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Zur Lösung dieser Aufgabe ist die Vorrichtung zur Übernahme des eingetragenen
Schußfadens der eingangs genannten Art erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß
der Fadenabnehmer aus einem über
der Ladenbahn um eine neben der
Bewegungsbahn des Greiferschützens angeordnete Drehachse verdrehbar gelagerten Abnehmerelement
besteht, das eine in der Annahmestellung im wesentlichen parallel zur Schußrichtung
verlaufende Fadenhalterungskante und eine Öffnerkante aufweist, die nur in der Annahmestellung
in die Bewegungsbahn eines am Greiferschützen angeordneten, dessen Klemmvorrichtungen
öffnenden Öffnerelementes hineinragt, wobei eine am Abnehmerelement befestigte,
federnd gegen die Fadenhalterungskante anliegende Klemmfeder und Stellvorrichtungen
zum Verdrehen des Abnehmerelementes zwischen der Annahmestellung der Ausweichstellung
vorgesehen sind.
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Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist das Abnehmerelement plattenförmig
ausgebildet und dicht an der Gewebekante angeordnet, weist ferner einen Fangschlitz
zum Erfassen eines zwischen der Klemmvorrichtung und einem Fadenführer des Greiferschützens
liegenden Schußfadenabschnittes auf und ist um eine zur Ladenbahn senkrechte Drehachse
um einen Winkel von 60 bis 90" verdrehbar. Das Abnehmerelement kann zweckmäßig eine
kreissektorähnliche Form besitzen, auf der dem Fangschlitz gegenüberliegenden Seite
der Drehachse einen Drehzapfen und eine quer zum Fangschlitz verlaufende, in der
Ausweichstellung parallel außerhalb der Bewegungsbahn des Greiferschützens liegende
Seitenkante aufweisen. Die Stellvorrichtungen können direkt oder über zwischengeschaltete
Stellhebel am Drehzapfen des Abnehmerelementes angelenkt sein.
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Die Klemmfeder ist vorteilhaft U-förmig ausgebildet und kann an der
der Fadenhalterungskante gegenüberliegenden Kante des Fangschlitzes oder an dem
durch den Fangschlitz von der Öffnerkante getrennten Seitenrand des Abnehmerelementes
befestigt sein.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglicht es, den bisher zur Übernahme
des eingetragenen Schußfadens erforderlichen Fadenabnehmer und die Vorrichtungen
zum Öffnen der Klemmvorrichtungen des Greiferschützens unter wesentlicher Vereinfachung
zu einer beide Funktionen erfüllenden Vorrichtung zu vereinigen, die dicht an der
Gewebekante angeordnet werden kann und durch Verdrehung um eine Drehachse rasch
und zuverlässig zwischen einer Annahmestellung und einer Ausweichstellung verstellbar
ist. Da auf diese Weise die Klemmvorrichtungen des Greiferschützens schon in einem
geringeren Abstand von der Gewebekante geöffnet werden können, wird eine erhebliche
Verringerung des Schußfadenabfalls ermöglicht Darüber hinaus wird durch die erfindungsgemäße
Vorrichtung die Konstruktion von Greiferschützen-Webmaschinen mit geringem Abstand
zwischen Schützenkasten und Gewebekante ermöglicht.
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Im folgenden werden bevorzugte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen
Vorrichtung unter Bezugnahme auf die Zeichnungen erläutert Es zeigt F i g. 1 eine
Aufsicht auf die am linken Ende der Weblade angeordnete Vorrichtung in der Ausweichstellung,
F i g. 2 eine Vorderansicht der Vorrichtung gemäß Fig. 1, F i g. 3 eine vergrößerte
Teilaufsicht auf die Vorrichtung gemäß den F i g. 1 und 2 in der Annahmestellung,
F i g. 4 einen Querschnitt durch die Vorrichtung längs der Linie IV-IV der F i g.
1 und 2, jedoch mit abgewandelter Stellvorrichtung, und F i g. 5 eine vergrößerte
schematische Aufsicht auf
ein abgewandeltes Abnehmerelement Die in den F i g. 1 bis
3 dargestellte Vorrichtung ist am linken Ende der Weblade 40 einer Greiferschützen-Webmaschine
angebracht, bei welcher der Greiferschützen 11 mittels nicht dargestellter Schützenschlagvorrichtungen
aus dem an der Oberseite der Weblade 40 angeordneten Schützenkasten 36 über die
Ladenbahn 41 durch das aus den im Webblatt 37 geführten Kettfäden 38 gebildete Webfach
hin- und herbewegt wird. Wie insbesondere F i g. 3 zeigt, ist der in seiner Form
einem herkömmlichen Webschützen ähnelnde Greiferschützen 11 mit Klemmhebeln 28 und
29 versehen, deren jeder über eine Klemmhebelachse 34 schwenkbar am Greiferschützen
11 angelenkt ist und über einen an seinem Ende angeordneten Anlenkzapfen 32 mit
einem Anlenkhebel 30 im Eingriff steht, der seinerseits über eine Schwenkachse 33
mit dem Greiferschützen 11 verbunden ist und durch eine Druckfeder 27 in die vom
Webblatt 37 abgewendete Richtung gedrängt wird. Jeder Anlenkhebel 30 trägt an seinem
freien Ende ein Öffnerelement 31, das in einem auf der vom Webblatt 37 abgewendeten
Seite des Greiferschützens 11 angeordneten, durchgehenden Längsschlitz hineinragt,
der nach oben durch einen am Greiferschützen 11 befestigten, stegartig ausgebildeten
Fadenführer 35 begrenzt ist.
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Auf einem an der Vorderseite der Weblade 40 in Längsrichtung verstellbar
befestigten Support 12 ist nahe der Gewebekante 43 ein über die Ladenbahn 41 ragender
Tragarm 26 angeordnet, der an seinem Ende eine neben der Bewegungsbahn des Greiferschützens
11 angeordnete, senkrecht zur Ladenbahn 41 verlaufende Drehachse 4 trägt. Auf der
Drehachse 4 ist ein kreissektorförmiges Abnehmerelement 3 gelagert, das einen mit
einer seitlichen Fadenhalterungskante 5 versehenen Fangschlitz 8 zum Erfassen des
zwischen dem Klemmhebel 29 und dem Fadenführer 35 des Greiferschützens 11 liegenden
Schußfadenabschnittes sowie eine dem Fangschlitz 8 benachbarte, konvex gekrümmte
Öffnerkante 6 aufweist, die mit dem Öffnerelement 31 des Greiferschützens 11 zusammenwirkt
An der der Fadenhalterungskante 5 gegenüberliegenden Seitenkante des Fangschlitzes
8 ist eine U-förmige Klemmfeder 7 befestigt, die mit ihrem freien Ende federnd gegen
die Fadenhalterungskante 5 anliegt In einer in der Fadenhalterungskante 5 angeordneten
Bohrung 44 ist ein Führungsstift 45 befestigt, der durch ein Langloch 46 der Klemmfeder
7 hindurchragt. An der dem Fangschlitz 8 gegenüberliegenden Seite der Drehachse
4 ist über einen Drehzapfen 21 ein Drehhebel 20 angelenkt.
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Am Support 12 ist weiterhin eine Schlittenführung 10 befestigt, in
welcher ein Schlitten 9 über der Ladenbahn 41 quer zur Bewegungsrichtung des Greiferschützens
11 verschiebbar geführt ist. Der Schlitten 9 trägt ein Fadenauge 1 und eine Halterungs-
und Schneidvorrichtung 2, mit deren Hilfe der aus einem nicht dargestellten, stationären
Fadenvorrat abgezogene Schußfaden 42 dem Greiferschützen 11 so dargeboten wird,
daß er beim Durchgang des Greiferschützens von dessen Klemmhebel 28 festgehalten
und bei der Bewegung des Greiferschützens durch das Webfach mitgeführt wird.
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Das Fadenauge 1 und die Halterungs- und Schneidevorrichtung 2 sind
durch Verschiebung des Schlittens 9 in der Schlittenführung 10 zwischen einer Vorlegestellung
und einer Ausweichstellung verschiebbar. Zur Verschiebung des Schlittens 9 dient
eine am Support 12 befestigte, bei der dargestellten Ausführungsform pneumatisch
arbeitende Stellvorrichtung 13, die über
einen um eine Drehachse
15 verschwenkbaren Winkelhebel 14, einen an dessen freiem Ende angeordneten Bügel
17 an einem am Schlitten 9 angeordneten Schwenkbolzen 16 angelenkt ist. Durch Betätigung
der Stellvorrichtung 13 können das Fadenauge 1 und die Halterungs- und Schneidvorrichtung
2 aus der in F i g. 1 dargestellten Vorlegestellung in eine seitlich neben der Bewegungsbahn
des Greiferschützens 11 liegende Ausweichstellung bewegt werden.
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Bei der in den F i g. 1 bis 3 dargestellten Ausführungsform ist der
Schlitten 9 weiterhin mit einem Tragzapfen 18 versehen, an welchem das andere Ende
des Drehhebels 20 mittels einer Schwenkachse 19 angelenkt ist. Auf diese Weise ist
das Abnehmerelement 3 mit dem Schlitten 9 so verbunden, daß es bei der Bewegung
des Schlittens 9 in die Ausweichstellung in seine in F i g. 3 ausgezogen dargestellte
Annahmestellung und bei der Verschiebung des Schlittens 9 in die Vorlegestellung,
in die in F i g. 3 gestrichelt dargestellte Ausweichstellung bewegt wird. Dabei
wird das Abnehmerelement 3 jeweils um einen Winkel von 90" um die Drehachse 4 verdreht
und die in der Annahmestellung in den Längsschlitz des Greiferschützens 11 hineinragende
Öffnerkante 6 in der Ausweichstellung aus der Bewegungsbahn des Greiferschützens
11 herausgeschwenkt. Wie F i g. 3 zeigt, ist der Fangschlitz 8 bei der Annahmestellung
so parallel zur Schußrichtung ausgerichtet, daß der zwischen dem Klemmhebel 29 und
dem Fadenführer 35 den seitlichen Längsschlitz des Greiferschützens 11 überspannende
Abschnitt des Schußfadens 39 bei der Vorbeibewegung des Greiferschützens 11 an dem
in den Längsschlitz eingreifenden Abnehmerelement 3 selbsttätig in den Fangschlitz
8 eingeführt und durch die federnd gegen die Fadenhalterungskante 5 anliegende Klemmfeder
7 festgehalten wird. Durch den Führungsstift 45 wird einerseits eine unerwünschte
Verlagerung der Klemmfeder 7 und andererseits ein Durchtritt des Schußfadens 39
bis hinter das freie Ende der Klemmfeder 7 ausgeschaltet. Da der Führungsstift 45
in einem Langloch 46 der Klemmfeder 7 geführt ist, kann sich diese ungehindert in
der zur Erzielung einer Federwirkung erforderlichen Weise in Längsrichtung relativ
zur Fadenhalterungskante 5 verschieben, jedoch nicht nach oben oder unten von dieser
abrutschen.
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An Stelle der in den F i g. 1 bis 3 dargestellten Ausführungsform
kann das Abnehmerelement 3 aber auch unabhängig von den Halterungs- und Schneidvorrichtungen
2 durch eine gesonderte Stellvorrichtung betätigt werden. So ist bei der in F i
g. 4 dargestellten Anordnung an der Unterseite der Weblade ein quer zur Schußrichtung
verlaufender Stellzylinder 25 befestigt, dessen Kolbenstange über einen Schwenkbolzen
24 mit einem doppelarmigen Stellhebel 22 verbunden ist, der in einem am Support
12 befestigten Schwenklager 23 gelagert und an seinem gegenüberliegenden Ende über
ein in diesem Falle als Kugelgelenk ausgebildetes Schwenklager 19' am Drehhebel
20 angelenkt ist.
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Durch Ausfahren der Kolbenstange des Stellzylinders 25 in die in F
i g. 4 gestrichelt dargestellte Position wird das Abnehmerelement 3 aus der Annahmestellung
in
die Ausweichstellung verdreht. F i g. 4 zeigt ferner, daß das Abnehmerelement
in der dargestellten Annahmestellung mit seiner Öffnerkante 6 so weit in den seitlichen
Längsschlitz des Greiferschützens 11 hineinragt, daß diese bei der Vorbeibewegung
des Greiferschützens 11 die Öffnerelemente 31 entgegen der Kraft der Druckfeder
27 kurzzeitig so weit zurückdrückt, daß der Klemmhebel 29 geöffnet und der darin
eingeklemmte Schußfaden 39 freigesetzt wird. Die Formgebung und die Länge des Öffnerelementes
31 wird dabei so auf die Form und die Länge der Öffnerkante 6 abgestimmt, daß der
Klemmhebel 29 hinreichend lange geöffnet wird, um ein Herausziehen des Schußfadens
39 zu ermöglichen. Bei der in den F i g. 1 bis 3 dargestellten Ausführungsform sind
die Öffnerelemente 31 hierzu als Langstege mit einer zu beiden Enden hin leicht
zurücktretend abgeschrägten Anschlagfläche versehen. Je nach den Anforderungen des
Einzelfalles können die Öffnerelemente 31 und die Öffnerkante 6 jedoch auch in anderer
Weise aufeinander abgestimmte Formen aufweisen.
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Da bei der in den Figuren dargestellten Ausführungsform das Abnehmerelement
3, die Halterungs- und Schneidvorrichtung 2, das Fadenauge 1 und die zugehörigen
Betätigungsvorrichtungen 13 bzw. 25 jeweils an einem gemeinsamen Support 12 befestigt
sind, der an der Vorderseite der Weblade 40 in Längsrichtung verstellbar angeordnet
ist, können bei Veränderungen der Webbreite alle genannten Vorrichtungen rasch und
einfach durch Verstellen des Supportes 12 so angebracht werden, daß sie dicht an
der Gewebekante 43 liegen. Im Betrieb wird die erfindungsgemäße Vorrichtung durch
entsprechende Betätigung der Stellvorrichtung 13 bzw. 25 jeweils so gesteuert, daß
das Abnehmerelement 3 vor dem Austritt des zurückkehrenden Greiferschützens 11 aus
dem Webfach in die Annahmestellung und zwischen dem Blattanschlag und dem Austritt
des Greiferschützens 11 aus dem Schützenkasten 36 in die Ausweichstellung verdreht
wird. Die Steuerung kann mittels nicht dargestellter Steuerkurven und Endschalter
erfolgen. Da jedes Abnehmerelement 3 nur in der Zeitspanne zwischen dem Austritt
des zurückkehrenden Greiferschützens 11 aus dem Webfach und dem nachfolgenden Blattanschlag
in der Annahmestellung gehalten werden muß, werden das auf der linken Seite der
Webmaschine angeordnete Abnehmerelement 3 und das auf der rechten Seite der Webmaschine
angeordnete Abnehmerelement jeweils um eine Kurbelwellenumdrehung versetzt nur bei
jeder zweiten Kurbelwellenumdrehung betätigt. Zur Vereinfachung der Steuerung kann
es jedoch zweckmäßig sein, beide Abnehmerelemente 3 jeweils gleichzeitig vor jedem
Austritt des Greiferschützens aus dem Webfach in die Annahmestellung und beide Abnehmerelemente
zwischen dem nachfolgenden Blattanschlag und vor dem Austritt des Greiferschützens
aus einem der Schützenkästen in die Ausweichstellung zu verdrehen. Hierbei muß zwar
jedes Abnehmerelement doppelt so oft verstellt werden, jedoch ergibt sich dabei
eine erhebliche steuerungstechnische Vereinfachung.