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Gewirkte oder gestrickte, nach der Kuliertechnik aus mehreren Fäden
herqestellte Maschenware Die Erfindung betrifft eine gewirkte oder gestrickte, nach
der Kuliertechnik aus mehreren Fäden hergestellte Maschenware mit aus den Fäden
gebildeten Henkeln.
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Bei einer bekannten Maschenware dieser Gattung sind die Henkel nur
auf der einen Seite der Ware in Form eines Frottees angeordnet.
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Die Erfindung geht von der Aufgabe aus, eine Maschenware vorzuschlagen,
bei der in besonderer Weise auf beiden Seiten der Ware Henkel angeordnet sind.
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Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß in jeweils einer
Maschenreihe der aus mindestens vier Fäden herqestellten Maschenware ein Faden auf
der oberen Seite der Maschenware und
in der jeweils benachbarten
Maschenreihe ein anderer Faden auf der unteren Seite der Maschenware zu Henkel derart
ausgezogen ist, daß eine Maschenware mit doppelseitigem Flor entsteht.
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Die nachstehende Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung
einschließlich eines Verfahrens und mehrerer Vorrichtungen zur Durchführung des
Verfahrens, dient der weiteren Brläuterung. Es zeigen: Fiq. 1 eine erfindungsgemäße
Maschenware mit doppelseitigem, aus Henkeln bestehendem Flor, die mit einer Masche
noch an einer erfindungsgemäß ausgebildeten Nadel hängt; Fig. 2 eine Teilschnittansicht
einer Rundstrickmaschine zum Herstellen einer Maschenware gemäß der Erfindung; Fig.
3 eine Ansicht ähnlich Fig. 2 mit anderer Stellung der maschen- und henkelbildenden
Elemente; Fig. 4 eine Kipp-Platine gemäß der Erfindung zum Herstellen der auf der
Oberseite der Maschenware angeordneten Henkel; Fig. 5 eine Kipp-Platine gemäß der
Erfindung zum Herstellen der auf der Unterseite der Maschenware angeordneten Henkel;
Fig. 6 die gegenseitige Zuordnung zweier Platinen und einer Nadel bei der erstellung
einer erfindungsgemäßen Maschenware;
Fig. 7 die Platinen und die
Nadel in anderer Stellung als in Fig. 6; Fig. 8 eine Schnittansicht entlang der
Linie 8-8 in Fig. 2; Fig. 9 schematische Skizzen zur Erläuterung des Verfahrensablaufes
bei der Herstellung der erfindungsgemäßen Maschenware; Fig.10 weitere Skizzen zur
Erläuterung des Verfahrensablaufes; Fig.ll weitere Skizzen zur Erläuterung des Verfahrensablaufes;
Fig.12 eine bevorzugte Ausführungsform einer Vorrichtung gemäß der Erfindung und
Fig. 13 schematisch die Anordnung mehrerer Stricksysteme an einer Rundstrickmaschine
zur Herstellung einer Maschenware gemäß der Erfindung.
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In Fig. 1 ist das Maschenbild einer erfindungsgemäßen Maschenware
dargestellt. Das Maschenbild der aus vier Fäden 1, 2, 3 und 4 gewirkten oder gestrickten
Ware umfaßt in Fig. 1 drei Maschenstäbchen 5, 6 und 7 sowie vier Maschenreihen 8,
9, 10 und 11. Die Fäden 2 und 4 dienen ausschließlich der Bildung von Maschen eines
Grundgestricks. In den Maschenreihen 8 und 10 ist der Faden 1 auf der Oberseite
der Maschenware zu Henkeln 13 ausgezogen, die im folgenden auch als "obere Henkel"
bezeichnet werden. Die Fäden 3 sind in den Maschenreihen 9 und 11 auf der Unterseite
der Ware zu Henkeln 14 ausgezogen, die im folqenden
auch als "untere
Henkel" bezeichnet werden. Insgesamt wechseln sich bei der erfindungsgemäßen Maschenware
jeweils Maschenreihen mit oberen und unteren Henkeln gegenseitig ab. Es handelt
sich also um eine Maschenware mit doppelseitiem, aus Frottee-Henkeln gebildetem
Flor. Die Henkel 13, 14 der erfindungsgemäßen Maschenware zeichnen sich dadurch
aus, daß sie auf beiden Seiten der Ware scherfest sind, sie können also beidseits
der Ware z.B. zu einem pluschartigen Flor aufgeschnitten werden.
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Wie aus Fig. 1 hervorgeht, sind die henkelbildenden Fäden 1 und 3
jeweils im Bereich des Kopfes 15 bzw. 16 einer Masche in die Maschenware eingebunden
und im Bereich des Maschenfußes 17 bzw.
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18 zu den Henkel 13 bzw. 14 ausgezogen. Der die oberen Henkel 13 bildende
Faden 1 liegt in jeder zweiten Maschenreihe oben, während der die unteren Henkel
14 bildende Faden 3 in jeder zweiten Maschenreihe unten liegt, wobei die erstgenannten
mit den an zweiter Stelle genannten Maschenreihen von Reihe zu Reihe miteinander
abwechseln. Dabei verlaufen die Fäden 1 und 3 innerhalb des von den Fäden 2, 4 gebildeten
"Grundgestricks" teilweise parallel mit den letztgenannten Fäden und verstärken
auf diese Weise das Grundgestrick.
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In den Fig. 2 bis 8 sind Vorrichtungen zur Herstellung einer erfindungsgemäßen
Maschenware dargestellt. Die Fig. 2 und 3 zeigen halbschematisch Teilschnittansichten
einer Rundstrickmaschine, Fig. 8 ist eine Schnittansicht entlang der Linie 8-8 in
Fig. 2. Am Außenumfang eines Nadelzylinders 20, der in bekannter Weise durch eine
Antriebsvorrichtung um seine Achse in Rotation versetzt wird, sind Nuten 21 eingefräst,
zwischen denen Stege 22 liegen (Fig. 8). In den Nuten 21 sind in an sich bekannter
Weise (vgl. z.B. die USA-Patentschrift 3 643 472) jeweils
Kipp-Platinen
schwenkbar gelagert, während auf jedem Steg 22 eine Nadel verschieblich ist. Es
sind zwei verschiedene Typen von Kipp-Platinen vorgesehen, nämlich eine sogenannte
"obere Platine"23, die der Ausbildung der auf der Oberseite der Maschenware gelegenen,
oberen Henkel 13 dient, und eine sogenannte "untere Platine" 24, die der Ausbildung
der auf der Unterseite der Maschenware gelegenen, unteren Henkel dient.
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Die Platinen 23, 24 weisen jeweils einen kreisrunden Fuß 25 auf, mit
dem sie in Lagerstegen 26, 27 (Fig. 8) in an sich bekannter Weise gelagert sind.
Die beiden Laqerstege 26, 27 sind zusammen mit einem ebenfalls an sich bekannten
Führungssteg 28 jeweils fest in die Nuten 21 eingesetzt. Die Nadeln 29 liegen jeweils
zwischen einer oberen und unteren Platine 23 bzw. 24, wobei zwischen Nadel 29 und
den unteren Platinen 24 jeweils ein die Nadel 29 seitlich führender Führungssteg
28 lieqt (Fig. 8).
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Die runden Füße 25 der Platinen 23, 24 (vgl. Fig. 4, 5 und 8) weisen
vorspringende Augen 31 bzw. 32 auf, mit denen die Platinen aneinander bzw. an den
Stegen 22 anliegen und im richtigen Abstand gehalten sind.
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An den Füßen 25 der Platinen 23 und 24 sind jeweils Vorsprünge 30
angeordnet, an welchen herkömmliche Platinenschieber 33 bzw.
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34 in der aus Fig. 2, 3 und 8 ersichtlichen weise angreifen.
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Beim Auf- und Abbewegen der Platinenschieher 33, 34 werden die Platinen
23, 24 hin- und herverschwenkt. Fig. 2 zeigt die eine, Fig. 3 die andere Extremlage
der Platinen 23 und 24. Die Schieber 33, 34 weisen ihrerseits vorspringende Füße
35 bzw. 36 auf, an denen in der üblichen Weise in einem stationären Schloßmantel
37 befestigte Schloßteile 38, 39 bzw. 41, 42 angreifen. Wenn der Nadelzylinder 20
relativ zum Schloßmantel rotiert, werden die in den Nuten zwischen den Schloßteilen
gleitenden
Schieber 33, 34 von den Schloßteilen entsprechend auf- und abbewegt und bewirken
hierdurch eine Verschwenkung der Platinen 23 und 24.
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Mit der Nadel 29 ist schließlich in ebenfalls bekannter Weise ein
Nadelschieber 43 verbunden, der mit einem vorspringenden Fuß 44 von Schloßteilen
45, 46 (Fig. 2 und 3) geführt ist. Auf diese Weise wird die Nadel 29 beim Rotieren
des Nadelzylinders 20 auf- und abbewegt.
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Fig. 4 zeigt die besondere Form einer der Ausbildung der oberen Henkel
13 dienenden, oberen Platine 23. An den mit dem Vorsprung 30 und dem Auge 31 versehenen
Fuß 25 schließt sich ein leicht abgewinkelter Schenkel 51 an, von dem frei vorspringend
ein Kulierrücken 52 und ein Greiferarm 53 abstehen. Kulierrücken 52 und Greiferarm
53 sind durch eine Kehle 54 voneinander getrennt.
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Der Kulierrücken 52 weist eine Einbuchtung 55 auf, die in später noch
zu erläuternder Weise der Zuführuna eines Fadens dient. Am freien Ende des Greiferarms
23 ist eine Greiferkerbe 56 zum Erfassen eines Fadens angeordnet. Die in Fig. 5
im einzelnen dargestellte, der Ausbildung der Henkel an der Unterseite der Maschenware
dienende, untere Platine 24 weist an einem mit dem Fuß 25 verbundenen, leicht abgewinkelten
Schenkel 57 einen frei vorspringenden Kulierrücken 58 auf, an dem eine Einbuchtung
59 für einen zuzuführenden Faden sowie eine Greiferkerbe 61 zum Erfassen eines in
die Einbuchtung 59 einqeführten Fadens auf.
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Die Fig. 6 und 7 zeigen jeweils eine Stricknadel 29 mit jeweils an
ihren Seiten angeordneten oberen bzw. unteren Platinen 23 bzw. 24. Die Platinen
23 und 24 nehmen in Fig. 6 und 7 jeweils verschiedene Funktionsstellungen ein. In
Fig. 6 ist ein Faden 3 in die Einbuchtung 59 der unteren Platine 24 eingelegt, der
wegen der Einbuchtung 55 am Kulierrücken 52 der oberen Platine 23 von letzterer
Platine nicht behindert wird. Im Haken 62 der
Nadel 29 liegt ein
Faden 4. Die zuvor aus den Fäden 1 und 2 gebildete Masche liegt zwischen dem Schaft
der Nadel 29 und der geöffneten Nadelzunge 63. In Fig. 7 hat sich die untere Platine
24 gegenüber Fig. 6 nach rechts verschwenkt, wodurch der Faden 3 von der Greiferkerbe
61 erfaßt, gegen die Nadelzunge 63 gedrückt und zu einem Henkel 14 ausgezogen worden
ist.
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Wie insbesondere aus Fig. 1 hervorgeht, weisen die erfindungsgemäß
ausgebildeten Stricknadeln 29 unterhalb der Drehlagerung 64 der Nadelzungen 63 eine
Ausnehmung 65 auf, in welcher der Kopf 16 einer gerade gebildeten Masche hinter
der geöffneten Zunge 63 Platz findet. Auf diese Weise ist der Kopf 16 der Masche
zwischen der Zunge und dem Schaft der Nadel 29 eingeschlossen. Unterhalb der Ausnehmung
65 weist die Nadel 29 einen Vorsprung 66 zur Abstützung des freien Endes der geöffneten
Nadelzunge 63 auf. Dieser Vorsprung 66 ist vorzuasweise abgerundet, um ein leichtes
Darübergleiten (von unten nach oben) der gerade gebildeten Masche zu gewährleisten.
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Im nachfolgenden wird anhand der schematischen Skizzen in den Fig.
9 bis 11 das erfinduncrsgemäße Verfahren zur Herstellung einer Maschenware gemäß
Fig. 1 mit Hilfe der in Fig. 2 bis 8 dargestellten Vorrichtungen erläutert. Die
Fig. 9 bis 11 zeigen die Positionen, die nacheinander von den verschiedenen, die
erfindungsgemäße Maschenware bildenden Elementen, nämlich den Platinen 23, 24 und
der Nadel 29 eingenommen werden. Die mit a bezeichneten Positionen in Fig. 9 und
10 beziehen sich auf die Bildung des oberen, die in Fiq. 10 und 11 mit b bezeichneten
Positionen auf die Bildung des unteren Henkels 13 bzw. 14. Die Platinen 23, 24 sind
in Fig. 9 bis 11 lediglich so weit dargestellt, wie es für das Verständnis ihrer
gerade ausgeübten
Funktion erforderlich ist. In allen Positionsschemata
der Fig. 9 bis 11 ist jeweils durch Pfeile die Bewegunqsrichtung der Platinen und
der Nadel in der betreffenden Arbeitsphase angegeben. Der Pfeil links oben neben
der Nadel bezieht sich auf die obere Platine 23, der Pfeil rechts oben neben der
Nadel auf die untere Platine 24, der Pfeil rechts unten neben der Nadel auf die
Nadel selbst. Ein Kreis mit Kreuz anstelle eines Pfeiles bedeutet Stillstand des
betreffenden Elements. In jeder Positionszeichnung ist schließlich durch eine horizontale
Linie 60 (vgl. Fig. 9, Position al) die Abschlaghöhe angegeben.
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In der Position al werden die Fäden 1 und 2 wie dargestellt zugeführt.
Der Faden 1 liegt dabei oberhalb der vorangehenden, aus den Fäden 3 und 4 gebildeten
Masche 70, die unterhalb der Drehlagerung der Zunge 63 und hinter derselben den
Schaft der Nadel 29 umschließt. Der Faden 2 liegt etwa in fIöhe oder oberhalb der
Masche 70 in vertikalem Abstand unter dem Faden 1. Die Nadel 29 ist - vgl. das rechts
unten neben ihr angeordnete Kreuz mit Kreis - in Ruhe. Dasselbe gilt für die untere
Platine 24 - vgl. das ihr zugeordnete Kreuz mit Kreis -. In dieser Stellung hält
der Kulierrücken 58 der Platine 24 die Masche 70 auf Abschlaghöhe (vgl. die Linie
60). Die obere Platine 23 wird in Richtung des Pfeiles im Uhrzeigersinn eingeschwenkt.
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Bei der Position a2 wird der Faden 1 von der Greiferkerbe 56 des Greiferarmes
53 der sich weiter im Uhrzeigersinn verschwenkenden, hinter der Nadel vorbeigehenden
Platine 23 erfaßt. Der Faden 2, der immer noch auf der Nadelzunge 63 liegt, gelangt
dabei in die Kehle zwischen Greiferarm 53 und Kulierrücken 52, so daß er vom Faden
1 getrennt gehalten ist. Die Nadel 29 und die untere Platine 24 verharren in der
Position a2 in Ruhe.
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In der Position a3 ist der Faden 1 durch die obere Platine 23 vollständig
zum Henkel 13 ausgezogen. Die Nadel 29 beginnt aufgrund ihrer durch den Pfeil angedeuteten
Abwärtsbewegung abzustricken. Die untere Platine - vgl. das Kreuz mit Kreis rechts
von der Nadel 29 - verharrt nach wie vor in Ruhe.
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In der Position a4 schließt sich die Nadelzunge 63, hervorgerufen
durch den beim Abstricken erzeugten Widerstand der an den Kulierrücken der oberen
und unteren Platine auf liegenden, vorangehenden Masche 70. Beide Platinen verharren
in Ruhe.
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In der Position a5 strickt die Nadel 29 weiter ab. Die obere Platine
23 schwenkt in Pfeilrichtung geringfügig zurück, um ein Reißen des Fadens 1 zu verhindern.
Die Nadelzunge 63 hat sich geschlossen, so daß nun die Fäden 1 und 2 im Nadelhaken
eine schlossen sind. Die untere Platine 24 verharrt weiterhin in Ruhe.
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Die Postion a6 ist die sogenannte Kulierstellung: Die Nadel 29 hat
inzwischen ihren unteren Umkehrpunkt erreicht und beginnt sich wieder nach oben
zu bewegen. Im Zusammenhang mit dem Abstreifen der vorangehenden Masche 70 über
die geschlossene Nadelzunge wird aus dem Faden 2 eine Masche gebildet, wobei der
Faden l,wie aus der Position a6 ersichtlich, nachfolgt. Die beiden Platinen werden
nicht bewegt.
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In der Position a7 (Fig. 10) verschiebt sich die Nadel 29 weiter nach
oben. Die vorangehende Masche 70 zieht, zusammen mit den mit ihr verbundenen, noch
früher gebildeten Maschen die neue Masche 71 auf die Höhe des Kulierrückens der
oberen Platine 23.
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Bei weiterem Hochschieben der Nade-l 29 wird durch den Widerstand
der neuen Masche 71 die Nadelzunge 63 geöffnet und die
neue Masche
71 abgeschlagen. Die obere Platine 23 schwenkt im Gegenuhrzeigersinn zurück, während
die untere Platine 24 immer noch in Ruhe verharrt.
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In der Position a8 hat die Nadel ihren oberen Umkehrpunkt gerade erreicht
und beginnt, wieder nach abwärts zu wandern. Ein am ortsfesten Schloßmantel befestigtes
Fadenzuführröhrchen 75 für den Faden 3 gelangt nun in die Nähe der mit dem Nadelzylinder
20 umlaufenden Nadel 29 derart, daß das Röhrchen ein Schließen der Zunge 63 verhindert.
Die Platinen 23 und 24 verschwenken sich nach links. Dabei wird die neue Masche
71 durch die Kulierrücken dieser Platine auf Abschlaghöhe gehalten.
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In der Position bl hat sich die Nadel 29 weiter abwärts bewegt und
ist in Einlegestellung gelangt. Die neue Masche 71 (ab Positon bl ist die zuvor
gebildete Masche 70 nicht mehr mitgezeichnet) ist hinter der Zunge 63 in die Ausnehmung
65 (vgl.
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Fig. 1) der Nadel 29 gerutscht. Nunmehr taucht das Ende des Fadenzuführröhrchens
75 in die Einbuchtungen 55, 59 der stillstehenden Platinen 23 bzw. 24 und legt den
Faden 3 auf die Nadelzunge 63 auf. Durch eine nicht dargestellte, weitere Fadenzuführeinrichtung
wird der Faden 4 oberhalb des Fadens 3 zugeführt. Es beginnt nun die Bildung eines
an der Unterseite der Maschenware angeordneten, unteren Henkels 14.
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In der Position b2 verschwenkt sich die obere Platine 23 weiter nach
links, um den Faden 3 auf der Zunge 63 allmählich in Abschlaghöhe (Linie 60) zu
verschieben. Die untere Platine 24 verschwenkt sich nach rechts und zieht mittels
ihrer Greiferkerbe 61 den Faden 3 nach rechts zum unteren Henkel 14 aus.
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In der Position b3 ist der Henkel 14 voll ausqebildet. Der
Faden
3 liegt auf dem Kulierrücken der oberen Platine 23, die nun in ihrer linken Endlage
ist, in Abschlaghöhe. Die Nadel 29 beginnt nach unten abzustricken.
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Wenn gemäß Position b4 die Nadel 29 weiter abstrickt, das heißt sich
weiter nach unten verschiebt, schließt sich die Nadelzunge 63, hervorgerufen durch
den Widerstand der an den Kulierrücken der Platinen 23 und 24 aufliegenden, zuvor
gestrickten Maschen.
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Die Platine 24 verschwenkt sich geringfügig zurück, um ein Reißen
des Fadens 3 zu verhindern.
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In der Position b5 (Fig. 11) strickt die Nadel 29 weiter ab. Die obere
Platine 23 verschwenkt sich weiter im Uhrzeigersinn nach rechts und schließt, sobald
die Nadel 29 entsprechend tief liegt, die Fäden 3 und 4 in der Kehle 54 zwischen
den Kulierrücken 52 und dem Greiferarm 53 ein.
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Die Position b6 ist die Kulierstellung: Die Nadel 29 hat ihre maximale
Tiefstellung gerade überschritten. Mit dem Faden 4 wird eine Masche 72 gebildet,
wobei der Faden 3 mitgenommen wird. Die untere Platine 24 hat sich beim Kulieren
(Maschenbildung) geringfügig zurückverschwenkt, um ein Reißen des Fadens 3 zu verhindern.
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In der Position b7 läuft die Nadel 29 wieder nach oben. Die zuvor
gebildeten Maschen, nämlich die Masche 71 und die mit ihr verbundenen, zuvor gestrickten
Maschen, ziehen die neue Masche 72 auf die Höhe des Kulierrückens der oberen Platine
23.
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Bei weiterem Hochgehen der Nadel wird durch den Widerstand der neuen
Masche 72 die Zunge 63 geöffnet und die neue Masche 72 abgeschlagen. Die Platine
23 beginnt mit ihrer Zurückverschwenkung nach links, die Platine 24 bleibt stehen.
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In der Position b8 hat die Nadel 29 ihren oberen Umkehrpunkt erreicht.
Entsprechend Position a8 gelangt nun ein Fadenzuführröhrchen 76 für den Faden 2
in den Bereich der mit dem Nadelzylinder umlaufenden Nadel 29 und verhindert ein
Schließen der Nadelzunge 63. Die beiden Platinen 23, 24 werden weiter nach links
verschwenkt. Dabei wird die neue Masche 72 auf den Kulierrücken der Platinen 23
und 24 in Abschlaghöhe gehalten.
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In der Position b9 werden die Fäden 1 und 2 wie dargestellt zugeführt,
wobei der Faden 1 oberhalb der vorangehenden Masche 72 und der Faden 2 etwa in Höhe
oder oberhalb dieser Masche und unter dem Faden 1 verlaufen. Nadel 29 und obere
Platine 23 sind in Ruhe, die untere Platine 24 verschwenkt sich im Uhrzeigersinn.
Der Faden 2 wird auf die geöffnete Zunge 63 aufgelegt.
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Schließlich ist die Position al wieder erreicht (Fig. 11, letzte Position)
und der beschriebene Vorgang wiederholt sich von neuem.
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Die erfindungsgemäße Maschenware läßt sich also nach einem verhältnismäßig
einfachen Verfahrensablauf und mit einfachen Mitteln (Platinen 23, 24, Nadeln 29
mit Ausnehmung 65) herstellen. Die erfindungsgemäß gebildeten Henkel 13 und 14 verbinden
oder überbrücken jeweils zwei nebeneinander liegende Maschenstäbchen,zum Beispiel
5, 6 oder 6, 7 (Fig. 1), miteinander.Die Henkel sind im Grundgestrick sicher fixiert
und stehen von diesem in einer Weise ab, die ein Abscheren oder Rauhen erlaubt.
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Wie im voranstehenden erläutert, ist es in bestimmten Abschnitten
des Verfahrensablaufes wichtig, die Nadelzunge 63, auf die ein Faden aufgelegt ist,
an einem vorzeitiqen Schließen zu hindern. Dies erfolgt in den Positionen a8, bl
bzw. b8, b9 durch
die Fadenzuführröhrchen 75 bzw. 76, an denen
die am Umfanq des Nadelzylinders 20 angeordneten Nadeln vorbeistreichen. In Fig.
12 sind andere Fadenzuführeinrichtungen dargestellt, die die gleiche Funktion wie
die erwähnten Röhrchen 75, 76 ausüben.
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Fig. 12 zeigt in ihrem linken Teil eine Ansicht auf die Innenseite
eines Schloßmantels 37 (vgl. Fig.- 2). Der rechte Teil der Fig. 12 stellt einen
Schnitt entlang der Linie A-A im linken Teil dieser Figur dar. Der Pfeil B gibt
die Laufrichtung der mit dem Nadelzylinder 20 umlaufenden Nadeln 29 an. Die Linie
60 zeigt die Abschlagshöhe, die drei Linien 81, 82, 83 entsprechen dem Laufweg dreier
zugeordneter Punkte an der Nadel 29, die von den Schloßteilen 45, 46 (Fig. 2) über
den Nadelschieber 43 entsprechend gesteuert wird.- Im rechten Teil der Fig. 12 ist
zusätzlich noch eine obere Platine 23 mit dem zugehörigen Schieber 30 dargestellt,
der an seinem Fuß 35 über die Schloßteile 38, 39 (vgl. Fig. 2) qesteuert wird und
hierdurch die Platine 23 bewegt.
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Wie in Fig. 12 dargestellt, besteht eine bevorzugte Ausführungsform
einer Fadenzuführeinrichtung gemäß der Erfindung aus zwei Platten 84 und 85. Grundsätzlich
könnten diese beiden Platten auch zu einem einzigen Stück verbunden sein. In diesem
Falle könnte jedoch die Platte 84 ihre später noch zu beschreibende Drehfunktion
nicht ausführen. Die Platte 85 ist durch zwei Schrauben 86 fest am Schloßmantel
37 gehalten und weist eine Öffnung 87 auf, durch die die Fäden 1 bzw. 4 der Nadel
29 zugeführt werden. Die Platte 84 umgibt die Platte 85 bogenförmig und ist mittels
einer einzigen Schraube 88 drehbar am Schloßmantel 37 gehalten. Eine auf der Außenseite
des Schloßmantels den Schaft der Schraube 88 umgebende Schraubenfeder 89, die sich
zwischen einer Mutter 91 und dem Schloßmantel 37 abstützt, gewährleistet eine satte
Anlage der Platte 84 am Schloßmantel 37.
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An einer Schraube 92 ist eine Bügelfeder 93 befestigt, die auf die
drehbare Platte 84 drückt und diese in ihrer dargestellten Normalstellung in Anlage
an der Platte 85 hält. Gegen den Druck der Feder 93 kann die Platte 84 um die Achse
der Schraube 88 im Uhrzeigersinn verschwenkt werden. Die Platte 84 weist eine öffnung
94 auf durch welche die Fäden 2 bzw. 3 zugeführt werden.
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Wenn die Nadel 29 beim Umlauf des Nadelzylinders 20 von der Position
a8 nach bl bzw. von b8 nach b9 gelangt, verhindert eine nach unten ragende Nase
95 der Platte 84 ein Schließen der Nadelzunge 63 (vgl. den rechten Teil der Fig.
12). Damit übt diese Nase die gleiche Funktion wie die Röhrchen 75,76 in den Positionen
bl bzw. b9 (Fig. 10 und 11) aus.
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Ein wichtiges, zusätzliches Merkmal der Platte 84 ist dabei, daß die
schräg verlaufende Kante 96 der Nase 95 ein zwangsweises öffnen der Nadelzunge 63
bewirkt, wenn diese in nur teilweise geöffnetem Zustand an der Kante 96 beim Umlauf
des Nadelzylinders vorbeistreift. Die durch die Öffnungen 94 zulaufenden Fäden 2
bzw. 3 werden in ordnungsgemäßer Weise auf die Nadelzunge 63 aufgelegt. Sollte beim
Umlauf des Nadelzylinders 20 ein Hindernis in den Weg der Nase 95 gelangen, beispielsweise
dadurch, daß die Platine 23 nicht ordnungsgemäß zurückverschwenkt ist, so schwenkt
die Platte 84 beim Anschlagen dieses Hindernisses gegen den Druck der Bügelfeder
93 nach oben aus und wird nicht beschädigt. Das Ausschwenken der Platte 84 kann
dazu ausgenutzt werden, in an sich bekannter Weise über einen Endschalter ein Alarmsignal
oder die Abschaltung der Maschine auszulösen.
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In Fig. 12 sind noch einmal die zuvor anhand der Fig. 9 bis 11
beschriebenen
Positionen im Zusammenhang mit dem Weg der Nadel angegehen. Bei der erfindungsgemäßen
Maschenware werden die einzelnen Maschenreihen abwechselnd von verschiedenen Stricksystemen
gestrickt. Im Stricksystem a wird aus den Fäden 1 und 2 jeweils eine einen oberen
Henkel 13 tragende Maschenreihe gestrickt. Im System b entsteht aus den Fäden 3
und 4 jeweils eine mit einem unteren Henkel 14 versehene Maschenreihe. Grundsätzlich
sind zur erstellung einer erfindungsgemäßen Maschenware ein System a und ein System
b erforderlich, denen vier Fäden, nämlich'die Fäden 1, 2, 3 und 4 zugeleitet werden.
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Normalerweise werden bei der Herstellung der erfindungsgemäßen Maschenware
nicht nur ein einziges System a und b, sondern mehrere solcher Systeme verwendet,
die in bekannter Weise am Umfang einer Rundstrickmaschine angeordnet sein können.
Dies ist in Fig. 13 angedeutet. Der in Richtung des Pfeiles B umlaufende Nadelzylinder
20 ist von dem in mehrere Segmente eingeteilten, stationären Schloßmantel 37 umgeben.
Die einzelnen Segmente sind in Fig. 13 mit Ia, Ib; IIa, lIb; usw. bezeichnet.
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Diese Segmente repräsentieren die einzelnen Stricksysteme. Den mit
a bezeichneten Segmenten sind die Positionen al bis a8 zugeordnet, den mit b bezeichneten
Systemen die Positionen bl bis b9. Mit diesen nebeneinander angeordneten Stricksystemen
können in bekannter Weise bei einem einzigen Umlauf des Nadelzylinders mehrere Maschenreihen
mit nach oben und unten gerichteten Henkeln 13, 14 hergestellt werden. Grundsätzlich
kann die erfindungsgemäße Maschenware selbstverständlich auch mit einer zwei oder
mehr Systeme a, b umfassenden Flachstrickmaschine hergestellt werden.