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Rollschuh Die Erfindung betrifft einen Rollschuh mit einer Fußplatte,
an der zwei in einer Ebene liegende Rollen jeweils mittels einer Achse drehbar gelagert
sind.
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Die iiblichen Rollschuhe weisen vier an der starren Fußplatte hefestigte
Rollen auf, die jeweils paarweise auf einer gemeinsamen Achse angeordnet sind. Diese
Rollen sind mittels ^ra lzlagern gelagert und in beiden Drehrichtungen frei beweglich.
Das Fahren mit solchen Rollschuhen erfordert eine gewisse Geschicklichkeit, weil
ein Abstossen des Fußes unmittelbar entgeqen der Fahrtrichtung nicht möglich ist.
Die Rollschuhe müssen vielmehr ähnlich Schlittschuhen beim Abstossen jeweils um
einen bestimmten Winkel bezüglich der Fahrtrichtung einzeln seitlich nach außen
gestellt werden.
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Bei anderen nollschuhen, wie sie aus der DT-PS 461 286 bekannt sind,
ist die Anordnung derart getroffen, daß an einem Fußblech vorne und hinten jeweils
um eine horizontale Achse verschwenkbar zwei Lagergabeln angelenkt sind, von denen
die vordere Lagergabel ein schmales Rollrad trägt, das mittels eines Kugellagers
in beiden Drehsinnen frei drehbar gelagert ist. In der hinteren Lagergabel sind
zwei nebeneinander angeordnete koaxiale Rollräder mittels eines Rücksperrlagers
gelagert, wobei die Nabenschale der beiden Rollräder das Anbringen eines Brerrisbandes
gestattet. Dieses als Freilauf wirkende
Pb ksnerrlaqer verhindert
eine Drehunq der hinteren Rollräder im Sinne der Rückbewegung des Fußes. Mit einem
solchen drehräderigen Rollschuh ist nur eine sehr unvollkommene Bewegung möglich,
weil bei der Beinbewegung normalerweise die Fußsohle durchgebogen und die Ferse
vom Boden abqehoben wird.
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Außerdem sind in der Praxis Rollschuhe bekannt, bei denen die Rollen
alle in einer Ebene liegend hintereinander frei drehbar an der Fußplatte gelagert
sind. Auf diese Weise wird eine Annäherung an die Verhältnisse erreicht, wie sie
bei einem Schlittschuh vorhanden sind, doch müssen auch in diesem Falle beim Rollschuhlaufen
die Füße zum Abstossen schräg nach auswärts gerichtet werden. Außerdem gestatten
die schmalen Rollen nur ein Laufen auf einer harten, glatten Unterlage, beispielsweise
einer Rollschuhbahn.
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Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, einen Rollschuh zu schaffen, der ein leichtes Laufen gestattet, zu dem
keine besondere Geschicklichkeit erforderlich ist, wobei die Möglichkeit hesteht,
eineverhaltnism=ßig große Geschwindigkeit zu erreichen und auch Bodenhindernisse,
wie Steigungen und dgl. zu überwinden.
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Zur Lösung dieser Aufgabe ist der Rollschuh gemäß der Erfindunq dadurch
gekennzeichnet, daß die der Fußspitze benachbarte vordere Rolle über einen den Rücklauf
verhindernden Freilauf an der Fußplatte gelagert ist.
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Der Freilauf ist zweckmäßigerweise in der Nabe der vorderen Rolle
angeordnet, wobei es überhaupt vorteilhaft ist, wenn die die Rollen tragenden Achsen
kürzer als die Piollenlnqe und endseitig gegen die Rollenseitfläche zurückgesetzt
sind, so daß bein Umkippen eine Beschädigung, beispielsweise eines Hallenbodens,
durch vorstehende Achsenteile oder dgl. ausgeschlossen ist.
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In einer bevorzuqten Ausführungsform ist die Anordnung derart qetroffen,
daß die Rollen eine im wesentlichen der Fußsohlenbreite entsprechende Länge aufweisen,
wobei die Rollen mit einem balligen Außenprofil versehen sein können.
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Mit dem neuen Rollschuh ist ein sehr einfaches Laufen möglich, weil
sich der Fuß, wie bei der normalen Gehbewegung, von dem Boden mit den hinteren Rollen
abheben kann, wobei der Fuß sich an der vorderen Rolle ab stützt und abstößt. Dieses
Abstossen geschieht unmittelbar in der Fahrtrichtung, so daß ein Auswärtsdrehen
des Rollschuhes nicht notwendig ist. Wenn die Rollen eine etwa der Breite der Fußsohle
entsprechende Länge aufweisen, ist ein Fahren mit dem neuen Rollschuh auch auf weicher
Unterlage, heispielsweise auf einem Wiesenboden möglich.
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Die ballige Profilgestalt gestattet es, den Fuß im Gelenk etwas zu
bewegten, wodurch sich eine weitere Erleichterung des Rollschuhfahrens ergibt.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der
Erfindung dargestellt. Es zeigen: Fig. 1 Einen Rollschuh gemäß der Erfindung in
einer Seitenansicht, Fig. 2 den Rollschuh nach Fig. 1 in einer Ansicht von vorne,
Fig. 3 deh Rollschuh nach Fig. 1, geschnitten längs der Linie III-III der Fig. 1,
in einer Seitenansicht und in einem anderen Maßstab sowie im Ausschnitt und Fig.
4 die vordere Rolle des Rollschuhs nach Fig. 1, geschnitten längs der Linie IV-IV
der Fig. 3 in einer Seitenansicht.
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Der in der Zeichnung dargestellte Rollschuh weist eine in Gestalt
eines Blechformteiles ausgebildete Fußplatte 1 auf, die in geeigneter Weise, beispielsweise
mittels durchgehender Schrauben, an der Sohle eines bei 2 dargestellten Schuhes
starr befestigt werden kann. Die Fußplatte 1 ist starr ausgebildet, doch sind rauch
Ausführungsformen denkbar, bei denen sie im Bereiche des Fußgelenkes eine querverlaufende
Scharnierachse aufweist.
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Anker Fußplatte 1 sind zwei in einer gemeinsamen Ebene liegende Rollen
3, 4 jeweils mittels einer Achse 5 drehbar gelagert. Zu diesem Zwecke sind an der
Fußplatte 1 im Bereiche der Stirnflächen der beiden Rollen 3, 4 jeweils zwei paarweise
einandergegenüberliegende, im wesentlichen L-förmig abgekröpfte Lagerschalen 6 befestigt,
die mit der jeweiligen Achse 5 mittels Muttern 7 verschraubt sind.
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Die der Ferse des Schuhs benachbarte hintere Rolle 4 ist mittels eines
in der Zeichnung nicht weiter dargestellten Kugellagers auf ihrer Achse 5 in beiden
Drehrichtungen frei drehbar gelagert.
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Die der Fußspitze benachbarte vordere Rolle 3 ist ihrerseits ether
einen den Rücklauf verhindernden Freilauf 8 auf ihrer Achse 5 gelagert. Damit ist
erreicht, daß die vordere Rolle 3 lediglich im Sinne der Vorbewegung des Rollschuhs
in Fahrtrichtung eine Drehbewegung ausführen kann.
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Die beiden Rollen 3, 4 weisen eine im wesentlichen der Fußsohlenbreite
entsprechende Länge auf, wie dies insbesondere aus den Figuren 2, 3 zu ersehen ist.
Sie bestehen jeweils aus einer in Gestalt eines Blechformteiles ausgebildeten Nabe
9, auf der ein aufvulkanisierter, aus Kautschuk oder einem anderen elastischen Material
bestehender Pollenmantel 10 sitzt, der eine ballige Profilgestalt aufweist, wie
sie bei 11 veranschaulicht ist. In der Nabe 9 sitzen zwei Kugellager 12 mit
ihren
Außenringen, während die Innenringe der Kugellager 12 auf der Achse 5 angeordnet
sind. Bei der vorderen Rolle 3 ist in dem Bereich zwischen den beiden Kugel lagern
der Freilauf 8 untergebracht. Der Freilauf 8 besteht, wie insbesondere aus Fiq.
4 zu entnehmen, aus einem in die Nabe 9 eingesetzten Aussenring 13, in dem ein mit
der zugeordneten Achse 5 starr verbundenes Keilnockenstück 14 mit geringem Spiel
liegt.
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Das Keilnockenstück 14 schließt mit der Innenumfangsfläche des Ringes
13 einen keilförmig begrenzten Spalt 15 ein, in dem ein zylindrischer Sperrkörper
16 liegt, der durch eine sich gegen eine Schulter 17 des Keilnockenstückes 14 abstützende
Druckfeder 18 in den Spalt 15 gedrückt ist. Dreht sich die Rolle 3 mit dem Ring
13 in der in Fig. 4 durch einen Pfeil angedeuteten Freilaufrichtung, so kann der
Sperrkörper 16 keine Sperrvzirkung ausüben. Bei. einer Drehrichtungsumkehr wird
aber der Sperrkörper 16 in den Spalt 15 hineinqezogen, wodurch eine starreR'erbindung
zwischen dem Keilnockenstück 14 und dem Ring 13 hergestellt wird, die ein Rücklaufen
der Rolle 3 verhindert.
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Die Schraubenmuttern 17 sind, wie aus Fig. 3 zu ersehen, mit den zugeordneten
Enden der Achsen 5 gegenüber den benachbarten Stirnflächen der beiden Rollen 3,
4 versenkt angeordnet, was durch eine entsprechende Gestaltung der Naben 9 erreicht
wird.
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Auf diese Weise ist ausgeschlossen, daß beim Umkippen des Rollschuhs
durch vorstehende Achsenenden oder dergl. eine Beschädigung des Fußbodens qeschieht.
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Im übrigen sind auch Ausführungsformen denkbar, bei denen der Freilauf
8 auf dem Aussenring 13 angeordnet ist, wie auch Fälle möglich sind, bei denen der
Freilauf 8 ausschaltbar ausgebildet ist.