DE2329174C2 - Verfahren zur quantitativen Bestimmung von Blutammoniak - Google Patents
Verfahren zur quantitativen Bestimmung von BlutammoniakInfo
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Description
hierbei die im angegebenen Beieich wirksamen Puffer wie Phosphatpuffer, bevorzugt Tris-Puffer [Tris-(hydroxymethyl>aminomethan]
und Triäthanolaminpuffer in Frage.
Die Konzentration der Reaktionsteilnehmer kann im gleichen Bereich liegen wie bei den bekannten
Verfahren. Die Konzentration des a-Ketoglutarats
im Reaktionsansatz liegt zweckmäßig zwischen etwa S und etwa 20 mM, die Glutamatdehydrogenase wird
zweckmäßig in einer Menge zwischen 1 und 20 U/ml Reaktionsansatz zugesetzt Auch die Pufferkonzentration
kann in relativ weiten Bereichen schwanken und liegt günstig zwischen etwa 0,0S und 0,25 M. In
der bevorzugten Ausführungsfonn mit Zusatz von
ADP wird letztere Substanz zweckmäßig in solcher Menge zagesetzt, daß sich eine Konzentration zwischen
etwa 0,1 und 2 mM ergibt.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann, wie bereits erwähnt, im Plasma durchgeführt werden, d.h. in
dem von Erythrozyten bereits befreiten Blut Die Durchführung des Verfahrens erfolgt so, daß der
«-Ketoglutarat-haltigen Pufferlösung NADPH und gegebenenfalls ADP zugesetzt wird, dann das Plasma
zugemischt wird, der VJangswert der Extinktion gemessen, das Enzym zugesetzt und nach 5 bis 10 Minuten
die Extinktionsänderung bestimmt wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist nicht nur einfach und rasch durchführbar, es zeichnet sich
auch durch große Genauigkeit aus. So wurden Wiederfindungsversuche durchgeführt, bei denen
29 Plasmaproben mit Ammoniumchlorid auf eine Endkonzentration von 160,OuM versetzt wurden.
Die Bestimmung ergab im Durchschnitt 160,8 μΜ, entsprechend einer Wiederfindung von 100,5*/·.
Zur Durchführung des erfindungsgemäßcn Verfahrens
wird zweckmäßig eine geeignete Reagenzienkombination verwendet. Eine derartige Reagenzienkombination
enthält
1. Λ-Ketoglutarat in Puffer pH 7 bis 9,5,
2. Glutamatdehydrogenase und
3. NADPH
nebeneinander in vor Gebrauch unvermischtem Zu* stand. Die Bestandteile 1 und 3 können auch gemischt
vorliegen, die Haltbarkeit unter Kühlung beträgt dann jedoch nur etwa 3 bis 4 Wochen.
Bevorzugt besteht die Reagenzienkombination aus
Bevorzugt besteht die Reagenzienkombination aus
1. 0,05 bis 0,25 M Triäthanolaminpuffer,
pH 8 bis 9,
pH 8 bis 9,
15 bis 5OmM Λ-Ketoglutarat,
0,3 bis 5 mM ADP und gegebenenfalls
2 bis 30 mM Alkaliazid,
2. 5 bis 50 U Glutamatdehydrogenase, und
3. 0,1 bis 1 μΜο! NADPH, vorzugsweise in Gegenwart
eines Stabilisators oder Stabilisierungsgemisches.
Ein geeigneter Stabilisator für NADPH besteht aus Serumalbuimiö allein oder in Kombination mit
Natfiumbicarbonat und Dextran. Besonders bevorzugt besteht daher Bestandteil 3 der obigen Kombination
aus 04 bis 0,5 μΜοί NADPH, 10 bis SO mg
Serumalbumin, 1 bis 5μΜο1 NaHCO, und S bis
60 mg Dextran. Das vorstehend angegebene Reagens ist in den angegebenen Mengen für eine Einzelbestimmung
eingestellt. Es kann auch aus einem Vielfachen davon zur Vornahme zahlreicher Bestimmungen bestehen.
Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich nichi
nur zur direkten Bestimmung von Ammoniak im Blut bzw. Plasma, sondern auch zur Bestimmung
ammoniakbildender anderer Substanzen, wie z. B. S Harnstoff. Im letzteren Fall wird dem Reaktionsansatz
bzw. Reagens lediglich noch Urease zugesetzt bzw. eine Mischung von Glutamatdehydrogenase und
Urease verwendet.
Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung ίο weiter.
Beispiel 1 Es wird ein Reaktionsgemisch verwendet, enthaltend
0,15 M Triäthanolaminhydrochlorid pH 8,6,
20 mM a-Ketoglutarat,
1,5 mM ADP,
15 mM Natriumazid,
0,3 mM NADPH.
so
1,5 mM ADP,
15 mM Natriumazid,
0,3 mM NADPH.
so
In zwei Küvetten mit einer Dicke von 10 mm werden eindosiert:
| as | Proben ansatz |
Reagenzien- leerweit- ansatz |
| Reaktionsgemisch, ml 30 Plasma, ml H1O, ml |
1,5 0,5 |
1„5 0,5 |
Es wird gemischt und die Ausgangsextinktion E1
bei 334 mn gemessen. Dann werden beiden Ansätzen je 20 μΐ Glutamatdehydrogenase zugesetzt. Der Extinktionsabfall
wird bis zum Stillstand (etwa 5 Minuten) verfolgt, dann die Extinktion E1 gemessen.
Aus Probenansatz und Reagenzienleerwertansatz wird die Extinktionsdifferenz ΔΕ = Ex- JE1 ausgerechnet.
Die korrigierte Extinktionsdifferenz
Δ ^korrigiert — Δ JSprobenaneatx — Δ J?Beacenzlenleerwert
geht in die Berechnung ein:
/iMol ΝΗ,/1 = Δ Ek0„ ■ = Δ £korr · 673
6,0
(eau von NADPH = 6,0 αη*/μΜο1, Verdünnung der
Probe im Bestimmungsansatz 4,04fach; Umrechnung !(o auf 1.)
stabilisierter wäßriger Lösung, enthaltend 0,15 M Triäthanolamindehydrochlorid, pH 8,6,
20 mM a-Ketoglutarat,
1,5 mM ADP,
15 mM Natriumazid.
15 mM Natriumazid.
2. Ein Behälter mit 0,3 μΜοί eingetrocknetem oder
lyophilisiertem NADPH
5 μΜοί NaHCO,,
30 mg Albumin.
3. 900 U/ml Glutamatdehydrogenase, gelöst in GIycerin/Wasser 1:1, enthaltend 5 mM Phosphatpuffer pH 7 und 1 mM ADP.
3. 900 U/ml Glutamatdehydrogenase, gelöst in GIycerin/Wasser 1:1, enthaltend 5 mM Phosphatpuffer pH 7 und 1 mM ADP.
Claims (4)
1. Verfahren zur quantitativen Bestimmung Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß davon
Blutammoniak mit Glutamatdehydrogenase S durch, daß bei dem Verfahren der eingangs genannten
und Λ-Ketoglutarat in Gegenwart eines Wasser- Art NADPH (Nicotinamid-adenin-dinueleotidphosstoff
übertragenden Coenzyms in reduziertem phat in reduzierter Form) als Coenzym verwendet
Zustand,dadurch gekennzeichnet,daß wird
NADPH als Coenzym verwendet wird. Die praktische Unbrauchbarkeit von NADH ist
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn- io darauf zurückzuführen, daß im Plasma zahlreiche
zeichnet, daß in Gegenwart von ADP gearbeitet Enzyme und Substrate enthalten sind, die ebenfalls
wird. zur Reaktion mit NADH befähigt sind und daher
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch zu Nebenreaktionen Anlaß geben, die das Ergebnis
gekennzeichnet, daß in einem Puffer von pH 7,0 verfälschen. Es war zu erwarten, daß bei NADPH
bis 9,5, vorzugsweise von pH 8,5 bis 8,7, gear- 15 die gleichen Schwierigkeiten vorliegen, da diese Subbeitet
wird. stanz das natürliche Coenzym zahlreicher im Plasma
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden vorhandener Enzyme darstellt Hinzu kommt, daß
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Tris- nach den Angaben von E.Schmidt (Methoden
Puffer oder Triäthanolaminpuffer verwendet wird. der enzymatischen Analyse [H. U. Bergmeyer, Hrsgb]
ao Bd. 1, S. 607, 2. Aufig., Verlag Chemie, Weinheim
[1970]) Glutamatdehydrogenase mit NADH weit
schneller reagiert, so daß angesichts der hierbei
schon auftretenden unerwünscht langsamen Reaktion NADPH schon aus diesem Grunde nicht brauchbar
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur quanti- »5 erschien. Überraschenderweise hat sich jedoch ge-
lativen Bestimmung von Blutammoniak mit Glut- zeigt, daß die Bestimmung unter geeigneten Reak-
»niatdehydrogenase und A-Ketoglutarat in Gegen- tionsbedingungen in Gegenwart von NADPH mit
Wart eines Wasserstoff übertragenden Coenzyms in sehr großer Schnelligkeit abläuft und andererseits
reduziertem Zustand, dadurch gekennzeichnet, daß die Nebenreaktionen des NADPH so gering sind,
NApPH als Coenzym verwendet wird. 30 daß nur minimale unspezifische Extinktionsände-
Die Blutammoniakbestimmung ist ein wichtiger rungen auftreten, die praktisch nicht berücksichtigt
bestandteil der Laboratoriumsdiagnostik, insbeson- werden müssen.
Äere bei Leberkrankheiten. Am dringendsten wird So ist es bei dem bekannten Verfahren unter Verliese
Bestimmung bei der Diiferentialdiagnose un- wendung von NADH erforderlich, eine 15- bis
klarer komatöser Zustände und zur Verlaufbeobach- 35 20minütige Vorinkubation durchzuführen. Aber auch
tung bei Leberausfallkoma benötigt. Es v,\irde daher nach Ablauf dieser Vorinkubationszeit sind die unbereits
eine Reihe von Verfahren entwickelt, um spezifischen Nebenreaktionen noch nicht zum Stilldiesem
Bedarf entsprechen zu können. So ist es stand gekommen und überlagern die eigentliche Bebekannt, die Bestimmung mittels der Berthelot-Re- Stimmungsreaktion, wenn nach 20 Minuten die Glut-Aktion
mit eiweißfreiem Blutextrakt durchzuführen 40 amatdehydrogenase dem Bestimmungsansatz zuge-
oder im Trichloressigsäureextrakt den Ammoniak setzt wird. Beim erfindungsgemäßen Verfahren hincnzymatisch
zu bestimmen. Diese Methoden haben gegen ist jede Vorinkubation unnötig, und ein staden
Nachteil, daß sie sehr erhebliche Fehiermöglich- biler Endwert ist bereits nach 5 Minuten erreicht,
keiten umfassen, die vor allem darin begründet sind, Hierbei ist zu berücksichtigen, dal) im normalen
daß eine Enteiweißung mit starker Säure erforderlich 45 Plasma die vorkommenden NHS-Konzentrationen so
ist, bei der eine Ammoniakneubildung auftreten niedrig sind, daß eine relativ sehr große Menge von
kann und der neugebildete Ammoniak die Werte etwa 0,5 ml eingesetzt werden muß, um eine für eine
verfälscht. M ο η d ζ a c et al. haben in J. Lab. CHn. genaue Bestimmung ausreichende Extinktionsände-Med.,
66, 526 1(965), ein Verfahren beschrieben, rung im optischen Test zu erhalten. Da keine Entweiches
sich ohne Enteiweißung durchführen lassen 5° eiweißung oder Denaturierung des Eiweißes erfolgt,
soll und auf der Umsetzung mit Glutamatdehydro* liegt also eine sehr große Menge an Enzymen und
genäse und Ketoglutarat in Gegenwart von NADH Substraten vor, bei denen eine Nebenreaktion mit
(Nicotinamidadenin-dinucleotid in reduzierter Form) NADPH erwartet werden mußte,
bei pH 7,4 beruht. Gemessen wird photometrisch Als besonders günstig erwies sich die Durchführung die Extinktionsänderung bei 340 ιημ. Infolge der SS des Verfahrens der Erfindung in Gegenwart von Trägheit des NH8-Umsatzes und auftretender un- ADP (Adenosindiphosphat). Es wurde gefunden, daß spezifischer Extinktionsändemngen ist hierbei jedoch sich hierdurch, eine Stabilisierung und Aktivierung eine eindeutige Erkennung des Endpunktes im op- der Glutamatdehydrogenase erzielen läßt, welche tischen Test sehr schwierig und beinhaltet erhebliche einen besonders raschen Ablauf der Bestimmung erFehlerquellen. Man hielt deshalb die Enteiweißung bei 60 möglicht.
bei pH 7,4 beruht. Gemessen wird photometrisch Als besonders günstig erwies sich die Durchführung die Extinktionsänderung bei 340 ιημ. Infolge der SS des Verfahrens der Erfindung in Gegenwart von Trägheit des NH8-Umsatzes und auftretender un- ADP (Adenosindiphosphat). Es wurde gefunden, daß spezifischer Extinktionsändemngen ist hierbei jedoch sich hierdurch, eine Stabilisierung und Aktivierung eine eindeutige Erkennung des Endpunktes im op- der Glutamatdehydrogenase erzielen läßt, welche tischen Test sehr schwierig und beinhaltet erhebliche einen besonders raschen Ablauf der Bestimmung erFehlerquellen. Man hielt deshalb die Enteiweißung bei 60 möglicht.
der enzymatischen Blutammoniakbestimmung bisher Das Verfahren der Erfindung wird bei neutralem
für unvermeidlich (Manoukian und Fawaz, bis schwachalkalischem pH-Wert durchgeführt, da
Z. klin. Chem. u. klin. Biochem., 7, 32 [1969]). hierbei die Aktivität der Glutamatdehydrogenase die
Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine rasch und günstigsten Werte aufweist. Ein geeigneter Bereich
sicher durchführbare Blutammoniakbestimmung zu 65 liegt zwischen pH 7 und 9,5. Vorzugsweise wird in
schaffen, die ohne großen Aufwand im nicht entei- stärker alkalischem Bereich gearbeitet, als dies bei
weißten Plasma durchgeführt werden kann. Insbe- den bekannten Verfahren üblich ist, besonders besondere
soll ein derartiges Verfahren geschaffen vorzugt zwischen pH 8,5 und 8,7. Als Puffer kommen
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