DE2433209A1 - Hitzestabile plasmaproteinloesungen, verfahren zu ihrer herstellung und arzneipraeparate - Google Patents
Hitzestabile plasmaproteinloesungen, verfahren zu ihrer herstellung und arzneipraeparateInfo
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Description
u.Z.: K 859 (Vo/Mü/kä)
Case A 159-04
Case A 159-04
THE GREEN CROSS CORPORATION
Osaka, Japan
Osaka, Japan
" Hitzestabile Plasmaproteinlösungen, Verfahren zu ihrer Herstellung
und Arzneipräparate "
Priorität: 18. Februar 1974, Japan, Nr. 19 247/74
Die Erfindung betrifft hitzestabile Plasmaproteinlösungen, Verfahren
zu ihrer Herstellung und diese enthaltende Arzneipräparate .
Hitzestabile Plasmaproteinlösungen eignen sich zur Schocktherapie bei akuten Blutungen, Verbrennungen und Hypoproteinämie, sowie
als Proteinquellen. Zur Herstellung von hitzestabilen Proteinlösungen aus Plasma sind folgende Verfahren bekannt:
1. Modifiziertes Cohnsches Verfahren durch Fraktionierung mit Äthanol bei niedrigen Temperaturen; vgl. Japanisches Patent
265 704 und Japanische Patentveröffentlichung 5 297/60.
2. Zugabe von Zinkionen bei der Fraktionierung mit Äthanol bei tiefen Temperaturen; Douglas M. Surgenor et al., "Vox
Sanguinis», Bd. 5 (1960), S. 272.
509834/0950
3. Verfahren, bei dem die Ionenkonzentration des Plasmas mit Hilfe eines Ionenaustauscherharzes gesenkt und instabiles
Globulin durch Fällung entfernt wird; Hs. Nitchmann et al., "Vox Sanguinis",-Bd. 1 "(1956) S. 183.
Bei der Cohnschen Plasmafraktionierung mit Äthanol bei niedrigen
Temperaturen fällt eine als IV-1 bezeichnete, pastenartige
Proteinfraktion an, die im allgemeinen verworfen wird.
Aufgabe der Erfindung ist es, ausgehend von dieser Plasmafraktion IV-1 hitzestabile Plasmaproteinlösungen zur Verfügung zu
stellen, die keine blutdrucksenkende Wirkung haben und die vorgenannten wertvollen Eigenschaften von hitzestabilen Plasmaproteinfraktionen
aufweisen.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von hitzestabilen Plasmaproteinlösungen, die keine blutdrucksenkende
Wirkung aufweisen, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man die gemäß dem Cohnschen Verfahren zur Plasmafraktionierung mit
Äthanol bei niedrigen Temperaturen erhaltene Paste IV-1 zur Ex-. traktion der wasserlöslichen Proteine mit destilliertem Wasser
versetzt, den erhaltenen Extrakt bei einem pH-Wert von 4,5 bis
und bei Temperaturen von 50 bis 650C
5,5/in Gegenwart einer organischen Säure mit 4 bis 8 Kohlenstoffatomen
zur Ausfällung von Lipo- und Glykoproteinen behandelt, den Überstand zur Entfernung der restlichen Lipoproteine
mit Rivanol (2-Äthoxy-6,9-diaminoacridin-lactat) versetzt und anschließend die im erhaltenen Überstand vorhandenen blutdruck- senkenden
Substanzen durch Adsorption an einem anorganischen
Adsorptionsmittel oder einem Kationenaustauscher entfernt. L -J
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Fig. 1 ist ein Blutdruckdiagramm und zeigt den Einfluß eines wäßrigen Extraktes der Paste IV-1 auf den Blutdruck bei Hunden.
ein entsprechendes
Fig. 2 zeigt / Diagramm bei Verabfolgung einer aus der Paste IV-1 hergestellten hitzestabilen Plasmaproteinlösung. Fig. 3 zeigt den Einfluß von Bradykinin als Vergleichsverbindung und Fig. 4 zeigt die kontrahierende Wirkung eines wäßrigen Extraktes der Paste IV-1 sowie einer aus dieser Paste hergestellten 5prozentigen hitzestabilen Plasmaproteinlösung auf die glatte Muskulatur des Rattenuterus.
Fig. 2 zeigt / Diagramm bei Verabfolgung einer aus der Paste IV-1 hergestellten hitzestabilen Plasmaproteinlösung. Fig. 3 zeigt den Einfluß von Bradykinin als Vergleichsverbindung und Fig. 4 zeigt die kontrahierende Wirkung eines wäßrigen Extraktes der Paste IV-1 sowie einer aus dieser Paste hergestellten 5prozentigen hitzestabilen Plasmaproteinlösung auf die glatte Muskulatur des Rattenuterus.
Da hitzestabile Plasmaproteinlösungen im allgemeinen in großen Dosen verabfolgt werden, ist es erforderlich, daß sie keine aus
dem Plasma stammenden blutdrucksenkenden Substanzen enthalten. ■ Wie in der japanischen Patentveröffentlichung 5 297/60 ausgeführt
wird, enthält die Paste IV-1 blutdrucksenkende Substanzen, wie Kininogen. Demgemäß ergibt sich bei der Verabfolgung dieser
Paste an Tiere eine Blutdrucksenkung; vgl. Fig. 1. Außerdem enthält die Paste IV-1 große Mengen an Lipo- und Glykoproteinen.
Diese Proteine sind in Wasser wenig löslich und können daher keine Bestandteile von hitzestabilen Plasmaproteinlösungen sein.
Es wurde erfindungsgemäß festgestellt, daß ein Großteil der in
der Paste IV-1 enthaltenen Lipo- und Glykoproteine durch Erhitzen
in Gegenwart einer organischen Säure mit 4 bis 8 Kohlenstoffatomen ausgefällt und anschließend entfernt werden können.
Die restlichen Lipoproteine, die eine leichte. Trübung des erhaltenen
Überstands verursachen, können mit Rivanol (2-Äthoxy-6,9-diaminoacridin-lactat)
ausgefällt und entfernt werden.
L _J
509834/0950
Ferner- wurde erfindungsgemäß festgestellt, daß in der Paste IV-1
■ enthaltende Peptide mit blutdrucksenkender Wirkung und kontrahierender Wirkung auf die glatte Muskulatur des Rattenuterus,
die während des Erhitzens aus blutdrucksenkenden Substanzen, wie den Kininogenen, gebildet werden, durch Adsorption an ein anorganisches
Adsorptionsmittel oder einen Kationenaustauscher entfernt werden können.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist deshalb besonders wertvoll, da es erstmals gelungen ist, pharmakologisch bedeutsame Plasmaproteinpräparate
ohne blutdrucksenkende Wirkung aus der pasten- · artigen Fraktion IV-1, die bisher als Abfall verworfen wurde,
herzustellen.
Die Plasmafraktion IV-1 wird erhalten, indem man aus Plasma
Fibrinogen und y-Globulin durch Zusatz von Äthanol und Salzen
bei Temperaturen von -3 bis -6°C ausfällt und entfernt. Der Überstand wird anschließend bei einem pH-Wert von 5,2 und bei
einer Temperatur von 6°C bis zu einer Konzentration von 19 Prozent
mit Äthanol versetzt. Der dabei gebildete Proteinniederschlag ist die pastenartige Fraktion IV-1. Die Proteinbestandteile
der Fraktion IV-1 sind in Tabelle I angegeben.
Im folgenden wird das erfindungsgemäße Verfahren näher erläutert.
(vorzugsweise in gefrorener Form) Die auf die vorstehend beschriebene weise erhaltene Pasre IV-1 /
wird zerkleinert und pro 1 kg Paste mit 4 bis 10 Liter destilliertem Wasser versetzt. Das erhaltene Gemisch wird gründlich
bei 10 bis 200C gerührt. Sodann werden die Feststoffe abzentrifugiert.
Der erhaltene Extrakt, der die wasserlöslichen Proteine L J
50 98 3 4/095 0
-D-
enthält, wird bis zu einer Konzentration von 2 bis 6 Prozent
(Gewicht/Volumen) mit einer wasserlöslichen organischen Säure versetzt und anschließend einer Hitzebehandlung unterzogen.
Die organische Säure bewirkt eine gesteigerte Hitzestabilität
hitze
des Albumins, hat jedoch keine/stabilisierende Wirkung auf Lipo- und Glykoproteine. Demzufolge werden die letztgenannten Proteine beim Erhitzen des Extraktes auf über 5O0C ausgefällt und können entfernt werden. Erhitzt man jedoch den die organische Säure in der genannten Konzentration enthaltenden Extrakt auf Temperaturen von mehr als 650C, so verliert auch das Albu- -. min seine Hitzestabilität und wird in unerwünschter Weise zusammen mit den Lipo- und Glykoproteinen ausgefällt. Je größer der Zusatz an organischer Säure ist, desto größere Anteile an Lipo- und Glykoproteinen werden ausgefällt. Wenn jedoch zu große Mengen an organischer Säure zugesetzt werden, so fällt das Albumin beim anschließenden Erhitzen zusammen mit den genannten Proteinen aus, wodurch die Ausbeute an hitzestabiler Plasmaproteinlösung vermindert wird.
des Albumins, hat jedoch keine/stabilisierende Wirkung auf Lipo- und Glykoproteine. Demzufolge werden die letztgenannten Proteine beim Erhitzen des Extraktes auf über 5O0C ausgefällt und können entfernt werden. Erhitzt man jedoch den die organische Säure in der genannten Konzentration enthaltenden Extrakt auf Temperaturen von mehr als 650C, so verliert auch das Albu- -. min seine Hitzestabilität und wird in unerwünschter Weise zusammen mit den Lipo- und Glykoproteinen ausgefällt. Je größer der Zusatz an organischer Säure ist, desto größere Anteile an Lipo- und Glykoproteinen werden ausgefällt. Wenn jedoch zu große Mengen an organischer Säure zugesetzt werden, so fällt das Albumin beim anschließenden Erhitzen zusammen mit den genannten Proteinen aus, wodurch die Ausbeute an hitzestabiler Plasmaproteinlösung vermindert wird.
Der pH-Wert der genannten wäßrigen Lösung beträgt 4,5 bis 5,5, vorzugsweise 4,9. Die Hitzebehandlung erfolgt 1 bis 4 Stunden
bei 50 bis 65°C, vorzugsweise 1 bis 2 Stunden bei 58 bis 600C.
Wie bereits erwähnt, werden durch diese Hitzebehandlung die im Extrakt enthaltenen Lipo- und Glykoproteine ausgefällt. Der
Niederschlag wird abfiltriert oder abzentrifugiert und der erhaltene Überstand in einer Menge von 0,2 bis 3,0 g/Liter,
vorzugsweise 0,5 bis 1,0 g/Liter mit Rivanol versetzt. Anschließend läßt man bei Raumtemperatur oder bei niedrigeren
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Temperaturen stehen. Dabei werden die restlichen Lipoproteine, die im Überstand vorhanden sind und eine Trübung des Überstands
bewirken, ausgefällt. Bei einem Zusatz von mehr als 3,0 g/Liter Rivanol wird auch Albumin in unerwünschter Weise ausgefällt.
Der Überstand wird zur Fällung der restlichen Lipoproteine 2 bis 12 Stunden, vorzugsweise 4 bis 6 Stunden stehengelassen.
Der Niederschlag wird abfiltriert oder abzentrifugiert und der erhaltene Überstand mit einem anorganischen Adsorptionsmittel
oder einem Kationenaustauscher behandelt, wodurch im Überstand vorhandene blutdrucksenkende Substanzen entfernt werden. Die
Behandlung mit der organischen Säure oder dem Kationenaustauscher wird durchgeführt, indem man den Überstand mit dem Adsorptionsmittel
oder dem Austauscher versetzt. Eine andere Möglichkeit besteht darin, den Überstand über eine mit dem Adsorptionsmittel
oder dem Austauscher beschickte Säule zu geben. Auf die vorstehend beschriebene Weise läßt sich eine hitzestabile Plasmaproteinlösung
erhalten, die keine blutdrucksenkenden Substanzen enthält.
Spezielle Beispiele für organische Säuren mit 4 bis 8 Kohlenstoffatomen,
die im erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzt werden, sind Buttersäure, Caprylsäure und Mandelsäure. Besonders
bevorzugt sind Buttersäure und Mandelsäure. Beispiele für anorganische Adsorptionsmittel sind Kieselgel und Aluminiumhydroxidgel.
Besonders bevorzugt ist die Verwendung von Kieselgel. Beispiele für Kationenaustauscher sind CM-Sephadex (modifiziertes,
dreidimensional vernetztes Dextran mit Carboxymethylgruppen)
und CM-Cellulose, ( Carboxymethylcellulose).
Besonders bevorzugt ist die Verwendung von CM-Sephadex.
509834/095 0
In den folgenden Beispielen werden die Messung des Blutdrucks
und der Kontraktion der glatten Muskulatur sowie die Elektrophoresen
folgendermaßen durchgeführt.
(1) Messung des Blutdrucks an Hunden
Ein ausgewachsener männlicher Hundebastard von 10 kg Körpergewicht
wird durch Verabfolgung von Urethan betäubt und in Rücken lage festgebunden. In die linke gemeinsame Carotisarterie wird
eine Blutgefäßkannüle eingeführt. Der Carotisdruck wird mit Hil fe eines Blutdruckmeßgeräts gemessen. Durch einen in die
rechte Oberschenkelvene eingeführten Katheter werden die Arznei präparate verabfolgt. Aus der Differenz zwischen dem durchschnittlichen
Blutdruck vor der Medikation und dem durchschnitt lichen minimalen Blutdruck nach der Medikation wird nach folgen
der Gleichung die Blutdrucksenkung bestimmt:
/Durchschnittlicher Durchschnittlicher \ ( Blutdruck vor der - Blutdruck nach der J
Blutdruck- _ xVerabfolgung Verabf ol^unp; - / x in
Senkung (%) ■ Durchschnittlicher Blutdruck vor der
Verabfolgung
Fig. T zeigt ein Blutdruckdiagramm bei intravenöser Injektion von 30 ml einer 5prozentigen IV-1-Lösung (Dosis 150 mg/kg,
Blutdrucksenkung 47,9 Prozent).
Fig. 2 zeigt ein Blutdruckdiagramm bei intravenöser Injektion von 30 ml einer aus der Paste IV-1 hergestellten 5prozentigen
hitzestabilen Plasmaproteinlösung (Dosis 150 mg/kg, Blutdrucksenkung 4,5 Prozent).
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Fig. 3 zeigt ein Blutdruckdiagramm bei intravenöser Injektion von 0,1 pg/kg Bradykinin als Vergleichsverbindung (injiziertes
Volumen 1 ml, Blutdrucksenkung 41,1 Prozent).
(2) Messung der Kontraktion an der glatten Muskulatur des Rattenuterus
Die Messung wird nach einem modifizierten Magnus-Verfahren unter
Verwendung eines Uterus einer jungfräulichen Ratte vom Wistardurchgeführt.
Stamm mit etwa 150 g Körpergewicht/ 18 Stunden vor der Uterusisolation
werden der Ratte 5 mg Diöstradiol auf intraperitonealem
Wege verabfolgt. Die Messung der Kontraktion wird in einer, de Jalon-Lösung'als physiologischer Lösung durchgeführt. Das Volumen
dieser physiologischen Lösung im Bad beträgt 8,6 ml, das Probenvolumen 0,4 ml und die Reaktionszeit 90 Sekunden.
Fig. 4 zeigt die kontrahierende Wirkung auf die glatte Muskulatur
des Rattenuterus einer 5prozentigen IV-1-Lösung und einer
5prozentigen hitzestabilen Plasmaproteinlösung, die aus der Paste IV-1 erhalten worden ist. Zum Vergleich werden wäßrige Lösungen
verwendet, die 5 ng/ml bzw. 10 ng/ml Bradykinin enthalten.
(3) Proteinelektrophorese
1) Die Plasmaproteine werden durch Elektrophorese auf Celluloseacetat
fraktioniert (pH-Wert 8,6, 0,06 μ Veronalpuffer, 0,6 mA/cm)
und sodann mit Ponceau 3R gefärbt. Anschließend wird der Prozentsatz jeder Fraktion mit Hilfe eines Densitometers gemessen;
vgl. Tadashi Kawai und Norio Aoki, "Serum Proteins according to Cellulose
Acetate Electrophoresis", Yatsugi Shoten, Tokyo 1972,
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2) Die Glycoproteine werden durch Elektrophorese auf Cellulose-.
acetat fraktioniert (pH-Wert 8,6, 0,06 u Veronalpuffer,
0,6 raA/cm) und anschließend nach dem PAS-Verfahren (Periodic Acid Schiff-Verfahren) gefärbt. Anschließend wird der Prozentsatz
einer jeden Fraktion mit Hilfe eines Densitometers bestimmt; vgl. Tadashi Kawai et al., "Serum Proteins According
to Cellulose Acetate Electrophoresis", S. 55.
3) Die Lipoproteine werden, durch Elektrophorese auf Papier
fraktioniert (pH-Wert 8,6, 0,06 u Veronalpuffer mit 1 Prozent
ß~naphthol Albumin, 200V/20cm) und mit Tetrazobenzol-/Starbt. Anschließend
wird mit Hilfe eines Densitometers der Prozentsatz einer jeden
vgl.
Fraktion bestimmt;/Robert S. Lees und Frederick T. Hatch, "Sharper Separation of Lipoprotein Species by Paper Electrophoresis in Albumin-Containing Buffer", Journal of Laboratory and Clinical Medicine, Bde 61 (I963), S. 518.
Fraktion bestimmt;/Robert S. Lees und Frederick T. Hatch, "Sharper Separation of Lipoprotein Species by Paper Electrophoresis in Albumin-Containing Buffer", Journal of Laboratory and Clinical Medicine, Bde 61 (I963), S. 518.
Die Beispiele erläutern die Erfindung.
. 10 kg gefrorene Paste IV-1 werden zermahlen und anschließend zu
60 Liter destilliertem Wasser gegeben. Das erhaltene Gemisch ' wird 2 Stunden gerührt und anschließend zentrifugiert. Der gebildete
Überstand wird bis zu einer Endkonzentration von 4 Prozent mit Buttersäure versetzt. Der die Buttersäure enthaltende
Überstand wird auf den pH-Wert 4,9 eingestellt und anschließend 1 Stunde auf eine Temperatur von 57 bis 6O0C erhitzt. Der gebildete
Niederschlag wird abfiltriert. Das Filtrat wird mit 0,2 g/Liter Rivanol versetzt und 2 Stunden gerührt. Der gebilde--
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te Niederschlag wird abzentrifugiert. Der Überstand wird mit
3 Prozent (Gewicht/Volumen) saurem Ton versetzt und zur Adsorption des im Überstand enthaltenen restlichen Rivanols
1 Stunde gerührt. Anschließend wird der Ton abfiltriert. Das Filtrat wird zur Ausfällung der gesamten Proteine bis zu einer
Konzentration von 75 Prozent mit Ammoniumsulfat versetzt. Die so erhaltene Plasmaproteinpaste wird gegen Wasser dialysiert.
Das Dialysat wird mit 3 Prozent (Gewicht/Volumen) Kieselgel versetzt
und 1 Stunde gerührt. Sodann wird das Kieselgel abfiltriert. Man erhält eine hauptsächlich Albumin enthaltende Plasmaproteinlösung.
Die in dieser Plasmaproteinlösung enthaltenen Plasmaproteine werden elektrophoretisch untersucht. Die Verhältnisse der Fraktionen
und die Ausbeuten an Albumin und Gesamtprotein sind in Tabelle I im Vergleich mit den entsprechenden Werten der bei den
einzelnen Verfahrensstufen erhaltenen Lösungen sowie mit den entsprechenden Werten von menschlichem Standardserum angegeben.
Aus Tabelle I geht hervor, daß die Plasmaproteine der gemäß diesem Beispiel erhaltenen hitzestabilen Plasmaproteinlösung zu
. 95 Prozent aus Albumin und zu 5 Prozent aus α-Globulin bestehen.
Die Glykoproteine in der Blutplasma-Proteinlösung werden ebenfalls
elektrophoretisch untersucht. Die Verhältnisse der Fraktionen und die Ausbeuten an Glykoproteinen sind in Tabelle II im
Vergleich zu einem wäßrigen Extrakt der Paste IV-1 und zu Standardserum angegeben. Entsprechend werden auch die Lipoproteine
in der Blutplasma -Proteinlösung untersucht. Die Verhältnisse der Fraktionen und die Ausbeuten an Lipoproteinen sind in
Tabelle III im Vergleich mit einem wäßrigen Extrakt der Paste
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IV-1 und Standardserum angegeben.
| Stufe | Anteil der einzelnen Frak tionen (%) |
α | ß | y | Proteinaus beute (%) |
Gesamt- jorotein |
i | 14 ; |
| Lösung der Paste IV-1 in Veronal- puffer |
Al | 67 | 14 | 7 | Albumin | 100 | 13 | |
| wäßriger Extrakt der Paste IV-1 |
26 | 24 | 19 | 13 | 100 | - | ||
| Überstand nach der Zugabe von Buttersäure und nach der Hitzebe handlung |
44 | 7 | 0 | 0 | 81 | |||
| erhaltene Plasma proteinlösung |
93 | 5 | Ο" | 0 | 51 | |||
| Standardserum | 95 | 11,0 | 12,5 | 12,0 | 47 | |||
| 64,5 | - |
Anmerkung: Al: Albumin; α: α-Globulin; ß: ß-Globulin;
y: y-Globulin.
| Stufe | Anteil der einzelnen Fraktionen (%) |
47 | 31 | ß | y | Ausbeute an Glykoprotei- nen($) |
| wäßriger Extrakt der Paste IV-1 |
Al | 53 | 47 · | 13 | 9 | 100 |
| erhaltene Plasma proteinlösung |
0 | 17,5 | 34,0 | 0 | 0 | 0,7 |
| Standards erum | 0 | 31,0 | 17,5 | - | ||
| 0 | ||||||
Anmerkung:
α,,: ^-Globulin;
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- 12 Tabelle III
| Stufe | Anteil der einzelnen Frak tionen (%) |
a | ß | V | Ausbeute an Lipoprotei- nen {%) |
| wäßriger Extrakt der Paste IV-1 |
Al | 62 | 38 | 0 | 100 |
| erhaltene Plasma proteinlösung |
O | O | O | O | 0,0 |
| Standardserum | O | 35 | 65 | O | - |
| O |
Um zu bestätigen, daß die so erhaltene hitzestabile Plasmaproteinlösung
keine blutdrucksenkende Wirkung aufweist, werden die BlutdruckSenkung bei Hunden und die Kontraktion der glatten Muskulatur
des Rattenuterus gemäß den vorstehenden Verfahren gemessen. Zum Vergleich werden wäßrige Extrakte der Paste IV-1 und
Bradykinin verwendet. Die Ergebnisse sind in den Figuren 1 bis 4 wiedergegeben.
mit konstanter Geschwindigkeit vorgenommene Wie sich aus Fig. 1 ergibt, bewirkt die intravenöse/Injektion
von 30 ml einer 5prozentigen Lösung der Paste IV-1 (Ausgangsmaterial) unmittelbar nach der Verabfolgung eine Blutdrucksenkung.
Die maximale Blutdrucksenkung wird nach 30 Sekunden erreicht. Die Blutdrucksenkung dauert auch nach vollständiger Verabfolgung
des Präparates an. 12 Minuten nach der Verabfolgung ist der Blutdruck im wesentlichen wieder normal. Die Blutdrucksenkung beträgt
47,9 Prozent.
Aus Fig. 2 ergibt sich, daß durch eine intravenöse Injektion von 30 ml einer 5prozentigen hitzestabilen Plasmaproteinlösung mit
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konstanter Geschwindigkeit keine signifikante Blutdrucksenkung
bewirkt wird. Es läßt sich zwar eine 4,5prozentige Blutdrucksenkung
berechnen, jedoch wird eine BlutdruckSenkung von weniger als
10 Prozent im allgemeinen nicht als signifikant betrachtet.
Aus Fig. 3 ergibt sich, daß der in diesem Versuch verwendete Hund gegenüber synthetischem Bradykinin sehr empfindlich reagierte.
Schließlich ergibt sich aus Fig. 4, daß die 5prozentige hitzestabile
Plasmaproteinlösung keine kontrahierende Wirkung auf die. glatte Muskulatur des Rattenuterus ausübt, während die 5prozentige
Lösung der Paste IV-1 eine ausgeprägte Kontraktion bewirkte'
Aus den vorstehenden Versuchen ergibt sich, daß die 5prozentige
hitzestabile Plasmaproteinlösung der Erfindung keine blutdrucksenkenden Substanzen aus der Paste IV-1 enthält, welche zu einer
Blutdrucksenkung beim Hund oder einer Kontraktion der glatten Muskulatur des Rattenuterus führen.
10 kg gefrorene Paste IV-1 werden fein zermahlen und anschließend
mit 70 Liter destilliertem Wasser versetzt. Das erhaltene Gemisch wird 2 Stunden gerührt und anschließend zentrifugiert. Der
gewonnene Überstand wird bis zu einer Konzentration von 5 Prozent mit Mandelsäure versetzt. Sodann wird der Überstand auf den
pH-Wert 5,0 eingestellt und 1 Stunde auf Temperaturen von 58 bis 620C
erhitzt. Der gebildete Niederschlag wird abfiltriert. Das Filtrat wird mit 1,0 g/Liter Rivanol versetzt und 2 Stunden ge-
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rührt. Der gebildete Niederschlag wird abzentrifugiert. Der
Überstand wird mit 3 Prozent (Gewicht/Volumen) sauren Ton versetzt und 1 Stunde gerührt. Anschließend wird der Ton abfiltriert.
Das Filtrat wird zur Ausfällung der gesamten Proteine bis zu einer Konzentration von 75 Prozent mit Ammoniumsulfat"
versetzt. Die auf diese Weise erhaltene Plasmaproteinpaste wird gegen V/asser dialysiert. Das Dialysat wird über eine mit
CM-Sephadex (Kationenaustauscher auf der Basis eines modifizierten,
dreidimensional vernetzten Dextrans mit Carboxymethylgruppen der Firma Pharmacia Co.) beschickte Säule, die auf den pH-Wert
7,0 äquilibriert ist, gegeben. Dabei werden die in der Flüssigkeit enthaltenen blutdrucksenkenden Peptide adsorbiert. Man
erhält eine hitzestabile Plasmaproteinlösung. Die Plasmaproteine dieser Lösung werden elektrophoretisch untersucht. Die Anteile
der Fraktionen und die Ausbeuten der einzelnen Proteine sind in Tabelle IV aufgeführt.
Tabelle IV - - .
| Stufe | Anteil der einzelnen Frak tionen (%) |
α | ß | Y | Proteinaus beute (°/0 ) |
Gesamt protein |
| Lösung der Paste IV-1 in Veronalpuffer |
Al | 67 | 14 | 7 | Albumin | 100 |
| erhaltene Plasma proteinlösung |
26 | 7 | 0 | 0 | 100 | 13,7 |
| 93 | 49 |
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Claims (7)
1. Verfahren zur Herstellung von hitzestaMlen Plasmaproteinlösungen,
die keine- blutdrucksenkende Wirkung aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß man die gemäß
dem Cohnschen Verfahren zur Plasmafraktionierung mit Äthanol bei niedrigen Temperaturen erhaltene Paste IV-1 zur Extraktion
der wasserlöslichen Proteine mit destilliertem Wasser versetzt, den erhaltenen Extrakt bei einem pH-Wert von 4,5 bis 5,5
und bei Temperaturen von 50 bis 650C
/in Gegenwart einer organischen Säure mit 4 bis 8 Kohlenstoffatomen
zur Ausfällung von Lipo- und Glykoproteinen behandelt,
den Überstand z\ir Entfernung der restlichen Lipoproteine mit
Rivanol (2-Äthoxy-6,9-diaminoacridin-lactat) versetzt und anschließend die im erhaltenen Überstand vorhandenen blutdrucksenkenden
Substanzen durch Adsorption an einem anorganischen Adsorptionsmittel oder einem Kationenaustauscher entfernt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als organische Säure Buttersäure, Caprylsäure oder Mandelsäure
verwendet.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man den Überstand mit 0,2 bis 3,0 g/Liter Rivanol versetzt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man
Kieselgel oder Aluminiumhydroxidgel als anorganisches Adsorptionsmittel verwendet.
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5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man
als Kationenaustauscher CM-Sephadex oder CM-Cellulose verwendet.
6. Hitzestabile Plasmaproteinlösungen ohne "blutdrucksenkende
Wirkung, herstellbar nach Anspruch 1.
7. Arzneipräparate, bestehend aus einer gemäß Anspruch 1 hergestellten
hitzestabilen Plasmaproteinlösung und üblichen Trägerstoffen und/oder Verdünnungsmitteln und/oder Hilfsstoffen.
509834/0950
rf)
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| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| JP1924774A JPS5417002B2 (de) | 1974-02-18 | 1974-02-18 |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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| DE2433209C3 DE2433209C3 (de) | 1978-07-13 |
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|---|---|---|---|
| DE2433209A Expired DE2433209C3 (de) | 1974-02-18 | 1974-07-10 | hitzestabilen Plasmaproteinpraparates |
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