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Melkbecher Die Erfindung betrifft einen Melkbecher, bestehend aus
einer Melkbecherhülse, durch die sich ein an beiden Hülsenenden dichtend befestigter
Zitzengummi erstreckt, einem abwechselnd mit Vakuum und Druck beaufschlagten und
in den Pulsraum mündenden Anschluß sowie einer Anordnung zur Zitzenmassage.
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Ein Melkbecher dieser Art ist aus der DU-AS 1 298 773 bekannt.
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Ein wesentliches Problem derartiger Melkbecher, welche mit Unterdruck
im Innenraum des Zitzenguumischlauches arbeiten, besteht darin, während des Massagetaktes
zur Vermeidung von Beschädigungen des Zitzengewebes den Unterdruck zu beseitigen,
und zwar so rechtzeitig, daß bei .der Massage der Unterdruck an der Zitze abgebaut
ist. Eine weitere Schwierigkeit entsteht bei den bekannten Melkbechern dann, wenn
die Phase, in welcher der Zitzengummi-Innenraum wieder mit der Unterdruckquelle
verbunden wird, vor der Beendigung der Druck
massage beginnen soll.
Diese Arbeitsweise ist besonders vorteilhaft, kann jedoch bisher nur durch zusätzliche
und deshalb wiederum-aufwendige Steuereinrichtungen erreicht werden.
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Aufgabe der Erfindung ist es, einen Melkbecher.der eingangs angeführten
Art derart auszubilden, daß bei besonders einfachem Aufbau und ohne Verwendung zusätzlicher,
vom eigentlichen Melkbecher getrennter Steuereinrichtungen allein durch abwechselnde
Beaufschlagung des Melkbechers mit Druck, insbesondere Atmosphärendruck und Unterdruck
erreicht werden kann, daß während des Nassagetaktes der Unterdruck an der Zitze
praktisch abgebaut ist und außerdem eine optimale Abstützung der Zitze sowohl während
des Saugtaktes wie auch während des Massagetaktes und insbesondere auch während
des obergangs zwischen diesen takten erreicht wird. Des weiteren soll dieser Melkbecher
ohne Schwierigkeiten zu reinigen sein und während des llelkvorgangs an der Zitze
einwandfrei haften.
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Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daßin Höhe
des zur Aufnahme der Zitze bestimmten Bereichs der Melkbecherhülse im Pulsraum wenigstens
ein Massageorgan mit veränderbarem Volumen angeordnet ist und daß unterhalb des
-Zitzenaufnahniebereichs ebenfalls im Pulsraum -eine die Volumenänderung des Massageorgans
steuernde und differenzdruckabhängig vom Zitzengummi betätigte Anordnung vorgesehen
ist.
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Vorzugsweise ist der Nelkbecherinnenraum ständig an- eine Vakuumquelle
angeschlossen und der Pulsraum abwechselnd mit Atmosphärendruck und Vakuum beaufschlagt.
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Die maßnahmen gemäß der Erfindung ermöglichen auf über raschend einfache
Weise die Durchführung des optimalen Elelkverfahrens nach der DT-AS -1 298 773,
und zwar ohne
Verwendung zusätzlicher Steuereinrichtungen. Dadurch
wird auch eine hohe Betriebssicherheit erreicht, und zwar ohne daß der Wartungsaufwand
im Vergleich zu den bekannten Melkbechern erhöht wird.
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Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung zeichnet sich dadurch
aus, daß die die Volumenänderung des Massageorgans steuernde Anordnung aus wenigstens
einem Element mit veränderbarem Volumen besteht, das im Pulsraum zwischen dem Zitzengummi
oder einem mit dem Zitzengummi verbundenen Betätigungsorgan unreiner Stützwand angeordnet
ist. Die Stützwand kann in einem Falle von der Melkbecherhülse gebildet werden und
besteht im anderen Falle aus wenigstens einem radial innerhalb des mit dem Zitzengummi
verbundenen Betätigungsorgans gelegenen Wandteil, der an der Melkbecherhülse lagefixiert
ist. Beide Varianten können Verwendung finden, wobei å jedoch im allgemeinen der
Abstützung des Betätigungsorgans an der Melkbecherhülse der Vorzug gegeben werden
wird.
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Bevorzugt besteht das Massageorgan aus einem fluidgefüllten kissen
mit zumindest teilweise flexibler Wandung, dessen Innenraum mit der seine Volumenänderung
steuernden Anordnung in Verbindung steht.
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Es kann sich bei dem fluidgefüllten Kissen sowohl um pneumatische
als auch um hydraulische Kissen handeln, wobei äedoch wesentlich und vorteilhaft
ist, daß sich diese flexiblen Wissen sehr gut an die Form der jeweRigen Zitze anpassen
und somit eine optimale Zitzenabstützung gewährleisten können.
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Bevorzugt besteht die die Volumenänderung des Massageorgans steuernde
Anordnung aus wenigstens einem Steuerkissen mit zumindest teilweise flexibler Wandung,
dessen Innenraum mit dem Innenraum des zugeordneten Massagekissens in Verbindung
steht. Es ist ferner vorteilhaft, ein jeweils zusammenwirkendes Steuer- und Massagekissenpaar
in Form eines einteiligen Kissens auszubilden. Auf diese Weise wird eine konstruktiv
besonders einfache Anordnung erhalten, da beispielsweise mit zwei einander gegenüberliegenden
Kissen gearbeitet werden kann, die sich im wesentlichen über die gesamte Höhe der
Nelkbecherhülse erstrecken und gleichzeitig die Funktion von Steuerkissen und Massagekissen
erfüllen, wobei in Abhängigkeit von dem å jeweiligen Betriebszustand entweder in
den oberen oder unteren Gebil der Kissen ein Teil des Druckmittels verlagert ist.
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Vorzugsweise ist zwischen einander zugeoXrdneten Steuer- und Massagekissen
eine Drosselstelle vorgesehen. Eine derartige Drosselstelle ist grundsätzlich nicht
unbedingt etrforderlich, kann aber je nach defir speziell gewählten Ausführungsform
der Erfindung zweckmäßig sein, da durch eine derartige Drosselstelle äede gewünschte
Massageverzögerung der Zitze nach Abschluß der Zitze vom Vakuum und anschließende
Entlastung der Zitze auf Atmosphärendruck ini1ge Volumenverringerung erreicht werden
kann. Die gleiche Drosselstelle bewirkt beim uebergang vom Massagetakt zum Saugtakt,
daß zuerst der Zitzengummi öffnet und damit die Zitze an Vakuum gelegt wird, wobei
aufgrund der erzielten Verzögerung bei der Druckmittelrückströmung die Zitze zunächst
noch von den Massagekissen gestützt wird bzw. in diese eingebettet bleibt: Im Falle
der Verwendung einteiliger Steuer- und Nassagekissen kann die gegebenenfalls gewünschte
Drosselstelle in besonders einfacher Weise durch Außenklemmung zwischen Steuer-
und Massagekissenteil erhalten werden.
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Die Steuer- bzw. Nassagekissen sind im allgemeinen nicht prall gefüllt,
sondern weisen lediglich eine Teilfüllung auf, wodurch erreicht werden kann, daß
im Betrieb praktisch keinerlei Wanddehnungen der Kissen auftreten und die Massagekissen
ein besonders gutes Anschmiegevermögen an die jeweilige Zitzenform erhalten.
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Ein weiteres vorteilhaftes Merkmal der Erfindung besteht darin, daß
der Zitzengummi im Bereich seiner Verbindung mit den Betätigungsorganen verstärkt
ausgebildet ist. Auf diese Weise wird unter Gewährleistung der benötigten Stabilität
eine gute Kraftübertragung auf die Steuerkiseen ermöglicht.
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Die Dimensionierung der verstärkten Bereiche und auch der Betätigungsorgane
erfolgt in Abhängigkeit von den gegebenen Druckverhältnissen und den benötigten
Massagekräften. Bei den bei Melkanlagen üblichen Vakuumwerten können die benötigten
Kräfte ohne Schwierigkeiten aus den Druckdifferenzen zwischen diesem Vakuum und
Atmosphärendruck erhalten werden.
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Eine sich durch konstruktive Einfachheit besonders auszeichnende Ausführungsvariante
der Erfindung besteht darin, daß zwei im Querschnitt im wesentlichen U-förmige,
einander gegenüberliegend am Zitzengummi befestigte Betätigungsorgane vorgesehen
sind, die mit den Außenflächen ihrer den Zitzengummi umgreifenden freien Enden gegen
das ihrem Befestigungsbereich am Zitzengummi im wesentlichen diametral gegenüberliegende
Steuerkissen drücken.
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Vorteilhafterweise erstrecken sich die Nassagekissen im wesentlichen
bis zum zitzenkopfseitigen Ende des Pulsraumes. Dadurch übernehmen diese Massagekissen
hinsichtlich des Melkbechers zusätzlich noch eine Haltefunktion an der Zitze, ohne
diese abzuschnüren.
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Eine bevorzugte Ausführungsform eines für den erfindungsgemäßen Melkbecher
verwendbaren Zitzengummis besitzt im unteren, d.h. im schauglasseitigen Endbereich
die bereits erwähnte verstärkte Wandung, an die sich nach oben ein im Vergleich
zum verstärkten Bereich relativ dünnwandiger Zitzengummi anschließt, welcher im
Bereiches zwischen Zitzenende und verstärktem Teil gelegenen Vakuumabschlusses flach.
ausgebildet ist und an einander gegenüberliegenden Stellen aneinanderliegende Wandteile
aufweist, wobei die dabei entstehenden beiden Seiten des Zitzengummis an den er
wähnten Stellen spitzwinklig auf einander zulaufen. Diese Formgebung ermöglicht
einen schnellen und einfachen Abschluß des M elkb echerinnenraums vom Vakuum, wobei
worauf hinzuweisen ist, daß dieser Abschluß in einem solchen Åbstand vom Zitzenende
erfolgt, daß beim weiteren Zusammenfallen des Zitzengummis aufgrund der bestehenden
Druckunterschiede zwischen Zitzengummiinnenraum und Pulsraum durch Volumenverringerung
eine Entlastung der Zitze bis auf Atmosphä-bzw. angenähertem Atmosphärendruck rendruck/erreicht
wird.
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Die erwähnte Formgebung des Zitzengummis stellt auch sicher, daß dieser
Zitzengummi ohne Schwierigkeiten gereinigt werden kann, da er praktisch keine unzugänglichen
Stellen aufweist.
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Des weiteren ist darauf hinzuweisen, daß der Zitzengummi oberhalb
des verstärkten Bereiches vor allem deshalb eine sehr geringe Wandstärke besitzen
kann, weil beim erfindungsgemäßen Melkbecher der Zitzengummi keinerlei Massagefunktionen
und dergleichen übernehmen muß. Diese Massagefunktion wird voll von den Massagekissen
ausgeübt, welche sich optimal an die Zitze anschmiegen. Es darf auch erwähnt werden,
daß die Wandstärke des Zitzengummis gemäß. der Erfindung praktisch nur so stark
gewählt werden muß, daß er der wiederholten Reinigung im Verlauf seiner Lebensdauer
standhält.
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Ein weiteres vorteilhaftes Merkmal des Melkbechers gemäß der Erfindung
besteht darin, daß ein Zitzengummikopf vorgesehen ist, der einen sich radial nach
innen erstreckenden dünnwandigen, dehnbaren Dichtstrumpf mit einer zentralen Öffnung
aufweist, deren Durchmesser im ungedehnten Zustand des Dichtstrumpfes zumindest
etwas kleiner als der Durchmesser einer Zitze an der entsprechenden Stelle ist.
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Durch diese Maßnahme wird die Haftung des Melkbechers während der
Entlastung vom Vakuum verbessert, da der wie ein Rückschlagventil wirkende Dichtstrumpf
eine sofortige Entlastung des zwischen Dichtstrumpf und Abschlußlippe des Zitzengummikopfes
gelegenen Kopfraumes in der Entlastungsphase verhindert. Der Aufbau des Vakuums
in der Saugphase in dem erwähnten Kopfraum wird durch den Dichtstrumpf nicht gestört.
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Zweckmäßigerweise ist zwischen der Atmosphäre und dem unterhalb des
Dichtstrumpfes gelegenen Zitzengummiinnenraum eine Verbindung über eine zwischen
derNelkbecherhülse und dem oder Rippe Zitzengummikopf verlaufende Rille/vorgesehen.
Diese Belüftung des Zitzengummiinnenraumes erleichtert den Nilchabfluß ohne Beeinträchtigung
der Haftung des.Nelkbechers an der Zitze.
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Weitere Einzelheiten der Erfindung werde nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen
unter Bezugnahme auf die Zeichnung erläutert; in dieser zeigt: Fig. 1 eine schematische
Längsschnittansicht einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Melkbechers, in
der dieser während des Saugtaktes dargestellt ist, Fig. 2 eine der Fig. 1 entsprechende
Längsschnittansicht des Nelkbechers im Moment des Vakuumabschlusses,
Fig.
3 eine ebenfalls der Fig. 1 entsprechende Längsschnittansicht des Melkbechers während
des Massagetaktes, Fig. 4 eine schematische Schnittansicht entsprechend der Linie
I-I in Fig. 1, und Fig. 5 eine schematische Längsschnittansicht einer weiteren Ausführungsform
eines Melkbechers gemäß der Erfindung.
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Nach Fig. 1 besteht der Melkbecher aus einer Melkbecherhülse1, durch
die sich ein Zitzengummi 2 erstreckt, der in üblicher Weise an seinen beiden Enden
dicht eingespannt ist. Am oberen Ende ist ein Melkbecherkopf 20 vorgesehen, der
eine Zitze 3 umschließt.
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Am unteren Ende der Melkbecherhülse 1 ist ein Schauglas oder Anschlußstutzen
19 angebracht, der im Betrieb ständig an eine Vakuumquelle ängeschlossen ist.
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Der Zitzengummi 2 unterteilt den Melkbecherhülsenraum in einen Zitzengummiinnenraum
8 und in einen Pulsraum 5. Der Pulsraum 5 ist über einen Anschlußstutzen 4 abwechselnd
mit einer Vakuumquelle und mit Atmosphäre verbindbar.
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Im Pulsraum 5 befinden sich zwei sich im wesentlichen-über die gesamte
Länge der Melkbecherhülse 1 erstreckende und sich diametral gegenüberliegende Kissen
6, 7, wobei der im Bereich der Zitze 3 liegende Kissenteil die Funktion eines Massagekissens
und der in der unteren Hälfte der Melkbecherhülse, bzw. unterhalb des Zitzenbereiches
liegende Teil die Funktion eines Steuerkissens ausübt.
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Der å jeweilige Steuerkissenteil 7 befindet sich zwischen der Melkbecherhülsenwandung
und einem im Querschnitt im wesentlichen U-förmig-ausgebildeten Betätigungsorgan
10 bzw. 11, das
mit einem verstärkt ausgebildeten, am schauglasseitigen
Ende gelegenen Zitzengummibereich 9 verbunden ist. Die Verbindung zwischen den Betätigungsorganen
10, 11 und den verstärkten Bereichen 9 des Zitzengummis kann fest oder lösbar bzw.
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starr oder beweglich sein-.
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Der Schnittdarstellung nach Fig. 4 ist zu entnehmen, daß die zwei
im Querschnitt im wesentlichen U-förmigen, einander gegenüberliegend am Zitzengummi
2 befestigten Betätigungsorgane 10, 11 mit den Außenflächen ihrer den Zitzengummi
2 umgreifenden freien Enden gegen das ihrem Befestigungsbereich am Zitzengummi diametral
gegenüberliegende Steuerkissen 7 drücken, bzw. an diesen Steuerkissen 7 anliegen.
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Der Zitzengummi2 ist derhalb des verstärkten Bereichs 9 relativ dünnwandig
ausgebildet und besitzt beispielsweise eine Wandstärke im Bereich von etwa 0,5 bis
1,0 mm. Diese geringe Wandstärke ist möglich, da der Zitzengummi gemäß der Erfindung
nicht wie üblich zu Massagezwecken geeignet sein muß, sondern praktisch ausschließlich
Stütz- und Steuerfunktionen erfüllt.
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Der Zitzengmnmi 2 besitzt in dem Bereich, der zur Vornahme einer Abtrennung
des anliegenden Vakuums vom Zitzengummiinnenraum 8 vorgesehen ist, eine flach-ovale
Form mit seitlichen, in Fig. 4 angedeuteten DoppelwaLdbereichen 14, 15.
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Diese Doppelwandbereiche 14, 15 werden beispielsweise durch nachträgliche
Heizung des Knicks zwischen den beiden Seiten 12, 13 erhalten. Diese Ausgestaltung
des Zitzengummis ist besonders vorteilhaft, da dadurch ein völlig dichtes Aneinanderliegen
der Seiten 12, 13 erreichbar ist und das angestrebte einwandfreie dichte Abschließen
des Zi tz engummiinnenraums 8 von der Vakuumquelle auf besonders einfache Weise
realisiert wird.
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Es ist auch zu erwähnen, daß diese Doppelwandbereiche 14, 15 einfach
auSspreizbar sind, so daß praktisch keine schwer zugänglichen Stellen vorliegen
und die Reinigung des Zitzengummis ohne Schwierigkeiten durchgeführt werden kann.
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Wenn die Doppelwandbereiche 14, 15 nicht durch nachträgliche Heizung
hergestellt werden sollen, ist es auch möglich, den Zitzengummi in diesem Bereich
von außen zus.ammenzuklemmen, oder von außen betätigbare was beispielsweise durch
abnehmbareKlemmeinrichtungen erfolgen kann. Verwendbar zu diesem Zweck ist beispielsweise
auch ein Klemmring, der eine die Bewegungen des Zitzengummisnicht störende zentrale
Durchtrittsöffnung aufweist und in seiner Innenwandung mit sich diametral gegenüberliegenden
Klemmschlitzen versehen ist, in die der Zitzenglrmmi zur Erzielung von Doppelwandbereichen
14, 15 einklemmbar ist.
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Die bei den Ausführungsbeispielen vorgesehenen einteiligen Steuer-
und Nassagekissen 6, 7 zeichnen sich vor allem durch ihre Einfachheit und Wirksamkeit
aus. Diese Kissen bestehen aus einem weichen Material und können sich demgemäß als
Massagekissen besonders gut an die jeweilige Form der Zitze 3 anpassen und diese
während des Massagetaktes praktisch voll umschließen.
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Zur Erzielung eventuell erforderlicher Verzögerungen zwischen der
Betätigung des Steuerkissens -7 und dem Wirksamwerden des Massagekissens 6 können
zwischen diesen Kissenteilen geeignete Drosselstellen vorgesehen werden.
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Die Arbeitsweise des Melkbechers gemäß der Erfindung wird nachfolgend
anhand der Fig. 1 bis 3 näher erläutert.
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Fig. 1 zeigt den Melkbecher in der Saugphase, während der der Melkbecherinnenraum
8 und damit auch die Zitze 3 an Vakuum
liegt und die ermolkene
Milch über das Schauglas 19 abfließt.
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Der Zitzengummi2 nimmt dabei den voll geöffneten Zustand ein, da der
Pulsraum 5 ebenfalls an Vakuum liegt und somit praktisch keine Druckdifferenzen
vorhanden sind.
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Die Betätigungsleisten 10 und 11 für die Steuerkissen 7 nehmen die
auch in Fig. 4 gezeigte Stellung ein, d.h. es wird von den Betätigungsleisten 10,
11 auf die Steuerkissen 7 praktisch kein Druck ausgeübt. Falls in den Kissen mit
flüssigem Druckmittel gearbeitet wird, befindet sich dieses in der Phase gemäß Fig.
1 zumindest überwiegend im unteren Bereich der Kissen, d.h. im Bereich der Steuerkissen
7.
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Big. 2 zeigt den Melkbecher in der Phase des uebergangs vom Saugtakt
zum Nassagetakt. Durch Einsteuerung von Atmosphärendruck in den Pulsraum 5 tritt
eine Druckdifferenz zwischen Pulsraum 5 und Zitzengummiinnenraum 8 auf, die dazu
führt, daß der Zitzengummi 2, der aufgrund seiner geringen Wandstärke besondrs beweglich
ist, in seinem ovalen Bereich sofort zusammengedrückt wird und den eigentlichen
Zitzenraum von der Vakuumquelle hermetisch abschließt. Durch sich daran anschließende
Verkleinerung des so gebildeten Zitzenaufnahmeraums wird die Zitze unverzüglich
entlastet, d.h. die Zitzenspitze befindet sich dann in einer praktisch Atmosphärendruck
aufweisenden Umgebung. Gleichzeitig mit dem Zusammendrücken des dünnwandigen Zitzengummis
bewegt sich jedoch auch der dickwandigere Bereich 9 des- Zitzengummis radial nach
innen und betätigt dabei die plattenförmigen Organe 10, 11, welche gegen die Steuerkissen
7 drücken und damit das sich in ihnen befindende Arbeitsmittel nach oben in den
Nassagekissenbereich 6 drängen.
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Fig. 3 zeigt den Melkbecher während des Massagetaktes, wobei zu sehen
ist, daß während dieser Phase der Steuerkissenbereich minimales Volumen und der
Nassagekissenbereich maximales Volumen besitzt, wodurch die Zitze 3 massiert und
in optimaler
Weise abgestützt wird. Vorteilhaft ist dabei, daß
der dünnwandige Zitzengummi 2 den Massagekissen 6- praktisch keinen Widerstand entgegengeetzt
und damit deren Anpassung an die jeweilige Zitzenform nicht behindert. Auf diese
Weise kann sogar die Zitzenspitze praktisch v-oll gestützt werden, was sich vor
allem beim tbergang zur Saugphase vorteilhaft auswirkt, da das plötzlich eintretende
Vakuum nicht auf eine teilweise freiliegende, sondern vielmehr auf eine ideal abgestützte
und damit geschützte Zitzenspitze trifft.
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Es wurde bereits erwähnt, daß durch gegebenenfalls je nach Ausführungsform
des Melkbechers erforderliche Drosselstellen zwischen Massagekissen 6 und Steu-erkissen
7 die Volumenv-eränderungen des Massagekissens-6 so gesteuert werden können, daß
das Einsetzen und Beenden der Zitzenmassage genau vorgegeben werden kann.
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Es muß jedoch auch darauf hingewiesen werden, daß diese Drosselstellen
nicht unbedingt notwendig sind, da die sich konstruktionsbedingt ergebenden Verzögerungen
der Druckmittelströmungen in den Kissen voll ausreichen können, um genau die gewünschte
zeitliche Reihenfolge bei der Massagekissenbetätigung zu gewährleisten.
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Es ist ohne weiteres ersichtlich, daß beim obergang von dem in Fig.
3 gezeigten Massagetakt in den in Fig. 1adargestellten Saugtakt und der sich dabei
einstellenden-Druckverhältnisse im Zitzengummiinnenraum 8 und im Pulsraum 5 das
Volumen der Steuerkissen 7 vergrößert und das Volumen der Massagekissen 6 wieder
verkleinert wird.
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den Bei/Melkbecherausführungen nach den Fig. 1 bis 3 und 5 ist auch
ein besonders vorteilhafter Zitzengummikopf 20 vorgesehen, der über das obere Ende
des Zitzengummis 2 gestülpt und abnehmbar -ausgebildet ist. Dieser Zitzengummikopf
ist
mit einem dünnwandigen, dehnbaren Dichtstrumpf 21 ausgestattet,
der sich radial nach innen erstreckt und an die Zitze 3 anlegt, wodurch zwischen
der Dichtlippe 24 und dem Dichtstrumpf 21 bzw.
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dessen Abschlußkante 25 ein Kopfraum 23 ausgebildet wird. Der Vorteil
der Verwendung dieses dünnwandigen Dichtstrumpfes 21 besteht vor allem darin, daß
sie aufgrund seiner mit einem Rückschlagventil vergleichbaren Arbeitsweise eine
sofortige Entlastung des Kopfraumes 23 in der Entlastungsphase verhindert, dagegen
den Vakuumaufbau in der Saugphase keineswegs stört. Auf diese Weise wird die Haftung
des Melkbechers an der Zitze wesentlich verbessert und vom jeweiligen Arbeitstakt
weitgehend unabhggig gemacht.
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Vorzugsweise ist zwischen dem unterhalb des Dichtstrumpfes 21 gelegenen
Zitzengummiinnenraum und der Atmosphäre über eine zwischen der Melkbecherhülse 1
und dem Zitzengummikopf 20 verlaufende Rille 22 eine Verbindung vorgesehen. Durch
diese Verbindung wird eine den Nilchabfluß fördernde Belüftung des Zitzengummiinnenraums
erreicht, und zwar in der Weise, daß aufgrund des vorhandenen Dichtstrumpfes die
Haftung des Melkbechers an der Zitze nicht verschlechtert wird, da diese Haftung
durch die Verhältnisse im abgeschirmten Kopfraum 23 bestimmt werden.
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Fig. 5 zeigt eine weitere Ausführungsvariante eines Melkbechers gemäß
der Erfindung, der sich von dem Nelkbecher nach den Fig. 1 bis 3 lediglich dadurch
unterscheidet, daß die Steuerkissen 7 zwischen schalenförmigen, mit dem verstärkten
Bereich 9 des Zitzengummis verbundenen Betätigungsorganen 17, 18 und einer Stützwand
16 angeordnet sind, die sich radial innerhalb der Steuerkissen 7 befindet und durch
geeignete Maßnahmen an der Melkbecherhülse 1 lagefixiert ist.
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Die Arbeitsweise dieser Ausführungsform unterscheidet sich Jedoch
grundsätzlich nicht von der Arbeitsweise des Melkbechers nach den Fig. 1 bis 3.
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Der Melkbecher gemäß- der Erfindung zeichnet sich vor allem dadurch
aus, daß er bei gleichzeitiger konstruktiver Einfachheit eine optimale Durchführung
des Verfahrens nach der D1-AS 1 298 773 ermöglicht, aufgrund der Verwendung eines
dünnwandigen Zitzengummis und weicher Nassagekissen eine optimale Nachahmung der
Zunge eines saugenden Halbes gestattet und damit ein äußerst schonendes und gleichzeitig
wirkungsvolles Melken gewährleistet. Zu erwähnen ist auch noch, daß die Reinigung
dieses elkbechers problemfrei erfolgen kann, da keinerlei unzugängliche Stellen
vorliegen und damit absolut hygienisch gearbeitet werden kann.
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Die gegenseitige Verbindung von Melkbecherhülse, Massage-und Steuerkissen
sowie Zitzengummi kann im Rahmen des fachmännischen Könnens auf verschiedene Weise
erfolgen. Es ist beispielsweise jedoch auch möglich, die benötigten Kissen und den
Zitzengummi mit den Betätigungsorganen als Auswechselteil zu fertigen und gegebenenfalls
Xnöpfbefestigungen mit der Melkbecherhülse vorzusehen. Das Massagekissen kann auch
so ausgebildet sein, daß während des Saugtakts die Kisseninnenwände zusammengefaltet
werden, wodurch der Abstand zwischen Melkbecherhülse und Zitzengummi entsprechend
verringert werden kann. Zweckmäßig kann es auch sein, Steuerkissen und Druckkissen
dadurch zu realisieren, daß zwischen Zitzengummi und Melkbecherhülse eine elastische,
vorzugsweise aus Gummi bestehende Trennwand eingezogen wird, die an den beiden Hülsenenden
dicht befestigt ist, und den den zwischen dieser Trennwand und der Hülse gelegenen
Raum mit Druckmittel zu füllen, wodurch dann gleichzeitig Steuer- und Massagekissen
erhalten werden und eine einwandfreie allseitige Passage der Zitze erreicht werden
kann.
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Um sicherzustellen, daß auch bei Auswechslung des Zitzengummis eine
vorgegebene Relativlage zwischen Zitzengummi und Melkbecherhülse bzw. Steuerkissen
und Nassagekissen stets gewährleistet
ist, sind v~orzugsweise
an den Zitzengummienden und an den Einspannstellen des Zitzengummis Markierungen
oder Paßverbindungen vorgesehen.
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Der vorstehend beschriebene Zitzengummikopf kann vorteilhafterweise
auch derart abgewandelt werden, daß anstelle des Dichtstrumpf es eine dichtende
Lippe oder ein Dichtring vorgesehen wird, so daß zwar der Kopfraum 23 erhalten bleibt,
aber in diesem Kopfraum die Zitze nicht mehr in einem strumpfförmigen Teil geführt
ist.
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Ferner kann es vorteilhaft sein, den Zitzengummi in dem für den Vakuumabschluß
bestimmten Bereich besonders dünnwandig auszubilden, d.h. auch etwas dünner als
den direkt im Bereich der Zitze liegenden Teil des Zitzengummis. Dadurch kann der
Vakuumabschluß erleichtert und gegebenenfalls eine Formgebung des Zitzengummis ermöglicht
werden, die sich fertigungstechnisch vorteilhaft auswirkt.
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Es wurde bereits erwähnt, daß zur Erzielung eines einwandfreien Abschlusses
des Zitzengummiinnenraums von der Vakuumquelle außerhalb des Saugtakts ein Zitzengummi
Verwendung finden kann, der oval ausgebildet und an seinen zusammenlaufenden Seiten
in Doppelwandbereiche übergeht. Wenn man nicht mit diesen Doppelwandbereichen arbeiten
möchte, ist es besonders vorteilhaft, ein Einsatzteil zu verwenden, das im Querschnitt
die Form eines Rechtecks mit gerundeten Schmalseiten besitzt. Der Zitzengummi liegt
an einem derartigen Einsatzstück im Bereich der Rundungen voll, d.h.
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mit einer geringen Spannung an, während er an den zueinander im wesentlichen
parallel verlaufenden Seitenwänden im Normalfall lose anliegt bzw. formbedingt einen
geringen Abstand zu diesen Seitenwänden besitzt. Im Gegensatz zu bisher bekannten
Einsatzstücken ist bei einer derartigen
Ausführungsform der Zitzengummi
im Bereich dieses Einsatzstückes nur während des Saugtaktes geöffnet und ansonsten
im wesentlichen verschlossen. Von Bedeutung ist dabei jedoch, daß bei einer derartigen
Ausgestaltung das Abschließen des Zitzengummiinnenraums von der Vakuumquelle zu
Beginn des Massagetakts sehr schnell und absolut sicher erreicht werden kann.
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- Patentansprüche -