-
Thermostatischer Temperaturregler mit Sicherheitsvorrichtung Die Erfindung
betrifft einen Temperaturregler mit einem das Stellglied des Reglers betätigenden,
insbesondere nach dem Tensions- oder Gasdruckprinzip arbeitenden thermostatischen
System, einer dem Arbeitsdruck desselben entgegenwirkenden Sollwerteinstellfeder
und einer das Stellglied bei einer Störung oder einem Ausfall des thermostatischen
Systems bzw. der Regeleinrichtung in eine Sicherheitsstellung bringenden bzw.
-
haltenden Sicherheitsvorrichtung.
-
Das thermostatische System eines nach dem Gasdruck- oder Dampfdruckprinzip
(Tensionsprinzip) arbeitenden Temperaturreglers betätigt im allgemeinen ohne zusätzliche
Hilfsenergie das Stellglied des Reglers, z.B. den Ventilkegel eines Regelventils
für strömende Medien, durch den bei einer Temperatursteigerung am System, vor allem
an dessen Wärmefühler sich erhöhenden, im Inneren dieses Systems auftretenden Gas-
oder Dampfdruck. Der Wärmefühler ist zu diesem Zweck meistens durch ein Kapillarrohr
mit dem Innenraum eines Arbeitskörpers verbunden, welcher einen aus einem Federrohr
und einem Balgboden bestehenden Arbeitsbalg enthält, der über einen Arbeitsstift
oder eine Balgstange das Stellglied des Reglers betätigt. Unter den im folgenden
gebrauchten Begriff "Arbeitsbalg" soll auch z.B.
-
eine Arbeitsmembran oder ein Arbeitskolben fallen. Dem Arbeitsbalg
wirkt dabei eine von außen einstellbare Feder zur Einstellung des gewünschten Sollwertes
entgegen. Ein Regelventil soll z.B. bei einem eine bestimmte Grenze übersteigenden
Temperaturanstieg gedrosselt oder abgeschlossen werden, während es bei einem Temperaturabfall
wieder bzw. mehr öffnen soll.
-
Wenn nun z.B, durch einen Bruch des Kapillarrohres oder durch eine
Beschädigung des Thermostaten die normale Tätigkeit des Reglers gestört wird oder
aufhört,
kann das Stellglied häufig eine nicht erwUnschte Stellung einnehmen, die zu gefährlichen
Situationen in der angeschlossenen Anlage, z.B. bei offen bleibendem Ventil zu Uberhitzungen
oder Zerstörungen von Einrichtungen und Apparaten führen kann. Um diese Gefahr auszuschalten,
kann man Regler mit Sicherheitsvorrichtungen ausrüsten, wobei die Thermostaten normalerweise
innerhalb eines Innendruckbereiches arbeiten, der nicht mit dem umgebenden Atmosphärendruck
identisch ist.
-
Erst wenn der Druck im Inneren des Thermostaten infolge eines Defektes
im Thermostat system den atmosphärischen Druck erreicht hat, spricht die Sicherheitsvorrichtung
an und löst ein Signal aus, welches dazu benutzt wird, das Stellglied in die gewünschte
Sicherheitsstellung zu bringen, d.h. in der Regel das Stellventil zu schließen.
-
Diese Funktion kann aber oft im Hinblick auf die Verzögerung der Sicherung
nachteilig sein. Wenn z.B. das Leck am Thermostaten verhältnismäßig sehr klein ist,
kann die geregelte Temperatur langsam noch bis auf den höchsten Wert ansteigen,
bevor die Sicherheitsvorrichtung anspricht und beispielsweise eine unter Spannung
gehaltene Kraftspeicherfeder auslöst, die das Stellglied in die Sicherheitsstellung
bringt. Dann aber kann es oft schon zu spät sein, um Schäden zu verhindern. Die
bisher bekannten Sicherheitsvorrichtungen sind praktisch nur für Temperaturregler
verwendbar, die nach dem Prinzip
der Flüssigkeitsausdelmung arbeiten.
Bei Temperaturreglern, die nach dem Tensions- oder Gasdruckprinzip arbeiten, stößt
die Anwendung solcher Sicherheitsvorrichtungen auf Schwierigkeiten.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Temperaturregler
mit Sicherheitsvorrichtung zu schaffen, dessen thermostatisches System insbesondere
nach dem Tensions- oder Damp£- bzw. Gasdruckprinzip arbeitet, wobei vor allem folgende
Eigenschaften verlangt werden Die Sicherheitsvorrichtung soll einfach ausgebildet
sein und möglichst wenig zusätzliche Teile erfordern. Sie soll schnell und zuverlässig
ansprechen, wenn das thermostatische System defekt wird bzw. bestimmte Grenztemperaturen
über- oder unterschritten werden. Dabei soll auch eine Möglichkeit geschaffen werden,
die Sicherheitsstellung des Stellgliedes beizubehalten, wenn der an sich intakte
Thermostat die Sicherheitsstellung zwar herbeigeführt hat, aber die gewünschte Wirkung
nicht erzielt wurde; ein solcher Fall liegt z.B. vor, wenn ein intakter Thermostat
ein Ventil geschlossen hat und die Temperatur des Wärmefühlers sich trotzdem noch
erhöht. In diesem Falle soll die Schließstellung des Ventils aufrecht erhalten werden,
selbst
wenn die geregelte Temperatur wieder unter den Sollwert gesunken ist.
-
Ferner soll die Sicherheitsvorrichtung bereits ansprechen können,
wenn der Innendruck des Systems noch nicht völlig dem Außendruck gleich geworden
ist.
-
Schließlich wird gewünscht, daß der Sollwert des Temperaturreglers
unabhängig von der Sicherheitsvorrichtung jederzeit rasch geändert werden kann.
-
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß in erster Linie dadurch gelöst,
daß die Sollwerteinstellfeder zugleich als in einer Bereitschaftsstellung gehaltener
und im Störungsfall selbsttätig aus lösbarer Kraftspeicher der Sicherheitsvorrichtung
ausgebildet ist.
-
Dadurch wird erreicht, daß die Kraft zum Verstellen des Stellgliedes,
z.B. zum Schließen bzw.
-
öffnen des Regelventils, von der sowieso vorhandenen Sollwerteinstellfeder
aufgebracht wird, wodurch sich die kostspielige, platzraubende und umständliche
Anordnung einer besonderen Kraftspeicherfeder erübrigt.
-
Die Erfindung kann praktisch auf verschiedene Weise verwirklicht
werden. Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform ist die Sollwerteinstellfeder
zwischen
einem mit einer vom thermostatischen System gesteuerten
Stellgliedbetätigungsstange verbundenen Federteller und einem ver- und entriegelbaren,
nach seiner Auslösung unabhängig von der Stellgliedbetätigungsstange auf das Stellglied
wirkenden Widerlager eingespannt.
-
Die Entriegelung des Widerlagers, welches aus einem verschiebbar
gelagerten Joch bestehen kann, erfolgt vorzugsweise gemäß der Erfindung durch ein
unter der Wirkung des Innendruckes des thermostatischen System stehendes Auslöseorgan.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung wird die Funktion des Auslöseorgans von
einem zur Betätigung des Stellgliedes vorgesehenen Arbeitsbalg des thermostatischen
Systems ausgeübt.
-
Dadurch wird ein zusätzliches Auslöseorgan gespart.
-
Gemäß einer anderen Ausführungsform der Erfindung wird die Funktion
des Auslöseorgans von einem besonderen, unabhängig von einem zur Betätigung des
Stellgliedes vorgesehenen Arbe-itsbalg angeordneten Auslösebalg ausgeübt. Weitere
Merkmale, Einzelheiten und Ausgestaltungen der Erfindung werden nachstehend beschrieben.
-
In der Zeichnung ist die Erfindung beispielsweise in verschiedenen
Ausführungsformen veranschaulicht,
wobei alle beschriebenen und
dargestellten Haupt- und Einzelmarkmale als Erfindung bzw. Ausgestaltungen der Erfindung
beansprucht werden.
-
Fig. 1 zeigt im Längsschnitt einen Temperaturregler mit kombiniertem
Arbeits- und Auslösebalg für zwei Grenzfälle, Fig. 2 zeigt im Langsschnitt einen
Temperaturregler mit einem Arbeitsbalg und einem besonderen Auslösebalg für zwei
Grenzfälle, und Fig. 3 zeigt im Längsschnitt einen Temperaturregler mit einem Arbeitsbalg
und einem besonderen Auslösebalg, jedoch nur für einen Grenzfall.
-
Die in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele der Erfindung
zeigen Temperaturregler mit einem als Einsitzventil ausgebildeten Stellglied.
-
Dieses besteht aus einem Ventilgehäuse 1 mit einem Eintrittsstutzen
2, einem Austrittsstuztzen 5 und einer Ventildurchgangsöffnung 4, die von einem
Ventilteller oder -kegel 5 abgesperrt bzw. mehr oder weniger freigegeben werden
kann. Der Ventilkegel 5 wird von
einer Ventilstange 6 getragen,
welche abgedichtet durch eine zentrale Bohrung eines das Ventilgehäuse 1 abschließenden
Flanschbodens 7 hindurchgeführt ist.
-
Am unteren Ende der Ventilstange 6 ist ein Anschlagteller 8 befestigt,
der zugleich als Federteller für eine zwischen letzterem und dem Flanschboden 7
eingespannte (5ffnungsfeder 9 dient. Diese Feder sorgt dafür, daß der Ventilkegel
5 gegebenenfalls in seiner Öffnungsstellung gehalten wird, wenn der Druck des von
oben auf den Ventilkegel wirkenden strömenden Mediums dazu nicht ausreichen sollte.
-
Der Flanschboden 7 des Ventilgehäuses 1 ist durch Stehbolzen 10 mit
dem Flanschdeckel 11 eines Arbeitskörpers 12 verbunden. Der Innenraum 13 des Arbeitskörpers
12 steht durch ein Kapillarrohr 14 mit dem Innenraum 15 eines Wärmefühlers 16 in
Verbindung, welcher gemäß den Ausführungsbeispielen mit einem Gas oder einer leicht
verdampfenden Flüssigkeit gefüllt ist. In den Innenraum 13 des Arbeitskörpers 12
taucht von oben her ein an dem Flanschdeckel 11 befestigtes Federrohr 17 eines Arbeitsbalges,
welcher unten von einem kolbenartigen Balgboden 18 abgeschlossen ist.
-
Gegen den Anschlagteller 8 der Ventilstange 6 legt sich kraftschlüssig
der Kopf 19 einer Betätigungsstange 20, die bei einer Temperaturerhöhung am
Wärmefühler
16 und einer entsprechenden Drucksteigerung im Innenraum 17 des Arbeitskörpers 12
von der vom Arbeitsbalg 17, 18 ausgeübten Kraft angehoben wird, um den Ventilkegel
5 in seine Schließstellung zu bringen.
-
Der Kraft des Arbeitsbalges 17, 18 wirkt eine Sollwerteinstellfeder
21 entgegen, welche zwischen einem als Widerlager dienenden Joch 22 und einem Federteller
25 eingespannt ist. Mit Hilfe einer auf einem Gewinde 24 der Betätigungsstange 20
verschraubbaren Scheibenmutter 25, auf der sich der Federteller 23 mittels Kugellagerung
abstützt, kann die Sollwerteinstellfeder 21 zwecks Einstellung des gewünschten Sollwertes
mehr oder weniger vorgespannt werden.
-
Das Joch 22 ist gegebenenfalls in axialer Richtung beweglich, indem
es z.B. gemäß den gezeigten Ausführungsformen mittels an seinem Umfang vorgesehenen
Flanschbohrungen 26 auf den Stehbolzen 10 verschiebbar gelagert ist. Normalerweise
wird das Joch 22 aber mittels eines auslösbaren Riegels in seiner aus der Zeichnung
ersichtlichen Stellung festgehalten, in der es von der Sollwerteinstellfeder 21
nicht nach oben verschoben werden kann. Bei dieser Normalstellung des Joches 22
kann die Kraft der Sollwerteinstellfeder 21 also nur nach unten entgegen der Kraft
des Arbeitsbalges 17, 18 wirken. Wird dagegen der das Joch 22
festhaltende
Riegel beim Auftreten eines Gefahrenfalles ausgelöst, SD gibt der Riegel das Joch
22 frei. Das Joch 22 bewegt sich dann unter der Wirkung der vorgespannten Sollwerteinstellfeder
21 nach oben, bis es gegen den Anschlagteller 8 stößt. Die Ventilstange 6 wird dadurch
entgegen der Wirkung der (5ffnungsfeder 8 und des Strömungsdruckes angehoben, so
daß der Ventilkegel 5 die Ventildurchgangsöffnung 4 abschließt.
-
Die vorstehenden Erläuterungen treffen grundsätzlich für alle in
Fig0 1, 2 und 3 dargestellten Temperaturregelventile zu. Diese Ausführungsbeispiele
unterscheiden sich jedoch im einzelnen hinsichtlich der Ausbildung der Auslösevorrichtungen.
-
Gemäß Fig. 1 ist auf der Achse 27 eines z.B.
-
an einem Stehbolzen 10 befestigten Lagerbockes 28 ein doppelarmiger
Riegelhebei 29 drehbar gelagert. Der in der Zeichnung nach oben gerichtete Hebelarm
des Riegelhebels 29 trägt eine nach außen vorstehende Riegelnase 30, die in der
normalen Arbeitsstellung der Vorrichtung über einen Vorsprung 51 am Umgang des Joches
22 greift. Der in der Zeichnung nach unten gerichtete Hebelarm des Riegelhebels
29 hat an seiner Innenseite eine obere Schrägfläche 32 und in einem Abstand dazu
eine untere, spiegelbildlich dazu angeordnete
Schrägfläche 33.
Zwischen den beiden Schrägflächen 32 und 33 kann sich eine Auslösescheibe 34 aufwärts
oder.
-
abwärts bewegen, wobei ihr Scheibenrand entweder gegen die obere Schrägfläche
32 oder gegen die untere Schrägfläche 33 stößt. In jedem Falle wird dann der Riegelhebel
29 im Uhrzeigersinn um die Achse 27 gedreht, so daß die Riegelnase 30 von dem Vorsprung
31 des Joches 22 abgezogen und das Joch freigegeben wird.
-
Die Auslösescheibe 34 bildet den oberen Flansch einer rohrförmigen,
mit dem Balgboden 18 des Arbeitsbalges 17, 18 verbundenen Balgstange 55. Auf dem
Flanschdeckel 11 des Arbeitskörpers 12 sind Anschlagstifte 36 befestigt, die durch
Schlitze oder Bohrungen.
-
37 der Auslösescheibe 34 nach oben ragen. Auf die oberen Enden der
Anschlagstifte 36 kann sich eine auf der Betätigungsstange 20 befestigte Anschlagscheibe
38 legen, die zweckmäßig auf dem Gewinde 24 der Betätigungsstange 20 verschraubbar
und dadurch einstellbar ist. Die Betätigungsstange 20 ragt nach unten bis in den
Innenraum der rohrförmigen Balgstange 35 und ist mit einem Bund 39 versehen. Zwischen
diesem Bund 39 und dem Balgboden 18 ist eine Feder 40 eingespannt, deren Vorspannung
mit einem bestimmten Mindestdruck in dem Drucksystem des Wärmefühlers 16 korrespondiert.
-
Auf dem Bund 59 der Betätigungsstange 20 liegt kraftschlüssig ein
Stützflansch 41, auf dem sich das untere Ende einer Feder 42 abstützt. Das obere
Ende der Feder 42 stützt sich gegen einen auf der Betätigungsstange 20 befestigten
Federteller 45. Dieser ist zweckmäßig auf dem Gewinde 24 der Betätigungsstange 20
verschraubbar und dadurch einstellbar.
-
Die Wirkungsweise des vorstehend beschriebenen und in Fig. 1 dargestellten
Temperaturreglers ist folgende: Solange bei einer bestimmten Temperatur am Wärmefühler
16 und damit bei einem dieser Temperatur entsprechenden, auf den Balgboden 18 des
Arbeitsbalges 17, 18 wirkenden Druck die von dem Arbeitsbalg 17, 18 ausgeübte, nach
oben gerichtete Kraft der von der Sollwert einstellfeder 21 ausgeübten, nach unten
gerichteten Kraft das Gleichgewicht hält, bleibt der Ventilkegel 5 in seiner jeweiligen
Stellung stehen. Wenn sich die Temperatur am Wärmefühler 16 erhöht, steigt der Druck
im Wärmefühler und entsprechend im Innenraum 15 des Arbeitskörpers 12. Dadurch vergrößert
sich die von dem Arbeitsbalg 17, 18 ausgeübte Kraft, und der Ventilkegel 5 wird
von der Betätigungsstange 20 unter tjberwindung der Kraft der Sollwerteinstellfeder
21 in seine Schließstellung
gebracht bzw. dieser genähert. Wenn
dagegen die Temperatur am Wärmefühler 16 sinkt, fällt der Druck im Wärmefühler und
entsprechend im Innenraum 13 des Arbeitskörpers 12. Dadurch verringert sich die
von dem Arbeitsbalg 17, 18 ausgeübte Kraft, die Kraft der Sollwerteinstellfeder
21 überwiegt, und das Ventil wird mehr oder weniger geöffnet.
-
Falls nun der in dem thermostatischen System 15, 14, 15 herrschende
Druck z.B. infolge einer Undichtigkeit des Wärmefühlers 16 oder eines Bruches des
Kapillarrohres 14 oder wegen Unterschreitung eines bestimmten unteren Temperaturgrenzwertes
am Wärmefühler 16 unter einen bestimmten Wert fällt, welcher mit der Vorspannung
der Feder 40 korrespondiert, so bewegt die Sollwerteinstellfeder 21 die Betätigungsstange
20 zunächst nach unten, bis die Anschlagscheibe 58 gegen die Anschlagstifte 36 stößt.
Sinkt der Druck im thermostatischen System weiter ab, so bewegt sich der Balgboden
18 des Arbeitsbalges 17, 18 weiter nach unten und nimmt über die rohrförmige Balgstange
35 auch die Auslösescheibe 34 mit. Die Auslösescheibe 54 kommt schließlich in den
Bereich der unteren Schrägfläche 55 des Riegelhebels 29 und drückt den unteren Hebelarm
desselben nach außen. Dadurch wird der Riegelhebel 29 um die Achse 27 im Uhrzeigersinn
verdreht,
der obere Hebelarm schwenkt nach innen, die Riegelnase
30 löst sich von dem Jochvorsprung 71 und gibt das Joch 22 frei. Da die Sollwerteinstellfeder
21 vorgespannt ist, drückt sie das Joch 52 nach oben, bis es auf den Anschlagteller
3 trifft und über die Ventilstange 6 den Ventilkegel 5 in seine Schließstellung
bringt. In dieser Schließstellung bleibt dann das Ventil, bis der Fehler beseitigt
ist und die normalen Arbeitsbedingungen wieder hergestellt sind.
-
Falls der Druck im thermostatischen System wegen Überschreitung einer
bestimmten oberen Grenztemperatur am Wärmefühler 16 weiter ansteigt, obwohl das
Ventil von dem Ventilkegel 5 bereits vollständig geschlossen ist, dann kann sich
der Balgboden 18 des Arbeitsbalges 17, 18 trotzdem unter Zusammendrückung der Feder
42 weiter nach oben bewegen. Dabei gelangt schließlich die Auslösescheibe 54 in
den Bereich der oberen Schrägfläche 52 des Riegelhebels 29 und dreht denselben im
Uhrzeigersinne. Dadurch wird die Riegelnase 30 von dem Jochvorsprung 51 gelöst.
Das nun freigegebene Joch 22 wird von der vorgespannten Sollwerteinstelifeder 21
nach oben bewegt, bis es auf den Anschlagteller 8 trifft und den Ventilkegel 5 in
seiner Schließstellung festhält. Dieser Schließzustand bleibt aufrecht erhalten,
selbst wenn der Druck im thermostatischen System bzw. die Temperatur am Wärmefühler
wieder
absinken sollte. Erst müssen die Ursachen des Fehlverhaltens
der Regelanlage beseitigt werden, und das Joch 22 muß heruntergedrückt und wieder
in seiner Ruhestellung verriegelt werden. Dann kann der Temperaturregler wieder
normal arbeiten.
-
Die erfindungsgemäße Anordnung der Feder 40 bzw.
-
die Kombination mit der Anordnung der Anschlagscheibe 58 und den Anschlagstiften
36 hat den Vorteil, daß die Sollwerteinstellfeder 21 zwecks Veränderung des Sollwert
es des Reglers gespannt werden kann, ohne daß dadurch eine Auslösung der Verriegelung
des Joches 22 verursacht wird.
-
Bei den in Fig. 2 und 5 dargestellten Ausführungsformen der Erfindung
ist das Regelventil mit dem Arbeitsbalg und der Sollwertfeder entsprechend der Ausführungsform
der Fig. 1 ausgebildet. Gleiche Teile sind daher mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Im Gegensatz zu Fig. 1 wird der Arbeitsbalg 17, 18 hier aber nicht zugleich als
Auslöseorgan verwendet, sondern es ist ein besonderes Auslöseorgan vorgesehen, welches
vorzugsweise aus einem von dem kbeitsbalg völlig getrennten zweiten Auslösebalg
besteht. Dieser Auslösebalg kann an sich an einer beliebigen, geeigneten Stelle
des Reglers, jedoch zweckmäßig in der Nähe der Sollwerteinstellfeder 21 angeordnet
sein, vorzugsweise seitlich
neben derselben, wobei ein Stehbolzen
10 zur Anbringung der diesbezüglichen Teile dienen kann.
-
Gemäß Fig. 2 ist der aus einem Federrohr 44 und einem Balgboden 45
bestehende Auslösebalg in einem Balggehäuse 46 untergebracht, dessen Innenraum 47
durch ein Kapillarrohr 48 mit dem Innenraum 15 des Wärmefühlers 16 in Verbindung
steht. Eine mit dem Balgboden 45 verbundene Balgstange 49 ist durch eine verschraubbare
Flanschhülse 50 nach außen geführt.
-
Zwischen dem Balgboden 45 und der Flanschhulse 50 ist eine Feder 51
eingespannt, deren Spannung mittels der Flanschhilse 50 einstellbar ist.
-
Am oberen Ende der Balgstange 49 ist ein garnrollenförmiger Auslösebolzen
52 befestigt, der zwei in gegenseitigem Abstand und spiegelbildlich zueinander angeordnete
Nocken- oder Schrägflächen 53, 54 aufweist.
-
Zwischen die Schrägflächen 53, 54 greift der Vorsprung 55 eines doppelarmigen
Riegelhebels 56, der um eine Achse 57 verdrehbar ist. Der den Vorsprung 55 tragende
Hebelarm des Riegelhebels 56 steht unter der Wirkung einer Druckfeder 58. Der gegenüberliegende
Hebelarm des Riegelhebels 56 endet in einer Riegelnase 59, welche in der Ruhestellung
über einen Vorsprung 6o des Joches 22 greift. Oberhalb des Auslösebolzens 52 befindet
sich in einem Federgehäuse 61 eine mittels einer
Schrabe 62 einstellbare
Druckfeder 63, deren unterer Federteller 94 gegen einen Anschlagflansch 65 des Federgehäuses
61 stößt.
-
Die Wirkungsweise der vorstehend beschriebenen und in Fig. 2 veranschaulichten
Sicherheitsvorrichtung entspricht grundsätzlich derjenigen nach Fig. 1. Beim Undichtwerden
des thermostatlschen Systems oder bei Unterschreitung einer unteren Grenztemperatur
am Wärmefühler 16 fällt der Druck in dem System 15, 47, 48 so welt ab, daß die Kraft
der Feder 51 die Oberhand gewinnt. Dann zieht die Balgstange 49 den Auslösebolzen
52 nach unten, die obere Schrägfläche 55 stößt gegen den Vorsprung 55, und der Riegelhebel
56 wird entgegen der Wirkung der Feder 58 um die Achse 57 im Uhrzeigerslnn verdreht.
Die Regelnase 59 löst sich von dem Jochvorsprung 6o und gibt das Joch 22 frei, welches
dann unter der Wirkung der Sollwertfeder 21 nach oben gegen den Anschlagteller 8
gedrückt wird. Der Anschlagteller 8 hebt die Ventilstange 6 entgegen der Kraft der
Feder 9 und bringt den Ventilkegel 5 in seine Schließstellung.
-
Bei einem Anstieg des Druckes im thermostatischen System infolge
Überschreitung einer bestimmten Grenztemperatur am WarmefUhler 16 wird der Auslösebolzen
52 von dem Balgboden 45 gehoben, stößt gegen den Federteller 64 und hebt sich weiter
unter Zusammendrückung der
Feder 65. Dann trifft die untere Schrägfläche
54 auf den Vorsprung 55 des Riegelhebels 56 und bewirkt ebenfalls eine Verschwenkung
desselben im Uhrzeigersinn, so daß die Riegelnase 60 das Joch 22 freigibt und das
Ventil schließt bzw. in seiner Schließstellung festhält. Die beiden Grenztemperaturen
sind mit Hilfe der auf die Federn 51 bzw. 63 wirkenden verschraubbaren Teile 50
bzw. 62 einstellbar.
-
Wenn es als ausreichend angesehen wird, daß die Entriegelung des
Joches 22 nur bei undichtem, bzw. ganz oder teilweise vom Füllmittel entleertem
thermostatiscbam System stattfindet, dann können diejenigen Bauteile in Fortfall
kommen, welche eine Entriegelung auch bei Überschreitung einer Temperatur und umgekehrt
bewirken.
-
Eine vereinfachte Ausführungsform der Erfindung, bei der die Sicherheitsvorrichtung
nur bei undichtem oder defektem thermostatischen System anspricht und das Joch 22
entriegelt, ist in Fig. 5 veranschaulicht.
-
Das Ventil, der Arbeitsbalg und die Sollwerteinstellung entsprechen
den Ausführungen nach Fig. 1 und 2, wobei für gleiche Teile gleiche Bezugszeichen
verwendet sind.
-
Das Auslöseorgan besteht hier aus einem Auslösebalg 66, dessen Innenraum
67 durch ein Kapillarrohr 68
mit dem Innenraum 15 des Wärmefühlers
16 in Verbindung steht. Das Federrohr des Auslösebalges 66 stützt sich mit seinem
einen, abgeschlossenen Ende 69 ortsfest z.B.
-
an einem Stehbolzen 10 ab. Das bewegliche Ende 70 des Federrohres
drückt gegen den einen Hebelarm 71 eines um die Achse 72 drehbaren doppelarmigen
Riegelhebels, dessen anderer Hebelarm 75 die Riegelnase 74 trägt. Die Riegelnase
74 greift in der Ruhestellung über einen Vorsprung 75 des Joches 22 und hält letzteres
fest. Der Druckkraft des Auslösebalges 66 wirkt am Hebelarm 75 die Kraft einer Feder
76 entgegen, deren Spannung mittels einer Tellerschraube 77 einstellbar ist.
-
Normalerweise, d.h. bei intaktem thermostatischem System, überwiegt
die im Innenraum 67 des Auslösebalges 66 herrschende Druckkraft die Kraft der entsprechend
eingestellten Feder 76. Das Joch 22 bleibt verriegelt.
-
Wenn aber das thermostatische System undicht oder zerstört wird, fällt
der Druck im Auslösebalg 66. Dann
wird der Riegelhebel 71, 75 von der Feder 76 im Uhrzeigersinn verdreht und die Riegelnase
74 von dem Jochvorsprung 75 gelöst. Nun bringt die freigegebene Sollwertfeder 21
den Ventilkegel 5 in seine Schließstellung und hält ihn in dieser Stellung fest.
-
Die Erfindung beschränkt sich nicht auf die vorstehend beschriebenen
und in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele, sondern sie umfaßt alle
Varianten im Rahmen der Erfindungsmerkmale.
-
Der Sollwert könnte gegebenenfalls auch durch elne Gasdruckfeder oder
eine Gewichtsbelastung eingetellt werden.
-
Ferner ist die Erfindung gegebenenfalls bei einem Temperaturregler
anwendbar, dessen thermostatisches System nach dem Prinzip der Flüssigkeitsausdehnung
arbeitet.
-
In diesem Fall muß der Flüssigkeitsausdehnungsthermostat zusätzlich
mit einer Feder versehen werden, mit der sein Weg ebenfalls in eine Kraft umgewandelt
werden kann.
-
Ansprüche