DE238576C - - Google Patents
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- DE238576C DE238576C DENDAT238576D DE238576DA DE238576C DE 238576 C DE238576 C DE 238576C DE NDAT238576 D DENDAT238576 D DE NDAT238576D DE 238576D A DE238576D A DE 238576DA DE 238576 C DE238576 C DE 238576C
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Classifications
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C21—METALLURGY OF IRON
- C21D—MODIFYING THE PHYSICAL STRUCTURE OF FERROUS METALS; GENERAL DEVICES FOR HEAT TREATMENT OF FERROUS OR NON-FERROUS METALS OR ALLOYS; MAKING METAL MALLEABLE, e.g. BY DECARBURISATION OR TEMPERING
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- C21D9/42—Heat treatment, e.g. annealing, hardening, quenching or tempering, adapted for particular articles; Furnaces therefor for armour plate
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
— JVr 238576 -KLASSE 18 c. GRUPPE
Patentiert im Deutschen Reiche vom 25. August 1906 ab.
Zur Ausnutzung der Diffusion von Kohlenstoff in Gegenständen aus Stahl oder Stahllegierungen
zum Behufe, in denselben Schichten von verschiedenem Kohlenstoffgehalt zu erzeugen,
sind bisher die in folgendem angedeuteten Verfahren bekannt:
i. Der aus Stahl von niedrigem Kohlenstoffgehalt bestehende Gegenstand wird bei
geeigneter Temperatur der Wirkung einer
ίο Kohlenstoffmischung unterworfen, und zwar
derart, daß auf der mit der Mischung selbst in Berührung gebrachten Fläche der Kohlenstoff
mehr oder weniger tief in das Innere des Gegenstandes eindringt.
2. Der aus Stahl von hohem Kohlenstoffgehalt bestehende Gegenstand wird bei geeigneter
Temperatur der entkohlenden Wirkung einer bestimmten, Oxyde enthaltenden Mischung
unterworfen, so daß sich ein Teil des
ao Kohlenstoffes von der Zone der Stahlmasse entfernt, welche sich unterhalb der mit der
Mischung selbst in Berührung gebrachten Fläche befindet.
3. Der Gegenstand aus Stahl wird an einer seiner Flächen dem Kohlungsverfahren nach 1.
unterworfen, während die entgegengesetzte Fläche dem unter 2. angegebenen Entkohlungsverfahren
unterworfen wird.
4. Der Gegenstand wird dem Kohlungsverfahren nach 1. und hierauf auf derselben
Fläche dem Entkohlungsverfahren nach 2. unterworfen, wodurch der Kohlenstoffgehalt
der gekohlten Schicht leicht vermindert wird, da durch das Entkohlungsverfahren der gekohlten
Schicht eine feinere Struktur verliehen wird. Oder eine zuerst der Entkohlung nach 2.
unterworfene Fläche des Gegenstandes wird. aus dem eben angegebenen Grunde nach Verfahren
ι von neuem leicht gekohlt.
Mittels dieser Verfahren werden also Stahlgegenstände
erzeugt, deren äußere oberflächliche Schicht mehr bzw. weniger gekohlt ist
als die innere Masse, oder bei denen eine Fläche mehr, die andere weniger gekohlt ist.
So beschreibt z. B. die französische Patentschrift 339987 ein Verfahren, bei welchem die
oxydierende Behandlung fnit Sauerstoff oder oxydierenden Körpern derart vorgenommen
wird, daß sie auf die ganze Stahlmasse einwirkt. Dies geht auch aus der Beschreibung
dieser Patentschrift hervor, wo die oxydierende Behandlung als eine auf die ganze Stahlmasse
einwirkende beschrieben ist. In dieser Patentschrift ist auch nur die Rede von einer weichen
und einer harten Fläche, wie sie auch bei gewöhnlichem zementierten Stahl auftreten.
Im Gegensatz hierzu werden nach der Erfindung im innern der Stahlmasse oder der
Stahllegierungen eine gekohltere Schicht oder eine Reihe abwechselnd mehr und weniger
gekohlter Schichten erzeugt, und zwar neben den oberflächlich gekohlten Schichten, welche
mit Hilfe der angeführten und bereits bekannten Verfahren erzeugt werden können.
Das neue Verfahren hat die Eigentümlichkeit, die oxydierende Affinierung auf einen
Teil der Masse zu beschränken und sie immer auf dem bestimmten Teile zu lokalisieren, den
man (vorher oder nachher) der kohlenden Behandlung aussetzt. Auf diese Weise wird jene
eigentümliche Verteilung der Konzentration des Kohlenstoffes (in mehr oder minder abwechselnd kohlenstoffhaltigen Schichten) erhal-
ten. Nach dem neuen Verfahren erhält man bei einmaliger und nicht wiederholter Anwendung
wenigstens drei Schichten, eine innere, die von zwei äußeren eingeschlossen ist. Die
Eigentümlichkeit des Verfahrens liegt also darin, daß man Schichten von bestimmter
Tiefe erzeugt, die sich voneinander unterscheiden und in bestimmter Weise abwechseln.
Zur Ausführung des Verfahrens wird ein Gegenstand aus Stahl von geringem Kohlenstoffgehalt
(z. B. 0,1 Prozent) einer Kohlung nach der oben unter 1. angegebenen Methode ·
unterworfen, die darin besteht, daß der Gegenstand eine genügend lange Zeit und bei einer
ygenügend hohen Temperatur in Berührung mit einer körnigen kohlenstoffhaltigen Mischung
so lange angewärmt wird, bis die gekohlte Schicht die gewünschte Tiefe erreicht hat
(z. B. 30 mm).
Der Kohlenstoff wird dann im Verhältnis zu seiner Konzentrierung entfernt, wobei jedoch
seine Verteilung in der ganzen Schicht während des ganzen Entkohlungsverfahrens unverändert
bleibt. Behufs Entkohlung wird der in eben beschriebener Weise behandelte Gegenstand,
um eine höher gekohlte Schicht hinter einer kohlenstoffärmeren zu erhalten, einer
genügend hohen Temperatur ausgesetzt, und auf die gekohlte Fläche wird eine oxydierende
Mischung gedrückt, welche die Entkohlung hervorrufen kann. Die Entkohlung erfolgt
dann in der gewöhnlichen Weise, da sie an der Oberfläche am größten ist und an Intensität
gegen das Innere der Stahlmasse nach und nach abnimmt. Da in vorliegendem Falle nun aber (im Gegensatz zu dem unter 4. beschriebenen
Verfahren) eine beinahe gleichartig gekohlte Schicht vorliegt, so kann bei genügend
langer Fortsetzung der Operation die Entkohlung (z.B. für eine bestimmte Strecke
etwa 10 mm) zu einer vollständigen gemacht
werden, da dieselbe gegen das Innere allmählich abnimmt.
Hierdurch wird eine oberflächliche, vollständig oder beinahe vollständig entkohlte Schicht
(z. B. 10 mm tief) erhalten, welcher eine sehr stark gekohlte Schicht folgt, deren Kohlenstoffgehalt
zuerst bis zu einer gewissen Tiefe steigt (z. B. 25 mm), um von neuem abzunehmen,
bis er überhaupt verschwindet (im vorliegenden Beispiel bei 35 oder 40 mm).
Diese Behandlungen können auf beiden Flächen ausgeführt oder auch öfter wiederholt
werden, um im Innern des Stahlgegenstandes verschiedene höher gekohlte Schichten abwechselnd
mit anderen weniger gekohlten zu erhalten. Der Gegenstand kann ferner nach dem Verfahren zu 1. einer einfachen Kohlung
unterworfen werden, um in dem oberflächlichen Teil der äußeren gekohlten Schicht eine neue
gekohlte Schicht zu erzeugen.
Die auf diese Weise behandelten Gegenstände werden dem gewöhnlichen Härtungs-,
Ahlaßverfahren o. dgl. unterworfen und haben besondere mechanische Eigenschaften, die von
der Dicke, der Reihenfolge und dem Kohlungsgrad ihrer verschiedenen Schichten abhängen.
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung von Gegenständen aus Stahl oder Stahllegierungen,
hauptsächlich Panzerplatten für Schiffe, die im Innern und gegebenenfalls auch an
. der Oberfläche eine oder mehrere stark gekohlte Schichten enthalten, die mit anderen
weniger stark gekohlten Schichten abwechseln, dadurch gekennzeichnet, daß die Gegenstände einer Reihe von Kohlungen
und Entkohlungen in der Art unterworfen werden, daß zuerst eine Kohlung vorgenommen
wird, und darauf eine Entkohlung zwecks Erzielung einer höher gekohlten Schicht hinter einer kohlenstoffärmeren
Schicht und so fort, um im Innern der Masse eine Reihe abwechselnd mehr oder weniger gekohlter Schichten zu erzeugen.
2. Eine Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß dasselbe mit den bisher üblichen Härtungs- bzw. Anlaßverfahren kombiniert wird.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE238576C true DE238576C (de) |
Family
ID=498087
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT238576D Active DE238576C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
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