DE2337890C2 - Kipplager für Brücken oder ähnliche Bauwerke - Google Patents
Kipplager für Brücken oder ähnliche BauwerkeInfo
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Description
50
Die Erfindung betrifft ein Kipplager für Brücken oder ähnliche Bauwerke, bei dem in einem Topf ein
Druckkissen aus nachgiebigem Werkstoff angeordnet ist, auf welchem sich ein in den Topf eingreifender Dekkel
abstützt, mit einer vor dem Spalt zwischen Topf und Deckel angeordneten, an den Innenseiten von Topf
und Deckel anliegenden, mit dem Druckkissen zu einem einstückiger. Bauteil vereinigten, lamellenartig
aufgelösten Dichtungskörper, welcher zumindest teilweise aus einem Werkstoff höherer Festigkeit als derjenigen
des Druckkissenwerkstoffs besteht.
Zur Abdichtung der Druckkissen solcher Kipplager sind im Druckkissen versenkt vor dem abzudichtenden
Spalt umlaufend angeordnete lose Dichtungsringe aus vor dem zu dichtenden Spalt formbeständigern
Werkstoff bekannt (deutsche Patantschrift 199 305. deutsche Auslegeschrift 1 157 640). Bei Kippbewegungen
des Lagers tordieren diese losen Dichtungsringe, wobei es zu einem unerwünschten Abrieb
des weicheren Druckkissenwerkstoffs kommt; außerdem ist bei starken Kippbewegungen eine sichere
Dichtung nicht mehr gewährleistet
Um den druckkissenseitigen Abrieb zu vermeiden, sind bei einem bekannten Kipplager (deutsche Auslegeschrift
2 063 746) Druckkissen und Dichlungskörper fest miteinander verbunden, se daß Relativbewegungen
zwischen diesen Teilen nicht mehr möglich sind. Die Beanspruchungen des Materials im Bereich der Verbindung
zwischen Dichtungskörper und Druckkissen sind dabei aber verhältnismäßig hoch, so daß eine große Lebensdauer
nur mit hochverschleißfesten und teuren Materialien erzielbar ist.
Nach einem älteren Vorschlag ist der Dichtungskörper zu einem Lamellenpaket aufgelöst, wobei die
einzelnen Lamellen mit gegenseitigem Abstand im Druckkissen versenkt angeordnet sind. An diesem Vorschlag
ist nachteilig, daß sich die im Spaltbereich an die Druckkissenoberfläche angrenzenden Lamellen gegenüber
Kippwinkelanderungen verhältnismäßig steif verhalten,
* »hei die Lamellen hohen Dehnungen unterliegen,
so daß die Gefahr einer raschen Alterung besteht.
In weiterer Verbesserung des genannten älteren Vorschlags wurde darüber hinaus auch schon vorgeschlagen,
eine weitgehend verschleißfreie Dichtung, die eine weiche und zwängungsfreie Anpassung an WinkelänJerungen
infolge Kippbewegungen des Lagers ermöglicht, dadurch zu schaffen, daß der Dichtungskörper
aus einem Lamellenpaket ähnlich dem erstgenannten älteren Vorschlag gebildet ist, wobei aber ein Teil
der Lamellen mit einer längeren Schmalseite parallel zum Lagerteil und der Rest der Lamellen mit einer längeren
Schmalseite parallel zur Innenwand des Topfes verlaufend angeordnet sind.
Die beiden älteren Vorschläge gehen aus von der Grundidee, zu~ Verminderung des Abriebs im Dichtungsbereich
des Druckkissens einen Dichtungskörper aus hochverschleißfestem Material fest mit dem nachgiebigen
Druckkissenwerkstoff zu verbinden. Es wird dabei von der Erkenntnis Gebrauch gemacht, daß es
unter der Voraussetzung dieser festen Verbindung nicht mehr notwendig ist, das Druckkisssen im Bereich
vor dem abzudichtenden Spalt vollständig durch den Dichtungskörper abzudecken. Die zu diesem Zweck
vorgeschlagenen Lamellen haben dabei insbesondere die Aufgabe, den Abrieb des zwischen diesen auch im
Bereich vor dem abzudichtenden Spalt vorhandenen Druckkissenwerkstoffs zu verhindern. Infolge der engen
Abstände zwischen den Lamellen unterbleibt jedes Austreten von weichem Druckkissenwerkstoff. Der in
Lamellen aufgelöste Dichtungskörper erfüllt daher alle Anforderungen hinsichtlich der verschleißfreien Dichtwirkung,
hat aber gegenüber dem einteiligen Dichtungsring den Vorteil, daß er alle durch die Kippbewegungen
des Lagers hervorgerufenen Deformationen des Druckkissens weich und zwängungsfrei mitmacht.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine in ihrer Anpassungsfähigkeit an die Kippbewegungen
des Lagers ähnlich weiche Dichtung zu schaffen, deren Herstellung und deren Einbettung in das Druckkissen
besonders einfach zu bewerkstelligen ist.
Erfindungsgemäß wird dies bei einem Kipplager der eingangs genannten Art dadurch erreicht, daß der
Dichtungskörper aus einer in den Werkstoff des Druckkissens eingebetteten Drahtwendel mit vor dem
Spalt umlaufender Achse besteht.
Eine solche Drahtwendel hat alle Vorteile des lamel-
lenartig ausgebildeten Dichtungskörpers; insbesondere
setzt sie dem Kippwiderstand des Druckkissens keine Grenzen, vermeidet den Abrieb und das Austreten von
Druckkissenwerkstoff im Spaltbereich und ermöglicht eine zwängungsfreie Anpassung an Winkeländerungen
infolge Kippbewegungen des Lagers. Neben diese Vorteile treten noch erhebliche Herstellungserleichterungen.
Die Drahtwendel kann als kontinuierliches Bauteil in beliebiger Länge einfach und kostensparend hergestellt
werden. Sie kann in der Vulkanisationsform für das Druckkissen infolge ihrer Eigensteifigkeit ohne besonderen
Stützaufwand in die geeignete Lage gebracht und einvulkanisiert werden.
Der zur Drahtwende! geformte Draht kann rechtekkigen
Querschnitt haben. Dieser Draht ist bevo-zugt derart gewendelt, daß eine seiner Flächen mit der Hüllfläche
der Drahtwendel zusammenfällt. Auf diese Weise kommt es unter Last zu einer flächigen Anlage des
Drahtes an den Innenseiten von Topf und Deckel. Es kann auch zweckmäßig sein, wenn der Draht verdrillt
ist.
Bei der Dimensioniemng der Drahtwendel ist auf das Verhältnis zwischen den Abständen der Windungen
und der Dicke des Drahtes zu achten. Der Abstand muß klein genug sein, um ein Austreten von
Druckkissenwerkstoff zu verhindern, und die Stärke des Drahtes muß ausreichend sein, um eine dauernde
Verformung der Drahtwendel zu vermeiden. Schließlich ist bei der Gestaltung der Querschnittsform des die
Drahtwendel bildenden Drahtes darauf zu achten, daß die Bindefläche zwischen dem Draht und dem Druckkissenmaterial
groß genug ist, so daß die Drahtwendel zusammen mit dem in ihrem Inneren vorhandenen
Druckkissenmaterial eine widerstandsfähige Dichtungseinheit bildet. Diese Dichtungseinheit ist in sich
so stabil, daß es bei Kippbewegungen zu einem Abrollen des Deckelrandes auf der Oberfläche der
Drahtwendel kommt, wobei Materialverklemmungen vollständig vermieden werden.
Weitere Merkmale der Erfindung sind Gegenstand der Ansprüche 4 bis 8. An Hand der Zeichnung wird ein
Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben, und zwar zeigt
F i g. 1 einen Querschnitt durch ein Kipplager längs
einer vertikalen Ebene, F i g. 2 die Draufsicht auf einen Teil des Druckkissenrands
und
F i g. 3 einen Abschnitt einer Drahtwendel.
F i g. 1 zeigt ein Topflager mit einem oberen Bauwerksteil I und einem unteren Bauwerksteil 2. Zwischen
den Bauwerksteilen sind als oberer Lagerteil der Lagerdeckel 3 und als unterer Lagerteil der Topf 4, in
den der Deckel von oben eingreift, angeordnet. Der Lagerdeckel 3 ist auf dem im Inneren des Topfs 4 angeordneten
Druckkissen 5 aus nachgiebigem Werkstoff, beispielsweise natürlichem oder künstlichem
Kautschuk, abgestützt. Um unter Last ein Austreten des Druckkissenwerkstoffs durch den /wischen Topf
und Deckel gebildeten Spalt 6 zu vermeiden, ist als Abdichtung eine Drahtwendel 7 längs des oberen Rands
des Druckkissens und vor dem Spalt 6 umlaufend angeordnet. Zur Vereinfachung der zeichnerischen Darstellung
sind die Abstände /wischen den Windungen der Drahtwendel verhältnismäßig groß eingezeichnet.
Eine praktische Ausführungsform der Drahiwendel hai eiwa 12 mm Außendurchmesser; der Drahtquerschnitt
entspricht einem Rechteck mit 1 und 4 mm Seitenlange: der Abstand /wischen aufeinanderfolgenden Windungen
beträgt etwa 0,3 mm. Ein bevorzugtes Material für den Draht ist Messing oder Bronze; geeignet ist aber
auch Stahl oder Kunststoff, wie hartes Polyamid. Der Raum im Inneren der Drahtwendel und /wischen den
einzelnen Windungen ist ausgefüllt mit Druckkissenwerkstoff. Durch diese Einbettung der Drahtwendel
entsteht eine feste einstückige Verbindung /wischen Drahtwendel 7 und Druckkissen 5.
F i g. 2 zeigt in vergrößerter Darstellung einen Abschnitt des Druckkissens 5 in der Draufsicht, wobei
deutlich wird, daß das Topflager im Grundriß kreisförmig ausgebildet ist.
F i g. 3 zeigt vergrößert einen Abschnitt der Drahtwendel mit im Querschnitt rechteckigem Draht, der
hochkam gewickelt ist. Die Hochkantanordnung des Drahts verleiht der Drahtwendel erhöhte Stabilität und
bietet dem Druckkissenwerkstoff zwischen den Windungen der Drahtwendel eine große Verbindungsfläche.
Der Rechtecksquerschnitt des Drahtes ist in einem der oberen Scheitelpunkte der in F i g. 3 dargestellten
Dralitwindungen mit strichlierten Linien eingezeichnet.
Die Grundrißform des Druckkissens kann selbstverständlich auch von der Kreisform abweichen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (8)
1. Kipplager für Brücken oder ähnliche Bauwerke, bei dem in einem Topf ein Druckkissen aus
nachgiebigem Werkstoff angeordnet ist, auf welchem sich ein in den Topf eingreifender Deckel abstützt,
mit einer vor dem Spalt zwischen Topf und Deckel angeordneten, an den Innenseiten von Topf
und Deckel anliegenden, mit dem Druckkissen zu ip einem einstückigen Bauteil vereinigten, laniellenartig
aufgelösten Dichtungskörper, welcher zumindest teilweise aus einem Werkstoff höherer Festigkeit
als derjenigen des Druckkissenwerkstoffs besteht, dadurch gekennzeichnet, daß der Dichtungskörper
aus einer in den Werkstoff des Druckkissens (5) eingebetteten Drahtwendel (7) mit vor
dem Spalt umlaufender Achse besteht.
2. Kipplager nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet,
daß der /ur Drahtwendel (7) geformte Draht rechteckigen Querschnitt hat.
3. Kipplager nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Draht verdrillt ist.
4. Kipplager nach einem der Ansprüche 1 bis 3. dadurch gekennzeichnet, daß der Druckkissenwerkstoff
in der Rand/one gegenüber dem Werkstoff des übrigen Druckkissens (5) verstärkt ausgebildet
ist.
5. Kipplager nach einem der Ansprüche 1 bis 4. mit aus gummiarti{;em Werkstoff bestehendem
Druckkissen, dadurch gekennzeichnet, daß die Drahtwendel im Druckkissen (5) einvulkanisiert ist.
6. Kipplager nach einem der Ansprüche 1 bis 4, mit aus elastomercm Werkstoff bestehendem
Druckkissen, dadurch gekennzeichnet, daß die Drahtwendel (7) im Druckkissen (5) eingegossen ist.
7. Kipplager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Druckkissenwerkstoff an der Außenfläche des Druckkissens im Bereich zwischen
den Windungen der Drahtwendel (7) gegenüber derc η äußerer Hüllfläche zurückspringend ausgebildet
ist.
8. Kipplager nach einem der Ansprüche 2 oder 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die
äußere Hüllfläche der Drahtwendel von den Schmalseiten des Drahts gebildet wird.
Priority Applications (12)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19732337890 DE2337890C2 (de) | 1973-07-26 | Kipplager für Brücken oder ähnliche Bauwerke | |
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| IT19478/74A IT1003414B (it) | 1973-02-06 | 1974-01-16 | Sopporto oscillante per ponti e si milari strutture portanti |
| CH71174A CH571615A5 (de) | 1973-02-06 | 1974-01-18 | |
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| AU64964/74A AU500039B2 (en) | 1973-02-06 | 1974-01-29 | Bridgerocker bearing |
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Applications Claiming Priority (1)
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| DE19732337890 DE2337890C2 (de) | 1973-07-26 | Kipplager für Brücken oder ähnliche Bauwerke |
Publications (3)
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| DE2337890A1 DE2337890A1 (de) | 1974-06-12 |
| DE2337890C2 true DE2337890C2 (de) | 1977-02-10 |
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