DE2360249C3 - Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Schuhen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von SchuhenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Herstellen von Schuhen aus Schaft
und Laufsohle, bei dem der Schaft auf einen Anformleisten aufgebracht und dann die Laufsohle
angeformt wird. Unter Anformung der aus Kunststoff oder Gummi bestehenden Laufsohle ist hier deren
Anspritzen, Angießen oder Anvulkanisieren an den Schaft zu verstehen.
Bei den bekannten Herstellungsverfahren wird der Schaft zunächst mehr oder weniger stark vorgeformt
und erst auf dem Anformleisten endgültig ausgeformt. Das Vorformen des Schaftes erfolgt beispielsweise
durch dessen Anpassung an die Form einer Patrize (DD-PS 85 011). Dazu wird der aus streckbarem
Material wie Kunststoff oder Leder bestehende Schaft so stark gestreckt, bis die Anpassung erreicht ist. Um
den vorgeformten Schaft auf den Anformleisten zum Zwecke der endgültigen Ausformung aufspannen zu
können, muß der Schaft in verhältnismäßig umständlicher, weil manueller Weise überholt und gezwickt, ggf.
auch eine Brandsohle angeheftet werden. Das bedeutet also das Zwischenschalten eines Überhol- und Zwickprozesses
mit mehreren Arbeitsgängen zwischen dem vorausgegangenen Steppen des Schaftes und dem
anschließenden Anformen der Laufsohle. — Es ist auch bekannt, auf den Zwickprozeß und das Anheften einer
Brandsohle zu verzichten. In solchen Fällen verlangen jedoch der Schaftrand einerseits und die Leistensohle
des Anformleistens andererseits eine spezielle Ausbildung, um den Schaft zum Zwecke der endgültigen
Ausformung auf den Anformleisten aufspannen zu können. Bei einem bekannten Herstellungsverfahren
(CH-PS 5 10 414) wird der untere Schaftrand des über den Anformleisten gezogenen Schaftes durch einen ggf.
mit Löchern versehenen elastischen Textilstreifen zusammengehalten. Außerdem ist eine Sohleneinlage
mit Einern Fußbettkern vorgesehen. — Jedenfalls verlangt das endgültige Ausformen des Schaftes auf
dem Anformleisten stets zeit- und personal- sowie damit kostenaufwendige Arbeitsvorgänge, die sich praktisch
nicht automatisieren lassen. — Diese Nachteile will die Erfindung vermeiden.
ίο Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Verfahren
und Vorrichtung anzugeben, womit sich Schuhe aus Schaft und angeformter Laufsohle wesentlich einfacher
als bisher — insbesondere unter Verzicht auf den sonst personal-, zeit- und kostenaufwendigen Überhol- und
is Zwickprozeß — herstellen lassen, und zwar unter
Berücksichtigung einer weitgehend automatisierten Fertigung.
Diese Aufgabe löst die Erfindung bei einem gattungsgemäßen Verfahren dadurch, daß der Schaft
fertig ausgeformt, auf den Anformleisten aufgelegt und für das Anformen der Laufsohle auf dem Anformleisten
mit über die Leistensohle vorkragenden, sich im wesentlichen orthogonal dazu erstreckendem, umschlagfreiem
Schaftrand von oben niedergehalten wird.
— Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß grundsätzlich im Zuge der Schuhherstellung auf den
gesamten Überhol- und Zwickprozeß und das Anheften von Brandsohlen, aber auch auf andere sonst für das
Aufleisten erforderliche Maßnahmen verzichtet werden kann, wenn anstelle des ohnehin erforderlichen
Vorformens des Schaftes direkt eine fertige Ausformung vorgenommen wird. Der Schaft wird also nach
Verlassen der Stepperei sofort auf seine endgültige Paßform gebracht, so daß im Zuge des Anformens der
Laufsohle der Leisten praktisch nur noch Haltefunktion für den Schaft erfüllt, aber nicht länger Spann- und
Ausformfunktion. Überraschenderweise ist die Verankerung, die der umschlagfreie Schaftrand in der
angeformten Laufsohle erhält, völlig ausreichend.
*° Insoweit findet praktisch lediglich noch eine Montage
von Schaft und Laufsohle statt, nachdem der Schaft die Stepperei verlassen hat, in welcher er bereits auf die
endgültige Paßform gebracht worden ist. Die Zwickerei braucht nicht langer von dem Schaft durchlaufen zu
werden. Da gerade in der Zwickerei manuelle Arbeiten erforderlich sind, läßt sich nunmehr die Schuhherstellung
unter Umgehung der Zwickerei weitgehend automatisieren.
Eine Vorrichtung, die zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens im Sinne der Automatisierung
besonders geeignet ist, besteht aus einem als Formoberteil gebildeten Anformleisten und einer als
Formunterteil ausgebildeten Sohlenform, in welche der Anformleisten mit aufgebrachtem Schaft als Verschluß
eingesetzt wird. Diese Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, daß dem Anformleisten ein oder mehrere
seiner Oberflächenform angepaßte Niederhalter für den Schaft zugeordnet sind. Dadurch wird erreicht, daß sich
der Schaft auf dem Leisten im Zuge des Anformens der Laufsohle nicht verschieben, vielmehr exakt ausgerichtet
werden kann. Das wiederum bedeutet, daß ein Schaft mit verhältnismäßig schmalem und Material sparendem
Schaftrand Verwendung finden kann. Darüber hinaus kann der Schaftrand nunmehr bereits in der Stepperei
ι rauht werden, um eine besonders gute Verankerung zwischen Schaft und Laufsohle zu erreichen, jedenfalls
ist die Materialersparnis bei dem nach Lehre der Erfindung völlig ausgeformten Schaft im Vergleich zu
dem gezwickten Schaft im Schaftrandbereich ganz erheblich. Das bedeutet weitere Kostenersparnis. D^e
Niederhalter sind ertindungsgemäß als auf aas Leistenvorderteil
vertikal niederfahrbare und gegen die Leistenseitenteile horizontal verfahrbare Niederhalter
ausgeführt Sie können, um eine Beschädigung des Schaftmaterials zu vermeiden, aus biegeweichem
Material, z. B. Gummi oder Kunststoff, bestehen oder
eine entsprechende Auflage aufweisen.
Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen, daß ein Verfahren und eine
Vorrichtung verwirklicht werden, mit denen sich nunmehr Schuhe aus Schaft und angeformter Laufsohle
in besonders einfacher und weitgehend automatisierter Weise herstellen lassen, und zwar insbesondere unter
Ausschaltung des sonst personal-, zeit- und kostenaufwendigen Überhol- und Zwickprozesses, aber auch
anderer sonst im Zuge des Aufleistens erforderlicher Maßnahmen. Dadurch entfallen also das Überholen und
Zwicken ebenso wie das Brandsohlenanheften, das Spitzenformen und die Schlußkontrolle in der Zwickerei.
Auch das Rauhen des Schaftrandes ist vorab möglich, weil eben auf dem Anformieisten kein Dehnen
und Spannen bzw. Ausformen mehr erfolgt. Die vorher hergestellte Paßform des Schaftes ermöglicht die
weitgehende Automatisierung der Schuhherstellung.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung
näher erläutert; es zeigt
F i g. 1 einen Vertikalschnitt durch eine erfindungsgemäße Vorrichtung,
F i g. 2 eine andere Ausführungsform des Gegenstandes
nach F i g. 1 und
F i g. 3 den Gegenstand nach F i g. 1 in Seitenansicht, und zwar im vorderen Leistenbereich.
In den Figuren ist eine Vorrichtung zur Herstellung s von Schuhen aus Schaft 1 und Laufsohle 2 dargestellt,
welche in ihrem grundsätzlichen Aufbau aus einem ais Formunterteil ausgebildeten Sohlenform 4 besteht, in
welche der Anformleisten 3 mit aufgebrachtem Schaft 1 gleichsam als Verschluß einsetzbar ist Dem Anformleisten
3 sind ein oder mehrere seiner Oberflächenform angepaßte Niederhalter 5 für den Schaft 1 zugeordnet
Bei mehreren Niederhaltern 5 sind diese als auf das Leistenvorderteil vertikal niederfahrbare und gegen die
Leistenseitenteile horizontal verfahrbare Niederhalter ausgeführt. Die Niederhalter 5 bestehen aus biegeweichem
Material, z. B. Gummi oder Kunststoff, oder können eine entsprechende Auflage aufweisen.
Hier wird im Zuge des Herstellens von Schuhen aus Schaft 1 und Laufsohle 2 so verfahren, daß der Schaft 1
μ auf einen Anformleisten 3 aufgebracht und dann die
Laufsohle 2 ggf. mit Fußbettung 6 angeformt wird. Nunmehr ist vorgesehen, daß der Schaft 1 vor dem
Aufbringen auf den Anformleisten 3 fertig ausgeformt und der fertig ausgeformte Schaft 1 im Zuge des
Anformens der Laufsohle 2 auf den Anformleisten 3 mit über die Leistensohle vorkragendem, sich im wesentlichen
orthogonal dazu erstreckendem, umschlagfreiem Schaftrand 7 von oben niedergehalten wird. Der
vorkragende Schaftrand 7 dient zur Verankerung des
jo Schaftes 1 in der angeformten Laufsohle 2 und reicht
dazu überraschenderweise aus.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Verfahren zum Herstellen von Schuhen aus Schaft und Laufsohle, bei dem der Schaft auf einen
Anformleisten aufgebracht und dann die Laufsohle angeformt wird, dadurch gekennzeichnet,
daß der Schaft fertig ausgeformt, auf den Anformleisten aufgelegt und für das Anformen der Laufsohle
auf dem Anformleisten mit über die Leistensohle vorkragendem, sich im wesentlichen orthogonal
dazu erstreckendem, umschlagfreiem Schaftrand von oben niedergehalten wird.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, bestehend aus einem als
Formoberteil ausgebildeten Anformleisten und einer als Formunterteil ausgebildeten Sohlenforjn, in
welche der Anformleisten mit aufgebrachtem Schaft als Verschluß eingesetzt wird, dadurch gekennzeichnet,
daß dem Anformleisten (3) ein oder mehrere seiner Oberflächenform angepaßte Niederhalter (5)
für den Schaft (1) zugeordnet sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Niederhalter (5) als auf das
Leistenvorderteil vertikal niederfahrbare und gegen die Leistenseitenteile horizontal verfahrbare
Niederhalter ausgeführt sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Niederhalter (5) aus
biegeweichem Material, z. B. Gummi oder Kunststoff, bestehen oder eine entsprechende Auflage
aufweisen.
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Families Citing this family (3)
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| DE3437928C2 (de) * | 1984-10-17 | 1986-09-11 | Ferd. Schäfer & Söhne GmbH & Co KG, 6780 Pirmasens | Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Schuhwerk |
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1973
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Also Published As
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| DE2360249B2 (de) | 1979-09-27 |
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