DE2326191B2 - Verfahren zum Herstellen eines Reliefdekors auf keramischen Erzeugnissen - Google Patents
Verfahren zum Herstellen eines Reliefdekors auf keramischen ErzeugnissenInfo
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Description
Die Erfindung richtet sich auf ein Verfahren zum Herstellen eines Reliefdekors auf keramischen Erzeugnissen,
insbesondere Porzellan, durch Auftrag einer Masse im Siebdruck auf eine Druckunterlage und Übertragung
von dieser auf den zu dekorierenden Gegenstand.
Zur Herstellung von Reliefdekors hat man sich bisher m
Formen bedient, in die das zu erzielende Relief eingearbeitet war. Dieses Verfahren ist teuer und eignet sich
deshalb nicht für eine rationelle Fertigung. Man hat andererseits auch bereits Masseteile, die in einer Form
ihre Gestaltung erhalten haben, von Hand auf den ro- jr>
hen Scherben aufgarniert. Der übermäßig hohe Aufwand eines solchen Arbeitsverfahrens liegt auf der
Hand. Es ist schließlich bekannt, auf Umdruckpapier eine dünne Farbschicht und auf dieser eine stärkere
Schicht Emailleweiß aufzutragen, mit einer Lackmaske abzudecken und das ganze nach Art eines Schiebebildes
auf den Gegenstand zu übertragen. Damit lassen sich jedoch nur sehr geringe Reliefstärken erzielen,
und die Erfahrung hat ergeben, daß dieser Auftrag beim nachfolgenden Dekorbrand craquelierte und abplatzte. «
Zur Herstellung eines echten Reliefs im Sinne derobengenannten Verfahren kam es dabei jedoch nicht. Das
Verfahren erwies sich als unbrauchbar.
Aufgabe der Erfindung ist es, ausgehend von diesem Stand der Technik, einen Weg zu weisen, der die ratio- w
nelle Herstellung von Reliefdekoren bei keramischen Erzeugnissen in dauerhafter Weise gestattet, um hieraus
eine Massenfertigung aufzubauen. Es kam entscheidend darauf an, zu gewährleisten, daß die Dekorteile
eine dauerhafte Verbindung mit der keramischen Unterlage eingingen und im späteren Gebrauch selbst
bei starker Beanspruchung nicht abplatzten.
Die Lösung dieses Problems liegt darin, daß eine keramische Masse von gleicher Grundzusammensetzung
wie der zu dekorierende Gegenstand mit Fluß- bo und Magerungsmittel versetzt, in mehreren Schichten
übereinander gedruckt und dann übertragen und im Dekorbrand aufgebrannt wird, wobei der Wärmekoeffizient
der aufgedruckten Masse kleiner ist als derjenige des zu dekorierenden Gegenstands. Es kommt entscheidend
darauf an, den aufzudruckenden Massen bestimmte, von der Ausgangsmasse des zu dekorierenden
Scherbens abweichende Sinter- und Wärrnedehnungseigenschaften zu verleihen. Hierzu dienen die geringen
Zusätze an speziellen Fluß- und Magerungsmitteln. Als solche kommen in Betracht weißbrennendes chinesisches
Talkum und andere gleichwirkende Mittel, wie weitere Erdalkalisilikate, bestimmte Rohglasuren und
Glasfritten.
Nachdem frühere Veisuche immer wieder an der Haltbarkeit und an der mangelnden dauerhaften Verbindung
mit dem Scherben gescheitert sind, ist es mit der Erfindung erstmals gelungen, die Relief-Formgebung
bei keramischen Erzeugnissen in einer Weise zu lösen, die auch für die Großserienfertigung geeignet
ist und auch Dekorelemente in der Größenordnung bis 2 mm Schichtstärke ergibt, die erst die Bezeichnung
Relief verdienen. Die zu verdruckenden Reliefmassen müssen im Brand auf der keramischen Unterlage einerseits
durchsinlern, um einen mehr oder weniger matten Glanz bei glatter Oberfläche zu erhalten, andererseits
muß ihr Wärmedehnungskoeffizient geringer oder höchstens gleich sein, damit die Dekormassen unter
Druckspannung oder zumindest neutral aufsintern. Spannungsrisse und Absperrungen werden auf diese
Weise ausgeschlossen. Es muß als besonderer Vorzug des erfindungsgemäßen Verfahrens angesehen werden,
daß es sich auch für die Verwendung des modernen Schnellbrandverfahrens geeignet gezeigt hat, bei welchem
sich Schiebezeiten von 60-90 Minuten, von kalt zu kalt, ergeben. Die thermische Belastbarkeit der Erzeugnisse,
deren Reliefelemente nachträglich aufgebracht werden, ist außerordentlich groß. Die Reliefelemente
unterliegen beim Dekorbrand einer gewissen Selbstglasierung aus der Masse heraus, und das Verfahren
kann so gesteuert werden, daß gegebenenfalls die Konturen der Reliefelemente mehr oder weniger stark
verschwimmen. Sie erscheinen nach dem Brand in einem gewissen Seidenmattglanz. Zwischen Glanzeffekt
und präzisen Konturen und Tiefen muß jeweils ein Mittelweg gewählt werden.
Die Reliefelemente werden in beispielsweise vier bis fünf Schichten mit dazwischenliegendem Trockenvorgang
auf das Druckpapier im Siebdruck aufgetragen und die letzte Schicht mit der Lackmasse abgedeckt.
Die Handhabung ist dann wie bei den üblichen Schiebebildern, nach Anfeuchten der Papierunterlage läßt sich
das Dekorelement durch Abschieben auf den Scherben übertragen. Die Handhabung ähnelt im wesentlichen
dem Auftrag von Zierdekorelementen.
Als Fluß- bzw. Magerungselemente kommen die in der einschlägigen keramischen Industrie üblichen Mittel
in Frage, wie beispielsweise Rohglasuren, Fritten und Erdalkalisilikate als Flußmittel, kalzinierter Kaolin,
Zirkonsilikat und Farbkörper als Magerungsmittel. Eine besonders zweckdienliche Verfahrensmaßnahme
besteht darin, daß der Dekormasse l-5Gew.-% Flußmittel, vorzugsweise weißbrennendes chinesisches
Talkum zugesetzt werden.
1. Ausführungsbeispiel
Eine Siebdruckmasse für Schnellbrand (SK 8, entspricht etwa 1280°C) setzt sich zusammen aus 95 bis
99 Gew.-% normaler Hartporzellanmasse und 1 bis 5 Gew.-% Flußmittel. Innerhalb dieses Bereiches richtet
sich die Mischung nach der gewünschten Oberfiächenbeschaffenheit der Reliefmasse nach dem Brand. Für
glatte und glänzende Oberfläche wird ein Zusatz von 4-5 Gew.-% Flußmittel gewählt, für matte Oberfläche
ein Zusatz von 1-3 Gew.-%. Porzellanmasse und Fluß-
mittel, die zusammen die Spezialmasse ergeben, haben folgende Zusammensetzung:
| Porzellanmasse, mittlere | Flußmittel |
| Zusammensetzung | (glühverlustfrei) |
| (glühverlustfrei) | |
| Gew.-% | Gew.-% |
AI2O3
Fe2O3
68,84
25,98
0,33
0,13
0,36
0,23
3,93
0,20
25,98
0,33
0,13
0,36
0,23
3,93
0,20
75,88 13,06 0,42 0,05 7,91 0,91 1,66 0,11
Abweichend von dem Ausführungsbeispiel kann als Flußmittel auch handelsübliches, weißbrennendes chinesisches
Talkum von 1 -5 Gew.-% der Porzellanmasse beigefügt werden.
Es finden grobe Siebe mit 30 Maschine/cm und einer Sieböffnung von 0,2 mm Verwendung.
Die Siebdruckmasse kann als porzellanweiße Masse aufgetragen werden. Sie kann aber auch mit bekannten
Farbträgern eingefärbt werden.
2. Ausführungsbeispiel
Die der Erfindung entsprechende Dekorationsweise ist nicht nur auf Porzellan, sondern auch bei Steinzeug
und Steingut in einem Brenntemperaturbereich von 1000-1400rC durchführbar. Es liegt im fachmänni
sehen Ermessen, nach dem erfindungsgsmäßen Verfahren die entsprechenden Massen mit geeigneten Flußmitteln
zu versetzen, um zum Erfolg zu kommen. Aus dem genannten Temperaturbereich gilt das folgende
Ausführungsbeispiel für Steinzeug:
Steinzeugmasse
(glühverlustfrei)
(glühverlustfrei)
(Gew.-%)
Flußmittel Tür Reliefdekor auf Steinzeug SK 6/7
(12501C)
| SiO2 | 76,2 |
| Al2O3 | 15,4 |
| B2O3 | - |
41,1 11,2 28,6
Steinzeugmasse
(glühverlustfrei)
(glühverlustfrei)
(Gew.-%)
Flußmittel Iur
Reliefdekor auf Steinzeug SK 6/7
Reliefdekor auf Steinzeug SK 6/7
(1250 C)
Fe2O3
TiO2
CaO
MgO
K2O
Na2O
0,9
0,5
1,2
0,5
1,2
1,7
3,7
0,4
3,7
0,4
6,4
12,7
ii Die Erfindung bietet eine große Zahl von Dekorationsmöglichkeiten.
Der der Erfindung entsprechende Siebdruck kann weiß auf weiße Gegenstände, weiß auf
farbig glasierte Gegenstände, farbig auf weiße Gegenstände oder farbig auf farbig glasierte Gegenstände
.'Ii (etwa in Ton-in-Ton-Nuancen) aufgebracht werden. In
Verbindung mit Edelmetallen lassen sich durch das der Erfindung entsprechende Verfahren Tiefätzdekore imitieren
und ähnliche Effekte erzielen, wenn die Reliefdekore ganz oder teilweise mit Edelmetallen versehen
werden. Auch können Reliefdekore in bereits eingearbeitete Vertiefungen der keramischen Gegenstände
angelegt werden.
Die Haftung zwischen Scherben und Dekorelement wird mittels einer Thermoschockprüfung getestet. Bei
ίο plötzlichem, sehr krassem Temperaturwechsel führt
ein Spannungsverhalten, insbesondere Zugspannungen, zwischen Scherben und Reliefdekor zur Rissebildung
und zu einer Neigung zum Abplatzen. Die Prüfung wird in der Regel so durchgeführt, daß ein auf 200-3000C
ι■-> erwärmter Prüfling in Wasser von Leitungstemperatur
gegeben wird. Die Temperatur kann aufeinanderfolgend gesteigert werden, bis erste Schäden am Reliefdekor
beobachtet werden können oder der Scherben zu Bruch geht.
4» Auf diese Weise konnte festgestellt werden, daß die
Rissefreiheit und Haltbarkeit der erfindungsgemäßen Dekore die Haltbarkeit des Scherbens übertreffen, also
die erfindungsgemäße Aufgabe vollkommen gelöst ist. Je nach Form und Scherbenstärke gingen die mit Relief-
4> dekor versehenen und getesteten Teile zwischen 200
und 300cC zu Bruch, ohne daß eine Abplatzneigung der Dekorelemente beobachtet werden.
Claims (2)
1. Verfahren zum Hers!eilen eines Reliefdekors
auf keramisches Erzeugnissen, insbesondere Por- -> zellan, durch Auftrag einer Masse im Siebdruck auf
eine Druckunterlage und Übertragung von dieser auf den zu dekorierenden Gegenstand, dadurch
gekennzeichnet, daß eine keramische Masse von gleicher Grundzusammensetzung wie der zu
dekorierende Gegenstand mit Fluß- und Magerungsmitteln versetzt, in mehreren Schichten übereinander
gedruckt und dann übertragen und im Dekorband aufgebrannt wird, wobei der Wärmekoeffizient
der aufgedruckten Masse gleich oder kleiner ist als ι > derjenige des zu dekorierenden Gegenstands.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Dekor-Masse 1-5 Gew.-% Flußmittel,
vorzugsweise weißbrennendes chinesisches Talkum, zugesetzt werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19732326191 DE2326191B2 (de) | 1973-05-23 | 1973-05-23 | Verfahren zum Herstellen eines Reliefdekors auf keramischen Erzeugnissen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19732326191 DE2326191B2 (de) | 1973-05-23 | 1973-05-23 | Verfahren zum Herstellen eines Reliefdekors auf keramischen Erzeugnissen |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2326191A1 DE2326191A1 (de) | 1974-12-12 |
| DE2326191B2 true DE2326191B2 (de) | 1978-03-30 |
Family
ID=5881854
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19732326191 Ceased DE2326191B2 (de) | 1973-05-23 | 1973-05-23 | Verfahren zum Herstellen eines Reliefdekors auf keramischen Erzeugnissen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2326191B2 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4224313A (en) | 1976-12-09 | 1980-09-23 | Kernforschungsanlage Julich Gesellschaft Mit Beschrankter Haftung | Physiological preparation containing loaded cells in suspension and an agent for counteraction of cell membrane disintegration |
| US4269826A (en) | 1976-12-11 | 1981-05-26 | Kernforschungsanlage Julich Gesellschaft Mit Beschrankter Haftung | Physiological preparation containing loaded cells in suspension and a magnetic agent for local concentration thereof in a living body |
| US4289756A (en) | 1976-12-15 | 1981-09-15 | Kernforschungsanlage Julich Gmbh | Physiological preparation containing loaded cells of expanded volume in suspension, for preferential accumulation in spleen and liver |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3025364A1 (de) * | 1980-07-04 | 1982-02-04 | Villeroy & Boch Keramische Werke Kg, 6642 Mettlach | Verfahren zum herstellen eines keramischen erzeugnisses mit einem farbigen reliefdekor |
-
1973
- 1973-05-23 DE DE19732326191 patent/DE2326191B2/de not_active Ceased
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4224313A (en) | 1976-12-09 | 1980-09-23 | Kernforschungsanlage Julich Gesellschaft Mit Beschrankter Haftung | Physiological preparation containing loaded cells in suspension and an agent for counteraction of cell membrane disintegration |
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE2326191A1 (de) | 1974-12-12 |
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| 8235 | Patent refused |