DE2549561B2 - Verfahren zur Regelung der Kesselwassertemperatur in einer Heizungsanlage - Google Patents
Verfahren zur Regelung der Kesselwassertemperatur in einer HeizungsanlageInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Regelung der Kesselwassertemperatur in einer Heizungsanlage
nach dem Oberbegriff des Patentanspruches.
Ein Verfahren dieser Art ist in der CH-PS 5 40 467 beschrieben. Gemäß diesem bekannten Stand der
Technik wird der Brenner mittels eines Zweipunktreglers, der eine veränderliche Schaltdifferenz (Differenz
zwischen Ein- und Ausschalitemperatur) haben kann, in Abhängigkeit von der gewünschten Vorlauftemperatur
ein- und ausgeschaltet. Sobald das Kesselwasser den unteren Wert erreicht, wird der Brenner eingeschaltet.
Bei Erreichen des oberen Wertes erfolgt die Abschaltung.
Die Schaltdifferenz des Zweipunktreglers beeinflußt den Kesselbetrieb in mehrfacher Weise. Sie wirkt sich
einerseits auf die maximale Kesselwassertemperaiur aus. So würde sich bei einer Schaltdifferenz von z. B.
8° C und einer erlaubten Höchsttemperatur von z. B. 900C eine Kesselwassertemperatur zwischen 82° C und
900C, d.h. eine mittlere Temperatur von etwa 86°C,
einstellen. Die mittlere Temperatur liegt demnach bei größeren Schaltdifferenzen niedriger und bei geringeren
Schaltdifferenzen höher. Da einer hohen Leistungsanforderung durch eine möglichst hohe mittlere
Kesselwassertemperatur am besten entsprochen wird, sollte deshalb die Schaltdifferenz möglichst gering sein.
ίο Die Schaltdifferenz wirkt sich zum anderen auf die
Brennerlaufzeit aus. ]e geringer sie ist, um so kürzere Zeit muß der Brenner laufen, um die geringe
Temperaturspanne durch Energiezufuhr zu überbriikken. Bei allzu niedrigen Brennerlaufzeiten ergibt sich ein
schlechter Wirkungsgrad. Zudem steigt die Umweltbelastung durch schlechten Ausbrand und durch starke
Verrußung sehr an.
Die in der CH-PS 5 40 467 vorgeschlagene, relativ große Schaltdifferenz kommt der Forderung nach einer
langen Brennerlaufzeit entgegen. In oberen Leistungsbereichen wird sich jedoch eine recht niedrige mittlere
Kesselwassertemperatur einstellen, da diese immer um die halbe Schaltdifferenz niedriger liegt als die
festgelegte Höchsttemperatur. Würde man bei Verwendung eines Zweipunktreglers mit veränderlicher Schaltdifferenz
die Schaltdifferenz wieder etwas verringern, um der Forderung nach einer hohen mittleren
KesselwassL-rtemperatur zu entsprechen, dann ginge dieses wieder zu Lasten der Brennerlaufzeit und des
Brennverhaitens.
Die entgegengesetzten Forderungen an einen Zeitpunktregler, nämlich nach einer geringen Schaltdifferenz
zum Erzielen einer hohen mittleren Kesselwassertemperatur und nach einer großen Schaltdifferenz zum
Erzielen längerer Brennerlaufzeiten sollen bei Verwendung eines Zweipunktreglers mit veränderlicher Schaltdifferenz
erfüllt werden.
Gemäß der Erfindung geschieht dieses durch die im Kennzeichen des Patentanspruches 1 genannte Maßnähme.
Bei den bekannten Kesselanlagen hat sich gezeigt, daß die z. Zt. üblichen, im Interesse einer hohen
mittleren Kessclwassertemperatur möglichst niedrig liegenden Schaltdifferenzen in oberen Leistungsbereichen
zu ausreichend langen Brennerlaufzeiten führen. Der Heizungsvorlauf führt nämlich fortwährend Energie
ab, so daß der Brenner lange laufen muß, um die abgeführte Energie zuzuführen und die Kesselwassertemperatur
um die Schaltdifferenz anzuheben.
Bei niedrigen Leistungsanforderungen, etwa in Übergangszeiten, kann der Brenner die Schaltdifferenz
hingegen wesentlich schneller überbrücken. Das führt dazu, daß nur in Leistungsbereichen bis etwa 60% sehr
kurze Brennel laufzeiten vorhanden sind. Dabei können die geschilderten Nachteile eines schlechten Wirkungsgrades
und einer schlechten Verbrennung auftreten. Da sich die Schaltdifferenz gemäß der Erfindung zu unteren
Leistungsbereichen hin verringert, sind diese Nachteile jetzt beseitigt. Somit sind die zwei entgegengesetzten
Forderungen erfüllt.
Durch Versuche läßt es sich ohne weiteres für jede Kesselart und -größe ermitteln, welche Schaltdifferenz
im unteren Leistungsbereich vorhanden sein muß, um eine Brennerlaufzeit zu erhalten, die die nachteiligen
Folgen einer schlechten Verbrennung ausschließt. Als günstig hat es sich herausgestellt, in oberen Leistungsbereichen die in Heizungsanlagen übliche Schaltdifferenz
von etwa 8°C und in unteren Leistunesbereichen
eine etwa doppelt so große Schaltdifferenz zu wählen.
Grundsätzlich ist es möglich, die Schaltdifferenz in Abhängigkeit von der Leistungsanforderung kontinuierlich
oder stufenförmig zu verändern. Da die Brennerlaufzeiten bei der bisher üblichen, über den
gesamten Leistungsbereich konstanten Schaltdifferenz bis etwa 60% der Gesamtleistung zu niedrig sind und
oberhalb dieses Wertes auf ausreichende Länge ansteigen, kann in Leistungsbereichen von 60—100%
die bisherige Schaltdifferenz beibehalten werden. Unter 60% der Gesamtleistung ist die Schaltdifferenz
kontinuierlich anzuheben, oder es sind eine oder mehrere Stufen mit höherer Schaltdifferenz einzuschalten.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Schaltdifferenz über den Leistungsbereich zu verändern. Einrichtungen
zur Lösung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden im Folgenden beschrieben.
Bei elektronischen Zweipunktreglern k?>nn ein von
der Außentemperatur beaufschlagter elektrischer Widerstand in die Schaltung eingebaut sein, dessen
Widerstandswert sich in Abhängigkeit von der Außentemperatur verändert und bei steigender Außentemperatur
die Schaltdifferenz vergrößert. Die Außentemperatur ist in diesem Fall die die Leistungsanfordsrung
bestimmende Größe. Grundsätzlich ist es auch möglich, eine andere die Leistungsanforderung bestimmende
Größe als die Außentemperatur auf den elektrischen Widerstand einwirken zu lassen.
Bei hydraulischen Zweipunktreglern kann ein mechanisches Verzögerungsglied in den Regelkreis eingebaut
werden, dessen Trägheit sich in Abhängigkeit von der Außentemperatur verändert und bei steigender Außentemperatur
die Schaltdifferenz vergrößert. Als Verzögerungsglieder kommen Membrane. Bimetalle
5 od. dgl. in Frage.
Eine andere Einrichtung kann darin bestehen, daß mehrere Zweipunktregler mit unterschiedlicher Schaltdifferenz
gekoppelt werden. Eine einfache Umschaltung in Abhängigkeit von der geforderten Leistung setzt
ίο jeweils den Zweipunktregler mit der benötigten
Schaltdifferenz in Tätigkeit.
Das Diagramm dient zur Veranschaulichung der Erfindung. Es bezieht sich auf eine gleitende Regelung
der Kesselwassertemperatur in Abhängigkeit von der jeweiligen Außentemperatur für einen Heizkessel aus
Gußeisen.
Auf der Abszisse ist die Außentemperatur und auf der Ordinate die benötigte Vorlauftemperatur aufgetragen.
Sehr niedrige Außentemperaturen erfordern eine hohe Kesselleistung und somit hohe Vorlauftemperaturen.
Höhere, d. h. wärmere Außentemperaturen erfordern eine niedrige Kesselleistung und somit niedrigere
Vorlauftemperaturen. Die Einschaltung des Brenners erfolgt jeweils auf der unteren und die Ausschaltung auf
der oberen Kurve. In oberen Leistungsbereichen ist die zwischen beiden Kurven liegende .Schahdifferenz
gering, in unteren Leistungsbereichen hingegen wesentlich größer, so daß ausreichende Brennerlaufzeilen
gewährleistet sind. Die Kurven können auch einen anderen Verlauf haben.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (7)
1. Verfahren zur Regelung der Kesselwassertemperatur in einer Heizungsanlage mit einem Zweipunktregler
mit veränderlicher Schaltdifferenz, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltdifferenz
des Zweipunktreglers in Abhängigkeit von der jeweiligen Leistungsanforderung zu unteren
Leistungsbereichen hin vergrößert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltdifferenz zu unteren
Leistungsbereichen hin kontinuierlich vergrößert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltdifferenz zu unteren
Leistungsbereichen hin stufenförmig vergrößert wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltdifferenz
zum untersten Leistungsbereich hin auf etwa den doppelten Wert der Schaltdifferenz im obersten
Leistungsbereich (ca. 8° C) vergrößert wird.
5. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, 2 oder 4, dadurch gekennzeichnet,
daß in die Schaltung eines elektronischen Zweipunktreglers ein von der Außentemperatur als der
die jeweilige Leistungsanforderung bestimmenden Größe beaufschlagter elektrischer Widerstand eingebaut
ist, dessen die Schaltdifferenz beeinflussender Widerstandswert sich in Abhängigkeit von der
Außentemperatur verändert.
6. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, 2 oder 4, dadurch gekennzeichnet,
daß in den Regelkreis eines hydraulischen Zweipunktreglers ein von der Außentemperatur als der
die jeweilige Leistungsanforderung bestimmenden Größe beaufschlagtes mechanisches Verzögerungsglied
eingebaut ist, dessen die Schaltdifferenz beeinflussende Trägheit sich in Abhängigkeit von
der Außentemperatur verändert.
7. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1,3 oder 4, gekennzeichnet durch die
Koppelung mehrerer Zweipunktregler mit unterschiedlicher Schaltdifferenz, von denen der Zweipunktregler
mit der größeren Schaltdifferenz im unteren Leistungsbereich zum Einsatz kommt.
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