DE2313788A1 - Verfahren zum selbsttaetigen anfahren und abstellen einer offen-end-spinnmaschine - Google Patents
Verfahren zum selbsttaetigen anfahren und abstellen einer offen-end-spinnmaschineInfo
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Description
FRIED. KRUPP GESELLSCHAFT MIT 2313788
BESCHRÄNKTER HAFTUNG in Essen
Verfahren zum selbsttätigen Anfahren und Abstellen einer Offen-End-Spinnmaschine
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum selbsttätigen Anfahren und
Abstellen einer Offen-End-Spinnmaschine, deren mehrere Spinneinheiten
jeweils eine Spinnturbine, eine Auflösewalze, eine Garnabzugsvorrichtung und eine Aufwickelvorrichtung aufweisen, unter Anwendung
des Grundgedankens, die Garnenden beim Abstellen der Spinnmaschine in den Spinnturbinen zu belassen und zu erneutem Anspinnen
durch begrenzten Rücklauf der Gamabzugsvorrichtungen und
Aufwickelvorrichtungen in die Spinnturbinen zurUckzuspeisen.
Beim ringlosen Verspinnen von Faserlunte zu Feingarn wird ein Faserband
aus Stapelfasern über eine Zuführwalze der rotierenden Auflösewalze zugeführt und in Einzelfasern aufgelöst. Die bereits aus dem
Faserverband herausgelösten Einzelfasern werden durch den von der Spinnturbine erzeugten Unterdruck und durch die in der Spinnkammer
herrschenden Strömungsverhältnisse auf die Einlauffläche der Spinnturbine geleitet, um dann am konischen Einlaufteil der Spinnturbine
in die Fasersammeirinne zu gleiten. Von hier aus beginnend werden die Fasern sodann, durch Drehung verfestigt, als Garn durch das
Zentrum der Spinnturbine mittels eines Abzugszylinderpaares der Aufwickelvorrichtung zugeführt.
Beim üblichen Ausschalten der Spinnmaschine werden die Zuführwalzen,
die Spinnturbinen, die Auflösewalzen, die Abzugszylinder
EV 53/72
EV 139/72
EV 139/72
Mu/hi 409840/0488
und die Aufwickelvorrichtungen stillgesetzt. Das hat den verhältnismäßig
schnellen Abfall des zum Spinnen notwendigen Unterdrucks und damit
das Abreißen sämtlicher Fäden zur Folge. Beim üblichen Inbetriebsetzen der.Spinnmaschine ist es dann notwendig, alle Fadenbrüche von Hand zti
beseitigen« Dabei muß jedes Gamende von Hand in das Garn-Abzugsrohr
hineingesteckt werden, von wo es dann durch den von der laufenden Spinnturbine erzeugten Unterdruck in die Faser-Sammelrinne gesaugt
wird. Dort erfolgt das Anspinnen der inzwischen von der Zuführwalze
und der Auflösewalze der Spinnturbine zugefuhrten Einzelfasem an das
Gamende, das anschließend von dem Abzugszylinderpaar kontinuierlich als Garn der Aufwickelvorrichtung wieder zugeführt wird.
Das soeben in seinen wesentlichen Schritten geschilderte Anspinnen von
Hand ist zeitraubend, setzt die Leistung der Spinnmaschine wesentlich herab und erhöht in starkem Maße die Personalkosten,
Diese Nachteile sollen durch die Erfindung vermieden werden. Der Erfindung
liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu schaffen, welches ein fadenbruchloses oder nahezu fadenbruch loses Anfahren und
Abstellen der eingangs genannten Spinnmaschine ermöglicht· Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß beim Abstellen der
Spinnmaschine Über eine mittels eines Schaltgliedes auslösbaren selbsttätig
arbeitenden Abschaltsteuerung die Spinnturbinen, die Zuführwalzen, die Gamabzugsvorrichtungen, die Aufwickelvorrichtungen
und gegebenenfalls auch die Auflösewalzen mit ihrer Drehzahl im freien Auslauf innerhalb eines Bereiches noch vorherrschender Spinnbedingungen
gleichzeitig abfallen und erst nach Annäherung an die untere Grenze dieses Bereiches gezielt und schnell in den Stillstand
abgebremst werden und daß beim Anfahren der Spinnmaschine über
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eine mittels eines weiteren Schaltgliedes auslüsbaren, ebenfalls selbsttätig
arbeitenden Anfahrsteuerung der begrenzte Rücklauf der Gamabzugsvorrichtungen und der Aufwicke !Vorrichtungen Über eine Längenkonstante gesteuert wird, derart, daß unabhängig van den gewühlten Drehzahlen der
Spinnmaschine immer dieselbe Gamlänge in die Spinnturbinen einspeisbar ist.
Im folgenden wird eine Ausgestaltung der Erfindung, auf welche die Erfindung jedoch nicht beschränkt ist, näher erläutert:
Beim Anfahren der Spinnmaschine laufen zuerst die Auflösewalzen getrennt auf ihre Nenndrehzahl hoch. Nach erfolgtem Hochlaufen der
Auflösewalzen erfolgt der Hochlauf der Spinnturbinen auf eine bestimmte
Drehzahl, die sog. Anspinndrehzahl, die in Abhängigkeit von der Gam-Nm einstellbar ist. Ist der Hochlauf der Spinnturbinen und der Auflösewalzen erreicht, laufen der Abzugszylinder und die Aufwickelvorrichtung, durch ein Zeitrelais gesteuert, entgegen der Arbeitsrichtung an,
derart, daß sie eine bestimmte Gamlänge, unterstützt durch den von den Spinnhirbinen erzeugten Unterdruck, in die FasersammeIrinne der
Spinnturbinen einspeisen. In Abhängigkeit von der Garnrückspeisung
in die Spinnhirbinen beginnen, zeitversetzt dazu, die Zuführwalzen mit dem Einspeisen der Faserbänder aus Stapelfasern. Damit kann das
sog. Anspinnen erfolgen.
Ist dies erfolgt, beginnen der Gamabzugszylinder und die Aufwickelvorrichtung sich in Arbeitsrichtung zu drehen. Das Garn wird kontinuierlich abgezogen und in Kreuzform aufgewickelt.
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Durch ein Zeitrelais gesteuert, läuft die Spinnmaschine nach erfolgter
Anspinnphase auf ihre Nenndrehzahl, die sog. Spinndrehzahl, hoch. Tritt beim Anspinnen der Spinnmaschine an irgendeiner Spinneinheit
ein Fadenbruch auf, so wird sofort über einen Fadenwächter die Zuführung
der Faserlunte an dieser betreffenden Spinneinheit stillgelegt. Das Anspinnen dieser Spinneinheit muß dann von Hand erfolgen.
Beim Abschalten der Spinnmaschine wird zuerst der Hauptantriebsmotor stromlos. Bis auf die Auflösewalzen fällt dann die Spinnmaschine
von ihrer Spinndrehzahl kontinuierlich soweit ab, daß noch die für das Offen-End-Spinnen erforderlichen Spinnbedingungen
herrschen. Erst dann fällt die Bremse für den Hauptantrieb ein, um die Spinnmaschine so schnell zum Stillstand zu bringen, daß die
noch in den Spinnturbinen verbleibenden Garnenden zum erneuten Anspinnvorgang zur Verfügung stehen. Ist dies erfolgt, wird durch
ein Zeitrelais der Antriebsmotor für die Auflösewalzen stromlos. Die Auflösewalzen laufen dann bis zum Stillstand aus.
Das Anlassen der Spinnmaschine, also das Anspinnen aller in der Spinnmaschine vorhandenen Spinnkammem, setzt ein vorheriges
Abstellen bzw. Einstellen einzelner Organe der Spinnmaschine in einer genauen Reihenfolge und in bestimmten Zeitintervallen
voraus, die durch die Parameter des auszuspinnenden Garnes und der zu verspinnenden Fasertype, also durch Titer und Stapel länge,
gegeben sind.
Abgewandelt zu der bereits dargelegten Anfahrcharakteristik nach der Erfindung läßt sich ein nahezu fadenbruch loses Anspinnen auch
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dadurch ermöglichen, daß die Einspeisung der bereit.; aus dem Fas^band
herausgelösten Fasern in die Spinnturbine bereits vor Beendigung der Garnrückspeisung in die Spinnturbine, also vor Beendigung des zeitlich
begrenzten Rücklaufs des Garnabzugszylinderpaares, geschieht« Gemäß
dieser Erkenntnis nach der Erfindung kann also das Anlaufen der Zufuhrwalze
unabhängig vom Rücklauf des Ga ma bzugszy linders erfolgen.
Ein Vorteil dieses Antriebssystems besteht darin, daß das eingespeiste
Garnende, also der Anspinnfaden, keine übermäßige Drehungserhöhung durch den Zeitversatz von Beendigung des Rücklaufs bis zur Fasereinspeisung
erfährt, sondern daß schon beim Zurückspeisen des Anspinnfadens die Fasern eingespeist werden und dadurch einen Zeitversatz
überflüssig machen.
Ein weiterer Vorteil für den unabhängigen Antrieb der Zuführwalze vom
Wendegetriebe besteht darin, daß die gesamte Offen-End-Spinnmaschine von einem Antriebsmotor angetrieben werden kann.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung sind zwei Ausführungsbeispielen zu entnehmen, die in der Zeichnung dargestellt sind und
nachfolgend näher erläutert werden. Es zeigen:
Fig. 1 in schema ti se her Darstellung die Funktionsteile der nach
dem erfindungsgemäß ausgebildeten Verfahren anfahrbaren und abstellbaren Offen-End-Spinnmaschine,
Fig. 2 die elektrische Schaltung der Steuereinrichtung für
die Spinnmaschine gemäß Fig. 1 und
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b 2313738
Fig. 3 in schematischer Darstellung Vie Funktionstellt; der in
einer abgewandelten Form nach dem erfindungsgemäß ausgebildeten Verfahren anfahrbaren und abstellbaren
Offen-End-Spinnmaschine, wobei die gesamte Offen-End-Spinnmaschine
von einem Antriebsmotor angetrieben wird.
Da die mehreren Spinneinheiten, aus denen die Offen-End-Spinnmaschine
besteht, in ihrer Ausbildung Übereinstimmen, ist der Einfachheit halber in Fig. 1 nur eine Spinneinheit dargestellt worden.
Jede Spinneinheit besteht aus einer Zuführwalze 1, die auf der Welle
57 befestigt ist, welche ihrerseits drehbar in nicht dargestellten Lagern im Maschinenrahmen befestigt ist, ferner aus der Auflösewalze
2 und der drehbar im Maschinenrahmen angeordneten Spinnturbine 3 von Üblicher Ausführung. Die Spinnturbine 3 ist mit Luftkanälen
versehen, die während der Rotation den zum Spinnen nötigen Unterdruck erzeugen, damit die bereits aus dem zugeführten Faserband
herausgelösten Fasem über die Fasersammeifläche in die Fasersammelrinne der Spinnturbine 3 gelangen können, um von dort aus
beginnend als Garn 9 durch das im Zentrum der Spinnturbine 3 feststehende Gamabzugsrohr 4 durch ein Walzenpaar 5 und 6 abgezogen
zu werden. Der Garnabzug ist auch durch das Zentrum der Auflösewalze möglich.
Das Abzugswalzenpaar 5 und 6 besteht aus einem geriffelten Zylinder 5, der auf die Welle 63 montiert ist, welche ihrerseits
drehbar in nicht dargestellten Lagern im Maschinenrahmen befestigt
ist, und einem federbelasteten drehbaren Druckroller 6. Von hier
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aus gelangt das Gam 9 zur Schlitztrommel 7, welche auf der Welle
befestigt ist, die ihrerseits in nicht dargestellten Lagern im Maschinenrahmen befestigt ist. Die Welle 65 wird mittels eines stufenlos regelbaren Keilriemen-Scheibensatzes 62 und 64 von der Welle 63 angetrieben« Die Schlitz trommel 7 wiederum treibt mittels Friktion den drehbar gelagerten Garnkörper 8, auf den das Garn 9 in Kreuzform aufgewickelt wird.
Durch Niederdrucken des Schaltgliedes 72 setzt die Bedienungsperson
den Antriebsmotor 68 für die Auflösewalzen 2 in Bewegung· Der Antriebsmotor 68 treibt Über die Riemenscheiben 16 und 17 die Zwischenwelle 20. Von der Zwischenwelle 20 wird Über die stufenlos
regelbaren Keilriemen 21 und 22 die Welle 23 angetrieben« Die auf der Welle 23 sitzende Riemenscheibe 24 treibt dann Ober den
Wirtel 25 die Auflösewalze 2. Das vorzeitige Hochlaufen der Auflösewalze 2 auf ihre Nenndrehzahl hat den Vorteil, daß bei Beginn
des eigentlichen Anspinnens optimale Bedingungen zum Auskämmen der Faserlunte in Einzelfasem vorhanden sind.
Nach erfolgtem Hochlauf der Auflösewalze 2 auf ihre Nenndrehzahl
setzt sich der durch ein Zeitrelais gesteuerte Hauptantriebsmotor 10 in Bewegung. Dieser treibt darm über die Riemenscheiben 11 und
12 die Hauptantriebswelle 13 und diese über die Riemenscheibe 14
auf den Wirtel 15 der Spirmturbine 3.
Alle vier dargestellten Elektro-Magnet-Kupplungen 35,36,43 und
61 sind in dieser Phase des Anlaufens der Spinnmaschine nicht kraftschlüssig. Diese Anordnung führt dazu, daß über die Welle 13
mittels der Riemenscheibe 14 und des Spinnturbinenantriebswirtels 15 die Spinnturbine 3 auf eine bestimmte Drehzahl, die Anspinn-
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Ist der Hochlauf der Auflösewalze 2 auf ihre Nenndrehzahl und der Hochlauf
der Spinnturbine 3 auf ihre Anspinndrehzahl erfolgt, tritt durch Zeitrelais gesteuert, folgender Zustand der Kupplungen 35, 36, 43 und
ein:
Kupplung 36 ist offen,
Kupplung 35 ist geschlossen,
Kupplung 61 ist geschlossen und
Kupplung 43 ist offen;
das bedeutet, daß ausgehend von der Hauptantriebswelle 13 über die
Riemenscheiben 18 und 19 die Zwischenwellen 26, 29, 32 und 34
mittels der Zahnräder 27, 28, 30, 31 und 33 angetrieben werden.
Über die Welle 34 und die geschlossene Kupplung 35 geht der Antrieb
über einen stufenlos regelbaren Keilriemen-Scheibensafz 39 und 40
auf die Zwischenwelle 58. Die Welle 58 treibt dann über die Riemenscheiben 59 und 60 und die geschlossene Kupplung 61 einmal den
auf der Welle 63 befestigten Riffelzylinder 5 und zum anderen über die Regelscheiben 62 und 64 die auf der Welle 65 befestigte
Schlitztrommel 7. Die Wellen 63 und 65 laufen jetzt also, durch ein Zeitrelais gesteuert, entgegen der Arbeitsrichtung an, derart, daß
sie vom Wickelkörper 8 eine bestimmte Garn länge in die Spinnturbine 3 einspeisen. Würde dabei das Ausmaß des Rücklaufes des
Riffelzylinders über ein Zeitrelais gesteuert, so wurden bei variierenden
Drehzahlen in die Spinnturbine unterschiedliche Garnlängen eingespeist.
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Da fur das Anspinnen aber eine bestimmte Garn länge, die abhängig * 3 I O / O Q
vom Spinnturbinendurchmesser ist, erforderlich ist, muß der Griffelzylinder
5 Über eine Längenkonstante gesteuert werden«
Zu diesem Zeitpunkt beginnt, wiederum durch Zeitrelais gesteuert, der
sog. Anspinnvorgang, der durch folgende Schaltung der Elektro-Magnet-Kupplungen
gekennzeichnet ist:
Die Kupplung 36 ist geschlossen,
die Kupplung 35 ist offen,
die Kupplung 61 ist offen und
die Kupplung 43 ist geschlossen·
Ausgehend von der Welle 26 wird bei geschlossenen Kupplungen 36 und 43 Über die Wellen 34 und 58 sowie ein Untersetzungsgetriebe
44 mittels der Riemenscheiben 37 bis 42 die Welle 45 angetrieben. Diese treibt Über die Zwischenwellen 49 und 51 mittels
der Zahnräder 46 bis 48, 50, 52 und 53 die Welle 54. Von der
Welle 54 wird Über die Riemenscheiben 55 und 56 die Welle 57,
auf der die Zufuhrwalze 1 befestigt ist, in Gang gesetzt; d.h. die
Einspeisung der Faserlunte zur Auflösewalze 2 beginnt.
Kurz nach Beginn der Einspeisung der Faserlunte und der nachfolgenden
Vereinzelung dieser in Einzelfasern kehren, gesteuert durch Zeitrelais, der Griffelzylinder 5 mit Druckroller 6 und die Schlitztrommel
7 mit dem Garnkörper 8 ihre Drehrichtung um, so daß sie
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/O
also das Gam kontinuierlich aus der Spinn turbine 3 abziehen. Für die 2313788
Umkehr der Drehrichtung ist folgende Schaltung der Eiektro-Magner-Kupplungen erforderlich:
die Kupplung 43 ist ebenfalls geschlossen.
Das heißt der Antrieb geht direkt von der Hauptanrriebswelle 13 mittels
der Riemenscheiben 18 und 19 auf die Weile 26, auf der die geschlossene Kupplung 36 sitzt·
Von der Welle 26 gelangt der Antrieb über die Scheiben 37 und 38
auf die Welle 34, von dieser wiederum Über die Regelscheiben 39 und
40 auf die Zwischenwelle 58. Die Zwischenwelle 58 treibt darm über
die Riemenscheiben 59 und 60 und die geschlossene Efektro-Magnet-Kυpplung 61 die Welle 63. Die Welle 63 treibt dann, wie vorab beschrieben, unmittelbar den Gamabzug 5, 6 und mittelbar Über den
stufenlos regelbaren Keilriementrieb 62/64 die Aufwicklung 7, 8 an.
Sobald der oben beschriebene Anspinnvorgang abgeschlossen ist, läuft
die Spinnmaschine selbsttätig, durch ein Zeitrelais gesteuert, auf ihre vorab gewählte Spinndrehzahl hoch«JDas Abschalten der Offen-End-Spinnmaschine geschieht durch die Betätigung des Schaltgliedes 70.
Dadurch wird der Hauptantriebsmotor 10 stromlos. Alle vom Hauptantriebsmotor 10 angetriebenen Teile fallen dann von ihrer Nenndrehzahl soweit ab, daß noch die für das Offen-End-Spinnen erforderlichen Spinnbedingungen in der Spinnturbine herrschen. Nachfolgend wird die Bremse 69 kraftschlüssig und bringt die Spinnmaschine schnell zum Stillstand.
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Da der Zeitpunkt für das Anziehen der Bremse für das Wiederanspinnen / J i O / O
ausschlaggebend ist, muß er so gewählt werden, daß beim Stillstand
der Spinnmaschine das Garnende noch im Gamabzugsrohr 4 verbleibt.
Um diese Bedingungen erfüllen zu können, muß die Bremse 69 in Abhängigkeit der Parameter des zu verspinnenden Materials mittels Drehzahl Wächters immer bei einer bestimmten Drehzahl kraftschlüssig werden. Zeitversetzt dazu wird, durch ein Zeitrelais gesteuert, nach dem
Stillstand der Spinnmaschine auch der Antrieb für die Auflösewalze 2
stromlos.
Das verzögerte Stillsetzen der Auflösewalze 2 braucht zwar nicht unbedingt vorgesehen werden, hat aber den Vorteil, daß die beim Maschinenauslauf noch zugeführte Faserlunte kontinuierlich vereinzelt
wird und somit ein einwandfreies Spinnen bis zum Ansprechen der Bremse 69 gewährleistet ist.
Die Elektro-Magnet-Kupplungen stellen sich selbsttätig wieder so ein,
daß ein erneutes Anfahren der Spinnmaschine möglich ist.
Wie aus der Fig. 2, welche die elektrische Schaltung der Steuereinrichtung schematisch darstellt, zu ersehen ist, wird über das Schaltglied 71 das Anspinnprogramm, über das Schaltglied 72 das Spinnprogramm und über das Schaltglied 70 das Abschaltprogramm eingeleitet.
Sämtliche in der Fig. 2 symbolisch dargestellten Luftschütze, Schaltrelais und Kupplungen werden über einen Transformator 90 gespeist.
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(ι
Die Kupplungen 36,43 und 61 sind ruhestrombetätigt, während die 2313788
Bremse 69 und die Kupplungen 35 und 92 arbeitsstrombetätigt sind»
a) Anspinnprogramm
Über das Schaltglied 71 wird das Luftschütz 73 erregt und der Antriebsmotor 68 für die Auflösewalze eingeschaltet. Zeitversetzt
dazu, bedingt durch das Zeitrelais 74, beginnt der drehzahlgesteuerte
Hauptantriebsmotor 10 zu laufen, der die Turbine und später die Zuführwalze, den .Lieferzylinder und die Aufwicklung
antreibt. Die Hochlaufzeit des Hauptantriebsmotors von der Drehzahl "Null" auf die Anspinn- bzw. Spinndrehzahl
kann in weiten Grenzen stufenlos durch einen Hochlaufgeber verändert werden.
Durch das erregte Luftschütz 73 wird das ab fall verzögerte Zeitrelais
87 stromlos und öffnet seinen Hilfskontakt nach der eingestellten Zeit. Bis zu diesem Zeitpunkt sind die Kupplungen 92,
die im Längsbau an jeder Spinnstelle vorhanden sind, kraftschlüssig und bleiben in dieser Arbeitsstellung, wenn die Mikroschalter
91 zwischenzeitlich durch die ansteigende Fadenspannung gedrückt wurden.
Sind die Fäden jedoch gerissen, die Mikroschalter 91 also nicht
gedrückt, so fallen die Kupplungen 92 nach dem Schalten des Zeitrelais 87 ab und unterbrechen die Zuführung der Lunte zu
den Turbinen.
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/J
Beim Drücken auf die Anspinntaste 71 wurde außerdem das Luft- t j! J /OO
schütz 75 gesetzt, so daß das Luftschütz 76, das für die Umschaltung des Drehzahlsollwertes von der Anspinndrehzahl auf die
Spinndrehzahl verantwortlich ist, nicht wirksam werden kann.
Mit dem Schaltzeitpunkt des Zeitrelais 74 wird das abfallverzögerte Zeitrelais 77 erregt, welches sofort das abfaI!verzögerte
Zeitrelais 78 einschaltet. Dieses wiederum versorgt das anzugsverzögerte Zeitrelais 79 mit Spannung. Der verzögerte Schaltzeitpunkt des Zeitrelais 79 liegt oberhalb der Hochlaufzeit des
Hauptantriebsmotors 10, und es legt die anzugsverzögerten Zeitrelais 81, 83 und das Luftschutz 82 an die Versorgungsspannung·
Mit dem Schalten des Luftschutzes 82 wird die arbeitsstrombetätigte Kupplung 35 des Wendegetriebes erregt, also an Spannung
gelegt, und wird die ruhestrombetätigte Kupplung 61 des Lieferzylinders ebenfalls kraftschlüssig, also stromlos.
Das Wendegetriebe und der Lieferz/linder werden also kurzzeitig
in die Rücklaufstellung geschaltet« Nach der eingestellten Zeit von Zeitrelais 81 kann das Luftschutz 76 jedoch nicht erregt
werden, da der Hilfskon takt von Luftschutz 75, der in Reihe mit
dem Schaltkontakt von Zeitrelais 81 liegt, durch das Drücken der Anspinntaste 71 geöffnet ist.
Nach Ablauf der Zeit des Zeitrelais 83 werden das Luftschutz 84 und das Zeitrelais 85 erregt. Dies bewirkt, daß die ruhestrombetätigten Kupplungen 36 und 43 des Wendegetriebes
und der Zufuhrwalze stromlos und somit kraftschlüssig werden.
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die αrbeitsstrombetätigte Kupplung 35 des Wendegetriebes ebenfalls2 3 13788
stromlos wird, somit also abfällt· Die ruhestrombetätigte Kupplung
61 des Lieferzylinders erhält wieder Spannung und fällt folglich ebenfalls ab.
Zusammenfassend ist zu sagen, daß mit obigem Schaltzeitpunkt des Zeitrelais 83 das Wendegetriebe von der Rücklauf- in die Vorlaufstellung
geschaltet wird, der Lieferzy linder stehen bleibt, aber die Faserzuführung zu arbeiten beginnt.
Ist auch die Zeit des anzugsverzögerten Zeitrelais 85 abgelaufen,
so wird durch das Luftschutz 86 die Kupplung 61 wieder stromlos,
so daß der Lieferzylinder in Arbeirsrichrung anläuft.
Mit diesem Schaltvorgang ist die sog. Anspinnphase der Offen-End-Spinnmaschine
abgeschlossen.
Abschließend ist noch zu bemerken, daß während des Betriebs mit dem DrUcken der Anspinn- bzw. Spinntaste die Spinnmaschine
wahlweise mit der Anspinn- oder Spinndrehzahl gefahren werden kann. Dies geschieht durch Umschalten des Drehzahlsollwertes
vom Luftschutz 76, welches durch das Luftschütz 75 einmal entregt (Anspinnen) und einmal erregt wird (Spinnen). Bedingung
für das wahlweise Umschalten der Drehzahl ist, daß das Zeitrelais 81 abgelaufen, also geschaltet haben muß. Dies gilt auch
beim Spinnprogramm.
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Das Spinnprogramm ist an sich mit dem Anspinnprogramm identisch, jedoch
mit dem Unterschied, daß beim Einschalten der Spinnmaschine die Spinntaste 72 gedrückt wird. Dies hat zur Folge, daß das Luftschutz 75 nicht
anziehen kam und somit der Drehzahlsoilwert selbsttätig nach der abgelaufenen Zeit der Zeitrelais 81 van der Anspinndrehzahl auf die Spinndrehzahl durch das Luftschutz 76 hochgeschaltet wird.
φ AbschaltprogrofiMn
Mit dem Drücken des SchaltgÜedes 70 werden das Luftschütz 73, das
Zeitrelais 74 und somit der Hauptantriebsmotor 10 stromlos« Das abfallverzögerte Zeitrelais 87 zieht sofort an und überbrückt die Mikroschal ter 91, so daß die Kupplungen 92 auch bei nachlassender Fadenspannung weiterhin in Arbeitsstellung bleiben und somit die Zuführung
der Lunte zu den Turbinen aufrechterhalten.
Der Drehzahlsoilwert wird nach Abfall des Schützes 73 sofort in die
Anspinnstellung geschaltet, da auch die Luftschütze 75 und 76 stromlos werden. Das abfallverzögerte Zeitrelais 77 wird ebenfalls vom
Stromkreis getrennt und schaltet den Antriebsmotor 68 für die Auflösewalze verzögert ab. Mit diesem Schaltvorgang wird auch das abfa I !verzögerte Zeitrelais 78 stromlos.
Ist die Drehzahl des Hauptantriebsmotors 10 soweit abgefallen, wie
an dem drehzahlabhängigen Schalter 89 eingestellt wurde, so spricht
dieser an und schaltet die Motorbremse 69 durch das Luftschütz 80 ein. Der Schalter 89 wird von einem an dem Antriebsmotor 10
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angeflanschten Tachometer 88 mit einer drehzahlproportionalen Spannung2~3 13788
versorgt. Der Schaltzeitpunkt muß so gewählt werden, daß das Fadenende noch in dem in die Spinnkammer eingeführten Garnabzugsrohr verbleibt
und nicht vom Lieferzylinder herausgezogen wird. Hat auch das Zeitrelais 78 abgeschaltet, so fallen die Kupplungen 36, 43 und 61 durch die
Zeitrelais 79, 83, 85 und die Luftschütze 82, 84, 86 in ihre Ausgangslage
zurück, während die Kupplung 35 schon während des Anfahrens in ihre Anfangslage zurückgekehrt war. Erst jetzt kann die Spinnmaschine
erneut eingeschaltet werden, da ein Hilfskon takt des Luftschützes 82 das
erneute Erregen des Schützes 73 während des Abschaltvorgangs nicht zuließ.
Das Antriebssystem gemäß Fig. 3 unterscheidet sich von dem Antriebssystem
gemäß Fig. 1 im wesentlichen darin, daß der Anlauf der Zuführwalze unabhängig vom Rücklauf des Garnabzugszylinders erfolgen kann,
derart, daß es möglich ist, mit der Zuführung der Lunte schon vor Beendigung des Rücklaufs des Garnabzugszylinders zu beginnen. Dabei erfolgt
der Antrieb der Zuführwalze gemäß Fig. 3 in der folgenden Weise: Vom Antriebsmotor 10 wird über die Riemenscheiben 11 und 12 die
Turbinen-Antriebswelle 13 angetrieben. Von der Welle 13 wird über den Regelscheibensatz 100 und 101 die Welle 26 angetrieben» Die
Welle 26 treibt über die Riemenscheiben 102 und 103 die Zwischenwelle 104. Von der Welle 104 verläuft der Antrieb über die Riemenscheiben
105 und 42 über die geschlossene Kupplung 43 in*s Untersetzungsgetriebe
44. Über die Zwischenwellen 45, 49, 51, 54 und 57 wird mittels der Zahnräder 46 bis 48, 50, 52 und 53 und der
Riemenscheiben 55 und 56 dann die Zuführwalze 1 angetrieben.
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40984Ü/0488
Die Kupplungen 35 und 36 sind zu diesem Zeitpunkt geöffnet bzw· es ist
die Kupplung 35 für den Rücklauf des Gamabzugszylinderpaares 5 und
6 geschlossen.
Wie aus der Fig. 3 ohne weiteres zu ersehen ist, wird abweichend von
dem Antriebssystem gemäß Fig. 1 auch die Auflösewalze von dem Antriebsmotor 10 aus angetrieben, so daß die gesamte O ff en-End-Spinnmaschine von einem Antriebsmotor angetrieben wird«
-17-
9840/0488
Claims (10)
1. Verfahren zum selbsttätigen Anfahren und Abstellen einer Offen-End-Spinnmaschine,
deren mehrere Spinneinheiten jeweils eine Spinnturbine, eine Auflösewalze, eine Zuführwalze, eine Garnabzugsvorrichtung
und eine Aufwickelvorrichtung aufweisen, unter Anwendung des Grundgedankens, die Garnenden beim Abstellen der Spinnmaschine
in den Spinnturbinen zu belassen und zu erneutem Anspinnen durch begrenzten Rücklauf der Gamabzugsvorrichtungen und Aufwickelvorrichtungen
in die Spinnturbinen zurückzuspeisen, dadurch gekennzeichnet, daß beim Abstellen der Spinnmaschine über eine
mittels eines Schaltgliedes (Ausschalter 70) auslösbaren selbsttätig
arbeitenden Abschaltsteuerung (Fig. 2), die Spinnturbinen (3), die Zuführwalzen (1), die Gamabzugsvorrichtungen (5, 6), die Aufwickelvorrichtungen
(7, 8) und gegebenenfalls auch die Auflösewalzen (2) mit ihrer Drehzahl im freien Auslauf innerhalb eines
Bereichs noch vorherrschender Spinnbedingungen gleichzeitig abfallen
und erst nach Annäherung an die untere Grenze dieses Bereichs gezielt und schnell in den Stillstand abgebremst werden
und daß beim Anfahren der Spinnmaschine über eine mitteis eines weiteren Schaltgliedes (Einschalter 72) auslösbaren, ebenfalls
selbsttätig arbeitenden Anfahrsteuerung (Fig. 2) der begrenzte Rücklauf der Gamabzugsvorrichtungen (5, 6) und der Aufwickelvorrichtungen
(7, 8) über eine Längenkonstante gesteuert wird, derart, daß unabhängig von den gewählten Drehzahlen der Spinnmaschine
immer dieselbe Garn länge in die Spinnturbinen (3) einspeisbar ist.
-18-
409840/0A88
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge
des zurücklaufenden Garnes bei verschiedenen Spinn turbinen-Durchmessern variiert werden kann.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Gamabzugsvorrichtungen (5, 6) während des Rücklaufs entgegen ihrer Arbeitsrichtung Über ein Untersetzungsgetriebe angetrieben sind, derart, daß die Garnenden mit gegenüber der vollen
Abzugsgeschwindigkeit geringerer Geschwindigkeit zurückgeführt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß beim
Anfahren der Spinnmaschine die Auflösewalzen (2), zeitversetzt zu den Spinnturbinen (3), getrennt auf ihre, über einen Variator
auf optimale Spinnverhältnisse einstellbare Nenndrehzahl hochlauf en«
5« Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß beim
Abstellen der Spinnmaschine die Auflösewalzen (2) zeitversetzt zu den Spinnturbinen (3) nach deren Stillstand zum Auslaufen
gebracht werden«
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß beim
Abstellen der Spinnmaschine die Bremse (59) für den Hauptantriebsmotor (10) bei einer vorbestimmten Drehzahl über einen
Drehzahlwächter im Anziehsinne steuerbar ist.
-19-
A098AÜ/ÜA88
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehzahl,
die den Einfall der Bremse (59) bestimmt, verändert werden kann»
8. Verfahren nach Anspruch I7 dadurch gekennzeichnet, daß die Hochlaufzeit
für das Hochlaufen des Hauptantriebsmotors (10) von der Drehzahl "Null" auf die Anspinn-bzw. Spinndrehzahl stufenlos in
weiten Grenzen veränderbar ist.
9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die unabhängig
von der Gamabzugsvorrichtung (5, 6) antreibbare Zuführwalze
(1) während der Garnrückspeisung bzw. während des begrenzten Rücklaufs der Gamabzugsvorrichtung anläuft, wobei sie durch ein Zeitrelais
gesteuert wird. (Fig. 3)
10. Verfahren nach Anspruch 9, gekennzeichnet durch die Verwendung
nur eines Antriebsmotors (10) für die gesamte Spinnmaschine. (Fig. 3)
A0984U/Ü488
Priority Applications (8)
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| DE2313788A DE2313788A1 (de) | 1973-03-20 | 1973-03-20 | Verfahren zum selbsttaetigen anfahren und abstellen einer offen-end-spinnmaschine |
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