DE2328430A1 - Haftkleber - Google Patents
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- C08G18/72—Polyisocyanates or polyisothiocyanates
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Description
Die Erfindung betrifft Haftkleber aus Polyolen, klebrig machenden
Harzen und ^-Isocyanatoraethyl-^-S'S-triraethylcyclohexylisocyanat
und ein Verfahren zur Herstellung der Produkte, bei dem die Verwendung
von Lösungsmitteln nicht erforderlich ist.
Es ist bekannt, daß Klebemassen aus Kautschuken oder Phenolharzen lösungsmittelfrei verstrichen werden können. Es ist ferner vorgeschlagen
worden, druckempfindliche Klebemassen aus einem oder mehreren Polyolen mit mindestens 3 Hydroxylgruppen pro Molekül,
gegebenenfalls Di- und/oder Monoolen und Polyisocyanaten herzustellen. Hierbei werden die Ausgangskomponenten in solchen
Mengen zur Reaktion gebracht, daß sämtliche Hydroxylgruppen der Polyole und gegebenenfalls Di- und/oder Monoole mit den Isocyanatgruppen
der Polyisocyanate reagieren und so ein vollständig vernetztes Polyurethan bilden. Erfindungswesentlich ist ferner,
daß die Polyurethane eine mittlere Keibenlänge zwischen I30 und
285 Kettenatome aufweisen., Derartige Klebemassen, die keine klebrig machenden Harze enthalten, härten sehr langsam. Nachteilig
ist ferner, daß die bei Raumtemperatur harten, kautschukartig-festen Klebemassen nur in erweichtem Zustand, d.h. bei
relativ hohen Temperaturen, aufgetragen werden können. Klebrig
heiße Massen in der Maschine bis zur Streichvorrichtung zu transportieren und dabei warm^zuhalten, ist maschinell sehr aufwendig
und kostspielig. Die Verfahren erlangten keine praktische Bedeutung.
Nach Angaben der US-PS 3 437 622 wird durch Erwärmen von Polyolen,
Polyisocyanaten und bis zu 10 Gewichtsprozent eines klebrig machenden Harzes, bezogen auf das Gewicht des verwendeten Polyols,
auf 1000C eine Stunde ein isocyanatgruppenhaltiges Präpolymeres
hergestellt, das in einem inerten Lösungsmittel gelöst, wird. Die klebstoffhaltige Lösung wird auf einem Substratyerteilt und danach
das Lösungsmittel verdampft. Hierbei entstehen aus dem Prä-
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polymeren die als Klebstoffe verwendbaren Polyurethanpolymeren. Das Verfahren besitzt den Nachteil, daß größere Harzmengen in
derartige Systeme nicht eingemischt werden können und die Präpolymeren nur in Form von Lösungen verarbeitet bzw. auf Substrate
aufgetragen werden können.
Lösungsmittelhaltige Klebemassen aus Isocyanaten und Estern aus
Rizinusöl und Carbonsäuren werden in der US-PS 3 246 049 beschrieben.
Die -Klebemassen werden ebenfalls in unpolaren Lösungsmitteln, wie Xylol, gelöst und auf das Trägermaterial aufgetragen.
Auch diese Arbeitsweise ist mit teueren maschinellen Aufwendungen verbunden, da das Lösungsmittel nach dem Streichvorgang abgesaugt
werden muß. Hierzu sind ein Trockenkanal, der bei herkömmlichen Streichmaschinen eine Länge von etwa 40 bis 60 m aufweist, und
ein ex-geschützter Raum notwendig. Die Geschwindigkeit des Sireichvorganges ist ferner von dem Wirkungsgrad des Trockenkanals abhängig
und deshalb meist begrenzt.
Aus der DT-OS 2 002 457 ist ein Verfahren zur Herstellung von .
Haftklebern aus hydroxylgruppenhaltigen Polyalkylenäthern, klebrig
machenden Harzen und aliphatischen oder aromatischen Polyisocyanaten bekannt. Hierbei werden die Ausgangsstoffe ohne Zusatz
voriüblichen inerten Lösungsmitteln gemischt und lösungsmittelfrei
auf dem Trägermaterial verteilt. Nachteilig an diesem Verfahren ist, daß der Haftkleber maximal 30 Gewichtsprozent eines
klebrig machenden Harzes enthalten kann... Ist der Harzgehalt größer,
so verliert der Haftkleber nach einigen Tagen oder Wochen einen Teil seiner Klebrigkeit, wobei er sich entmischt und inhomogen
wird, oder die Viskosität des Haftklebers steigt so stark an, daß das Produkt mit üblichen Dosier- und Förderanlagen nicht mehr verarbeitet
werden kann. Da die KLebkraft des Haftklebers von dem Gehalt an klebrig machenden Harzen (tackifier) abhängig ist, ist es
für manche Anwendungsgebiete zweckmäßig, dem Produkt größere Mengen tackifier einzuverleiben. ,
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, Haftkleber mit großer KLebkraft und relativ niederen Viskositäten herzustellen, die
ohne Zusatz von inerten Lösungsmitteln mit üblichen Förder- und Dosiereinrichtungen bei Raumtemperatur schnell auf Substraten
verstrichen werden können.
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5 wurde überraschend gefunden, daß diese vorteilhaften Eigen-
ehaften Haftkleber aufweisen, die ohne Zusatz von Lösungsmitteln,
urch Vermischen von
) 28 bis Sik Gewichtsprozent' eines Polyols mit einem Molekulargewicht
von 300 bis 8.000 und einer Hydroxylzahl zwischen 20
und 85 und
) 5 bis 60 Gewichtsprozent eines amorphen, thermoplastischen,
klebrig machenden Harzes, das einen Erweichungspunkt zwischen 40 und l40°C und ein Molekulargewicht zwischen 200 und 7.500
aufweist, und lösungsmittelfreies Umsetzen der Reaktionsmischung mit
) 1 bis 12 Gewichtsprozent ^-Isocyanatomethyl-^.S^-trimethylcyclohexylisocyanat
rhalten werden, wobei die Gewichtsprozente bezogen sind auf das
esamtgewicht der Komponenten a, b und c.
ie erfindungsgemäßen Haftkleber können ohne Zusatz von üblichen
nerten Lösungsmitteln hergestellt und verarbeitet werden und beitzen neben den bereits genannten vorteilhaften Eigenschaften
ohe Klebewerte, beispielsweise von ungefähr 0,2 kp bis ungefähr kp, gemessen nach .der Afera-Norm.
urch die Verwendung von ^-
exylisocyanat, das auch unter dem Trivialnamen Isophorondiisoyanat bekannt ist, als loscyanatkomponen te steigt beim Vermichen der Ausgangsstoffe die Viskosität der Reaktionsmischung ur unwesentlich an, so daß dem Haftkleber auch größere Mengen, .h; Mengen über 30 Gew.J^, an klebrig machenden Harzen einverleibt erden können. Ferner wirken sich geringe Abweichungen bei der osierung der Ausgangskomponenten weniger nachteilig auf die rodükteigenschaften aus, als bei Verwendung von üblichen aroatischen Di- und Polyisocyanaten, wie Toluylendiisocyanat, Dihenylmethandiisocyanat oder Mischungen aus Di- und Polyphenylolymethylen-polyisocyanaten. Das bedeutet, daß nicht nur die aftkleber und deren KLebewerte, sondern auch die Produkteigenchaften der mit den Haftklebern beschichteten Klebebändern auf infache Weise reproduzierbar hergestellt werden können. Voreilhaft ist ferner, daß Isophorondiisocyanat im Vergleich zu romatischen Polyisocyanaten weniger feuchtigkeitsempfindlich st, so daß die Umsetzung zwischen der Polyol-tacktfier-mischung
exylisocyanat, das auch unter dem Trivialnamen Isophorondiisoyanat bekannt ist, als loscyanatkomponen te steigt beim Vermichen der Ausgangsstoffe die Viskosität der Reaktionsmischung ur unwesentlich an, so daß dem Haftkleber auch größere Mengen, .h; Mengen über 30 Gew.J^, an klebrig machenden Harzen einverleibt erden können. Ferner wirken sich geringe Abweichungen bei der osierung der Ausgangskomponenten weniger nachteilig auf die rodükteigenschaften aus, als bei Verwendung von üblichen aroatischen Di- und Polyisocyanaten, wie Toluylendiisocyanat, Dihenylmethandiisocyanat oder Mischungen aus Di- und Polyphenylolymethylen-polyisocyanaten. Das bedeutet, daß nicht nur die aftkleber und deren KLebewerte, sondern auch die Produkteigenchaften der mit den Haftklebern beschichteten Klebebändern auf infache Weise reproduzierbar hergestellt werden können. Voreilhaft ist ferner, daß Isophorondiisocyanat im Vergleich zu romatischen Polyisocyanaten weniger feuchtigkeitsempfindlich st, so daß die Umsetzung zwischen der Polyol-tacktfier-mischung
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und dem Isophoron-diisocyanat nicht negativ durch die natürliche
Feuchtigkeit, die stets in den Fabrikationsräumen oder auf dem Trägermaterial vorhanden ist, beeinflußt wird. Isophorondiisocyanat
ist außerdem aufgrund seines geringen Dämpfdrucks weniger toxisch als zahlreiche; andere aliphatisch^ oder aromatische Polyisocyanate.
Als Ausgangsstoff (a) für die Herstellung der Haftkleber werden
Polyole, beispielsweise Polyesterole und vorzugsweise Polyätherole,
verwendet, die linear, teilverzweigt und/oder verzweigtkettig
sein können und Molekulargewicht von 300 bis 8.000, insbesondere
900'bis 6.000, vorzugsweise 1.800 bis 5.200 besitzen. Beispielsweise kommen Polyätherole in Betracht, die durch Polyalkoxylierung
von zwei- oder mehrwertigen, vorzugsweise zwei- und/oder dreiwertigen
Alkoholen, wie Äthylenglykol, Propylenglykql, Butandiol-1,3,
Butandiol-1,4, Trimethylolpropan und Glycerin, mit Äthylenoxid
und/oder Propylenoxid hergestellt werden. Auch Mischungen aus
verschiedenen hydroxylgruppenhaltigen Polyalkylenoxiden, beispielsweise
solche hergestellt aus Alkoholmischungen durch Anlagerung von Äthylenoxid und/oder Propylenoxid, können verwendet
werden, Die Polyätherole besitzen 0H-Zahlen von 20 bis 85, insbesondere von 25 bis 70, vorzugsweise von 30 bis 50.
Die Polyesterole, die OH-Zahlen von 30 bis 70, vorzugsweise von
35 bis 50 aufweisen, werden üblicherweise aus aliphatischen und/
oder aromatischen Dicarbonsäuren, wie Phthalsäure und Terephthalsäure~und
vorzugsweise aus Bernsteinsäure, Glutarsäure, Adipinsäure, Pimelinsäure und Sebacinsäure* und Di- und/oder Trialkoholen,
wie Glykol, Äthylenglykol, Butandiol-1,4, Butandiol-1,3, Hexandiol-1,6, Trimethylolpropan und Glycerin, bei erhöhten Temperaturen, gegebenenfalls in Gegenwart von Katalysatoren, wie
Titansalzen oder Alkoholaten, kondensiert. Besonders geeignet
sind solche Polyesterole, die eine Säurezahl von kleiner als 3
besitzen.
Als Ausgangsstoff (c) wird 3-Isocyanatomethyl-3.5.5-trimethylcyclohexylisocyanat,
das - wie bereits erwähnt wurde - unter dem Trivialnamen Isophorondiisocyanat bekannt ist, verwendet.
Die Komponenten (a) und (c) werden vorzugsweise in solchen Mengen-
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Verhältnissen verwendet, daß pro Äquivalent Hydroxylgruppe der
Polyole 0,6 bis 1,4, vorzugsweise 0,8 bis i;2, insbesondere 0,8
bis 0,98 äquivalente Isocyanatgruppen des Isophorondiisocyanats vorliegen. Auf diese Weise werden Haftkleber erhalten, die gegebenenfalls
noch freie Hydroxylgruppen aufweisen, was für manche Anwendungsgebiete vorteilhaft sein kann.
Durch Umsetzung der Polyole mit dem Isophorondiisocyanat entstehen
bereits Produkte, die eine gewisse Klebrigkeit aufweisen; es sind jedoch keine vorteilhaften Haftkleber.
Ein wesentliches Erfindungsmerkmal ist die Verwendung von klebrig
machenden Harzen (sogenannte tackifier) als Komponente (b), die auch in größeren Mengen, beispielsweise in Mengen bis zu 60 Gewichtsprozent,
in dem Haftkleber enthalten sein können, ohne daß sich die Produkte entmischen oder inhomogen werden. Bei den klebrig
machenden Harzen'handelt es sich um feste, amorphe, harte
bis spröde, thermoplastische Substanzen, die "bei Temperaturen zwischen 40 und 1500C, vorzugsweise zwischen 75 und 135°C erweichen
und im allgemeinen ein Molgewicht bzw. mittleres Molgewicht zwischen 200 und 7.5OO, vorzugsweise zwischen 500 und I.500
aufweisen. Das Harz soll mit dem Polyol verträglich sein, d.h. es soll beim Erwärmen oberhalb des Erweichungspunktes des Harzes mit
dem Polyol gemischt werden können und das Polyol-tackifier-Gemisch
soll sich bei Raumtemperatur nicht entmischen.
Geeignete Naturharze und modifizierte Naturharze sind beispielsweise
Terpenharze (auch Polyterpenharze genannt), Balsamharze,
Kolophoniumharze, Kolophonium, hydriertes Kolophonium, Ester des Kolophoniums oder hydrierten Kolophoniums, wie der Glyzerinester,
der Pentaerythritester, der Äthylenglykolester, Diäthylenglykolester,
Methylester oder der Propylester des (hydrierten) Kolophoniums. Ester des bei der vollständigen Hydrierung des Kolophoniums
entstehenden Hydroabietylalkohols sind ebenfalls geeignet, z.B. der Benzoesäure- oder Phthalsäureester.' Gut klebrig
machende Harze sind ferner die üblichen Terpen-Phenol-Harze,
Alkylphenolharze, Ketonharze, wie Kondensationsprodukte des Cyclohexanons, Cumaronharze, Indenharze, Kohlenwasserstoffharze,
Polyvinylisobutyläther, Polyvinylacetat, Vinylacetat-Vinyllaurat-Copolymere
und Polyolefine.
.. ό - O.Z. 29 913
Unter den geeigneten klebrig machenden Harzen bevorzugt man diejenigen,
die möglichst wenig Säuregruppen enthalten und deren Säurezahl möglichst unter 100, vorzugsweise zwischen 0 und 70
liegt, wie. Terpenharze, Terpenphenolharze und Esterharze. Mit besonderem Vorteil verwendet man Gemische verschiedener klebrig
machender Harze, beispielsweise Gemische aus 2 bis 4 verschiedenen Harzen. Sofern man Harze unterschiedlichen Erweichungspunktes im Gemisch verwendet, beispielsweise ein Gemisch aus
Harzen mit Erweichungspunkt um 700C und Harzen mit Erweichungspunkt
um 1200C, so sind die erhaltenen Haftkleber in einem größeren
Temperaturbereich verwendbar als Haftkleber auf Basis nur eines Harzes.
Die drei Ausgangskomponenten Polyol (a), klebrig machendes Harz
(b) und Isophorondiisocyanat (c) werden in folgenden Mengenverhältnissen verwendet:
Komponente a: 28 bis 94 Gewichtsprozent, vorzugsweise 40 bis
Komponente a: 28 bis 94 Gewichtsprozent, vorzugsweise 40 bis
80 Gewichtsprozent,
Komponente b: 5 bis 60 Gewichtsprozent, insbesondere 15 bis
Komponente b: 5 bis 60 Gewichtsprozent, insbesondere 15 bis
50 Gewichtsprozent, vorzugsweise ^O bis 45 Ge- (
wichtsprozent und
Komponente c: 1 bis 12 Gewichtsprozent, vorzugsweise 2 bis 8 Gewichtsprozent.
Für die Qualität des Haftklebers ist von Bedeutung, daß bei der Herstellung und Verarbeitung des Produkts bestimmte Verfahrensbedingungen eingehalten werden. Gute Produkte werden erhalten, wenn
man zunächst das klebrig machende Harz und das Polyol bei Temperaturen oberhalb des Erweichungspunktes der Harze mischt und anschließend
bei Temperaturen kleiner als 500C* vorzugsweise zwischen
15 und 35°C das Isophorondiisocyanat hinzufügt. Diese Mischung
wird dann in fließfähigem Zustand verformt bzw. auf Folien oder einen beliebigen Untergrund aufgetragen. Nach der Formgebung
läßt man ausreagieren und erhält dann einen mehr oder weniger weichen, weitgehend lösungsmittelbestandigen, praktisch unlöslichen
Haftkleber, d.h. eine druckempfindliche Klebemasse.
Die Haftkleber stellt man beispielsweise im einzelnen auf folgende
Art her: Das handelsübliche Polyol wird zweckmäßig zunächst weitgehend,
beispielsweise durch Erwärmen unter vermindertem Druck,
. - 7 - O.Z. 29
entwässert. Es ist vorteilhaft, darauf zu achten, daß der Wassergehalt
des Produkts.0,1 % möglichst nicht wesentlich übersteigt.
Gleiches gilt natürlich auch für die anderen Komponenten,, doch sind diese üblicherweise von Natur aus praktisch wasserfrei. Man
mischt das Polyol mit dem Harz oder dem Harzgemisch-derart, daß eine klare, homogene Polyol/Harzmischung entsteht. Meist erwärmt
man hierzu die Komponenten unter Rühren etwa bis auf Temperaturen oberhalb dem Erweichungspunkt des Harzes, beispielsweise auf 40
bis 16O°C, so lange, bis sich eine klare, homogene Mischung gebildet
hat. Je nach Art des Polyols und nach Art und Menge des
klebrig machenden Harzes hat die resultierende Mischung bei Raumtemperatur unterschiedliche Viskositäten, etwa zwischen 2.000
und 20.000 Centipoise.
Verwendet man bei der Bereitung des Haftklebers keinen tackifier
oder weniger als 5 Gewichtsprozent, so ist die Klebekraft unbefriedigend.
Haft kleber, die mehr als 60 Gewichtsprozent eines Harzes enthalten, besitzen zwar eine sehr gute Klebekraft, die
Produkte können jedoch aufgrund der zunehmenden Viskosität nur noch bei erhöhten Temperaturen, beispielsweise über 50°C verarbeitet
werden.
Gleichzeitig mit dem Harz oder auch danach, jedoch vorteilhaft vor Zugabe des Isophorondiisocyanats kann man auch weitere übliche
Hilfsmittel zumischen, wie Farbstoffe, Füllstoffe, Pigmente, Weichmacher, Alterungsschutzmittel, Antioxidantien und Lichtschutzmittel.
Hinzugefügt werden können auch übliche Katalysatoren, die die anschließende Umsetzung deriHydroxylgruppen mit Isocyanatgruppen
beschleunigen. Bewährte Katalysatoren sind beispielsweise Dibutylzinndilaurat oder Zinn-II-octoat.
Die Ausgangskomponenten und Hilfsmittel werden mit Hilfe der üblichen,
in der Polyurethanchemie bekannten, Dosier- und Verarbeitungsvorrichtungen
gemischt. Bei der Zumischung der vorgeschlagenen Menge Isophorondiisocyanat sollten Temperaturen höher
als 50°C nach Möglichkeit vermieden werden. Gegebenenfalls ist es zweckmäßig das Isophorondiisocyanat mit einem Teil der Polyol-
tackifier-Mischung zu versetzen und dieser Vormischung den restlichen Teil der Polyol-tackifier-Mischung und den Katalysator
einzuverleiben. Die resultierende Mischung sollte dann möglichst
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rasch weiterverarbeitet werden. Man mischt und verarbeitet in dieser Phase im allgemeinen bei Temperaturen zwischen 5 und 5O0C,
vorzugsweise zwischen 15 und J55°C. Die Formgebung erfolg; vorzugsweise
unmittelbar nach dem Vermischen, wobei man bei tieferen Temperaturen längere, bei höheren Temperaturen kürzere Reaktionszeiten
einhält. Zweckmäßig erfolgt die Formgebung mit Hilfe von ' üblichen Methoden, wie sie zur Herstellung von selbstklebenden
Erzeugnissen bekannt sind.
Da kein Lösungsmittel verdunsten muß - bei der Bereitung der Mischung
wird ja vorteilhaft auf die Mitverwendung jeglichen Lösungsmittels verzichtet - kann der Haftkleber in beliebig dicker
Schicht eingesetzt werden, auch können Formkörper beliebiger Art und Größe hergestellt werden. Der Hauptanwendungszweck liegt in
der Herstellung von Klebebändern, Klebefolien und Klebeetiketten wobei der Haftkleber auf ein Gewebe oder auf Folien aus beispielsweise
Papier, Cellulose, Celluloseacetat, Cellophan, Polyester, Polyamid, Polyvinylchlorid, Polyäthylen, Polypropylen o.a. in
dünner Schicht aufgetragen wird. Man wählt im allgemeinen Schicltdicken
von oberhalb 5/U, vorteilhaft oberhalb 25 /U, entsprechend
Beschichtungen von mehr als 5 S bzw. mehr als 25 g pro m .
Nach beendeter Verarbeitung läßt man die Haftklebermischung ausreagieren,
was je nach Temperatur in wenigen Sekunden bis wenigen Stunden erreicht wird. Die Viskosität der Mischung nimmt rasch
zu, sie geliert alsbald und verfestigt sich zu einer mehr oder weniger weichen elastischen Masse mit hervorragenden Haftklebeeigenschaften.
Erwärmt man nach dem Auftragen die Masse je nach Trägermaterial kurz auf Temperaturen von 50 bis 2000C, so ist
innerhalb einer bis weniger Minuten die Masse verfestigt, und die Folie kann aufgewickelt werden, gegebenenfalls nachVluflage einer
Trennfolie.
Der Haftkleber ist auch ein ideales Material für die Herstellung von selbstklebenden Dichtungsmassen, Isolierungen und dergleichen.
Formkörper, z.B. Platten, aus dem Haftkleber sind an ihrer Ober- · fläche kleben, d.h. haftklebend, während die gesamte Masse fest
und elastisch ist.
Mann kann auch bei der Herstellung der Haftkleber übliche Treib-
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mittel mitverwendet und während des Härtevorgangs nach dem Verformen
die Masse aufschäumen lassen, bis die gewünschte Dichte, etwa zwischen 0,2 und 0,8 g/cnr erreicht ist. So erhält man haftklebende
Schaumstoffe.
•Für die Härtung des Haftklebers nach der Verarbeitung ist die Anwesenheit
eines Katalysators eigentlich nicht erforderlich, doch wird durch seine Mitverwendung die Härtungszeit wesentlich verkürzt.
Entscheidend ist dabei, daß man je nach Art und Menge des Katalysators die Reaktionszeit beliebig einstellen kann entsprechend der für die Verarbeitung erforderlichen Zeit.
Eine abgewandelte Arbeitsweise, der man sich bedient, um dem Haftkleber
möglichst hohe Harzgehalte einzuverleiben, besteht darin, daß man Weichmacher mitverwendet, beispielsweise niedermolekilares
Polystyrol in Mengen von 5 bis 30 Gewichtsprozent, bezogen auf
die Summe der Komponenten, a, b und c. Anstelle von Polystyrol
läßt sich auch Styrol verwenden, wobei man dann bei der Vermischung der Komponenten einen üblichen Peroxidkatalysator zumischt
und während des Aushärtens der Polyurethane gleichzeitig das Styrol polymerisieren läßt.
Die in den Beispielen angegebenen Teile sind Gewichtsteile.
Ein Gemenge aus
100 Teilen eines trifunktioneilen Polyäthylenpolypropylenätherols
mit einem Molekulargewicht von 4.500 und einer Hydroxylzahl von ca. 36
26,31 Teilen Alkyl phenolharz (Schmelzbereich 63 - 700C)
13*15 Teilen Terpenphenolharz (Schmelzberefch 117 - 1300C) . 10,52 Teilen Phthalsäureester von Hydroabietylalkohol
13*15 Teilen Terpenphenolharz (Schmelzberefch 117 - 1300C) . 10,52 Teilen Phthalsäureester von Hydroabietylalkohol
(Schmelzbereich 60 - 700C)
wird unter vermindertem Druck auf eine Temperatur von 135°C erwärmt
und hierbei innig gemischt und entwässert. Anschließend läßt man die Mischung auf 20 bis 250C abkühlen und fügt
7,2 Teile 3-Isocyanatomethyl-3.5.5-trimethylcyclohexylisocyanat
und
und
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Eine Polyesterfolie wird sofort mit JO g/m der Klebemasse beschichtet.
Man läßt bei Raumtemperatur 24 Stunden reagieren und erhält eine Haftkleberfolie^mit einer Klebekraft von 1.000 ρ
(gemessen nach Afera-Norm 4OO1P8).
Beispiele 2-11
Werden die Umsetzungen analog den Angaben des Beispiels 1 durchgeführt,
jedoch· die Art und Mengen der Reaktionspartner variiert, so werden die in der folgenden Übersicht zusammengestellten Klebemassen
erhalten.
Beispiele 2 3 4 5 678 9 10 11
Ausgangsstoffe ' ' Gew.Tl. Gew.Tl. Gew.Tl. Gew.Tl. Gew.Tl. Gew.Tl. Gew.Tl. Gew.Tl. Gew.Tl. Gew.Tl.
Polypropylenatherol . . · '
Molgew, ca. 2.500
OH-Zahl 56 50
100 100 50 100
| Polypropylenatherol Molgew, ca. 9OO OH-Zahl 25 |
100 | 100 | |
| Polypropylenatherol Molgew, ca. 3.000 OH-Zahl 56 |
35 | ||
| Ο CD ' CO |
Polypropylenatherol Molgew, ca. 4.500 OH-Zahl 36 |
17,5 | 40 |
| 81/ | Alkylphenolha rz Schmelzber. 64 - 72°C |
15 | |
| O cn |
Terpenphenolharz Schmelzber. 120 - 130 C |
||
100 100
50 10 45 29/2 55
10 2 10 14,6 10 30
Phthalsäureester von Hydroabietylalkohol Schmelzber. 60 - 700C
Methylester von hydriertem Kolophonium Titandloxyd
Aerosil
3-Is ocyanat omethyl-3 ..5 · 5" trimethylcycl ohexylis ocyana t
Zinn-II-Octoat
| 20 | 100 | > 1 |
| h | ||
| 80 | I | |
| 55 | 60 | |
| 4 | 10 | 4,9 | 7 | 1 | 15 | 11,6 | 4,9 | 7, | 2 | 10 | 20 | O N O |
r\> CO |
| 1 | 10 | 8 | 1 | 0, | 8 | 20 . | 10 | ro VO vo |
rrs | ||||
| 2 | H-* VjJ |
||||||||||||
| 7,2 . | 10,5 | 5, | 7,6 | 7,2 | 7,9 | 10,5 | |||||||
| 0,8 | 0,7 | 0, | 0,8 | 0,8 | 1. | 1 | |||||||
Klebekraft: 1,5 kp 0,8 kp 2 kp 0,6 kp 1,8 kp 1,2 kp 2,2 kp 0,6 kp 2,2 kp 1,9 kp
gemessen nach 48 Stunden nach der Afera-Norm
- 1?. - O.Z. 29 913
Ein Gemenge aus "
100 Teilen eines trifunktioneilen Polyäthylenpolypropylenätherols
mit einem Molekulargewicht von 4.500 und einer
OH-Zahl von 36 und
33*3 Teilen Alkylphenolharz mit einem Schmelzbereich von 64
bis 720C wird unter vermindertem Druck bei einer Temperatur
von 1300C gemischt und entwässert. Anschließend
läßt man die Mischung auf 20 bis 250C abkühlen und fügt
5,3 Teile eines Gemisches aus 80 Gew.$ 2,4-Toluylen-diiso-
cyanat und 20 Gew.# 2,6-Toluylen-diisocyanat und
0,6 Teile Zinn-II-octoat hinzu.
Die Haftklebermischung wird sehr rasch viskos und inhomogen.
2 '
Eine Polyesterfolie wird sofort mit 70 g/m der Klebemasse beschichtet.
Man erhält eine Haftkleberfolie mit einer Klebekraft von ca. 0,8 kp. Nach einer Lagerzeit von 48 oder mehr Stunden hat
sich die Klebekraft um mehr als 50 % vermindert.
Ein Haftkleber aus
100 Teilen eines Polyäthylenpolypropylenätherols mit einem
Molekulargewicht von 3^000 und einer OH-Zahl von 38,
46,6 Teilen Alkylphenolharz (Schmelzbereich 64 - 74°C), 20 Teilen Phthalsäureester von Hydroabietylalkohol
(Schmelzbereich 109 - 119°C),
. 5*3 Teilen Toluylen-diisocyanat (80 : 20) und
0,6 Teilen Zinn-II-octoat wird analog den Angaben von Vergleichsbeispiel 12 hergestellt.
Eine mit 70 g/m der Klebemasse beschichtete Polyesterfolie besitzt
eine Klebekraft von 1 kp. Nach einer Lagerzeit von 48 Stunden verminderte sich die Klebekraft um mehr als 50 %. Der KLeberfilm
wird nach mehreren Tagen inhomogen und unbrauchbar.
/. η α Q ο 1 /int;·?
Claims (1)
- " 1? - O.Z. 29 913Verfahren zur Herstellung von Haftklebern, dadurch gekennzeichnet, daß mana) 28 bis 9^ Gewichtsprozent eines Polyols mit einem Molekulargewicht von 300 bis 8.000 und einer Hydroxylzahl zwischen 20 und 85 und · " ·b) 5 bis 60 Gewichtsprozent eines amorphen, thermoplastischen, klebrig machenden Harzes, das einen Erweichungspunkt zwischen 40 und 14O°C und ein Molekulargewicht zwischen 200 und 7.500 aufweist,ohne Zusatz von Lösungsmitteln mischt und;die Reaktionsmischung lösungsmittelfrei mitc) 1 bis 12 Gewichtsprozent 3-Isocyanatomethyl-3-5-5-tr!methylcyclohexylisocyanat umsetzt, wobei die Gewichtsprozent bezogen sind auf das Gesamtgewicht der Komponenten a, b und c.Badische. Anilin- & Soda-Fabrik AG ../noQQi / 1 Π R 7
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