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"Verfahren und Vorrichtung zum Abscheiden verschiedener Fraktionen
aus Müll" Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Abscheiden verschiedener Fraktionen
aus Müll, der in einen72ichtluftstrom abgeworfen wird, dessen Luft in einem geschlossenen
Kreislauf geführt ist. Die Brfindung betrifft außerdem eine Vorrichtung zur Durchführung
dieses Verfahrens.
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Zur Aufbereitun von Müll wurden zahlreiche Verfahren und Vorrichtungen
entwickelt, die jedoch alle bisher nicht befriedigen konnten.
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So haben z.B. Müllverbrennungsanlagen' denen der Müll unaufbereitet
zugeführt wird, eine schlechte Verbrennung und einen enormen Anfall an Schlacke.
Sie liefern schädliche Abgase, sind stark korrosionsanfällig und dementsprechend
mit hohen Reparaturkosten belastet.
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Die Verbrennungswärme kann kaum genutzt werden, so daß erhebliche
Mittel für die Müllbeseitigung zugesetzt werden müssen.
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Etwas besser arbeiten Müllverbrennungsanlagen mit vorgeschalteter
Aufbereitungsanlage, in der der anfallende Müll in großen Hammermühlen
auf
annähernd gleiche Korngröße vorzerkleinert, getrocknet und anschließend durch Windsichtung
fraktioniert wird, wobei die Körner mit hohem spezifischen Gewicht wie Glas, Bauschutt,
Metall und dergleichen ausgeschieden werden. Die verbleibenden brennbaren Kleinteile
aus Papier, Holz und Kunststoff werden in Einblasfeuerungen verteuert. Der Schlackenanfall
ist erheblich geringer als bei unmittelbarer Verbrennung des anfallenden Mülls.
Die Heizenergie läßt sich auch wirtschaftlich verwerten. Jedoch sind die Aufbereitungskosten
des Mülls sehr hoch, und zwar bedingt durch die hohe Antriebsleistung der Hammermühlen
und den Wärmebedarf für die Trocknung des gesamten Mülls.
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Bei dem ferner bekanntgewordenen amerikanischen Franklin-Institute-Verfahren
durchläuft der Rohabfall zuerst eine Hammermühle, um anschließend durch Windsichtung
in Papier und leichte Xunststoffe einerseits und Schwerteile andererseits fraktioniert
zu werden.
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Letztere werden über einen Magnetabscheider geführt, von dem die nitht-magnetischen
Bestandteile einem windklassierer zugeleitet werden. Das hier abgeschiedene leichte
Matetial wird dann zusammen mit den zuvor abgetrennten leichten Runstst en und Papier
wieder einer liammermelhle ughfhrt, Das nach zerkleinerte Material wird in einer
Windsichtung zerlegt einmal in Aluminium und schwere orgapische Bestandteile und
zum anderen Wiederum in Papier und Kunststoffe. Der große Vorteil gegenüber dem
zuvor erläuterten Verfahren wiegt hier in der Naßaufbereitung des Mülls; also in
der Vermeidung einer Trocknung des Rohmülls. Der Energieauwand kann dadurch erueblich
verringert werden Andererseits sind die für die erste Au£-bereitungsstufe vorgesehenen
iiamermühlen nachteilig, da so der gesamte Rohmüll zuerst zerkleinert werden muß,
während im weiteren Verlauf des Aufbereitungsprozesses die zerkleinerten Hartstoffe,
insbesondere Glas, Steine und dergleichen in aufwendiger Weise wieder abgeschieden
werden müssen.
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Ein weiteres Verfahren zur Aufbereitung von Hausmüll wurde an der
Technischen Hochschule in Aachen entwickelt. Bei diesem Verfahren werden zunächst
auf einem Schüttelsieb wertstoffarme Bestandteile wie Asche, Sand und organische
Abfallstoffe abgeschieden. Das verbleibende Grobgut wird in einem Schneidwalzenzerkleinerer
für die weitere Sortierung aufbereitet. In einer Art Windkanal werden dann Papier
und leichte Kunststoffe fraktioniert, während die schweren Kunststoffteile naßmechanisch
abgeschwenunt und schließlich von einem großen Magnetband noch die Metallteile herausgezcgen
werden, so daß letztlich nur noch Glas übrig bleibt. Dieses Verfahren scheint den
vorstehend erläuterten Verfahren überlegen zu sein, wenn auch die Aufbereitung in
zahlreiche zur Recyclierung vorgesehene Fraktionen wegen der Transportkosten u.dgl.
nur in seltenen Fällen wirtschaftlibh vertretbar erscheint. Nachteilig ist die in
der ersten Verfahrensstufe erforderliche Zerkleinerung des Mülls auf annähernd gleiche
Korngröße, auch wenn die Zerkleinerung nur bis zu etwa Handtellergröße erfolgen
muß und Schneidwalzenzerkleinerer wesentlich weniger Energie verbrauchen als Hammermühlen.
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Diese Vörzerkleinerung ist bei dem erläuterten Verfahren notwendig,
da sich in der nachgeschalteten Windsichtung nur ein Materialgemisch aus annähernd
gleichgroßen Stücken fraktionieren ldßt4 Um nämlich ein heterogene8 Materialgemisch
wie unaufbereiteten Müll durch Windsichtung zu fraktionieren, bedürfte es einer
starken Luftstr8mung, um eine ausreichende Trennung des herabfallenden Gutes zu
gewährleisten. Dies läßt sich jedoch nicht im Freien durchfünren, da z.B. der aufgewirbelte
Asche-Staub zu einer unzumutbaren Luftverschmutzung führen würde. In einem geschlossenen
Sichtraum hingegen würden die extrem langsam sinkenden großflächigen Iaeichtgüter
wie Plastikfolien, Zeitungspapiere, leichte Kartons u.dgl. noch vor dem Erreichen
des Bodens des Sichtraumes vor die Absaugkanäle für die Sichtluft fliegen und diese
verstopfen.
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Das Schutzbegehren geht aus von einem Verfahren, wie es sich der DT-PS
1 178 022 entnehmen läßt. Bei dem hier offenbarten Verfahren; wird der zu sichtende
Müll auf einem schnellaufenden horizontalen 1 Förderband transportiert, dessen das
Gut tragende Lauffläche in senkrecht zu dieser Fläche gerichtete Schwingungen versetzt
wird.
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Dadurch soll eine Vorsortierung des Gutes erfolgen. Am Abwurfende
des Förderbandes werden die Teilchen des Gutes infolge der ihnen ;zugeführten kinetischen
Energie mit starker Intensität in ihrer Laufrichtung weggeschleudert. Die Teilchen
mit geringerer Wichte verlieren schnell ihre Energie und haben deshalb kürzere Wurfbahnen
als die Teilchen mit höherer Wichte. Außerdem laufen alle Teilchen kurz hinter ihrem
Abwurf durch einen schräg nach unten gerichteten Luftstrahl. Dadurch wird auf die
abgeworfenen Gutteileichen eine nach unten gerichtete Kraft ausgeübt, die sich am
stärkysten auf die Teilchen mit geringerer Wichte auswirkt. Dadurch werden deren
Wurfbahnen wesentlich verkürzt.
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Ein horizontales wurfband, das zugleich starken vertikalen Schwingungen
ausgesetzt ist, kann keine eindeutig Abwurf richtung ergeben An der Abwurfstelle
erhält jedes Gutteilchen eine Beschleunigung in vertikaler und horizontaler Richtung.
Die den Abwurfwinkel bestimwende Resultierende beider Komponenten ist daher nach
aufwärts gerichtet. Hinsichtlich dieses Abwurfwinkels weist ein schwingendes Wurfband
die gleiche Nachteile auf wie ein Wurfwalze, bei der das zu richtende Gut ebenfalls
in einem völlig unbestimmten Abwurf winkel weggeschleudert wird. In beiden Päll.n
ist die wurtw¢ite sicht mehr allein durch den Luftwiderstand der stehenden oder
entgegengeblasenen Luft abhänig, sondern vor allem auch vom Abwurf-Winkel. Eine
exakte Wurfsichtung ist jedoch nur dann möglich, wenn alle Gutteile mit einem ganz
exakten Abwurfwinkel in den Luftraum geschleudert werden.
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Die bei dem vorstehend erläuterten Verfahren eingeblasene Luft wird
an einer Absaugstelle des Sichtgehäuses insgesamt einem Zyklonabscheider zugeführt,
der die feinen, mit der Sichtluft mitgerissenen Teilchen ausscheidet. Dieses vorbekannte
Verfahren läßt sich daher, unter Inkaufnahme der obengenannten Nachteile, nur für
ein gleichmäßig vorzerkleinertes und relativ feinkörniges Gut anwenden.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren sowie eine
Vorrichtung zum Abscheiden verschiedener Fraktionen aus Müll zu entwickeln, ohne
daß dieser zuvor auf gleiche Korngröße vorzerkleinert werden muß.
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Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß die Strömungsrichtung
des Sichtluftstromes jeweils angenähert senkrecht zu der betragsmäßig jeweils größeren
Komponente der Wùrfbahn des noch unzerkleinerten Mülls sowie senkrecht zu einer
die Sichtiuft aus dem Müll-Luft-Gemisch abscheidenden Sieb- oder Filterfläche gerichtet
ist.
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Es handelt sich also um eine kombinierte W4nd-Sleb-Sichtung, wobei
die Wurfbahn des Mühe dem Sichtluftatrom entgegen, oder aber quer hierzu gerichtet
sein kann Während die Schterguttelle nahezu unbeeinflußt von dem Sichtluftstrom
ihre parabelförmige Wurfbahn beibehalten, werden die Sichtgutteile mit geringerer
Sinkgeschwindigkeit von dem Sichtluftstrcm abgelenkt. Die extrem leichten und dabei
großflächigen Teile werden bis zu dem Filter getragen, während die staubförmigen
Bestandteile im Müll durch das Filter hindurchgesaugt werden.
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Durch die Anordnung einer Sieb- oder Filterfläche ist es möglich,
auch verhältnismäßig große Müllbestandteile zu sichten, die z.B.
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einen Zyklonabscheider verstopfen würden.
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Bei dem neuen Verfahren ist es zweckmäßig, wenn nur ein Teil der Sichtluft
über einen Staubabscheider geführt wird. Bei einem für große Leistungen ausgelegten
Sichtaggregat wird dadurch die Einschaltung z.B. eines entsprechend großen Zyklonabscheiders
vermieden, wodurch erhebliche Investitions- und Energiekosten eingespart werden
können. Bei diesen Verfahren ist es dann besonders vorteilhaft, wenn bei der Staubabscheidung
ein Teil der Sichtluft in die Atmosphäre abgeleitet und der dadurch in dem geschlossenen
Luftkreislauf auftretende Unterdruck zur Erzeugung eines die Oberfläche des Müllförderstromes
beaufschlagenden Luftstromes benutzt wird, der in Förderrichtung des Müllförderstromes
und etwa mit dessen Fördergeschwindigkeit bläst und von der in einer Halle liegenden
Müll-Abladestelle beginnend durch die Halle hindurch gesogen wird., Dadurch wird
verhindert, daß aus dem angeförderten Müll aufgrund des sich durch die Etbrdergeschwindigkeit
ergebenden Luftzuges leichtere Bestandteile hochgewirbelt werden. Der sich etwa
synchron mit dem Müll bewegende Luftstrom bildet einen den Müll abdeckenden Luftschleier
und Verhindert so eine vorzeitige Entmigehung. Ein weiterer vorteil ist darin zu
sehbni daß weder aus dem eigentlichen Sichtraum, Aooh aus der die'sem vorgelagerten
alles in der der Müll abgeladen wird, Staub nach außen austreten kann. Dieser Vorteil
ist unter Berteksichtigung der Auflagen für den Umweltschutz von großer Bedeutung.
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Mit dem neuen Verfahren läßt sich unzerkleinerter Müll verarbeiten,
wobei vor dessen Sichtung lediglich Müllsäcke aufgerissen und ggf.
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komprimierter Müll aufgelockert werden müssen.
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Eine zur Durchführung des neuen Verfahrens geeignete Vorrichtung mit
einem geschlossenen Sichtraum, der eine den zu sichtenden Müll abwerfende, horizontal
fördernde Vorrichtung umschließt und eine Austrittsöffnung für einen Luftstrom aufweist,
ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß in Richtung des Sichtluftstromes
gesehen
vor die Austrittsöffnung zumindest eine nach unten umlaufende
endlose Filterfläche geschaltet ist. Letztere verhindert in wirksamer Weise eine
Verstopfung der Austrittsöffnung für den Sichtluftstrom. Die sich an der Filterfläche
absetzenden Müllbestandteile werden-von der umlaufenden Filterfläche nach unten
abgeschleudert, so daß weitgehend eine Selbstreiniyung der Filterfläche erfolgt.
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Durch die horizontale Zuführung des zu sichtenden Mülls wird sichert
gestellt, daß alle Müllbestandteile mit gleicher Geschwindigkeit und unter gleichem
Winkel in den Sichtraum eingeleitet werden. Auf einem gegenüber der Hbrizontalen
geneigten Förderer würden ß Flaschen anfangen zu rollen und dadurch mit einer über
der Fördergeschwindigkeit liegenden Geschwindigkeit in den Sichtraum eingetragen
werden.
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Mit der neuen Vorrichtung ist es überraschend möglich, nicht vorzerkleinerten
Müll zu fraktionieren Dabei bestehen die abgeschiedenen Leichtstoffe im wesentlichen
aus Papier, Pappe, Textilien, Kunststoffen , Holzabfällen und dergleichen. Es handelt
sich also um dberwiegend brennbaren Material, das nach entsprechender Zerkleinerung
unmittelbar als Brennstoff verwerten werden kann. Soweit bei der Windsichtung auch
z.B. Aluminiumfolien in das Leichtmaterial gelangen, wird hierdurch dessen Verwendungsmöglichkeit
als Brennstoff kaum beeinträchtigt.
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Da es mit der neuen Vorrichtung grundsätzlich möglich ist, Schüttgüter
mit extrem großen Unterschieden in der Sinkgeschwindigkeit zu sichten, läßt sich
die neue Vorrichtung auch zur Fraktionierung anderer Materialmischungen als Müll
einsetzen.
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In einer zweckmäßigen Ausführungsform kann die endlose Filterfläche
als Trommelfilter ausgebildet sein. Dabei ist es zweckmäßig, wenn unterhalb der
Filterfläche zumindest eine letztere beaufschlagende Reinigungsbürste vorgesehen
ist, die auch angetrieben sein kann.
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Dadurch wird mit Sicherheit ein Zusetzen bzw. Verstopfen der Filter
fläche verhindert. Grundsätzlich erscheint es auch denkbar, die Kombination von
umlaufender Filterfläche und stationärer Reini gungs bürste zu ersetzen durch ein
stationäres Sieb mit einer umlaufenden Reinigungsvorrichtung. Betriebssicherer und
wirkungsvoller ist jedoch eine nach unten umlaufende Filterfläche, die die an ihm
anhaftenden Sichtgutteile nach unten aus dem Wirkungsbereich des Sichtluftstromes
abfördert und dadurch eine schnelle und einfache Reine ;gung sichert.
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I Für die äusgesichtetefl Fraktionen sind im Boden des Sichtraumes
Auffang- und Auslaßeinrichtungen vorgesehen, von denen zumindest eine unmittelbar
in einen Nachzerkleinerer führt. Diese z.B. als Aùsfålltrichter ausgebildeten Auffängt
und Auslaßeinrichtungen liegen zwischen dem Eintritt des Sichtluftstromes und der
Pllters ,flAche Ist die Abwurfrichtung des Mülls dem Sichtluftstrom entlgegengetichtetl
dann liegen die Auffang- und Auslaßeinrichtungen lin Richtung des Sichtluftstromes
gesehen hintereinander. Erfolgt der Abwurf des Mülls hingegen quer zum Sichtluftstrom,
dann liegen Fdie Auffang- und Auslaßeinrichtungen in Draufsicht auf einer Diagonalen
zwischen Abwurf richtung und Sichtatrdmung. Dabei kann das fraktionierte Gut von
den Ausfalitrichtern unmittelbar in einen Nachzerkleinerer fallen, der das Material
in eine zur weiteren Auftereitung geeignete Teilchengröße zerkleinert. In Richtung
der Sichtluftströmung gesehen kann hinter der Filterfläche eine Auffang- und Auslaßeinrichtung
für Sand, Asche o.dgl. vorgesehen sein, die durch die Filterfläche hindurchgesaugt
worden sind.
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Diese Anteile sind immer unbrennbar, so daß Interesse daran besteht,
eine Anreicherung des zu Brennstoff zwecken abgeschiedenen
Leichtmaterials
mit den unbrennbaren Staubanteilen zu verhindern.
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Dieses Ziel wird auch durch den bereits erwähnten Staubabscheider
angestrebt. In jedem Fall bietet die neue Vorrichtung erstmalig die Möglichkeit,
den unbrennbaren Staub aus dem Müll auszusichten, bevor die brennbaren Leichtstoffe
einer Nach zerkleinerung unterworfen werden. Da die Fraktionierung bei einer Windsichtung
immer nur nach unterschiedlichen Sinkgeschwindigkeiten erfolgen kann, lassen sich
bei den vorbekannten Verfahren, bei denen der Müll insgesamt vorzerkleinert wird,
die unbrennbaren Staubanteile nicht meht mit Hilfe der Windsichtung von den brennbaren
Feinanteilen trennen.
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Zur Entlastung des Windsichters kann es vorteilhaft sein, wenn der
Abwurfvorrichtüng ein Stachelrostband vorgeschaltet wird, das mehrere im Abstand
voneinander angeordnete Querstege und nach oben weisende Sticheln, Spitzen o.dgl.
aufweist. Wird der Müll auf diesem Stachelrostband der Abwurfvorrichtung des Sichters,
also z.B.
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einem horizontal angeordneten Förderband zugeführt, dann fallen kompakte
teile wie Flaschen, Steine u.dgl, durch die Rostijf fnun gen j des Stachelrostbandes
hindurch während großvolumige und faserige teile wle Papier, Kartons, qlextilabf
und Plastiktüten von den Stacheln auf dem Stachelrostband festgehalten werden. Dabei
läßt sich die Vorsichtung noch durch eine das Stachelrostband beaufschlagende Rütteleinrichtung
verbessern. Außerdem kann unter dem Stachelrostband ein Querförderer mit elastischer
Auffangeinrichltuflg für die durch das Stachelrostband hindurchfallende Fraktion
angeordnet sein. Dabei kann die elastische Auffangeinrichtung durch ein entsprechend
elastisch ausgebildetes Obertrum des Querförderers gebildet werden. Dies ist insbesondere
dann vorteilhaft, wenn Glasflaschen unzertrümmert aus dem Rohmüll aussortiert werden
sollen.
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Schließlich ist es vorteilhaft, wenn das Stachelrostband einen Ausr
tragsförderer aus einem den aufzubereitenden Müll aufnehmenden Tiefbunker bildet,
wobei der in Förderrichtung gesehen vor dem Fraktionierungsbereich über dem Querförderer
liegende Abschnitt des Obertrum über ein Stützblech geführt ist. In diesem Fall
arbeitet das Stachelrostband in seinem in den Tiefbunker ragenden Bereich als Schleppkettenförderer
über festem Boden, da das Stützblech ein Hindurchfallen kompakter Güter verhindert.
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Bei der Sichtung des unaufbereiteten Mülls muß natürlich verhindert
werden, daß unzerkleinerte gefüllte Müllsäcke in die Sichtung gelangen, da sonst
der gesamte Inhalt dieser Säcke in das unverwertbare Schwergut fallen würde. Es
ist deshalb vorteilhaft, wenn im Tiefbunker oberhalb von dem Stachelrostband umlaufende,
mit Stacheln o.dUl. bestückte Reißwalzen vorgesehen sind, die in Achsrichtung vorzugsweise
gegeneinander versetzt angeordnet sind.
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Dabei können die sich ggf. überschneidenden Flugkreise der Reißwalzen
von den Spitzen des unter den Reißwalzen vorbeilaufenden Stachelrostbandes einen
Abstand von etwa 200 bis 50d mm aufweisen.
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Dadurch wird sichergestellt, daß gefüllte Mob ecke und ggf. auch extrem
große Wellpappkartons o.dgl. aufgerissen werden.
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Schließlich kann der Abwurfvorrichtung für den Müll noch ein Magnetabscheider
vorgeschaltet sein.
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In der Zeichnung sind einige als Beispiele dienende Ausführungsformen
der Erfindung dargestellt. Es zeigen: Fig. 1 in schematischer Darstellung einen
Längsschnitt durch eine Windsichteinrichtung; Fig. 2 ebenfalls in schematischer
Darstellung im Längsschnitt einen in einen Tiefbunker ragenden Austragsförderer;
Fig.
3 in Draufsicht einen Ausschnitt des Stachelrostbandes in Fig. 2 Fig. 4 eine abgewandelte
Ausführungsform in einer Darstellung gemäß Fig. 1, Fig. 5 den Sichter gemäß Fig.
4 in Draufsicht und Fig. 6 einen Schnitt gemäß der Linie d-d in Fig. 5 Gemäß Fig.
i besteht die dort dargestellte Sichteinrichtung aus einem geschlossenen Sichtraum
1 mit einer Åustrittsöt£nung 2 für einen horizontalen Sichtluftstrom 3. In Richtung
des Sichtluftstromes 3 gesehen ist vor die Austrittsöffnung 2 ein nach unten umlaüfendes
und um eine untere Umlenkrolle 4 geführtes endloses Filterband 5 geschaltet. Das
zu sichtende Material 6 wird in einer horizontal eingeleiteten und dem Sichtluftstrom
3 entgegengerichsteten Wurfparabel 7 ton einer Vorrichtung 8 abgeworfen, die in
dem dargestellten Ausführungsbeispiel aus einem horizontal angeordneten Förderband
9 besteht. Unterhalb der unteren Umlenkrolle 4 für das ,Filterband 5 ist eine letzteres
beaufschlagende Reinigungabürste 19 vorgesehen. Unterhalb von dem Filterband 5 ist
als Austragseinrichtung für die abgQschiedenn Leichtteile eine F8rderachnecke 11
angeordnet. Eine entaprechende Austragseinrichtung 12 ist für die Schwerteile vorgesehen.
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Die Windsichteinrichtung ist mit einem geschlossenen Sichtluft-Kreislauf
13 ausgestattet. Dabei ist in Strömungsrichtung der Luft gesehen hinter dem Sichtraum
1 ein Ventilator 14 angeordnet, dem ein Zyklonabscheider 15 nachgeschaltet ist.
Der besseren übersicht lichkeit wegen ist aer Sichtluft-Kreislauf 13 nur als Linie
dargestellt. Dabei wird die in das Filterband 5 eindringende Sichtluft 3 um 900
umgelenkt, so daß die Absaugung axial aus dem Filter band 5 erfolgt. Dadurch wird
verhindert, daß die Sichtluft auch durch das in Strömungsrichtung hintere Trum des
Filterbandes 5 strömen muß.
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Das aufzubereitende Material 6 läuft zuerst über einen Magnetabscheider
16, der aus einer umlaufenden Trommel bestehen kahn, in der ein Peruanent-Magnet
17 angeordnet ist. Eisenteile 18 bleiben an dem 'llrommelmantel hängen und werden
auf eine Rutsche 19 abgeschleudert. Das übrige Material wird über das Förderband9
in den Sichtraum 1 gefordert und hier in einer Wurfparabel 7 abgeworfen, die dem
Sichtluftstrom 3 entgegengerichtet ist. Während die schwe-* ren Teile unter weitgehender
beibehaltung ihrer Wurfkurve in die Austfagbeinrichtung 12 gelangen, werden die
leichteren Teile von oem Sichtluftstrom 3 in Richtung auf das Filterband 5 abgelenkt
und fallen in die Förderschnecke 11. Insbesondere großflächige und sehr leichte
Teile bleiben unter Einwirkung des Sichtluftstromes 3 auf dem Filterband 5 haften
und werden von diesem nach unten aus dem Druckbereich des 8ichtluftstrones abgefördert
und bei der Umlenkung des Filterbandes abgeworfen bzw. von der Reinigungsbürste
10 abgestreift. Der im Müll enthaltene Staub wird durch dasj Filterband 5 hindurch
aus der Austrittsöffnung 2 abgesaugt und im Zyklonabscheider 15 abgeschieden.
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Figur 2 zeigt ein der Windsichteinrichtung vorgeschaltetes Stachel
rostband 20, das aus mehreren im Abstand voneinander angeordneten Längsketten 21
und Querstegen 22 besteht und nach oben weisende
Stacheln 23 aufweist.
Das Stachelrostband 20 bildet einen Austrags, förderer, der in einen den aufzubereitenden
Müll aufnehmenden Tief bunker 24 ragt, Der die Hochförderung aus dem Tiefbunker
übernehmende Teil des austragsförderers ist über ein Stützblech 25 geführt, dem
sich ein Fraktionierungsbereich anschließt. Dieser wird gebildet durch einen horizontal
geführten Abschnitt des Stachelrostbandes 20, der von einer Rütteleinrichtung 26
beaufschlagt wird, und unterhalb von dem ein Querförderer 27 zum Auffangen der durch
das Stachelrostband hindurch fallenden Fraktion angeordnet ist. Dieser Querförderer
stellt vorzugsweise eine elastische Auffangeinrichtung dar, um ein Zerbrechen der
durch das Stachelroatband 20 fallenden Flaschen und dergleichen zu verhindern.
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Im Tiefbunker 24 sind oberhalb von dem Stachelrostband 20 um1 aus
fende, mit Stacheln o.dgl. bestückte Reißwalzen 28 vorgesehen, die in Achsrichtung
gegeneinander versetzt angeordnet sind, so daß also die Stacheln benachbarter Reißwalzen
in verschiedenen Ebenen quer zur Walzenachse liegen. Die Flugkreise der Reißwalzen
28 können sich leicht überschneiden und weisen von den Spitzen 23 des untar' den
kteißwalzen vorbei laufenden stachilrO8tbandeffi 20 einen Abstand von etwa 200 bis
500 mm auf. Dadurch werden größere Gutteile von den Stacheln der Reißwalzen 28 gleichzeitig
flach oben gefördert und wischen den Stacheln grob zerrissen . So gelangt insbesondere
der Inhalt von Müllsäcken bereits grob vereinzelt auf den über die Rtitteleinrichtung
26 geführten Abschnitt des Stachelrostbandes 20.
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Bei der in Figur 4 dargestellten Außfdhrungsform ist anstelle des
Filterbandes 5 ein Trommel filter 29 vorgesehen, dem in Richtung des Sichtluftstromes
3 gesehen ein Ausfalltrichter 30 für Asche, Sand o.dgl. nachgeschaltet ist. Vor
dem Trommel filter 29 liegen
für die übrigen Fraktionen drei weitere
Ausfalltrichter 31, von denen der eine unmittelbar in einen angedeuteten Nachzerkleinerer
32 führt. Damit der Ventilator 14 nicht Grobstaub o.dgl. aus dem Ausfalltrichter
30 zurücksaugt, muß letzterer mit einer Zellenradschleuse o.dgl. versehen sein.
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Neben dem Ventilator 14 ist noch ein Druckgebläse 33 vorgesehen.
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Die Figuren 5 und 6 lassen einen Luftkanal 34 für den geschlossenen
Luftkreislauf erkennen. An diesen geschlossenen Kreislauf ist in einem Nebenstrom
35 der Zyklonabscheider 15 geschaltet, dessen Ab luft durch einen Naßwäscher 36
und von dort in die Atmosphäre geleitet wird. Es wird also nicht nur der gesamte
Sichtluft-Kreislauf über den Zyklonabscheider 15 geführt, sondern nur noch ein Teil
der Sichtluft.
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Gemäß Figur 4 ist dem eigentlichen Sichtraum 1 eine Halle 37 vorgeschaltet,
in der der Müll abgeladen wird. Durch ein geeignetes Flurf8rderfahrzeug wird der
Müll dann auf ein Kanalband 38 gebracht, das den nbehandelten Rohmüll über ein Schrägförderband
39 einer Vorrichtung 40 zuführt, wo etwaige mit Mlil gfüllte Plastik sicke dgl.
geöffnet und ggf. vorkomprimierter Müll aufgelockert werden. Über ein weiteres Schrägförderband
41 passiert der Müll einen Magnetabsdheider 16, wo die Fe-Anteile entsorgen werden.
An-Schließend gelangt der Müll über ein Steilförderband 42 und ein Wurfförderband
9 in die Wurfwindsichtung. Die Luftaustrittsöffnungen 43 für den Sichtluftstrom
sind in einer dem Abwurfende des Wurfförderbandes 9 gegenüberliegenden, bogenförmig
zum Wurfförderband 9 gewölbten Wandung 44 angeordnet. In den in Abwurfrichtung am
weitesten entfernt liegenden Ausfalltrichter 31 gelangt das Schwergut wie Steine,
Flaschen u.dgl.. In dem benachbarten Ausfall trichter 31 sammelt sich das Mittelgut
wie kompakte Pappe, Kunststoffteile, Holzkleinteile u.dgl.. In den unmittelbar unter
dem
Abwurfende des Wurfförderbandes 9 liegenden Ausfalltrichter
31 gelangen Textilien , Papier, Folien u.dgl., während in den hinter dem Trommelfilter
29 liegenden Ausfalltrichter 30 feinkörniges Gut wie Sand und Flugasche fällt.
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Das Steilförderband 42 ist durch eine öffnung 45 von der Halle 37
in den Sichtraum 1 geführt. Diese öffnung dient zugleich als Ansaugöffnung für einen
die Oberfläche des Müllförderstromes beaufschlagenden Luftstrom. Durch die aus dem
Naßwäscher 36 in die Atmosphäre abgeleitete Luft entsteht im Sichtraum 1 ein UnterdruckS
Hierdurch wird durch die öffnung 45 von der in der Halle 37 liegend den Müll-Abladestelle
beginnend durch die Halle 37 hindurch der genannte Luftstrom gesogen, der weitgehend
in Förderrichtung des Müllförderstromes und etwa mit dessen Fördergeschwindigkeit
bläst.