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Audiovisuelles Informationsmittel11 Ein audiovisuelles Informationsmittel,
das einen bedruckten Tonträger aufweist und sowohl sichtbare als auch hörbare Informationen
darbietet, wird in der deuten Offenlegungsschrift 1 934 134 angegeben. Als Druck-
und Tonträger dient eine Kunststoff- oder Zeichenpapierkarte, die auf der einen
Seite bedruckt ist und auf der anderen Seite einen Magnetträ ger aufweist. Der Ton
wird in Form geradliniger Spuren aufgezeichnet, die parallel zu den Schreiblinien
verlaufen und diesen entsprechen. Um den Text der Karte sowohl lesen als die Tonaufzeichnungen
auch hören zu können, bedarf es eines aufwendigen Gerätes, in welchem die Karte
ortsfest mit der Tonaufzeichnung nach unten angeordnet wird, worauf die Tonaufzeichnungen
Zeile für Zeile mit gleichbleibender Geschwindigkeit abgetastet und hörbar wiedergegeben
werden.
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Das bekannte audiovisuelle Informationsmittel weist den Nachteil auf,
daß der Ton- und Druckträger jeweils nur von einer Seite bedruckt und von der gegenüberliegenden
Seite magnetisch
beschrieben werden kann. Es weist den weiteren
Nachteil auf, daß ein aufwendiges Gerät notwendig ist, um die zu den Druckauf zeichnungen
gehörenden Tonaufzeichnungen wahrnehmbar zu machen. Hinzu kommt, daß das Gerät stets
nur für eine einzige Trägergröße ausgelegt sein kann. Mit der schwerwiegendste Mangel
der bekannten Einrichtung dürfte jedoch darin zu sehen sein, daß es ausgeschlossen
ist, den Hörkopf an einer bestimmten Stelle oder an einem einzigen Buchstaben wiederholt
die gleiche Tonspur abtasten zu lassen. Das Bedürfnis hierzu besteht jedoch beispielsweise
bei Lehr- und Lernmitteln, wenn es sich etwa darum handelt, die Aussprache eines
Buchstabens oder eines Wortes oder eines Satzes wiederholt zu Gehör bringen zu wollen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die aufgezeigten Mängel
des bekannten Informationsmittels zu beseitigen. Diese Aufgabe wird mittels eines
audiovisuellen Informationsmittels, das einen Druckträger mit wenigstens einer der
Druckwiedergabe entsprechenden Tonspur sowie eine Einrichtung zur Tonwiedergabe
auft, erfindungsgemaB dadurch gelöst, daß auf der gleichen Seite, welche die Druckiedergabe
aufweist, auch die zugehörige Tonspur aufgebracht ist und daß die Einrichtung zur
Tonwiedergabe in Form eines Handgerätes, beispielsweise eines Füllfederhalters,
mit einem Tastelement ausgebildet ist, welches von Hand der Tonspur entlang geführt
werden kann, wobei das Tastelement als mit konstanter Geschwindigkeit angetriebenes
umlaufendes Rädchen ausgebildet ist. Die Tonspur empfiehlt es sich dabei plastisch
zu fixieren. Das plastische Fixieren der Tonspur Kanfl beispielsweise durch Hoch-
oder Tiefprägung oder durch den drucktechnischen Erfordernissen entsprechende Aufbringung
erfolgen. Auch ist es unschwer möglich, in dem Druck- und Tonträger die Tonaufzeichnung
in parallel zu den Druckzeilen verlaufenden Rillen vorzunehmen.
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Durch die Erfindung wird ein audiovisuelles Informationsmedium
geschaffen,
dessen Druck und Tonträger aus nahezu beliebigem Material beliebige Form und Große
aufweisen kann, wobei er beidseitig bedruckt, betextet oder optisch gekennzeichnet
und mit der zugehörigen Tonaufseichnung ereehen werden kann. Aus serdem ist die
Einrichtung zur Tomfiedergabe als denkbar einfaches und bequem zu handhabendes Gerät
gestaltet. Darüberhinaus erbringt die Erfindung die Mög14oSceit, die zu einzelnen
Buchstaben oder Satzteilen oder Sätzen gehörenden Tonspuren beliebig häufig abzutasten.
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Es ist z.B. ohne weiteres möglich Bücher gemäß der Erfindung zu gestalten
und dabei das füllfederhalterförmige Gerät an denjenigen Stellen entlang zu führen,
deren Wiedergabe gewünscht wird. Auf diese Weise kann der gesamte Text des Buches
sowohl gelesen als auch gleichzeitig gehört werden, wobei einzelne Stellen wiederholt
abgehört werden können und sogar einzelne Buchstaben sich wiederholt abhören lassen.
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Als Druck- und Tonträger wird Papier bzw. Karton oder anderer geeigneter
Werkstoff verwendet, wobei dieser mit dem Tonträgermaterial präpariert wird. Die
Tonaufzeichnung erfolgt betm Drucken. Dies kann beispielsweise im Kopierverfahren
von einem Zylinder oder einer Flachform aus erfolgen, die beim Bedrucken des Trägers
gleichzeitig die Tonkopie bewirkt. Selbstverständlich kann die Tonaufzeichnung auch
in einem gesonderten Arbeitsgang erfolgen.
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Die Erfindung kann vielseitig ausgestaltet werden. So ist es z.B.
unschwer möglich, die Tonaufzeichnung zweispurig durchzuführen, wobei die eine Spur
den Text in der gedruckten Sprache und die andere Spur den gleichen Text in einer
Fremdsprache wiedergibt. Selbstverständlich kann die Tonaufzeichnung für entsprechende
Verwendung auch vielspurig vorgesehen werden. Im übrigen können die Tonspuren, sofern
sie nicht mit einem Text gekoppelt sind, beliebig verlaufenden Bahnen folgen.
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Das Handgerät kann, sofern es erwünscht ist, zusätzlich auch zur Tonaufzeichnung
ausgebildet werden, so daß nicht nur die Tonwiedergabe, sondern auch die Tonaufzeichnung
ermöglicht wird.
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Die Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnung erläutert.
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Es zeigen: Fig. 1 einen Druck- und Tonträger in Vorderansicht, Fig.
2 einen Schnitt entlang der Linie II-II in Fig, 1, vergrößert, wenn Hochprägung
gewählt wird, Fig. 2a einen der Fig. 2 entsprechenden Schnitt, wenn Tiefprägung
gewählt wird, Fig. 2b einen weiteren der Fig. 2 entsprechenden Schnitt bei Anwendung
einer abgewandelten Tiefprägung, Fig. 3 das Handgerät schematisch.
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Auf das Blatt 1, beispielsweise eines Kinderbilderbuches, sind zum
einen die bildlichen Darstellungen 2 und zum anderen der diese erläuternde Text
in den Zeilen 3 und 4 aufgedruckt.
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Dabei erfährt das Blatt 1 zusätzlich gemäß Fig. 2 eine Hochprägung
oder gemäß Fig. 2a eine Tiefprägung oder gemäß Fig.
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2b eine abgewandelte Tiefprägung. Das Trägerblatt 1 ist mit dem Tonträgermaterial
präpariert. Zur Tonaufzeichnung können bei der Ausführung nach Fig. 2 insbesondere
die Oberkanten 5 und die Unterkanten 6 der Schriftzeilen 3, 4 benutzt werden.
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Es wird dafür gesorgt, daß die Tonaufzeichnung synchron mit dem Text
läuft.
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Handelt es sich bei dem betrachteten Buch beispielsweise um ein Schulbuch,
welches die Anfänge des Lesens vermitteln soll,
dann wird bei Druckwiedergabe
einzelner Buchstaben jeweils unter dem Buchstaben die zugehörige Aussprache dieses
Buchstabens aufgezeichnet sein.
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Bei der Ausbildung nach Fig. 2a wird die Tonaufzeichnung entlang der
Oberkanten 7 bzw. der Unterkanten 8 erfolgen. Da zu jeder Schrift zeile 3 sowohl
eine Oberkante als auch eine Unterkante gehört, die zur Tonaufzeichnung benutzt
werden kann, ist es unschwer möglich, den Ton nicht nur in der für den Text verwendeten
Sprache aufzuzeichnen, sondern auch in einer anderen Sprache.
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Bei der Ausführung nach Fig. 2b ist der Tonträger mittels eines magnetisierbaren
Fadens 9, 10 vertieft in Rillen 11 bzw.
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12 angebracht. Diese Rillen erstrecken sich parallel zu den Schriftzeilen
3, 4.
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Wie auch immer die Ausführung gewählt sein mag, stets ist dafür zu
sorgen, daß die Tonaufzeichnung weitgehend geschützt ist, wenn das Buch zugeklappt
wird und die Blätter aufeinander zu liegen kommen. Wie aus der Darstellung unschwer
hervorgeht, können die Träger 1 ohne weiteres von beiden Seiten bedruckt und mit
Tonaufzeichnungen versehen werden.
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Das zur Wiedergabe der Tonaufzeichnungen dienende Gerät 13 weist die
Form eines Füllfederhalters auf, in dessen Spitze das Tastelement 14 angeordnet
ist. Dieses Tastelement ist als Tonkopf in Form eines Rädchens ausgebildet, das
bei Benutzung um die Vertikalachse 15 angetrieben wird. Der Antrieb kann beispielsweise
über ein Getriebe 16 von einem nichtgezeigten kleinen Elektromotor aus erfolgen,
der von einer kleinen elektrischen Batterie innerhalb des Gerätes 13 gespeist wird.
Um eine Beschädigung des Tastelementes 14 hintanzuhalten, ist dieses über eine Feder
17 nachgiebig gelagert. Außerdem ist am Gehäuse des Gerätes 13 ein Druckschutz 18
vorgesehen, der
die Rückstelltiefe des Tastelementes 14 schützend
begrenzt.
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An der Stirnseite des Gerätes 13 ist ein Lautsprecher 19 angebracht,
der die vom Tastelement 12 abgetastete Tonaufzeichnung hörbar wiedergibt.
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Zur Benutzung des Gerätes 13 wird dieses an den Tonaufzeichnungen
entlang der Kanten 5, 6 oder 7, 8 oder entlang der Rillen 11, 12 geführt. Es ist
unschwer möglich, das Gerät 13 an der zu einem einzigen Buchstaben gehörenden Tonspurstelle
festzuhalten und dadurch den in Rede stehenden Buchstaben wiederholt zu Gehör zu
bringen. Ebenso ist es möglich, eine beliebige Textstelle heraus zugreifen und mehrmals
abzuhören.
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Die Tonspur braucht nicht unbedingt an einen Drucktext gekoppelt zu
sein. So könnte beispielsweise die Tonspur entlang der Kontur des auf dem Träger
1 dargestellten Vogels 2 aufgezeichnet sein.
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In ihrer Anwendung ist die Erfindung auf kein bestimmtes Druckverfahren
basshrhnkt. So kann sie beispielsweise auch bei Siebdruck mit Vorteil angexfendet
werdenO Das erfindwngssemaße Infcrmationsrnittel eignet sich hervorragend für Kinder
im Vorschulalter als tönendes und sprechendes Bilderbuch, welches an die Stelle
des Märchenerzählers oder Geschichtenvorlesers treten kann. Das Kind, das noch nicht
lesen gelernt hat, kann einen Bilderbuchtext zu Gehör bringen und sich belehrend
unterhalten, sofern es nur das gesprochene Wort versteht.
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Die Erfindung eignet sich ferner für das Herstellen von Unterrichtsmaterial
zum Erlernen von Fremdsprachen, weil Sehen und Hören synchronisiert werden.
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Von Vorteil ist die Erfindung auch für den Musikunterricht,
vor
allem für das Notenlesen, sowie die Möglichkeit, die melodische und musiktheoretische
Ausbildung individuell zu fördern.
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Das erfindungsgemäße Informationsmedium eignet sich auch als Kommunikationsmaterial
für Blinde, die einen Großteil der dargebotenen Information bequem aufnehmen können,
was bei konventionellem Druck nicht möglich ist.