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Vorrichtung zum Stapeln von Werksteinen.
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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Stapeln von Wer.steinen,.wie
z. B. flimsbetonsteinen, mit einer Anrahmestation zum Beschicken mit vorgetrockneten
Werksleinen, sowie mit einer Stapelstation, in der die Werksteine übereinandergestapelt
werden.
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Betonwerksteine müssen nach der Herstellung in Formmaschinen 28 Tage
lagern, um ihre Festigkeit zu erreichen.
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Lereits nach 3 bis 4 Tagen Akhindezeit sind Betonwerksteine aber so
weit abgebunden, daß sie mehrlagig übereinandergestapelt werden können Da einlagig
ausgelegte Betonwerksteine eine so große Lagerfläche in Anspruch nehmen werden,
daß die Produktion unwirtschaftlich werden wird, wird von der Möglichkeit des Übereinanderstapelns
Gebrauch gemacht. Je höher dabei unter Berücicslchtigung der noch begrenzten Festigkeit
der rJetonwerksteine gestapelt werden kann, um so weniger wertvolen Lagerplatzes
wird in Anspruch genommen. Aus diesem Grund werden sogenannte "Trockentürme" errichtet,
die selbst bei großen Betonwerksteinen 18 und mehr Lagen hoch sein können. Beim
Errichten dieser "Trockentürme" ist es üblich, Zwischenräume zwischen den Steinen
zu belassen, damit eine möglichst große Oberflache von Luft umspült wird. Nach Möglichkeit
schafft man in Höhenrichtung von Steinlage zu Steinlage ineinander übergehende,
kanalartige Hohlräume, weil dann der Luftaustausch auch im Inneren des Trockenturmes
durch Kaeinwirkung gesichert oder zumindest begünstigt wird.
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In der Praxis beschreitet man beim Stapeln der Betonwerksteine verschiedene
Wege. So wird heute vielfach noch von Hand gestapelt. Ls handelt sich dabei um allerhärteste
körperliche Arbeit, die zumindest dann, wenn es sich um Steine großen Formates handelL,
bei dem heutigen Stand der technischen Entwicklung niemandem mehr zugemutet werden
sollte. Da Handarbeit Lohnintensivität bedeutet, ist diese Arbeitsweise außerdem
teuer. bei Steinen großen Formates kann von Hand auch nicht bis zur vollen möglichen
Höhe
gestapelt werden, weil die Stapel zu hoch werden.
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Es werden daher sogenannte Pakete, Stapel geringer Höhe, gebildet,
die anschließend von Gabelstplern abtransportiert und zu Trockentürmen übereinandergestapelt
werden.
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Zur Vermeidung der vorerwähnten Handarbeit sind Paketiergeräte im
Einsatz. Diesen Paketiergeräten werden die Betonwerksteine auf Unterlagshrettern
liegend mit Hilfe von Gabelstaplern zugeführt. Zum Abtransport der Pakete werden
ebenfalls Gabelstapler eingesetzt. Zumindest für den Abtransport der fertigen Pakete
muß der Gabelstapler mit einer Paketklammer ausgerüstet sein. Das iiufstellen der
Trockentürme erfordert wegen der Standsicherheit dieser hohen Stapel ein sehr sorgfältiges
Arbeiten. Infolgedessen müssen mit dem Gabelstapler komplizierte und auch sehr zeitraubende
Fahr- und Hubmanöver ausgeführt werden.
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Bei diesem Vorgehen verbleiben die Steine während der gesamten Handhabung
und auch in den Trockentürmen auf den Unterlagsbrettern. Das bedeutet, däß für die
Fertigung soviel Unterlagsbretter benötigt werden, daß die Produktion von 28 Werktagen
untergebracht werden kann; denn erst nach 28 Tagen werden die ersten Unterlagsbretter
wieder frei. Infolge von Verschleiß und mit Rücksicht auf evtl.
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Verzögerungen muß der Vorrat an Unterlagsbrettern sogar noch größer
sein. Unterlagsbretter haben abgerichtete, glatte Oberflächen, sind in der Regel
gegen Feuchtigkeitsschäden imprägniert und werden an den Enden oft noch durch Metallblecheinfassungen
geschützt; sie sind daher relativ
teuer, so daß für die Beschaffung
der Unterlagsbretter ein beträchtliches Kapital investiert werden muß. Nicht immer
wird die Produktion sofort nach 28 Tagen abgenommen.
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Will man den Kapitalaufwand für die Unterlagsbretter in Grenzen halten,
so bleibt nichts anderes übrig, als die Trockentürme nach 28 Tagen umzustapeln und
dabei die Unterlagsbretter zu entfernen. Damit ist aber unerwünschte Arbeit verbunden.
Beim Verladen der Steine für den Abtransport zur Baustelle sind Unterlagsbretter
hinderlich, weil sie aus naheliegenden Gründen nicht mit abtransportiert werden
können sondern vorher entfernt werden müssen.
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Der Einsatz von mechanischen Hub- und Ladegeräten oder Staplern, die
mehrere Lagen von Steinen aufeinmal oder gar ganze Pakete verladen könnten, wird
dadurch unmöglich; wenn solche Geräte dennoch verwendet werden, so können sie nur
immer einzelne Steinlagen eines Stapels aufeinmal fassen, so daß die nicht wirtschaftlich
ausgelastet werden.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Nachteile zu vermeiden
und eine Vorrichtung zu schaffen, mit der Betonwerksteine ohne Unterlagsbretter
und ohne komplizierte Manöver mit einem Gabelstapler ausführen zu müssen, zu hohen
Trockentürmen aufgestapelt werden können.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß auf einem Fahrgestell
ein i dessen Längsrichtung verlaufender, periodisch arbeitender Bandförderer angeordnet
ist, dessen Beschickungsende als Annahmestation für mehrlagige, auf Unterlagsbrettern
gestapelte Steinpakete dient,
dessen Abgabeende in einer Sammelstation
für leere Unterlagsbretter angeordnet ist, während eine auf der Mitte liegende Zwischenstation
unter einer Greifeinrichtung mit einer heb-, dreh- und quer zur Förderrichtung des
Bandförderers verfahrbaren Steinklammer liegt, welche jeweils in dieser Zwischenstation
ankommende Steinlagen von ihren Unterlagsbrettern abhebt und in einer seitlich neben
dem Bandförderer auf dem Fahrgestell angeordneten Paketierstation zu Paketen stapelt,
und daß seitlich neben der Sammelstation des Bandförderers eine Hubstapeleinrichtung
angeordnet ist, welche eine parallel zur Förderrichtung des Bandförderers verfahrbare,
heb- und senkbare Paketklammer aufweist und-die in der Paketierstation gebildeten
Pakete aufnimmt und seitlich neben der Sammelstation zu einem Trockenturm übereinanderstapelt.
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Zur Bildung der Steinpakete werden erfindungsgemäß die üblichen Paketiergeräte
verwendet, für den Einsatz der erfindungsgemäß ausgebildeten Vorrichtung ist das
jedoch nicht Vorbedingung; es ist unerheblich, auf welche Weise die Steinpakete
gebildet werden. Die Steinpakete werden von einem Gabelstapler in der Annahmestation
abgesetzt.
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Dort untergreift die Hubeinrichtung mit ihren beiden Tragleisten das
Unterlagsbrett der zweiten Steinlage - von unten her gezählt - und hebt den über
diesem Unterlagsbrett liegenden Steinstapel vorübergehend geringfügig an.
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Dadurch wird die untere Steinlage frei, der Bandförderer tritt in
Tätigkeit und verfährt die untere Steinlage mitsamt dem Unterlagsbrett, auf dem
sie ruht, in die Zwischenstation.
Wenn der Förderer anhält, senkt
die Hubeinrichtung den Rest des Steinpaketes in der Annahmestation auf den Bandförderer
ab; die Tragleisten fahren seitlich aus, werden angehoben und sind erneutem Einfahren
bereit, das nächst obere Unterlagsbrett zu untergreifen. In der Zwischenstation
hat während der gleichen Zeit die Steinklammer der Greifeinrichtung die Steinlage
erfaßt und ohne Unterlagsbrett angehoben und quer zur Förderrichtung des Bandförderers
abtransportiert. Der Transport endet in der Paketierstation, in welcher die Steinlagen
kreuzweise im Verband übereinandergestapelt werden. Zu diesem Zweck führt die Steinklammer
entsprechende Drehschritte um jeweils 900 aus.
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Beim nächstfolgenden Arbeitstakt des Bandförderers wird das leere
Unterlagsbrett aus der Zwischenstation in die Sammelstation gebracht, während eine
neue, auf einem Unterlagsbrett liegende, Steinlage in die Zwischenstation gelangt,
so daß sich der bereits geschilderte Stapelvorgang bei Stillstand des Bandförderers
wiederholen kann. Ähnlich wie in der Annahmestation die Tragleisten, arbeiten in
der Sammelstation Hubleisten, die jedoch immer das jeweils unterste Unterlagsbrett
untergreifen und anheben; unter den angesammelten Stapel von Unterlagsbrettern wird
von unten das neue Brett untergeschoben. Wenn in der Paketierstation das Paket fertig
ist, wird es von der Paketklammer der Hubstapeleinrichtung erfaßt, angehoben, in
Förderrichtung des Bandförderers verfahren und abgesetzt. Handelt es sich um das
erste Paket, sowird es unmittelbar au£ dem Erdboden abgesetzt, die folgenden Pakete
werden übereinander zu einem Trockenturm aufgestellt. Ist der Trockenturm
durch
übereinanderstellen von drei oder vier Paketen fertig, so wird die gesamte Vorrichtung
vom Gabelstapler eine bestimmte Strecke weiter geschleppt, ehe das nächste Steinpaket
in die Annahmestation abgegeben wird. Danach wiederholt sich das bereits geschilderte
Arbeitsspiel.
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Durch die Verwendung der erfindungsgemäß ausgebildeten Vorrichtung
werden die Unterlagsbretter bereits nach drei oder vier Werktagen frei und können
wieder verwendet werden. Der benötigte Vorrat an Unterlagsbrettern kann auf diese
Weise auf 1/7 reduziert werden. Es kann ferner beliebig auf Vorrat produziert werden,
ohne daß dadurch Nachteile wegen eines höheren Bedarfs an Unterlagsbrettern oder
wegen eines weiteren Zwischenstapelvorganges entstehen, Beim Verladen können leistungsfähige
mechanische Hubgreifer eingesetzt werden, die den Verladevorgang rationell gestalten.
Die Trockentürme stehen außerdem sicher;durch die fehlenden Unterlagsbretter ist
der Luftaustausch erheblich begünstigt. Der bisher benötigte Gabelstapler zum Errichten
der Trockentürme, der, wie bereits geschilderts wegen der komplizierten Fahr- und
Hubmanöver unwirtschaftlich arbeitete und dennoch nicht in der Lage war, die Unterlagsbretter
frei zu bekommen, wird einschließlich des Bedienungsmannes eingespart. Es wird also
mit weniger Personal und ausschließlich dadurch, daß anstelle eines eingesparten
Gabelstaplers die erfindungsgemäß ausgebildete Vorrichtung eingesetzt wird, ein.
erheblich wirtschaftlicheres, schnelleres und besseres Arbeiten ermöglicht.
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In den Patentansprüchen 2 bis 6 ist angegeben, wie die erfindungsgemäß
ausgebildete Vorrichtung zweckmäßig weitergebildet werden kann.
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Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäß ausgebildeten Vorrichtung
ist in den Zeichnungen dargestellt. Es zeigt: Fig. 1 eine Seitenansicht der erfindungsgemäß
ausgebildeten Vorrichtung, Fig. 2 die erfindungsgemäß ausgebildete Vorrichtung in
Frontansicht, mit Blick auf die Annahmestation und Fig. 3 eine Draufsicht auf die
erfindungsgemäß ausgebildete Vorrichtung.
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Die Figuren zeigen eine Vorrichtung 1, die zur Handhabung von Betonwerksteinen
2 dient. Die Vorrichtung 1 weist ein in Draufsicht U-förmiges Fahrgestell 3 mit
Bockrollen 4 auf.
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Auf dem Fahrgestell 3 erstreckt sich in Längsrichtung ein Bandförderer
5, der beispielsweise mit zwei Schleppketten bestückt sein kann, die in der Lage
sind, Lasten über einen Rollenboden zu ziehen. Es kann aber auch ein Band benutzt
werden, wenn für die nötige Abstützung gesorgt wird.
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Der Bandförderer 5 erstreckt sich in drei Stationen der Vorrichtung
1. Sein Beschickungsende liegt in einer Annahmestation 6. In der Annahmestation
6 werden mit Hilfe eines nicht gezeigten Gabelstaplers Steinpakete 7, die auf irgend
eine geeignete Weise gebildet wurden, abgesetzt.
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Die Steinpakete 7 bestehen aus mehreren Lagen von Betonwerksteinen
2, die jeweils auf Unterlagsbrettern 8 liegen.
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In der Annahmestation 6 befindet sich eine taktweise arbeitende Hubeinrichtung
9, die zwei seitlich beiderseits des Bandförderers 5 verlaufende Tragleisten 10
aufweist, die quer zum Bandförderer 5 und in Höhenrichtung bewegbar sind.
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Diese Tragleisten 10 untergreifen das jeweils auf der untersten Steinlage
liegende Unterlagsbrett 8 und heben es mit dem Rest des darüber befindlichen Steinpaketes
7 vorübergehend von der untersten Steinlage ab. In diesem Augenblick tritt der Bandförderer
5 in Tätigkeit und bewegt die auf dem Unterlagsbrett 8 liegende untere Steinlage
in eine Zwischenstation 11.
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Die Zwischenstation 1 liegt unter einer Greifeinrichtung 12, welche
eine heb- und senkbare, quer zur Bewegungsrichtung des Bandförderers 5 verfahrbare
und um ene lotrecht verlaufende Achse verdrehbare Steinkiammer 13 aufweist Diese
Steinklammer 13 erfaßt die in der Zwischenstation 11 ankommende Steinlage ohne das
Unterlagsbrett 8 und transportiert sie in eine seitlich neben dem Bandförderer S
liegende Paketierstation 14. In dieser Paketierstation 14 setzt die Greifeinrichtung
12 einzelne Steinlagen im Verband kreuzweise zu einen Paket 15 auf.
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Die dritte Station des Bandförderers 5 liegt an seinem Abgabeende
und ist eine Sammelstation 16. Die Sammelstation ist ähnlich wie die Annahmestation
bestückt. Sie weist eine Einrichtung auf, welche die in dieser Station gesammelten
Unterlagsbretter
8, die einen Stapel 17 bilden, vorübergehend anhebt, so daß ein Unterlagsbrett 8
aus der Zwischenstation 11 eingefahren werden kann. Danach wird der Stapel wieder
abgesetzt, beim nachfolgenden Hubvorgang wird auch dieses zuletzt eingefahrene Unterlagsbrett
8 mit eingefahren. Ist die Sammelstation 16 gefüllt, werden die Unterlagsbretter
8 mit Hilfe eines Gabelstaplers abtransportiert.
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Seitlich r.eken dem Bandförderer 5 verlauft von der Paketierstation
14 bis zu einem seitlich neben der Sammelstation 16 liegenden Platz eine Hubstapeleinrichtung
18, die mit einer Paketklammer 19 ausgerüstet ist. Ist eine bestimmte Anzahl von
Steinlage in der Paketierstation 14 zu einem Paket aufeinandergestellt worden, dann
wird dieses Paket 15 von der Paketklammer 19 erfaßt, von der Hubstapeleinrichtung
18 parallel zum Bandförderer 5 transportiert und an dem seitlich neben der Sammelstation
16 liegenden Platz abgesetzt. Das jeweils erste Paket 15 wird unmittelbar auf dem
Erdboden 2C abgestellt; weitere Pakete 15 werden übereinander gestellt, so daß ein
Trockenturm 21 entsteht Sind die vorgegebener. Pakete 15 z. B. drei oder vier zum
Trockenturm 21 übereinandergestellt, d. h., wenn die Hubkapazität der Hubstapeleinrichtung
18 erschöpft ist, dann wird die Vorrichtung von einem Gabelstapler um einen Platz
verfahren und das beschriebene Arbeitsspiel wird wiederholt.
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Aus dem Vorstehenden ergibt sich, daß der Bandförderer 5
taktweise
arbeitet und bei jedem Förderschritt eine Strecke zurücklegt, die dem Abstand der
erwähnten Stationen entspricht. Zum Antreiben der einzelnen Greifer usw. können
Schubkolbentriebe verwendet werden. Da die Vorrichtung nur geringe Wegstrecken zurücklegt,
kann die Energieversorgung ggfs. vom elektrischen Netz aus erfolgen. Die Steuerung
wird mit Hilfe von Endschaltern vorgenommen. Die Hubschritte und Greifbewegungen
sind einstellbar, wenn die Vorrichtung universell für Steine wechselnden Formates
verwendet werden soll.
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Patentansprüche: