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Zwei- oder mehrstöckige Sammelgarage.
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Die Erfindung betrifft eine zwei- oder mehrstöckige Sammelgarage,
bestehend aus im Abstand eines Einstellplatzes voneinander aufgestellten, vorgefertigten
Garagenzellen und den Zwischenraum zwischen diesen zu einem geschlossenen Einstellplatz
abgrenzenden Stahlbetonfertigteilen.
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Bei Garagenhäusern, Tiefgaragen u. dgl., bei denen also entweder geschlossene
Einzelzellen oder aber aus mehreren Einstellpläten bestehende geschlossene Räume
vorhanden sind,
gewinnt die Montage aus Stahlbetonfertigteilen an
Bedeutung.
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Unter der Vielzahl bekannter Ausführungsformen bezieht sich die Erfindung
auf diejenigen, bei denen zum Aufbau der Sammelgarage fabrikmäßig vorgefertigte
Garagenzellen verwendet werden. So ist es beispielsweise bekannt (DT-OS 1 952 883)
das gesamte Garagenhaus aus nebeneinander und aufeinander gestellten Garagenzellen
zu montieren, so daß jeder Einstellplatz eine abgeschlossene Zelleneinheit darstellt.
Es ist ferner bei Reihengaragen bekannt (Dt-Gbm 1 903 738), die Garagenzellen mit
Abstand voneinander anzuordnen, wobei dieser Abstand einem Einstellplatz entspricht.-Der
Zwischenraum wird bei dieser Ausführungsform durch mindestens zwei Stahlbetonfertigteile
geschlossen, nämlich eine auf den benachbarten Zellen aufgelagerte Deckenplatte
und eine die Rückseite des Einstellplatzes schließende Rückwand. Dabei entsprechen
die Deckenplatte und die Rückwand annähernd identisch der Deckennoch platte und
Rückwand der Garagenzelle. Oft ist auch/ein Torrahmen erforderlich.
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Bei der letztgenannten Ausführungsform ist von Nachteil, daß zum Schließen
des Einstellplatzes zwei bzw. drei verschiedene Fertigteile erforderlich sind, die
zudem gesondert montiert werden müssen. Beiden bekannten Ausführungsformen ist der
Nachteil gemeinsam, daß die Außenfassade architektonisch plump wirkt, da es sich
um unter Umständen mehrere Meter hohe ununterbrochene Betonwände handelt. Schließlich
lassen sich diese Sammelgaragen nur schwer belüften, da die Einstellplätze nur an
der Einfahrtseite offen sind.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Stahlbetonfertigteil
zu schaffen, das die vorgenannten montage- und fertigungs-- technischen, wie aber
auch die architektonischen Mängel der bekannten Ausführungsformen beseitigt.
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Ausgehend von einer Sammelgarage des eingangs geschilderten Aufbaus
wird die Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Stahlbetonfertigteil winkelförmig
mit ungleichen Schenkeln ausgebildet ist, von denen der längere Schenkel eine auf
den benachbarten Garagenzellen aufgelagerte Deckenplatte für den Einstellplatz und
der kürzere Schenkel, dessen Höhe geringer ist als die Höhe der Garagenzelle, eine
rückseitige Brüstung für den darüberliegenden Ein stellplatz bildet.
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Für den Abschluß des zwischen zwei benachbarten Garagenzellen vorhandenen
Zwischenraums sieht die Erfindung also ein einziges Stahlbetonfertigteil vor, dessen
Deckenplatte die statischen Anforderungen für den oberen Ein stellplatz erfüllt,
zugleich den deckenseitigen Abschluß für den unteren Ein stellplatz bildet und dessen
angeformte Brüstung den rückwärtigen Abschluß für den oberen Einstellplatz darstellt.
Da es sich hierbei nicht um eine zellenhohe Rückwand, sondern nur um eine Brüstung
handelt, ist zwischen dieser und der darüber befindlichen Deckenplatte ein ausreichend
großer Belüftungsquerschnitt für das darüber angeordnete Stockwerk vorhanden.
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Die Montage wird dadurch, daß es sich nur noch um ein einziges Stahlbetonfertigteil
handelt und die gesamte Sammelgarage aus r r zwei Fertigteiltypen aufgebaut ist,
naturgemäß beschleunigt.
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An der Außenfront der Sammelgarage zeigt sich ein Wechsel von geschlossenen
Rückwänden der Garagenzellen und halbhohen Brüstungen, so daß eine architektonisch
und städtebaulich ansprechende Fassade geschaffen wird.
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Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist an der Unterseite der
Deckenplatte eine Schürze angeformt. Mit entsprechender Bemessung der Höhe dieser
Schürze läßt sich der Belüftungsquerschnitt, aber auch das "Gesicht" der Aussenfassade
beeinflussen.
Ferner ist damit für den "offenen" Ein stellplatz ein Schutz gegen Schlagregen gegeben.
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Vorzugsweise ist an der der Brüstung gegenüberliegenden vorderen Stirn
seite der Deckenplatte an deren Unterseite ein Sturz angeformt. Dieser weist mit
Vorteil ein Auflager für eine den Fahrtrakt zwischen gegenüberliegenden Reihen von
Einstellplätzen überspannende Deckenplatte auf. Garagenzellen mit einem entsprechend
geformten Sturz sind bereits aus der DT-OS 1 952 883 bekannt. Im übrigen lassen
sich diese Stahlbetonfertigteile einzeln oder paarweise ohne Schwierigkeiten mit
herkömmlichen Lastkraftfahrzeugen transportieren.
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Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist der die Deckenplatte
bildende Schenkel um etwa die Wandstärke der Brüstung länger als die benachbarten
Garagenzellen. Damit rückt die Brüstung gegenüber der geschlossenen Front der Rückwände
der Garagenzellen etwas vor, so daß die Außenfassade eine Struktur erhält. Ebenso
ist es möglich, daß die Brüstung etwas breiter ist als der Abstand zwischen den
benachbarten Garagenzellen, so daß sich die Brüstung und die benachbarten Rückwände
einander überlappen. Dabei kann es aus dichtungstechnischen Erwägungen vorteilhaft
sein, wenn die Brüstung an den Innenflächen von ihren lotrechten Stirnseiten ausgehende
und zu diesem parallele Falze aufweist, in welche die Rückwände der benachbarten
Zellen eingreifen.
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Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform sowie anhand der Zeichnung.
Hierbei zeigen: Fig. 1 eine Innenansicht einer Sammelgarage nach Montage des ersten
Stockwerks;
Fig. 2 einen Schnitt II-II gemäß Fig. 1; Fig. 3 einen
Längsschnitt durch das Stahlbetonfertigteil; Fig. 4 eine Draufsicht auf das Stahlbetonfertigteil
gemäß Fig. 3 und Fig. 5 eine Ansicht der Außenfassade eines Garagenhauses.
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In Fig. 1 ist die Einfahrtseite einer Reihe von Einstellplätzen in
Ansicht gezeigt. Die Sammelgarage besteht aus fabrikmäßig vorgefertigten Garagenzellen
1, die beispielsweise einstückig aus einer Deckenplatte 2, zwei Seitenwänden 3 und
einer Rückwand 4 besteht. Gegebenenfalls kann diese Zelle auch noch einen angeformten
Boden aufweisen. Die Garagenzellen 1 sind in einem solchen Abstand voneinander aufgestellt,
daß zwischen ihnen ein weiterer. Ein stellplatz 5 entsteht. Dieser Einstellplatz
5 ist durch ein Stahlbetonfertigteil 6 abgedeckt.
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In Fig. 2 ist ein Querschnitt durch das Untergeschoß eines Garagenhauses
dargestellt. Die Garagen zellen 1 sind in zwei gegenüberliegenden Reihen aufgestellt,
so daß zwischen ihnen ein Fahrtrakt 7 als Zufahrt zu den einzelnen Einstellplätzen
gebildet wird. Dieser Fahrtrakt kann durch eine gleichfalls fabrikmäßig vorgefertigte
Deckenplatte 8 überspannt sein.
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Das die Einstellplätze 5 zwischen den Garagen zellen 1 ab grenzende
Stahlbetonfertigteil ist in den Figuren 3 und 4 näher dargestellt. Es ist winkelförmig
ausgebildet und weist einen längeren Schenkel 9 sowie einen kürzeren Schenkel 10
auf.
Der längere Schenkel 9 bildet für den Einstellplatz 5 die Deckenplatte und ist auf
benachbarten Zellen aufgelagert, wozu diese beispielsweise einen längsverlaufenden
Falz aufweisen, wie aus Fig. 1 ersichtlich. Der kürzere, zur Deckenplatte 9 lotrechte
Schenkel 10 bildet eine Brüstung für den oberhalb der Deckenplatte 9 befindlichen
Ein stellplatz, wobei die Höhe dieses kürzeren Schenkels 10 nicht unwesentlich geringer
ist als die Höhe der Garagenzellen. An der vorderen Stirnseite der Deckenplatte
9 ist unterseitig ein Sturz 11 angeformt, der an seiner Außenseite ein Widerlager
12 zur Auflage der Deckenplatte 8 (Fig. 2) aufweist. Beim wiedergegebenen Ausführungsbeispiel
ist an der Deckenplatte 9 rückseitig, und zwar in deren Unterseite ferner eine Schürze
13 angeformt, die mit der Brüstung 10 fluchtet.
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Diese Schürze bildet eine rückwärtige obere Abgrenzung für den unterhalb
der Deckenplatte 9 befindlichen Einstellplatz.
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Wie aus Fig. 4 ersichtlich ist, ragt die Brüstung 10 an ihren lotrechten
Stirnseiten 14, 15 über die Breite der Deckenplatte 9 hinaus. Sie ist ferner breiter
gestaltet als die Breite des Einstellplatzes. Ferner ist die Länge der Deckenplatte
9 größer als die Länge der verwendeten Garagenzellen 1, so daß die Brüstung 10 den
Rückwänden der Garagen zellen 1 außenseitig anliegt. Zu diesem Zweck weist die Brüstung
10 an ihrer Innenfläche im Bereich der lotrechten Stirnseiten 14, 15 Falze 16, 17
auf, in denen gegebenenfalls die Abdichtung der Brüstung 10 gegenüber den Rückwänden
der benachbarten Garagenzellen 1 vorgenommen wird. Die Falze 16, 17 an der Brüstung
10 setzen sich im übrigen an der nach unten ragenden Schürze 13 fort. Ferner kann
die Deckenplatte im Bereich ihrer vorderen Stirnseite Falze 18, 19 aufweisen. Mit
den über diese Falze vorragenden Längsrändern
20, 21 ist das Stahlbetonfertigteil
6 auf die Falze der Garagenzellen (siehe Fig. 1) aufgelagert.
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Durch die Falze 18, 19 wird die Breite des Sturzes am Fertigteil auf
das gleiche Maß wie bei den Garagen zellen reduziert, so daß auf deren Auflager
gleich breite Deckenplatten für den Mittelgang aufgelegt werden können. Es können
dann Garagenzellen in der einen Reihe Fertigteilen in der anderen Reihe gegenüberliegen,
da stets die gleichen Anschlußbreiten für die Deckenplatten des Mittelgangs vorhanden
sind.
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In Fig. 5 ist die Außenfassade einer aus Garagenzellen 1 und Stahlbetonfertigteilen
6 aufgebauten Hochgarage dargestellt Zwischen den von den Rückwänden a der Garagenzellen
gebildeten geschlossenen Streifen wird das "esicht" der Fassade von den demgegenüber
kleinflächigeren Teilen 10, 13 (Brüstung und Schürze) des Stahlbetonfertigteils
6 aufgelockert. Zwischen den Brüstungen 10 von übereinander angeordneten Einstellplätzen
sind große offene Querschnitte 22 vorhanden, die für eine ausreichende Belüftung
der gesamten Sammelgarage sorgen, so daß keine gesonderten Absauganlagen erforderlich
sind. Die Be-~lüftungswirkung kann gegebenenfalls noch dadurch unterstützt werden,
daß in den Seitenwänden der Garagen zellen 1 Aussparungen 23 vorhanden sind, die
gegebenenfalls durch Maschendraht geschlossen sind (siehe Fig. 1). Aus Fig. 5 ist
ferner erkennbar, wie sich die Rückwände 4 der Garagenzellen und die Brüstungen
10 bzw. Schürzen 13 der Stahlbetonfertigteile 6 an der Außenfront einander überlappen,
wodurch einerseits die Außenfassade weiterhin aufgelockert wird, andererseits eine
einwandfreie Abdichtung möglich ist. Im erdbodengleiähen Stockwerk wird die Rückseite
der Einstell-Plätze 5 durch eine halbhohe Rückwand geschlossen.