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Die Erfindung betrifft eine Abzugsvorrichtung für Schußwaffen, insbesondere
für Wettkampf-Schußwaffen, mit einer verschwenkbar in einem Abzugsgehäuse gelagerten
Fangklinke, die ein federbelastetes zur Schußauslösung dienendes Element, wie z.B.
einen 5flhlagbolzen, einen Hammer oder einen Luftkompressionskolben in dessen Spannstellung
festzuhalten vermag, sowie mit einer die Fangklinke unterstellenden Abzugsklinke
und einem Abzugshebel, der direkt oder über Zwischenglieder mit der Abzugsklinke
in getrieblicher Verbindung steht.
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Derartige Abzugsvorrichtungen müssen insbesondere dann, wenn sie
in Sportwaffen eingebaut sind, sehr präzise arbeiten.
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Der Sportschütze mochte jeden Schuß möglichst verzögerungslos zu einem
von ihm bestimmten Zeitpunkt auslösen. Das wird damit begründet, daß die auf den
Zielpunkt ausgerichtete Waffe auch von dem besten Schützen nicht völlig ruhig gehalten
werden kann
und der Schuß während der sehr kleinen, jedoch unvermeidbaren
Pendelbewegungen unmittelbar vor dem Moment eines Zieldurchgangs der Visierlinie
ausgelöst werden muß. Manche Schützen machen aus dieser Not eine Tugend und steuern
den Zielpunkt mit einer langsamen Schwenkbewegung der Waffe an, um im geeigneten
Zeitpunkt abzuziehen. Der Auslösevorgang innerhalb der Abzugsvorrichtung soll deshalb
in höchstens einer bis zwei Millisekunden ablaufen.
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Darüber hinaus wird gefordert, daß sich Auslösezeit und Auslösekraft
auch nach längerem gebrauch der Abzugsvorrichtung möglichst nicht verändern, sonder-n
konstant bleiben.
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Die bisher bekannten Abzugsvorrichtungen erfüllen diese Bedingungen
nur unvollkommen. Besonders heikel ist in diesem Problemkreis das Zusammenspiel
von Fang- und Abzugsklinke. Bekanntermaßen stützt sich bei auslösebereiter Abzugsvorrichtung
die Fangklinke mit einem Abzugsstollen an der Abzugsklinke ab.
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Die Uberscimeidung der beiden Klinken beträgt beispielsweise be einem
sog. Druckpunktabzug und Auflagekräften von einigen Newton etwa 0,2mm. Beim Durchziehen
des Abzugshebels wird diese Überschneidung bis zum Druckpunkt auf etwa 0,02 mm verringert.
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Der Abfall der Fangklinke erfolgt dann praktisch nur noch durch einen
Kraftanstieg am Abzugshebel. Bei dieser geringen Endüberschneidung kommt es auf
äußerste Genauigkeit und Verschleißfestigkeit der Abreißkanten an. Verschleiß an
diesen Kanten tritt aber weniger beim Voneinanderabgleiten der beiden Klinken als
beim Zurückführen und Wiederaufsetzen der Fangklinke auf, wobei derbe Stöße auf
die empfindlichen Flächen und Abreißkanten einwirken. Sind die Abreißkanten aber
abweichend von der gewünschten geometrischen Idealform nur um eine Kleinigkeit abgerundet
oder sonstwie beschädigt, so kann die Fangklinke schon vor oder bei reichen des
Druckpunktes von der Abzugsklinke abrutschen. Gewöhnlich wird versucht, den einmal
eingetretenen
Verschleiß durch Vorjustieren des Druckpunktes auszugleichen.
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Dadurch wird aber die innere Auslösezeit größer als vorher, was das
Schußergebnis ungünstig beeinflußt.
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Abgerundete Abreißkanten können auch dazu führen, daß beim Spielen
des Abzuges am Druckpunkt die beiden Klinken nicht mehr zu größerer Überschneidung
zurückrutschen und praktisch in labiler Stellung aneinander hängenbleiben. Unter
Spielen versteht man hierbei das mehrmalige Anfahren und Wiederfreigeben des Druckpunktes
vor dem Auslösen. Das Spielen wird von vielen Schützen angewendet, weil sie den
Schuß nur bei optimalen Bedingungen auslösen wollen. Bleiben aber die Klinken beim
Spielen in Druckpunktstellung- aneinander hängen, was für den Schützen nicht sofort
erkennbar ist, so ist eine geregelte Auslösung nicht mehr möglich und der Schuß
kann sich bei der geringsten Erschütterung der 1waffe lösen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Abzugsvorrichtung
für Schußwaffen zu schaffen, bei der der natürliche Verschleiß an den Überschneidungsflächen
und Abreißkanten von Fang- und Abzugsklinke merklich verringert ist.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemaß dadurch gelöst, daß eine die Fangklinke
kurz vor dem Aufsetzen auf die Abzugsklinke aufhaltende und langsam absenkende Auffang-
und Absenkeinrichtung eingebaut ist und daß eine sich selbsttätig ein- und ausklinkende
Rückholsperre für die Abzugsklinke bzw. den Abzugshebel oder statt dessen eine gegen
Federkraft längsverschiebliche Lagerung der Fangklinke vorgesehen ist.
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Bedingung hierbei ist natürlich, daß die Auffang- und Absenkeinrichtung
nicht an den empfindlichen Funktionsflächen und -kanten angreift, sondern an anderer,
beispielsweise seitlich dazu versetzter Stelle. Das ist aber keine erschwerende
Bedingung,
denn sie wird beinahe zwangsläufig erfüllt.
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Die Auffang- und Absenkeinrichtung könnte natürlich relativ einfach
als quer durch das Abzugsgehäuse zu steckender Stift, mit einer geneigten Absenkfläche
für die Fangklinke ausgeführt sein, wenn man bereit wäre, diesen Stift vor jedem
Schuß von Hand hin und her zu schieben. Unter ähnlicher Voraussetzung könnte auch
ein Absenkexzenter verwendet werden. Die manuelle Betätigung wäre dabei jedoch zu
umständlich, so daß es besser ist, wenn die erfindungsgeniäße Auffang- und Absenkeinrichtung
selbsttätig arbeitet. Es ist außerdem günstig, wenn sie von bewegten Schloßteilen
unabhängig ist, damit die Abzugsvorrichtung ohne weiteres an verschiedenen Waffen
verwendet werden kann.
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Demgemäß besteht die Auffang- und Absenkeinrichtung zweckmäßig aus
einer gemeinsam mit der Abzugsklinke um einen Drehzapfen verschwenkbaren, an ihr
jedoch drehstarr befestigten und quer zur Schwenkrichtung verschiebbaren Absenkklinke
sowie aus einer an dem Abzugsgehäuse befestigten Steuerrolle, die das von dem Drehzapfen
entferntere Schmalende der Absenkklinke abstützt, das als schräg zur Bewegungsbahntangente
angestellte Steuerkurve ausgebildet ist. Die Absenkklinke ist also mit der Abzugsklinke
synchron verschwenkbar und kann sich zusätzlich noch quer zur Schwenkrichtung verschieben.
Dazu sind entsprechende Geradführungen zwischen der Abzugs- und der Absenkklinke
vorgesehen.
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Die Verschiebung kommt nur gleichzeitig mit einer Verschwenkung zustande
und ist in ihrer Größe von der-Neigung der Steuerkurve abhängig, die sich an der
gehäusefesten Steuerrolle abstützt.
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Diese Neigung ist vorzugsweise so gewählt, daß die Abtriebskraft an
der Steuerrolle mit der Hollenribungskraft im Gleichgewicht ist. Dadurch wirkt die
Absenkklinke in keiner Weise auf die Größe des Abzugsgewichtes ein. Das ist gerade
in dem Moment wichtig, wo sich die Absenkklinke so weit gesenkt hat, daß die Fangklinke
auf die Abzugsklinke aufsetzt.
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Die Absenkklinke besitzt zum Aufsetzen der Fangklinke eine gleiche
Aufsetzfliche wie die Abzugsklinke, jedoch mit dem einen Unterschied, daß die Sprungkante
der Absenkklinke gegenüber der Abreißkante der Abzugsklinke ein klein wenig zurücksteht.
Dadurch ist gewährleistet, daß die Fangklinke nach dem Abrutschen von der Abzugsklinke
die Absenkklinke nicht mehr berührt.
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Insbesondere bei leichtgängigen Abzugsvorrichtungen mit geringem
Abzugsgewicht kann es vorkommen, daß die Rückholfeder der Abzugsklinke nicht stark
genug ist, um diese gegen den sderstand der Absenkklinke zurückzuziehen, wenidie
Abzugsklinke zuvor bis zum Druckpunkt vorgezogen, dann aber wieder freigelassen
wurde, ohne daß die Fangklinke ausgelöst worden ist. Die itangklinke wird dann nur
noch äußerst knapp unterstützt, was gefährlich ist. Um das zu vermeiden, ist nach
einer weiteren Ausgestaltung vorgesehen, daß die Absenkklinke gegenüber der Abzugsklinke
nicht drehstarr, sondern um deren Drehzapfen herum verschwenkbar ist und mittels
eines Mitnehmerzapfens von der auslenkbaren Abzugsklinke nur in der Auslöserichtung
mitschleppbar ist, wohingegen in der Hückholrichtung keine Mitnahme erfolgt, und
daß an der Absenkklinke eine relativ schwache in Rückholrichtung wirkende Feder
angeordnet ist. Diese Feder wirkt sich nur unwesentlich auf die Größe des Abzugsgewichtes
aus, d.
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h. sie ist sehr viel schwächer als die Rückholfeder der Abzugsklinke.
Ihre Aufgabe besteht darin, die Absenkklinke nach erfolgtem Auslösen der Fangklinke
wieder in die Auffangstellung zurückzuverschwenken.
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Eine weitere Ausführungsform besteht darin, daß die Auffang- und
Absenkeinrichtung eine drehbar auf einem abseits der Abzugsklinke befindlichen Bolzen
gelagerte Absenkklinke und ein Mitnehmerstift ist, der nur die in Auslöserichtung
verlaufende
Bewegung der Abzugsklinke auf die Absenkklinke überträgt,
und daß die Absenkklinke in der liückholrichtung von einer relativ schwachen Drehfeder
belastet ist. Die Aufsetzfläche der Absenkklinke ist etwas schräg zur Bewegungsbahntangente
angestellt.
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Diese Schräge bewirkt beim Verschwenken der Absenkklinke in Abzugsrichtung
das Absenken der Fangklinke auf die Abzugsklinke.
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Vorzugsweise soll diese Schräge nur so steil sein, daß die Reibungskraft
infolge der aufliegenden Fangklinke nach Abzug der Abtriebskraft noch so groß ist,
daß beim Durchziehen des Abzugshebels an ihm kein Kraftsprung auftritt, wenn die
Fangklinke auf die Abzugsklinke aufsetzt und sodann die Reibungskraft von dieser
aufgenommen wird.
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Durch die räumliche Entfernung der beiden Drehlager für die Abzugs-
und Absenkklinke und durch das Anbringen des Mitnehmerstiftes in der Nähe des Drehlagers
der Absenkklinke wird ein Übersetzungsverhältnis zwischen den beiden Klinken geschaffen,
bei dem sich die Absenkklinke schneller als -die Abzugsklinke verschwenkt. Dadurch
kommt sie auch schneller aus dem Bereich der Fangklinke heraus.
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Bei einer anderen Ausführungsform besteht die Auffang-und Absenkeinrichtung
aus einer am Stollenende der Fangklinke angelenkten und mit einer Schwingleitführung
an einem Abzugsklinkenblatt befestigten Stelze sowie aus einem gehäusefesten Stütznocken
mit schräger Abrutschfläche, auf der die Stelze bei auslösebereiter Abzugsvorrichtung
abgestützt ist. Der Stütznocken ist quer zur Stelze justierbar am Abzugsgehäuse
befestigt. Die Neigung der Abrutschfläche am Stütznocken wird vorzugsweise unter
den gleichen Gesichtspunkten bestimmt, die weiter oben bei der Schräge der Absenkklinke
beschrieben sind.
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Eine weitere Möglichkeit, die Auffang- und Absenkeinrichtung konstruktiv
zu verwirklichen, besteht darin, neben der.
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Abzugsklinke und auf deren Drehzapfen eine Absenkklinke freiverschwenkbar
zu lagern und am Abzugshebel außer den mit der Abzugsklinke zusammenwirkenden Vorzugs-
und Druckpunktnocken einen t Absenknocken vorzusehen, der nur mit der Absenkklinke
in Kontakt steht. Beim Betätigen des Abzugshebels werden über die verschiedenen
Nocken die beiden Klinken in die gleiche Richtung verschwenkt, wobei sich die Absenkklinke
infolge eines größer gewählen Hebelübersetzungsverhältnisses schneller als die Abzugsklinke
bewegt. Da die Absenkklinkenkante, auf der zunächst die Fangklinke ruht, dabei eine
flache Kreisbogenbahn beschreibt, wird die Fangklinke allmählich auf die Abzugsklinke
abgesenkt, von deren Abreißkante sie wenig später abfällt.
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I Außer der beschriebenen Auffang- und Absenkeinrichtung ist noch
eine selbsttätig arbeitende Rückholsperre für die Abzugsklinke vorgesehen. Die Rückholsperre
kann beispielsweise aus einem federbelasteten Riegel bestehen, der an einem mit
der Abzugsklinke fest verbundenen Abzugsklinkenblatt in Bewegungsrichtung der Fangklinke
verschieblich geführt ist und dessen eines Ende sich an einem gehäusefesten Anschlag
abstützt, von dem er bei entsprechender Verschwenkung des Abzugsklinkenblattes unmittelbar
nach Freigabe der Fangklinke an einer scharfen Begrenzungskante abfällt. Das zweite
Ende des Riegels besitzt einen abgewinkelten Mitnehmer, der in den Bewegungsraum
der Fangklinke zwischen deren oberer Endstellung und Fangstellung hineinragt.
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Der nach Auslösen des Schusses von seinem Anschlag abgefallende Riegel
verhindert, daß die Abzugsklinke von der Rückholfeder zurückgezogen wird. Indirekt
wird damit auch die Absenkklinke zurückgehalten. Demzufolge kann die Fangklinke
beim erneuten Spannen des Schlosses unbehindert in ihre Fangstellung zurückkehren.
nachdem sie dabei beide Klinkenkanten mit geringem Abstand passiert hat, stößt sie
jedoch gegen den Mitnehmer des
Riegels und zieht ihn aus seiner
Verriegelungsstellung heraus, wonach Abzugs- und Absenkklinke in ihre Ausgangsstellung
zurückkehren und die Fangklinke erneut unterstellen.
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Die Sückholsperre könnte auch aus einem am Abzugsgehäuse verschieblich
oder schwenkbar gelagerten Verriegelungselement bestehen, das infolge Federkraft
im geeigneten Zeitpunkt in eine Hastnische der Abzugsklinke einfällt und daraus
von der in die Fangstellung zurückkehrenden Fangklinke mittels einer geeigneten
Koppelung herausgehoben wird. Die Koppelung könnte mechanisch sein, aber auch elektrisch.
Für die elektrische Ausführungsform ist in der Nähe der oberen Endstellung der Fangklinke
ein elektrischer Mikroschalter am Abzugsgehäuse zu befestigen, den die Fangklinke
in ihrer oberen Endstellung kurzzeitig schließt. Während der Schließphase kann elektrischer
Strom von einer Stromquelle zu einem Elektr-omagneten fließen, der das Verriegelungselement
aus der Rastnische herauszieht, so daß die Abzugsklinke in ihre Ausgangsstellung
zurückkehrt.
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Es ist natürlich ebenfalls möglich, das Verriegelungselement mit
einer Rastnische am Abzugshebel zusammenarbeiten zu lassen, weil der Abzugshebel
mit der Abzugsklinke in getrieblicher Verbindung steht.
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Eine andere Möglichkeit, die Fangklinke berührungslos an den Klinken
vorbei in die Fangstellung zu bewegen, besteht darin, die Fangklinke nach der Freigabe
durch die Abzugsklinke und vor ihrem Wiederaufstellen vorübergehend aus dem Bereich
der Klinken zu entfernen. Das kann durch eie langsverschiebliche Drehlagerung der
Fangklinke sowie durch eine Feder erreicht -werden, die die Fangklinke von der Abzugsklinke
wegzuziehen sucht. Diese Feder muß schwächer als die Feder für das
schußauslösende
Element sein, das von der Fangklinke zeitweilig festgehalten wird und sie dabei
bis zum Anschlag in die Klinken richtung verschiebt.
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Die längsverschiebliche Drehlagerung der Fangklinke kann aus einem
zwischen den Seitenwänden des Abzugsgehäuses verschieblich gelagerten Kulissenstein
bestehen, an dem die Fangklinke verdrehbar gelagert ist. Einfacher ist es aber,
die Lagerbohrung der Fangklinke als Langloch auszubilden und den Drehbolzen am Abzugsgehäuse
zu befestigen.
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Es ist noch festzustellen, daß die aufgezeigten verschiedenen konstruktiven
Ausbildungen der Auffang- und hbsenkeinrichtung einerseits und der Rückholsperre
bzw. der Fangklinkenverschiebung andererseits jeweils frei initeinander kombinierbar
sind.
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Es gibt daher eine größere Anzahl kombinatorischer Möglichkeiten.
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Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin,
daß die empfindlichen Auisetsflachen und hbreißkanten der Fang- und Abzugsklinke
völlig von Stößen und zum Teil von Reibungsbewegungen befreit werdeni8 hen Verschleiß
vermindert und zu einer Vervielfachung der Standzeit führt. Andererseits wirkt sich
die Verschleißminderung auf die Konstanz der inneren Abzugszeit günstig aus. Die
Abzugsvorrichtung kann auch sehr "trocken" eingestellt werden, was bedeutet, daß
die Endüberschneidung der Klinken jenseits des Druckpunktes äußerst haapp sein kann,
ohne daß die Betriebssicherheit sinkt. Diese Möglichkeit wird im allgemeinen von
den Schützen gewünscht.
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Verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen
dargestellt und werden im folgenden näher beschrieben. Es zeigen Fig. 1 einen Längsschnitt
durch eine erfindungsgemäße bzugsvorrichtung im auslösebereiten Zustand,
Fig.
2 eine vergrößerte Durstellung einer Einzelheit von Fig. 1 bei im Druckpunkt stehendam
Abzug Fig. 3 eine vergrößerte Darstellung einer Einzelheit von Fig. 1 bei nach teil-weisem
Durchziehen ohne Auslösung wieder freigegebenem Abzug, Fig. 4 einen Fig. 1 entsprechenden
Längs schnitt durch die Abzugsvorrichtung nach Auslösen eines Schusses, Fig. 5 einen
vergrößert dargestellten Querschnitt entlang der Linie V-V in Fig. 1, Fig. 6 eine
Einzelheit der auslösebereiten Abzugsvorrichtung einer zweiten Ausführungsform,
Fig. 7 einen Längsschnitt durch die auslösebereite Abzugsvorrichtung einer dritten
Ausführungsform, Fig. 8 eine Einzelheit der auslösebereiten Abzugsvorrichtung einer
vierten Ausführungsform, und Fig. 9 einen Querschnitt entlang der Linie IX-IX in
Fig. 8.
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Die Abzugsvorrichtung besitzt die folgende bei allen Ausführungsformen
gleichbleibende Grundausstattung: In einem Abzugsgehäuse 1 ist ein Abzugshebel 2
mit einem daran angeklemmten Fingerauflagehorn 7 auf einem Bolzen 4 schwenkbar gelagert.
Der im Inneren des Abzugsgehäuses 1 befindliche Teil des Abzugshebels 2 besitzt
eine Öse 5 in die eine Zugfeder 6 eingehängt ist, und einen Vorzugnocken 7. Hinsichtlich
der Einzelheiten der Ausbildung und Anordnung dieses und aller Teile wird ausdrücklich
auf die Figuren verwiesen. Dem Abzugshebel 2 unmittelbar seitlich benachbart ist
auf dem Bolzen 4 ein Druckpunktnockenhebel 8 verschwenkbar gelagert, der einen Druckpunktnocken
9 besitzt. Er wird von einer sich am Abzugshbel
2 abstützenden
Druckfeder 10 belastet, so daß er sich mit einem Anschlagnocken 11 an einer pilzförmigen
Justierschraube 12 anlegt. Mit dieser schwergängig in den Abzugshebel 2 eingeschraubten
Justierschraube 12 kann der Druckpunktnockcnhebel 8 in gewissen Grenzen verschwenkt
und der Druckpunkt der Abzugsvorrichtung genau auf den gewünschten Wert eingestellt
werden.
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In den Abzugshebel 2 sind ferner zwei Anschlagsohrauben 13 und 14
eingeschraubt, die die Abzugshebelbewegungen in beiden Richtungen bei Anlage am
Abzugsgehäuse 1 begrenzen.
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Auf einem im Abzugsgehäuse 1 quer befestigten Drehzapfen 15 sind
ein im wesentlichen kreissektorförmiges Abzugsklinkenblatt 16 und eine Abzugsklinke
17 schwenkbar gelagert. Das Abzugsklinkenblatt 16 und die Abzugsklinke 17 sind flache
seitlich aneinanderliegende Teile (lig. 5), die durch nicht dargestellte bekannte
Mittel starr miteinander verbunden sind. An dem Abzugsklinkenblatt 16 greift eine
Rückholfeder 18 an, die es in Gegenauslöserichtung zu verdrehen sucht und in Kontakt
mit dem Vorzugnocken 7 des Abzugshebels 2 hält.
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Weiter ist in dem Abzugsgehäuse 1 eine Fangklinke 19 auf einem Drehbolzen
20 verschwenkbar gelagert. Sie wird von einer Drehfeder 21 im Uhrzeigersinn (entgegen
der Auslöserichtung) belastet, so daß sie mit einem Fangnocken 22 in die Bewegungsbahn
eines im Schloß der Waffe verschieblich geführten Schlagbolzens 23 oder einem entsprechenden
liuftkompressionskolben bei Luftdruckwaffen hineinragt und diesen gegebenenfalls
in seiner Spannstellung festhält. Am Schlagbolzen 23 stützt sich das eine Ende einer
Schlagbolzenfeder 24 ab und ist bestrebt, ihn in Schußrichtung zu verschieben. In
der auslösebereiten Fangstellung gemäß Fig. 1 wird die Fangiflinke 19 von dem Schlagbolzen
23 entgegen der Wirkung der Drehfeder 21 in Richtung auf die Abzugsklinke 17 niedergedrückt.
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Die Rückholfeder 18 ist mit ihrem zweiten Ende an einem SteEnocken
25 eingehängt, desgleichen die Zugfeder 6 an einem Stellnocken 26. Beide Stellnocken
25 und 26 sind nebeneinander drehbar auf einem Stift 27 gelagert und können mittels
je einer Stellschraube 28 bzw. 29 verschwenkt werden. Auf diese Weise ist eine Veränderung
des Abzugsgewichtes möglich; Dies alles gehört zu der bei allen Ausführungsformen
gleichbleibenden Grundausrüstung der Abzugsvorrichtung.
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Fig. 1 bis 5 zeigen eine Ausführungsform, bei der auf dem Drehzapfen
15 außer dem Abzugsklinkenblatt 16 und der daran befestigten Abzugsklinke 17 auch
noch eine Absenkklinke 30 gelagert ist. Sie ist weitgehend deckungsgleich mit der
Abzugsklinke 17, die in den Fig. 1 bis 4 von ihr verdeckt wird und deshalb nur schlecht
erkannt werden kann. Da die Lagerbohrung der Absenkklinke 30 ein Langloch 31 ist,
kann die Absenkklinke 30 quer zu dem Drehzapfen 15 verschoben werden. Das von dem
Drehzapfen 15 entferntere Schmalende der Absenkklinke 30 weist ebenfalls ein Langloch
32 auf, dessen Seitenlänge gleich oder größer ist als die des langloches 31. Die
Längsachsen der beiden Langlöcher 31 und 32 sind gleichgerichtet und verlaufen in
Längsrichtung der Absenkklinke 30. Das Langloch 32 umgibt einen im Durchmesser wesentlich
engeren Mitnehmerzapfen 33, der an der Abzugsklinke 17 starr befestigt ist. Er dient
dazu, die Absenkklinke 30 beim Verschwenken der Abzugsklinke 17 in die Auslöserichtung
mitzuschleppen. In der Gegenrichtung erfolgt infolge des Durchmesserunterschiedes
keine Mitnahme. Vielmehr wird die Absenkklinke 30 in diese Richtung von einer an
ihrem Rücken angreifenden Druckfeder 34 bewegt, was allerdings auch nur im Leerlauf
möglich sein soll. Deshalb darf die Druckfeder 34 nur mit geringer Kraft, deren-Gr-öße
mittels einer Regulierschraube 35 einstellbar ist, auf die Absenkklinke 30 einwirken.
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Das von dem Drehzapfen 15 abgewandte Ende der Absenkklinke 30 besitzt
eine Steuerkurve 36 und liegt damit auf einer Steuerrolle 37 auf, die auf einem
am Abzugsgehäuse 1 befestigten Exzenternocken 38 drehbar gelagert ist (Fig. 5).
Der Exzenternocken 38 ist mit einer Lochmutter 39 an der Gehciuseseitenwand festgeklemmt.
Er kann aber nach Lockern derselben verdreht werden, um die Absenkklinke 30 gegenüber
der Abzugsklinke 17 zu justieren. Die Steuerkurve 36 ist als gerade, ebene und zu
ihrer Bewegungsbahntangente schräg angestellte Fläche ausgebildet. Sie kann in Längsrichtung
aber auch der Form einer archimedischen Spirale folgen, deren Zentrum in der Mitte
des Drehzapfens 15 liegt. Der Vorteil der archimedischen Spirale besteht darin,
daß sich der Anstellwinkel der Steuerkurve 36 relativ zur Steuerrolle 37 während
des Verschwenkens der Absenkklinke 30 nicht verandert. Die Neigung der Steuerkurve
36 ist so gerichtet, daß die AbseSçklinke 30 beim Verschwenken in Auslöserichtung
abgesenkt, bzw. in der Rückstellrichtung angehoben wird.
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Die Absenkklinke 30 besitzt eine Aufsetzfläche 40 und die Abzugsklinke
17 eine Aufsetzfläche 41 für die Fangklinke 19.
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Die Sprungkante am in Fig. 1 rechten Ende der Aufsetzfläche 40 steht
gegenüber der Abreißkante der Aufsetzfläche 41 etwas zurück, so daß die Fangklinke
19 beim Auslösen von der Abzugsklinke 17 abfallen kann, ohne von der Absenkklinke
30 behindert zu werden.
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Im auslösebereiten Zustand der Abzugsvorrichtung gemäß Fig. 1 befindet
sich die Aufsetzfläche 40 der Absenkklinke 30 etwas oberhalb der Aufsetzfläche 42
der Abzugsklinke 17. Demzufolge setzt die Fangklinke 19, die nach dem Spannen des
Waffenverschlusses unter der Last des Schlagbolzens 23 steht, vorerst nur auf die
Aufsetzfläche 40 auf und gibt dort ihre
Stoßenergie ab. Wenn dann
zwecks Auslösen eines Schusses der Abzugshebel 2 gezogen wird, werden sowohl die
Absenkklinke 30 als auch die Abzugsklinke 17 im gleichen Maße im Uhrzeigersinn (Fig.
1) verschwenkt, wobei sich außerdem die Absenkklinke 30 senkt, so daß die Fangklinke
19 behutsam auf die Aufsetzfläche 41 der Abzugsklinke 17 aufgesetzt wird. Bei Erreichen
des Druckpunktes (Fig. 2), d.h. wenn der Druckpunktnocken 9 das Abzugsklinkenblatt
16 berührt, hat sich die Aufsetzfläche 40 schon ein Stück weit unter die Aufsetzfläche
41 gesenkt. Wird der Abzugshebel 3 jetzt jedoch nicht weiter durchgezogen, sondern
wieder zurückgelassen (Spielen mit dem Abzugshebel), so rutscht die Abzugsklinke
17 infolge der Kraft der Rückholfeder 18 wieder weiter unter die Fangklinke 19 zurück.
Die Absenkklinke 30 folgt jedoch nur bis zu dem Punkt nach, wo ihre Aufsetzfläche
40 an die Fangklinke 19 anstößt, weigdie Druckfeder 34 für ein Anheben der Fangklinke
19 zu schwach ist (Fig. 3).
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Wie aus den Fig. 1 bis 4 und insbesondere aus Fig. Shervorgeht, ist
in das Abzugsklinkenblatt 16 eine Rechtecknut 42 eingearbeitet, die in der Nähe
des Drehzapfens 15 in einen Querdurchbruch 43 übergeht und die im wesentlichen rechtwinklig
zur Bewegungsrichtung des Abzugsklinkenblattes 16 verläuft. In die Rechtecknut 42
ist ein Riegel 44 von ebenfalls rechteckigem Querschnitt verschiebbar eingelegt
und von einer mit dem Abzugsklinkenblatt 16 fest verbundenen Deckplatte 45 eingeschlossen.
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Der Riegel 44 besitzt an seinem dem Drehzapfen 15 zugekehrten Ende
einen rechtwinklig abgebogenen den Querdurchbruch 43 durch setzenden Mitnehmer 46
und einen entgegengesetzt abgewinkelten Arm 47, an dem eine gespannte Zugfeder 48
angehänt ist, die ihr Gegenlager in einem abgebogenen Haken 49 der Deckplatte 45
findet. Mit seinem äußeren Ende stützt sich der Riegel 44 an einem Anschlag 50 ab,
der eine scharfe Begrenzungskante 51 (Fig. 2 und 3) aufweist. Der Anschlag 50 ist
zum Zweck der Justierung in
einem Langloch 52 der rechten Seitenwand
des Abzugsgehäuses 1 verschieblich geführt und kann an beliebiger Stelle von einer
Lochmutter 53 festgeklemmt werden.
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Der Riegel 44 dient als Rückholsperre für die Abzugsklinke 17 und
arbeitet wie folgt: In dem Augenblick des Abfallens der Fangklinke 19 von der Abzugsklinke
17 beim Durchziehen des Abzugshebels 2 wird der Riegel 44 von dem Anschlag 50 noch
auf einer Breite von beispielsweise wenigen zehntel Millimetern unterstützt. Durch
den Rückstoß des Schusses und durch eventuelles weiteres Durchziehen des Abzugshebels
2 verdreht sich das Abzugsklinkenblatt 16 mit der Abzugsklinke 17 noch weiter in
die Auslöserichtung, so daß gleich darauf der Riegel 44 über die Begrenzungskante
51 des Anschlages 50 abfällt. Wenn dann nach Loslassen des Fingerauflagehorns 3
das Abzugsklinkenblatt 16 von der Rückholfeder 18 zurückgezogen wird, legt sich
der Riegel 44 quer vor den Anschlag 50 und verhindert ein weiteres Zurückschwenken
des Abzugklinkenblattes (Fig. 4). Beim erneuten Spannen des Schlagbolzens 23 richtet
sich die Fangklinke 19 wieder auf und passiert berührungsfrei mit geringem Abstand
die Abreißkante der Abzugsklinke 17. Dabei stößt sie an den Mitnehmer 46 an und
zieht den Riegel 44 aus seiner Sperrstellung heraus, worauf das Abzugsklinkenblatt
16, die Abzugsklinke 17 und die Absenkklinke 30 sofort in die Ausgangsstellung zurückkehren
und die Fangklinke 19 wieder unterstellen. Demgegenüber dauert es länger, bis der
Schlagbolzen 23 durch das manuell betätigte Waffenschloß von seiner weitest zurückgezogenen
Stellung an den Fangnocken 22 herangefahren ist und die Fangklinke 19 auf die Absenkklinke
30 niederdrückt.
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Somit wird die Fangklinke 19 vor dem Wiederaufsetzen mit Sicnerheit
in der vorgesehenen Weise unterstellt. Auch der Riegel 44 steht dann wieder über
dem Anschlag 50 und wird von der Zugfeder 48 auf ihn niedergezogen.
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Der Vollständigkeit halber sei noch wrmerkt, daß auf dem Drehzapfen
15 Distanzscheiben 54, 55 und 56 sitzen (Fig. 5), die die erforderlichen Abstände
der Klinken untereinander und zu den Seitenwänden des Abzugsgehäuses 1 gewährleisten.
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Fig. 6 z eine zweite Ausführungsform der Abzugsvorusscntsweise richtung/.
ier ist neben den schon bekannten Bauteilen eine Absenkklinke 57 vorgesehen, die
nicht auf dem Drehzapfen 15, sondern auf einem außerhalb des Abzugsklinkenblattes'
16 und im Abzugsgehäuse 1 befestigten Bolzen 58 drehbar gelagert ist. Sie wird von
einer Drehfeder 59 mit geringer Kraft gegen einen am Abzugsklinkenblatt 16 befestigten
runden Mitnehmerstift 60 gedrückt. Die Absenkklinke 57 besitzt eine hbsenkfläche
61, die etwas schräg zur Bewegungsbahntangente angestellt ist und die in der Auffangstellung
der Absenkklinke 57 mit dem Bereich, auf den die Fangklinke 19 aufsetzt, etwas über
der Aufsetzfläche 41 der Abzugsklinke 17 steht. Ihr aedrigster Punkt liegt jedoch
geringfügig unterhalb der Aufsetzfläche 41. Infolgedessen wird die Fangklinke 19
während des Auslenkens der Absenkklinke 57 in Auslöserichtung langsam auf die Aufsetzfläche
41 der Abzugsklinke 17 abgesenkt. Wird die Abzugsbewegung dabei oder danach aus
irgendeinem Grund unterbrochen und rückgängig gemacht, so schiebt sich.
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die Absenkklinke 57 nicht wieder unter die Fangklinke 19, weil die
Drehfeder 59 hierzu nicht kräftig genug ist.
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Als Rückholsperre dient eine auf dem Bolzen 58 gelagerte und von
der Drehfeder 59 belastete Sperrklinke 62. Sie fällt in eine Rastnische 63 des Abzugsklinkenblattes
16 ein, sobald die Fangklinke 19 von der Abzugsklinke 17 abgefallen ist und der
Rückstoß des ausgelösten Schusses die Abzugsklinke 17 noch ein wenig in die Abzugsrichtung
weitergedreht hat. Ein Zurückschwenken ist dann vorerst nicht möglich. Dies geht
erst wieder, wenn sich beim erneuten Spannen des Schlagbolzens 23 die Fangklinke
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wieder aufgerichtet, die Klinken mit geringem Abstand berührungsfrei passiert und
kurz vor Erreichen ihrer oberen Endstellung einen elektrischen Mikroschalter 64
geschlossen hat.
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Dabei wird nämlich ein elektrischer Stromkreis von einer otromquelle
65 zu einem Llektromagneten 66 geschlossen. Der Elektromagnet 66 zieht bei Erregung
die Sperrklinke 62 augenblicklich aus der Ratuische 63 heraus, worauf das Abzugsklinkenblatt
16, die Abzugsklinke 17 und die Absenkklinke 57 in ihre Ausgangsstellung zurückkehren
und die Fangklinke 19 wieder unterstellt wird. Sobald sich die Fangklinke 19 aus
ihrer oberen Endstellung wieder auf die Absenkklinke 57 niedersenkt, öffnet sich
der Mikroschalter 64 und die Sperrklinke 62 fällt von dem Elektromagneten 66 in
ihre in Fig. 6 gezeichnete Bereitschaftsstellung ab.
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Fig. 7 zeigt eine dritte Ausfuhrungsform der Abzugsvorrichtung. Hierbei
ist am Stollenende 67 der FanklnKe 19 eine Stelze 68 angelenkt. Sie wird in einer
an dem Abzugsklinkenblatt 16 drehbar befestigten Schwinggleitführung 69 geführt
und stützt sich mit ihrem freien Ende auf einer schräg zu ihrer Längsachse gestellten
Abrutschfläche 70 eines Stütznockens 7, ab. Der Stütznocken 71 ist bis auf die schräge
Abrutschfläche 70 mit dem Anschlag 50 aus den Fig. 1 bis 5 identisch und ist wie
dieser justierbar in einem Langloch 52 an der rechten Seitenwand des Abzugsgehäuses
1 befestigt.
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Die Aufgabe der Stelze 68 und des Stütznockens 71 ist es, die die
den Schlagbolzen 23 festhaltende Fangklinke 19 kurz vor dem Aufschlagen auf die
Abzugsklinke 17 aufzufangen und sie erst zu Beginn der Auslösebewegung auf die Aufsetzfläche
41 abzusenken. Spätestens nach ßrreichen des Druckpunktes muß die Stelze 68 aber
von dem Abzugsklinkenblatt 16 so weit zur Seite verschwenkt sein, daß sie beim Abfallen
der Fangklinke 19 an dem Stütznocken 71 vorbei nach unten ausweichen kann.
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Abweichend von den bisher beschriebenen konstruktiven An-, ordnungen
ist die Lagerbohrung der Fangklinke 19 als Langloch 72 ausgebildet. Die Fangklinke
19 weist ferner auch eine Öse 73 auf, an der eine im Abzugsgehäuse 1 befestigte
und unter Spannung stehende Zugfeder 74 angreift. Die Zugfeder 74 ist bestrebt,
die Fangklinke 19 entgegen ihrer Auslöserichtung zu verschwenken und von der Abzugsklinke
17 wegzuziehen, was ihr bei gefangenem Schlagbolzen 23 aber nicht gelingt, weil
dessen entgegengesetzte Krafteinwirkung weitaus größer ist. Erst wenn der Schlagbolzen
23 ausgelöst ist, wird die Fangklinke 19 von der Zugfeder 74 zurückgezogen. Wenn
sie sich dann später beim erneuten Spannen des Schlagbolzens 23 wieder aufrichtet,
ist dadurch gewährleistet, daß sie die Abzugsklinke 17 nicht berührt. Nach dem Spannen
legt sich der Schlagbolzen 23 an den Fangnocken 22 an und verschiebt die Fangklinke
19 wieder auf die Abzugsklinke 17 zu, bevor er sie bis zum Aufstellen der Stelze
68 auf den Stütznocken 71 niederdrückt.
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Fig. 8 und 9 zeigen eine vierte Variante der Abzugsvorrichtung. Insbesondere
Fig. 9 zeigt deutlich, daß neben der Abzugsklinke 17 auf dem Drehzapfen 15 die Absenkklinke
30 und ein damit fest verbundenes Absenkklinkenblatt 75 verdrehbar gelagert sind.
An dem Absenkklinkenblatt 75 greift eine Zugfeder 76 an, die gerade so kräftig ist,
das Absenkklinkenblatt 75 im Leergang entgegen der Auslöserichtung zu verschwenken.
Liegt die Fangklinke 19 ähnlich wie gezeichnet auf der Aufsetzfläche 40 der Absenkklinke
30 auf, so ist die Zugfeder 76 nicht mehr in der Lage, die zusätzliche Reibungskraft
zu überwinden.
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Der Abzugshebel 2 ist außer mit dem Vorzugnocken 7 und dem Druckpunktnocken
9 auch noch mit einem Absenknooken 7 ausgestattet, an dem in der gezeichneten Stellung
das Absenkklinkenblatt 75 anliegt. Er steht wesentlich näher zu dem Drehzapfen 15
als der Vorzugsnocken 7, so daß beim Durchziehen des
Abzugshebels
2 in Auslöserichtung infolge der unterschiedlichen Ubersetzungsverhältnisse das
Absenkklinkenblatt 75 und die Absenkklinke 30 um einen gröBeren Winkel als das Abzugsklinkenblatt
16 und die Abzugsklinke 17 verdreht werden. Die Absenkklinke 30 setzt also die Fangklinke
19 auf der Aufsetzfläche 41 der Abzugsklinke 17 ab und entfernt sich aus dem Bewegungsraum
der Fangklinke 19, noch bevor der Druckpunktnocken 9 am Abzugsklinkenblatt 16 anstößt.