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Vorrichtun; zur Fernbetätigung von Flügeln von Rauch- und Wärmeahzugsanlagen
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Fernbetätigung von Flügeln wie
Klappen, Türen u.dgl. von Rauch-und WärmeabzuCsanlagen, z.B. zum selbsttätiqen oeffnen
der Flügel wie Oberlichtklappen eines Gebäudes bzw. einer Halle, vornehmlich zu
Entlürtunjszwecken bei Brand.
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Im Industriebau, z.B. bei Hallen, und auch bei Gehäuden für gewerbliche
und Wohnzwecke, z.B. bei Treppenhäusern, sind Rauch- und Wärmeabzugsvorrichtungen
als Maßnahme des vorbeugenden Brandschutzes erwünscht, insbesondere um Fluchtwege
gegen Verqualmung zu sichern und auch einen schnellen und übersichtlichen Löschangriff
der Feuerwehr zu erhalten.
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Als RwUbh- und Wärmeabzüge gelten Öffnungen in einem Dach, die der
natürlichen Ableitung von Rauch und Brandgasen
dienen. Hierbei bedient
man sich vorteilhaft der Oberlichter bzw. Lichtkuppeln, die vielfach zur Be- und
Entlüftung der Räume ausstellbar ausgebildet sind. Es ist bekannt, solche Flügel
oder Klappen mittels durch ein Druckmittel betätiger Hubelemente, z.B. einer Kolben-Zylinder-Einheit,
fern zu betätigten, wobei der Flügel geöffnet und durch eine Federung in die Schließstellung
zurückbewegt wird. Durch eine solche Fernbetätigung sollen Rauch- und Brandgase
in einfacher Weise abgeleitet werden können, so daß der Raum sich mit ihnen nicht
vollständig füllen kann und eine rauchfreie Zone erhalten bleibt.
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Solche Rauch- und Wärmeabzugsanlagen können von Hand bedient bzw.
ausgelöst werden, wobei die Handauslösung im Brandfalle von sicherer Stelle aus
möglich sein mu. Automatisch wirkende Auslösevorrichtungen müssen naturgemäß im
Brandfalle ihre Funktion sicher erfüllen. Dies ist Jedoch dann nicht der Fall, wenn
die Fernsteuereinrichtung durch den Brand in Mitleidenschaft gezogen wird, z.3.
indem elektrische Kabel, die zur Fernsteuerung der Öffnungsvorrichtung dienen, durch
den Brand zerstört werden, oder auch das Druckmittel, mit dem der zu öffnende Flügel
betätigt wird, durch den Brand ausfällt oder die Leitung für das Druckmittel unterbrochen
wird.
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Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zur Fernbetätigung
von Entlüftungsflügeln u.dgl. bei Rauch- und Wärmeabzugsanlagen zu schaffen, durch
die sichergestellt wird, daß bei Zerstörung des Ubertragungsmittels für die Auslösung
der Betätigung des Flügels od.dgl. die Verstellung des Flügels zur Entlüftung unabhängig
von dem normalerweise eingesetzten Fernbetätigungsmittel vorgenommen wird. Die Betätigungsvorrichtung
mit einem durch ein Druckmittel
betätigten Hubelement in Bewegungsrichtung
der Entlüftung und mit einer Federung zum selbsttätigen Schließen des Flügels zeichnet
sich gemäß der Erfindung dadurch aus, daß das Hubelement mit einem Steuerorgan versehen
ist, dessen Steuerkolben wahlweise einerseits mit dem Netzdruckmittel oder mit einem
weiteren Druckmittel einer anderen Quelle beaufschlagbar ist und andererseits als
Widerlager für die Federung dient, das bei Betätigung des Steuerkolbens diese freigibt.
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Durch eine solche Ausbildung des Steuerorgans für das Hubelement läßt
sich eine erhebliche Sicherheit für das Funktionieren des Hubelementes zur Oeffnung
des Flügels bei Brandgefahr oder Brand erzielen. Es ist sichergestellt, daß das
für den Normalfall der Entlüftung des Raumes eingesetzte Druckmittel, vorzugsweise
Druckluft, für die Betätigung des Hubelementes zum Aufstellen des Flügels entbehrlich
wird.
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Für den Fall, daß das Netzdruckmittel das Steuerorgan nicht zu betätigen
vermag was durch eine Uberwachungseinrichtung festgestellt werden kann, ist das
Vorhandensein einer weiteren Druckmittelquelle garantiert, und zwar unmittelbar
an der Betätigungsvorrichtung für den Flügel. Auf diese Weise wird vermieden daß
das zur Verfügung stehende weitere Druckmittel auf dem Ubertragungsweg von der Druckmittelquelle
zur Betätigungsvorrichtung durch Brand od.dgl. ebenfalls ausfällt. Unmittelbar an
dem Steuerorgan für das Zugelement, d.h. unmittelbar an dem Hubelement, ist die
weitere Druckmittelquelle in Bereitschaft gelagert, so daß sie im Not fall stets
zur Verfügung steht und eingesetzt werden kann. Die Anordnung der weiteren Druckmittelquelle
unmittelbar an dem Steuerorgan für das Zugelement bzw. dem Hubelement selbst hat
den weiteren Vorteil zur Folge, daß
durch die Aufteilung der weiteren
Druckmittelquellen an jedem zu öffnenden Flügel für sich eine erhöhte Sicherheit
für die Funktion der gesamten Rauch- und Wärmeabzugsanlage gewährleistet ist. Wenn
in dem einen Fall, d.h. bei einem zu öffnenden Flügel, die zusätzliche Druckmittelquelle
durch den Brand oder aus anderen Gründen ausfallen sollte, wird dadurch die Funktion
der an den anderen Flügeln in Bereitschaft gehaltenen Druckmittelquelle nicht in
Mitleidenschaft gezogen. Jedes Hubelement für die getrennt liegenden Flügel bleibt
selbständig funktionsfähig, so daß die Entlüftung der Räume von dem entstandenen
Rauch in gewünschter Weise durchgeführt werden kann. Zugleich ist durch die weitere
Gestaltung der Vorrichtung in der Weise, daß bei Einsatz der weiteren Druckmittelquelle
die Schließfeder für den Flügel außer Wirkung gesetzt wird, dafür Vorsorge getroffen,
daß der geöffnete Flügel durch die Feder wieder in die Schließstellung zurückgeführt
wird, was dann erwünscht ist, wenn im Normalfall der Entlüftung das Netzdruckmittel,
das den Flügel etwas geöffnet hält, abgeschaltet wird. Dadurch, daß die Feder im
Notfall außer Betrieb gesetzt wird, kann der Flügel so weit aufgeschlagen werden,
daß er in die Schließstellung nicht mehr zurückfallen kann.
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Dadurch ist die Gewähr gegeben, daß die freizugebende Öffnung groß
genug ist, um das Abziehen des Rauches u.dgl. in vorbestimmter Weise zu ermöglichen.
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Die weitere Druckmittelquelle kann eine in einem dem Steuerorgan zugeordneten
Gehäuse untergebrachte Druckgas erzeugende Vorrichtung sein. Von diesem Gehäuse,
in dem das Druckgas erzeugt wird, führt zu dem Kolbengehäuse zweckmäßig ein Verbindungskanal,
der auf eine Stirnfläche des Steuerkolbens gerichtet ist. Sobald das Druckgas erzeugt
ist, wird der Steuerkolben verschoben, so daß das Druckgas
unter
Abschaltung des Netzdruckmittels das Hubelement für den Flügel sogleich betätigen
kann. Beispielsweise kann die das Druckgas erzeugende Quelle aus einem Treibsatz
mit einer elektrischen Zündvorrichtung bestehen. Die Zündung erfolgt hierbei auf
elektrischem Wege von einer Uberwachungsstelle oder auch von mehreren Stellen, von
denen die Fernbetätigung der Entlüftungsflügel vorgenommen werden kann. Die weitere
Druckgasquelle kann ferner aus einer Druckgas, z.B. CO2, enthaltenden Patrone bestehen.
Hierbei kann die Patrone durch einen federbelasteten Schlagbolzen ausgelöst werden.
Die Freigabe des Schlagbolzens kann auf verschiedene Weise, z.B. elektromagnetisch
u.dgl., durchgeführt werden.
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Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung ist bei allen diesen Anordnungen
vorteilhaft noch eine weitere Auslösevorrichtung vorgesehen, die selbsttätig auf
eine vorbestimmte Temperatur anspricht. Eine solche Vorrichtung kann beispielsweise
aus einem Glaskolben bestehen, dessen Flüssigkeit bei Erreichen einer vorbestimmten
Temperatur explosiv wirkt und den Glaskolben zum Platzen bringt. Wenn ein solcher
Glaskolben unter der Wirkung eines federbelasteten Schlagbolzens steht, wird erreicht,
daß bei Entstehen einer vorbestimmten Temperatur an dem Steuerorgan für das Hubelement
der Schlagbolzen durch das Platzen des Glaskolbens zur Freigabe ausgelöst wird,
wodurch die weitere Druckmittelquelle in Tätigkeit gesetzt wird. Die selbsttätige
Betätigung des Flügels zum Öffnen im Notfall, z.B. bei Brandgefahr, ist dadurch
auf mehrfache Weise gesichert, und zwar unabhängig voneinander. Dadurch wird ein
Höchstmaß an Sicherheit erzielt, daß bei Entstehen eines Brandes die einzelnen Flügel
durch Betätigung von einer Zentrale oder auch unabhängig voneinander der vorbestimmten
Öffnung unterworfen werden.
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Die für die Rückzugsbewegung des geöffneten Flügels dienende Schließfeder
erhält zweckmäßig eine Hubbegrenzung, was für den Normalfall gilt. Zur automatischen
Freigabe kann die Schließfeder mit ihrem dem Steuerorgan zugekehrten Ende unmittelbar
mit dem Steuerkolben des Steuerorgans zusammenwirken. Beispielsweise kann die Feder
eine Schelle aufweisen, die einen Bund des Steuerkolbens umgreift. Hierbei ist die
Schelle mit einem Schlitz verstehen, der in der Breite kleiner als der Steuerkolbenbund
und größer als der Kolbenschaft ist. Auf diese Weise wird erreicht, daß beim Verschieben
des Steuerkolbens für die Freigabe des erzeugten Druckgases zur Betätigung des Hubelementes
die Schließfeder unmittelbar aus ihrem Widerlager gelöst wird, so daß die Schließfeder
kein Hindernis für das Aufstoßen bzw. Aufschlagen des Flügels mehr bieten kann.
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Weiterhin ist es zweckmäßig, daß das Hubelement auch an dem an dem
Flügel angreifenden Ende von diesem im Gefahrfalle gelöst wird, damit der Flügel
ungehindert vollständig aufgeschlagen werden kann. Hierzu kann das Hubelement mittels
eines Halteteils mit dem Flügel verbunden sein, das bei einer vorbestimmten Winkelstellung
der Schließfeder zum geöffneten Flügel die Verbindung freigibt. Ein solches Halteteil
besitzt zweckmäßig einen offenen Schlitz, in den ein Bolzen od.dgl. des Flügels
eingreift. Dadurch kann sich der Bolzen bei einer vorbestimmten Winkellage des Flügels
von der Halterung des Hubelementes selbsttätig lösen.
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Die Erfindung wird anhand der in der Zeichnung dargestell ten Ausführungsbeispiele
nachstehend erläutert.
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Fig. 1 zeigt eine Ausführungsform der Vorrichtung zur Fernbetätigung
eines Oberlichtflügels mit Hilfe der erfindungsgemäßen
Steuervorrichtung
in Ansicht in geschlossener Stellung des Flügels sowie in Öffnungsstellung im Schema.
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Fig. 2 zeigt die Anordnung der erfindungsgemäßen Ausführungsform der
Verstellvorrichtung bei einem Doppel flügel in der Schließstellung und in geöffneter
Stellung eines Flügels in Ansicht und schematisch.
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Fig. 3 veranschaulicht das Steuerorgan gemäß der Erfindung für das
Hubelement zur Betätigung des Flügels im Längsschnitt und im Schema.
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Fig. 4 ist ein Schnitt nach der Linie IV-IV der Fig. 3 und zeigt die
Verriegelungsvorrichtung für die Druckfeder im Ausschnitt.
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Fig. 5 zeigt im Ausschnitt ein weiteres Ausführungsbeispiel für die
Verwendung einer anderen Druckmittelquelle bei dem Steuerorgan gemäß der Erfindung,
zum Teil in Ansicht und im Schnitt.
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In einem Gebäude bzw. einer Halle mit einer Decke 1, die gleichzeitig
Dach ist, ist eine Oberlichtklappe 2, z.B.
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eine Lichtkuppel 2, vorgesehen, die um ein Scharnier 3 schwenkbar
gelagert ist und in der Schließstellung über einen Kranz 4 greift. An diesem zu
öffnenden Flügel 2 greift ein Hubelement 5, z.B. eine Kolben-Zylinder-Einheit, bei
6 an, wobei das Hubelement an einer festen Konsole 7 mit seinem unteren Ende an
der Stelle 8 fest verbunden ist. Die Konsole 7 wird von einer Traverse 9 gehalten,
die mittels der Laschen 10 und 11 an dem Kranz 4 befestigt ist. Das Hubelement 5
weist ein Steuerorgan 12 auf. Ferner ist eine Schließfeder 13 vorgesehen, die bei
14 mit dem Steuerorgan 12 und bei 15
mit dem Flügel 2 in Verbindung
steht. Die Feder 13 dient zum selbsttätigen Schließen des Flügels 2. Sie besitzt
vorteilhaft eine Hubbegrenzung 16, die zweckmäßig aus einem in der Feder eingelagerten
Draht vorbestimmter Länge besteht. Die Hubbegrenzung dient dazu, daß der Flügel
in der Entlüftungsstellung im Normalfall in einer vorbestimmten Winkellage einen
Anschlag findet, wobei der Flügel in dieser Winkellage durch ein Druckmittel, z.B.
mittels Druckluft, die das Hubelement 5 beaufschlagt, gehalten wird.
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Mit dem Flügel 2 kann ein Stoßdämpfer 17 zusammenwirken, der mittels
eines Lenkers 18 gelenkig gelagert ist, wobei der Lenker durch feste Anschläge 19
und 20 in seiner Ausschlagbewegung begrenzt wird. Der Stoßdämpfer 17 dient dazu,
daß beim Zurückschlagen des Flügels 2 die über 900 hinausführende Bewegung sanft
erfolgt.
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Bei der Ausführungsform der Fig. 2, bei der zwei Flügel 2, die unter
der Wirkung der Hubelemente 5 Und der Schließfeder 13 stehen, gemeinsam geöffnet
werden können, ist das Steuerorgan 12 für beide Hubvorrichtungen gemeinsam vorgesehen.
Es ist an der Konsole 7a befestigt, die mit einem Querträger 7b versehen ist, wobei
Jedes Hubelement 5 an dem Querträger 7b an den Stellen 22 und 23 abgesetzt und zugleich
drehbar gelagert ist. Von dem Steuerorgan 12 führen Leitungen 24 und 25 zu den Hubelementen
5 und 6 zu den Schwenkpunkten 22 und 23, wobei die Gelenkstellen 22 und 23 als Gelenkverschraubung
ausgebildet sind.
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Das Steuerorgan 12, das entweder am inneren Ende des Hubelementes
5 oder an einer festen Konsole angebracht sein kann, weist ein Gehäuse 26 auf, in
dem ein Umsteuerkolben 27 verschiebbar gelagert ist. In dem Gehäuse 26 ist eine
Bohrung 28 vorgesehen, die zu dem Hubelement 5, d.h. hinter
den
Kolben 29 bzw. den Kolbenschaft 30 führt und mit einer Zuführung 31 Verbindung hat,
durch die ein Druckmittel, z.B. Druckluft, von einem Druckluftnetz zugeführt wird.
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Der Umsteuerkolben befindet sich in einer Bohrung 32 und weist mehrere
Bunde auf, wobei die Bohrung 28 durch die Bundes des Umsteuerkolbens 27 abgeschlossen
gehalten wird.
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Hierbei hat lediglich die Zuführung 31 für das Netzdruckmittel zutritt
zu der Bohrung 28 und damit zu dem Kolben 29 des Hubelementes 5. Zur Betätigung
des Flügels in die Entlüftungsstellung wird aus dem vorhandenen Druokluftnetz Druckluft
durch die Zuführung 31 in die Bohrung 28 gegeben, worauf das Hubelement 5 ausgefahren
wird. Die Schließfeder 13 wird hierbei gespannt. Dabei wird der Hub des Hubelementes
5 durch die in der Schließfeder 13 untergebrachte Hubbegrenzung 16 am weiteren Ausfahren
gehindert. Während der Öffnungslage des Flügels 2 steht das Hubelement unter dem
Druck des Netzdruckmittels. Wenn das Netzdruckmittel abgeschaltet wird, tritt die
Schließfeder 13 in Wirkung und schließt den Flügel 2 selbsttätig.
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Mit dem Gehäuse 26 ist ein weiteres Gehäuse 33 verbunden, in dem eine
weitere Druckmittelquelle angeordnet ist. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
der Fig. 3 besteht diese aus einem Treibsatz 34, der in einer Kammer 35 untergebracht
ist. An diese Kammer schließt sich eine Bohrung 36 an, die als Zündraum für einen
Zündsatz 37 dient. Der Zündsatz 37 kann durch eine Zündvorrichtung 38 zur Zündung
gebracht werden, beispielsweise auf elektrischem Wege, indem eine Spule 39 vorgesehen
ist, zu der eine elektrische Zuleitung 4o führt, welche von einer Zentrale aus bedient
werden kann. Die Zündspule 39 ist in einer Schraube 41 untergebracht. Von der Kammer
35 führt ein Kanal 42 zu der Stirnseite des Umsteuerkolbens 27. Ferner kann in der
Kammer
35 ein Filter 43 angeordnet sein.
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Das Steuerorgan 12 kann weiterhin mit einer auf eine vorbestimmte
Temperatur ansprechende Vorrichtung 44 ausgerüstet sein. Diese Vorrichtung 44 weist
einen Glaskolben 45 auf, in dem eine Flüssigkeit enthalten ist, die bei einer vorbestimmten
Temperatur Dämpfe od.dgl. von solcher Spannung entwickelt, die das Zerplatzen des
Glaskolbens 45 zur Folge haben. Der Glaskolben 45 steht unter der Wirkung eines
Schlagbolzens 46, der unter dem Druck einer Feder 47 gehalten wird, so daß durch
die Federspannung der Glaskolben 45 in der Fassung 48 eingespannt gehalten wird.
Die Feder 47 wirkt einerseits auf ein scheibenförmiges Wider lager 49 und andererseits
gegen den Boden einer Hülse 50, die mit dem Gehäuse 33 verbunden ist. Zwischen der
Spitze des Schlagorgans 46 und dem Zündsatz 37 kann ein Schlagtaster 51 für die
mechanische Zündung des Zündsatzes 37 vorgesehen sein.
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Der Umsteuerkolben 27 dient zugleich als Widerlager für die Feder
13. Hierzu ist ein schellenartiges Halteteil 52 vorgesehen, das einen Bund 53 des
Steuerkolbens 27 umfaßt.
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Die Schelle 52 weist am unteren Teil einen Schlitz 52a auS, dessen
Breite kleiner ist als der Bund 53, jedoch größer als der Durchmesser des Umsteuerkolbens
27. Dieser ist ferner mit einer Handhabe 54 ausgestattet, durch die es ermöglicht
ist, den Umsteuerkolben 27 durch Handbetätigung verschieben zu können.
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Im Notfall oder bei Brand wird die bei jedem Hubelement vorgesehene
zusätzliche Druckmittelquelle in Tätigkeit gesetzt, um das Öffnen des Flügels schneller
und sicherer als mit Hilfe des Netzdruckmittels vor sich gehen zu lassen. Es kann
hierzu der Zündsatz 37 mittels der elektrischen Zündvorrichtung
38
gezündet werden, was von einer Zentrale aus oder von einer sonstigen Stelle in dem
Gebäude vorgenommen werden kann. Der Zündsatz veranlaßt sodann die Explosion des
Treibsatzes 34. Hierdurch wird bei hoher Temperatur Druckgas erzeugte das durch
den Kanal 42 auf die Stirnseite des Umsteuerkolbens 27 strömt. Dadurch wird der
Umsteuerkolben verschoben, was das Versperren der Zuführung 31 für das Netzdruckmittel
zur Folge hat. Zugleich wird für das Druckgas der Weg zu der Bohrung 28 und damit
unter den Kolben 29 des Hubelementes 5 freigegeben, worauf das Hubelement unter
dem hohen Gasdruck den Flügel 2 aufstößt. Damit die Schließfeder 13 hierbei nicht
hinderlich ist, erfolgt zugleich ein Freigeben des Halteteils 52 von dem Umsteuerkolben
27. Der Bund 53 hebt sich aus der Schelle 52, was zur Folge hat, daß die Schelle
52 über den Schaftdurchmesser des Umsteuerkolbens 27 gleiten kann. Mit dem sich
öffnenden Flegel wird somit die freigewordene Feder 13 mitgenommen. Eine zusätzliche
Sicherheit für die Auslösung des Steuerorgans 12 zum Aufstoßen des Flügels 2 ist
durch die Vorrichtung 44 gegebene durch die die Erzeugung des Druckgases bei einer
vorbestimmten Temperatur ausgelöst wird. Wenn also die elektrische Schaltvorrichtung
38 nicht mehr funktioniert oder die Betätigung derselben unterblieben ist, tritt
die Thermo-Auslösung der Vorrichtung 44 in Tätigkeit. Bei einer vorbestimmten Temperatur
platzt der Glaskolben 45. Dadurch wird die Wirkung der Feder 47 frei und der Schlagbolzen
46 veranlaßt über den Schlagtaster 51 die ZUndung des ZUndsatzes 37. Danach spielt
sich derselbe Vorgang wie bei der Zündung des Zündsatzes 37 durch die elektrische
Auslösevorrichtung 38 ab. Das Steuerorgan 12 weist also bei jedem Hubelement 5 eine
doppelt wirkende Sicherungsvorrichtung auf. Unabhängig hiervon kann nach wie vor
im Normalzustand der Flügel in vorbestimmter Weise geöffnet und geschlol;rsen werden.
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Bei der Ausführungsform der Fig. 5 ist eine weitere Druckmittelquelle
zur Freisetzung von Druckgas veranschaulicht.
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Als Druckmittelquelle kann beispielsweise eine Druckgasflasche 56
verwendet werden, die in einem Gehäuse 57 eingesetzt ist und von einer anschraubbaren
Schutzhülse 38 umgeben sein kann. Zum Freisetzen des in der Flasche 56 befindlichen
Druckgases, z.B. CO2-Gases, dient ein Schlagbolzen 59, der unter der Wirkung einer
Feder 60 besteht, die auf eine mit dem Schlagbolzen 59 verbundene Scheibe 61 wirkt.
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Der Schlagbolzen 59 wird durch den Glaskolben 45 unter Spannung gehalten.
Dadurch ist eine thermische Auslösung des Schlagbolzens 59 gegeben. Zugleich kann
eine Vorrichtung 62 vorgesehen sein, mit der der Glaskolben 45 mechanisch zerstört
werden kann. Dies kann durch einen Bolzen 63 erfolgen, der unter der Wirkung einer
Feder 64 steht und durch diese in der zurückgezogenen Stellung gehalten wird. Zum
Vortreiben des Bolzens 63 kann vorzugsweise eine elektrisch arbeitende Vorrichtung
65 vorgesehen sein, die elektromagnetisch arbeitet und bei einem Stromimpuls den
Bolzen 63 gegen die Wirkung der Feder 64 so vortreibt, daß der Glaskolben 45 mechanisch
von außen zerstört wird. Dadurch wird der Schlagbolzen 59 frei und schlägt auf den
Verschluß der Druckgasflasche 56. Die unter hoher Spannung stehenden Druckgase können
sich entladen und gelangen durch Bohrungen 66 zu dem Kanal 42 zum Verschieben des
Umsteuerkolbens 27 und zur Betätigung des Hubelementes 5. Das rasante Öffnen des
Flügels 2 geschieht sodann in gleicher Weise wie durch Zündung des Treibsatzes 34.
Das freigegebene Druckgas kann voll auf das Hub element 5 wirken, während die Druckluftzufuhr
vom Netz abgeschnitten ist.
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Damit der Flügel 2 bei seiner Öffnungsbewegung über die senkrechte
Stellung hinaus von dem Hubelement 5 nicht beeinträchtigt
wird,
ist weiterhin vorgesehen, daß das Hubelement 5 sich von dem Flügel 2 bei Uberschreiten
einer vorbestimmten Winkelstellung selbsttätig lösen kann. Hierzu dient ein Halteteil
68, das an dem Flügel 2 bei 69 drehbar angelenkt ist. Die Kolbenstange 30a des Hubelementes
5 greift mittels eines Querbolzens 70 in einen, vorzugsweise kurvenförmig gestalteten
Schlitz 71 des Halteteils 68 ein, welches im Querschnitt U-Form aufweisen kann.
Wenn der Flügel 2 beim Aufstoßen mittels des Hubelementes 5 die senkrechte Lage
überschritten hat, gleitet der Bolzen 70, der mit der Kolbenstange 30a des Hubelementes
5 fest verbunden ist, selbsttätig aus dem Schlitz 71 des Halteteils 68 heraus, so
daß das Hubelement von dem Flügel 2 gelöst ist. Der Flügel kann sodann unbehindert
weiter umschlagen. Auf diese Weise ist sichergestellt, daß das Hubelement 5 beim
weiteren Aufschlagen des Flügels nicht mehr hinderlich ist und der Flügel die Dachöffnung
vollständig freigibt. Die Rauchgase od.dgl. können dadurch durch den vollen Querschnitt
der Dachöffnung frei austreten.
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Es ist zweckmäßig, daß der Flügel 2 in seiner geschlossenen Stellung
verriegelt ist, damit der Flügel durch Windkraft od.dgl. nicht unbeabsichtigt geöffnet
wird. Hierzu dient eine Verriegelungsvorrichtung 73, die selbsttätig die Verriegelung
des Hubelementes veranlaßt und zugleich die Vornahme der Öffnungsbewegung mit Hilfe
des Druckmittels ermöglicht. Die Verriegelungsvorrichtung 73 weist einen unter der
Wirkung einer Feder 75 stehenden Verriegelungsbolzen 74 auf, der mit einem Kolben
76 fest verbunden ist, welcher in dem Gehäuse 77 gleitet. Zu der dem Hubelement
5 zugekehrten Seite des Kolbens 76 führt der Kanal 28a für die Netzdruckluft für
das erzeugte Druckgas. Der Bolzen 2 greift mit seinem angeschrägten freien Ende
in eine Ausnehmung,
z.B. eine Ringnut 78> des Kolbenschaftes
30, wobei die Ausnehmung 78 mit Schrägflanken versehen ist. Der Verriegelungsbolzen
74 kann durch eine außenliegende Handhabe 79 von Hand betätigt werden. Sobald Druckluft
oder Druckgas durch die Kanäle 28a auf den Kolzen 76 des Verriegelungsbolzens 74
wirkt, wird der Verriegelungsbolzen 74 nach außen gedrückt, so daß der von der Druckluft
bzw. dem Druckgas beaufschlagte Kolben 29 bzw. Kolbenschaft 70 die Kolbenstange
30a zum Öffnen des Flügels nach außen gedrückt werden kann. Bei Druckentlastung
unter dem Kolben 76 wird der Verriegelungsbolzen 74 wieder eingefahren, und zwar
unter dem Druck der Feder 75. Beim Einfahren der Kolbenstange 70 wird durch die
Schräge 78a an der Unterseite der Kolbenstange 30 der Verriegelungsbolzen 74 zurückgedrückt,
so daß der Kolben 29, 30> 30a in die Ausnehmung 78 der Kolbenstange einrasten
kann. Dadurch ist die Verriegelung selbsttätig wieder hergestellt. Eine solche Verriegelung
reicht aus, um ein unbeabsichtigtes Öffnen des Flügels 2 auch bei hohen Windkräften
sicher zu verhindern.