DE2439649A1 - Mit geschnittenen und endlosen fasern verstaerkte kunstharzformmasse in bandform - Google Patents
Mit geschnittenen und endlosen fasern verstaerkte kunstharzformmasse in bandformInfo
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Description
Albert Spaay 7518 Bretten
Mit geschnittenen und endlosen Fasern verstärkte Kunstharzformmasse in Bandform
Bei bandförmigen Kunstharzformmassen, die mit Glasfasern verstärkt sind, ist es bekannt, die Glasfasern
in mehreren Schichten sowohl in Form von geschnittenen Fasern als auch in Form von endlosen Fasern
einzulagern. Besonders vorteilhaft ist es, die endlosen Fasern in wirrer, regelloser Verteilung einzubringen,
da hierdurch eine gleichmäßige Verteilung der Fasern auch nach der Verformung in der Presse und im fertigen
Preßteil besser gewährleistet ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Kunstharzformmasse anzugeben, die für solche Preßteile besonders
geeignet ist, welche in einer Richtung eine besonders große Zug- und Biegefestigkeit haben sollen.
Weiterhin soll die Masse ein großes Flächengewicht von
mehr als 6kg/m haben und die Glasfasern so verteilt sein, daß ein homogener Fasergehalt auch beim Preßvorgang
und im fertigen Preßteil vorhanden ist. Mit dieser neuen Masse wird es möglich, langgestreckte Teile oder
Teile, die in einer Richtung besonders stark beansprucht sind, z. B. Schalensitze, Klemmleisten, Stoßstangen,
Frontteile, Kotflügel und Kabinenteile von Kraftfahrzeugen bei gleicher Festigkeit wie bisher mit geringerer
Wandstärke bzw. bei gleicher Wandstärke mit höheren Festigkeitseigenschaften in der Presse herzu-
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stellen. Das Flächengewicht der Masse kann so hoch eingestellt werden, daß die Presse direkt vom Band nach
Abschneiden eines abgewogenen Stückes beschickt werden
kann, ohne daß wie bisher Stücke der Formmasse aufeinandergelegt werden müssen, um das erforderliche Flächengewicht
zu erhalten.
Bei Formmassen, deren Glasfaserverstärkung nur aus geschnittenen Fasern besteht, ist keine gleichmäßige Verteilung
der geschnittenen Fasern im Preßteil, zu erreichen. Mit der Verwendung einer zusätzlichen Schicht von endlosen
Fasern in wirrer Verteilung zu den geschnittenen Fasern verbessert sich die Glasfaserverteilung im Preßteil.
Eine Kunstharzformmasse in Bandform, die für Preßteile mit besonders günstigen Festigkeitseigenschaften in
einer Vorzugsrichtung geeignet ist und welche die oben angegebenen günstigen Eigenschaften in bezug auf die
Faserverteilung und das Flächengewicht besitzt, ist gemäß der Erfindung dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich
zu einzelnen Lagen von geschnittenen Fasern und von endlosen, in wirrer Verteilung abgelegten Fasern mindestens
eine Lage von parallelliegenden gestreckten Fasern in die Formmasse eingebettet ist. Zweckmäßig werden in der
Mitte des Querschnittes zwei Lagen von endlosen Fasern in wirrer Verteilung und dazwischen eine Lage von endlosen
parallel und gestreckt liegenden Fasern eingelagert. Besonders günstig ist es, beidseitig zu der
Lage der parallel angeordneten Fasern zusätzlich noch geschnittene Fasern einzulagern, die kürzer sind als
die in. den anderen Lagen der Formmasse schon verwendeten geschnittenen Fasern.
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Die neue Formmasse wird auf einer an sich bekannten Bandanlage hergestellt, die mehrere Stationen zur Aufgabe
der Harzansätze sowie der geschnittenen und der endlosen Fasern besitzt. Es werden Harzansätze mit Schnelleindickungskomponenten
verwendet.
Besonders vorteilhaft ist es, einen dreistufigen Verfahrensablauf vorzusehen. In der ersten Stufe werden die geschnittenen
und endlosen wirr verteilten Fasern in den Harzansatz eingebettet und die Schichten in an sich bekannter Weise
gut durchmischt, so daß eine homogene Faserverteilung, vorliegt.
Die Durchmischung kann in der sogenannten mäanderischen Doppelbandanlage vorgenommen werden. In der zweiten
Verfahrensstufe werden auf die bandförmige Masse parallele
,endlose Fasern abgelegt und von einer Harz und gegebenenfalls Glasfasern enthaltenden Schicht abgedeckt. Die abdeckende
Schicht kann in gleicher. Weise zusammengesetzt und hergestellt sein wie die Grundschicht, auf der die
parallelen endlosen Fasern abgelegt wurden. In der dritten Verfahrensstufe wird das so hergestellte Schichtpaket mit
Hilfe von Walzen leicht gestreckt, so daß die eingelagerten parallelen endlosen Fasern eine Vorspannung erhalten.
Die dritte Verfahrensstufe kann auch entfallen, wenn die
Masse bei der Herstellung des Preßteiles in der Presse einer sehr starken Streckung in der Vorzugsrichtung unterworfen wird.
In der Zeichnung werden Ausführungsbeispiele für den Aufbau der Formmasse in Figur 1 und 2 und für Herstellungsverfahren in Figur 3 bis 5 angegeben.
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Querschnitt senkrecht zur Bandachse dargestellt ist, liegen in der Harzansatzschicht geschnittene Fasern 4,
endlose Fasern in wirrer Verteilung 6, parallelliegende Fasern 15 und darüber wieder endlose Fasern 4. Es ist
zweckmäßig, in den Oberflächenschichten geschnittene Fasern vorzusehen, damit die aus der Formmasse hergestellten
Preßteile Oberflächen ohne sichtbare Strukturierung durch endlose Fasern besitzen.
Nach Figur 2 liegen in der Masse eingebettet zwischen
endlosen wirr verteilten Fasern 6 die parallel abgelegten Fasern 15 und beiderseits hierzu geschnittene
Fasern 8 mit kürzerer Schnittlänge als die geschnittenen Fasern 4 in den oberflächennahen Schichten.
In Figur 3a ist eine Herstellungsmaschine mit mehreren Stationen für die Aufgabe der Harzansätze und der
Fasern schematisch dargestellt. Dabei wird zunächst auf ein Tragband bzw. eine Tragfolie 1 Harzansatz 2 aufgetragen
und dann über ein Breitschneidwerk 3 geschnittene Fasern 4 von z. B. 50 mm Faserlänge aufgeflockt. Über eine
Einrichtung 5 werden endlose Fasern 6 in wirrer Verteilung abgelegt und anschließend über ein weiteres Breitschneidwerk
7 geschnittene Fasern 8 von z. B. 25 mm Länge aufgeflockt. Über eine Tragfolie 9 wird eine Harzansatzschicht
10 zugeführt und auf das Schichtpaket aufgebracht. Das Paket durchläuft dann mäanderförmig eine Doppelreihe von
gegeneinander versetzten Walzen, (sogenannte mäandrische Doppelbandanlage) von denen nur die Walzen 11 und 12 dargestellt
sind. In an sich bekannter Weise wird hier infolge der Einwirkung der Walzenreihe und von unter Zugspannung
stehenden Bändern 14 eine gute Imprägnierung und Durchmischung der einzelnen Schichten erreicht. Von
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dem aus der Doppelbandanlage austretenden Schichtpaket wird anschließend die Tragfolie 9 abgezogen und bei 13
aufgewickelt.
über eine Zuführeinrichtung 22 werden parallelliegende
Glasfasern 15 zugeführt und auf der Oberfläche des Schichtpaketes abgelegt. Diese endlosen Glasrovings
können ein Gewicht von 600 bis 4800 TEX besitzen und verbinden sich an der Oberfläche mit der noch klebrigen
Harzschicht. Die parallelen Fasern können über die ganze Breite des Bandes oder auch nur über der einen Hälfte
abgelegt werden. Die untere Tragfolie 1 wird entfernt und auf der Rolle 16 aufgewickelt. Im Anschluß daran
wird über ein Leitblech 17 die Faltung des Bandes um seine Längsachse eingeleitet. Der Ablauf der Faltung
ist in der teilweise perspektivischen Darstellung der Figur 3b angedeutet. Mittels eines entsprechend ausgebildeten
Leitbleches 17 wird die eine Hälfte des Bandes angehoben. In der Mitte, an der Knickstelle wird eine
von der Halterung 18 geführte Rolle 19 oder eine abgerundete Gleitkufe angesetzt und der Faltungsvorgang fortgesetzt.
Mehrere zur Auflagefläche des Bandes geneigte Walzen 22 (vgl. Darstellung nach Figur 3c, nur eine Walze
ist dargestellt) vollenden die Faltung bis beide Bandhälften aufeinanderliegen.
Schließlich wird das Schichtpaket über Andruckwalzen zusammengepresst. Das Band kann dann unmittelbar auf eine
Bandwaage 21 laufen, wo automatisch abgewogene Bandstücke abgeschnitten und einer Presse zur Weiterverarbeitung zugeführt
werden. Die Bandstücke werden dabei so. in die Presse eingelegt, daß die parallelen Glasfasern in Richtung
der erwünschten Vorzugsrichtung der Festigkeit des Preßteiles liegen.
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Die Temperaturführung auf der Herstellungsmaschine wird in der Weise beeinflußt, daß die untere Schicht
der Formmasse bis zu der Stelle wo die Faltung erfolgt, eine um etwa 20 höhere Temperatur erhält als die
obere Schicht, damit der Reifungsprozeß hier schneller abläuft, die Masse schneller eindickt und auch mechanisch
stabiler wird.
Abweichend von der Darstellung der Figur 3 kann das Schichtpaket auch in der Weise hergestellt werden,
daß anschließend an das Aufbringen der parallelen Glasfasern 15 über eine Rundungswalze eine bandförmige
Formmasse aufgelegt wird, welche die Fertigungsstufen einschließlich des Durchlaufens der Doppelbandanlage
bereits hinter sich hat und in einer zweiten parallel betriebenen Anlage hergestellt wird oder welche
unmittelbar vorher produziert und im Vorrat gehalten wurde.
Auch kann als weitere Abwandlung zwischen den einzelnen Stationen zur Aufgabe der Glasfasern noch Harzansatz,
z. B. über entsprechende Breitschlitzdüsen zugegeben werden.
Die parallel aufgebrachten Glasrovings liegen in der Formmasse
gestreckt und haben nach Durchlaufen der Andruckwalzen 20 eine gewisse Vorspannung in Längsrichtung. Da die
parallelen Fasern zwischen den geschnittenen kurzen Fasern und den wirr verteilten endlosen Fasern eingeschlossen sind,
bleiben sie auch beim Preßvorgang in der Vorzugsrichtung. Die geschnittenen kurzen Fasern verzahnen sich mit
der Schicht der wirren endlosen Fasern und den parallelen Fasern. Ohne diese Maßnahme kann es zu Delaminierungser-
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scheinungen zwischen den Schichten der wirr verteilten endlosen Fasern und der Schicht der parallelen Fasern
kommen. Die endlosen Fasern mit wirrer Verteilung, die beim Preßvorgang weniger stark fließen, tragen dazu bei,
daß die parallelen Fasern unter dem Preßdruck, wenn die Masse fließt, nicht auseinandergedrängt werden oder sich
übereinanderschieben. Es bleibt die Vorzugsrichtung erhalten und damit die günstigen Festigkeitseigenschaften
für die spätere Kräfteaufnahme im Preßteil.
Als vorteilhaft hat sich für die Aufteilung der GlasfaserverStärkung
ein Verhältnis von 60% geschnittenen zu 40% endlos in wirrer Verteilung aufgebrachten Glasrovings
ergeben. Von den geschnittenen Rovings besteht etwa 1/3 aus Fasern kürzerer Faserlänge.
Anhand der Figuren 4 und 5 der Zeichnung soll noch erläutert werden, daß die Faltung der bandförmigen Formmasse
auch in anderer Weise/abweichend von der Darstellung nach Figur 3 erfolgen kann. Nach Figur 4 werden die
parallelen Glasrovings auf einer Breite entsprechend 2/3 der gesamten Bandbreite abgelegt (Fig. 4a) und in
einer ersten Faltung der von parallelen Rovings freie Teil aufgefaltet (Figur 4b). Anschließend wird eine
weitere Faltung durchgeführt, wobei eine Form gemäß Figur 4c entsteht und drei Schichten Formmasse übereinanderliegen.
Nach Figur 5a werden die parallelen Glasrovings in der Mitte der bandförmigen Masse über eine Breite von etwa
2/3 der Gesamtbreite abgelegt. Die Faltung wird von beiden Rändern des Bandes her vorgenommen, so daß die Form
nach Figur 5b erhalten wird. Um das Flächengewicht noch
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mehr zu vergrößern, kann in einem weiteren Faltungsschritt nochmals eine Faltung um die Mittellinie.vorgenommen
werden, so daß vier Schichten Formmasse übereinanderliegen.
Nach jeder Faltung wird die Masse über Andruckwalzen leicht zusammengepreßt, damit sich die einzelnen
Schichten miteinander verbinden.
10 Patentansprüche
2 Bl. Zeichnungen
2 Bl. Zeichnungen
S098 11/0362
Claims (10)
1. Mit geschnittenen und endlosen Glasfasern verstärkte
Kunstharzformmasse in Bandfonn, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich zu einzelnen Lagen von geschnittenen
Fasern und von endlosen, in wirrer Verteilung abgelegten Fasern mindestens eine Lage von parallelliegenden
gestreckten Fasern in die Formmasse eingebettet ist.
2. Kunstharzformmasse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der Mitte des Querschnittes zwei Lagen von
endlosen Fasern in wirrer Verteilung und dazwisehen eine
Lage von endlosen parallelliegenden gestreckten Fasern eingelagert sind.
3. Formmasse nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß beidseitig zu der Lage von parallelliegenden gestreckten
Fasern geschnittene Fasern angeordnet sind.
4. Formmasse nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die beiderseits der Lage der parallelen Fasern eingelagerten
geschnittenen Fasern kürzer, vorzugs\veise halb so lang sind wie die geschnittenen Fasern in den anderen
Lagen der Formmasse.
5. Formmasse nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Masse aus zwei getrennt gefertigten und dann
z. B. über eine Rundungswalze aufeinandergelegten Bändern zusammengesetzt ist.
6. Verfahren zur Herstellung der Formmasse nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Masse mittels einer
Faltung des Bandes um seine Längsachse hergestellt ist.
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7· Verfahren zur Herstellung der Formmasse nach An- —^ spruch 1 bis 5>
dadurch gekennzeichnet, daß in einem dreistufigen Verfahrensablauf in der ersten Stufe
die geschnittenen und endlosen wirr verteilten Fasern in Harzansatz eingebettet und gut durchmischt
bzw. homogenisiert werden und daß in der zweiten Verfahrensstufe die parallelliegenden endlosen Fasern
abgelegt und von einer Harzansatz und Fasern enthaltenden Schicht abgedeckt werden und daß in
einer dritten Verfahrensstufe unter Verwendung von
Walzen das Schichtpaket leicht gestreckt wird, so daß die parallelen endlosen Fasern eine Vorspannung
erhalten.
8. Verfahren zur Herstellung der Formmasse nach Anspruch 1 bis 4 mittels einer Bandanlage mit mehreren Stationen
zur Aufgabe der Harzansätze, der geschnittenen und der endlosen Fasern, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst
in an sich bekannter Weise Harzansatz, geschnittene Fasern und endlose Fasern in wirrer Verteilung aufgegeben und
dann geschnittene Fasern kürzerer Länge aufgebracht und mit Harzansatζ bedeckt weiden, daß anschließend die
Schichten eine Doppelreihe von gegeneinanderversetzten Walzen mäanderförmig mit großem Umschlingungswinkel
durchlaufen, daß dann nach Entfernen -der oben liegenden Tragfolie die parallelliegenden endlosen Fasern aufgegeben
werden und eine Faltung des Bandes um die Längsachse erfolgt und daß abschließend das Schichtpaket
durch Andruckwalzen geführt wird.
9. Verfahren zur Herstellung der Formmasse nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die parallelliegenden end-
- 11 609811/0362
losen Fasern nur über die halbe Breite des Bandes aufgegeben
werden und dann anschließend die Faltung des Bandes um die Längsachse vorgenommen wird.
10.Verfahren zur Herstellung der Formmasse nach Anspruch 1
bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die parallelliegenden endlosen Fasern nur über 2/3 der Breite des Bandes aufgegeben
werden und eine mehrfache Faltung des Bandes um die Längsachse vorgenommen wird.
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| BHV | Refusal |