DE2436731B2 - Mehrfachabschußvorrichtung für selbstangetriebene Flugkörper - Google Patents
Mehrfachabschußvorrichtung für selbstangetriebene FlugkörperInfo
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
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Description
40
Die Erfindung betrifft eine Mehrfachabschußvorrichtung für selbstangetriebene Flugkörper gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
Bei traditionellen Mehrfachraketenwerfern sind die einzelnen Abschußführungen parallel zueinander ausgerichtet,
und die Flugkörper ergeben im Zielgebiet, auf welches sie durch Richten der Mehrfachabschußvorrichtung
grob ausgerichtet werden, aufgrund ihrer ballistischen Streuung ein statistisches Trefferbild
innerhalb eines Flächenbereiches, der ebenfalls von der ballistischen Streuung abhängt Dieser Flächenbereich
des Trefferbildes kann vergrößert und an die ballistische Streuung der Einzelgeschosse besser angepaßt werden,
indem die einzelnen Abschußführungen mit kleinen, jeweils gleichen Winkelabweichungen gegeneinander,
also mit gleichförmiger Spreizung um die Mittelachse der Abschußvorrichtung, fest installiert werden, wie aus
GB-PSIl 64 107 bekannt
Es ist ferner aus US-PS 28 07 194 eine Mehrfachabschußvorrichtung gemäß dem Oberbegriff des An-Spruchs
1 bekannt Hierbei bestehen die Antriebsmittel zum Einstellen unterschiedlicher Winkelstellungen der
Abschußführungen aus Scheren, mit denen die Abschußführungen mechanisch gekoppelt sind und durch deren
Betätigung die gleichmäßige Spreizung der Abschuß- &
führungen um die Mittelachse der Abschußvorrichtung vergrößert oder verkleinert werden kann, so daß sich
entsprechend die statistische Trefferverteilung im Zielgebiet auf eine größere oder kleinere Fläche
verteilt, in ihrer Konfiguration aber nicht gezielt beeinflußt werden kann.
In letzter Zeit ist es sowohl durch Anwendung besonderer Präzision bei den Abschußführungen und
den Flugkörpern und teils durch besondere Kunstgriffe wie verzögerte Geschoßfreigabe nach dem Zünden der
Treibladung. Ausschaltung der Führungsreibung durch Gaslager usw. gelungen, die ballistische Streuung bei
derartigen Mehrfachabschußvorrichtungen zu verringern. Aufgrund dieser Verbesserung erscheint es nun
sinnvoll, eine Beeinflussung der einzelnen Flugbahnen der Flugkörper anzustreben, um die Vorteile des
Mehrfachwerfers mit denen des gezielten Einzelfeuers zu vereinigen.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Mehrfachabschußvorrichtung der genannten Art so auszubilden, daß das
Trefferbild der gleichzeitig oder in schneller Folge abgeschossenen Flugkörper im Zielbereich in gewünschter
und beliebiger Weise beeinflußt und insbesondere an eine vorgegebene Verteilung von Zielobjekten
angepaßt werden kann.
Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 angegebenen Mittel gelöst
Hierdurch wird der Vorteil erzielt daß die einzelnen Abschußführungen unabhängig voneinander und mit
hoher Geschwindigkeit feingerichtet wtrden können und dadurch eine gewünschte Verteilung der Treffereinschläge
im Zielbereich erreicht werden kann. Man kann die Einschläge der einzelnen Flugkörper, die z. B. in
Salven sehr rasch nacheinander abgefeuert werden, den Krümmungen eines Flußlaufes, der Trassenführung
einer Straße, einer Flugzeugrollbahn, einem Küstenstrich, dem Verlauf eines Frontabschnittes od. dgl.
folgen lassen oder man kann das durch Feinrichten einzustellende Trefferbild der Verteilung der zu
bekämpfenden Zielobjekte im Gelände, z. B. einem Panzer-, Hubschrauber- oder Schiffsverband anpassen,
wobei diese Verteilung z. B. durch Aufklärungsmittel festgestellt und in geeigneter Weise m das Schußleitgerät
eingegeben werden kann. Die erfindungsgemäße Abschußvorrichtung ist besonders geeignet zum Verschießen
von Artillerieraketen, z. B. mit Reichweite von 20 km, mit dem Verwendungszweck angepaßten Gefechtsköpfen,
Zündern usw., die direkt oder in indirekter Schußbahn in Salve oder gegebenenfalls auch als
Einzelschüsse abgefeuert werden können. Eine andere denkbare Anwendungsmöglichkeit ist das Verschießen
von Streuminen mit ebenfalls definiert vorgegebener Verteilung.
Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung hinsichtlich der Feinrichtantriebe und des besonders an das
Feir.richten einer Vielzahl von Abschußführungen angepaßten Schußleitgeräte sind in Unteransprüchen
angegeben.
Die Zeichnung zeigt in schematisch vereinfachter Darstellung eine Abschußvorrichtung mit zugehörigem
Schußleitgerät gemäß einer Ausführungsform der Erfindung.
Auf einer Grundplatte 1, die z. B. von einem Panzerfahrzeug getragen sein kann, ist das Abschußgestell
2 so aufgesetzt daß es längs seiner einen unteren Längskante mit einem Kipplager 3 kippbar gelagert ist
während an seiner anderen Seite eine hydraulische Kippvorrichtung 4 angreift
Damit ist das Abschußgestell 2 höhenrichtbar. Zum Seitenrichten wird entweder das die Grundplatte 1
tragende Fahrzeug entsprechend manövriert oder die
Grundplatte 1 ist an dem Fahrzeug um eine Seitenrichtachse drehbar angeordnet Selbstverständlich kann man
bei komplizierterer Anordnung auch das Abschußgestell 2 relativ zur Grundplatte 1 drehbar und damit
seitenrichtbar anbringen.
Das Abschußgestell 2 kann nach Art eines Containers fertig mit Flugkörpern bzw. Geschossen gefüllt auf die
Grundplatte 1 aufgesetzt und nach dem Abschießen der Flugkörper gegen ein gefülltes Abschußgestell ausgetauscht
werden. Das zeitraubende Einsetzen der Flugkörper in die einzelnen Abschußführungen braucht
dadurch nicht an der Abschußstelle unter Gefechtsbedingungen vorgenommen werden, sondern kann in
zurückgezogener Position oder bereits am Fabrikations- bzw. Bereitstellungsort erfolgen.
Das Abschußgestell 2 hai eine Basisplatte 5, die
besonders stabil, verzugsfrei und präzise gearbeitet ist,
beispielsweise in Fachwerk- oder Honigwabenbauweise. Diese Basisplatte 5 besitzt eine Vielzahl von
öffnungen, von denen nur eine bei 6 dargestellt ist In diesen öffnungen 6 der Basisplatte 5 sind in dicht
gepackter, z. B. Schachbrett- oder wabenförmiger.
Anordnung, Abschußführungen 7 für je einen einzelnen Flugkörper (Rakete) 8 angeordnet (Weitere Flugkörper
der dichtgepackten Anordnung sind bei 8' angedeutet). Jede Abschußführung 7 ist bei dem Ausführungsbeispiel
als Führungsrohr, das gleichzeitig auch Transportrohr für den Flugkörper 8 sein kann ausgebildet Die
Abschußführung 7 ist mit hoher Präzision, z. B. mit einer Kegelpassung, achsgerecht in eine erste Lagerschale 9
eingesetzt und verriegelt die die Innenschale eines doppelten Gelenklagers bildet und um eine erste Achse
kippbar in einer zweiten Lagerschale 10 gelagert ist Diese ist um eine zweite, um 90° versetzte Kippachse in
einem Lagerring 11 an der Basisplatte 5 gelagert Auf diese Weise ist eine kardanische Verkippung der
Abschußführung 7 und damit ein Richten des Flugkörpers 8 möglich. Die möglichen Winkelausschläge für
diese Kippbewegungen sind auf kleine Winkel, z. B. weniger als 5° in allen Richtungen, begrenzt, damit
dieses Feinrichten sehr schnell und mit geringem Leistungsbedarf erfolgen kann und außerdem eine hohe
Packungsdichte der Flugkörper 8,8' auf der Basisplatte
5 möglich ist Alle über diesen Winkelausschlag hinausgehenden Richtbewegungen werden durch Höhen-
und Seitenrichten des Abschußgf.stells 2 bewirkt. Selbstverständlich können auch andere, bekannte
Ausführungen von Kardanlagerungen verwendet werden. An den Abschußführungen können Mittel zum
Verringern der ballistischen Streuung, z. B. durch Umlenken der Rückstoßgase beaufschlagte Gaslagerführungen,
vorgesehen sein.
Für die Feinrichtbewegungen bezüglich beider Kippachsen ist jeder Kippachse ein Feinrichtantrieb
zugeordnet, der in drr Zeichnung für die eine Kippachse v> allgemein bei 12 angedeutet ist. Es kann sich
insbesondere um einen Servo-Getriebemotor mit Soll-Lagerstellwertgeber und Istwert-Rückkopplung
handeln. Jedoch sind auch andere Formen des Feinrichtantriebes, z. B. ein hydraulischer Antrieb, ω
möglich, und die Stellwertgeber für die tatsächliche Winkellager zur Rückmeldung an den Regelkreis
können als Potentiometer oder auch Digitalcodierer, Präzisionssynchros, Resolver od. dgl. ausgebildet sein.
Mit dem Abschußgestell 2 ist ferner ein Referenzwertgeber 13 verbunden, der Fühler und entsprechende
Anzeigemittel für die momentane Höhen- und Seitenwinkellage des Abschußgestells 2 enthält Derartige
Einrichtungen, wie z. B. hochgei.aue Lotwertgeber, Lotkreisel sowie Richtkreisel oder nordweisendes
Kreiselsystem, sind an sich bekannt Die Genauigkeit und das Zeit- und Regelverhalten dieser Referenzwertgeber
muß natürlich der angestrebten Genauigkeit und Geschwindigkeit des Feinrichtens der Führungsrohre 7
entsprechen.
Die Richtbefehle für das Feinrichten der Abschußführungen
7 werden beispielsweise mit dem im linken Teil der Zeichnung dargestellten Schußleitgerät erzeugt
Dieses weist als Anzeige- und Bediengerät ein
sogenanntes Taktikpult 14 mit Bildschirm 15 auf, auf dem eine bildliche Darstellung des Zielbereichs, z. B. ein
Kartenausschnitt oder eine photographisch, z. B. mit
Aufklärungsmitteln gewonnene Darstellung, maßstabs- und koordinatengerecht wiedergegeben werden kann.
In dieser Darstellung kann ein gewünschter beliebiger Einschlagpunkt angesteuert werden, z. B. durch Einstellen
mittels eines Fadenkreuzes, dessen X- und V-Koordinate mit Drehgebern abgetastet werden
können, oder, gemäß dem Ausführung,'6eispiel, dadurch,
daß der Bildschirm 15 als sogenanntes »aKt'ves Display«
ausgebildet ist bei dem das Betasten eines beliebigen Punktes mit einem Manipulator oder Lichtstift 17 den
Angriff der Koordinaten des getasteten Punktes bewirkt Die auf diese Weise abgetasteten einzelnen
Zielpunktkoordinaten werden über die Leitung 18 in einen Speicher 19 und von da in den Ballistikrechner 20
eingegeben, der diese Zielpunktkoordinaten in entsprechende Richtsignale, z. B. in artilleristischen Stricheinheiten,
umrechnet Für diese Umrechnung hält der Speicher 19 weiterhin Entfernungs-, Richtungs- und
Maßstabsinformationen für den auf dem Bildschirm 15 dargestellten Zielbereich bereit und ferner werden von
Meßwertgeber 13 über eine Signalverarbeitungsstufe 21 die bereits eingestellten Höhen- und Seitenrichtwerte
des Abschußgestelles 2 eingegeben. Die Ortskoordinaten der Abschußstelle werden durch einen Koordinatengeber
26 manuell oder automatisch eingegeben, vorzugsweise als UTM-Gitterkoordinaten. Die auf diese
Weise sowie auch unter Berücksichtigung der innen- und außenballistischen Größen (Geschoßtyp, Windstärke
und -richtung usw.) errechneten Richtsignale werden über einen Verstärker 22 einer Verteilerstufe 23
zugeführt, in der festgelegt wird, welche der auf der Basisplatte 5 dichtgepackten Abschußführungen 7 auf
den soeben am Bildschirm 15 eingetasteten Zielpunkt gerichtet werden soll. Entsprechend dieser Auswahl
gelangen die Richtsignale über eine Leitung 24 zu den Feinrichtantrieben 12 der ausgewählten Abschußführungen.
Statt einzelne Zielpunkte abzutasten, kann man z. B. auch mit dem Manipulator 17 auf dem Bildschirm 15
einer g: wünschten Linie, z. B. einem Flußlauf, kontinuierlich folgen, und in dem so durchlaufenen Koordinatenbereich
mittels der Verteilereinrichtung 23 die einzelnen Abschußführungen sukzessive auf willkürlich
ausgewählte Punkts oder systematisch in Reihe verteilt einstellen. Es ist möglich, entweder jeden Flugkörper
nach seiner Feinausrichtung sofort abzuschießen, oder aber die gesamten verfügbaren Flugkörper in dem
Abschußgestell 2 zunächst feinzurichten und dsan als Serie im ganzen oder in Gruppen zum Abschuß zu
bringen. Das tatsächliche Abschießen der Flugkörper 8 aus den feingerichteten Abschußfahningen 7 kann dann
auch eine entsprechende Abschußtaste 2$ bzw. andere, nicht dargestellte Bediengeräte ausgelöst werden.
Claims (3)
1. Mehrfachabschußvorrichtung für selbstangetriebene
FlugköφeΓ, mit einer Vielzahl von Abschutlführungen
für je einen Flugkörper, die in gebündelter, im wesentlichen paralleler Anordnung
in einem höhen- und seitenrichtbaren Abschußgestell zusammengefaßt sind, wobei jede Abschußführung
an dem Abschußgestell bezüglich zweier Kippachsen um kleine Winkelbeträge feinrichtbar
gelagert ist und Antriebsmittel zum Einstellen unterschiedlicher Winkelstellungen der Abschußführungen
vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß jede Abschußführung (7) mit
einem gesonderten Feinrichtantrieb (12) versehen '5
ist, der unabhängig von den Feinrichtantrieben der anderen Abschußführungen steuerbar ist, und daß
alle Feinrichtantriebe (12) an ein zentrales Schußleitgerät angeschlossen sind, das eine Rechenstufe (20)
zum Erzeugen von Richtsignalen und eine Verteilstufe (23) zurn Verteilen der Richtsignale auf die
Feinrichtantriebe (12) aufweist.
Z Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Abschußführungen (7) etwa in der Längsmitte der abzuschließenden Flugkörper in
einer Grundplatte (5) in Kardanlagern (9, 10) gelagert sind, die mit Kippserroantrieben für die
zwei aufeinander und zur Geschoßachse senkrecht stehenden Kippachsen versehen sind, welche an die
Verteilerstufe (23) angeschlossen sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Schußleitgerät einen einen
Zielbereich (16) abbildenden Taktikschirm (15) aufweist von dem die Koordinaten einzelner
Bildpunkte durch Abgreifen abtr tbar und in den Rechner (20) eingebbar sind.
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| DE19742436731 DE2436731C3 (de) | 1974-07-30 | 1974-07-30 | Mehrfachabschußvorrichtung für selbstangetriebene Flugkörper |
Publications (3)
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| DE2436731C3 DE2436731C3 (de) | 1980-01-03 |
Family
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Family Applications (1)
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Country Status (1)
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Families Citing this family (3)
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|---|---|---|---|---|
| FR2383419A1 (fr) * | 1977-03-07 | 1978-10-06 | Lacroix E | Valise lance-leurres pour la deception des systemes de guidage d'armes |
| RU2146350C1 (ru) * | 1998-08-06 | 2000-03-10 | Таланов Борис Петрович | Способ поражения наземных целей |
| RU2168691C1 (ru) * | 1999-12-20 | 2001-06-10 | Государственное унитарное предприятие "Государственное научно-производственное предприятие "Сплав" | Реактивная система залпового огня |
-
1974
- 1974-07-30 DE DE19742436731 patent/DE2436731C3/de not_active Expired
Also Published As
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| DE2436731C3 (de) | 1980-01-03 |
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