DE2351799B2 - Verfahren zur herstellung von pulverfoermigen methylolverbindungen des harnstoffs - Google Patents
Verfahren zur herstellung von pulverfoermigen methylolverbindungen des harnstoffsInfo
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Description
/ \
HN NH
HN NH
H2C CH2
N
R
N
R
(D
wobei R ein Methyl-, Äthyl-, Propyl-, Butyl-, Hydroxyaryl-, Hydroxypropyl-, Hydroxybutylrest
oder ein Rest der Formel
(CHR1) (CHR2I11-CH2-N
CH,-NH
CH, — NH
CO
ist, wobei η = 0 bis 4, R1 ein Wasserstoffatom oder
den Methylresl und R2 unabhängig voneinander ein Wasserstoffatom, den Methyl- oder OH-Rest bedeuten,
mit der Einschränkung, daß die OH- und Methylreste maximal zweimal im Rest R enthalten
sind, oder deren Methylolverbindungen zugesetzt werden.
2. Verfahren nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Triazone oder deren
Methylolverbindungen vor der Methylolierung zugesetzt werden.
1 Verfahren nach Patentansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die nichtmethylolierlen
Triazone zugesetzt werden.
4. Verfahren nach Patentanspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß Äthyltriazon, Hydroxyäthyltriazon
und/oder Äthylenbistriazon zugesetzt werden.
5. Verfahren nach Patentansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß 0,5-5 Gewichtsprozent
Triüzonverbindung, bezogen auf die eingesetzte Harnstoffmenge, zugesetzt werden.
6. Verfahren nach Patentansprüchen 1 bis 5. dadurch gekennzeichnet, daß die Triazonverbindung
bei Umsetzungen aus 1 Mol Harnstoff und 1,8 bis 2,0 Mol Formaldehyd zugesetzt wird.
7. Verfahren nach Patentansprüchen 1 bis 6. dadurch gekennzeichnet, daß der pH-Wert mit
mittelstarken organischen Basen, Soda oder Bariumhydroxyd eingestellt wird.
Methylolverbindungen des Harnstoffs sind in Form wässeriger Lösungen zur Textilveredlung, insbesondere
zur Knitterfrei- und Krumpffreiausrüstung von cellulosehaltigen Textilmaterialien, seit langem bekannt. Sie
gelangen meist in Form pulverförmiger, weitgehend wasserfreier Produkte in den Handel, die durch
Umsetzung von Harnstoff mit wässerigem Formaldehyd bei pH-Werten von 6,8 bis 8,8 während einigen
Tagen und Trocknen, insbesondere Trocknen durch
ι ο Versprühen, der erhaltenen Pasten zugänglich sind.
Es ist weiterhin bekannt, die Lagerstabilität der pulverförmigen Methylo'.verbindungen des Harnstoffs
zu verbessern, in dem schon vor der Umsetzung geringe Mengen an u. a. cyclischen Alkylenharnstoffverbindun-
gen oder deren Methylolderivate zugesetzt werden.
Die eigentlichen pulverförmigen Produkte werden durch Versprühen der nach der Methylolierung des
Harnstoffs erhaltenen Kristallmaischen gewonnen. Bei dem Sprühverfahren aber tritt nach dem Stand der
Technik eine erhebliche Abspaltung von Formaldehyd auf, besonders dann, wenn 1,8 und mehr Mol
Formaldehyd je Mol Harnstoff umgesetzt werden. Durch diese Formaldehydabspaltung wird die Ausbeute
an pulverförmigen Produkten vermindert. Außerdem
bringt diese Formaldehydabspaltung eine erhebliche
Verunreinigung der Atmosphäre mit sich, so daß große Aufwendungen der Industrie notwendig sind, diese
Verunreinigungen möglichst auszuschließen.
Es wurde nun ein Verfahren zur Herstellung von
yo pulverförmigen Methylolverbindungen des Harnstoffs
aus 1 Mol Harnstoff und 1,6-2,1 Mol Formaldehyd, Einstellung des pH-Wertes auf etwa 6,8 — 8,0, Umsetzen
in bekannter Weise bei 0-450C, kurzzeitiges Lagern und Trocknen durch Versprühen gefunden, bei dem
js überraschenderweise eine wesentliche Verringerung
der Formaldehydabspaltung beim Versprühen auftritt, das dadurch gekennzeichnet ist, daß vor dem Versprühen
0,3 bis 1O Gewichtsprozent, bezogen auf die eingesetzte Harnstoffmenge, an Triazonen der allgemeinen
Formel
40
-15
so
Il
c
/■ \
HN NH
H2C
CH2
wobei R ein Methyl-, Äthyl-, Propyl-, Butyl-, Hydroxyäthyl-,
Hydroxypropyl-, Hydroxybutylrest oder ein Rest s-s der Formel
-(CHR1) (CHR2I1, - CH, — N
CH2 -NH
CH2-NH
ist, wobei H = O bis 4, R1 ein Wasserstoffatom oder den
Methylrest und R2 unabhängig voneinander ein Wasserstoffatom, den Methyl- oder OH-Rest bedeuten, mit der
Einschränkung, daß die OH- und Methylreste maximal zweimal im Rest R enthalten sind, oder deren
Methylolverbindungen zugesetzt werden.
Die Verbindungen der Formel (1) sind bekannt, es seien hierzu genannt:
Methyl-, Äthyl- und/oder Propyltriazon, Isobutyltriazon
Hydroxyaryl- und/oder ß- oder y-Hydroxypropyltriazon,
sowie Äthylen-, Hydroxypropylen-, Propylen- und/oder Hexylenbistriazon. Besonders geeignet
für das erfindungsgemäße Verfahren sind Hydroxyäthyl-, Äthyl- und/oder Äthylenbistriazon, da diese
Verbindungen besonders leicht zugänglich sind. Neben den Triazonen der Formel (I) können auch die
Methylolverbindungen derselben verwendet werden. Der Einsatz der nichtmethylolierten Triazone ist jedoch
bevorzugt, da bei Verwendung dieser Verbindungen die Methylolierungsstufe eingespart werden kann. Die
Herstellung sowohl der Triazone als auch deren Methylolverbindungen erfolgt in bekannter Weise, d. h.,
die Triazonverbindungen (= Triazone der Formel (I) und die methylclierten Triazone) werden in technischer
Qualität verwendet.
Die genannten Triazonverbindungen werden besonders bevorzugt von vornherein, also schon vor der
Methylolierung den vorliegenden Mischungen aus Harnstoff und Formaldehyd zugesetzt, wobei überraschenderweise
schon äußerst geringe Mengen die Formaldehydabspaltung beim Versprühen ganz beträchtlich
herabsetzen. So werden schon mit Mengen von 0,3 Gew.-%, bezogen auf die verwendete Harnstoffmenge,
gute Resultate erzielt. Als obere Grenze seien 10Gew.-% Triazonverbindung, bezogen auf die Harnstoffmenge,
genannt. Selbstverständlich können auch größere Mengen zur Erzielung des gewünschten
Effektes eingesetzt werden, doch werden aus wirtschaftlichen Überlegungen nur 0,3-10 Gew.-%, insbesondere
0,5-5Gew.-% der Triazonverbindungen, bezogen auf eingesetzten Harnstoff, zugesetzt.
Es ist prinzipiell auch möglich, die Triazonverbindungen erst der fertigen Paste kurz vor der Trocknung
zuzusetzen, jedoch wird dann wieder eine größere Menge Formaldehyd abgespalten, d. h„ die Verringerung
der Formaldehydabspaltung ist weniger ausgeprägt, so daß diese Arbeitsweise für die Praxis weniger
geeignet ist.
Zur Herstellung der Methylolharnstoffpasten wird sowohl der Harnstoff wie auch der Formaldehyd in
technischer Qualität verwendet, d. h., daß der Formaldehyd im allgemeinen in Form der 30-40°/oigen
wässerigen Lösungen eingesetzt wird.
Die verwendeten Mengen an Formaldehyd liegen bei 1,6-2,1 Mol je Mol Harnstoff, insbesondere werden
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren pulverförmige Methylolharnstoffe hergestellt, bei denen je Mol
Harnstoff 1,8-2MoI Formaldehyd umgesetzt worden sind.
Die Herstellung der Methylolverbindungen erfolgt in bekannter Weise. In die vorgelegte Formaldehydlösung,
deren pH-Wert unter Verwendung von basisch reagierenden Stoffen auf einen Wert von 6,8 — 8,0,
insbesondere 7,0-7,5 (gemessen mit pH-Papier), eingestellt worden ist, wird der Harnstoff eingerührt. Es
ist jedoch auch möglich, die Formaldehydlösung auf den vorgelegten Harnstoff zu pumpen und den pH-Wert
somit erst nach Zugabe des Harnstoffs einzustellen. Vorzugsweise nach der Harnstoffzugabe werden die
Triazonverbindungen, insbesondere nichimcthylolierte Triazone zugefügt und dann ca. 1 Stunde bei unter 20"C
gerührt, danach steigt die Temperatur, bedingt durch die exotherme Methylolierungsreaktion, auf 25 —45°C.
Unter dauerndem oder gelegentlichem Rühren wird die Mischung 2-4 Tage bei 25-35°C gehalten. Man erhält
auf diese Weise einen dünnen bis dick pastösen Kristallbrei, der durch Versprühen getrocknet wird. Soll
der Kxistallbrei erst später als nach ca. 4 Tagen zur
Versprühung kommen, ist es erforderlich zur Vermeidung vorzeitiger PolykondensaMonserscheinungen ihn
auf unter ca. 200C abzukühlen. Wie bereits ausgeführt,
ist es auch möglich — aber weit weniger gut geeignet — die Triazonverbindungen der fertigen Paste zuzufügen.
ίο Die Einstellung des pH-Wertes erfolgt in üblicher
Weise unter Verwendung basisch reagierender Stoffe. Als besonders geeignet für das erfindungsgemäße
Verfahren haben sich mittelstarke organische Basen, wie Triäthanolamin, Diäthanolamin und N-Dimethyläthanolamin,
sowie Soda und Bariumhydroxyd erwiesen, da durch diese Verbindungen die Formaldehydabspaltung
bei der Trocknung und die Lagerbeständigkeit nicht nachteilig beeinfluß wird. Jedoch Können auch
andere bekannte NeutraJisierungsmitte) wie Alkalihydroxyde,
Natriumbicarbonat und Natriumsulfit zur Einstellung des pH-Wertes verwendet werden.
Der pH-Wert wird mit den genannten Verbindungen auf einen Wert von ca.6,8-8,0 eingestellt. Als besonders
günstig hat sich ein pH-Bereich von 7,0-7,5 erwiesen, da beim Arbeiten in diesem Bereich die ProHuktstabilität
gut und die Formaldehydabspaltung bei der abschließenden Trocknung noch geringer ist.
Es ist bei dem erfindungsgemäßen Verfahren, wie nach dem Stand der Technik üblich, zweckmäßig, die
nach ca. einem Tag kristallin ausfallenden Methylolharnstoffpasten nicht sofort zu versprühen, sondern vor
der Trocknung zu lagern. Als besonders vorteilhaft hat sich eine Reaktions- und Lagerzeit (= Verweilzeit) von
2-4Tagen bei einer Temperatur von ca. 25-35°C
erwiesen. Aus naheliegenden bekannten Gründen reicht dabei bei einer Temperatur von z. B. 35°C eine Zeit von
ca. 2Tagen aus, während bei 25-300C eine Zeit von
3 —4 Tagen üblich bzw. zweckmäßig ist. Wird die erhaltene Paste schon nach kürzerer Zeit getrocknet, so
ist die Formaldehydabspaltung merklich höher und die Sprühleistung schlechter, während bei einer Trocknung
nach einer Verweilzeit von mehr als 4 Tagen die Löslichkeit des erhaltenen Pulvers deutlich verschlechtert
wird, es sei denn, man kühlt die Paste nach 2-4 Tagen auf unter20°C ab, wodurch die Verweilzeit
bis zu ca. 14 Tagen verlängert werden kann, was jedoch unwirtschaftlich ist.
Die Trocknung der erhaltenen Methylolharnstoffpasten wird in bekannter Weise in Düsen- oder
Scheibenzerstäubungstrocknern durchgeführt. Die Pasten werden dabei bei einer Eingangstemperatur der
Luft von 140 bis etwa 180° C und bei einer Ausgangstemperatur von etwa 50 bis etwa 8O0C
getrocknet.
Der bedeutendste Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt darin, daß die Formaldehydabspaltung
beim Versprühen der Methylolharnstoffpasten bis zur Hälfte, teilweise sogar bis zu 60% gegenüber dem Stand
der Technik verringert wird. Durch diese verminderte
(10 Formaldehydabspaltung wird die Reinigung der Abluft
erheblich erleichtert und gleichzeitig die Ausbeute an pulverförmigen Methylolharnstoffen entsprechend der
verringerten Formaldehydabspaltung erhöht. Außerdem ist hervorzuheben, daß nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren ein spezifisch schwereres, d. h. rieselfähigeres Produkt erhalten wird, wodurch die Verklebung
der Sprühvorrichtungen verringert, die Abscheidung in den Zyklonen verbessert und die Abfüllung des Pulvers
<f
erheblich erleichtert wird. Auch kann die Durchsatzgeschwindigkeit
bei der Trocknung merklich erhöht werden.
Es war nicht vorherzusehen, daß durch den Zusatz geringer Mengen an Triazonver'iindungen die Formaldehydabspaltung
bei der Trocknung in einem so erheblichen Maße vermindert wird. Andere Verbindungen
wie cyclische Alkylenharnstoffe, Caprolac farn oder Methylolmelamine bringen keine Verminderung der
Formaldehydabspaltung bei der Trocknung der Pasten. Es handelt sich also um eine für die methylolierten bzw.
nicht methylolierten Triazone spezifische Wirkung, die in keiner Weise vorhersehbar war.
Beispiel 1 '5
300 g Harnstoff werden in sovie' einer 37%igen wässerigen Formaldehydlösung eingerührt, daß das
molare Verhältnis von Harnstoff zu Formaldehyd 1 :2,0 betrag:. Der pH-Wert der Formaldehydlösung wurde
vorher mit Triäthanolamin auf 7,0 (gemessen mit Spezialindikator-Papier) eingestellt. Anschließend wird
die erhaltene Lösung in drei Teile aufgeteilt.
Teil A:
Dieser Teil wird ohne Zusätze weiter verarbeitet
(Stand der Technik).
Teil B:
Teil B:
Diesem Teil werden entsprechend dem Stand der Technik 3 g Dihydroxyäthylenharnstoff beigege-
ben.
Teil C:
Teil C:
Diesem Teil der Lösung werden 5 g Hydroxyäthyltriazon (60%ig) zugemischt.
.15
Alle drei Ansätze werden danach 1 Stunde bei 150C
gerührt, dann etwa 1 Tag bei 300C unter Rühren gehalten und schließlich läßt man die erhaltenen
kristallinen Pasten langsam unter Rühren abkühlen (Reaktions- plus Lagerzeit gleich 3 Tage).
Zur Bestimmung der Formaldehydabspaltung bei der Trocknung werden nach der Verweilzeit von 3 Tagen
jeweils 5 g der erhaltenen ca. 54%igen Pasten mit Heißluft bei etwa 115°C getrocknet, die Abluft in
hintereinandergeschalteten Waschflaschen ausgewasehen und der absorbierte Formaldehyd in bekannter
Weise titrimetrisch bestimmt. Das Ergebnis zeigt die nachfolgende Tabelle:
Versuch
Formaldehydabspaltung in % (bezogen auf uie erhaltene
Pulvermenge)
Pulvermenge)
A (Stand der 3,5
B Technik) 3,7
C (erfindungsgemäß) 1,5
60 g Harnstoff werden in soviel 30%igen wässerigen Formaldehyd eingerührt, daß ein molares Verhältnis
von Harnstoff zu Formaldehyd von 1 : 1,8 erhalten wird. Der pH-Wert des Formaldehyds war mit Bariumhydroxydlösung
auf 7,2 eingestellt worden. Zu dieser Lösung werden 0,8 g Äthylenbist riazon (60%ig) zugemischt. Die
Methylolharriiitoffpastc wird, wie in Beispiel 1 beschrieben,
hergestellt. Bei der Trocknung dieser Paste, wie in Beispiel 1 angegeben (Verweilzeit aber nur 2 Tage),
wird nur eine Formaldehydabspaltung von 1,95%, bezogen auf die erhaltene Pulvermenge, festgestellt.
Es tritt nur eine unbedeutende Erhöhung der Formaldehydabspaltung auf, wenn nur 0,45 g des
genannten Triazons eingesetzt werden.
In der in Beispiel 1 angegebenen Weise werden 300 g Harnstoff und 850 g 3O°/oige wässerige Formaldehydlösung
umgesetzt, wobei der pH-Wert der HCHO-Lösung vor der Zugabe des Harnstoffs mit Soda auf einen Wert
von 7.4 eingestellt wurde und als Triazonverbindung 27 g Äthyltriazon, ebenfalls vor der Zugabe des
Harnstoffs, zugegeben wurden. Die Formaldehydabspaltung bei der anschließenden Trocknung (siehe
Beispiel 1) kann gegenüber einer gleichartigen Arbeitsweise ohne Zusatz von Äthyltriazon um 50% vermindert
werden.
Wird das Äthyltriazon erst der fertigen Paste zugefügt, so wird bei sonst gleicher Arbeitsweise die
HCHO-Abspaltung nur um 24% verringert.
Mit ähnlich guten Erfolg kann anstelle des Äthyltriazons auch das n-Propyl- oder Methyltriazon eingesetzt
werden.
Das Beispie! 3 wird wiederholt mit dem Unterschied, daß als Triazonverbindung die gleiche Menge Dimethyloläthyltriazon
eingesetzt wird. Auch in diesem Fall wird eine erhebliche Verringerung der Formaldehydabspaltung
bei der Trocknung erreicht.
2 Mio! Harnstoff werden mit 4 Mol Formaldehyd in Form einer wässerigen 37%igen Lösung aufgelöst und
der pH-Wert dieser Lösung mit N-Dimethyläthanolamin
auf 7,6 eingestellt. Zu dieser Lösung werden 6 g jS-Hydroxypropyltriazon zugegeben. Die erhaltene
Mischung wird, wie in Beispiel 1 beschrieben, umgesetzt und die erhaltene Paste nach einer Verweilzeit von
4 Tagen, wie in Beispiel 1 angegeben, getrocknet. Die Formaldehydabspaltung ist gegenüber einem gleichem
Ansatz (aber ohne Triazonzusatz) ganz beträchtlich vermindert.
Anstelle des /3-Hydroxypropyltriazons kann auch
y-Hydroxypropyltriazon herangezogen werden. In «,o gleicher Weise kann auch mit Hvdroxypropylenbistriazon
gearbeitet werden.
In einem offenen 4000-Liter-VA-Stahl-Rührkessel
werden 2500 kg einer 37-gewichtsprozentigen wässerigen Formaldehydlösung vorgelegt, die mit Triäthanolamin
auf einen pH-Wert von 7,1 (Spezialindikatorpapier, Bereich 6,4 - 8,0) eingestellt wird (benötigte Menge
ca. 3 kg). Anschließend werden 930 kg Harnstoff darin fto gelöst (dadurch Abkühlung auf ca. 5°C) und 35 kg einer
wie nachstehend beschrieben hergestellten ca. 5O°/oigcn Lösung von Hydroxyäthyltriazon eingerührt. Nach
geringfügiger Erwärmung auf +120C wird der Ansai/.
unter langsamer Rührung 3 Tage gehalten, während welcher Zeit er sich aufgrund der exothermen
Methylolierung bereits nach ca. 12 Stunden auf 32°C
erwärmt. Die restlichen 2'/2Tagc wird durch leichte
Kühking diese Temperatur beibehalten. Nach dieser
Zeit liegt eine sehr fein kristalline, fließende, weiße Paste vor, die in einem Zerstäubungstrockner sprühgetrocknet
wird.
Verwendet wird eine Zerstäubungs-Trocknungsanlage ausgestattet mit Rotationsscheibe und mit Zyklonen s
zur Pulverabscheidung. Die Eingangstemperatur der Heißluft (Erhitzung über dampfbeheizte Radiatoren)
betrug ca. l75°C,die Abluft ca. 70°C. Der Zerstäubungstrockner ist ausgelegt für eine Wasserverdampfung von
ca. 700 kg/Stunde. ι ο
Die wie beschrieben hergestellte Paste wird in bekannter Weise mittels einer Zwangspumpe auf die
Rotationsscheibe im Sprühturm dosiert. Zur Trocknung des gesamten Ansatzes von knapp 3,5 t werden nur
2 Stunden benötigt, wobei eine Ausbeute von 1640 kg eines fast wasserfreien Pulvers, bestehend aus weitgehend
Dimethylolharnstoff, erhalten wird.
Im Vergleich dazu wird in genau gleicher Weise und Menge eine Methylolharnstoff-Paste hergestellt und auf
der gleichen Anlage unter gleichen Bedingungen sprühgetrocknet, mit dem einzigen Unterschied, daß
kein Triazonzusatz erfolgt Hierbei wird nach einer Sprühzeit von 2 Stunden und 10 Minuten eine Ausbeute
von 1520 kg erhalten.
Neben der höheren Ausbeute beim erfindungsgemä-Ben Ansatz, bedingt auch durch bessere Abscheidung in
den Zyklonen, ist als Haupt«orteil eine geringere Formaldehydabspaltung in der Abluft während des
Sprühens feststellbar. Die Messung erfolgte unter Durchsaugung einer bestimmten Menge Abluft durch
mit Natriumsulfitlösung gefüllte Waschflaschen und Titration in bekannter Weise.
Die gesamten Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in nachfolgender Tabelle zusammengefaßt:
Formaldehydabspaltung (pro
kg Trockenprodukt)
kg Trockenprodukt)
Ausbeute
Trocknungszeit
Erl'indungsgemäßer Ansatz Vergleichsversuch 12,6 g
18,1g
1640 kg 120 Min.
1520 kg 130 Min.
Zusänzlich ist als weiterer technischer Vorteil
hervorzuheben, daß das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Pulver ein höheres Schüttgewicht
aufweist.
Ausrüstungsversuche mit den beiden Produkten auf Baumwoll- und Zellwollgewebe ergaben, daß das
erfindungsgemäße Produkt mindestens gleichwertige Ergebnisse erbringt, wobei noch geringfügige Vorteile
in der Scheuer- und Reißfestigkeit sowie im Griff zutage treten.
Die Hydroxyäthyltriazonlösung wird in bekannter Weise wie folgt hergestellt:
In einem mit Rührer, Thermometer und Rückflußkühler ausgestatteten 250-Liter-Kessel werden 66 Liter
Wasser vorgelegt, darin 72 kg Dimethylolharnstoffpulver eingerührt, auf 30°C erwärmt und portionsweise
36 kg Monoäthanolamin innerhalb 40 Minuten zugegeben, wobei durch exotherme Reaktion eine Temperatur
von 60° C erreicht und das Produkt klar wird. Anschließend wird noch 1 Stunde bei ca. 9O0C
behandelt, auf ca. 300C gekühlt, noch 30 Liter Wasser
zugemischt und von eventuellen Verunreinigungen durch Filtration befreit.
«9539/448
Claims (1)
1. Verfahren zur Herstellung von pulverförmigen Methylolverbindungen des Harnstoffs aus 1 Mol
Harnstoff und 1,6 — 2,1 Mol Formaldehyd, Einstellung des pH-Wertes auf etwa 6,8 — 8,0, Umsetzen in
bekannter Weise bei 0-450C, kurzzeitiges Lagern und Trocknen durch Versprühen, dadurch gekennzeichnet,
daß vor dem Versprühen 0,3 bis 10 Gewichtsprozent, bezogen auf die eingesetzte Harnstoffmenge, an Triazonen der allgemeinen
Formel
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19732351799 DE2351799B2 (de) | 1973-10-16 | 1973-10-16 | Verfahren zur herstellung von pulverfoermigen methylolverbindungen des harnstoffs |
| FR7434163A FR2247481A1 (en) | 1973-10-16 | 1974-10-10 | Spray drying methylolurea cpds with addn of triazone cpd - to reduce splitting off of formaldehyde during drying |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19732351799 DE2351799B2 (de) | 1973-10-16 | 1973-10-16 | Verfahren zur herstellung von pulverfoermigen methylolverbindungen des harnstoffs |
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|---|---|
| DE2351799A1 DE2351799A1 (de) | 1975-04-17 |
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ID=5895528
Family Applications (1)
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- 1973-10-16 DE DE19732351799 patent/DE2351799B2/de active Granted
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1974
- 1974-10-10 FR FR7434163A patent/FR2247481A1/fr active Granted
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
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| FR2247481B3 (de) | 1977-07-22 |
| FR2247481A1 (en) | 1975-05-09 |
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