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Doppelwandiges Wohnzelt Die Erfindung betrifft ein doppelwandiges
Wohnzelt aus einem Uberzelt und einem Innenzelt, die beide veinem Zeltgestänge getragen
sind und zwischen sic i-: Bereich der Leitwände und des Zeltdaches einen freien
Zwischenraum bilden.
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Derartige Wohnzelte sind in verschiedenen Ausführungsformen bekannte
besitzen jedoch den in der Praxis häufig schwerwiegenden Nachteil, daß die Temperatur
in dem durch das Innenzelt aufgespannten Innenraum nur wenig beeinflußt werden kann,
da Be- und Entlüftung nicht in ausreichendem Maße möglich sind und daher insbesondere
auch keine Abgas produzierenden Heizgeräte im Innenzelt verwendet werden können.
Zwar ist es bekannt, beispielsweise in der Giebelwand solcher Zelte eine verschließbare
Luftdurchtrittsöffnung
vorzusehen, jedoch reicht der Luftdurchsatz durch eine solche Öffnung nicht aus,
um im Innenzelt etwa durch Sonneneinstrahlung bedingte hohe Temperaturen zu vermeiden
oder bei niedriger Außentemperatur ein Abgas erzeugendes Heizgerät zu benutzen.
Auch im Zelt zwischenraum zwischen dem Innenzelt und dem Uberzelt findet in der
Regel kein Luftdurchsatz statt, so daß sich die Luft im Zeltwischenraum staut und
unter Sonneneinstrahlung erheblich aufwärmt.
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Im Ergebnis liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein doppelwandiges
Wohnzelt der eingangs genannten Art so auszubilden, daß das Innenzelt gleichsam
klimatisiert werden kann, also die Möglichkeit besteht, durch entsprechende Lüftungsmaßnahmen
die Temperatur im Innenzelt abzusenken oder, gegebenenfalls in Verbindung mit Heizgeräten,
zu erhöhen, wobei weiter die Möglichkeit bestehen soll, nicht nur elektrische, sondern
auch Abgas erzeugende Öfen verwenden zu können.
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Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß im Zeltdach
des Uberzeltes und des Innenzeltes im jeweils höchsten Dachbereich je eine Luftdurchtrittsöffnung
vorgesehen
ist, daß die Luftdurchtrittsöffnung des Überzeltes außen durch eine Kappe übergriffen
ist, und daß Schieber oder Klappen vorgesehen sind, durch deren Verstellung der
durch die Luftdurchtrittsöffnungen hindurch stattfindende Luftaustritt aus dem Innenzelt
und aus dem Zeltzwischenraum einzeln regulierbar ist.
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Zweckmäßig sind die Luftdurchtrittsöffnungen rund um einen mittleren
Pfosten des Zeltgestänges angeordnet, der das Zeltdach des ffberzeltes überragt
und dort die Kappe trägt. Es empfiehlt sich, die Kappe höhenverstellbar derart am
Pfosten zu führen, daß sie zum vollständigen Verschluß der Buftdurchtrittsöffnung
des Uberzeltes bis auf dessen Zeltdach absenkbar ist. Dadurch erfüllt die Kappe
nicht nur die Funktion eines Regenschutzes, sondern auch in abgesenkter Lage die
Funktion eines Drosselschiebers für die Luftdurchtrittsöffnung des Uberzeltes.
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Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet,
daß die Luftdurchtrittsöffnung des Uberzeltes im oberen Boden und die Luftdurchtrittsöffnung
des Innenzeltes im unteren Boden eines Entlüftungsgehäuse
angeordnet
sind, daß der obere Boden an die Dachplane des Uberzeltes, der untere Boden an die
Dachplane des Innenzeltes anschließt, und daß die Seitenwände des Gehäuses den Zeltzwischenraum
zu den Luftdurchtrittsöffnungen des Überzeltes und des Innenzeltes hin abgrenzen
und weitere Luftdurchtrittsöffnungen zum Luftaustausch zwischen dem Zeltzwischenraum
und dem Gehäuseinnenraum aufweisen. Zweckmäßig sind dann die Klappen oder Schieber
am Entlüftungsgehäuse geführt bzw. gelagert und mindestens der Luftdurchtrittsöffnung
im Gehäusebodenoder den Luftdurchtrittsöffnungen in der Gehäuseseitenwand zugeordnet,
wobei es sich jedoch empfiehlt, sowohl für die Luftdurchtrittsöffnung im Gehäuseboden
als auch für die Luftdurchtrittsöffnungen in der Gehäuseseitenwand jeweils eigene
und unabhängig voneinander verstellbare Klappen oder Schieber vorzusehen.
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Das Entlüftungsgehäuse wird etwa mittig von dem mittleren Pfosten
des Zeltgestänges durchsetzt. Es empfiehlt sich, diesen Pfosten hohl als Abgasrohr
zum Anschluß eines Heizgerätes auszubilden, da dann die an der warmen Wand des Pfostens
aufsteigende Luft unmittelbar in das Entlüftungsgehäuse gelangt, was wesentlich
zu einem hohen
Luftdurchsatz im Innenzelt beiträgt, wie gerade bei
der Verwendung von Heizgeräten mit Brennern oder dergl.
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erforderlich ist. Der Luftdurchsatz sowohl im Innenzelt als auch im
Zeltzwischenraum kann im übrigen durch ein im Entlüftungsgehäuse angeordnetes Gebläse
weiter verbessert werden.
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Handelt es sich um ein Zelt mit pyramidenförmigem Zeltdach, so ist
zweckmäßig der obere Boden des Entlüftungsgehäuses ebenfalls pyramidenförmig gestaltet
und in jeder Pyramidenfläche und der ihr entsprechenden Gehäuseseitenwand je eine
Luftöffnung und für jede dieser Luftöffnungen ein selbstständig verstellbarer Schieber
oder eine Klappe vorgesehen.
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Der durch die Erfindung erreichte technische Fortschritt besteht im
wesentlichen darin, daß bei dem erfindungsgemäßen Zelt auf einfache Weise eine sehr
wirksame Be-und Entlüftung des Innenzeltes und des Zeltzwischenraumes möglich ist
und hierdurch die Temperatur im Innenzelt in weiten Grenzen beeinflußt werden kann,
wobetder hohe Suftdurchsatz im Innenzelt darüber hinaus die Voraussetzungen für
die Verwendung eines Abgas erzeugenden Heizgerätes im Innenzelt schafft. Bei höherer
Außentemperatur, insbesondere
auch bei Sonneneinstrahlung, besteht
die Möglichkeit, sowohl im Innenzelt als auch im Zeltzwischenraum maximalen Luftdurchsatz
bei voll geöffneten Luftdurchtrittsöffnungen des Innen- und des Uberzeltes einzustellen,
so daß im Innenzelt keine Temperaturüberhöhungen auftreten können und der Luftdurchzug
als angenehm kühlen empfunden wird. Bei niedrigen Außentemperaturen kann dagegen
der Luftdurchsatz im Zeltzwischenraum vollständig unterbunden werden, um die dann
im Zeltzwischenraum ruhende Luft als wärmeisolierendes Luftpolster wirken zu lassen.
Es besteht aber auch die Möglichkeit, die warme Abluft aus dem Innenzelt in den
Zeltzwischenraum zu leiten und dadurch die in der Abluft enthaltene Wärme noch nutzbringend
für die Temperaturhaltung im Innenzelt auszuwerten. Eine solche wärmemäßige Verwertung
der warmen Abluft aus dem Innenzelt empfiehlt sich vor allem dann, wenn das Innenzelt
beheizt wird. Je nach Einstellung der die verschiedenen Luftdurchtrittsöffnungen
steuernden Klappen oder Schieber kann auch nur ein Teilstrom der das Innenzelt durch
seine Luftdurchtrittsöffnung verlassenden Abluft für eine sdbhe Temperierung der
Luft im Zeltzwischenraum verwendet werden, wahrend der Reststrom durch die Luftdurchtrittsöffnung
des Uberzeltes
entweicht. In jedem Fall kann daher eine den jeweiligen
Verhältnissen optimal angepaßte Luftführung eingestellt und hierdurch der Lebenskomfort
in dem erfindungsgemäßen Wohnzelt wesentlich verbessert werden.
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Im folgenden wird die Erfindung an einem in der Zeichnung dargestellten
Ausfüh;rungsbeispiel näher erläutert; es zeigen: Fig. 1 einen Vertikal schnitt durch
ein Wohnzelt nach der Erfindung, Fig. 2 eine Draufsicht auf das Zelt nach Fig. 1
mit in Höhe der Dachtraufe weggeschnittenem Zelttuch, um das Zeltgestänge zu zeigen,
Fig. 3 das Entlüftungsgehäuse, den mittleren Pfosten des Zeltgestänges und die Kappe
des Zeltes nach den Fig.
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1 und 2.in gegenüber diesen Figuren vergrößerter Darstellung, Fig.
4 eine Draufsicht auf das Entlüftungsgehäuse bei vom Pfosten abgenommener Kappe.
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Bei dem in der Zeichnung dargestellten Zelt besteht das Zeltgestänge
aus seitlichen Pfosten 1 und einem mittleren Pfosten 2, die durch horizontale Streben
3 und durch schräge Diagonalstreben 4 verbunden sind, die das Zeltdach pyramidenförmig
mit quadratischem Grundriß aufspannen. Auf das Zeltgestänge ist ein Uberzelt 5 gelegt,
dessen seitliche Wände bei 6 am Boden befestigt sind, dort aber Öffnungen besitzen
oder mindestens abschnittsweise hochgenommen werden können, um von unten her einen
Lufteintritt (Pfeile 7) in den Zeltzwischenraum 8 zu ermöglichen, der nach außen
durch das Uberzelt 5, nach innen durch ein in das Zeltgestänge eingehängtes Innenzelt
9 begrenzt wird, dessen Wände mit dem Zeltboden 10 verbunden sird, im unteren Teil
aber ebenfalls ii der Zeichnung nicht dargestellte, gegebenenfalls verschließbare
Lufteintrittsöffnungen besitzen können.
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Im Zeltdach 11 des Innenzeltes 9 und im Zeltdach 12 des Uberzeltes
5 sind jeweils im höchsten Dachbereich, im Äusführungsbeispiel alsoim Bereich der
Dachspitze, jeweils Luftdurchtrittsöffnungen 13, 14 vorgesehen. Die Luftdurchtrittsöffnung
13 des überzeltes 5 ist außen durch eine Kappe 15 übergriffen, die das Eindringen
von Regen verhindert. Im übrigen sind Schieber 16, 17 vorgesehen,
die
den Luftaustritt aus dem Zeltzwischenraum 8 und aus dem Innenzelt 9 unabhängig voneinander
zu regulieren gestatten. Die Luftdurchtrittsöffnungen 13, 14 sind rund um den Mittelpfosten
2 herum angeordnet, der das Zeltdach 12 des Überzeltes 5 überragt und dort die Kappe
15 trägt. Im einzelnen ist die Kappe 15 höhenverstellbar am Pfosten2 geführt und
zum vollständigen Verschluß der Luftdurchtrittsöffnungen 13 des Uberzeltes 5 bis
auf dessen Zeltdach 12 absenkbar, so daß sie zugleich für diese Öffnung 13 die Funktion
eines Drosselschiebers erfüllt. Jedoch besteht selbstverständlich auch die Möglichkeit,
die Kappe 15 fest über der Luftdurchtrittsöffnung 13 anzuordnen und letztere mit
besonderen Drosselschiebern oder -klappen auszurüsten.
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Im Ausführungsbeispiel und in zugleich bevorzugter Ausfwirungsform
der Erfindung befindet sich die Luftdurchtrittsöffnung 13 des Uberzeltes 5 im oberen
Boden 18 und die Luftdurchtrittsöffnung 14 des Innenzeltes 9 im unteren Boden 19
eines allgemein mit 20 bezeichneten Entlüftungsgehäuses. Dieses Entlüftungsgehäuse
20 ist so angebracht, daß sein oberer Boden 18 an die Dachplane des Zeltdaches 12
des-Uberzeltes 5 und der untere Boden 19 an die Dachplane des Zeltdaches 11 des
Innenzeltes 9 anschließt, was beispielsweise aus Fig. 3
ersichtlich
ist, in deren rechter Hälfte allerdings die Dachplanen jeweils bei 21 weggeschnitten
sind, um den Blick auf die Seitenwände 22 des Entlüftungsgehäuses freizugeben. Diese
Seitenwände 22 des Gehäuses 20 grenzen dann den Zeltzwischenraum 8 zu den Luftdurchtrittsöffnungen
13, 14 des Uberzeltes 5 und des Innenzeltes 9 hin ab und sind mit weiteren Buftdurchtrittsöffnungen
23 versehen, durch die hindurch ein Luftaustausch zwischen dem Zelt zwischenraum
8 und dem Gehäuseinnenraum 20a möglich ist. Die Schieber 16, 17 sind im Ausführungsbeispiel
sowohl der Luftdurchtrittsöffnung 14 im Gehäuseboden 19 als auch den Luftdurchtrittsöffnungen
23 in den Gehäuseseitenwänden 22 zugeordnet und jeweils am Entlüftungsgehäuse 20
geführt. Je nach Stellung der Schieber 16, 17 kann der Durchtrittsquerschnitt dieser
Luftdurchtrittsöffnungen 14, 23 zwischen offen und geschlossen variiert werden.
Das Entlüftungsgehäuse 20 besitzt eine zentrale Hülse 24, die sich bis außerhalb
des Gehäuses 20 erstreckende Anschlußstücke 25 für das Zeltgestänge 4, bzw.
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für die Dachplane 11 des Innenzeltes 9 aufweist. Die Hülse 24 ist
vom mittleren Pfosten 2 des Zeltgestänges durchsetzt.
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Im Ergebnis bildet das Entlüftungsgehäuse 20 einen integrierenden
Bestandteil des Zeltgestänges, indem es die Verbindung der Diagonalstreben 4 mit
dem mittleren Pfosten 2
vermittelt. Der obere Boden 18 des Entlüftungsgehäuses
20 ist entsprechend der Zeltdachform ebenfalls pyramidenförmig gestaltet. In jeder
der vier Pyramidenflächen 18 -und in jeder der diesen Pyramidenflächen zugehörenden
Gehäuseseitenwänden 22 ist je eine der Luftöffnungen 13 bzw. 23 vorgesehen und jede
der Luftöffnungen 23 ist mit einem selbstständig verstellbaren Schieber 16 ausgerüstet,
so daß die Luftdurchtrittsöffnungen 13, 14 und 23 durch die Schieber 16, 17 und
durch die Kappe 15 bezüglich ihres Öffnungsquerschnittes unabhängig voneinander
einstellbar sind.
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Es ist daher zunächst möglich, sowohl den Zwischenraum 8 als auch
das Innenzelt 9 unabhängig voneinander zu entlüften, wozu einerseits die am Boden
bei 6 in den Zeltzwischenraum 8 einströmende Luft durch die Luftdurchtrittsöffnungen
23 und 13 bei offener Kappe 15 ausströmt, wie es in Fig. 1 durch die Pfeile 7 angedeutet
ist. Die Luft aus dem Innenzelt 9 kann durch die Luftdurchtrittsöffnungen 14 und
13 austreten. Je nach Stellung der diesen Luftdurchtrittsöffnungen 13, 14, 23 zugeordneten
Schieber 16, 17 bzw. der Kappe 15 kann der Luftaustritt aus dem Innenzel 9 und/oder
dem Zeltzwischenraum 8 gedrosselt oder sogar völlig abgesperrt werden. Darüber hinaus
besteht die Möglichkeit,
die Luftdurchtrittsöffnungen 13 durch
Absenken der Kappe 15 mehr oder weniger zu verschließen und dadurch die aus dem
Innenzelt 9 durch die LuStdurchtrittsöffnung 14 austretende Abluft durch die Öffnungen
23 in den Zeltzwischenraum 8 zu leiten, so daß diese Abluft also den Zeltzwischenraum
in zu den Pfeilen 7 entgegengesetzter Richtung durchströmt und hierdurch die Luft
im Zeltzwischenraum 8 aufwärmt, so daß die in der Abluft aus dem Innenzelt 9 enthaltene
Wärme für die Temperaturhaltung des Innenzeltes ausgenutzt werde kann.
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Um die geschilderten Luftbewegungen intensivieren zu können, besteht
die Möglichkeit, im Entlüftungsgehäuse 20 ein oder mehrere, in der Zeichnung nicht
dargestellte Gebläse anzuordnen. Soll das Innenzelt 9 beheizt werden, so wird der
mittlere Pfosten 2 als Abgasrohr für das Heizgerät ausgebildet, wie es in der Zeichnung
unter Portlassung allerdings des Heizgerätes selbstSargestellt ist.
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Die Mündung des rohrförmigen Mittelpfostens 2 ist durch eine Haube
26 gegen Eindringen von Regen gesichert.
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Die für die Kappe 15 bzw. die Schieber 17, 23 erforderlichen Verstellmechanismen
sind in der Zeichnung der besseren Übersicht wegen nicht dargestellt; sie können
als Seil-, Ketten-oder Bowdenzüge ausgebildet sein. Um die Kappe 15 und das
Entlüftungsgehäuse
20 raumsparend verpacken zu können, kann ein zerlegbarer Aufbau für diese Teile
vorgesehen sein. Das ist in der Zeichnung am Ausführungsbeispiel der Kappe 15 dargestellt.
Sie besteht aus einer am mittleren Pfosten 2 festklemmbaren Schelle 27, die außenseitig
axial verlaufende Ösen 28 aufweist, in die Ausleger 29 eingesteckt sind, welche
die aus Zelttuch oder Kunststoff gebildete Kappenbespannung 29 tragen. Die Befestigung
der Ausleger 29 an der Schelle 27 kann durch eine Blende 90 übergriffen sein.
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In der Regel besteht der mittlere Pfosten 2 aus Metall.
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Da er in der beschriebenen Weise über das Zeltdach 12 vorsteht, eignet
er sich gut zum Anbau eines Blitzableiters.