DE2546221B2 - Verfahren zum selbsttätigen Führen eines Lichtbogenschweißkopfes und Vorrichtung zum Ausüben des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zum selbsttätigen Führen eines Lichtbogenschweißkopfes und Vorrichtung zum Ausüben des VerfahrensInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und eine Vorrichtung zum
Ausüben des Verfahrens.
Beim automatischen Lichtbogenschweißen langer Nähte erbringt eine Abweichung des Brenners aus der
Fugenmitte eine fehlerhafte Schweißung. Deshalb sind bereits zahlreiche Lösungen zum selbsttätigen Führen
des Schweißkopfes vorgeschlagen worden.
Es ist so bereits bekannt, zur Mittensteuerung des Schweißbrenners mechanische Mitte! wie Taststifte,
Leitrollen u.dgl. einzusetzen (vgl. US-PS 30 80 472). Wesentlicher Nachteil solcher Steuerungsgeräte ist der
unvermeidbare, zu Fehlsteuerungen führende Verschleiß der Fühler im rauhen Werkstattbetrieb.
Es sind auch Lösungen für die berührungslose Führung des Schweißkopfes in Fugenmitte bekannt
geworden, die auf kapazitiver, induktiver oder optischer Grundlage beruhen (s. US-PS 38 55446). Dabei sind
aber zusätzliche Einrichtungen am Schweißkopf dicht an der Schweißstelle erforderlich, wodurch oft Schwierigkeiten aufgrund der Temperatur- und Schmutzempfindlichkeit der Sensoren auftraten. Außerdem haben
solche Vorrichtungen den Nachteil gemeinsam, daß der unvermeidliche Abstand zwischen Meßstelle und
Schweißstelle von vornherein eine gewisse Führungsungenauigkeit zur Folge hat, deren Ausgleich weitere
Maßnahme erfordert Solche zeigt die schon genannte US-PS 30 80 472, ferner die US-PS 3158 121 (s.
insbesondere Fig. 1 u.Text). Bei stärkeren Krümmungen der Fuge ist es zudem erforderlich, Brenner und Sensor
zu trennen und die Stellsignale für die Brennerverstellung zu speichern, was zusätzlichen Aufwand bedeutet
Um diese Schwierigkeiten zu umgehen, ist aucn schon
iü bekannt geworden, den Lichtbogen selbst als Meßfühler
zu benutzen (vgl. US-PS 32 04 081; ähnl. DE-AS 10 80 712). Da aber nur eine einzige Drahtelektrode
vorgesehen ist, wird der Lichtbogen magnetisch abwechselnd zu beiden Flanken der Fuge auEgelenkt
π C;e dynamische Veränderung der Lichtbogenkenngrößen zwischen zwei Auslenkungen stellt ein Maß für die
Abweichung aus Fugenmitte dar. Dieses Auslenken bleibt nicht ohne Einfluß auf den Schweißpro2eß, der
sich nachteilig in der Einbrandform und der Schweißlei
stung überall dort zeigt wo technologisch ein Pendeln
durchaus überflüssig ist und nur zum Zwecke der Pösitionsermittlung durchgeführt wird. Zudem erfordert es den zusätzlichen Aufwand einer magnetischen
Pendelvorrichtung, dazu einer aufwendigen elektroni
sehen Signalauswertung.
Es ist auch schon bekannt, zwei Drahtelektroden zu
verwenden und die^e so anzuordnen, daß der eine Lichtbogen die eine Flanke und der andere die
gegenüberliegende Flanke der Schweißfuge anschmilzt
jo Unbedingte Voraussetzung hierfür ist jedoch, daß das
Brennersystem exakt in Fugenmitte geführt wird, was die Anwendung eines der oben beschriebenen Führungssysteme erfordert (vgl. hierzu: Werner Schatz
»Die Unterpulververschweißung«, Eisenberg/Pfalz,
1962).
Der Erfindung liegt also die Aufgabe zugrunde, ein vom apparativen Aufwand sowie der elektronischen
Steuerung her sehr einfaches und außerdem nicht mehr störanfälliges Führungssystem zu entwickeln, das die
■to Vorteile der Zweidrahtschweißung (nach Schatz, s.
oben) und der Fugenmittenführung des Brennersystems in sich vereinigt Ein solches System ist Gegenstand des
kennzeichnenden Teils des Hauptanspruchs. In den Unteransprüchen sind einige Einzelheiten der zugehöri-
•»5 gen Vorrichtung behandelt
Erfindungsgemäß ist vorgesehen, daß die beiden Schweißdrähte bzw. Elektroden dem Lichtbogenprozeß
elektrisch voneinander isoliert zugeführt werden. In die sich so ergebenden getrennten Stromkreise ist je ein
Meßshunt geschaltet, mit dem die Teilströme gemessen werden, um anschließend verglichen zu werden.
Bei Abweichung des Brenners aus der Fugenmitte ergeben »ich durch Änderung der Widerstandsstrecken
zwischen dem freien Ende der Drahtelektroden und
dem Werkstück über den Lichtbogen unterschiedliche
Teilströme in den getrennten Stromkreisen. Die Differenz; dieser Teilströme bildet das Meßsignal, das
nach einer üblichen Verstärkung zur Ansteuerung des den seitlich beweglichen Brennerschlitten antreibenden
M) Motors genutzt wird, womit eine automatische Rückstellung des Brennen in Fugenmitte erfolgt
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel, hier in
Verbindung mit einer Einrichtung für Schutzgasschweißen, rein !thematisch dargestellt. Es zeigt
F i g. 1 den Schweißbrenner mit Stromversorgung und Schu tzgaseinrichtung,
Fig.2 die Ausbildung der Vorschubrollen für die
Drahtelektroden,
Fig.3 das Schema der Verstärkeranlage, die dem
Verstellmotor vorgeschaltet ist.
In F i g. 1 ist mit 1 die Stromquelle Für den
Schweißstrom bezeichnet Dieser wird den beiden in einem SchutzgasschweiBbrenner 3 angeordneten
Drahtelektroden 22 zugeführt Für diese ist eine gemeinsame Vorschubvorrichtung 2 vorgesehen. In den
getrennten Stromzuführungen 9 befindet sich je ein handelsüblicher Shunt 10, der einen Spannungsabfall
von 150 mV bei 600 A aufweist Der Abstand der beiden
elektrisch voneinander getrennten, in einer gemeinsamen Schutzgasdüse 6 angeordneten Kontakrohre 4 mit
Düsen 5 ist so ausgelegt, daß sich ein Elektrodenabstand von 8 mm ergibt
Bei einem Versuch wurde mit für einen Drahtdurchmesser von 1,0 mm üblichen Strom- und Spannungswerten
von 230A und 29 V pro Draht geschweißt Die Schweißgeschwindigkeit betrug 450 mm/min. Bei einer
zwangsweise aufgebrachten Nahtmittenabweichung von z. B. 2 mm betrug die Differenz der beiden
Tcilströfne zwischen Werkstück 19 und Drahtende 20
über den Lichtbogen 21 beim Verschweißen einer Y-Fuge mit 60° öffnungswinkel, Blechdicke 16 mm,
Steghöhe 2 mm, Luftspalt 0 mm etwa 30 A, was einer Spannungsdifferenz an den Meßshunts von 7,5 mV
entsprach. Diese Spannungsdifferenz wurde mit der Meßverstärkereiinrichtung nach F i g. 3 auf das lOOfache
verstärkt und in Schrittimpulse zum Ansteuern des in der Vorrichtung zur Brennerseitenverstellung verwendeten
Schrittmotors M umgewandelt wobei der Brenner sich in Nahtmitte zurückstellte, bis die beiden
Teilströme wieder gleich waren.
Bei schräger Ausrichtung der Fuge relativ zu der Führungsbahn des Brennervorschubwagens folgte der
Brenner gleichmäßig und kontinuierlich mittels der Steuerung nach der Erfindung exakt dem aufgezwungenen
Fugen verlauf in Fugenmitte. Dabei verlief der Schweißprozeß absolut störungsfrei mit gleichmäßiger
Ausbildung der Wurzelraupe bzw. der nach Abschweißen der Wurzellage geschweißten Füllagen. Selbst beim
Schweißen der Decklage reichte eine geringe Höhendifferenz zwischen der letzten Foliage ur:i der Fugenoberkante
aus, den Brenner ohne erkennbere Mittenabweichung
zu führen.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Verfahren zum selbsttätigen Führen eines Lichtbogen-Schweißbrenners für abschmelzende
Drahtelektroden entlang der Fugenmittellinie bei
symmetrischer Fuge, mit dem Lichtbogen als Meßfühler, dadurch gekennzeichnet, daß
zwei Drahtelektroden (22) in an sich bekannter Weise räumlich nebeneinander und elektrisch
parallel, jedoch voneinander isoliert angeordnet sind, daß die gleichzeitigen Stromwerte in den
beiden Lichtbogen-Stromkreiszweigen (1,10,20,19)
gemessen und miteinander verglichen werden, und daß eine Stromdifferenz auf eine Seitenverstelleinrichtung (M) des Schweißbrenners im Sinne seiner
Rückführung zur Fugenmitte mit gleichbelasteten Lichtbogenstromkreiszweigen einwirkt
2. Vorrichtung zum Ausüben des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß außer der
Isolierung (Sei Drahtelektroden im Schweißbereich auch die zugehörigen Vorschub- und AnpreßroHen
(8, 18) sowie die Aufhängung der Haspeln für den Elektrodendraht und dessen Führungen ebenfalls
voneinander isoliert ausgebildet sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß anstelle einer gemeinsamen Schutzgasdüse für das Elektrodenpaar für jede Elektrode
eine besondere, an dem gemeinsamen Brenner durch Schraub- oder Steckverbindung angebrachte
Schutzgasdüse vorgesehen ist
4. Vorrichtirig nach den Ansprüchen 2 und 3,
dadurch gekennzeichnet, daß für das Ansteuern eines Verstellmotors (M) eine an sich bekannte
Steuer- und Verstärker-fcinvichtung (F i g. 3) vorgesehen ist
5. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktrohre (4)
mit den Düsen (5) in dem Gehäuse des Schutzgasbrenners in Abstand und Neigung zueinander
verstellbar angeordnet sind.
Priority Applications (4)
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|---|---|---|---|
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| SE7610724A SE432370B (sv) | 1975-10-15 | 1976-09-28 | Anordning for att fora en ljusbagssvetsbrennare lengs en fogs mittenlinje |
| NL7610983A NL184459C (nl) | 1975-10-15 | 1976-10-05 | Gemechaniseerde lasinrichting. |
| FR7631460A FR2327843A1 (fr) | 1975-10-15 | 1976-10-14 | Installation de soudage mecanisee |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE19752546221 DE2546221C3 (de) | 1975-10-15 | 1975-10-15 | Verfahren zum selbsttätigen Fuhren eines Lichtbogenschweißkopfes und Vorrichtung zum Ausüben des Verfahrens |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2546221A1 DE2546221A1 (de) | 1977-04-21 |
| DE2546221B2 true DE2546221B2 (de) | 1979-08-30 |
| DE2546221C3 DE2546221C3 (de) | 1980-06-12 |
Family
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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Country Status (1)
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0193864A1 (de) * | 1985-02-28 | 1986-09-10 | Eichhorn, Friedrich, Professor Dr.-Ing. | Vorrichtung zur adaptiven Schweisskopfführung |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP3960352B1 (de) * | 2020-08-31 | 2024-10-30 | Fronius International GmbH | Positionsregelung eines tandemschweisskopfs |
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1975
- 1975-10-15 DE DE19752546221 patent/DE2546221C3/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0193864A1 (de) * | 1985-02-28 | 1986-09-10 | Eichhorn, Friedrich, Professor Dr.-Ing. | Vorrichtung zur adaptiven Schweisskopfführung |
Also Published As
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