DE2545931B2 - Verfahren zum herstellen isolierter draehte und leitungen mit hohem schaeumungsgrad des isolierstoffes - Google Patents
Verfahren zum herstellen isolierter draehte und leitungen mit hohem schaeumungsgrad des isolierstoffesInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen isolierter Drähte und Leitungen, insbesondere
von koaxialen Hochfrequenzkabeln mit geschäumter Kunststoffisolierung.
Zum Herstellen koaxialer Hochfrequenzkabel mit geschäumter Isolierung werden wegen ihres geringen
Verlustfaktors und ihrer niedrigen Dielektrizitätszahl vornehmlich Polyäthylen, Polysterol und Polytetrafluoräthylen
verwendet.
Die Erzeugung des Kunststoffschaumes erfolgt bekanntlich dadurch, daß entweder dem Kunststoff ein
chemisches Treibmittel hinzugegeben wird oder in den aufgeschmolzenen Kunststoff ein Treibgas injiziert
wird, das in Verbindung mit sogenannten Nukleatoren zum Aufschäumen des Kunststoffes führt.
Der Vorgang des Aufschäumens beginnt erst nach dem Verlassen des Extrudierspritzwerkzeuges, da die
Expansion im Extruder selbst durch den hohen Betriebsdruck unterbunden wird. Die Expansion erfolgt
ausschließlich aufgrund des in den Zellen komprimierten Gases, und zwar völlig regellos. Das einzige
Regulativ ist die Kalibrierwirkung des Spritzkopfdüsenrings auf den komprimierten Schaumstoff. Da der
Kunststoffstrang jedoch anschließend expandiert, wirken sich kleinste Gleichlaufschwankungen der Schnecke
oder des Innenleiterdrahtes sowie Dichteschwankungen im Schaumstoff auf den Außendurchmesser des
Schaumstoffstranges dahingehend aus. daß dessen Durchmesser nach Maßgabe dieser Einflußgrößen
schwankt, obwohl der Düsenring kalibrierend wirksam wurde. Treten diese Schwankungen des Durchmessers,
wie dies in der Praxis die Regel ist, periodisch auf, so verursachen diese Störungen der Längshomogenität
Wellenwiderstandsabweichungen, die ihrerseits wiederum Auswirkungen auf die Übertragungseigenschaften
der HF-Leitung haben.
Mit den üblichen Vorrichtungen, Verfahren und Werkstoffen (Kunststoffe einschließlich Treibmittelzusätze)
werden Schäumungsgrade erzielt, die ein Kunststoff-Luft-Verhältnis von etwa 1:1 ergeben.
Höhere Schäumungsgrade werden erkauft mit erheblich höherem apparativem Aufwand, wobei ungenügende
Homogenität der Zellstruktur derartige Schäume für die Isolation von Kabeln, insbesondere von koaxialen
Hochfrequenzkabeln ungeeignet erscheinen lassen.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, die Isolierung von Drähten und Leitungen, insbesondere
von koaxialen Hochfrequenzkabeln mit erhöhtem Schäumungsgrad unter Beibehaltung der bei geringem
Schäumungsgrad erzielbaren Homogenität der Zellstruktur und unter Verwendung der für diese Schäume
üblichen Vorrichtungen und Materialien herzustellen. Gleichzeitig soll jedoch eine gute Längshomogenität
der Außenkontur des Kunststoffstranges erreicht werden, da die Herstellung besonders dämpfungsarmer
koaxialer Hochfrequenzkabel für den Einsatz bis in den GHz-Bereich angestrebt ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Kunststoffisolierung unmittelbar nach Verlassen
des Spritzkopfes in einem unter einem Restdruck von etwa 5 Torr stehenden Expansionsraum gelangt, dessen
Wandungen etwa die gleiche Temperatur wie der Spritzkopf aufweisen, und in diesem solange verbleibt,
bis sich die Expansion auf mindestens 95% des theoretischen Endwertes vor Erreichen einer am Ende
dieser Expansionskammer angeordneten Kalibrierstufe ausbilden kann und daß die Isolierung vor Eintritt in die
Kalibrierstufe mit einem Schmiermittelfilm beaufschlagt wird, wobei das Schmiermittel einen bei der Temperatur
des Expansionsraumes resp. der Isolierung unterhalb des Restdruckes von beispielsweise 5 Torr liegenden
Dampfdruck aufweist und zusätzlich wasserlöslich ist.
Bisher war es üblich, die Kunststoffisolierune nach
Verlassen des Spritzkopfes über eine Strecke von 80 bis 100 cm durch Luft unter Atmosphärendruck mit einer
Temperatur von etwa 2O0C laufen zu lassen. Nach dieser Strecke tritt der heiße Kunststoffstrang in ein
Kühlbad von etwa 8O0C ein. Vergleicht man mit diesen Strecken- und Temperaturverhältnissen die zum Aufschäumen
zur Verfügung stehende Zeit, bevor die Isolierung im Wasserbad erstarrt, so ergeben sich
Zeiten von 3 bis 15 Sekunden je nach Quersschnittsgröße des Schaumstoffes. Außerdem expandiert der
Kunststoff gegen einen Außendruck der umgebenden Luft von ! ata, so daß sich eine geringere Expansion
einstellt, als wenn der Thermoplast — wie das erfindungsgemäß vorgesehen ist —, in einen evakuierten
Raum extrudfert wird.
Dabei vollzieht sich die Expansion erst einmal unter optimalen Bedingungen, also ohne Gasballast und unter
höchstmöglicher Massetemperatur, bevor die Kalibrierung und Abkühlung einsetzt.
In Ausgestaltung der Erfindung ist «-s zweckmäßig,
wenn die Isolierung vom Spritzkopf bis zu dem Kalibrierwerkzeug durch eine Rinne geleitet wird, die
mit dem Gleit- resp. Schmiermittel gefüllt ist, wobei das Eigengewicht der Isolierung durch den Auftrieb
weitestgehend kompensiert wird. Die Schaumstoffoberfläche wird somit vor dem Eintreten in das Kalibrierwerkzeug
mit einem Schmiermittel (Gleitmittel) beaufschlagt, das den angestrebten Unterdruck nicht durch
Verdampfen bricht und das in den anschließenden Kühlwasserstufen abgewaschen werden kann.
Erfindungsgemäß wird als Schmiermittel beispielsweise Polyäthylenglykol verwendet. Zudem kann es von
Vorteil sein, wenn die Isolierung bereits in der Expansionsphase mittels axial verschiebbarer Blenden
vorkalibriert wird.
Zum Durchführen des erfindungsgemäßen Verfahrens dient eine Vorrichtung, die aus einem Expansionsraum besteht, der axial in mindestens zwei Kammern
unterteilt ist und eine derartige Länge besitzt, und zwar in Abhängigkeit von der Durchlaufgeschwindigkeit des
Kabels, daß sich die Expansion bis zu 95% bis 98% des theoretischen Endwertes vor dem Austritt bilden kann.
'n Ausgestaltung der Erfindung ist jede zweite Kammer ganz oder teilweise mit dem Schmier- resp.
Gleitmittel gefüllt und deren Länge so bemessen, daß die unter dem Eigengewicht des expandierenden
Thermoplastes eintretende Querschnittsveräncierung infolge des »Abtropfens« des Kunststoffes in der
flüssigkeitügefüllten zweiten Kammer infolge des dort herrschenden Auftriebs weitestgehend rückgängig
gemacht wird.
Die abschottenden Blenden sind erfindungsgemäß axial verschiebbar so bemessen, daß durch sie bereits in
der Expansionsphase eine Egalisierung der Außenkontür entsteht.
Die Erfindung wird im folgenden anhand einer Prinzipzeichnung näher erläutert.
Unter hohem Druck stehendes thermoplastisches Material 1 wird in einem Spritzwerkzeug eines
ίο Extruders vermittels eines Düsenringes 2 und einer
Dornspitze 3 um einen Kabelinnenleiter 4 herumgeführt und auf diesem aufliegend in der zylindrischen Zone des
Düsenringes 2 vorgeformt.
An das Spritzwerkzeug schließt sich eine als druckdichter Hohlkörper ausgebildete Expansionskammer
5 an, die über Stutzen 6 und 7 evakuiert wird. Die Expansionskammer wird äußerlich durch Heizmanschetten
8 etwa auf die Spritzkopftemperatur aufgeheizt. Die Kammer 5 ist axial durch eine Lochblende 9
unterteilt. Während eine der beiden Kammern leer ist, ist die zweite mit einem Schmiermittel 10 gefüllt, das
durch eine öffnung 11 in der Blende 9 hindurchtritt und
so einen Schmiermittelfilm auf dem expandierenden Kunststoffstrang erzeugt. Überschüssiges Schmiermittel
10 läuft durch den einen Stutzen 12 ab und gelangt über ein Pumpsystem zurück in die schmiermittelgefüllte
Kammer (Stutzen 13), die ihrerseits auch unter Unterdruck steht.
Das Schmiermittel 10 grenzt an eine wassergekühlte Kalibrierstufe 14, die über Stutzen 15 und 16 kontinuierlich mit Kühlwasser 17 beaufschlagt wird. Zwischen der auf Spritzkopftemperatur aufgeheizten Expansionskammer 5 und dem auf gleicher Temperatur aufgeheizten Schmiermittel 10 einerseits und der auf Wasserbadtemperatur befindlichen Kalibrierstufe 4 andererseits ist eine Wärmesperre 18 vorgesehen.
Das Schmiermittel 10 grenzt an eine wassergekühlte Kalibrierstufe 14, die über Stutzen 15 und 16 kontinuierlich mit Kühlwasser 17 beaufschlagt wird. Zwischen der auf Spritzkopftemperatur aufgeheizten Expansionskammer 5 und dem auf gleicher Temperatur aufgeheizten Schmiermittel 10 einerseits und der auf Wasserbadtemperatur befindlichen Kalibrierstufe 4 andererseits ist eine Wärmesperre 18 vorgesehen.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß ohne nennenswerten Mehraufwand
ein höherer Schäumungsgrad erzielt wird als dies mit den herkömmlichen Mitteln und Materialien
möglich war. Neben der Materialersparnis lassen sich mit dem beschriebenen Verfahren koaxiale Hochfrequenzkabel
mit geringerer Dämpfung und wesentlich verbesserter Längshomogenität realisieren. Da die
Expansion des Kunststoffes vor dem Erreichen der Kalibrierstufe abgeschlossen ist, ist eine wesentlich
verbesserte Längshomogenität der Oberflächenkontur zu erreichen als dies bisher möglich war. Die
Zellstruktur ist unverändert feinstporig und völlig homogen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (7)
1. Verfahren zur Herstellung isolierter Drähte und Leitungen, insbesondere von Hochfrequenz-Koaxialkabeln
mit geschäumter Kunststoffisolierung, dadurch gekennzeichnet, daß die Kunststoffisolierung
unmittelbar nach Verlassen des Spritzkopfes in einen unter einem Restdruck von etwa 5 Torr stehenden Expansionsraum gelangt,
dessen Wandungen etwa die gleiche Temperatur wie der Spritzkopf aufweisen, und in diesem solange
verweilt, bis sich die Expansion bis zu 95°/o bis 98% des theoretischen Endwertes vor Erreichen einer am
Ende dieser Expansionskammer angeordneten Kali- '5 brierstufe ausbilden kann, und daß die Isolierung vor
Eintritt in die Kalibrierstufe mit einem Schmiermittelfilm beaufschlagt wird, wobei das Schmiermittel
einen bei der Temperatur des Expansionsraumes resp. der Isolierung unterhalb des Restdruckes von
beispielsweise der Isolierung unterhalb des Restdruckes von beispielsweise 5 Torr liegenden
Dampfdruck aufweist und wasserlöslich ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Isolierung vom Spritzkopf bis zu
dem (den) Kalibrierwerkzeug(en) durch eine Rinne geleitet wird, die mit dem Gleit- resp. Schmiermittel
gefüllt ist, wobei das Eigengewicht der Isolierung durch den Auftrieb weitestgehend kompensiert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Schmiermittel Polyäthylenglykol
verwendet wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Isolierung bereits
in der Expansionsphase mittels axial verschiebbarer Blenden vorkalibriert wird.
5. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß der von der Isolierung durchlaufende Expansionsraum axial in mindestens zwei Kammern
unterteilt ist und eine derartige Länge besitzt, und zwar in Abhängigkeit der Durchlaufgeschwindigkeit
des Kabels, daß sich die Expansion bis zu 95% bis 98% des theoretischen Endwertes vor dem Austritt
bilden kann.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß jede zweite Kammer ganz oder
teilweise mit dem Schmier- resp. Gleitmittel gefüllt ist und deren Länge so bemessen ist, daß die unter
dem Eigengewicht des expandierenden Thermopla- 5" sten eintretende Querschnittsveränderung infolge
des »Abtropfens« des Kunststoffes in der flüssigkeitsgefüllten zweiten Kammer infolge des dort
herrschenden Auftriebs weitestgehend rückgängig gemacht wird.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß im Zuge der Kalibrierung
mehrere Kalibrierstufen und/oder mehrere Kammern mit und ohne Schmiermittelfüllung hintereinander
angeordnet sind. &>
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| DE19752545931 DE2545931C3 (de) | 1975-10-14 | 1975-10-14 | Verfahren zur Herstellung isolierter Drähte und Leitungen mit hohem Schäumungsgrad des Isolierstoffes |
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|---|---|---|---|
| DE19752545931 DE2545931C3 (de) | 1975-10-14 | 1975-10-14 | Verfahren zur Herstellung isolierter Drähte und Leitungen mit hohem Schäumungsgrad des Isolierstoffes |
Publications (3)
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| DE2545931A1 DE2545931A1 (de) | 1977-04-21 |
| DE2545931B2 true DE2545931B2 (de) | 1977-08-25 |
| DE2545931C3 DE2545931C3 (de) | 1981-11-26 |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DE19752545931 Expired DE2545931C3 (de) | 1975-10-14 | 1975-10-14 | Verfahren zur Herstellung isolierter Drähte und Leitungen mit hohem Schäumungsgrad des Isolierstoffes |
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| DE1196852B (de) * | 1959-05-16 | 1965-07-15 | Siemens Ag | Vorrichtung zur Herstellung einer Schaumstoff-isolierung von elektrischen Leitern im Strang-pressverfahren |
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| Publication number | Publication date |
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| DE2545931A1 (de) | 1977-04-21 |
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