DE236006C - - Google Patents
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- DE236006C DE236006C DENDAT236006D DE236006DA DE236006C DE 236006 C DE236006 C DE 236006C DE NDAT236006 D DENDAT236006 D DE NDAT236006D DE 236006D A DE236006D A DE 236006DA DE 236006 C DE236006 C DE 236006C
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 236006 KLASSE 18 c. GRUPPE
Verfahren zum Erhitzen und Härten von Stahllegierungen.
Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Verfahren zum Erhitzen und Härten von Stahllegierungen
zu dem Zwecke, dem Stahl eine außerordentliche Zähigkeit und Härte zu verleihen;
dies wird dadurch erreicht, daß vermöge der eigenartigen Behandlung die Bestandteile
der Legierung stets in innigster Verbindung mit dem Stahl oder Eisen gehalten werden.
Das Verfahren beruht darauf, daß der Stahl
Das Verfahren beruht darauf, daß der Stahl
ίο einer Reihe hintereinander folgender, stufenweise
abnehmender Erhitzungen unterworfen wird, denen jedesmal eine Schnellkühlung folgt.
Die Abstufungen dieser mehrmaligen Erhitzung sind je nach der Art der mit dem Stahl oder
Eisen legierten Metalle, z. B. Mangan, Nickel, Chrom usw., zu bemessen, und zwar derart, daß
die einzelnen Erhitzungen je bis unter den Trennungspunkt dieser Legierungsmetalle vom Stahl
in absteigender Reihenfolge vorgenommen werden. Sind also dem Stahl mehrere Metalle beigefügt,
so wird die erste Erhitzung bis unter den Trennungspunkt geführt, der unter den verschiedenen Legierungsmetallen die höchste
Temperaturstufe einnimmt; die nächste Erhitzung entspricht dem Trennungspunkt der
nächst niedrigen Temperaturstufe usf. Als Trennungspunkte sind diejenigen Temperaturen zu
bezeichnen, welche, entsprechend den verschiedenen Schmelzpunkten der Legierungsmetalle,
den Endpunkt der innigen Verschmelzung des betreffenden Legierungsmetalls mit dem Stahl
darstellt.
Wird eine Stahllegierung über die dem Trennungspunkt
entsprechende Temperatur erhitzt, so stellt sich die innige Vermischung.des diesem
Trennungspunkt entsprechenden Legierungs45
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metalls mit den übrigen Legierungsmetallen ein. Es erfolgt dann ein stationärer Zustand. Bei
weiterer Erhitzung der Legierung tritt dann eine Reaktion ein, d. h. die einzelnen Legierungsmetalle
beginnen sich aus der Stahllegierung allmählich abzuscheiden, und zwar hinsichtlich
der einzelnen Legierungsmetalle jedesmal bei Erreichung des entsprechenden Grades der Abscheidungstemperatur.
Im allgemeinen sind diese Vorgänge bekannt, und man hat auch bereits Härteverfahren vorgeschlagen, bei denen
wiederholte Erhitzung der Legierung auf verschiedene Temperaturstufen mit jedesmal darauf
folgender Kühlung den Arbeitsgang bildete.
Von diesen bekannten Verfahren unterscheidet sich dasjenige nach der Erfindung
kennzeichnend dadurch, daß die Kühlung nach der jedesmaligen, auf verschiedene Temperaturhöhe
getriebenen Erhitzung des Metalls einesteils als Schnellkühlung ausgeführt wird und
anderenteils sorgfältig zu bestimmten Zeitpunkten, nämlich jeweilig an einem bestimmten
Punkte der Temperaturerhöhung, vorgenommen wird, wodurch die beabsichtigte molekulare
Veränderung im Gefüge der Legierung eintritt. Wesentlich bei dem neuen Verfahren ist mithin,
daß die Schnellkühlung nach vorauf gegangener, bis zu einer bestimmten Temperaturhöhe vorgenommener
Erhitzung der Legierung jedesmal bei einer bestimmten Temperaturhöhe einsetzt, so daß jede dieser Schnellkühlungen bei
einer tieferen Temperaturstufe als die vorhergehende erfolgt, immer im richtigen Verhältnis
zum Schmelzpunkt der verschiedenen Legierungsmetalle. Nur dadurch können die verschiedenen
Legierungsmetalle die chemische Ver-
6ο
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7ο
bindung mit dem Molekül des Stahls innig eingehen und diese innige Verbindung chemisch
beibehalten.
Diese Vorgänge erklärt sich der Erfinder folgendermaßen:
Jöcles/ der dem Stahl hinzugefügten Legierungsmetalle
hat seine eigene kritische Periode, d.h. das Legierungsmetall wird bei bestimmter
Temperaturhöhe aus der chemischen Verbindung ausgetrieben (Trennungspunkt). In dieser
kritischen Periode des Legierungsmetalls ist nur eine ganz geringe oder gar keine Wiedererwärmung
wahrnehmbar, weil der Kohlenstoff nicht angegriffen wird. Die Dauer einer kritischen Periode eines Legierungsmetalls ist
sehr kurz; das Eintreten der Periode wird durch ein Pyrometer sorgfältig bestimmt. In
der kritischen Periode verlassen die Legierungsmetalle die Stahlmoleküle und lagern sich zwisehen
und um die letzteren in Form von Häutchen. Bei etwa 1140 bis 11500C. rinnen diese
Häutchen (Mangan) zu Kügelchen zusammen und zeigen die mikroskopische' Körnung des
gekühlten Metalls.
Wenn ein Legierungsmetall aus der chemischen Verbindung mit dem Stahlmolekül geschieden
ist, was, wie vorbemerkt, in der Form einer häutigen Trennung geschieht, so kann es
in die chemische Verbindung nur bei steigender Temperatur wieder eintreten, und zwar bedarf
es einer Temperatur, welche dicht bei dem Verzögerungspunkt liegt; eine niedrigere Temperatur
vermag die chemische Verbindung nicht wieder herzustellen. Als Verzögerungspunkt
ist der Punkt zu bezeichnen, in welchem, nach Wiederherstellung der chemischen Verbindung
der Moleküle, die Bewegung des Legierungsmetalls während einer kurzen Zeit aufhört,
also verzögert wird. Bei schneller Abkühlung des Legierungsmetalls bei dem Verzögerungspunkt wird das Metall in der chemischen Verbindung
festgehalten; keine nachträgliche Temperaturherabsetzung
ist imstande, eine Änderung hervorzurufen, nur eine Temperaturerhöhung über den Verzögerungspunkt hinaus
vermag die Wiedertrennung der chemischen Verbindung herbeizuführen.
Um das Verfahren zu veranschaulichen, sei angenommen, daß mit dem Stahl drei Legierungsmetalle
A, B und C verschmolzen sind, von denen C den höchsten, B den mittleren
und A den tiefsten Trennungspunkt besitzt.
Man erhitzt nun die Legierung zuerst bis zum Verzögerungspunkt des Metalls C und
hält durch schnelle Abkühlung die chemische Verbindung dieses Legierungsmetalls mit dem
Stahlmolekül fest. Die Metalle B und A befinden sich dabei, weil der Verzögerungspunkt
derselben überschritten ist, außer chemischer Verbindung mit dem Stahlmolekül.
Die zweite Erhitzung erfolgt dann bis zum Verzögerungspunkt des Metalls B; die Verbindung
des Metalls C wird dabei nicht verändert, und die Verbindung von B mit dem Stahlmolekül
wird durch eine schnelle Abkühlung bei dem Verzögerungspunkt festgehalten. Nun sind die Legierungsmetalle C und B in inniger
chemischer Verbindung mit dem Stahlmolekül, und nur das Metall A noch außer derselben.
Die dritte Erhitzung" wird nun bis zum Verzögerungspunkt des Metalls A getrieben und
die hierbei eintretende chemische Verbindung durch eine schnelle Abkühlung ebenfalls festgehalten,
wonach also diese drei Legierungsmetalle mit dem Stahlmolekül in inniger chemi- 75
scher Verbindung sich befinden und verbleiben, wodurch dem Stahl die wertvollen Eigenschaften
verliehen werden, die man durch die Legierungsmetalle ihm zuführen wollte.
Das Verfahren kann auch in der Weise angewandt werden, daß der zu härtende Gegenstand
aus Stahl nur einseitig der beschriebenen, wiederholten Erhitzung und darauf folgenden
schnellen Abkühlung unterworfen wird; dies kann insbesondere geschehen, wenn z. B. eine
Stahlplatte auf der einen Seite einen höheren Kohlenstoffgehalt besitzt als auf der anderen
Seite. Man wird dann nach dem vorliegenden Verfahren die den höheren Kohlenstoffgehalt
aufweisende Seite der Platte schützen und die andere Seite der beschriebenen wiederholten
Erhitzung und nachfolgenden Schnellkühlung aussetzen. Die einseitige Härtung von Stahlplatten
u. dgl. durch nacheinander folgende Erhitzung und Kühlung ist im übrigen bekannt.
Claims (1)
- Patent-Anspruch :Verfahren zum Erhitzen und Härten von Stahllegierungen, bei welchem die Legierung mehreren, hintereinander folgenden Erhitzungen und jedesmaliger Abkühlung, und zwar den Erhitzungen in stufenweise abnehmender Höhe in der Weise unterworfen wird, daß die wiederholten Erhitzungen jedesmal bis unter den Trennungspunkt der dem Stahl hinzugefügten, verschiedene kritische Punkte besitzenden Legierungsmetalle in der diesen kritischen Punkten entsprechenden absteigenden Reihenfolge vorgenommen werden, dadurch gekennzeichnet, daß die nachfolgenden Kühlungen als Schnellkühlungen ausgeführt werden.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE236006C true DE236006C (de) |
Family
ID=495721
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT236006D Active DE236006C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE236006C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US12521687B2 (en) | 2021-01-11 | 2026-01-13 | Glatt Gesellschaft Mit Beschränkter Haftung | Method for treating particulate material in a fluidizing device |
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- DE DENDAT236006D patent/DE236006C/de active Active
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US12521687B2 (en) | 2021-01-11 | 2026-01-13 | Glatt Gesellschaft Mit Beschränkter Haftung | Method for treating particulate material in a fluidizing device |
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