DE2304464C2 - Meßfühler für die Überwachung der Funktionsfähigkeit von Katalysatoren in Abgas - Google Patents
Meßfühler für die Überwachung der Funktionsfähigkeit von Katalysatoren in AbgasInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Meßfühler für die Überwachung der Funktionsfähigkeit von Katalysatoren
in Abgasentgiftungsanlagen von Brennkraftmaschinen unter Verwendung einer Sauerstoff-Konzentrationskette
mit ionenleitendem Festelektrolyten.
Brennkraftmaschinen erzeugen in ihrem Abgas unter anderem Kohlenmonoxid, Stickoxide sowie tmverbrannte
oder teilverbrannte Kohlenwasserstoffe, die zur Luftverunreinigung beitragen. Um die durch diese
Stoffe hervorgerufene Luftverunreinigung auf einen Minimalwert herabzudrflcken, ist es erforderlich, die
Abgase von Brennkraftmaschinen möglichst weitgehend von diesen Stoffen zu befreien. Das bedeutet, daß
Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffe möglichst vollständig in ihre höchste Oxidationsstufe, Kohlendioxid
— und im Falle der Kohlenwasserstoffe — Wasser, bzw. Stickoxide in elementaren Stickstoff übergeführt
werden müssen.
Eine solche Überführung der schädlichen Anteile des Abgases in die unschädlichen Verbindungen Kohlendioxid,
Stickstoff und Wasser kann z.B. dadurch geschehen, daß man die Abgase einer Nachverbrennung
unterwirft indem man sie bei Temperaturen oberhalb etwa 600° C über einen Katalysator teitet Die
Funktionsfähigkeit dieses Katalysators muß jedoch überwacht werden, da nach längerem Gebrauch ein
Aktivitätsverlust des Katalysators eintritt Dieser Aktivitätsverlust ist von der Temperatur-Zeil-Beanspruchung,
d. h. der Belastung der Brennkraftmaschine abhängig und macht sich normalerweise im Fahrverhalten
des Kraftfahrzeuges, in welchem die Brennkraftmaschine eingesetzt ist nicht bemerkbar.
Der Erfindung Segt daher die Aufgabe zugrunde,
einen Meßfühler anzugeben, der die Überwachung der Funktionsfähigkeit des Katalysators gestattet so daß er
als Geber für eine Einrichtung zur Abgasentgiftung eingesetzt werden kann. Um eine hohe Lebensdauer zu
gewährleisten, soll der Fühler weitgehend unempfindlich sein gegen Katalysatorgifte, vor allem gegen die
meistens im Treibstoff vorhandenen Blei-, Schwefeloder Phosphorverbindungen.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung gelöst durch einen Meßfühler mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Hauptanspruchs. Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte
Weiterbildungen und Verbesserungen des im Hauptanspruch angegebenen MsUfühlers möglich. Besonders
vorteilhaft ist es, wenn eine als Gegenelektrode dienende zweite Elektrode aus einem die Einstellung
des thermodynamischen Gasgleichgewichtes des Abgases katalysierenden Material besteht und ebenfalls vom
Abgas umspült ist, da sich ein solcher Meßfühler in besonders einfacher Weise aufbauen läßt.
Bei der üblichen Art der Messung eines Sauerstoffpartialdruckes mit Hilfe eines ionenleitenden Festelektrolyten
besteht die Meßelektrode, die mit dem zu messenden Gas in Verbindung steht, aus Fiatin, also
einem die Einstellung des thermodynamischen Gasgleichgewichtes katalysierenden Metall.
Demgegenüber besteht bei der vorliegenden Erfindung die Meßelektrode aus einem Metall, das die
Einstellung des thermodynamischen Gasgleichgewichtes nicht zu katalysieren vermag. Als derartige Metalle
kommen vor allem Gold oder Silber in Betracht. Bei dem zu messenden Gas handelt es sich um Abgas von
Brennkraftmaschinen, das zum Zwecke der Nachverbrennung durch einen Katalysator hindurchgegangen
ist. Das Abgas ist leicht reduzierend eingestellt, die Luftzahl λ liegt also bei etwa 0,98 bis 0,99. Bei dieser
Abgaszusanimensetzung ist noch immer soviel Sauerstoff
im Abgas enthalten, daß er sich durch eine Sauerstoff-Konzentrationskette messen läßt. Der Katalysator
soll nun dafür sorgen, daß der Sauerstoff des
Abgases möglichst >vejtgehend umgesetzt wird. Ist der
Katalysator dagegen nicht mehr funktionsfähig, so ist der Sauerstoff im Abgas unvollständig umgesetzt und es
befinden sieh noch unumgesetzte Treibstoffanteile im
Abgas, die zur Luftverschmutzung beitragen. Pie unvollständige Umsetzung bedeutet, daß der Restsauerstoffgehalt
im Abgas wesentlich höher ist als dem thermodynamischen Gleichgewicht entspricht Auf
einen solchen erhöhten Restsauerstoffgehalt soll der erfindungsgemäße Meßfühler ansprechen. Es muß also
dafür gesorgt werden, daß an der Dreiphasengrenze der Meßelektrode des Meßfühlers, die mit dem Abgas in
Kontakt steht, in dem Moment ein höheres positives Potential auftritt, in welchem der Sauerstoffgehalt des
Abgases höher wird als be: intaktem Katalysator.
Für die als Gegenelektrode oder Bezugselektrode dienende zweite Elektrode gibt es zwei Varianten: Bei
der ersten Variante besteht diese aus einem die Einstellung des thermodynamischen Gasgleichgewichtes
katalysierenden Material und ist ebenfalls wie die Meßelektrode vom Abgas umspült In dieser katalytisch
aktiven Gegenelektrode ist der SaueiStoffpartialdruck unabhängig vom Zustand des für die Nachverbrennung
verwendeten Katalysators immer verschwindend klein; er entspricht dem thermodynamischen Gleichgewichtsdruck,
da das Elektrodenmaterial eine vollständige Umsetzung gewährleistet An der katalytisch inaktiven
Meßeiektrode dagegen hängt der Sauerstoffpartialdruck von der katalytischen Aktivität des Nachverbrennunqskatalysators
ab. Ist dieser Katalysator voll jo wirksam, so ist der Sauerstoffpartialdruck auch an
dieser Elektrode verhältnismäßig klein, wohl aber etwas größer als an der katalytisch aktiven Gegenelektrode.
Dies liegt daran, daß der Nachverbrennungskatalysator das thermodynamische Gleichgewicht nicht vollständig
einzustellen vermag. Es wird also bei voll wirksamem Katalysator eine Potentialdifferenz von 300 bis
400 Millivolt gemessen. Ist dagegen der Nachverbrennungskatalysator nicht mehr wirksam, so steigt der
Sauerstoffpartialdruck im Abgas an. An der Dreiphasengrenze Her katalytisch aktiven Gegenelektrode
ändert sich nichts, weil das Elektrodenmaterial für eine vollständige Umsetzung sorgt, bevor das Gas an die
Dreiphasengrenze gelangt. An der Dreiphasengrenze der katalytisch inaktiven Meßelektrode dagegen steigt
der Sauerstoffpartialdruck an, so daß sich eine um etwa 50 Millivolt höhere Potentialdifferen? als im vorgenannten
Falle ergibt Der Unterschied dieser beiden Potentiale, der sich bei voll wirksamem bzw. bei
unwirksamem Nachverbrennungskatalysator ergibt läßt sich als Warnsignal ftr eine entsprechende, nicht zu
dieser Erfindung gehörende Steuereinrichtung verwenden, um anzuzeigen, daß der Nachverbrennungskatalysator
nicht mehr voll wirksam ist
Bei der zweiten Variante besteht die Gegen- oder Bezugselektrode aus einem elektronenleitenden Material
und steht nicht mit dem Abgas, sondern mit Luft oder mit einem gasdicht abgeschlossenen Bezugssystem
aus einem Metall/Metalloxid-Gemisch oder aus einem Gemisch zweier Oxide eines Metalles in zwei
Wertigkeitsstufen in Kontakt. Als derartige Bezugssysteme eignen sich Ni/NiO, Cu/Cu2O. Co/CoO, Fe3(V
Fe2O3 oder FeO/FejOi, wobei die Gemische jeweils im
stöchiometrischen Verhältnis I : 1 vorliegen.
V/eitere Einzelheiten der Erfindung sollen im folgenden anhand der Fi g. 1 bis 3 erläutert werden. Es
bedeutet
F i g. 1 einen Querschnitt durch eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Meßfühlers,
Fig,2 einen Schnitt einer weiteren Ausführungsart
des erfindungsgemäßen Meßfühlers,
Fi g, 3 einen Schnitt durch eine Ausführungsform de*
erfindungsgemäßen Meßfühlers, bei der die Gegenelektrode mit einem Metall/Metalloxid-Gemisch in Verbindungsteht
Der Meßfühler gemäß Fig. 1 besteht aus einem rechteckigen Täfelchen aus stabilisiertem, sauerstoffionenleitendem
Zirkondioxid 13 als Festelektrolyt auf den eine katalytisch aktive, & h. die Gleichgewichtseinstellung
des Abgases katalysierende Gegenelektrode 14 und eine katalytisch inaktive, d. h. die Gleichgewichtseinstellung des Abgases nicht katalysierende Meßeiektrode
Ϊ5 aufgebracht sind. Die katalytisch aktive Gegenelektrode 14 besteht aus Platin, aus einer
Platinlegierung mit anderen Platinmetallen als Legierungskomponente oder aus oxidischen Systemen wie
Kupfer-Chrom-Oxid, das gegebenenfalls mit Bariumoxid oder Nickeloxid dotiert ist, oder Lanthan-Kobalt-Oxid,
das gegebenenfalls mit Strontiumoxid dotiert ist Die katalytisch inaktive Meßelektr^ie 15 besteht aus
Gold oder Silber. Die Elektroden werden mit Hiife einer
Dünnschicht- oder Dickschichttechnik z. B. durch thermisches Aufdampfen, durch Kathodenzerstäubung,
durch Gasphasenabscheidung, durch chemische Reduktion, du*ch galvanische Abscheidung, durch Einsintern
von siebgedruckten Pasten einzeln oder in Kombination aufgebracht Wichtig ist daß die Elektroden für
Sauerstoff durchlässig sind — Es ist vorteilhaft die von den Elektroden nicht bedeckten Teile dts Festelektrolyten
mit einer gasdichten Abdeckschicht 16 zu versehen. Diese gasdichte Abdeckschicht besteht aus Kalium-Aluminium-Silikat
Barium-Aluminium- oder Barium-Calcium-Aluminiumsilikaten.
Diese Schichten werden nach den in der Keramik üblichen Verfahren aufgebracht Zum Schutz gegen mechanischen und chemischen
Angriff, z. B. gegen Katalysatorgifte tragen die Elektroden 14 und 15 zusätzlich noch eine poröse Schutzschicht
17.
Diese Schutzschicht besteht aus einem Metall, einer Metallegierung, einem Oxid, einem Mischoxid wie z. B.
Magnesium-Spinell, aus dem Gemisch mehrerer Oxide, aus Hartstoffen wie Karbiden, Boriden, Nitriden von
Obergangsmetallen, aus silikatischen Materialien wie hochschmelzendem Sinterglas oder aus feuerfesten
keramischen Materialien, die auch als Rohstoffe bzw. Rohstoffmischungen wie Kaolin oder Talkum, gegebenenfalls
unter Zusatz von Flußmitteln wie Feldspat, Nephelinsyenit oder Wollastonit aufgetragen und
anschließend eingesintert werden können. Statt der gasdichten Abdeckschicht 16 kann der ganze Meßfühler
auch von einer porösen Schutzhülse, die aus den gleichen Stoffen, wie sis oben genannt sind, hergestellt
ist, UMgeben sein. Es ist ferner möglich, eine poröse,
elektrisch isolierende Schutzschicht auf den ganzen Meßfühler aufzutragen, um so die Bildung von
Kurzschlußbrücken zwischen den Elektroden zu verhindern und die Msßelektrode gegen katalytisch aktive
Niederschläge aus dem Abgas zu schützen.
Bei Verwendung unterschiedlicher Elektroden 14 und 15 wird der Meßspannung eine Thermospannung
überlagert. Diese Thermospannung, die zwar nicht groß ist und die nur eine geringe Temperatui abhängigkeit
aufweist, kann ausgeschaltet werden, .venn der Festelektrolyt tr?mäß Fig. 2 auf beiden Elektrodenseiten
zunächst mit einer katalytisch inaktiven Elektrodenschicht 15 versehen wird, die dann zusätzlich auf einer
Elektrodenseite mit einer katalytisch aktiven Schicht 14 verstärkt wird. Auch hier können die Elektroden mit
porösen Schutzschichten 17 abgedeckt sein, wie das in Fig.2gezeigt ist.
In F i g. 3 ist eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Meßfühlers dargestellt, bei dem die Gegenelektrode nicht mit dem Abgas in Kontakt ist. Der
Meßfühler besteht aus einem einseitig geschlossenen Rohr 26 aus ionenleitendem Zirkondioxid als Festelektrolyt, dessen äußere, dem Abgas ausgesetzte Fläche
eine als Meßelektrode dienende Schicht 27 aus katalytisch inaktivem Gold oder Silber trägt. Auf der
inneren Oberfläche des einseitig geschlossenen Rohres 26 befindet sich eine schmale Leiterbahn 28 aus Gold
oder Silber zur Kontaktierung des aus einem stöchiometrischen Ni/NiO-Gemisch bestehenden Bezugssystems
29, das für einen konstanten Sauerstoffpartialdruck sorgt. Das Bezugssystem 29 ist mit einem Deckel 30, der
aus gasdicht abgedeckter Keramik oder aus einer
verschlossen. Das Potential wird zwischen den Punkten
31 und 32 abgenommen. An die Stelle des Bezugssystems 29 kann auch Luft treten, wenn dafür gesorgt
wird, daß in das Innere des Rohres 2C kein Abgas gelangt, z. B. durch gasdichten Einbau des Meßfühlers in
eine Halterung.
Der erfindungsgemäße Meßfühler gestaltet in einfacher Weise die Kontrolle der Funktionsfähigkeit eines
Nachverbrennungskatalysators für die Abgase von Brennkraftmaschinen. Die Tatsache, daß bei Meßfühlern nach den Ausführungsformen der Fig. 1 und 2 ein
Bezugsgas für die Messung nicht notwendig ist, führt zu einem einfachen Aufbau des Meßfühlers. Charakteristisch für diese Meßfühler ist der Umstand, daß das
Meßsignal bei einem funktionsfähigen Nachverbrennungskatalysator kleiner ist als bei einem nicht mehr
funktionsfähigen Nachverbrennungskatalysator. Die Vergrößerung des Meßsignals kann daher direkt für
eine Warneinrichtung verwendet werden.
Claims (1)
- Patentansprüche:1T Meßfühler für die Überwachung der Funktionsfähigkeit von Katalysatoren in Abgasentgiftungsanlager. von Brennkraftmaschinen unter Verwendung einer Sauerstoff-Konzentrationskette mit ionenleitendem Festelektrolyten, der mindestens zwei Elektroden trägt, von denen mindestens eine, als Meßelektrode dienende erste Elektrode vom Abgas umspült ist, nachdem dieses den Katalysator passiert hat, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßelektrode (15,27) aus solchen Metallen besteht, die die Einstellung des thermodynamischen Gasgleichgewichtes des Abgases nicht zu katalysieren vermögen und daß die Elektroden (14, 15, 27) mit js einer porösen Schutzschicht (17) versehen sind.Z Meßfühler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine als Gegenelektrode (14) dienende zweite Elektrode aus einem die Einstellung des thermodynamischen Gasgleichgewichtes des Abgases katalysierenden Material besteht und ebenfalls vom Abgas umspült ist3. Meßfühler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Gegenelektrode (14) aus einem elektronenleitenden Material besteht und mit Luft oder mit einem gasdicht abgeschlossenen Bezugssystem aus einem Metali/Metalloxid-Gemisch oder aus einem Gemisch zweier Oxide eines Metalles in zwei Wertigkeitsstufen in Kontakt steht4. Meßfühler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßelektrode (15, 27) aus Gold oder Silber besteht5. Meßfühler nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Gegenelektrode (14) aus Platin, aus einer Platin-Legierung roh anderen Platinmetallen als Legierungskomponente oder aus oxidischen Systemen wie Kupfer-Chrom-Oxid, das gegebenenfalls mit Bariumoxid oder Nickeloxid dotiert ist oder Lathan-Kobalt-Oxid, das gegebenenfalls mit Strontiumoxid dotiert ist besteht6. Meßfühler nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet daß das gasdicht abgeschlossene Bezugssystem aus Ni/NiO, Cu/Cu2O, Co/CoO, Fe3O4ZFe2O3 oder FeO/Fe3O4, jeweils im stöchiometrischen Verhältnis 1 :1, besteht.7. Meßfühler nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet daß der ganze Meßfühler mit einer porösen, elektrisch isolierenden Schutzschicht versehen ist.8. Meßfühler nach einem der Ansprüche 1, 2, 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet daß die Gegenelektrode (14) aus zwei Schichten besteht, von denen die erste Schicht aus dem gleichen, die Einstellung des thermodynamischen Gleichgewichtes des Abgases nicht katalysierenden Metall besteht während die fest auf der ersten Schicht haftende zweite Schicht aus dem die Einstellung des thermodynamischen Gasgleichgewichtes des Abgases katalysierenden Material besteht.60
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