Fangstück sowie eine Bremsvorrichtung für dieses.
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Fangstück und Bremsvorrichtung sind dabei im Schaftinnern angeordnet.
Bei dieser Anordnung wird es als nachteilig angesehen, daß im Fall eines Versagens
von Fangstück und Bremsvorrichtung das scharfe Geschoß eine akute Gefahr für die
Sprengladung der Gewehrgranate und deren Zündelemente, für den Lauf des benützten
Gewehres und den dieses bedienenden Schützen darstellt.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, Gewelirgranaten eingangs
genannter Gattung dahingehend weiterzuentwickeln, daß sie ohne großen Aufwand völlig
risikolos mit scharfen Patronen verschossen werden können.
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Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, daß vom Schaft
ein schaftseitig offen ausgebildeter koaxialer Geschoßkanal durch die Sprengladung
zum vorderen Granatende geführt und dem Geschoßkanal ein Absperrorgan zum selbsttätigen
Verschließen eines örtlichen Kanalquerschnitts nach erfolgtem Geschoßdurchtritt
durch diesen zugeordnet ist.
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Durch den Geschoßkanal ist sicllergestellt, daß das Geschoß einer
scharfen Patrone nach erfolgtem Austritt aus dem Gewehrlauf unter Beibehaltung seiner
ursprünglichen Flugbahn zum vorderen Granatende gelangt, und zwar ohne die Sprngladung
der Granate sowie deren Zündelemente in irgendeiner Weise zu gefährden. Zugleich
ist auf einfache Art Gewähr fiir eine Mitbeschleunigung der gesamten Gewehrgranate
durch die Treibgase des Geschosses geboten. Dafür sorgt nämlich der während der
Bewegung des Ceschosses durch den Geschoßkanal schaftseitig erfolgende Verschluß
des letzteren.
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Gemäß einem ausgestaltenden Erfindungsmerkmal ist der Geschoßkanal
beidseitig offen ausgebildet. Wird eine dieses Merkmal aufweisende Gewehrgranate
auf den Lauf eines Gewehres gesteckt, ist mit letzterem nach wie vor ein gezieltes
Feuer möglich.
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Bei einer abgewandelten erfindungsgemäßen Granatenausführung findet
=ater verzicht auf die letztgenannte Möglichkeit eine Gescho@hre@s- und Geschoßfangvorrichtung
Anwendung. Letztere ist aber nicht - wie im bekannten Fall - im auf einen Gewehrlauf
aufsteckbaren Cranatschaft untergebracht. Sie befindet sich vielmehr in einem über
die vordere Sprengladungsstirnseite hinausreichenden Abschnitt des Geschoßkanals
und somit an einer im Versagensfall völlig unproblematischen Stelle.
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Aus Gründen der Einfachheit empfiehlt es sich, dem Geschoßkanal als
Absperrorgan einen mittels einer Feder oder dergleichen von der Offen- in die Schließstellung
bewegbaren Schieber zuzuordnen und im Geschoßkanal in Höhe dieses Schiebers ein
oder mehrere, quer zur Kanallängsachse verlaufende Scherstifte anzuordnen, derart,
daß letztere bis zum Abscheren durch ein Geschoß den Schieber in seiner Offenstellung
arretieren.
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Vielfach ist es gebräuchlich, der Sprengladung schaftseitig eine Übertragungsladung
und der t;bertragungsladung auf ihrer
der Sprengladung abgewandten
Seite einen sicherbaren Detonatorschieber zuzuordnen, wobei der Betonatorschieber
in Sicherstellung außerhalb der Bereichs der Übertragungsladung liegt und nach erfolgter
Entsicherung mittels einer Feder oder dergleichen in die Scharfstellung bewegbar
ist, in welcher der Detonator jiber der Übertragungsladung zu liegen kommt. Überall
da, wo dies der Fall ist, hat es sich nicht nur aus gründen der Platzersparnis,
sondern auch aus sicherungstechnischer Sicht als zweckmäßig erwiesen, deti Geschoßkanal
zwischen Sprengladung und Schaft durch ein druckfestes Gehäuse zu fiihren, im Gehäuseinnern
durch entsprechende Kanalerweiterungen außer fiir den Detonatorschieber auch Einbauraum
für den weiter vorn erwähnten Kanalschieber zu schaffen und dem Kanalschieber mit
einer in Schließstellung zum Geschoßkanal koaxial Bohrung zur Aufnahme der Übertragungsladung
zu versehen.
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Bei Granatenausführungen letztbeschriebenen Aufbuas wirkt es sich
konstruktiv vereinfachend ans wenn gemäß weiteren ausgestaltenden Erfindungsgemrkmalen
Kanalschieber und Detonatorschieber im druckfesten Gehäuse auf gegenüberliegenden
Seiten des Geschoßkanals axial zueinander versetzt angeordnet sind und der Detonatorschieber
in Höhe einer Scherstiftstützfläche des Kanalschiebers eine Widerlagerfläche fiir
ein und denselben Scherstift aufweist.
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Handelt es sich bei dem Detonatorschieber um einen solchen mit einer
auf seiner der Sprengladung abgewandten Seite vorgesehenen Ausnehmung, in welche
in Sicherstellung ein quer zur Verschiebungsrichtung sich erstreckender und am schieberfernen
Eiide durch eine Druckfeder belasteter Beschleunigungsstift zur zusätzlichen Arretierung
mit seinem der Druckfeder abgewandten Ende eingreift, wird zur L'rzielung einer
erhöhten Sicherheit empfohlen, den Kanalschieber in gleicher Weise mittels eines
derartigen federbelasteten I3eschleunigungsstiftes in der Offenstellung zusätzlich
zu arretieren.
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Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnungen
näher erläutert. Es zeigen: Fig. 1 eine Gewehrgranate mit einem zwischen ihrer Sprengladung
und einem auf den Lauf eines Gewehres aufsteckbaren Schaft angeordneten zweiteiligen
Gehäuse in druckfester Ausführung, Fig. 2a das Unterteil des vorerwähnten druckfesten
Gehäuses bei abgehobenem Gehäuseoberteil, Fig. 2b das Oberteil des vorerwähnten
druckfesten Gehäuses bei abgehobenem Gehäuseunterteil und Fi . 3 den vorderen Teil
einer gegenüber Fig. 1 abgewandelten Granatenausführung.
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Fi. 1 zeigt eine Gewehrgranate 1. Die Gewehrgranate 1 weist einen
Schaft 2 auf, der nach Abnahme eines Verschlußpfropfens 3 auf den lauf eines Gewehres
geschoben werden kann. Zu ihrer Flugstabilisierung ist am hinteren Schaftende ein
kalibergleicher Ring 4 vorgesehen, dessen Lage durch beispielsweise vier Stege 5
und einen Sprengring 6 fixiert ist.
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Am vorderen L'n<le geht der Schaft 2 in ein Kegelansatzstück 7
mit Außengewinde 8 über. Auf dieses Gewinde 8 ist eine Hülle 9 geschraubt. Sic dient
der Aufnahme einer Sprengladung 10 und eines an die hintere Sprengladungsstirnseite
angrenzenden druckfesten Gehäuses 11.
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Die Sprengladung 10 ist beispielsweise als axial nach vorn wirkende
rotationssymmetrische Hohhladung ausgebildet. Ihre stachelbildende Ausklcidung 12
greift basisseitig in eine Ringnut 13 der Hülle 9 ein. Besagte Ringnut 13 befindet
sich in Nähe des vorderen Hüllenabschnitts. Letzterer zeigt dabei eine Ausbildung
als Amboß 14. Zwischen diesem Amboß 14 und einem
weiteren Amboß
15 sind Piezeoelemente 16 angeordnet, von denen Leitungsdrähte 17 zu einer - wie
aus Fig. 2a ersichtlich - im druckfesten Gehäuse 11 untergebrachten Zündelektronik
führen.
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Der mit 15 bezeichnete Anlboß ist Teil eines Hohlkegels 18, welcher
einen Abstandshalter 19 für die Hohlladung in Form eines beidseitig offen ausgebildeten
Rohrfortsatzes trägt und mit der Hülle 9 durch ein Ausnehmungen 20 aufweisendes
Stahlsegment 21 verbunden ist.
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Die Hohlladung 10, irt die aui der Seite des druckfesten Gehäuses
11 zum Zwecke der Betonationswellenlenkung ein Inertkörper 22 eingebettet ist, weist
eine durchgehende zentrische Längsbohrung 23 auf. Diese Längsbohrung 23 bringt -
wie Versuche bestätigten - entgegen der allgemein vorherrschenden Meinung überhaupt
keine bzw. keine nennenswerten Leistungseinrußen mit sich, und zwar selbst bei im
Vergleich zu Flammenleitröhrchen und Zündnadelführungsröhrchen großen Durchmessern.
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Abgestützt ist sie durch ein beidseitig offen ausgebildetes Rohrstück
24. Dieses ist - ebenso wie der als Abstandshalter der Hohlladung fungierende Rohrfortsatz
19 - Bestandteil eines Geschoßkanals 25, dessen durchb das druckfeste Gehäuse 11
hindurchführender Abschnitt das Bezugszeichen 26 trägt.
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Wie aus den Figuren 2a und "b ersichtlich, besteht das Gehäuse 11
aus einem Unterteil 11a und eiiiem Oberteil 11b. Das Gehäuse-Unterteil 11a weist
einen Einbauraum 27 für einen Schieber 28 zum Verschließen des Geschoßkanals auf.
Per Kanalschieber 28 ist in der gezeichneten Offenstellung zweifach arretiert, nämlich
zum einen durch zwei im Geschoßkanalabschnitt 26 quer zur Kanallängsachse verlaufende
Scherstifte 29, für die an einem axialen Kanalschiebervorsprung 30 Stützflächen
31 vorgesehen sind, und zum anderen durch einen federbelasteten Beschleunigungsstift
32, der mit seinem freien Ende 32a bis zum Auftreten einer Beschleunigung vorgegebener
Höhe und Zeitdauer in eine dafür vorgesehene Schieberausnehmung 33 hineinragt. Zur
Aufnahme
einer Übertragungsladung @4 ist er mit einer in Schließstellung
zum Geschoßkanal 25 koaxialen Bohrung 35 versehen, deren Durchmesser denjenigen
des Rohrstück 24 übertrifft. Erreicht wird die Schließstellung auf dem Wege einer
Schwenkbewegung um einen Zapfen 36,für die eine Drehfeder 37 verantwortlich ist.
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In Höhe des Kanalschiebervorsprungs 30 befindet sich auf der gegenüberliegenden
Geschoßkanalseite ein zweiter Schlieber 38 mit einem Anzündhütchen 39 und einem
in Scharfstellung zum Geschoßkanal koaxialen Flammendetonator 40. Der Dettonatorschieber
18 ist in der gezeichneten Sicherstellung ebenfalls zweifach arretiert, nämlich
zum einen durch die bereits an anderer stell erwähnten Scherstifte 29, denen die
mit 41 bezeichnete Schieberfläche als Widerlager dient, und zum anderen durch einen
federbelasteten Beschleunigungsstift 42, der mit seinem freien Ende 42a bis zum
Auftreten einer Beschluenigung vorgegebener Höhe und Zeitdauer in eine dafür vorgesehene
Schieberausnehmung 43 hineim@@gt. Auch er gelangt auf dem Wege einer Schwenkbewegung
zum einen Zapfen 44 von der Sicher- in die Scharfstellung. Die diese Schwenkbewegung
bewirkende Drehfeder ist im vorliegenden Fall mit 45 bezeichnet.
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Außer den vorbeschriebenen Bauteilen bietet das Gehäuseunterteil 11a
noch der bereits erwähnten Zündelektronik und einem Mikro-Switch-Schalter 16 Platz.
Die Zündelektronik ist in einem Kunststoffblock 47 untergebracht. Mit ihr und den
Piezoelementen 16 ist der Mikro-Switch-Schalter 46 durch Leitungsdrähte 48 verbunden.
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Das Gehängeoberteil 11b enthält die beiden Beschleunigungsstifte 32
und 42 sowie die mit 49 und 30 bezeichneten Druckfedern, gegen die sie im Beschleunigungsfall
arbeiten. Außerdem weist es eine Ausnehmung 51 für die Verdrahtung der von den Piezoelementen
16 kommenden Leitungen 17 mit der Zündelektronik auf, die nach erfolgter Verdrahtung
mit einem aushärtenden
Kunststoff ausgefiillt werden kann. Seine
Verbindung mit dem Unterteil 11a erfolgt in der Weise, daß die freien Enden der
Drehzapfen 36 und 44 mit einem Gewinde 52 bzw. 53 versehen, durch Bohrungen im Gehäuseoberteil
lib nach außen geführt und dort mit Schlitzmuttern 54 verschraubt werden.
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Wird eine Granate vorbeschriebener Ausführung mit ihrem Schaft 2 auf
den Lauf eines Gewehres geschoben, kann mit letzterem nach wie vor gezielt gefeuert
werden. Dabei nimmt das Geschoß einer scharfen Patrone seinen Weg vom Gewehrlauf
über den Schaft 2 und den Geschoßkanal 25 ins Freie. Aui diesem Weg zerschlägt es
mit seinen Schultern die Scherstifte 29 im Geschoßkanalabschnitt 26. Außerdem werden
- bedingt durch die auftretenden Beschleunigungskräfte und die Gasdruckeinwirkung
auf die freien Enden 32a und 42a der Beschleunigunsstifte 32 und 42 - letztere entgegen
den Kräften der DruckSedfr: 49 bzw.
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50 aus den Schieberausnehmungen 33 bzw. 43 herausbewegt. Ist dies
geschehen, schwenkt die Drehfeder 37 den Kanaischieber 28 um den Zapfen 36 von der
wiedergegebenen Offen- u o-e Schließstellung, in der die Übertragungsladung 34 den
Geschoßkanal 23 an der Übergangsstelle von Rohrstück 24 und Abschnitt 26 verschließt
und aufgrund ihrer über das Rohrstück 24 hinausreichenden radialen Dimensionierung
mit der Sprengladung 10 in Wirkverbindung steht. Das geschilderte Verschließen des
Geschoßkanals 25 hat zur Folge, daß die das Geschoß beschleunigenden Treibgase nachträglich
die gesamte Gewehgranaze 1 von Gewehrlauf wegdrücken.
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Sobald die Scherstifte 29 zerschlagen sind und der Beschleunigungsstift
42 aus der Schieberausnehmllng 43 herausgetreten ist, wird auch der Detonatorschieber
3 von der wiedergegebenen Sicher- in die Scharfstellung geschwenkt, in welcher der-Detonator
40 über der zum Geschoßkanal 25 koaxialen Übertragungsladung 34 zu liegen kommt.
Die vorbeschriebene Schwenkbewegung des Detonatorschiebers 38 läßt sich im Bedarfsfall
zur Erzielung einer Vorfeldsicherheit ohne weiteres verzögern, und zwar
durch
ein aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestelltes Hemmwerk, für welches
das Gehäueseunterteil 11a durchaus noch Platz bietet.
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In Fig. 3 ist abschnittsweise eine Gewehrgranate 61 wiedergegeben,
<lie sich von der vorbeschriebenen im wesentlichen durch Anordnung einer Geschoßbrems-
und Geschoßfangvorrichtung im vom Abstandshalter 19 gebildeten Abschnitt des Gesclioßkanals
25 unterscheidet. Die Geschoßbremsvorrichtung besteht aus mehreren, untcr Belassung
von Zwischenräumen 62 axial hintereinander angeordneten Prallplatten G3. Die Geschoßfangvorrichtung
hat die Form eines Bolzens 64, der auf seiner den Prallplatten 63 abgewandten Stirnseite
an einer Dämpfungsschicht 65 anliegt. Zwischen der Dämpfungsschicht 65 und einem
die vordere Öffnung des Abstandshalters 19 verschließenden Gewindepfropfen 66 liegt
- in Isolationsmaterial 67 eingebettet - ein Piezogenerator 63. Der Piezogenerator
68 ist dabei derart ausgebildet, daß er sowohl bei einem Aufschlag auf hartes Material
als auch bei einem Aufschlag auf weiches Material über Leitungsdrähte 69 genügend
Ladungsmenge und Spannung abgibt, um einen entsprechend hochohmigen, hochempfindlichen
elektrischen Detonator zum Ansprechen bringen zu können.
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- Patentansprüche -
L e e r s e i t e